Werner Hoffmann Geschrieben 16. Juli Melden Geschrieben 16. Juli (bearbeitet) 15. Juli 2026 Ist der Glaube an Gott irrational? von Steve Wenick Mir haben Atheisten schon mehrfach gesagt, der Glaube an Gott sei irrational. Die Gewissheit, mit der sie die Existenz Gottes leugnen, hat mich immer wieder erstaunt. Viele dieser Menschen betonen jedoch, sie glaubten eher an die Wissenschaft als an Mythen oder Märchen. Doch Wissenschaft, richtig verstanden, beruht auf intellektueller Bescheidenheit. Sie folgt den Beweisen, wohin sie auch führen, erkennt die Grenzen des gegenwärtigen Wissens an und bleibt offen für neue Entdeckungen. Deshalb fällt es mir schwer, die absolute Gewissheit über die Nichtexistenz Gottes mit dem wissenschaftlichen Denken in Einklang zu bringen. Die Wissenschaft ist außerordentlich erfolgreich in der Erforschung der Natur, aber sie kann nicht erfassen, was jenseits der Natur selbst liegt. Sie kann viele Mechanismen erklären, die das Universum bestimmen, aber sie kann nicht beantworten, warum es überhaupt ein Universum gibt, warum seine Gesetze so bemerkenswert geordnet sind oder warum überhaupt etwas existiert und nicht nichts. Das sind philosophische, keine wissenschaftlichen Fragen. Zu sagen, Gott sei mit wissenschaftlichen Instrumenten nicht nachgewiesen worden, ist eine Sache. Daraus zu schließen, dass nirgendwo Gott existiert, ist etwas ganz anderes. Das ist keine wissenschaftliche Schlussfolgerung, sondern eine philosophische Behauptung. Der verstorbene britische Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks brachte diesen Unterschied wunderschön zum Ausdruck: „Ich glaube nicht an denselben Gott, an den Atheisten nicht glauben.“ Der Gott des Judentums ist kein übernatürliches Wesen, das irgendwo im Universum darauf wartet, entdeckt zu werden. Er ist der ewige Ursprung allen Seins selbst – derjenige, der Raum, Zeit, Materie und Energie transzendiert. Wie die Tora verkündet: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Die Genesis erklärt nicht, wie das Universum entstanden ist; sie beantwortet die tiefere Frage, warum es überhaupt ein Universum gibt. Für mich gründet der Glaube an Gott nicht auf einem einzelnen Argument, sondern auf dem, was Philosophen einen kumulativen Beweis nennen. Das Universum hatte einen Anfang. Seine physikalischen Konstanten sind bis ins kleinste Detail auf Leben abgestimmt. Bewusstsein entstand aus Materie. Menschen besitzen Vernunft, erkennen objektive moralische Wahrheiten, schätzen Schönheit und suchen unaufhörlich nach Sinn. Keine dieser Realitäten allein beweist Gottes Existenz. Zusammengenommen weisen sie jedoch weitaus überzeugender auf eine transzendente Intelligenz hin als der Glaube, alles sei allein durch blinden Zufall aus dem Nichts entstanden. Ich für meinen Teil behaupte nicht, einen empirischen Beweis für Gott zu besitzen. Ich bin lediglich der Ansicht, dass der Glaube an einen Schöpfer die uns vorliegenden Beweise am besten erklärt. Anders als manche Atheisten behaupten, halte ich es nicht für rational anzunehmen, dass alles Existierende sich selbst aus dem Nichts erschaffen hat. Die Vernunft ist eine der größten Gaben der Menschheit, doch sie ist nicht unbegrenzt. Der endliche menschliche Verstand kann nicht erwarten, jeden Aspekt einer unendlichen Wirklichkeit zu erfassen. Es wird immer Fragen geben, die jenseits wissenschaftlicher Experimente und logischer Schlussfolgerungen liegen – nicht weil sie bedeutungslos sind, sondern weil sie das übersteigen, was die Vernunft allein erfassen kann. Diese Grenzen anzuerkennen ist keine intellektuelle Kapitulation, sondern intellektuelle Demut. Der Glaube beginnt dort, wo die Vernunft uns bis zu ihrem Äußersten geführt hat. Wenn ich in den Nachthimmel blicke, sehe ich nicht einfach nur Milliarden von Sternen, die in einem gleichgültigen Universum verstreut sind. Ich sehe einen Kosmos von atemberaubender Ordnung, Schönheit und Verständlichkeit – ein Universum, das von eleganten mathematischen Gesetzen beherrscht wird, die Leben, Bewusstsein, Liebe und moralische Verantwortung ermöglichen. Jede neue wissenschaftliche Entdeckung vertieft mein Ehrfurchtgefühl, anstatt es zu mindern. Die Unermesslichkeit des Universums macht Gott nicht kleiner, sondern unendlich größer. Rabbi Sacks bemerkte einst: „Die Wissenschaft zerlegt die Dinge, um ihre Funktionsweise zu verstehen. Die Religion setzt die Dinge zusammen, um ihre Bedeutung zu erfassen.“ Beide Bestrebungen sind unerlässlich. Die Wissenschaft offenbart die Erhabenheit der Schöpfung; der Glaube offenbart ihre Bedeutung. König David brachte diese Wahrheit vor dreitausend Jahren zum Ausdruck: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, das Firmament das Werk seiner Hände.“ Ich kann Gottes Existenz weder mit einem Teleskop noch mit einem Mikroskop beweisen. Doch je mehr ich die Majestät, die Schönheit und die erstaunliche Harmonie des Kosmos betrachte, desto überzeugender erscheint mir der Glaube, dass die Schöpfung über sich selbst hinaus auf ihren Schöpfer verweist. Steve Wenick ist freiberuflicher Buchrezensent für HarperCollins Publishing und Simon & Schuster https://www.algemeiner.com/2026/07/15/is-belief-in-god-irrational/ bearbeitet 16. Juli von Werner Hoffmann Zitieren
SteRo Geschrieben 16. Juli Melden Geschrieben 16. Juli Es ist ganz einfach. Die Vernunft wird vom Willen beauftragt und ist deshalb entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens oder Sklavin der Sinnlichkeit. 1 Zitieren
GermanHeretic Geschrieben 28. Juli Melden Geschrieben 28. Juli Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, was genau unter "Glauben an" verstanden wird und was genau man unter (einem) "Gott" versteht. Zitieren
Weihrauch Geschrieben 28. Juli Melden Geschrieben 28. Juli Am 16.7.2026 um 09:55 schrieb SteRo: Es ist ganz einfach. Die Vernunft wird vom Willen beauftragt und ist deshalb entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens oder Sklavin der Sinnlichkeit. Ich will mich nicht entscheiden. Ich will Glaube, Unglaube und Sinnlichkeit. Meine Vernunft ist männlich. Die Weiber kannst du behalten. Zitieren
Volker Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August TL;DR: In einem konfusen Artikel setzt Herr Wenick dazu an, zu bestreiten, dass der Glauben an Gott irrational sei, und beweist dabei, dass genau das wahr ist, was er bestreitet. Dazu benutzt er bereits tausendmal widerlegte Argumente und häuft Denkfehler an, dass es eine Sau graust. In der Fußballersprache: Er führt das Kunststück eines Fallrückziehers vor, bei dem der Ball ihm zuerst in die Fresse knallt, und dann im eigenen Tor landet. Darf man das als Balla-Balla bezeichnen? In dem Artikel von Steve Wenick finden wir die üblichen Konfusionen. Zunächst: Atheismus ist nicht der Glaube, dass es keinen Gott gibt. Sondern es ist die Aussage, dass ich als Atheist nicht an Gott glaube, speziell nicht an den, an den Monotheisten glauben. Die einzige Behauptung, die ich als Atheist aufstelle, ist diese: Ich glaube nicht an Gott. Diese Aussage ist genau dann wahr, wenn ich tatsächlich nicht an Gott glaube. Das ist unabhängig von der Existenz Gottes und selbst dann wahr, wenn Gott existieren sollte. Um meinen Atheismus zu widerlegen, müsste man beweisen, dass ich heimlich doch an Gott glaube. Die zweite Aussage ist die: Der Glaube an Gott ist irrational. Nicht alle Atheisten halten das für richtig. Ich denke beispielsweise, dass dies falsch ist, wenn man die Aussage generalisiert. Im reinen Rationalismus mag man zu der Aussage kommen, dass es rational ist, an Gott zu glauben. Aber das basiert auf einer falschen Epistemologie plus schlechter Philosophie. Wenn ich zwei Prämissen für wahr halte, und daraus eine logisch korrekte Schlussfolgerung ableite, ist es rational, die Schlussfolgerung zu akzeptieren, und irrational, sie zu verwerfen. Leider kann ich nicht wissen, ob die Prämissen wahr sind. Dazu benötige ich zwei weitere Argumente, aus denen sich die Prämissen jeweils als rationale Schlussfolgerung ergeben. Dazu brauche ich mindestens zwei neue Prämissen, von denen ich nicht weiß, ob sie wahr sind. Das führt zu einem unendlichen Regress von Prämissen, von denen ich nicht weiß, ob sie wahr sind oder nicht. Denn eine jede rationale Schlussfolgerung kann die Wahrheit der Prämissen nur bewahren, aber nicht beweisen. Das ist es, was viele Menschen nicht wissen. Es führt letztlich zum Münchhausen-Trilemma: https://dittmar-online.net/trilemma.html. Ich betrachte jede Philosophie, die damit nicht umgehen kann, als schlechte Philosophie. Der reine Rationalismus beruht auf dem Begründungsdenken. Innerhalb des Systems muss alles begründet werden, und das Münchhausentrilemma beweist, dass dies logisch unmöglich ist. Daher, greift man in einer Anwandlung von epistemologischer Verzweiflung, gerne zu einer Letztbegründung, nämlich Gott. Das konterkariert das Suchen nach einer Begründung. Daher ist selbst, wenn man den reinen Rationalismus voraussetzt, der Glaube an Gott irrational. Was zu beweisen war. Quote „Die Genesis erklärt nicht, wie das Universum entstanden ist; sie beantwortet die tiefere Frage, warum es überhaupt ein Universum gibt.