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Vertrauen


Erich

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Der Seiltänzer

 

In einer Stadt führte ein Seiltänzer in schwindelnder Höhe seine Kunststücke

vor. Zum Schluß die Hauptat-traktion: Er schiebt einen Scheibtruhe über das

schwankende Seil.

 

Als er sicher auf der anderen Seite angekommen ist, fragt er die Zuschaer,

ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurückzuschieben. Die Menge

klatscht begeistert Beifall. Er fragt aber noch ein zweites Mal, und wieder

erhält er zustimmenden Beifall. Dann fragt er einen einzelnen, der unten am

Mast steht: "Sie, trauen Sie es mir auch zu, daß ich die Karre wieder

zurückschiebe?" "Aber sicher!", ruft der zurück und klatscht. "Dann", sagt

der Aktrobat, "dann kommen Sie doch herauf und steigen Sie ein, dann schiebe

ich Sie hinüber!" - Nein, so hatte er es nicht gemeint, er wollte doch

lieber Zuschauer bleiben!

 

Die Menge war plötzlich ganz betroffen und es trat eine eigentümliche Stille

ein. Auf einmal rief ein kleines Mädchen: "Ich, ich will einsteigen!" Keiner

traute sich etwas zu sagen und alle blickten nur das kleine Kind an. Und

wirklich, es kletterte hinauf, stieg ein und wurde langsam - langsam

hinübergefahren. Als sie angelangt waren, kannten die Begeisterung, der

Applaus und der Jubel keine Grenze mehr.

 

Nach einiger Zeit nahm der Mann, der sich selbst nicht getraut hatte, das

kleine Mädchen beiseite und sagte: "Du, warum hast Du Dich das getraut,

woher nimmst Du Dein Vertrauen, hast Du denn keine Angst gehabt?" - Das

Mädchen lachte und sagte: "Angst? Nein! Es ist doch mein Vater!"

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Schön!

 

Hätten die Menschen nur ein kleines bischen von diesem Vertrauen, wie das Kind in dieser kleinen Geschichte, wer könnte da Gottes Barmherzigkeit ausschlagen, da ER (G  O  T  T) doch noch immer einlädt sie anzunehmen?

 

Frieden, ja Frieden wäre es... auf der ganzen Welt.

 

AMEN.

 

Gruß & Segen

Br.Thomas

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Egal, wie gut der Vater seine Kunst versteht: das Kind auf das Seil mitzunehmen, ist verantwortungslos.

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Das Vertrauen des Kindes sagt NICHTS über die Qualität des Vaters aus! Es hätte auch Gift getrunken, wenn der Vater gesagt hätte, daß das Medizin ist.

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Ich wußte es schon immer:

 

Man muß schon ein kindliches Gemüt haben, um Gott zu vertrauen, oder an Ihn zu glauben.

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Hallo Erich,

 

ich finde die Geschichte klasse! :)

Sie zeigt sehr eindrucksvoll, was mit Vertrauen zu Gott gemeint ist.

 

Es wird weder ein 'kindliches Gemüt' noch ein 'blindes Vertrauen' gefordert. Die Menschen haben schließlich erlebt, dass der Seiltänzer in der Lage ist, die Karre unbeschädigt über das Seil zu schieben. Sie trauen ihm zu, das immer und immer wieder zu schaffen.

 

Deshalb finde ich den Vergleich mit dem Gift (Lissie) und den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit (Ute) verfehlt.

 

Liebe Grüsse

Angelika

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Zitat von Erich am 10:36 - 6.März.2001

"Angst? Nein! Es ist doch mein Vater!"


 

Hallo Erich,

 

Unfallbericht:

 

Der Fahrer kam wegen nicht angepaßter Geschwindigkeit von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seine 10-jährige Tochter verstarb noch an der Unfallstelle........

 

Es ist richtig, Kinder sollen ihre Eltern ehren und achten.

Aber das hast Du ja nicht gemeint.

