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Warum Leiden?


Becka
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Ich stehe vor einem persönlichen Problem - vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.

 

Schon seit längerem beschäftigt mich eine Frage auf die ich keine plausible Antwort finde (und vermutlich gibt es sie auch nicht).

Ich glaube jeden von uns hat es schon einmal in irgendeiner Form betroffen, dass ein Bekannter, Verwandter, Freund früh sterben musste, oder jemand schwer krank wurde, leiden musste, …

Ich bin in unserer Pfarre Jungendbetreuer und auch sonst wurde mir schon oft die Frage gestellt warum Gott das alles zulässt, warum Menschen so früh aus dem Leben gerissen werden, …

 

Ich bin zwar nicht unmittelbar davon betroffen, aber vor kurzem haben wir in einer Runde darüber gesprochen, in der ich die einzige „Gläubige“ war. Umso schwieriger war es daher für mich „Argumente“ oder Trost für eine Betroffene zu finden.

 

Seit dieser Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir klar, dass ich einfach selbst keine Antwort, die auch für Nicht-Gottesgläubige zusprechen und aufrichtend sein kann, darauf finde. :blink:

 

Was sagt ihr dazu warum manche von solchen „Schicksalsschlägen“ heimgesucht werden?

 

Vielen Dank schon im Vorhinein für eure Antworten!

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Hallo Becka,

 

willkommen hier im Forum!

 

Es kann wohl niemand eine Antwort auf die Frage warum manchen Menschen Leid wiederfährt geben. Und warum manche Menschen früh sterben müssen ist auch so eine Frage die wohl keine Antwort finden lässt.

 

Vielmehr geht es in meinen Augen darum, den Menschen, die von einem solchen Leid betroffen sind, beizustehen. Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich Dir sagen, dass Trauernde zwar sehr oft die Frage nach dem "Warum?" stellen, aber sie ja schon wissen, dass man ihnen keine Erklärung liefern kann.

 

Wichtig ist es aber, dass Menschen, die trauern, hadern, etc. jemanden haben, der ihnen zuhört. Ganz oft ist es so, dass selbst angeblich gute Freunde in Notsituationen nicht sichtbar sind. Ganz oft passiert das aus der Angst heraus, der Situation nicht gewachsen zu sein. Aber wenn man sich einmal darauf einlässt, jemandem in Not beizustehen, dann merkt man, dass gar nicht viel nötig ist um zu helfen.

 

Und bei all den Fällen, wo ich Trauernde begleitet habe ging es nie darum, dass von mir eine Antwort auf die Warum-Frage erwartet wurde.

 

Wenn es um das Thema Tod geht haben wir Christen halt noch einen Trumpf im Ärmel - wir glauben daran, dass mit dem Tod eben nicht alles aus ist. Wir vertrauen darauf, dass die Verstorbenen bei Gott sind. Und das gibt trotz aller Traurigkeit Trost. Es wird deswegen keine Träne weniger geweint und die Lücke, die der Verstorbene hinterlässt, ist keinen Milimeter kleiner. Aber die Hoffnung, dass die Zusagen unseres Glaubens mit dem Tod offenbar werden, ist sehr tragfähig!

 

Ich denke das Allerwichtigste ist: Da-sein! Hört sich ja nicht nach besonders großer Hilfe an - aber ich denke, das ist das Wesentliche. Da-sein und Zuhören.

 

Liebe Grüsse. Wattoo

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Hallo Becka,

 

wir haben hier im Forum seit Jahren diese Frage immer wieder auf dem Tisch, wobei die Motivationen zur Fragestellung jeweils anders gelagert sind. Einerseits ist es ein beliebtes Argument gegen Gott, denn die Kombination Leid & Liebe & Allmacht wirft nun einmal die Frage auf, wie ein Gott, der liebend und allmächtig ist, das Leid zulassen kann. Wäre er allmächtig, müsse er doch einen Weg ohne Leid finden.

 

Und dann geht es los, und über endlose Postings und Gegenpostings kommen alle genau an der Stelle an, die du schon nanntest: Es gibt keine Antwort, die plausibel und einfach verständlich diese Aspekte unter einen Hut bekommt.

