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Kein Fleisch in der Fastenzeit


lonesome

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Die Sonntage sind keine Fasttage.

 

Dadurch kommt nämlich die Länge der Fastenzeit zustande, das sind ja eigentlich 40 Tage in Anlehung an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete. Von morgen bis Ostern sind es aber 46 Tage.

 

Zieht man die Sonntage ab, bleiben genau 40.

 

Das mit den Sonntagen wurde im Mittelalter eingeführt, als es dem Adel (und auch der hohen Geistlichkeit) unzumutbar erschien, so lange auf einen saftigen Braten verzichten zu müssen.

 

Für das gemeine Volk, das sowieso nur zu Weihnachten und Ostern Fleisch auf den Tisch bekam, bedeutete das allerdings nur, daß die Zeit ohne Musik und andere Vergnügen noch um eine Woche länger wurde, und so wurde die Änderung lange Zeit vom gemeinen Volk abgelehnt.

 

Die "alte" Fastnacht, die heute nur noch in Basel jeweils am Montag nach Aschermittwoch gefeiert wird (von da sind es genau 40 Tage bis Ostern), heißt daher bis heute im allemannischen Raum umgangssprachlich "Buurefasnet" (Bauernfastnacht) während die Fastnacht die wir kennen "Herrefasnet" (Herrenfastnacht) heißt.

 

Auch die schwäbische Redewendung "er kommt hinterdrei wia'd alt Fasnet" (er kommt hinterher wie die alte Fastnacht) kommt daher.

 

Werner

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Das mit den Sonntagen wurde im Mittelalter eingeführt, als es dem Adel (und auch der hohen Geistlichkeit) unzumutbar erschien, so lange auf einen saftigen Braten verzichten zu müssen.

Obwohl ich gerne bereit bin das zu glauben, ist es doch aber auch sinnig oder?

 

Am Sonntag, dem Fest der Auferstehung zu Fasten erscheint mir auch ein bißchen seltsam.

Ich stimme aber auch meinem Pfarrer zu, der gesagt hat, ein Christ der fastet, fastet auch sonntags.

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Nachtrag:

 

Es war die Synode von Benevent 1091 die die Sonntage aus der Fastenzeit herausnahm

 

Werner

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Also ich esse an den Fastenzeit-Sonntagen zwar Fleisch aber während der Fastenzeit gibt es bei uns keinen Nachtisch.

 

Der Fleischverzicht alleine wäre bei uns allerdings zugegebener Maßen auch kein richtiges Opfer, da es Braten oder Schnitzel sowieso nur Sonntags gibt und unter der Woche höchstens mal Mettwürstchen oder Hackfleisch.

 

Liebe Grüße

 

Flo

 

@Werner

Was heißt Deine Signatur auf Deutsch?

Edited by Flo77
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Eure Antworten passen genau in mein bisheriges Bild von der Fastenzeit hinein.

Aber in unserem aktuellen Pfarrbrief hat unser Pfarrer aus dem "Direktorium" des Bistums zitiert, und zwar so: "Das Fastengebot (Verzicht auf Fleischspeisen, einmalige Sättigung am Tage) am Aschermittwoch und Karfreitag verpflichtet zwischen dem vollendeten 18. bis zum Beginn des 60. Lebensjahres."

 

Heisst das jetzt, dass NUR an Aschermittwoch + Karfreitag kein Fleisch gegessen werden soll?

 

(Nebenbei: Was ist denn ein "Direktorium"?)

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Der Aschermittwoch und der Karfreitag sind von der Kirche gebotene Fast- und Abstinenztage.

 

Die Fastenzeit - besser: österliche Bußzeit - kennt solche fest definierten Gebote nicht.

 

Salopp gesagt, darfste Dir aussuchen, worauf Du verzichten willst, wobei die großen Themen Alkohol und Rauchen bei vielen sicher weiter oben stehen als der Fleischverzicht. Als ich Kind war, war der Verzciht auf Süßigkeiten angesagt - das halte ich während der fastenzeit eigentlich immer noch so, obwohl das kein großes Opfer ist (esse sowieso selten welche). Schwerer fällt es mir, die Chipstüte zuzulassen.