 

Gruß Pedrino

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Zitat von harry am 11:57 - 6.März.2001

Ich wußte es schon immer:

 

Man muß schon ein kindliches Gemüt haben, um Gott zu vertrauen, oder an Ihn zu glauben.


 

Ahaha! Das war wieder ein Schenkelklopfer!!!!!!!!!

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sehr interessant, diese Zweiteilung in der Bewertung des Textes. Durchgehend Ablehnung bei den A&A.

Da wird anscheinend etwas prinzipielles im Text angesprochen womit diese Personengruppe Schwierigkeiten hat: jemandem Vertrauen entgegenbringen.

 

Gruß

Erich

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Zitat von EXPLORER am 13:28 - 6.März.2001


Zitat von harry am 11:57 - 6.März.2001

Ich wußte es schon immer:

 

Man muß schon ein kindliches Gemüt haben, um Gott zu vertrauen, oder an Ihn zu glauben.


 

Ahaha! Das war wieder ein Schenkelklopfer!!!!!!!!!


 

Langsam, EXPLORER,

 

sooo schenkelklopferisch war das nicht, was Harry geschrieben hat. Das kindliche Gemüt wird von Jesus selbst wärmstens empfohlen:

 

"Laßt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." (Lk 18,16 f.)

 

Gruß

Cano

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Trau: schau, wem!

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Zitat von Cano am 15:29 - 6.März.2001

Zitat von EXPLORER am 13:28 - 6.März.2001


Zitat von harry am 11:57 - 6.März.2001

Ich wußte es schon immer:

 

Man muß schon ein kindliches Gemüt haben, um Gott zu vertrauen, oder an Ihn zu glauben.


 

Ahaha! Das war wieder ein Schenkelklopfer!!!!!!!!!


 

Langsam, EXPLORER,

 

sooo schenkelklopferisch war das nicht, was Harry geschrieben hat. Das kindliche Gemüt wird von Jesus selbst wärmstens empfohlen:

 

"Laßt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." (Lk 18,16 f.)

 

Gruß

Cano


 

Das kann schon sein, lieber Cano. Aber für mich stellte sich diese Bemerkung so dar, als sei es "kindisch" an Gott zu glauben.

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Es ist kein bißchen  kindisch an Gott zu glauben, aber es ist sogar SEHR kindisch, an einen Gott zu glauben, der die Karre unbeschädigt über jedes Seil schiebt.  

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Hallo Explorer,

 

das hast Du richtig verstanden. Es ist kindisch, an diese Religion zu glauben !

 

An Erich: Ich als Atheist habe durchaus Vertrauen, aber doch nicht in eine Phantasiegestalt !

 

Ich kann einer Geschichte doch nicht glauben schenken, wenn sie eklatante Wiedersprüche enthält !

Das Wort Gottes (die Bibel) steckt voll davon, also ist etwas faul. Wenn ich dann immer noch an diese Sache glaube, dann ist das kindisch, trotzig, naiv oder einfach auf eine schlechte Erziehung zurückzuführen !

 

Grüße Harry

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Zitat von harry am 17:59 - 6.März.2001

Hallo Explorer,

 

das hast Du richtig verstanden. Es ist kindisch, an diese Religion zu glauben !

 

An Erich: Ich als Atheist habe durchaus Vertrauen, aber doch nicht in eine Phantasiegestalt !

 

Ich kann einer Geschichte doch nicht glauben schenken, wenn sie eklatante Wiedersprüche enthält !

Das Wort Gottes (die Bibel) steckt voll davon, also ist etwas faul. Wenn ich dann immer noch an diese Sache glaube, dann ist das kindisch, trotzig, naiv oder einfach auf eine schlechte Erziehung zurückzuführen !


 

Ach Du lieber Harry!

