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Hasenhüttl


Tobi
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Inwiefern kannst du Hasenhüttls Vorwurf gegen Bischöfe nachvollziehen?  

48 members have voted

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Damit die Umfrage klar ist: Mit der ablehnenden Haltung Hasenhüttls meine ich seinen scharfen Vorwurf gegenüber Bischöfen, die in "Eichmann- Gehorsam" lebten und nur nach Machtpositionen strebten.

Meine Frage also: Inwiefern stimmt dieser Vorwurf eurer Meinung nach? Ich habe nur die drei wichtigsten Antwortmöglichkeiten gegeben, würde mich aber freuen, wenn es auch andere Antworten gäbe...Gruß Tobi

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Lieber Tobi,

 

"nachvollziehen" kann ich vieles. Ich kann mir durchaus denken, wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann, und mir sind massenhaft psychologische Szenarien denkbar, die eine Äußerung wie die zitierte entschuldigen könnten. Aber das ist nicht die interessante Frage.

 

Der Vergleich mit Eichmann ist schlicht in so unaussprechlicher Weise widerlich, daß es mir die Luft verschlägt. Hasenhüttel gefällt sich offenbar so in der Rolle des heldenmütigen Opfers, daß er dabei jedes Maß und Ziel verliert. Das wirft allerdings auch ein nicht gerade schmeichelhaftes Licht auf seine Motive und begründet schon einen gewissen Zweifel an der Lauterkeit seiner Argumente.

 

Hasenhüttel treibt das gleiche Spiel, das immer wieder gern gegenüber der Kirche bzw. ihrer Hierarchie gespielt wird: wer nicht meiner Meinung ist, ist nicht nur anderer Meinung, sondern auch noch ein Schwein. Wer meine Argumente nicht teilt, muß ein Bösewicht sein.

 

Leider ignoriert Hasenhüttel dabei, daß es etliche Leute gibt, die durchaus keinen Vorteil daraus ziehen können, die aber ebensowenig seiner Meinung sind - ich zum Beispiel. Aber natürlich kann man auch mir verwerfliche Motive unterstellen: Ich will mich ja nur selbst bestätigen, indem ich ausgrenze. Tja, da hat er mich. Denn gegen einen solchen paranoiden Vorwurf kann man schlicht nicht anstinken.

 

Hasenhüttels Geschwätz ist schlicht eine Verschwörungstheorie, und zwar eine der bösartigeren.

Edited by sstemmildt
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Hallo Tobi,

 

hast du einen Link oder mehr Informationen zu den Vorwürfen?

(Im Nachbarthread "Hasenhüttel" ist nur die Version des Spiegels. :unsure: )

 

Gruß

lara

Edited by lara
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Eines noch - aus der im Parallel-Thread zitierten Meldung. Hasenhüttel habe gesagt:

 

So lange die Ökumene nichts koste, werde sie propagiert. Wenn man allerdings Ernst mache, komme gleich ein bischöfliches Verbot. Den Kirchen-Oberen gehe es um den Erhalt ihrer Macht.

Was "kostet" denn die Bischöfe das gemeinsame Abendmahl? Inwiefern würde das denn irgendwelche Macht schmälern?

 

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Bischöfe setzen sich durch ihre Entschiedenheit massiven Vorwürfen aus, die (siehe "Eichmann") an Bösartigkeit gar nicht zu toppen sind. Das "kostet" eine Menge: Nerven, und durch die Wirkung, die solche Verleumdungen haben, auch etliches an Einfluß.

 

Und umgekehrt: was "kostete" denn den Herrn Hasenhüttel sein großartiger revolutionärer Akt? Er wird als Märtyrer gefeiert und bekommt eine Öffentlichkeit, die er sich als Theologieprofessor nicht träumen lassen konnte. Seine Pension kostet ihn das ja nicht, denn die zahlt Vater Staat.

 

Ach, die Suspendierung von den priseterlichen Tätigkeiten sei das Problem? Daß ich nicht lache. Wenn er meint, die Bischöfe forderten den Gehorsam eines technokratischen Massenmörders - wie sollte ihn dann noch kratzen, was die sagen? Es ist doch intellektueller Dummfug von universalen Ausmaßen, wenn er sich vom Urteil solcher Verbrechergestalten davon abhalten lassen sollte, die Messe zu lesen!