 

Aus Frust und /oder Unverständnis kommt dann u.U. die Reaktion: Mit diesem Gott will ich nichts zu tun haben, er hat mir diesen meinen geliebten Menschen genommen! Womit wir bei der Frage der Vorherbestimmung wären, die genug Platz für ein eigenes Thema bietet. Wenn man der Frage weiter nachgeht, und der Vorherbestimmung (Gott hat sich diesen oder jenen ausgeguckt und ihm Krebs verpasst) verläßt, wird das Dilemma ja auch nicht kleiner: Gott hätte es dann ja verhindern oder heilen können.

 

Aber ist das so mit dem Gott, der den Kreuzestod seines Sohnes nicht verhindert hat? Schon hier liegt die Antwort auf die eine Teilantwort der Christen auf diese Fage: Jesus ist nicht vom Kreuz herabgestiegen, er ist gestorben.

 

Und er ist auferstanden.

 

Gott führt uns Menschen nicht um den Tod und das Leid herum, er begleitet uns mitten hindurch. Er ist der, der da ist, wo wir sind. Und wo immer wir auch sein werden.

 

Und dann schließt sich der Kreis wieder mit Wattoos Antwort.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Hallo!

Ich habe mal ein hervorragendes Buch gelesen! Es hieß "Warum lässt der gute Gott uns leiden". Leider habe ich den Namen des Autors vergessen. :blink:

Ein Aspekt darin war (er klingt aber sehr makaber finde ich), dass wenn es kein Leid auf der Welt gäbe, wir auch das Gute nicht zu schätzen wüssten...

Mit dem Sterben ist das so ne Sache... Mir ist mein Cousin und bester Freund mit 16 Jahren gestorben... Und DADURCH bin ich gläubig geworden... Es bringt nicht immer nur Leid mit sich!

Liebe Grüße

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dr-esperanto

Unser Leben hier ist eben eine Prüfung. Und unsere Verstorbenen sind bei Gott, warum tun wir so, als wäre der Tod so schlimm? Er ist doch der Eintritt zu einem viel besseren Leben!

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Guest Claudia

Es gibt darauf viele mögliche Antworten: Gott ist nicht die reine Liebe, Gott existiert gar nicht, Gott will Gutes UND Böses, Gott kümmert sich gar nicht um uns... da aber diese Antworten nicht gut zum Glaubensbekenntnis der Kirchen passen, sagt man einfach *wir haben darauf keine Antwort*. Klingt besser als *Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge*.

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Vielleicht der groesste Teil allen Leidens in der Welt ist durch Menschen selbst verursacht. Krieg, Hunger, Folter, Missbrauch etc etc. Das sind Dinge die die Menschen selbst loesen koennten wenn sie nur wollten. Zuerst so viel Leid selbst verursachen und sich dann beschweren, dass Gott nicht die Suppe ausloeffelt die wir uns selbst eingebrockt haben, ist ziemlich seltsam.

 

Was Dinge wie Tod angeht: Wir haben eine Erwartungshaltung, dass die Welt anders sein sollte als sie ist. Wir planen unser ganzes Leben so als ob es keinen Tod oder Leid gaebe, und wenn er kommt schreien wir entsetzt "das haette mir doch einer mal sagen sollen". Religionen sagen uns aber generell, dass das Leben auf dieser Welt nur temporaer ist und wir uns hier nicht allzu haeuslich niederlassen sollten. Diese Welt ist nicht das Paradies. Und Religionen versuchen uns eben einen Weg zu weisen, wie wir erloest werden koennen. Eben vom Leiden dieser jetzigen Welt. Auch hier finde ich es auesserts seltsam, Gott anzuklagen. Nur weil die Welt nicht ganz genauso ist wie wir es gerne haetten.

 

Gruesse

 

Max

Edited by Max
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Guest Claudia

Die Fragestellerin bezog sich auf Krankheit und frühen Tod, so wie ich sie verstanden hab - vor allem DURCH Krankheit.

 

Dein Beitrag geht am Thema vorbei.

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Die Fragestellerin bezog sich auf Krankheit und frühen Tod, so wie ich sie verstanden hab - vor allem DURCH Krankheit.