 

Kindisch ist es natürlich nur, wenn es sich bei Gott tatsächlich um eine Phantasiegestalt handelt. Andernfalls ist es kindisch, nicht an ihn zu glauben. Da die Existenz wie die Nichtexistenz Gottes eine Frage des Glaubens ist (auch wenn ich als Christ durchaus viele Hinweise sehe, die mich in meinem Glauben bestärken), werden wir nicht umhin kommen, uns in den Augen der je Andersgläubigen kindisch zu verhalten. Jedenfalls gilt das für Deine Herangehensweise. Es gibt ja durchaus Anhänger beider Sichtweisen, die den anderen mit einem gewissen Respekt begegnen können. ;-)

 

Was die Widersprüchlichkeit betrifft, würde mich interessieren, ob Du über die Widersprüche naturwissenschaftlicher Erkenntnisse genauso kritisch urteilst. Widersprüche müssen nicht in der Sache selbst liegen, sie können ihren Grund auch in unvollkommener Erkenntnis haben.

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Man kann das Thema "Gottvertrauen" auch ein wenig wohlwollender angehen: Haben wir nicht alle ein gewisses Maß an Gottvertrauen (im übertragenen Sinn)  um überhaupt leben zu können, ohne uns mit begründbaren und auf der Hand liegenden Ängsten verrückt zu machen? Wenn wir in einen Flieger einsteigen und dabei an den URLAUB denken, den wir gebucht haben und nicht an den möglichen Absturz der dazwischenliegen könnte? Wenn wir uns Gedanken über unser  Alter machen, und nur ganz nebenher (und natürlich mit dem Gefühl "MIR wird das schon nicht passieren") daran denken, daß mit 70%iger Wahrscheinlichkeit eine Herz/Kreislauferkrankung oder ein Krebs einem frühzeitig einen Strich durchs Leben machen können?

 

Jeder Plan, jedes Unternehmen, das wir mit dem zuversichtlichen Gefühl angehen, noch viele weitere Pläne und Unternehmungen vor uns zu haben, ist im Grunde ein Ausdruck eines Vertrauens an irgendetwas - der eine nennt es Gott, der andere das Schicksal, wieder ein anderer das Leben; es ist in allen genannten Fällen das Vertrauen, daß "schon alles gut gehen wird".  Eine seelische Vitalfunktion. Wenn sie wegfällt, wären wir nahe an der Grenze zur  Angstneurose, Depression oder Persönlichkeitsstörung.

 

Meine Mutter, die mit der Person "Gott" im Grunde überhaupt nichts anfangen kann, verwendet für dieses Gefühl immer noch das Wort "Gottvertrauen" und auch das Symbol des "Schutzengels" floriert noch in der heutigen Sprache. Man meint damit eigentlich nichts anderes als Glück haben....

 

 

Lissie

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Lieber TomTom,

 

Naturwissenschaft ist für mich keine Ersatzrelegion.

 

Gerade Naturwissenschaftler machen immer wieder Experimente, um ihre Theorien zu überprüfen, das würden sie nicht tun, wenn sie diesen Theorien blind vertrauen würden.

 

Umgekehrt vertrauen sie ihren Theorien, wenn viele Experimente die Theorie bestätigen, denn dann ist es vieleicht nicht der Weisheit letzter Schluß, aber zumindestens eine gute Theorie.

 

Newtons Mechanik, die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik sind erwiesenermaßen falsch, aber trotzdem gute Theorien, da sie viele nützliche technische Anwendungen ermöglicht haben.

 

Naturwissenschaftler freuen sich also, wenn das Experiment die Theorie bestätigt, mindestens genauso freuen sie sich aber auch, wenn es die Theorie wiederlegt, weil sie jetzt die Chance haben entweder die Theorie zu verbessern, oder eine neue Theorie zu entwickeln.

 

Wie fast immer im Leben, liegt das Optimum in der Mitte:

 

Blindes Vertrauen ist genauso Käse, wie zuwenig Vertrauen.