 

Und bei uns Rheinland gilt sowieso: Man muß auch mal auf ein Opfer verzichten können.

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"Das Fastengebot (Verzicht auf Fleischspeisen, einmalige Sättigung am Tage) am Aschermittwoch und Karfreitag verpflichtet zwischen dem vollendeten 18. bis zum Beginn des 60. Lebensjahres."

Heisst das jetzt, dass NUR an Aschermittwoch + Karfreitag kein Fleisch gegessen werden soll?

Vielleicht sollte man noch dazu sagen, daß die Kirchengebote zudem aussagen, daß grundsätzlich am Freitag jeder Woche (als dem Kreuzigungstag) auf Fleischspeisen verzichtet werden soll. (Wenn ich mich recht erinnere, könnte man eine Ausnahme machen, falls ein Hochfest 1. Klasse auf einen Freitag fällt).

 

Fasttage ist nicht gleich Verzicht auf Fleischspeisen, daher hebt der Pfarrer Aschermittwoch und Karfreitag besonders hervor, tatsächlich kann aber an viel mehr Tagen "verzichtet" werden.

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Vielleicht sollte man noch dazu sagen, daß die Kirchengebote zudem aussagen, daß grundsätzlich am Freitag jeder Woche (als dem Kreuzigungstag) auf Fleischspeisen verzichtet werden soll. (Wenn ich mich recht erinnere, könnte man eine Ausnahme machen, falls ein Hochfest 1. Klasse auf einen Freitag fällt).

 

Fasttage ist nicht gleich Verzicht auf Fleischspeisen, daher hebt der Pfarrer Aschermittwoch und Karfreitag besonders hervor, tatsächlich kann aber an viel mehr Tagen "verzichtet" werden.

Soll, aber nicht muss

 

Anstatt kein Fleisch zu essen, kannst du auch am Freitag auf irgend etwas anderes verzichten.

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1. das direktorium ist ein kleines büchleich. eine art jahreskalender, in dem für das jahr aktuell die feste eingetragen sind. d.h. spannend ist ein direktorium für jemanden, der sich auskennt, nur an tagen, wo es kritisch wird und zwei feste zusammenfallen oder ein sonntag mal verdrängt wird oder wie auch immer...

darin finden sich auch praktische hinweise z.b. zur fastenzeit.

 

2. fast- und abstinenztag.

fasttag bezieht sich auf das gebot der einmaligen sättigung

abstinenz bezieht sich auf den verzicht der fleischspeisen.

an aschermittwoch und karfreitag ist das geboten, sonst erlaubt.

 

3. genau wie beim freitagsopfer kann das opfer der fastenzeit in anderen dingen bestehen als im fleischverzicht. man kann z.b. auch etwas positives tun anstatt etwas schlechtes zu unterlassen.

 

4. hochfeste sind immer 1. klasse

die klassenbezeichnung von festen ist im übrigen seit dem vatikanum II abgeschafft...

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Ich denke, Fasten bedeutet, auf etwas zu verzichten, was einem sehr wichtig ist. Für einen Vegetarier ist ja der Verzicht auf Fleisch kein Opfer. :lol: Aber vielleicht ist er ein echter Schokoholic oder ist ständig auf Achse.

Dann sollte er dort sein Fasten ansetzen.

Fasten ist schließlich auch eine Durchbrechung des gewohnten Alltagstrotts, um zu sich selbst und zu Gott zu finden. Deshalb finde ich toll, was eine Freundin immer zur Fastenzeit tut: Sie wählt sich irgendein Buch der Bibel aus, und und beschäftigt sich in der Fastenzeit intensiv damit. Da sie sonst eher ein Lesemuffel und Fernsehjunkie ist, ist es für sie auch irgendwie ein Opfer. :blink:

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Grins NoSaint - Du triffst bei mir den Nagel auf den Kopf - auf Fleisch zu verzichten fällt mir mehr als leicht. Das wäre in der Tat kein Opfer für mich.

