Werner001 Geschrieben 10. Oktober Melden Geschrieben 10. Oktober vor 43 Minuten schrieb iskander: Tatsächlich beherbergt die kath. Kirche nicht wenige Heilige, zu denen man heutzutage vermutlich einige kritische Fragen stellen würde (wohl selbst kirchlicherseits). Bei der Auswahl der Heiligen sind zwei Geister beteiligt, der Heilige Geist und der Zeitgeist. Sind sie unterschiedlicher Meinung, zählt die Stimme des Zeitgeistes doppelt Werner 1 1 Zitieren
Lindau Geschrieben 10. Oktober Autor Melden Geschrieben 10. Oktober vor einer Stunde schrieb iskander: Was es nicht alles gibt. Du meinst es vermutlich eh ironisch, aber rein formal wäre das ein Fehlschluss. Wenn aus Nicht-A Nicht-B folgt, dann bedeutet das noch nicht, dass aus A B folgen würde. Unabhängig von alledem hatte der Pfarrer offenbar Persönlichkeitszüge, die man heute als recht extrem empfinden würde. Das ganz normale Tanzen war für ihn ein großes Tor zur Hölle, und er ruhte und rastete nicht, bis jedes Wirtshaus in Ars geschlossen war. Sein ausgeprägter Rigorismus ging mit einem tiefen Gefühl der Unwürdigkeit einher. Seine extreme Askese wurde von @Werner001 schon erwähnt, und seine ganze Person scheint emotional vom rigiden Jansenismus (der damals in Frankreich populär war) abzuhängen. Damit will ich ihm weder seinen guten Willen noch seine guten Werke absprechen, aber falls tatsächlich unerklärliche Phänomene bei ihm aufgetreten sein sollten, schiene es mir naheliegend, diese tatsächlich parapsychologisch im Sinne innerer Spannungen und Konflikte zu erklären. Tatsächlich beherbergt die kath. Kirche nicht wenige Heilige, zu denen man heutzutage vermutlich einige kritische Fragen stellen würde (wohl selbst kirchlicherseits). Wenn er die Gasthäuser schließen ließ, verbot er womöglich auch den Wein! Zitieren
Bruder Huldrych Geschrieben 10. Oktober Melden Geschrieben 10. Oktober vor einer Stunde schrieb Lindau: Wenn er die Gasthäuser schließen ließ, verbot er womöglich auch den Wein! Höchst unwahrscheinlich, denn womit hätte er dann das Abendmahl begehen wollen? damit hätte er in Frankreich einen Volksaufstand ausgelöst, wohingegen die 1789er Revolution eine Gartenparty gewesen wäre. In Frankreich ist Wein ein Grundnahrungs-, kein Genussmittel. (Habe mehrere Jahre in Frankreich verbracht, spreche aus eigener Erfahrung.) Zitieren
Bruder Huldrych Geschrieben 10. Oktober Melden Geschrieben 10. Oktober Am 9.10.2026 um 21:57 schrieb Einsteinchen: Wer's glaubt, wird selig. Er meinte *er* könne mit dem Gerät nicht kopieren und einfügen. Er sagte nicht, dass das Gerät es nicht könne. 😉 Zitieren
Bruder Huldrych Geschrieben 10. Oktober Melden Geschrieben 10. Oktober vor 2 Stunden schrieb iskander: Du meinst es vermutlich eh ironisch Danke, dass Du das bemerkt hast. 😉 Zitieren
catholicissimus Geschrieben 11. Oktober Melden Geschrieben 11. Oktober Padre Pio ist ja auch immer vom Teufel vermöbelt worden. Es soll jedenfalls Mitbrüder als Zeugen gegeben haben, die nachts in seiner Zelle einen Höllenlärm und Scheppern und Dröhnen gehört haben. Entsprechend sah der Pater dann auch am Morgen danach aus. Zitieren
Lindau Geschrieben 11. Oktober Autor Melden Geschrieben 11. Oktober vor 5 Stunden schrieb catholicissimus: Padre Pio ist ja auch immer vom Teufel vermöbelt worden. Es soll jedenfalls Mitbrüder als Zeugen gegeben haben, die nachts in seiner Zelle einen Höllenlärm und Scheppern und Dröhnen gehört haben. Entsprechend sah der Pater dann auch am Morgen danach aus. Und Antonius wurde in seiner Wüste auch vom Teufel besucht Zitieren
atheist666 Geschrieben 11. Oktober Melden Geschrieben 11. Oktober vor 14 Stunden schrieb Bruder Huldrych: Höchst unwahrscheinlich, denn womit hätte er dann das Abendmahl begehen wollen? damit hätte er in Frankreich einen Volksaufstand ausgelöst, wohingegen die 1789er Revolution eine Gartenparty gewesen wäre. In Frankreich ist Wein ein Grundnahrungs-, kein Genussmittel. (Habe mehrere Jahre in Frankreich verbracht, spreche aus eigener Erfahrung.) Sehe ich auch so, ohne Wein keine Eucharistie. Es gäbe auch einen Aufstand in Bayern, wenn man die Wirtshäuser neben den Kirchen schließen würde. Bier, Kirche und Wirtshaus gehören zusammen. 1 1 1 Zitieren
Wunibald Geschrieben 12. Oktober Melden Geschrieben 12. Oktober vor 19 Stunden schrieb atheist666: Sehe ich auch so, ohne Wein keine Eucharistie. Soweit ich weiß gibt es für trockene Alkoholiker einen Dispens, wonach sie auch Traubensaft benutzen dürfen. Zitieren