 

Nein, Herr Hasenhüttel will ja gerade von denen, die er als Verbrecher beschreibt, anerkannt werden. Das aber ist nur noch armselig. Und nicht zuletzt ist das auch glaubensfeindlich bis zum gehtnichtmehr. Denn wenn die Bischöfe die Botschaft so mit Füßen treten, dürfte er auf ihr Urteil keinen Pfifferling geben - weder auf ihr Urteil über die richtige Weise die Eucharistie zu feiern, noch auf ihr Urteil über seine Befähigung und Berechtigung, die Messe zu lesen.

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Hallo Tobi,

 

hast du einen Link oder mehr Informationen zu den Vorwürfen?

(Im Nachbarthread "Hasenhüttel" ist nur die Version des Spiegels. :unsure: )

 

Gruß

lara

Hier (Saarbrücker Zeitung):

 

http://www.sol.de/szimnetz/themendestages/...825,430040.html

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Hi Sven,

 

Hasenhüttel treibt das gleiche Spiel, das immer wieder gern gegenüber der Kirche bzw. ihrer Hierarchie gespielt wird: wer nicht meiner Meinung ist, ist nicht nur anderer Meinung, sondern auch noch ein Schwein. Wer meine Argumente nicht teilt, muß ein Bösewicht sein.

 

Das sind Ihre Worte, mit denen ich einige Schwierigkeiten habe. Es liegt nahe, Hassenhüttl eigennützige Interessen und Aufmerksamskeitbedürfnisse zu unterstellen, trotzdem will ich nicht endgültig darüber urteilen, was ihn bei der Eucharistie tatsächlich getrieben hat. Das weiß wohl nur er selbst.

Ich persönlich werde aber das Gefühl nicht los, dass seine "Tat" nicht auf persönlichen Interessen, eher auf tiefen Überzeugungen basierte. Schließlich sagt uns die Bibel:

 

"Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist" (Eph 4,2-6).

 

Klar ist: man darf die Bibel nicht für jeden Rechtsstreit benutzen. Ebenso klar ist aber auch, dass aus diesen Worten die Wichtigkeit der Einheit der Christen herausgeht. Die konfessionelle Spaltung ist wahrlich unabänderlich, die Frage ist allerdings, wie man mit ihr umgeht. Mit dieser Meinung greife ich nur indirekt den Bischof an, der ja schließlich an das Kirchenrecht gebunden ist. (wie Hasenhüttl auch)

Ich kritisiere damit eher die grundsätzliche Entscheidung der Katholischen Kirche in dieser wirklich strittigen Frage. Ich habe halt immer Probleme, wenn es um spaltende Problematiken geht...Deswegen kann ich Hasenhüttls Eucharistie teilweise verstehen, auch wenn er nun im Nachstreit teilweise unverständliche Sachen sagt.

 

Übrigens, ich war auf ihrer Homepage, gut gestaltet, allerdings habe ich mich- bei den Hochzeitsbildern- gewundert, dass Sie in einer evangelischen Kirche waren, obwohl Sie und Ihre Frau katholisch sind. Das müssen Sie mir erklären...*g*

Gruß Tobi

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>>Ich habe halt immer Probleme, wenn es um spaltende Problematiken geht..<<

 

Tobi,

 

gehe ich recht in der Annahme, dass es für Dich keine absolute Wahrheit gibt?

 

fragenden Gruß

Erich

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Hallo Erich,

 

erstmal wundere ich mich, wie Du auf die These kommst, dass es für mich keine Wahrheit gibt, nur weil ich Schwierigkeiten habe mit den teilweise bis ins Letzte gehenden Versuchen, die Konfessionslinie aufrechtzuerhalten.

Es gibt für mich eine einzige Wahrheit: jene von Jesus. Deshalb frage ich mich, warum viele- nicht alle- Katholiken bemüht sind, die evangelische Kirche als eine Art Sekte dazustellen. Protestanten glauben an den gleichen Gott, dieselbe Heilsgeschichte, denselben Jesu wie Katholiken- auch wenn Interpretation und Deutung eine andere ist.

Deshalb frage ich dich: Ist für dich die Katholische Kirche absolute Wahrheit? Ist es nicht besser, und das macht doch eine Kirche lebendig, auch mal dort anzuecken, wo - aus subjektiver Sicht- Kritik nötig ist oder ist pure Gefolgschaft der einzig "absolute" Weg?

 

Gruß, auf Antwort freuend Tobias

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Guest Corinna
Damit die Umfrage klar ist: Mit der ablehnenden Haltung Hasenhüttls meine ich seinen scharfen Vorwurf gegenüber Bischöfen, die in "Eichmann- Gehorsam" lebten und nur nach Machtpositionen strebten.