 

Dein Beitrag geht am Thema vorbei.

Ne eben gar nicht. Nur weil Du meinst junge Leute sollten nicht sterben hat die Welt sich gefaelligst danach zu richten?

 

Tut mir leid, aus Deinem Beitrag klingt wieder mal die gewohnte Aggressivitaet und Verachtung gegenueber allem christlichen. Besonders das da.

 

Es gibt darauf viele mögliche Antworten: Gott ist nicht die reine Liebe, Gott existiert gar nicht, Gott will Gutes UND Böses, Gott kümmert sich gar nicht um uns... da aber diese Antworten nicht gut zum Glaubensbekenntnis der Kirchen passen, sagt man einfach *wir haben darauf keine Antwort*. Klingt besser als *Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge*.

 

Du lernst es echt nie...

 

max

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Es gibt darauf viele mögliche Antworten: Gott ist nicht die reine Liebe, Gott existiert gar nicht, Gott will Gutes UND Böses, Gott kümmert sich gar nicht um uns... da aber diese Antworten nicht gut zum Glaubensbekenntnis der Kirchen passen, sagt man einfach *wir haben darauf keine Antwort*. Klingt besser als *Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge*.

Claudia - das mag durchaus Deine Meinung sein aber es gab darüber ja schon eine ganze Menge an Diskussionen.

 

Für einen Menschen, der glaubt, sind solche Aussagen zum aus der Haut fahren! Vor allem der letzte Satz! :blink:

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Guest Claudia

Nein, ich lerne nie, wie man sich im Denken einschränken soll, vor allem: wieso?

 

Wenn Du einen liebenden Gott postulierst, kommst Du an massiven Widersprüchen - gerade die Theodizee-Frage - nicht vorbei.

 

Was ist an meinen Antworten sachlich falsch, Max?

 

 

++++++++++++++++++++++++

 

 

@Becka: wenn Du Deine Frage nur unter Christen beantwortet haben möchtest, solltest Du sie in den Glaubensgesprächen stellen. Hier dürfen auch Atheisten posten, die sich mit Glaubensinhalten kritisch auseinandersetzen und auch die Grundsätze und Dogmen in Frage stellen. Bitte versteh meine Antwort in diesem Zusammenhang.

 

Grüße,

Claudia

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Guest Claudia
Claudia - das mag durchaus Deine Meinung sein aber es gab darüber ja schon eine ganze Menge an Diskussionen.

 

Für einen Menschen, der glaubt, sind solche Aussagen zum aus der Haut fahren! Vor allem der letzte Satz! :blink:

Hallo Wattoo,

 

Recht hast Du wohl, aber wieso sollte sich auch ein Christ nicht mit anderen Antworten auseinander setzen?

 

(Das geht jetzt wieder stark in Richtung Denkverbots-Debatte...)

 

Ich find´s ehrlicher und offener so. Alles andere gehört doch in die GG.

 

Grüße,

Claudia

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Was ist an meinen Antworten sachlich falsch, Max?

Falsch ist, dassDeine Antwort nicht sachlich ist. Die Moeglichkeit, dass es eine andere Antwort gibt, als die Deinigen, schliesst Du vollkommen aus.

 

Ausserdem ist der Tonfall haemisch und spoettisch, eine Beleidigung fuer jeden Christen.

 

So will ich mit Dir nicht weiterdiskutieren. Das hab ich schon x-mal gesagt, ohne dass sich was geaendert hat.

 

max

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Hallo Claudia,

 

die Aussage, es gehe in Richtung Denkverbot, verbitte ich mir!

 

Du weisst genau, dass ich für jeden Gedanken offen bin. Aber wenn es in Richtung Beleidigungen geht werde ich sauer. Und Deine vermeintliche Antwort "Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge" tendiert in meinen Augen in Richtung Beleidigung!

 

Ausserdem bist Du hier im Forum F&A wo Du natürlich posten darfst aber der Bereich steht explizit unter der Prämisse: katholisch.

 

Daher sehe ich es durchaus als legitim an, Dir zu sagen, dass Deine Aussagen an der Grenze zur Beleidigung borden.