Dies ist ein beliebter Beitrag. Sucuarana Geschrieben 12. Oktober Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben 12. Oktober On 10/9/2026 at 1:53 PM, Lindau said: Die Geschichte des Pfarrers von Ars ist unbekannt? Doch, ich kenne die Geschichte von Jean Vianney gut. Auch die von Padre Pio. Nur finde ich, man sollte diese Geschichten jetzt ruhen lassen. Es ist nicht ein Ruhmeskapitel der Kirche. Auch die künstliche Herstellung der angeblich heiligen Philomena ist es nicht. Im Gegenteil, sie zeigt, wie die Kirche im 19. und frühen 20. Jahrhundert versuchte, sich mit herzerwärmenden aber erfundenen und anti-intellektuellen Geschichtchen in der Volksfrömmigkeit zu bewahren. Und der Pfarrer von Ars war Teil dieser übertriebenen Volksfrömmigkeit, und selber an der Grenze zur Geisteskrankheit und Betrügerei. Möge er in Frieden ruhen, und in Ruhe gelassen werden. 5 Zitieren
iskander Geschrieben 13. Oktober Melden Geschrieben 13. Oktober (bearbeitet) @Sucuarana Allerdings ist der gute Padre Pio meines Wissens in Italien weit populärer als der liebe Gott höchstselbst. Mich versucht es, zu schreiben: Nicht jeder Italiener glaubt an Gott, aber jeder glaubt an P. Pio. Aber das wäre dann wohl doch zu undifferenziert (selbst wenn man die Übertreibung schon abzieht). Hier allerdings eine kurze KI-Einschätzung: "Pater Pio (1887–1968) ist der mit Abstand beliebteste Heilige Italiens – er hat sogar Antonius von Padua den Rang abgelaufen, was lange für undenkbar gehalten wurde. In einer Umfrage von 2008 gaben Italiens Katholiken an, sich in Glaubensfragen zuallererst an Padre Pio zu wenden – mit Riesenabstand vor Maria und Jesus Christus. Seine Präsenz ist im Alltag allgegenwärtig: Bilder und Figuren hängen in Restaurants, Geschäften, Tankstellen, Wohnzimmern, an Autoscheiben und Armaturenbrettern. In Kirchen findet man ihn massenhaft als Kunstharzfigur. Es gibt sogar einen eigenen Fernsehsender, „Padre Pio TV", betrieben vom Kapuzinerorden. Die Wallfahrtsstätte San Giovanni Rotondo in Apulien zieht jedes Jahr rund 7 Millionen Pilger – fast doppelt so viele wie Lourdes. Die 2004 eröffnete Basilika des Architekten Renzo Piano ist nach dem Petersdom der größte Sakralbau Italiens. Pios Leichnam ist seit 2013 in einem gläsernen Sarg dauerhaft ausgestellt. Über 2.300 Gebetsgruppen in Italien orientieren sich an seiner Spiritualität. Besonders in Süditalien ist die Verehrung extrem emotional: Prozessionen, in denen seine Kutte auf einem Lastwagen mitgeführt wird, und die Anwesenheit von Fußballstars, Politikern und Prominenten unterstreichen den Popstar-Charakter. Die Verehrung ist im Norden zwar vorhanden, aber deutlich distanzierter." bearbeitet 13. Oktober von iskander Zitieren
Lindau Geschrieben 14. Oktober Autor Melden Geschrieben 14. Oktober Am 9.10.2026 um 15:30 schrieb Lindau: Wer die Geschichte des Pfarrers von Ars kennt, wird meine Frage verstehen. Ist seine Geschichte hier unbekannt? Am 9.10.2026 um 16:23 schrieb Chrysologus: Offensichtlich ist sie das. In einem Forum voller katholischer Theologen? Zitieren
Lindau Geschrieben 14. Oktober Autor Melden Geschrieben 14. Oktober (bearbeitet) Am 12.10.2026 um 16:05 schrieb Sucuarana: Doch, ich kenne die Geschichte von Jean Vianney gut. Auch die von Padre Pio. Nur finde ich, man sollte diese Geschichten jetzt ruhen lassen. Es ist nicht ein Ruhmeskapitel der Kirche. Auch die künstliche Herstellung der angeblich heiligen Philomena ist es nicht. Im Gegenteil, sie zeigt, wie die Kirche im 19. und frühen 20. Jahrhundert versuchte, sich mit herzerwärmenden aber erfundenen und anti-intellektuellen Geschichtchen in der Volksfrömmigkeit zu bewahren. Und der Pfarrer von Ars war Teil dieser übertriebenen Volksfrömmigkeit, und selber an der Grenze zur Geisteskrankheit und Betrügerei. Möge er in Frieden ruhen, und in Ruhe gelassen werden. Geisteskrank, mag sein. Aber Betrüger? in wie fern? bearbeitet 14. Oktober von Lindau Zitieren
Werner001 Geschrieben 14. Oktober Melden Geschrieben 14. Oktober Über den Pfarrer von Ars wird zwar so manches berichtet, das ich persönlich für fragwürdiges Verhalten halte, allerdings nicht solche Hokuspokus-Geschichten wie bei Padre Pio. Und die angeblichen Wundmale dieses Paters sehen doch sehr nach Betrug aus Werner Zitieren
Lindau Geschrieben 15. Oktober Autor Melden Geschrieben 15. Oktober Am 8.10.2026 um 20:56 schrieb Bruder Huldrych: Die Frage ist berechtigt. Nein. Das Thema ist ernsthaft. 2 1 Zitieren
atheist666 Geschrieben 15. Oktober Melden Geschrieben 15. Oktober vor 3 Minuten schrieb Lindau: Nein. Das Thema ist ernsthaft. Denkst Du 🤣 1 Zitieren
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