“ Da hat jemand die Bibel nicht gelesen. In Genesis erschafft Gott die Ordnung der Welt, die zuvor nur aus Wasser bestand. Das erklärt nicht, woher dieses Wasser kam oder das Universum. Dass es vorher nichts gab, also nicht einmal Materie, finden wir erst später im NT, das damit Genesis widerspricht. Zudem erklärt das einen bekannten Umstand (es gibt das Universum) mit einem unerklärten Gott, über den man nichts wissen kann. Eine jede Erklärung basiert sinnvollerweise darauf, etwas Bekanntes zu nehmen, um damit das bisher Unbekannte zu erklären. Etwas Bekanntes (oder Unbekanntes) mit etwas Unbekanntem zu „erklären“ ist eine Pseudoerklärung. Darauf hereinzufallen, kann man nicht als rational bezeichnen, nicht einmal innerhalb der falschen (selbstwidersprüchlichen) Philosophie des rationalen Begründungsdenkens. Wir haben also eine Letztbegründung, die logisch widersprüchlich ist, und das wird dazu benutzt, eine Pseudoerklärung für eine Erklärung zu halten, die aber nichts erklärt. Keine auf einem monotheistischen Gott basierende Religion kann letztlich etwas erklären, außer für Menschen, die in diesem Zusammenhang irrational denken. Quote „Der Glaube beginnt dort, wo die Vernunft uns bis zu ihrem Äußersten geführt hat.“ Exakt. Und was finden wir jenseits der Vernunft? Unvernunft, oder synonym: Irrationalität. Der Autor bestätigt, was zu bestreiten er vorgibt. Atheisten nennt man die, die darauf nicht hereinfallen (oder Agnostiker, aber die meisten Atheisten sind beides, agnostische Atheisten). Ich weiß nicht, ob es Gott gibt oder nicht gibt, ich halte es für unwahrscheinlich. Aber die wunscherfüllende Superfee des Monotheismus gibt es ganz sicher nicht. Denn der so präsentierte Gott hat mit dem Gott einer Religion, oder einem Gott des Glaubens, nichts zu tun. Die Gläubigen reden gerne von den Grenzen der Vernunft, geben aber vor, dass diese Grenzen für sie nicht gelten, nur für alle anderen. Selbst wenn man die falsche Vorstellung, dass es diese Grenze gibt, voraussetzt, macht dies den Glauben nicht vernünftig, sondern platziert ihn jenseits dessen, was vernünftig ist. Und dann gaukelt man sich vor, dass dies vernünftig sei. Ein besseres Anzeichen für eine grassierende Irrationalität kann man kaum finden. Man kann der Vernunft jedoch keine Grenzen setzen, denn dazu müsste man wissen, wo die Vernunft endet. Das kann man jedoch nur wissen, wenn man weiß, was man nicht weiß, und das ist logisch unmöglich. Quote „Doch je mehr ich die Majestät, die Schönheit und die erstaunliche Harmonie des Kosmos betrachte, desto überzeugender erscheint mir der Glaube, dass die Schöpfung über sich selbst hinaus auf ihren Schöpfer verweist.“ Ja, aber nur, wenn man das Chaos, die Hässlichkeit, und alle schlimmen Dinge hartnäckig ignoriert. Da es sich um bewusste Ignoranz handelt, ist der Ausdruck irrational noch sehr höflich. Wenn wir also nicht übertrieben höflich sind, wäre der Ausdruck dumm angemessen. Ich werde jedoch nicht darauf bestehen, es korrekt zu bezeichnen. Und diese ganzen Argumente für Gott, die angeführt werden, halten einer genaueren Betrachtung ohnehin nicht stand. Übrigens behauptet kein Atheist, dass sich alles auf unbekannte Weise (etwa durch Zufall) selbst erschaffen hat. Das ist ein Strohmann, und man benutzt zudem den Fehler der falschen Dichotomie. Man präsentiert zwei Alternativen aus einer Fülle von Möglichkeiten und gaukelt sich und anderen vor, dass dies die beiden einzigen Möglichkeiten sind. Die eine Alternative (Gott) ist irrational, aber die andere ist noch viel schlimmer. Die schlimmere Alternative schiebt man dann den Atheisten unter, damit die eigene Position vergleichsweise rational wirkt. Drei Denkfehler zum Preis von einem, ein günstiges Angebot des reinen Irrationalismus. Sozusagen ein Über-Schnäppchen. Was ist die offizielle Position der absoluten Mehrheit aller Atheisten? Diese: WIR WISSEN ES NICHT. Ich weiß es nicht, Du weißt es nicht, niemand weiß es. Das ist zugleich die Position aller Experten für Astrophysik, also der Konsens. Es handelt sich um die einzige rational vertretbare Position. Ich kann nicht auf jeden Unsinn in dem Gefasel des Herrn Wenick eingehen, sonst wird das hier noch viel länger, und das will keiner. Zitieren
Volker Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August On 7/16/2026 at 9:55 AM, SteRo said: Es ist ganz einfach. Die Vernunft wird vom Willen beauftragt und ist deshalb entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens oder Sklavin der Sinnlichkeit. Das nennt man Voluntarismus. Es ist wahr, weil ich will, dass es wahr ist. Aber etwas ist nicht wahr, weil ich es will, jede Wahrheit muss unabhängig von meinem Willen bestehen.Voluntarismus finden wir nur in einer faktenfreien Weltsicht, also einer Weltschauung, die sich die Welt nicht anschaut. Das Wollen kann vernünftig sein oder unvernünftig, da beides möglich ist, kann es in diesem Zusammenhang nicht vernünftig sein. Man will das Unvernünftige, kann sich das aber nicht eingestehen. Zitieren
SteRo Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August vor einer Stunde schrieb Volker: TL;DR: In einem konfusen Artikel setzt Herr Wenick dazu an, zu bestreiten, dass der Glauben an Gott irrational sei, und beweist dabei, dass genau das wahr ist, was er bestreitet. Dazu benutzt er bereits tausendmal widerlegte Argumente und häuft Denkfehler an, dass es eine Sau graust. In der Fußballersprache: Er führt das Kunststück eines Fallrückziehers vor, bei dem der Ball ihm zuerst in die Fresse knallt, und dann im eigenen Tor landet. Darf man das als Balla-Balla bezeichnen? In dem Artikel von Steve Wenick finden wir die üblichen Konfusionen. Zunächst: Atheismus ist nicht der Glaube, dass es keinen Gott gibt. Sondern es ist die Aussage, dass ich als Atheist nicht an Gott glaube, speziell nicht an den, an den Monotheisten glauben. Die einzige Behauptung, die ich als Atheist aufstelle, ist diese: Ich glaube nicht an Gott. Diese Aussage ist genau dann wahr, wenn ich tatsächlich nicht an Gott glaube. Das ist unabhängig von der Existenz Gottes und selbst dann wahr, wenn Gott existieren sollte. Um meinen Atheismus zu widerlegen, müsste man beweisen, dass ich heimlich doch an Gott glaube. Die zweite Aussage ist die: Der Glaube an Gott ist irrational. Nicht alle Atheisten halten das für richtig. Ich denke beispielsweise, dass dies falsch ist, wenn man die Aussage generalisiert. Im reinen Rationalismus mag man zu der Aussage kommen, dass es rational ist, an Gott zu glauben. Aber das basiert auf einer falschen Epistemologie plus schlechter Philosophie. Wenn ich zwei Prämissen für wahr halte, und daraus eine logisch korrekte Schlussfolgerung ableite, ist es rational, die Schlussfolgerung zu akzeptieren, und irrational, sie zu verwerfen. Leider kann ich nicht wissen, ob die Prämissen wahr sind. Dazu benötige ich zwei weitere Argumente, aus denen sich die Prämissen jeweils als rationale Schlussfolgerung ergeben. Dazu brauche ich mindestens zwei neue Prämissen, von denen ich nicht weiß, ob sie wahr sind. Das führt zu einem unendlichen Regress von Prämissen, von denen ich nicht weiß, ob sie wahr sind oder nicht. Denn eine jede rationale Schlussfolgerung kann die Wahrheit der Prämissen nur bewahren, aber nicht beweisen. Das ist es, was viele Menschen nicht wissen. Es führt letztlich zum Münchhausen-Trilemma: https://dittmar-online.net/trilemma.html. Ich betrachte jede Philosophie, die damit nicht umgehen kann, als schlechte Philosophie. Der reine Rationalismus beruht auf dem Begründungsdenken. Innerhalb des Systems muss alles begründet werden, und das Münchhausentrilemma beweist, dass dies logisch unmöglich ist. Daher, greift man in einer