Meine Frage also: Inwiefern stimmt dieser Vorwurf eurer Meinung nach? Ich habe nur die drei wichtigsten Antwortmöglichkeiten gegeben, würde mich aber freuen, wenn es auch andere Antworten gäbe...Gruß Tobi

Die einzig mögliche Antwort hast Du nicht angegeben: Die Bezeichnung "Eichmann-Gehorsam" ist eine bodenlose Unverschämtheit.

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Lieber Tobi,

 

hier im Forum lege ich keinen Wert auf das „Sie“ (anders als im „real life“), soviel vorab... :unsure:

 

Hasenhüttel treibt das gleiche Spiel, das immer wieder gern gegenüber der Kirche bzw. ihrer Hierarchie gespielt wird: wer nicht meiner Meinung ist, ist nicht nur anderer Meinung, sondern auch noch ein Schwein. Wer meine Argumente nicht teilt, muß ein Bösewicht sein.

Das sind Ihre Worte, mit denen ich einige Schwierigkeiten habe. Es liegt nahe, Hassenhüttl eigennützige Interessen und Aufmerksamskeitbedürfnisse zu unterstellen, trotzdem will ich nicht endgültig darüber urteilen, was ihn bei der Eucharistie tatsächlich getrieben hat. Das weiß wohl nur er selbst.

Ich persönlich werde aber das Gefühl nicht los, dass seine "Tat" nicht auf persönlichen Interessen, eher auf tiefen Überzeugungen basierte.

Auch ich enthalte mich da weitgehend einer abschließenden Bewertung. Ich kann einen Verdacht, daß da nicht nur tiefe Überzeugungen eine Rolle gespielt haben, nicht loswerden. Aber das nähme ich Hasenhüttel nicht übel. Niemand von uns ist dagegen abgesichert, daß den eigenen lauteren Überzeugungen auch eher egoistische Motive „zur Seite springen“. Ich würde da auch für mich selbst nicht die Hand ins Feuer legen. Und umgekehrt würde ich Hasenhüttel unterstellen, daß er jedenfalls auch ehrenwerte Motive hatte, um das zu tun, was er tat.

 

So weit zu seinem Aufreten in Berlin beim Kirchentag. Bei dem Interview, das er jetzt der Saarbrücker Zeitung gegeben hat, sieht das schon etwas anders aus. Auch hier breche ich über den Menschen Hasenhüttel nicht den Stab. Ich kenne ihn nicht. Welche Frustrationen, Sorgen, Ängste und welcher vielleicht auch nachvollziehbare Zorn ihn bewogen haben mögen, weiß ich nicht. Jedenfalls weiß ich, daß auch ich gelegentlich im Eifer des Gefechts mächtige Böcke schieße. Und da ich nicht ohne Schuld bin, werfe ich auch nicht... na ja, Du weißt schon.

 

Das betrifft aber nur, ob ich dem Menschen Hasenhüttel vorwerfe, daß er dieses „Spiel gespielt hat“.

 

Ob er es gespielt hat, ist eine völlig andere Frage. Er hat seinem Bischof - und anderen - vorgeworfen, einen „Eichmann-Gehorsam“ zu fordern. Falls (was nicht zu vermuten ist) diese Formulierung nicht schlicht von der Zeitung erlogen wurde, hat er de facto seinem Gegenüber, dem Bischof, unredliche Motive unterstellt. Anders ist diese Formulierung nicht zu deuten.

 

Auch wenn ich mir über den Menschen Hasenhüttel kein Urteil anmaße, kann ich dieses Verhalten, diese Äußerung aber durchaus bewerten. Einen Bischof deshalb, weil er einen pensionierten Professor gemaßregelt hat, mit einem Massenmörder zu vergleichen, ist aber jedenfalls inakzeptabel. Es ist inakzeptabel wegen der Verunglimpfung eines Glaubensbruders (und auch ein Bischof ist zunächst einmal das), es ist völlig außerhalb des Verhältnisses von Tatsachen und Vergleich, und schließlich ist es ein Schlag ins Gesicht für alle Naziopfer und deren Hinterbliebenen.