 

Wenn Du das als Denkverbot siehst sind wir doch sehr differenter Meinung! Ich empfinde es vielmehr als Verstoß gegen die Höflichkeit gegenüber den gläubigen Christen hier.

 

Etwas angesäuerte Grüsse! Astrid

Edited by Wattoo
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Guest Claudia

Lieber Max,

Die Moeglichkeit, dass es eine andere Antwort gibt, als die Deinigen, schliesst Du vollkommen aus.

(Max)

 

Nein, die anderen Antworten habt Ihr ja schon geschrieben. Ich hatte quasi nur ergänzt. Der Vollständigkeit halber, weil es doch arg einseitig ist. Das kommt spöttisch rüber, weil es Kritik an dem ist, was Du als Teil von Dir siehst (hab ich aber auch schon oft wiederholt).

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Lieber Max,
Die Moeglichkeit, dass es eine andere Antwort gibt, als die Deinigen, schliesst Du vollkommen aus.

(Max)

 

Nein, die anderen Antworten habt Ihr ja schon geschrieben. Ich hatte quasi nur ergänzt. Der Vollständigkeit halber, weil es doch arg einseitig ist. Das kommt spöttisch rüber, weil es Kritik an dem ist, was Du als Teil von Dir siehst (hab ich aber auch schon oft wiederholt).

Mehrere Teilnehmer stoeren sich an der Art wir Du etwas sagst.

 

Aber das prallt alles an Dir ab....

 

max

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Guest Claudia
Du weisst genau, dass ich für jeden Gedanken offen bin. Aber wenn es in Richtung Beleidigungen geht werde ich sauer. Und Deine vermeintliche Antwort "Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge" tendiert in meinen Augen in Richtung Beleidigung!

Hallo Astrid,

 

sind hier keine Antworten mehr erlaubt, die nicht im christlichen Rahmen liegen?

 

Keine vom Glaubensbekenntnis abweichenden?

 

Das Thema Denkverbote können wir hier nicht diskutieren, ohne daß sich Christen beleidigt fühlen würden. Wahrscheinlich geht das wirklich nicht. Sachlich halte ich es aber nach wie vor für richtig und könnte das auch begründen. Ich will aber keinen (weiterhin) beleidigen, daher werd ich mich jetzt hier aus dem Thread raushalten, okay?

 

Grüße,

Claudia

 

 

@Max: ich habe einfach in einer völlig anderen Denkrichtung geantwortet, die der Euren widerspricht. Sachlich kannst / willst Du dagegen nichts sagen. Dein Gefühl sagt Dir, daß ich Unrecht habe, aber einer sachlichen Diksussion weichst Du wieder aus... ich kann da auch nix weiter machen, sorry.

Edited by Claudia
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Hallo Claudia,

 

Es gibt darauf viele mögliche Antworten: Gott ist nicht die reine Liebe, Gott existiert gar nicht, Gott will Gutes UND Böses, Gott kümmert sich gar nicht um uns... da aber diese Antworten nicht gut zum Glaubensbekenntnis der Kirchen passen, sagt man einfach *wir haben darauf keine Antwort*. Klingt besser als *Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge*.

 

Jetzt muß ich doch auch einmal ein paar Worte dazu los werden: Um den Teil: "Es gibt darauf viele mögliche Antworten: Gott ist nicht die reine Liebe, Gott existiert gar nicht, Gott will Gutes UND Böses, Gott kümmert sich gar nicht um uns... " geht es bei dieser Diskussion vordergründig gar nicht. Wenn jemand tatsächlich in der Situation ist, mit außergewöhnlichem Leid - sei es das eigene, oder das anderer - konfrontiert wird, dann kannst du Gift drauf nehmen, daß jedem Katholik der ein oder andere Gedanke, den du da aufzählst, durch den Kopf schießt. Das ist auch nicht "verboten", daß das passiert, sondern völlig normal und menschlich. Jesus selbst hat in seinem Leiden gerufen; mein Gott, warum hast du mich verlassen.

 

Nebenbei könnte man Hiobs Klagerede zitieren. Der hat Gott ja auch ziemlich angegiftet mit: Warum ist das Licht gegeben, den Mühseeligen? Sprich mit: Warum hast du mich hier überhaupt auf die Welt gesetzt, wenn ich hier nur leiden soll. Das der da nicht recht gut auf Gott zu sprechen war, kann man ihm wohl abnehmen.