Anwandlung von epistemologischer Verzweiflung, gerne zu einer Letztbegründung, nämlich Gott. Das konterkariert das Suchen nach einer Begründung. Daher ist selbst, wenn man den reinen Rationalismus voraussetzt, der Glaube an Gott irrational. Was zu beweisen war. Da hat jemand die Bibel nicht gelesen. In Genesis erschafft Gott die Ordnung der Welt, die zuvor nur aus Wasser bestand. Das erklärt nicht, woher dieses Wasser kam oder das Universum. Dass es vorher nichts gab, also nicht einmal Materie, finden wir erst später im NT, das damit Genesis widerspricht. Zudem erklärt das einen bekannten Umstand (es gibt das Universum) mit einem unerklärten Gott, über den man nichts wissen kann. Eine jede Erklärung basiert sinnvollerweise darauf, etwas Bekanntes zu nehmen, um damit das bisher Unbekannte zu erklären. Etwas Bekanntes (oder Unbekanntes) mit etwas Unbekanntem zu „erklären“ ist eine Pseudoerklärung. Darauf hereinzufallen, kann man nicht als rational bezeichnen, nicht einmal innerhalb der falschen (selbstwidersprüchlichen) Philosophie des rationalen Begründungsdenkens. Wir haben also eine Letztbegründung, die logisch widersprüchlich ist, und das wird dazu benutzt, eine Pseudoerklärung für eine Erklärung zu halten, die aber nichts erklärt. Keine auf einem monotheistischen Gott basierende Religion kann letztlich etwas erklären, außer für Menschen, die in diesem Zusammenhang irrational denken. Exakt. Und was finden wir jenseits der Vernunft? Unvernunft, oder synonym: Irrationalität. Der Autor bestätigt, was zu bestreiten er vorgibt. Atheisten nennt man die, die darauf nicht hereinfallen (oder Agnostiker, aber die meisten Atheisten sind beides, agnostische Atheisten). Ich weiß nicht, ob es Gott gibt oder nicht gibt, ich halte es für unwahrscheinlich. Aber die wunscherfüllende Superfee des Monotheismus gibt es ganz sicher nicht. Denn der so präsentierte Gott hat mit dem Gott einer Religion, oder einem Gott des Glaubens, nichts zu tun. Die Gläubigen reden gerne von den Grenzen der Vernunft, geben aber vor, dass diese Grenzen für sie nicht gelten, nur für alle anderen. Selbst wenn man die falsche Vorstellung, dass es diese Grenze gibt, voraussetzt, macht dies den Glauben nicht vernünftig, sondern platziert ihn jenseits dessen, was vernünftig ist. Und dann gaukelt man sich vor, dass dies vernünftig sei. Ein besseres Anzeichen für eine grassierende Irrationalität kann man kaum finden. Man kann der Vernunft jedoch keine Grenzen setzen, denn dazu müsste man wissen, wo die Vernunft endet. Das kann man jedoch nur wissen, wenn man weiß, was man nicht weiß, und das ist logisch unmöglich. Ja, aber nur, wenn man das Chaos, die Hässlichkeit, und alle schlimmen Dinge hartnäckig ignoriert. Da es sich um bewusste Ignoranz handelt, ist der Ausdruck irrational noch sehr höflich. Wenn wir also nicht übertrieben höflich sind, wäre der Ausdruck dumm angemessen. Ich werde jedoch nicht darauf bestehen, es korrekt zu bezeichnen. Und diese ganzen Argumente für Gott, die angeführt werden, halten einer genaueren Betrachtung ohnehin nicht stand. Übrigens behauptet kein Atheist, dass sich alles auf unbekannte Weise (etwa durch Zufall) selbst erschaffen hat. Das ist ein Strohmann, und man benutzt zudem den Fehler der falschen Dichotomie. Man präsentiert zwei Alternativen aus einer Fülle von Möglichkeiten und gaukelt sich und anderen vor, dass dies die beiden einzigen Möglichkeiten sind. Die eine Alternative (Gott) ist irrational, aber die andere ist noch viel schlimmer. Die schlimmere Alternative schiebt man dann den Atheisten unter, damit die eigene Position vergleichsweise rational wirkt. Drei Denkfehler zum Preis von einem, ein günstiges Angebot des reinen Irrationalismus. Sozusagen ein Über-Schnäppchen. Was ist die offizielle Position der absoluten Mehrheit aller Atheisten? Diese: WIR WISSEN ES NICHT. Ich weiß es nicht, Du weißt es nicht, niemand weiß es. Das ist zugleich die Position aller Experten für Astrophysik, also der Konsens. Es handelt sich um die einzige rational vertretbare Position. Ich kann nicht auf jeden Unsinn in dem Gefasel des Herrn Wenick eingehen, sonst wird das hier noch viel länger, und das will keiner. Als gläubiger Mensch (mit skeptischer Vergangenheit) möchte ich dir für diese Darlegung danken. Zitieren
SteRo Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August (bearbeitet) vor einer Stunde schrieb Volker: Das nennt man Voluntarismus. Es ist wahr, weil ich will, dass es wahr ist. Aber etwas ist nicht wahr, weil ich es will, jede Wahrheit muss unabhängig von meinem Willen bestehen.Voluntarismus finden wir nur in einer faktenfreien Weltsicht, also einer Weltschauung, die sich die Welt nicht anschaut. Das Wollen kann vernünftig sein oder unvernünftig, da beides möglich ist, kann es in diesem Zusammenhang nicht vernünftig sein. Man will das Unvernünftige, kann sich das aber nicht eingestehen. Da missverstehst du meine Worte. Du missverstehst sie notwendigerweise, weil du deinem Denksystem anhängst. Denn wenn ich sage "Es ist ganz einfach. Die Vernunft wird vom Willen beauftragt und ist deshalb entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens oder Sklavin der Sinnlichkeit." dann trifft Zweites (Vernunft als Hure des Unglaubens) genau deine Anwendung deines Vernunftvermögens. Denn du gibst doch ganz offen zu, dass du nicht glaubst, weil du nicht weißt. Für dich ist der Glaube um den es hier geht also mit Wissen verbunden, für mich nicht. Ich behaupte nicht etwa zu glauben, weil ich weiß, sondern ich behaupte zu glauben, obwohl ich nicht weiß (aber nur in dem Kontext hier, nicht in alltäglichen Kontexten in denen "glauben" und "wissen" uU ein ganz andere Bedeutung haben). Auch das Wort "Wahrheit" verwendest du vermutlich in einem eingeschränkten Sinne, nämlich exklusiv bzgl. Wissen. Ich kenne aber auch sog. "[Glaubens-]Wahrheiten".. Indem ich - ganz im Sinne es lieben Thomas - den Glauben als Basis verwende, auf dem ich mein Vernunftvermögen anwende, ist meine Vernunft Dienerin des Glaubens. Das natürlich ist eine Willensenscheidung, zu welcher mein Wille in gewisser Weise bewegt wurde. bearbeitet 4. August von SteRo Zitieren
Volker Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August 1 hour ago, SteRo said: Da missverstehst du meine Worte. Du missverstehst sie notwendigerweise, weil du deinem Denksystem anhängst. Denn wenn ich sage "Es ist ganz einfach. Die Vernunft wird vom Willen beauftragt und ist deshalb entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens oder Sklavin der Sinnlichkeit." dann trifft Zweites (Vernunft als Hure des Unglaubens) genau deine Anwendung deines Vernunftvermögens. Denn du gibst doch ganz offen zu, dass du nicht glaubst, weil du nicht weißt. Für dich ist der Glaube um den es hier geht also mit Wissen verbunden, für mich nicht. Ich behaupte nicht etwa zu glauben, weil ich weiß, sondern ich behaupte zu glauben, obwohl ich nicht weiß (aber nur in dem Kontext hier, nicht in alltäglichen Kontexten in denen "glauben" und "wissen" uU ein ganz andere Bedeutung haben). Auch das Wort "Wahrheit" verwendest du vermutlich in einem eingeschränkten Sinne, nämlich exklusiv bzgl. Wissen. Ich kenne aber auch sog. "[Glaubens-]Wahrheiten".. Indem ich - ganz im Sinne es lieben Thomas - den Glauben als Basis verwende, auf dem ich mein Vernunftvermögen anwende, ist meine Vernunft Dienerin des Glaubens. Das natürlich ist eine Willensenscheidung, zu welcher mein Wille in gewisser Weise bewegt wurde. Es gibt keine Glaubenswahrheiten. Das ist ein in sich widersprüchlicher Begriff. Wahrheit wird im Alltag, in der Wissenschaft und der Philosophie als Übereinstimmung einer Behauptung mit den Tatsachen definiert. Das nennt man die Korrespondenztheorie der Wahrheit. Glauben bezieht sich entweder nicht auf Tatsachen, oder auf eine selektive Auswahl von Tatsachen, die Wurzel allen Aberglaubens (man zählt die Treffer und ignoriert die Fehlschläge). Es ist irrational, zu meinen, bloß weil man etwas glaubt, sei es auch wahr. Da existiert kein logischer, kausaler, oder statistischer Zusammenhang zwischen den beiden Aussagen „Ich glaube, dass X wahr ist“ und „X ist wahr“. Es sei denn, man findet faktenbasierte logische Argumente für X, die besser sind als alles, was dagegen spricht. Erst dann hat man einen relativen Zusammenhang zwischen Glauben und Wahrheit hergestellt. Ohne das kann man beliebig an alles und sein Gegenteil glauben, manchmal sogar