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Warum?


Ironheart

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Zitat von Stefan am 17:38 - 26.März.2003


Zitat von ThomasBloemer am 17:34 - 26.März.2003

 

Die Kirche hat gerade in den Leidenden und Kranken immer Abbilder des leidenden Herrn gesehen und tut es bis heute.

 

Könnt ihr nachvollziehen, nur nachvollziehen - nicht zustimmen, dass diese Glorifizierung des Leids auf Aussenstehende extrem befremdlich wirkt.


 

Ja, kann ich.

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Ich danke euch allen für eure Antworten, sie haben meine Frage zwar nicht beantwortet, aber sie gaben mir die Anregungen für Gedanken, die mir vielleicht helfen. Mein Bruder ist 18 Jahre alt und mit ca. 6 Jahren wurde die Krankheit diagnostiziert. Über seine Krankheit konnte er nichts sagen, ich glaube selbst wenn er sich hätte ausdrücken können, ist es fraglich ob er überhaupt begreift was mit ihm passiert. Und um es klar zu sagen: Ich suche keinen Schuldigen, ich versuche nur, Erklärungen zu finden, Antworten auf meine Fragen. Ich habe dieses Forum gesucht, weil ich wieder glauben möchte, ich möchte wieder eine Grundlage für mein Leben haben und wirklich gerne an Gott glauben, es ist nur ziemlich schwer.....

 

 

Ironheart

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Lieber Ironheart!

 

Es gibt ja in der Theologie eine ganze Wissenschaft, die sich mit der Frage 'Warum', näherhin mit der Frage 'Wieso lässt der allmächtige und gute Gott, an den wir glauben, all das Übel, Böse und Leit in der Welt zu?' Hier gibt es auch philosophisch-theologische Antwortversuche, die dir in deiner Situation allerdings wenig tröstlich sein werden, deshalb unterlasse ich es, dich mit einem solchen zu konfrontieren.

 

Letztendlich - und das wird mir immer deutlicher - bleibt uns nichts anderes übrig, als das Leid verständnislos, aber ergebend und gläubig annehmen, und dabei unseren Blick auf Christus am Kreuz richten, der dort auch gefragt hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

Ich möchte aber dennoch versuchen, unseren Blick in eine etwas andere Richtung zu lenken und zu sagen:

 

Wie kann man sagen, dass es einen Gott gibt, angesichts dem vielen Bösen auf der Welt, fragen wir, und erhalten keine überzeugende Antwort.

Wir fragen aber NIE, wie kann man sagen, dass es KEINEN Gott gibt, angesichts des vielen GUTEN, was es trotz allem auf der Welt gibt, weil wir darauf nun schon gar keine Antwort erhalten würden.

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orier:

 

Lieber Ironheart!

 

Es gibt ja in der Theologie eine ganze Wissenschaft, die sich mit der Frage 'Warum', näherhin mit der Frage 'Wieso lässt der allmächtige und gute Gott, an den wir glauben, all das Übel, Böse und Leit in der Welt zu?' Hier gibt es auch philosophisch-theologische Antwortversuche, die dir in deiner Situation allerdings wenig tröstlich sein werden, deshalb unterlasse ich es, dich mit einem solchen zu konfrontieren.

 

Letztendlich - und das wird mir immer deutlicher - bleibt uns nichts anderes übrig, als das Leid verständnislos, aber ergebend und gläubig annehmen, und dabei unseren Blick auf Christus am Kreuz richten, der dort auch gefragt hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

Ich möchte aber dennoch versuchen, unseren Blick in eine etwas andere Richtung zu lenken und zu sagen:

 

Wie kann man sagen, dass es einen Gott gibt, angesichts dem vielen Bösen auf der Welt, fragen wir, und erhalten keine überzeugende Antwort.

Wir fragen aber NIE, wie kann man sagen, dass es KEINEN Gott gibt, angesichts des vielen GUTEN, was es trotz allem auf der Welt gibt, weil wir darauf nun schon gar keine Antwort erhalten würden.

 

 

Claudia:

Hallo Orier,

 

Letztendlich - und das wird mir immer deutlicher - bleibt uns nichts anderes übrig, als das Leid verständnislos, aber ergebend und gläubig annehmen, und dabei unseren Blick auf Christus am Kreuz richten, der dort auch gefragt hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

Wie bitte? DAS bleibt *uns* nur? Wenn wir kein kritisches Denken betreiben können, wenn wir nicht fähig sind, etwas zu hinterfragen, wenn wir einfach nur gläubig und demütig sind - dann vielleicht. Bist Du so gering, so klein, daß Du dem Gedanken völlig hilflos gegenüber stehen mußt, ohne mögliche Konsequenzen zu erfassen und Dein Denken und Handeln auch mal zu *ändern*????

 

*Schafe* folgen ihrem Hirten bedingungslos, kritiklos, treu ergeben, gehorsam, BLIND. Bist Du ein Schaf?

 

Wie kann man sagen, dass es einen Gott gibt, angesichts dem vielen Bösen auf der Welt, fragen wir, und erhalten keine überzeugende Antwort.