 

Zweifel, ob Gott uns gleichgültig ist, oder böses will, sind also völlig menschlich, nichts außergewöhnliches und schon gar kein Denkverbot.

 

Woran hier eher Anstoß genommen wird ist an dem: "....da aber diese Antworten nicht gut zum Glaubensbekenntnis der Kirchen passen, sagt man einfach *wir haben darauf keine Antwort*. Klingt besser als *Gott ist so, wie er uns gelehrt wird, eine große Lüge*."

 

Was mich hier vor allem erschreckt, ist nicht das was du sagst, sondern wie du es sagst. Der Unterton ist da fast lauter, als das, was da steht. Und eines verstehe ich nicht so ganz, wie du uns als Atheist diese Begründung in den Mund legen möchtest. Wenn du Gott nicht erfährst, schlichtweg an seine Existenz nicht glaubst, dann wäre für dich alles eine Lüge was wir sagen. Ob guter Gott und keine Erklärung, oder böser Gott und Lehre falsch , oder sonst irgendwelche Kombinationen davon. Anstatt eines Denkverbotes, müsstest du uns eher beschuldigen, daß wir 'über das Ziel hinaus denken' und an die Existenz eines Gottes glauben, den es nicht gäbe. Das "Denkverbot" wie Gott nun ist, und warum er Leid zulässt, liegt wenn überhaupt irgendwo, bei den Atheisten. Die glauben nämlich nicht an Gott und von daher ist für sie das Nachdenken über das warum Gott irgendetwas macht, völlig irrelevant.

Dann aber Christen, die aus ihrem Glauben und ihrer Gottesbeziehung und Erfahrung heraus antworten vorzuwerfen, sie würden nicht ehrlich antworten, wenn sie sagen keine Antwort auf diese Frage haben, finde ich zugegeben etwas sehr gewagt....

 

Wenn ich mit trauernden Gespräche führe, dann antworte ich auf so Fragen nicht mit einem Glaubensbekenntnis im Hinterkopf, oder achte darauf, was für den Ruf der Kirche und den Herren im Vatikan am besten klingt, sondern ich antworte aus meiner ganz persönlichen und eigenen Gottesbeziehung heraus. Und wenn ich dann für das keine Erklärung habe, dann sag ich das auch. Ich muß nicht auf alles eine Erklärung haben. Antworten gibts auch ohne Erklärung und Begründung des Leids.

 

Viele Grüße

Karolin

 

ps. Wenn du das Thema Denkverbote diskutieren möchtest, dann wie du schon gesagt hast, bitte nicht hier, sondern in der Arena. (Während der Fastenzeit werde ich mich dort allerdings nicht bei beteiligen... sonst gern.)

Im Moment bin ich am Gott suchen, nicht am Gott zerreden...

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Ich stehe vor einem persönlichen Problem - vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.

Hallo Becka,

 

Ich bin in unserer Pfarre Jungendbetreuer und auch sonst wurde mir schon oft die Frage gestellt warum Gott das alles zulässt, warum Menschen so früh aus dem Leben gerissen werden, …

 

erst einmal finde ich es toll, daß Du, ich schätze mal ehrenamtlich, den Posten als Jugendbetreuer ausübst. Und häufig wird man dabei mit sovielen Fragen von Kindern und Jugendlichen konfrontiert die wir selbst persönlich noch gar nicht beantworten können.

 

Dann tut es gut auch zu sagen: Ich weiss es nicht - und dann einfach andere Wegbegleiter zu fragen.

 

Ich bin auch ein wenig in der Jugendarbeit tätig und kann sagen, dass ich immer enorm viel lerne durch die Gespräche und Diskussionen.

 

Die Frage "warum Menschen so früh aus dem Leben gerissen werden" - ist ja nur eine davon. Sie bringt uns immer wieder die "Endlichkeit" unseres irdischen Lebens vor Augen - und das ist gut so! Häufig leuchtet aus dieser Frage auch ein "Anspruchsdenken" - wer von uns möchte nicht 80 Jahre alt werden - aber nicht jedem wird es geschenkt. Von daher können wir das Leben auch nur als "Geschenk" betrachten, welches wir aus der Hand Gottes annehmen können und letztlich auch wieder zurückgeben.