beides. Letzteres ist geistig nicht gesund. Es nützt auch nicht, zu wollen, dass es wahr ist. Nehmen wir ein Beispiel, etwa den Glauben an Gott: Monotheisten glauben, dass Gott ursächlich für alles, was existiert, verantwortlich ist. Nur um dann zu bestreiten, dass Gott damit auch verantwortlich ist für die Übel der Welt (bei Menschen handhabt man es umgekehrt). Damit erhält man den Trost, dass Gott auf unbekannte Weise eine bessere Welt, ohne alle Übel, für die Menschen bereithält, die den ganzen Unsinn glauben. Wenn er das hätte können und wollen, dann hätte er es gleich so machen können, ohne den Umweg einer leidensvollen Welt. Aber Hoffnung und Wünsche sind große Verführer. Diese würden in einer besseren Welt als dieser übrigens nicht existieren, ihre Existenz alleine ist ein Beweis dafür, dass die Welt voller Übel ist. Deren Existenz wird dann wiederum bestritten, oder dass Gott die Ursache dafür ist, obwohl er doch die Ursache für alles ist. Man kann so viel wollen, wie man will, wahr wird es dadurch nicht. Man muss dann Wahrheit auf andere Art definieren, aber damit hat man sich eine Reihe weiterer Probleme eingehandelt. Das hat nichts mit meiner Weltsicht zu tun, sondern ist unabhängig davon. Darauf häuft man dann weiteren Unsinn. Warum, beispielsweise, fällt es Christen nicht auf, dass laut Evangelien (sofern man denen traut) Jesus seine Auferstehung seinen Anhängern ankündigt, und diese gehen dann nach seinem Tod wieder fischen? Hätte man die drei Tage bis zu seiner Auferstehung nicht am Grab warten können? Wieso nehmen die Frauen Substanzen zu seinem Grab mit, mit denen man einen Leichnam behandelt, und sind dann überrascht, dass Jesus, wie angekündigt, wieder auferstanden ist? Jesus soll doch angeblich so viele Wunder begangen haben, da müsste man doch damit rechnen, dass er auch auferstehen kann. Das alles ergibt überhaupt keinen Sinn, ist aber die Basis für viele dieser sogenannten „Glaubenswahrheiten“. Was man damit lediglich beweist, ist die Tatsache, dass man bereit ist, jeden Unsinn zu glauben, er muss bloß Trost spenden. Man kann das nur erklären mit einer zutiefst korrumpierten Weltsicht. Gläubige sollten aufhören, ihren Glauben an Gott und anderen Unsinn als rational auszugeben. Religiöser Glauben ist per se irrational, und daran kann man nichts ändern. Oh, natürlich kann man dann fälschlicherweise glauben, es sei rational, und das erklärt alles. Aber wenn man einmal den Irrsinn durchschaut, den der religiöse Glaube darstellt, kann man kaum zurück, außer durch eine Lobotomie. Man kann das auch nicht auf die Weltsicht der Atheisten zurückführen, weil es unabhängig davon ist. Das ist genau der Umstand, der mich und andere zum Atheismus gebracht hat, als wir noch eine volltheistische Weltsicht hatten. Ich glaube nicht, weil ich es nicht weiß, sondern weil ich es besser weiß. Der religiöse Glaube ist die Hure der reinen Unvernunft. Man kann sich das schönreden oder schönsaufen, nur vertrage ich so viel Alkohol nicht. Zitieren
SteRo Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August vor einer Stunde schrieb Volker: Es gibt keine Glaubenswahrheiten. Das ist ein in sich widersprüchlicher Begriff. Wahrheit wird im Alltag, in der Wissenschaft und der Philosophie als Übereinstimmung einer Behauptung mit den Tatsachen definiert. Das nennt man die Korrespondenztheorie der Wahrheit. Glauben bezieht sich entweder nicht auf Tatsachen, oder auf eine selektive Auswahl von Tatsachen, die Wurzel allen Aberglaubens (man zählt die Treffer und ignoriert die Fehlschläge). Es ist irrational, zu meinen, bloß weil man etwas glaubt, sei es auch wahr. Da existiert kein logischer, kausaler, oder statistischer Zusammenhang zwischen den beiden Aussagen „Ich glaube, dass X wahr ist“ und „X ist wahr“. Es sei denn, man findet faktenbasierte logische Argumente für X, die besser sind als alles, was dagegen spricht. Erst dann hat man einen relativen Zusammenhang zwischen Glauben und Wahrheit hergestellt. Ohne das kann man beliebig an alles und sein Gegenteil glauben, manchmal sogar beides. Letzteres ist geistig nicht gesund. Es nützt auch nicht, zu wollen, dass es wahr ist. Nehmen wir ein Beispiel, etwa den Glauben an Gott: Monotheisten glauben, dass Gott ursächlich für alles, was existiert, verantwortlich ist. Nur um dann zu bestreiten, dass Gott damit auch verantwortlich ist für die Übel der Welt (bei Menschen handhabt man es umgekehrt). Damit erhält man den Trost, dass Gott auf unbekannte Weise eine bessere Welt, ohne alle Übel, für die Menschen bereithält, die den ganzen Unsinn glauben. Wenn er das hätte können und wollen, dann hätte er es gleich so machen können, ohne den Umweg einer leidensvollen Welt. Aber Hoffnung und Wünsche sind große Verführer. Diese würden in einer besseren Welt als dieser übrigens nicht existieren, ihre Existenz alleine ist ein Beweis dafür, dass die Welt voller Übel ist. Deren Existenz wird dann wiederum bestritten, oder dass Gott die Ursache dafür ist, obwohl er doch die Ursache für alles ist. Man kann so viel wollen, wie man will, wahr wird es dadurch nicht. Man muss dann Wahrheit auf andere Art definieren, aber damit hat man sich eine Reihe weiterer Probleme eingehandelt. Das hat nichts mit meiner Weltsicht zu tun, sondern ist unabhängig davon. Darauf häuft man dann weiteren Unsinn. Warum, beispielsweise, fällt es Christen nicht auf, dass laut Evangelien (sofern man denen traut) Jesus seine Auferstehung seinen Anhängern ankündigt, und diese gehen dann nach seinem Tod wieder fischen? Hätte man die drei Tage bis zu seiner Auferstehung nicht am Grab warten können? Wieso nehmen die Frauen Substanzen zu seinem Grab mit, mit denen man einen Leichnam behandelt, und sind dann überrascht, dass Jesus, wie angekündigt, wieder auferstanden ist? Jesus soll doch angeblich so viele Wunder begangen haben, da müsste man doch damit rechnen, dass er auch auferstehen kann. Das alles ergibt überhaupt keinen Sinn, ist aber die Basis für viele dieser sogenannten „Glaubenswahrheiten“. Was man damit lediglich beweist, ist die Tatsache, dass man bereit ist, jeden Unsinn zu glauben, er muss bloß Trost spenden. Man kann das nur erklären mit einer zutiefst korrumpierten Weltsicht. Gläubige sollten aufhören, ihren Glauben an Gott und anderen Unsinn als rational auszugeben. Religiöser Glauben ist per se irrational, und daran kann man nichts ändern. Oh, natürlich kann man dann fälschlicherweise glauben, es sei rational, und das erklärt alles. Aber wenn man einmal den Irrsinn durchschaut, den der religiöse Glaube darstellt, kann man kaum zurück, außer durch eine Lobotomie. Man kann das auch nicht auf die Weltsicht der Atheisten zurückführen, weil es unabhängig davon ist. Das ist genau der Umstand, der mich und andere zum Atheismus gebracht hat, als wir noch eine volltheistische Weltsicht hatten. Ich glaube nicht, weil ich es nicht weiß, sondern weil ich es besser weiß. Der religiöse Glaube ist die Hure der reinen Unvernunft. Man kann sich das schönreden oder schönsaufen, nur vertrage ich so viel Alkohol nicht. Schau, oben hast du geschrieben: vor 4 Stunden schrieb Volker: Aber das [Anm.: die Ansicht einer anderen Philosophie] basiert auf einer falschen Epistemologie plus schlechter Philosophie. damit drückst du genau das aus: meine Epistemologie und Philosophie sind die richtigen. Das ist dir unbenommen. Für deinen Unglauben scheinst du dir tatsächlich die erforderliche Epistemologie und Philosophie herausgesucht bzw konstruiert zu haben. Und entlang diesen Linien arbeitet dann deine Vernunft. JPII hat irgendwo in fides et ratio geschrieben, dass die Kirche die richtige Philosophie gewählt hat. Hat sie auch. Für den Glauben hat sie genau die richtige Philosophie gewählt. Du siehst: für den Unglauben deine Philosophie, für den Glauben die Philosophie der Kirche. Und entlang den entsprechenden Linien denkend ist die Vernunft entweder Hure des Unglaubens oder Dienerin des Glaubens. Was man wählt ist eine Willensenscheidung. Sowohl in deinem Fall wie auch im Falle der Kirche. Und "Glaubenswahrheit" ist nur für dich und deinesgleichen ein widersprüchlicher Begriff, weil ihr Wahrheit als exklusive Dömäne von Wissen willkürlich festlegt. Lass es mich also so sagen: es gibt Wissenswahrheiten und Glaubenswahrheiten. Da besteht keinerlei Konkurrenz zwischen denen, so dass ich sagen kann: es ist (glaubens-)wahr, dass Gott existiert, es ist aber nicht (wissens-)wahr, weil ich keine allgemeingültige objektive Evidenz präsentieren kann aus der für jeden gültig, unabhängig von seinem Glauben, auf Gottes Existenz geschlossen werden kann. Ich hab auch die richtige Epistemologie zur Hand, welche beinhaltet, dass das Licht des Glaubens Dinge wahrnehmen kann, welche dem natürlichen Licht der Vernunft nicht zugänglich sind. Du siehst, dass dein Denksystem und mein (theologisches) Denksystem, inkompatibel sind. Du enscheidest dich für deines und ich mich für meines. Wenn wir beide als Naturwissenschaftler zusammen arbeiten müssten, dann würde wir uns - wenigstens für die Zeit unserer Zusammenarbeit - für das Denksystem der Naturwissenschaft entscheiden. Zitieren