 

Grüße Harry

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Der Seiltänzer

 

In einer Stadt führte ein Seiltänzer in schwindelnder Höhe seine Kunststücke

vor. Zum Schluß die Hauptat-traktion: Er schiebt einen Scheibtruhe über das

schwankende Seil.

 

Als er sicher auf der anderen Seite angekommen ist, fragt er die Zuschaer,

ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurückzuschieben. Die Menge

klatscht begeistert Beifall. Er fragt aber noch ein zweites Mal, und wieder

erhält er zustimmenden Beifall. Dann fragt er einen einzelnen, der unten am

Mast steht: "Sie, trauen Sie es mir auch zu, daß ich die Karre wieder

zurückschiebe?" "Aber sicher!", ruft der zurück und klatscht. "Dann", sagt

der Aktrobat, "dann kommen Sie doch herauf und steigen Sie ein, dann schiebe

ich Sie hinüber!" - Nein, so hatte er es nicht gemeint, er wollte doch

lieber Zuschauer bleiben!

 

Die Menge war plötzlich ganz betroffen und es trat eine eigentümliche Stille

ein. Auf einmal rief ein kleines Mädchen: "Ich, ich will einsteigen!" Keiner

traute sich etwas zu sagen und alle blickten nur das kleine Kind an. Und

wirklich, es kletterte hinauf, stieg ein und wurde langsam - langsam

hinübergefahren. Als sie angelangt waren, kannten die Begeisterung, der

Applaus und der Jubel keine Grenze mehr.

 

Nach einiger Zeit nahm der Mann, der sich selbst nicht getraut hatte, das

kleine Mädchen beiseite und sagte: "Du, warum hast Du Dich das getraut,

woher nimmst Du Dein Vertrauen, hast Du denn keine Angst gehabt?" - Das

Mädchen lachte und sagte: "Angst? Nein! Es ist doch mein Vater!"

 

 

In Wirklichkeit sind da aber dutzende Seiltänzer, und jeder sagt mir dass nur er seine Sache gut macht und dass ich mit den anderen in den Tod stürzen werde.

 

Da bleibe ich doch als vernünftiger Mensch lieber am Boden.

 

 

(Geändert von David um 17:38 - 7.März.2001)

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Lieber Erich

 

Du wirst aber doch sicher nicht behaupten daß sämtliche Menschen die je auf Gott vertraut haben sicher angekommen sind.

Möglicherweise ist dieser Anspruch zu hoch, den die anderen kommen auch nicht alle sicher an.

Aber diese Geschichte kann man auch mit anderem Ausgang erzählen und als "Moral der Geschicht" druntersetzen daß blindes Vertrauen gleich Naivität ist.

 

Gruß Frank

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Zitat von Patrick am 15:33 - 16.Juni.2002

Nostalgie

 

Bist du zur Zeit auf der Alte-Feinde-Nostalgiewelle unterwegs, oder was? *g*

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Hi Thofi,

 

>>Du wirst aber doch sicher nicht behaupten daß sämtliche Menschen die je auf Gott vertraut haben sicher angekommen sind. <<

 

doch, das sind sie garantiert. Das ist mein fester Glaube.

 

Gruß

rich

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Na gut Erich,

 

in Gottes Reich (wenn man dran glaubt - ich kann und will es nicht wiederlegen) möglicherweise schon. Auf hier auf Erden ist doch schon manche Karre abgestürzt.

 

Gruß Frank

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Ja, Erich, mein Glaube ist das auch. Ich bin nichts lieber als

ein Kind Gottes.

Und ich bin gewiß, daß der, der sich auf Ihn verläßt, nicht

verlassen ist.

 

Aber es gibt  Menschen, die haben mal gebetet und dann

hats nicht gleich geklappt mit ihren Wünschen und der Erfüllung.

Während sie noch beteten, ging der Herr los, um ihre

Sache in Gang zu bringen - das kann ja u.U.dauern ...