 

Wie gesagt, ich zwinge mich dazu, Herrn Hasenhüttel nicht zu verurteilen. Aber das fällt mir zugegebenermaßen schwer. Denn 1. einem gebildeten Menschen, 2. einem Priester und 3. einem (gewesenen) Hochschulprofessor sollte es zuzumuten sein, seine Worte zu wägen, die historische und auch die menschliche Dimension dessen, was mit dem Namen „Eichmann“ verbunden ist, zu verstehen. Und das ist mit der Situation des Herrn Hasenhüttel - oder irgendjemandes, der sich ein gemeinsames Abendmahl wünscht - nun wirklich nicht zu vergleichen.

 

Wir sollen einander nicht nur in Liebe ertragen, sondern einander auch - notfalls auch deutlich - sagen, wo wir in die Irre gehen. Gerade das ist ein Akt der Liebe.

 

Die konfessionelle Spaltung ist wahrlich unabänderlich,

NEIN! Das ist sie nicht im mindesten. Sie kann aber unabänderlich werden, wenn wir uns gegenseitig etwas vorlügen - etwa, daß eine Spaltung nicht besteht, wo sie vorhanden ist. Auch da bin ich allerdings unerschütterlicher Optimist, der heilige Geist wird es über kurz oder lang schon richten: der Selbstbetrug wird nicht ewig dauern. Trotzdem sind wir verpflichtet, zu unseren Überzeugungen zu stehen - und da schließe ich Hasenhüttel durchaus ein. Er soll sagen, was er denkt und glaubt, nach bestem Wissen und Gewissen. Nur soll er das nicht im Namen der Kirche tun, sondern in seinem eigenen, wenn er insofern mit der Kirche nicht übereinstimmt. Aber er soll auch keinem anderen, der zu seinen Überzeugungen steht, unterstellen (und sei dieser auch Bischof), der sage das nicht deshalb, sondern weil der Massenmörder-Gehorsam will.

 

Ich kritisiere damit eher die grundsätzliche Entscheidung der Katholischen Kirche in dieser wirklich strittigen Frage. Ich habe halt immer Probleme, wenn es um spaltende Problematiken geht...Deswegen kann ich Hasenhüttls Eucharistie teilweise verstehen, auch wenn er nun im Nachstreit teilweise unverständliche Sachen sagt.

Was ist an einer Spaltung eigentlich das Problem? Die Frage meine ich ganz ernst.

 

Einheit ist nur möglich, wo Einigkeit besteht. Jede andere Einheit ist künstlich herbeigezwungen oder herbeigelogen. „Ut unum sint“ - daß wir einig sein sollen, bedeutet nicht, daß wir uns zusammenpressen sollen, ohne davon überzeugt zu sein. Das bedeutet, daß wir miteinander darum ringen sollen, Einigkeit herbeizuführen, einander zu überzeugen, einander zu verstehen. Aber das können wir nicht einfach überspringen und gleich zur Einheit übergehen, bevor wir Einigkeit haben. Die Differenz im Eucharistie- und Amtsverständnis ist vorhanden. Wir können sie nicht einfach verleugnen. Damit wir einig sein können, müssen wir diese Differenz erst wirklich überwunden haben. Das ist harte Arbeit. Die aber muß erst getan werden - und ich vermute, sie wird länger dauern, als wir, unsere Kinder oder unsere Kindeskinder leben. Alle Einheit vorher kann aber nichts anderes sein als eine Einheit auf dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“ - und damit etwas, das Wissen und Gewissen vieler Gewalt antut.

 

Das heißt nicht, daß gar keine Einheit möglich wäre. Wer immer an Jesus Christus glaubt, bildet eine Einheit, ist „Kirche“, ganz gleich, wie er Eucharistie oder Abendmahl feiert. Aber diese Einheit ist eben nicht vollständig. Sie zu vervollkommnen, bleibt unsere Aufgabe. Aber das geht nicht, indem man ihre Unvollkommenheit einfach leugnet.

 

Übrigens, ich war auf ihrer Homepage, gut gestaltet, allerdings habe ich mich- bei den Hochzeitsbildern- gewundert, dass Sie in einer evangelischen Kirche waren, obwohl Sie und Ihre Frau katholisch sind. Das müssen Sie mir erklären...*g*

Ganz einfach: unsere damalige kath. Pfarrkirche ist von geradezu grauenerregender Häßlichkeit - das wollten wir uns und unseren Gästen einfach nicht zumuten. Wir haben daher die benachbarte ev. Pfarrgemeinde darum gebeten, bei ihnen feiern zu können, zumal der Saal, wo danach der Empfang stattfinden sollte, direkt daneben lag. Um Dich zu beruhigen: die Trauung hat ein katholischer Priester vollzogen... :angry:

 

Nur zur Ergänzung: meine Frau hat auch über Jahre im ev. Gemeindechor mitgesungen und dort auch als Organistin ausgeholfen - ach ja: zu unserer Trauung hat der Organist, der Chor und der Posaunenchor der ev. Gemeinde, bei denen meine Frau mitgearbeitet hat, "aufgespielt" (auch wenn wir uns als "Papisten" und "Ketzer" gegenseitig angefrozzelt haben).