Volker Geschrieben 4. August Melden Geschrieben 4. August 1 hour ago, SteRo said: Du siehst, dass dein Denksystem und mein (theologisches) Denksystem, inkompatibel sind. Du enscheidest dich für deines und ich mich für meines. Wenn wir beide als Naturwissenschaftler zusammen arbeiten müssten, dann würde wir uns - wenigstens für die Zeit unserer Zusammenarbeit - für das Denksystem der Naturwissenschaft entscheiden. Wenn zwei Aussagen sich widersprechen, kann nur eine davon wahr sein (genauer gesagt in meinem System: der Wahrheit näher kommen). Oder, um Fides et Ratio zu zitieren: Wahres kann Wahrem nicht widersprechen. Wenn also zwei Denksysteme zu widersprüchlichen Aussagen führen, kann nur eines davon richtig sein, nicht beide. Du entscheidest Dich willkürlich für ein Denksystem, weil es Deine Wunschvorstellungen besser widerspiegelt. Diesen „Luxus“ habe ich mir nicht erlaubt. Selbstverständlich wünsche ich es mir auch, ewig zu leben, ich sehe aber keinen rationalen Grund, das zu glauben. Ich bin nicht so unbescheiden, zu denken, ich hätte es aus einem unbekannten Grund verdient, ewig zu leben. Ich kann mich nicht dazu entschließen, an ewiges Leben zu glauben, nur weil ich darauf hoffe, dies sei der Fall. Du tust so, als ob Wahrheit das Resultat einer willentlichen (also willkürlichen) Entscheidung sei. Das kann nicht sein. Du siehst auch nicht, dass Deine Entscheidungen von Wunschdenken geprägt werden, nicht von Fakten. Wenn man Wahrheit umdefiniert, sich dann willkürlich entscheidet, um darauf zu vertrauen, dass man dann auf magische Weise das Richtige glaubt, dann wird man leicht das Opfer einer Ideologie (einer falschen Denkweise, verkürzt gesagt). Das ist willkürlich und führt zu beliebigen Ergebnissen, von denen die bevorzugt werden, die von den eigenen Wünschen diktiert werden. Beliebigkeit ist ein Synonym der Begriffe Unvernunft oder Irrationalität. So einfach ist das nicht, es erfordert aber ein Denken, bei dem man einsieht, dass keine Wahrheit das Resultat von Glaubensentscheidungen sein kann. Die Erde ist annähernd eine Kugel, daran ändert die Entscheidung, sie als flach anzusehen, nichts. Aber wenn man glaubt, dass man sich für die Wahrheit entscheiden kann, sieht die Sache ganz anders aus (aber das glauben nicht einmal Flacherdler). Oder, anderes Experiment: Besteige das Dach eines möglichst hohen Hochhauses. Tritt an den Rand und entscheide Dich für Folgendes: Schwerkraft ist eine Illusion. Wenn ich über den Rand trete, wird mir nichts passieren, denn ich glaube fest daran, dass ich nicht abstürzen und sterben werde. Kannst Du dann über den Rand treten in der Hoffnung, dass tatsächlich nichts Schlimmes passieren wird? Ich wette, das klappt nicht. Warum? Weil Menschen, die sich entschieden haben, das zu glauben, sicher schnell zu Tode gekommen sind und daher weniger wahrscheinlich zu unseren Vorfahren gehört haben. Wir haben das Wissen geerbt (über unsere Gene), dass es falsch ist, das zu glauben, und unser Gehirn schützt uns vor dieser Vorstellung. Der Glaube an Gott, wenngleich er falsch ist, führt nicht zu solchen dramatischen Konsequenzen wie in dem Beispiel mit dem Hochhaus. Deswegen die Illusion, wir könnten uns entscheiden, dergleichen zu glauben. Weil das unseren Wunsch, zu leben, nicht beeinträchtigt, ihn sogar bestärkt. Allerdings kann es zu der Illusion führen, dass man sein Leben aufgrund seines Glaubens opfern kann. Das ist es, was die Islamisten den Selbstmordattentätern einreden. Im Christentum wurde dies durch die Märchen über die ersten Märtyrer initiiert. Daher kann auch ein falscher Glaube zum Tod führen. Aus Sicht eines Katholiken sind die Muslime hier im Irrtum. Was sie übersehen, ist, dass dies auch historisch eine Konsequenz desselben Denksystems ist. Falscher Glauben kann zu falschen Entscheidungen führen (es sei denn, man wolle Suizid begehen). Das geht sonst nur über einen Irrtum. Es gibt kein falsches Wissen. Sobald sich etwas, von dem man denkt, dass man es wusste, als falsch herausstellt, nennt man das einen Irrtum und kein Wissen. Man kann nichts Falsches wissen, aber man kann etwas Falsches glauben und denken, das sei sogar dem Wissen überlegen. Aber das nennt man einen Irrtum, und es ist nichts anderes. Irren ist menschlich. Wenn Dir also jemand einredet, dass es Deine Entscheidung sei, zu glauben, dass Jesus auferstanden ist, dann will derjenige Dich zu einem Irrtum verleiten. Leichtgläubig nennt man die, die darauf hereinfallen. Man kann sich entscheiden, der Wahrheit zu folgen, wohin immer sie einen auch führen mag, ungeachtet der wahrscheinlich unerwünschten Konsequenzen. Oder man kann seinem Wunschdenken nachgeben. In dieser Hinsicht handelt es sich tatsächlich um eine Entscheidung. Das nährt die Illusion, man könne sich für die Wahrheit entscheiden. Aber genau das kann man nicht, weder in dem einen noch in dem anderen Denksystem. Diese Entscheidung findet nämlich statt, bevor man weiß, was wahr ist. Sie beeinflusst, was man für wahr hält, aber niemals das, was wahr ist. Zitieren
SteRo Geschrieben 5. August Melden Geschrieben 5. August (bearbeitet) vor 18 Stunden schrieb Volker: Wenn zwei Aussagen sich widersprechen, kann nur eine davon wahr sein (genauer gesagt in meinem System: der Wahrheit näher kommen). Oder, um Fides et Ratio zu zitieren: Wahres kann Wahrem nicht widersprechen. Wenn also zwei Denksysteme zu widersprüchlichen Aussagen führen, kann nur eines davon richtig sein, nicht beide. Genau, Wahres kann Wahrem nicht widersprechen. Da stimme ich vollkommen überein. Wo du falsch liegst ist das mit zwei unterschiedlichen Denksystemen. Warum? Weil unterschiedliche Denksysteme unterschiedliche Prämissen verwenden. Wenn du also auf absolute Wahrheit abziehlst, dann muss ich dich auf Gott verweisen. vor 18 Stunden schrieb Volker: Du entscheidest Dich willkürlich für ein Denksystem, weil es Deine Wunschvorstellungen besser widerspiegelt. Diesen „Luxus“ habe ich mir nicht erlaubt. Selbstverständlich wünsche ich es mir auch, ewig zu leben, ich sehe aber keinen rationalen Grund, das zu glauben. Ich bin nicht so unbescheiden, zu denken, ich hätte es aus einem unbekannten Grund verdient, ewig zu leben. Ich kann mich nicht dazu entschließen, an ewiges Leben zu glauben, nur weil ich darauf hoffe, dies sei der Fall. Lüg dir doch nicht selbst in die Tasche. Du entscheidest dich für deine Philosophie und Epistemologie, weil es "Deine Wunschvorstellungen besser widerspiegelt". Was ist dein Wunsch und dein Wollen? Du selbst, dein Selbst. Was ist mein Wunsch und mein Wollen? Gott, nicht ich selbst. Das mit dem "ewigen Leben" können wir hier beiseite lassen, weil das Wollen desselben schwerlich von Selbstliebe (Wollen des Selbst) zu unterscheiden ist. Aber es ist verständlich, dass alle die sich selbst vor Gott bevorzugen, dieses "ewige Leben" als Hauptmotiv der Gläubigen betrachten. vor 18 Stunden schrieb Volker: Du tust so, als ob Wahrheit das Resultat einer willentlichen (also willkürlichen) Entscheidung sei. Das kann nicht sein. Du siehst auch nicht, dass Deine Entscheidungen von Wunschdenken geprägt werden, nicht von Fakten. Wenn man Wahrheit umdefiniert, sich dann willkürlich entscheidet, um darauf zu vertrauen, dass man dann auf magische Weise das Richtige glaubt, dann wird man leicht das Opfer einer Ideologie (einer falschen Denkweise, verkürzt gesagt). Das ist willkürlich und führt zu beliebigen Ergebnissen, von denen die bevorzugt werden, die von den eigenen Wünschen diktiert werden. Beliebigkeit ist ein Synonym der Begriffe Unvernunft oder Irrationalität. So einfach ist das nicht, es erfordert aber ein Denken, bei dem man einsieht, dass keine Wahrheit das Resultat von Glaubensentscheidungen sein kann. Die Erde ist annähernd eine