 

Ich habe in den letzten Jahren mir immer für die Fastenzeit etwas besonderes vorgenommen - entweder einen richtigen Verzicht auf etwas, das mir wichtig ist oder etwas zu tun, was auch in irgendeiner Weise ein "Opfer" bedeutet. (z.B. Zeit nehmen für Gebet oder Meditation genau dann, wenn man z.B. sonst immer eine Lieblingssendung im Fernsehen sieht.)

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@Werner

Was heißt Deine Signatur auf Deutsch?

Falls Werner001 es übesehen hat:

 

oida ouden eidos = Ich weiß, daß ich nichts weiß.

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Falls Werner001 es übesehen hat:

 

Danke, das hab ich tatsächlich übersehen.

 

Der Ausspruch wird Sokrates zugeschrieben, der damit aber nicht sagen wollte, daß er dumm sei, sondern daß der Mensch immer offen sein muß, dazuzulernen.

 

Ausserdem gilt natürlich:

Jemand der nichts weiß und weiß, daß er nichts weiß, weiß mehr als einer der nichts weiß und nicht weiß, daß er nichts weiß!

 

:blink:

 

Werner

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Die Fastenzeit dient der Rundum-Erneuerung an Leib und Seele.

 

Das kann man zum Anlass nehmen ab- oder zuzunehmen bis zum Normalgewicht.

 

In der Tat geht es um die Neuausrichtung auf Gott, nicht um Äußerlichkeiten wie Fleischverzicht oder Fischverzehr.

 

Und es geht auch nicht um religiös motivierte Essstörungen.

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Das kann man zum Anlass nehmen ab- oder zuzunehmen bis zum Normalgewicht.

 

Na, da hab’ ich was zu tun … :blink:

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Der erste Tag ist bald geschafft :P – knurrt Euch auch so der Magen? :blink:

Gruss

Ziska

Ich habe bisher nur Kaffe getrunken. Da merke ich erst mal, wie ich sonst nebenbei richtig viel esse. So die "Nebenbei-Snacks". Muss eigentlich nicht sein.

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habe auch nur heute mittag was gegessen und gerade habe ich mir eine scheibe brot und eine tasse kakao gegönnt.

Es ist schon ziemlich irre, wenn man merkt, wie Essen sonst dazugehört und wie viel man ist!

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habe auch nur heute mittag was gegessen und gerade habe ich mir eine scheibe brot und eine tasse kakao gegönnt.

Es ist schon ziemlich irre, wenn man merkt, wie Essen sonst dazugehört und wie viel man ist!

Hmmm, heute habe ich bisher immer noch nichts gegessen. Eigentlich ganz praktisch. Die gesparte Zeit kann man zum posten verwenden ... :blink:

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Man kann natürlich auch andere Fastenopfer bringen als sich vegetarisch zu ernähren oder abzunehmen.

 

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Vorbereitung auf den Weltjugendtag.

 

Da könnte man doch in der Fastenzeit zum Beispiel neben Studium, Schule oder Beruf noch eine weitere Sprache lernen.

 

Wie wäre es mit Polnisch, Spanisch oder Italienisch zum Beispiel?

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Da könnte man doch in der Fastenzeit zum Beispiel neben Studium, Schule oder Beruf noch eine weitere Sprache lernen.

Hallo Overkott

Geht es in der Fastenzeit nicht viel mehr darum, den ganzen täglichen "Firlefanz" etwas einzudämmen und sich Zeit und Ruhe zu nehmen, um sein Herz neu auf Gott auszurichten? Eine neue Sprache des Herzens zu lernen wäre wohl das beste.

Gruss

Ziska

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Natürlich sollte man sich Sonntags besinnen, neu auf Gott ausrichten und seine Motivation überdenken.

 

Denn was wären alle Sprachen, hättest du aber die Liebe nicht?

 

Aber dann kann man in der Fastenzeit AMDG ruhig ein paar zusätzliche Vokabeln pauken.

 

Vielleicht wird es Gott schon in den Sommerferien vergelten.

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