 

Wie schon gesagt: auch wenn die Einheit unvollkommen ist, wir alle - evangelische wie katholische - sind Christen und damit Teil der einen Kirche. Das bedarf überhaupt keiner Debatte. Die Unterschiede zwischen uns können nur in gegenseitigem Respekt wahrgenommen werden und dürfen nicht weggeleugnet werden. Das kann uns darf uns aber nicht hindern, bei jeder Gelegenheit zusammenzumarschieren, wo unser Weg derselbe ist.

Edited by sstemmildt
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Hallo an Alle,

 

wäre es möglich, mal das INTERVIEW im genauen Wortlaut zu verlinken.

 

In Svens Link lese ich nicht das Interview, sondern nur eine Meldung ÜBER das Interview,

das irgendwo gehalten wurde.

 

(Wo es vorkommt im verlinkten Text: "Hasenhüttl sprach von einem "Eichmann-Gehorsam", den die Bischöfe als Vorgesetzte VON ihren Priestern forderten." Wenn es denn so wäre, dann hätten nur die Priester ein "Eichmann-Gehorsam", nicht die Bischöfe.)

 

 

Mich fasziniert es wie leicht es Euch fällt, Kommentare und Urteile hier abzugeben,

ohne den genauen "Text" zu kennen.

 

peter

Edited by pmn
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Wenn Hasenhüttl das wirklich so gesagt hat, hat er sich in meinen Augen damit nun völlig disqualifiziert. Das ist ein unglaublicher Vorwurf.

 

Kann mir bitte jemand sagen, warum wir in Deutschland einen "Gegner" - wenn uns kein anderes Argument mehr einfällt - immer in die Nähe von Nazi-Schergen rücken müssen?? :angry:

 

Den 4, die so abgestimmt haben, daß sie das nachvollziehen können, möchte ich zurufen, daß es sich bei so einem Vergleich um eine ungeheure Beleidigung der Opfer des Nationalsozialismus handelt. :blink:

 

Fragt mal eine jüd. Familie, wo vielleicht nur einer von 30 überlebt hat.... ob sie Herrn Hasenhüttl in dieser Weise verfolgt sehen! :unsure:

Edited by Edith
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Guest Ketelhohn

»Mich fasziniert es wie leicht es Euch fällt, Kommentare und Urteile hier abzugeben, ohne den genauen "Text" zu kennen.« (pmn)

 

Sag mal, Peter, warst du es nicht, der hier regelmäßig laut und ach! gar empört über jede Andeutung eines „Nazi-Vergleichs“ aufheulte, wenn es um Euthanasie oder Abtreibung ging? Bemerkenswert, wie du hier flugs relativierst.

 

Laß es mich frei heraus sagen: Einen vergleichbar widerwärtigen Heuchler habe ich bisher nur in fiktionalen Texten angetroffen. Ich werde dich künftig nicht PMN nennen, sondern TPB (Tobias Preisgott Burton).

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Für mich scheint der »Nazi-Vergleich« in der Umgangssprache mehr und mehr zu einer Chriffre für »gänzlich indiskutabel«, »völlig außer Betracht«, »unmäßig ungerecht« zu werden.

 

Ich würde die Äußerungen aus dieser Sicht etwas relativieren – um dann aber doch hinzuzufügen, dass Herr Hasenhüttl nicht mehr korrekt zwischen Opfer und »Täter« unterscheidet. Was an anderer Stelle Sven über Bischof Müller sagte – sinngemäß etwa, dass er kein Medienbewusstsein hat und einfach nur ein unbeholfenes Interview ableferte, könnte für Herrn Hasenhüttl sprechen.

 

Andererseits befürchte ich, dass Herr Hasenhüttl das (noch vorhandene) Medienecho bewusst kalkuliert. Dann wäre ein solcher Auftritt vor einer säkularen Öffentlichkeit ein grober Verstoß gegen sämtliche Regeln des Anstands und der Geistlichen Unterscheidung. Er sollte sich nicht täuschen: Morgen redet niemand mehr von seinem Auftritt in der Gethsemane-Kirche.