 

Niemand kann wissen wann wir unser "irdisches Haus" abbrechen und uns aufmachen und heimgehen zu unserem himmlischen Vater. Niemand weiss wann wir sterben, es sei denn wir verstossen gegen das Gebot "Du sollst nicht töten" und setzen unser Leben selbst ein Ende. Das Leben immer wieder neu als Geschenk betrachten und für jeden Tag neu danken lässt uns gelassener die Schritte nach vorne setzen.

 

Und noch eines betrachte ich persönlich als sehr wichtig: ich bin hier auf Erden nur auf der Durchreise. Ein griechischer Philosoph hat es einmal so ausgedrückt: unsere Zeit hier auf Erden ist so knapp bemessen und man kann sie vergleichen mit einem Vogel der durch ein Fenster in einen Raum hineinfliegt und aus dem anderen Fenster wieder hinaus. Sein eigentlicher Lebensraum ist nicht das Zimmer sondern die Welt draussen. Und so sind wir Christen auch nur auf der Durchreise. Wir sind "Ausländer" in dieser Welt - unsere eigentliche Bestimmung - unsere Heimat ist woanders.

 

Ich bin zwar nicht unmittelbar davon betroffen, aber vor kurzem haben wir in einer Runde darüber gesprochen, in der ich die einzige „Gläubige“ war. Umso schwieriger war es daher für mich „Argumente“ oder Trost für eine Betroffene zu finden.

 

 

Argumente müssen wir nicht suchen, liebe Becka. Wir dürfen bezeugen, daß es einen Himmel gibt. Wir dürfen die Trauernden trösten, indem wir nämlich immer wieder neu "den Himmel herunterreissen" auf die Erde, indem wir Sein Licht hineinbringen in die Finsternis, grade in die Dunkelheit des Todes.

 

 

Seit dieser Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir klar, dass ich einfach selbst keine Antwort, die auch für Nicht-Gottesgläubige zusprechen und aufrichtend sein kann, darauf finde.  :blink:

 

Einen Menschen "schweigend begleiten" und keine Pauschalantworten drauf haben - ist auch ein gutes Zeichen. Die Frucht die daraus erwächst wirst Du erst später sehen.

 

Was sagt ihr dazu warum manche von solchen „Schicksalsschlägen“ heimgesucht werden?

 

Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, der ohne Leid war. Nicht immer so krass, dass der Tod spontan hereinbricht, aber jeder Mensch spürt die Folgen der Schuld die auf uns liegt: zerbrochene Ehen, zerrüttete Familien, Orientierungslosigkeit, Krankheit, Lieblosigkeit, Egoismus, und dergl. - all das sind die "Schicksalschläge" in unserem Leben.

 

 

gby

 

Bernd

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Guest Claudia
Wenn wir hier den Himmel auf Erden hätten, würden sich noch weniger Leute um Gott scheren.

Logische Konsequenz: Gott läßt uns leiden, damit wir auf ihn aufmerksam werden. Die reine Liebe...:blink:

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Wenn wir hier den Himmel auf Erden hätten, würden sich noch weniger Leute um Gott scheren.

Logische Konsequenz: Gott läßt uns leiden, damit wir auf ihn aufmerksam werden. Die reine Liebe...:blink:

Nein, ich glaub so war das nicht gemeint.

Aber viele Menschen kommen doch auch DURCH das Leiden zum Glauben. Ich habe schon erwähnt, dass ich durch den Tod meines Cousins gläubig geworden bin, deshalb kann ich dem auch etwas Gutes abgewinnen, so makaber das vielleicht auch klingt...

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Hallo Becka,

 

Schon seit längerem beschäftigt mich eine Frage auf die ich keine plausible Antwort finde (und vermutlich gibt es sie auch nicht).