Sie aber gehen voreilig weg, schauen nicht nach, was Gott

ihnen bereiten wollte und behaupten dann: Es gibt keinen

Gott, er hört kein Gebet und darum lasse ich es einfach sein, das Leben mit Ihm.

Wir sind geschaffen, Gottes Kinder zu sein,Erich.

 

Aber manche bilden sich ein, sie seien erwachsen. Ja.

 

Und so einer glaubt dann, er wisse es besser, als der

Schöpfer des Universums. Starke Nummer, wirklich.

 

gruss, jeru

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Lieber Erich, eine schöne Geschichte. Jetzt kann man besser verstehen, weshalb Jesus uns sagt, dass wir wie die Kinder werden sollen.

 

 

>>Egal, wie gut der Vater seine Kunst versteht: das Kind auf das Seil mitzunehmen, ist verantwortungslos<<

 

Liebe Ute, es ist für Dich aber nur deshalb verantwortungslos weil Du nur Zuschauer bist. So wie die Menge, die den Artist bewundert ihm in der tiefe ihres Herzens aber nicht zutraut ein zweites mal über das Seil zu gehen.

 

 

>>Das Vertrauen des Kindes sagt NICHTS über die Qualität des Vaters aus! Es hätte auch Gift getrunken, wenn der Vater gesagt hätte, daß das Medizin ist.<<

 

Liebe Lissie, hier wird keine direkte Aussage gemacht, ob es sich beim Vater um einen guten oder einen schlechten Menschen handelt. Aber der Reaktion des Kindes, das absolut dem Vater vertraut, kann man entnehmen, dass der Vater gut sein muss. Trotzdem ist dies nicht die Zielrichtung der Geschichte. Sie soll etwas über das Kind und über die Menschen allgemein aussagen. Das Kind, das naiv dem Vater vertraut, das sich ganz in seine Hände gibt und die erwachsenen Zuschauer, die nur äußerlich vertrauen. Wenn es aber ernst wird, dann schrecken sie zurück. Wie ist es mit unserem Glauben bestellt?

 

 

>>Man muß schon ein kindliches Gemüt haben, um Gott zu vertrauen, oder an Ihn zu glauben<<

 

Lieber Harry, Du hast es erfasst. Wenn wir nicht werden wie die Kinder, werden wir nicht ins Himmelreich eingehen können. Unsere ewigen Vorbehalte, unsere Besserwisserei, unsere materialistische Weltanschauung, unsere Wissenschaftsgläubigkeit, und vieles mehr versperren uns den Zugang zu Gott.

 

>>Es ist kein bißchen  kindisch an Gott zu glauben, aber es ist sogar SEHR kindisch, an einen Gott zu glauben, der die Karre unbeschädigt über jedes Seil schiebt.  <<

 

Liebe Lissie, das kann ich nicht verstehen. Was bedeutet für Dich "glauben". Glauben bedeutet für mich, wenn ich Gott auch zutraue, dass er eine Karre unbeschädigt über ein Seil schieben kann. Natürlich würde Gott keinen Wagen über ein Seil schieben, ich meine damit, dass ich zu Ihm grenzenloses Vertauen haben darf.  Er kann einfach alles. Das bedeutet nicht, dass er alles tun würde, denn er wird nur das tun was zu meinem Besten ist.

 

 

>>An Erich: Ich als Atheist habe durchaus Vertrauen, aber doch nicht in eine Phantasiegestalt<<

 

Lieber Harry, das kann ich verstehen. Aber hast Du überhaupt zu irgendjemand ein solches Vertrauen? Ich kann Dir versichern es ist wunderbar, wenn Du Gott so vertrauen darfst.