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Für mich scheint der »Nazi-Vergleich« in der Umgangssprache mehr und mehr zu einer Chriffre für »gänzlich indiskutabel«, »völlig außer Betracht«, »unmäßig ungerecht« zu werden.

 

Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde Nazi-Vergleiche sehr schlimm, geradezu goebbelisch.

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Lieber Tobi,

 

>>Deshalb frage ich dich: Ist für dich die Katholische Kirche absolute Wahrheit?<<

 

nein, für mich ist die katholische Kirche nicht die absolute Wahrheit, sondern sie ist die Hüterin der absoluten Wahrheit.

 

Und deshalb die Gretchenfrage an Dich: wie hältst Du es mit der Eucharistie ?

 

Gruß

Erich

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Gott zum gruße,

 

Ich habe schon oft den Vorwurf an dei So genannte "Amtskirche" gehört ihr ginge es nur um Macht. Ich heilte das immer für Quatsch, zumal wenn diese selbsternennten Kirchenkritiker auf die Frage welche Macht die Kirche denn und allen voran die Bischöfe hätte be3tretense schweigen kam.

Meine Erfahrung ist eigentlich das es die Pfarrer sind die ohne großes nachdenken die entscheidungen aus Rom oder vom Bischof nachplapperten. Bei den Bischöfen gibt es schonn eher Kritik (z.B. den ehm. Bischof von Limburg als es um die Abtreibungsfrage ging).

 

Das jetzt ein Priester in den Chor der "Kirchenkritiker" mit einsteigt ist mir neu. aber vielleicht ist das nur eine psychologisch verständliche reaktion auf seine Suspendierung.

 

An der Mutter Kirche gibt es vieles zu Kritisieren, Machtmißbrauch gehört mit sicherheit nicht dazu.

 

Ciao!

Frank

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»Mich fasziniert es wie leicht es Euch fällt, Kommentare und Urteile hier abzugeben, ohne den genauen "Text" zu kennen.« (pmn)

 

Sag mal, Peter, warst du es nicht, der hier regelmäßig laut und ach! gar empört über jede Andeutung eines „Nazi-Vergleichs“ aufheulte, wenn es um Euthanasie oder Abtreibung ging? Bemerkenswert, wie du hier flugs relativierst.

 

Laß es mich frei heraus sagen: Einen vergleichbar widerwärtigen Heuchler habe ich bisher nur in fiktionalen Texten angetroffen. Ich werde dich künftig nicht PMN nennen, sondern TPB (Tobias Preisgott Burton).

Sach mal Robert,

kannst Du beim lesen nicht gleichzeitig denken ?

 

Der genaue Wortlaut des Interviews ist nicht verlinkt, sondern nur eine Redaktionmeldung.

 

NOCHMAL: ICH FRAGTE NACH DEM INTERVIEWTEXT !

 

 

Ein kleines Beispiel:

Und es ist ein Unterschied, ob jemand "Heuchler" sagt in einem Posting,

ODER

in einem Posting sich aufgeregt wird über einen dritten, über den ein zweiter in einem Artikel erzählt,

das er den dritten das Wort "Heuchler" hat sagen hören.

 

 

Robert, wenn du in einem Lexikon das Wort Heuchler aufschlägst, siehst Du dein eigenes Bild.

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Hallo Sven,

 

erstmal Danke für deine Aufklärung in Sachen Hochzeit, war sehr erleichtert, dass ein katholischer Priester am Werk war...*g*

 

NEIN! Das ist sie nicht im mindesten. Sie kann aber unabänderlich werden, wenn wir uns gegenseitig etwas vorlügen - etwa, daß eine Spaltung nicht besteht, wo sie vorhanden ist.

 

Ganz klar: wir müssen uns bewusst über die Spaltung sein. Das ist wichtig für das Verständnis unter Christen und schafft klare Fakten. Trotzdem zweifle ich daran, dass alle Kirchen je zu Eins werden. Denn die Mauern sind vorhanden. Damit sie zerstört und niederkrachen würden, müsste entweder der Papst auf sein Amt verzichten, die Ostkirchen auf ihre Eigenständigkeit oder die Protestanten auf ihre evangelische Freiheit. Wer könnte so was für möglich halten?