Kugel, daran ändert die Entscheidung, sie als flach anzusehen, nichts. Aber wenn man glaubt, dass man sich für die Wahrheit entscheiden kann, sieht die Sache ganz anders aus (aber das glauben nicht einmal Flacherdler). Oder, anderes Experiment: Besteige das Dach eines möglichst hohen Hochhauses. Tritt an den Rand und entscheide Dich für Folgendes: Schwerkraft ist eine Illusion. Wenn ich über den Rand trete, wird mir nichts passieren, denn ich glaube fest daran, dass ich nicht abstürzen und sterben werde. Kannst Du dann über den Rand treten in der Hoffnung, dass tatsächlich nichts Schlimmes passieren wird? Ich wette, das klappt nicht. Warum? Weil Menschen, die sich entschieden haben, das zu glauben, sicher schnell zu Tode gekommen sind und daher weniger wahrscheinlich zu unseren Vorfahren gehört haben. Wir haben das Wissen geerbt (über unsere Gene), dass es falsch ist, das zu glauben, und unser Gehirn schützt uns vor dieser Vorstellung. Der Glaube an Gott, wenngleich er falsch ist, führt nicht zu solchen dramatischen Konsequenzen wie in dem Beispiel mit dem Hochhaus. Deswegen die Illusion, wir könnten uns entscheiden, dergleichen zu glauben. Weil das unseren Wunsch, zu leben, nicht beeinträchtigt, ihn sogar bestärkt. Allerdings kann es zu der Illusion führen, dass man sein Leben aufgrund seines Glaubens opfern kann. Das ist es, was die Islamisten den Selbstmordattentätern einreden. Im Christentum wurde dies durch die Märchen über die ersten Märtyrer initiiert. Daher kann auch ein falscher Glaube zum Tod führen. Aus Sicht eines Katholiken sind die Muslime hier im Irrtum. Was sie übersehen, ist, dass dies auch historisch eine Konsequenz desselben Denksystems ist. Falscher Glauben kann zu falschen Entscheidungen führen (es sei denn, man wolle Suizid begehen). Das geht sonst nur über einen Irrtum. Es gibt kein falsches Wissen. Sobald sich etwas, von dem man denkt, dass man es wusste, als falsch herausstellt, nennt man das einen Irrtum und kein Wissen. Man kann nichts Falsches wissen, aber man kann etwas Falsches glauben und denken, das sei sogar dem Wissen überlegen. Aber das nennt man einen Irrtum, und es ist nichts anderes. Irren ist menschlich. Wenn Dir also jemand einredet, dass es Deine Entscheidung sei, zu glauben, dass Jesus auferstanden ist, dann will derjenige Dich zu einem Irrtum verleiten. Leichtgläubig nennt man die, die darauf hereinfallen. Man kann sich entscheiden, der Wahrheit zu folgen, wohin immer sie einen auch führen mag, ungeachtet der wahrscheinlich unerwünschten Konsequenzen. Oder man kann seinem Wunschdenken nachgeben. In dieser Hinsicht handelt es sich tatsächlich um eine Entscheidung. Das nährt die Illusion, man könne sich für die Wahrheit entscheiden. Aber genau das kann man nicht, weder in dem einen noch in dem anderen Denksystem. Diese Entscheidung findet nämlich statt, bevor man weiß, was wahr ist. Sie beeinflusst, was man für wahr hält, aber niemals das, was wahr ist. Ich habe gesagt, dass das Denksystem (Philosophie, Epistemologie) welches man auswählt Resultat einer Willenentscheidung ist, abgesehen von den Fällen in denen man entsprechend (durch Erziehung oder Kultur) konditioniert wurde. Ich habe nicht von Wahrheit gesagt, dass sie Resultat einer Willenentscheidung wären. Aber im Kontext des ausgewählten Denksystems mit seinen jeweils letztendlich unbegründeten und unbegründbaren Prämissen kommt es mittels der angeborenen Prinzipien der natürlichen Vernunft dann natürlich auch zu unterschiedlichen Wahrheiten mittels Schlussfolgerungen. Die Vernunft weiß zwar, dass etwas nicht simultan sein und nicht sein kann, aber was bzgl. der Prämissen ist, das legt das Denksystem fest und das kann bei oberflächlichem Denken rasch übersehen werden. Die Wahrheiten der Menschen sind demnach immer dann relativ, wenn sie über das sinnlich Wahrnehmbare hinausgehen und dabei nicht von Gott bestätigt werden. Aber wir sollten hier nicht in eine der zahllosen Konversationen abschweifen, die bei keinem geteilten Ergebnis anlagen können Ich will und kann dich zu nichts überreden und umgekehrt ist das ebenso. Die Fallstricke und Selbsttäuschungen der menschlichen Vernunft beim Versuch der rationalen Begründung von Behauptungen über Dinge, die sich der sinnlichen Wahrnehmung entziehen, hast du in deinem ersten Beitrag oben ja sehr schön dargelegt und da stimm ich dir ja weitestgehend zu. Du gehst nur zu weit, indem du festlegst: weil etwas das sinnlich nicht wahrnehmbar ist (zB Gott), sich nicht rational begründen lässt, deshalb ist der Glaube daran notwendigerweise auch irrational. Denn wenn sich etwas weder beweisen noch widerlegen lässt (zB Gott), dann kann es dennoch vernünftige Gründe geben, daran zu glauben. Diese Gründe haben mit Glaubwürdigkeit zu tun. Glaubwürdig kann etwas auch dann sein, wenn es nicht gewußt werden kann. Anmerkung: "nicht rational begründbar" meint hier, dass keine logische Schlussfolgerung möglich ist, welche auf allgemeingültiger objektiver Evidenz beruht (der also die Vernunft ganz natürlich zustimmen würde). Innerhalb eines geeigneten Denksystems sind "nicht rational begründbare" Dinge (zB Gott) jedoch aufgrund der Prämissen des Denksystems schon rational begründbar. bearbeitet 5. August von SteRo Zitieren
Volker Geschrieben 5. August Melden Geschrieben 5. August 5 hours ago, SteRo said: Genau, Wahres kann Wahrem nicht widersprechen. Da stimme ich vollkommen überein. Wo du falsch liegst ist das mit zwei unterschiedlichen Denksystemen. Warum? Weil unterschiedliche Denksysteme unterschiedliche Prämissen verwenden. Wenn du also auf absolute Wahrheit abziehlst, dann muss ich dich auf Gott verweisen. Ich ziele nicht auf absolute Wahrheit ab. Es mag diese geben, aber auch wenn wir sie gefunden haben, können wir nicht wissen, dass wir sie gefunden haben. Das liegt einerseits am Münchhausentrilemma, anderseits daran, dass wir über kein Wahrheitskriterium verfügen. Dogmatismus, wie im Monotheismus, mit einem leeren und sinnfreien Bezug zu Gott, ist kein Ausweg aus dem Trilemma und ersetzt auch kein fehlendes Wahrheitskriterium. Gott ist keine Prämisse. Auch wenn man direkten Zugriff auf sein Wissen hätte – was niemand haben kann –, wüssten wir weiterhin nicht, was davon wahr ist. Das ist wieder ein Ausfluss schlechter, ungenügender Philosophie. Dogmatismus ist die Behauptung, dass man die Wahrheit kennt, bevor man sie kennen kann. Da es keine Letztbegründungen gibt, was mit dem Münchhausentrilemma strikt logisch bewiesen wurde, ist der Bezug auf Gott purer Unsinn. Quote Lüg dir doch nicht selbst in die Tasche. Du entscheidest dich für deine Philosophie und Epistemologie, weil es "Deine Wunschvorstellungen besser widerspiegelt". Was ist dein Wunsch und dein Wollen? Du selbst, dein Selbst. Was ist mein Wunsch und mein Wollen? Gott, nicht ich selbst. Falsch. Da will wieder jemand besser wissen, was ich will, als ich selbst. Ich will die Wahrheit wissen, so gut es möglich ist. Du willst deine Wunschvorstellungen erfüllt haben, nämlich, dass es einen Gott gibt, der deine sehnlichsten Wünsche erfüllt. Mit Wahrheit hat das nichts zu tun, eher mit Realitätsverleugnung. Quote Die Wahrheiten der Menschen sind demnach immer dann relativ, wenn sie über das sinnlich Wahrnehmbare hinausgehen und dabei nicht von Gott bestätigt werden. Quatsch. Dummes Zeug. Das ist noch höflich formuliert. Gott bestätigt überhaupt nichts, denn dazu müsste man Zugriff auf sein Wissen haben, und zwar direkt und unmittelbar, nicht über das, was antike Ziegenhirten darüber gedacht haben, und was über Generationen stiller Post uns übermittelt wurde. Quote Innerhalb eines geeigneten Denksystems sind "nicht rational begründbare" Dinge (zB Gott) jedoch aufgrund der Prämissen des Denksystems schon rational begründbar. Selbst daran sind die Monotheisten im Laufe ihrer langen Geschichte krachend gescheitert. Die Prämissen sind selbstwidersprüchlich oder unbegründet, man ist dem veralteten Begründungsdenken verhaftet, kann jedoch nichts begründen. Zitieren