Doch, ich denke schon, daß es die gibt. Man muß unterscheiden zwischen Erklärung und Antwort. Eine Erklärung, warum Gott Leid zulässt gibt es nicht und die wird es auch nicht geben. Antworten kann man hingegen schon finden. Und meist sind es auch die Antworten, nach denen man sucht. Was nützt mir die beste, einleuchtenste und logischste Begründung, der ich dann selbst vielleicht auch nachvollziehen könnte, wenn ich leide?

Wie mein Voredner schon gesagt hat, manchmal ist dafür das gemeinsame Schweige am besten. Einfach nur da sein das, was am meisten hilft Antworten zu finden.

 

Ich glaube jeden von uns hat es schon einmal in irgendeiner Form betroffen, dass ein Bekannter, Verwandter, Freund früh sterben musste, oder jemand schwer krank wurde, leiden musste, …

Ich bin in unserer Pfarre Jungendbetreuer und auch sonst wurde mir schon oft die Frage gestellt warum Gott das alles zulässt, warum Menschen so früh aus dem Leben gerissen werden, …

Die Frage stelle ich mir im Moment gerade selbst. Vielleicht liegt es daran, daß Gott uns nicht vor dem Leben beschützen wil. Der Tod gehört zum Leben und wir würden nur zu Hälfte leben, wenn jemand ständig in unser Leben eingreift und es in Bahnen lenkt, die nach unserem persönlichen Empfinden die richtigen wären. Das Leben wird vielleicht erst zum Leben, wenn alles möglich ist, auch der frühe Tod.

Um das in ein Bild zu setzen: Man kann bei einem Musikstück auch nicht nur die hohen Töne spielen, die einem gefallen. Man muß die tiefen ebenso spielen und zwar genauso schön und gut. Erst dann wird das Stück zum Stück, dann wird es lebendig, vorher klingt es nach gar nichts. Erst das Zusammenspiel von beidem macht das ganze schön, darum darf man das eine nicht ausgrenzen.

Man würde also im etwas beraubt werden, wenn man Leid und Tod ausgrenzen würde, das Leben wäre nicht mehr das Leben, weil Leid und Tod genauso dazugehören wie Freude und Geburt.

 

Der Punkt ist jetzt also, wie ich mit dieser Feststellung umgehen kann und wie ich sie annehmen kann. Aus meiner Sicht geht das als Christ sicher leichter, weil für uns der Tod nicht als das absolute, sinnlose Aus ist.

 

Seit dieser Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir klar, dass ich einfach selbst keine Antwort, die auch für Nicht-Gottesgläubige zusprechen und aufrichtend sein kann, darauf finde.

 

Ja, das geht mir ähnlich. Da finde ich, steht man oft etwas hilflos mit leeren Händen da. Erklärungen haben auch Atheisten nicht. Sicherlich, man kann wunderbar medizinische Vorträge halten, warum der Körper nicht mehr leben konnte, auch streng der Logik folgende physikalische Unfallberichte. All diese Erklärungen helfen nicht sonderlich weiter, ebensowenig, wie uns die logischste Begründung von Gott weiterhelfen würde. Auch für Atheisten geht es darum Antworten zu finden. Und da kann ich Atheisten wenig helfen. Die einzigen Antworten, die für mich auffindbar und hilfreich sind, liegen im Glauben.

 

Grüße

Karolin

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Hallo Becka,

 

wenn Du gegenüber Deinen ungläubigen Freunden so argumentieren würdest wie die meisten meiner Vorredner und Innen, würden sie Dir vermutlich antworten, daß Du durch frommes Wünschen keine Fakten schaffst. Daß Du mit derselben Argumentation auch den Alkohol als die Lösung aller Probleme vertreten kannst. Daß ein allmächtiger Gott auch die Macht gehabt hätte, Auschwitz zu verhindern. Und daß ihnen Nichtexistenz eines solchen Wesens unendlichfach plausibler erscheine als die Ausflucht, das alles hätte einen Sinn, der uns bloß nicht zugänglich ist.

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Hallo Marmot,

 

also Religion "beiseite legen". - Was schlägst du stattdessen vor, wenn ein Atheist dich in so einer Situation fragt, warum das ein oder andere nur passieren konnte, worin der Sinn des Weiterlebens besteht usw.?

 

Grüße

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