Aber das können wir nicht einfach überspringen und gleich zur Einheit übergehen, bevor wir Einigkeit haben

 

Richtig, und deshalb fand ich den Ökumenischen Gottesdienst in Berline nicht den richtigen Ort für eine gemeinsame Eucharistie, kommt doch der Verdacht auf, dass mit einem Schlag- und sehr medienwirksam-die Schranken überkreuzt werden können. Ich verlange keine sofortige Einheit, doch Toleranz und Respekt voreinander ist der erste, wenn auch, kleine Schritt zu einer gewissen Einheit- nämlich indem man toleriert, lebt man Jesus Werte und ist somit ganz in seinem Sinne einig. Allerdings beschleicht mich das Gefühl- auch in diesem Forum- dass in den Köpfen vieler die Schranken, sogar die Ablehnung gegenüber Protestanten größer sind als auf dem Papier. Woher, frage ich mich, kommt diese Überlegenheit her? Welches Recht hat man, Menschen aufgrund ihrer Konfession abzulehnen? Das ist ein ewiges Geheimnis, das ich wohl nicht lüften kann.

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Hallo Erich,

 

nein, für mich ist die katholische Kirche nicht die absolute Wahrheit, sondern sie ist die Hüterin der absoluten Wahrheit.

 

Eine schöne Formulierung, mit der man sich trotzdem in der Zwickmühle befindet. Wenn du behauptest, die Katholische Kirche hütet die absolute Wahrheit, setzt das voraus, das alles, was sie verkündet, Kern jener Wahrheit ist. Ist das der Fall? Oder kann es etwa nicht sein, dass auch eine Bischofskonferenz oder ähnliches eine Entscheidung treffen kann, die zwar sinnvoll und in unseren Augen richtig ist, tatsächlich aber an der absoluten Wahrheit, jenem geheimnisvollem Phänom, vorbeistreift? "Es irrt der Mensch, solang er strebt," zitiere ich, um deiner Faustfrage mit einer Faustanwort zu entgegnen.

 

Tatsächlich ist für mich persönlich die Bibel, die Worte Jesu, die absolute Wahrheit. Demnach ist für mich die Eucharistie Teil der Wahrheit, weil sie das verwirklicht, worum Jesus bat. Doch wie, um hier ein Beispiel zu nennen, ist es zum Beispiel mit dem Zölibat? Es gibt, zugegeben, Auszüge aus der Bibel, die für jenen sprechen, wie zum Beispiel Matthäus, 19, 12.

Es gibt aber auch jene Geschichte, in der Jesu die Schwiegermutter Petrus heilt. Also, gerade jener, der den "Fels" der Kirche darstellt, war verheiratet. Dass das Zölibat erst 600 Jahre nach Jesu Wirken eingeführt worden ist, macht die ganze Sache nicht einfacher und stellt für mich in Frage, ob im Zölibat die absolute Wahrheit eingebettet ist...

Die Kirche ist sehr wohl Hüterin der Wahrheit, trotzdem mit Einschränkung, da sie den Schatz, den sie birgt, vielleicht nicht immer im Maßstab der absoluten Wahrheit weitergibt. Gruß Tobi

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Hallo Erich,

 

nein, für mich ist die katholische Kirche nicht die absolute Wahrheit, sondern sie ist die Hüterin der absoluten Wahrheit.

 

Eine schöne Formulierung, mit der man sich trotzdem in der Zwickmühle befindet. Wenn du behauptest, die Katholische Kirche hütet die absolute Wahrheit, setzt das voraus, das alles, was sie verkündet, Kern jener Wahrheit ist. Ist das der Fall? Oder kann es etwa nicht sein, dass auch eine Bischofskonferenz oder ähnliches eine Entscheidung treffen kann, die zwar sinnvoll und in unseren Augen richtig ist, tatsächlich aber an der absoluten Wahrheit, jenem geheimnisvollem Phänom, vorbeistreift? "Es irrt der Mensch, solang er strebt," zitiere ich, um deiner Faustfrage mit einer Faustanwort zu entgegnen.

 

Tatsächlich ist für mich persönlich die Bibel, die Worte Jesu, die absolute Wahrheit. Demnach ist für mich die Eucharistie Teil der Wahrheit, weil sie das verwirklicht, worum Jesus bat. Doch wie, um hier ein Beispiel zu nennen, ist es zum Beispiel mit dem Zölibat? Es gibt, zugegeben, Auszüge aus der Bibel, die für jenen sprechen, wie zum Beispiel Matthäus, 19, 12.