Kulti Geschrieben 6. August Melden Geschrieben 6. August On 8/4/2026 at 5:26 PM, Volker said: Man kann sich entscheiden, der Wahrheit zu folgen, wohin immer sie einen auch führen mag, ungeachtet der wahrscheinlich unerwünschten Konsequenzen. Oder man kann seinem Wunschdenken nachgeben. Es gibt da noch eine Möglichkeit: Man kann die Wahrheit ignorieren. Mathelehrer wissen das. Setze 30 Kinder aus der 2. Grundschulklasse vor eine Matheaufgabe in der es darum geht etwas "auszuprobieren". Lasse sie mit dieser Aufgabe alleine. Hinten in der Ecke fängt ein Kind an Zahlen auf einen Strich einzutragen und nickt oder schüttelt mit dem Kopf. Der Rest schaut gerade in die Luft und beobachtet interessiert die rosa Einhörner, die da lustig herumfliegen. Das Kind als solches neigt zum Matheismus. Merke: Glaube macht keine Wahrheit und Wahrheit macht keinen Glauben. Merke weiterhin: Religiöser Glaube modelliert aufgrund von Annahmen die der Wissenschaft nicht zugänglich sind. Intelligenz ist erforderlich um das Modell am laufen zu halten und auch zu modernisieren. Veraltete Modelle am laufen zu halten ist IT. Ein fröhliches cd .. in die Runde. Zitieren
SteRo Geschrieben 6. August Melden Geschrieben 6. August (bearbeitet) vor 15 Stunden schrieb Volker: Gott ist keine Prämisse. ... Das ist wieder ein Ausfluss schlechter, ungenügender Philosophie. Nun, ich hab ja schon gesagt, dass wir nicht zusammenkommen. Wir können das nun ad ultimo wiederholen oder es einfach akzeptieren. Natürlich ist Gott notwendigerweise die Prämisse schlechthin, wenn Er sich offenbart hat. Hat Er sich aber offenbart, dann kann man gar nicht anders als die Vernunft zur Dienerin des Glaubens zu machen. Und ist man dem Philosophischen zugeneigt, dann wählt man sich die passende Philosophie, so wie du dir deine passende Philosophie wählst, um Gott zu verneinen und dich selbst (dein Selbst, statt Gott) zu feiern. Es bleibt also dabei: Die Vernunft ist entweder Dienerin des Glaubens, Hure des Unglaubens (wie in deinem Falle) oder Sklavin der Sinnlichkeit - wobei die Sklavin der Sinnlichkeit idR auch Hure des Unglaubens ist. Edit: Da die Vernunft aber vom Willen beauftragt wird, obliegt es dem freien Willen des Menschen, welchem Zweck seine Vernunft dienen soll. Es ist also durchaus möglich, dass jemand seine Vernunft dem Glauben widmet, obgleich Gott sich ihm (noch) nicht offenbart hat. Warum sollte das jemand tun? Z.B. weil er Gutes im Glauben erkennen kann, obgleich er das Gute noch nicht als das Allerhöchste Gut erkennt. bearbeitet 6. August von SteRo Zitieren
Volker Geschrieben 6. August Melden Geschrieben 6. August 1 hour ago, SteRo said: Nun, ich hab ja schon gesagt, dass wir nicht zusammenkommen. Wir können das nun ad ultimo wiederholen oder es einfach akzeptieren. Natürlich ist Gott notwendigerweise die Prämisse schlechthin, wenn Er sich offenbart hat. Hat Er sich aber offenbart, dann kann man gar nicht anders als die Vernunft zur Dienerin des Glaubens zu machen. Und ist man dem Philosophischen zugeneigt, dann wählt man sich die passende Philosophie, so wie du dir deine passende Philosophie wählst, um Gott zu verneinen und dich selbst (dein Selbst, statt Gott) zu feiern. Quote Es ist eine selbst-widersprüchliche Behauptung, irgendetwas als Offenbarung zu bezeichnen, was wir aus zweiter Hand wissen, sei es geschrieben oder gesprochen. Offenbarung ist begrenzt auf die erste Kommunikation -- nach dieser ist es nur eine Ansammlung von Worten von denen eine Person behauptet, es handle sich um eine Offenbarung, die ihm gemacht worden sei, und es mag sein, dass er sich verpflichtet fühlt, daran zu glauben, aber danach kann es für mich nicht die Pflicht sein, in derselben Art zu glauben, denn diese Offenbarung wurde nicht MIR gemacht, und ich habe nur sein Wort, dass es ihm geoffenbart wurde. (Thomas Paine, in "The Age of Reason") Und an anderer Stelle (»The Life and Works of Thomas Paine«, Vol. 9 S. 134) sagt Thomas Paine (Übersetzung von mir): Quote Dass Gott nicht lügen kann, bringt Deiner Argumentation keinen Vorteil, weil es keinen Beweis dafür gibt, dass die Priester nicht lügen können oder die Bibel es nicht tut. Was Du für eine Offenbarung hältst, ist keine und kann keine sein. Außerdem ignorierst Du jegliche Erkenntnisse der modernen Bibelforschung. Du verwechselst die Tatsache, dass Menschen aus der Antike offenbaren, was sie über Gott gedacht haben, mit einer Offenbarung Gottes. Ich habe mir meine Weltsicht nicht danach ausgesucht, ob sie geeignet ist, an Gott zu glauben, oder nicht. Die Kriterien waren ganz andere. Aber bei Dir sieht es anders aus, und das projizierst Du auf mich. Du weißt nicht, warum ich mich dem kritischen Rationalismus und der evolutionären Erkenntnistheorie zugewandt habe, aber Du weißt natürlich, warum Du Dich an einer veralteten und längst widerlegten Philosophie festkrallst. Tatsächlich habe ich die Bücher von Popper gelesen, weil ich dabei war, mich vom Kommunismus zu lösen, und mich mit der Kritik daran beschäftigt habe. Das hatte mit Religion und der Gottesfrage überhaupt nichts zu tun. Dann habe ich die evolutionäre Erkenntnistheorie entdeckt, die ich sehr überzeugend fand. In diesem Zuge bin ich erst später auf Hans Abert und seine Religionskritik gestoßen. Entscheidend für mich war die Auseinandersetzung mit dem Münchhausentrilemma, einem Problem, das Du einfach hartnäckig ignorierst. Warum? Weil es für Deine Weltsicht vernichtend ist, ebenso wie damals für meine. Aber ich habe deswegen meine Ansichten geändert, Du bist nicht dazu bereit. Es war nicht einfach für mich, mich vom Kommunismus zu lösen, schwerer als mein Abschied vom Christentum. Ein wenig mehr Erkenntnis könnte auch Dich befreien, aber das willst Du nicht. Manche sind gerne die Sklaven einer Ideologie, weil diese die Weltsicht so schön vereinfachen und einem wichtige Entscheidungen abnehmen. Außerdem gewinnt man scheinbare Sicherheit auf Kosten einer tatsächlichen Freiheit. Die meisten wählen das Christentum nicht aufgrund einer Willensentscheidung, sondern weil sie frühkindlicher Indoktrination erlegen sind. Die Idee, dass man es selbst gewollt hat, ist offensichtlich absurd. Das wurde einem eingeredet. Es kam also nicht erst zu einer Willensentscheidung, aufgrund der man sich entschieden hat. Sondern man wurde als Kleinkind indoktriniert, dann wurde einem eingeredet, es sei der eigene Wille gewesen. Wenn man dann später nicht in der Lage ist, kritisches Denken zu entwickeln, kann man sich aus dieser Falle nicht befreien. Da nützt auch eine große Portion Intelligenz nicht. Zugehörigkeit zu einer religiösen Denkweise wird zu mehr als 95 % von der Herkunft determiniert. Wie man da auf die Idee kommen kann, es handle sich mehr oder weniger um eine Willensentscheidung, kann ich nicht nachvollziehen. Ich wollte weder Christ werden noch Atheist. Christ wurde ich durch meine religiöse Erziehung, Atheist, weil ich die Risse in meinem Weltbild unerträglich fand. Zitieren
Weihrauch Geschrieben 6. August Melden Geschrieben 6. August vor 18 Stunden schrieb Volker: Gott bestätigt überhaupt nichts, denn dazu müsste man Zugriff auf sein Wissen haben, und zwar direkt und unmittelbar, nicht über das, was antike Ziegenhirten darüber gedacht haben, und was über Generationen stiller Post uns übermittelt wurde. Man hat nicht nur direkt und unmittelbar Zugriff auf das Wissen Gottes. Jeder der eine Erzählung über Gott schreibt, ist ein "allwissender" Autor, dessen Wissen über dem Wissen von Gott angesiedelt ist. Das ist einfach in der Literatur so, im Allgemeinen. Man schreibt über etwas, sei es Gott oder was anderes, weil man über dem steht, was in der Erzählung drin steht, und wenn da Gott drin steht, steht man über Gott, wenn da Odysseus drin steht, steht man über Odysseus. Du stehst über dir selbst, wenn du hier über dich schreibst und über SteRo, wenn du über ihn schreibst. Das versucht man zu umgehen, indem man Gott als Autor darstellt, oder Moses als Autor dazwischen schiebt, dem Gott gesagt hat, was er schreiben soll, um vom eigentlichen Autor abzulenken - und irgendwann verselbständigt sich das dann halt, wenn das Geschriebene zu einem Dokument geworden ist, es Autorität erlangt hat, weil es ein Dokument einer Gruppe, eines Landes, einer Firma oder einer Institution geworden ist. Das ist also business as usual, nichts, wogegen man ins Feld ziehen müsste, weil man sich dann selbst angreift. Erklärungen sind Erklärungen, nichts weiter. Ob diese Erklärung von mir jetzt richtig oder falsch, die Wahrheit oder eine Lüge ist, liegt im Auge des Betrachters und welcher Gruppe er angehört, mit welchen anderen er sich identifiziert, mit wem er seine Identität teilt. Atheiisten und Agnostiker werden dir zustimmen, Gläubige eher nicht - das ist doch zu erwarten, oder nicht? Zitieren