 

 

>>Wenn ich dann immer noch an diese Sache glaube, dann ist das kindisch, trotzig, naiv oder einfach auf eine schlechte Erziehung zurückzuführen ! <<

 

Lieber Harry, sicherlich ist aus menschlicher Sicht so mancher Widerspruch in der Bibel zu finden. Ich kann auch nicht alle Widersprüche mit einem Rundumschlag entkräften, das wäre auch zu billig. Damit würde ich Deine Überzeugung nicht ernst nehmen. Aber ich habe sehr viel Hilfe und Trost aus den Worten der Bibel erhalten. Weil diese Worte nicht leer sind. Sie sind Gottes Worte, seine Zusage an uns. Ihre Erfüllung habe ich in vielen Situationen meines Lebens erfahren dürften. Weil der Gott der Bibel lebt.

 

 

>>der eine nennt es Gott, der andere das Schicksal, wieder ein anderer das Leben; es ist in allen genannten Fällen das Vertrauen,<<

 

Liebe Lissie, gerade das ist das Thema. Es ist eben nicht egal ob ich von Gott oder Schicksal rede. Gott ist eine Person, ein gegenüber mit dem ich kommunizieren kann. Der mir etwas sagt, der mein Leben aktiv mitgestalten möchte. Nicht ein namenloses Nichts wie das Schicksal, dem ich hilflos ausgeliefert bin. Gott möchte diesen Karren mit mir als Fahrgast über das Seil meines Lebens schieben. Dazu brauche ich aber dieses Vertrauen in ihn. Dem Schicksal zu vertrauen ist letztendlich Hilflosigkeit.

 

 

>>Meine Mutter, die mit der Person "Gott" im Grunde überhaupt nichts anfangen kann, verwendet für dieses Gefühl immer noch das Wort "Gottvertrauen" und auch das Symbol des "Schutzengels" floriert noch in der heutigen Sprache. Man meint damit eigentlich nichts anderes als Glück haben....<<

 

Liebe Lissie, ist die Vorstellung von einem Schutzengel Tag und Nacht begleitet zu werden nicht viel schöner als die von Glück oder Unglück verfolgt zu werden? Glaube mir, auch Du hast einen Schutzengel, der mit Dir um Dein Seelenheil kämpft. Er wartet darauf, dass Du ihn wahrnimmst.

 

 

>>Naturwissenschaft ist für mich keine Ersatzrelegion<<

 

Lieber Harry, für viele ist dies aber der Fall. Viele meinen man könne alles mit Mitteln der Naturwissenschaft erklären und das was man halt jetzt nicht erklären kann wird irgendwann erklärbar sein. Zu dieser Glaubensgemeinschaft gehören viele Menschen.

 

 

>>Blindes Vertrauen ist genauso Käse, wie zuwenig Vertrauen.<<

 

Lieber Harry, es kommt natürlich darauf an, wem ich blind vertraue. Ich kann Dir versichern, dass Du Gott blind vertrauen kannst.

 

 

>>In Wirklichkeit sind da aber dutzende Seiltänzer, und jeder sagt mir dass nur er seine Sache gut macht und dass ich mit den anderen in den Tod stürzen werde.

Da bleibe ich doch als vernünftiger Mensch lieber am Boden.<<

 

Lieber David, Deine Ansicht erscheint nur im ersten Augenblick vernünftig. Wenn ich allerdings noch mal hinschaue, dann frage ich mich ob ich das möchte. Ich möchte nicht am Boden stehen, ich möchte auch dieses erhebende Gefühl haben oben auf dem Seil. Was ist das für ein Leben unten am Boden?

 

 

>>Du wirst aber doch sicher nicht behaupten daß sämtliche Menschen die je auf Gott vertraut haben sicher angekommen sind. <<

 

Lieber Frank, was meinst Du mit ankommen. Jeder Mensch muss einmal sterben. Da kommt jeder sicher an. Für mich ist sicher ankommen bei Gott ankommen. Im Himmel sein. Dass aber alle Menschen die auf Gott vertrauen dort sicher ankommen, weiß ich nicht. Allerdings glaube ich, dass es eine gute Voraussetzung dafür ist.

 

 

Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

Hans-Peter

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