Es gibt aber auch jene Geschichte, in der Jesu die Schwiegermutter Petrus heilt. Also, gerade jener, der den "Fels" der Kirche darstellt, war verheiratet. Dass das Zölibat erst 600 Jahre nach Jesu Wirken eingeführt worden ist, macht die ganze Sache nicht einfacher und stellt für mich in Frage, ob im Zölibat die absolute Wahrheit eingebettet ist...

Die Kirche ist sehr wohl Hüterin der Wahrheit, trotzdem mit Einschränkung, da sie den Schatz, den sie birgt, vielleicht nicht immer im Maßstab der absoluten Wahrheit weitergibt. Gruß Tobi

Das Fette habe ich herausgehoben, weil es falsch ist und auch Erichs Aussage auch verdreht.

 

Ich kenne Deine Bibelausgabe nicht, Tobi, aber meine sagt, dass Petrsu verheiratet war und alles verließ um Jesus nachzufolgen. Da die Heilung der Schwiegermutter ziemlich früh erfolgte, könnte man doch, ja, man könnte doch annehmen, dass er vor dem Treffen mit Jesus geheiratet hatte. na sowas.

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Lieber Tobi,

 

>>Tatsächlich ist für mich persönlich die Bibel, die Worte Jesu, die absolute Wahrheit.<<

 

solche Worte ziehen mir immer die Schuhe aus. :blink:

 

Ich frag dich also „welche Bibel“ meinst Du??

 

Du meinst doch wohl die Bibel, die ca. 350 „festgezurrt“ wurde – das Erstlingswerk der Kirche, welche die Hüterin der Wahrheit ist. Hätte sie die Wahrheit der Schrift nicht gegen Verfälschungen gehütet, hättest Du heute als Grundlage eine Bibel des Arian oder sonst irgend eines Härertikers – vielleicht die des Hasenhüttels.

 

Gruß

Erich

Edited by Erich
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Es stimmt, lieber Ralf, tatsächlich könnte man annehmen, dass Petrus vor Jesus verheiratet war. Nirgends ist jedoch von der Scheidung dessen zu lesen. Hätte Petrus sich nicht geschämt, Jesus gerade in dem Haus seiner Schwiegermutter zu sehen, wenn er zu der Liebe zu seiner Frau nicht stand? Übrigens, du hast das Wort "alles" aus meinem Text markiert und dann geschrieben, dass es falsch sei. Erklärungsbedarf!

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Tut mir leid, Erich, wenn ich dir die Schuhe ausgezogen habe...war nicht meine Absicht!

Ich hatte nicht die Absicht, die Kirche im Allgemeinen der absoluten Wahrheit entgegenzusetzen. Gerade vorhin habe ich doch geschrieben, dass sie wirklich Hüterin der Wahrheit ist, dass dieser Status aber nicht voraussetzt, dass man diese immer richtig interpretiert.

Ich bin sehr froh darüber, dass die Kirche die Bibel vor fremden Einflüssen geschützt hat. Doch dass die Kirche die Geschichte Jesu verteidigt hat, heißt ja nicht, das alles (!) was sie macht oder sagt, korrekt ist. Beispiel Inquisition.

 

Gewundert habe ich mich über deinen sehr hinkenden Vergleich, Hasenhüttl auf die Ebene eines Ketzers zu stellen. Es ist schon sehr traurig, dass Ökumeniker in so einer brutalen Art und Weise abgelehnt werden. Reicht es nicht schon, dass die katholische Kirche Judenchristen, die Ostkirche und die Protestanten verloren hat? Müssen wir uns denn immer wieder spalten? Gruß Tobi

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Gewundert habe ich mich über deinen sehr hinkenden Vergleich, Hasenhüttl auf die Ebene eines Ketzers zu stellen. Es ist schon sehr traurig, dass Ökumeniker in so einer brutalen Art und Weise abgelehnt werden. Reicht es nicht schon, dass die katholische Kirche Judenchristen, die Ostkirche und die Protestanten verloren hat? Müssen wir uns denn immer wieder spalten? Gruß Tobi

 

Hasenhüttl als Ökumeniker zu sehen ist ungefähr so, wie der japanischen Walfangflotte die Leitung von Greenpeace anzuvertrauen. Ich weiß nicht, warum es so schwer zu verstehen ist, dass nicht derjenige spaltet, der in Treue zur erkannten Wahrheit in Liebe den Dialog sucht, sondern derjenige, der versucht, Glaubensaussagen im Sinne der eigenen Klientel kleinzuschneiden.

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