SteRo Geschrieben 6. August Melden Geschrieben 6. August vor 5 Stunden schrieb Volker: Was Du für eine Offenbarung hältst, ist keine und kann keine sein. ... Ich wollte weder Christ werden noch Atheist. Christ wurde ich durch meine religiöse Erziehung, Atheist, weil ich die Risse in meinem Weltbild unerträglich fand. qed Zitieren
Volker Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August 16 hours ago, SteRo said: qed Hm, wie meinen? Zitieren
Kulti Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August 23 hours ago, Volker said: Was Du für eine Offenbarung hältst, ist keine und kann keine sein. Hi Volker, ich weiß nicht ob das bei SteRo in die gleiche Richtung geht, aber mir ist dieser Satz sofort ins Auge gesprungen. Rein sprachlich ist das Religion von der anderen Seite der 0 und sieht für mich wie Volker V2.1 aus. Der Volker den ich zuerst gelesen habe hätte vermutlich gesagt: "Es ist sehr unwahrscheinlich dass das was Du für eine Offenbarung hältst auch eine ist". Mir ist noch eine andere Stelle ins Auge gesprungen: "Gott ist keine Prämisse". Na gut habe ich mir gedacht, ist ja auch keine Aussage, also "Gott existiert". Dann habe ich erstmal Wikipedia gefragt was eine Prämisse ist: "Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme." Dann habe ich gedacht: "Das ist der Volker, der ist Experte, schlaf mal nochmal drüber Kulti" Dann habe ich heute sicherheitshalber nochmal gegoogelt nach "Müssen Prämissen falsifizierbar sein?" Die KI Übersicht sagt: "Nein, Prämissen müssen nicht falsifizierbar sein. Falsifizierbarkeit ist ein Kriterium für wissenschaftliche Theorien, nicht für logische Voraussetzungen. [1, 2, 3]" Bis dahin komme ich - also warum ist "Gott existiert" keine Prämisse? Was hab ich beim googeln übersehen? Das muss erstmal reichen, ich hab noch zu tun (Stahl retten und Koffer packen und das nicht durcheinander bringen). Zitieren
Moby Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August Am 6.8.2026 um 08:32 schrieb Kulti: Es gibt da noch eine Möglichkeit: Man kann die Wahrheit ignorieren. Mathelehrer wissen das. Ein sehr interessanter Thread hier, mit noch interessanteren Beiträgen von allen Fronten der weltanschaulichen Bunkerlinien! Zu dem Wahrheitsbegriff hätte ich gerne Nietzsche zitiert, allerdings bin ich vom Nietzschevirus schon seit Jahrzehnten befreit, hier dann aus seiner Schrift - Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, zitiert: „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.“ Je länger je mehr wurde das Wort Wahrheit für mich zu einer bunten und übel duftenden Hure, mit der jeder, der nur lange genug mit ihr im weltanschaulichen Lotterbett geheckt hat, dann irgendwann und unweigerlich einen Bastard zeugt, und sich selten enthalten kann, diesen der Welt voller Stolz zu präsentieren. Oder anderes formuliert, die Wörter Gott, Moral, Wahrheit und heute wohl auch Demokratie, diese gehören meiner Meinung nach zu den in unserer Sprach und Denkwelt missbrauchtesten Wörtern, auch im Kontext, wohl gerade im Kontext. Und wenn wir jetzt noch den großen Königsberger strapazieren und auf das Wagnis der Vernunft eingehen wollen, wie vernünftig sind wir selbst um zu glauben, dass wir auch nur irgendeiner und wie auch immer definierten Wahrheit nahe sind? Pantha rhei 2 Zitieren
SteRo Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August vor 4 Stunden schrieb Volker: Hm, wie meinen? Die Verwirrung kommt immer nach dem persönlichen Sündenfall Zitieren
Moby Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August Am 6.8.2026 um 10:40 schrieb Volker: Du weißt nicht, warum ich mich dem kritischen Rationalismus und der evolutionären Erkenntnistheorie zugewandt habe, aber Du weißt natürlich, warum Du Dich an einer veralteten und längst widerlegten Philosophie festkrallst. Ein wenig mehr Erkenntnis könnte auch Dich befreien, aber das willst Du nicht. Manche sind gerne die Sklaven einer Ideologie, weil diese die Weltsicht so schön vereinfachen und einem wichtige Entscheidungen abnehmen. Außerdem gewinnt man scheinbare Sicherheit auf Kosten einer tatsächlichen Freiheit. Kritischer Rationalismus? Ist das nicht die Esoterik-Abteilung der atheistischen Bänkelsänger, oder die der paragnostischen Vogonen? Und warum solltest du dann nicht Sklave (d)einer Ideologie sein, nur weil du ein Zugewandter der Erkenntnistheorie bist? Und beziehst du hier nicht rein intuitionistische Positionen zur Begründung deiner Moralphilosophie? Oder meinst du, nur weil du deine weltanschaulichen Ketten mit einer kritisch rationalistischen Verschlagwortung vergoldet hast, so bist du tatsächlich frei und ungehindert von irgend welchen Ideologien? Sei mir ob der Kritik nicht Gram, aber ich dachte immer, der Atheismus sei ausgestorben, denn die Problem und Aufgabenstellungen der Atheisten hat doch seit Jahren die Kirche selbst an sich gerissen, und das mit einer schon beängstigenden Gründlichkeit, denn die Atheisten konnten die Kirche doch niemals mit der durchschlagenden Inbrunst "entleeren", wie es die Kirche selbst tat. Peace Übrigens, meine Grundhaltung: „Nichts wird den Menschen geschenkt, und das wenige, das sie erobern können, muss mit ungerechtem Sterben bezahlt werden. Aber nicht darin liegt die Größe des Menschen. Sondern in seinem Willen, stärker zu sein als die Conditio humana. Und wenn die Conditio humana ungerecht ist, hat er nur eine Möglichkeit, sie zu überwinden: indem er selber gerecht ist.“ (Camus) Für das Wort Gerschtigkeit setze ich das Wort der - allumfänglichen Güte (Auch wenn das einem manchmal sehr "sauer" wird, zumal wenn man sich mehr und mehr seiner eigenen Arschlochigkeit bewusst wird? Zitieren
SteRo Geschrieben 7. August Melden Geschrieben 7. August Am 6.8.2026 um 10:40 schrieb Volker: Ich habe mir meine Weltsicht nicht danach ausgesucht, ob sie geeignet ist, an Gott zu glauben, oder nicht. Die Kriterien waren ganz andere. Aber bei Dir sieht es anders aus, und das projizierst Du auf mich. Bei Denksystemen geht es um's kontextuelle sprechen können. Du suchst dir eins aus, um deinen Unglauben ausdrücken zu können. Dein Unglaube ist, das Denksystem ermöglicht dir ihn in diversen Kontexten ausdrücken zu können. Das Denksystem (und damit deine Vernunft) ist Werkzeug deines Unglaubens. Wenn ich mir ein Denksystem aussuche, das es mir gestattet, meinen Glauben an Gott in diversen Kontexten auszudrücken, dann ist das ebenso. Das Denksystem ermöglicht mir nicht den Glauben, sondern ist Werkzeug meines Glaubens. Mein Glauben wie dein Unglauben wäre auch ohne Denksystem, aber sie ließen sich nicht ausdrücken. Ich denke nicht, dass man das Werkzeug Denksystem, um es so benutzen zu können, für wahr halten muss. Im Prinzip setzt jeder Satz ein Denksystem voraus. Er ist immer Ausdruck eines Gedankens, welcher aus einem mehr oder weniger konsistenten und kohärenten Denksystem stammt. Oft wechselt man im Alltag zwischen Denksystemen ohne sich dessen bewußt zu sein. Aber wenn man etwas vertreten will, dann sollten die entsprechenden Sätze natürlich konsistent und kohärent sein, so ist es bei jeder Philosophie und Theologie und Ideologie. Was ich jetzt geschrieben habe, aus welchem Denksystem stammt dies? Aus einem Denksystem der Skepsis vermutlich, versetzt mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Zitieren
Volker Geschrieben 8. August Melden Geschrieben 8. August 16 hours ago, SteRo said: Dein Unglaube ist, das Denksystem ermöglicht dir ihn in diversen Kontexten ausdrücken zu können. Das Denksystem (und damit deine Vernunft) ist Werkzeug deines Unglaubens. Wie gesagt, ich habe mir mein Denksystem aus völlig anderen Gründen ausgesucht, was Du hartnäckig ignorierst und direkt leugnest. Mein Unglauben ist eine Folge der Vernunft, nicht deren Voraussetzung. Aber Deine Unverunft ist eine Folge des Glaubens, und das projizierst Du. Ich habe beispielsweise vom Münchhausentrilemma gehört, als ich noch geglaubt habe. Du ignorierst das, damit Du Deinen Glauben aufrecht erhalten kannst. Den Luxus habbe ich mir nicht erlaubt. Bei Dir sehe ich eine strikte Weigerung, auch nur darüber nachzudenken, ob und welche Konsequenzen das Trilemma für Dein Denksystem haben könnte, so wie Du alle Gegenargumente ignorierst. Es ist natürlich sehr bequem und hoch ideologisch, sich gegen Kritik zu immunisieren und somit alles auf irgendein Denksystem zurückzuführen. Das Trilemma gilt jedoch für alle Denksysteme, alle Logiken, selbst für die Moral. Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.