Wir fragen aber NIE, wie kann man sagen, dass es KEINEN Gott gibt, angesichts des vielen GUTEN, was es trotz allem auf der Welt gibt, weil wir darauf nun schon gar keine Antwort erhalten würden.

 

Nein, das können wir schon fragen.

Wie lautet die Antwort? Es gäbe vielleicht einen solchen Gott, aber dann ist er nicht NUR-gut, und wir müßten ihn nicht nur anbeten, sondern wir dürften ihn auch kritisieren. Oder aber - ein Gott, der geschöpft hat, und dem seine Schöpfung egal ist. Oder oder oder...

 

Bloß einen Gott, der gütig, liebend und allmächtig ist, den sehe ich nirgends. Es sei denn, ich schaue mit Deinem Blick - völlig unkritisch, demütig, gehorsam, erschreckend naiv - aber sehr menschen-fremd (denn der Mensch ist fähig zum logischen Denken und zu mehr fähig als zu blindem hilflosen Gehorsam), dann sehe ich diesen Gott vielleicht auch....

 

Viele Grüße,

Claudia

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Zitat von ThomasBloemer am 20:00 - 26.März.2003

....das Leid ist ja für uns gerade Folge des Sündenfalls...


 

Neulich hab ich versucht Dir zu erklären, daß Leid eine Folge des Ungehorsams von Adam und Eva ist, da schriebst Du, nahezu alles, was ich schrieb (viel mehr war´s ja gar nicht) wäre falsch-

 

WAS DENN NUN????

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Zitat von Claudia / Lichtlein

orier:

 

Wie bitte? DAS bleibt *uns* nur? Wenn wir kein kritisches Denken betreiben können, wenn wir nicht fähig sind, etwas zu hinterfragen, wenn wir einfach nur gläubig und demütig sind - dann vielleicht. Bist Du so gering, so klein, daß Du dem Gedanken völlig hilflos gegenüber stehen mußt, ohne mögliche Konsequenzen zu erfassen und Dein Denken und Handeln auch mal zu *ändern*????

 

*Schafe* folgen ihrem Hirten bedingungslos, kritiklos, treu ergeben, gehorsam, BLIND. Bist Du ein Schaf?

 


 

Du hast mich völlig falsch verstanden. Ich habe geschrieben: LETZENDLICH, d.h. in einem letzten Schritt bleibt uns nichts anderes übrig, als die Realität des Leides anzunehmen und dabei aufs Kreuz zu schauen, da wir keine überzeugende Antwort auf die Warum-Frage erhalten. Das bedeutet natürlich überhaupt nicht, dass wir uns mit unserer Vernunft nicht doch uns mit diesen Fragen intensiv auseinandersetzen sollen. Ich studiere seit mehreren Jahren Philosophie und Theologie und mache natürlich fast nichts anderes. Aber trotz dieses Studiums hat mir bisher die Philosophie noch keine überzeugende Antwort gegeben! Die Theologie schon eher! Also nichts mit blind einem Hirten folgen!

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Hallo orier,

 

Du hast mich völlig falsch verstanden. Ich habe geschrieben: LETZENDLICH, d.h. in einem letzten Schritt bleibt uns nichts anderes übrig, als die Realität des Leides anzunehmen und dabei aufs Kreuz zu schauen, da wir keine überzeugende Antwort auf die Warum-Frage erhalten.

 

Dann habe ich Dich wohl wirklich falsch verstanden... heißt das, wir fragen und fragen und fragen - und erhalten keine *zufriedenstellende* Antwort?

Könnte es daran liegen, daß *wir* in die falsche Richtung fragen, oder aber, die Parameter für die Fragen so eng stellen, daß wir gar keine anderen Antworten erwarten *können*?

Oder daran, daß *wir* die Antworten verwerfen, die unser Ego nicht zufrieden stellt?

 

Aber trotz dieses Studiums hat mir bisher die Philosophie noch keine überzeugende Antwort gegeben! Die Theologie schon eher! Also nichts mit blind einem Hirten folgen!

 

Wie wäre es mit den Naturwissenschaften?

 

Und: was beantwortet die Theologie Deiner Meinung nach besser? Den einzigen Unterschied, den ich wirklich sehe, ist, daß die Philosophie leider keine Antwort gibt, die da sagt *es hat doch einen tieferen Sinn für DICH, den Einzelnen* und damit das gläubige Ego aufwertet. Das schafft keine Naturwissenschaft, keine Philosophie. Das schafft nur die Theologie.

 

Wird es damit *die Wahrheit* oder *die bessere Antwirt*, weil es DICH direkt anspricht?

 

Viele Grüße,

Claudia

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Zitat von Claudia am 19:25 - 6.April.2003

Hallo

 

Wie wäre es mit den Naturwissenschaften?


 

Na, dann mach mal einen Vorschlag, welche Antwort die Naturwissenschaften auf die Realität des Leids zu geben vermögen. Ich bin gespannt.

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