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Frage zur Beerdigung


Maple
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Darf ein Pfarrer eigentlich jemanden, der aus der Kirche ausgetreten ist, beerdigen?

 

Darf man sich verbrennen lassen? Für mich wäre das ja nichts, aber es interessiert mich.

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ein pfarrer "darf" prinzipiell auch einen aus der kirche ausgetretenen beerdigen. die frage ist nur, ob er das will oder ob das das richtige zeichen ist. wenn es in einem ort nur einen kirchlichen friedhof gibt, sind diese auch verpflichtet, ungetaufte oder ausgetretene zu beerdigen.

aber durch den austritt macht der mensch ja gerade deutlich, daß er nichts mehr von der kirche erwartet.

insofern... es ist die frage, was angebracht ist. im einzelfall entscheidet das eben der pfarrer selbst, ob er einen ausgetretenen beerdigt.

 

und verbrennen lassen darf man sich auch. das verbot dazu ist für katholiken aufgehoben. die urnenbestattung ist aber unter christen noch immer nicht sehr verbreitet... das ist zumindest so mein eindruck. ich hab dazu keine empirischen daten.

Edited by Stefan Mellentin
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Darf man sich verbrennen lassen? Für mich wäre das ja nichts, aber es interessiert mich.

"Bis zum Jahr 1964 war katholischen Christen nach kirchlichem Recht die Feuerbestattung untersagt. Das Verbot gründete weniger in dogmatischen Erwägungen als in einer Gegenreaktion gegen bestimmte Vereinigungen, in denen die Leichenverbrennung als Leugnung des Glaubens an die Auferstehung progagiert worden war. Heute ist die Feuerbestattung katholischen Christen erlaubt, wenn dadurch der christliche Glaube nicht ausdrücklich geleugnet werden soll."

 

KEK Band II, Seite313/314

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Danke für Eure Antworten.

 

Ja, wenn er diese Beerdigung wirklich macht, dann frage ich mich nämlich wirklich, was er hier alles für komische Zeichen setzt.

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Danke für Eure Antworten.

 

Ja, wenn er diese Beerdigung wirklich macht, dann frage ich mich nämlich wirklich, was er hier alles für komische Zeichen setzt.

Darf man Fragen, was für einen Fall Du gerade vor Augen hast???

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Darf ein Pfarrer eigentlich jemanden, der aus der Kirche ausgetreten ist, beerdigen?

Über die rein rechtliche Seite weiß ich nicht Bescheid.

 

Aber von meiner evangelischen Freundin weiß ich, dass ihr Großvater, der Pastor war, auch Leute kirchlich beerdigt hat, die aus der Kirche ausgetreten waren; dann aber auf ausdrücklichen Wunsch der Hinterbliebenen. Kirchliches Begräbnis als praktizierte Seelsorge für die Angehörigen - warum nicht?

Das Begräbnis ist ja sozusagen für die Hinterbliebenen, nicht so sehr für den Verstorbenen. (Klingt schief, aber Ihr wisst schon, was ich meine.)

 

Liebe Grüße, Gabriele

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In meinem Bekanntenkresi ist das auch mal vorgekommen: der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten, die Kinder sehr religiös - und die letzten Worte des Verstorbenen waren das Vater unser. Ich finde es pastoral durchaus sinnvoll, dann nicht auf die kirchliche Beerdigung zu verzichten ... - es werden so viele Leute kirchlich beerdigt, die nur pro forma in der Kirche sind - warum dann nicht auch in einem solchen Fall?

 

Laura

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wenn es in einem ort nur einen kirchlichen friedhof gibt, sind diese auch verpflichtet, ungetaufte oder ausgetretene zu beerdigen.

Lieber Stefan,

 

was ist denn ein "kirchlicher" Friedhof? Vor allem, wie unterscheidet er sich von nicht kirchlichen Friedhöfen?

 

Und wenn es nun nur einen kirchlichen Friedhof gibt:

Müssen dann alle Verstorbenen (auch ungetaufte und aus der Kirche ausgetretene) kirchlich beerdigt werden?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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wenn es in einem ort nur einen kirchlichen friedhof gibt, sind diese auch verpflichtet, ungetaufte oder ausgetretene zu beerdigen.

Lieber Stefan,

 

was ist denn ein "kirchlicher" Friedhof? Vor allem, wie unterscheidet er sich von nicht kirchlichen Friedhöfen?

 

Und wenn es nun nur einen kirchlichen Friedhof gibt:

Müssen dann alle Verstorbenen (auch ungetaufte und aus der Kirche ausgetretene) kirchlich beerdigt werden?

 

Liebe Grüße, Gabriele

kirchliche friedhöfe sind die, die vom terretorium her als vom grundbesitz her einer kirchengemeinde gehören. damit, sprich durch die segnung, werden sie zu einer res sacra.

in der regel sind das die friedhöfe, die um eine kirche herum liegen...

 

die sind - soweit ich mich an meine kirchenrechtsvorlesung erinnere - verpflichtet einen bestimmten prozentsatz an antheisten zu beerdigen...

 

nachzulesen im skriptum von Prof. P. Dr. Ulrich Rhode SJ "Gläubige und Pfarrei" auf seiner Homepage:

 

www.ulrichrhode.de

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PS: nochmal deutlich gesagt: der unterschied liegt im besitz des grundstücks bzw. darin, ob es sich um eine res sacra handelt.

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der entsprechende abschnitt ist §10 der vorlesung "gläubige und pfarrei"

ich kann das leider hier nicht reinkopieren....

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ora-et-labora

Zur Feuerbestattung:

 

Bei der aktuellen Vollversammlung der Bischofskonferenz wurde ein Papier zur "Christlichen Bestattungskultur" verabschiedet, u.a. mit folgendem Passus:

 

Bei Formen der Feuerbestattung, die aus Gründen gewählt werden, die nicht dem christlichen Glauben widersprechen, ist eine kirchliche Beteiligung möglich. In der Regel findet eine Begräbnismesse und eine Feier zur Verabschiedung vor der Kremation statt. Die Beisetzung der Urne erfolgt im Allgemeinen ohne kirchliche Mitwirkung im Kreis der Familie und Freunde.

 

Mehr unter Deutsche Bischofskonferenz

 

Viele Grüße,

Markus

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Um diesen Fall kurz zu schildern, aber nicht zu sehr ins Detail zu gehen:

 

Die gesamte Familie ist aus der Kirche ausgetreten und hat keinerlei religiöse Bindung mehr. Man war aktives Mitglied in der Stasi und hat auch nach der Wende Menschen verbal angegriffen, warum sie denn sonntags in die Kirche gehen.

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Um diesen Fall kurz zu schildern, aber nicht zu sehr ins Detail zu gehen:

 

Die gesamte Familie ist aus der Kirche ausgetreten und hat keinerlei religiöse Bindung mehr. Man war aktives Mitglied in der Stasi und hat auch nach der Wende Menschen verbal angegriffen, warum sie denn sonntags in die Kirche gehen.

In diesem Fall stellt sich halt wirklich die Frage, warum die kirchliche Beerdigung angefragt wird. Allerdings sollte gegen den Augenschein gelten, daß man im Zweifelsfall eher dem Wunsch entspricht. Immerhin ist es kein Sakrament sondern primär ein Werk der Barmherzigkeit. Allerdings hat mir ein Pfarrer von einem Fall erzählt, wo die Angehörigen im Gespräch möglichst alles Religiöse aus der Beerdigung raushalten wollten und in der Ansprache den Lebenslauf erzählt. Auf die Frage, warum sie eine die kirchliche Beerdigung wollten hieß es dann: ein Redner kostet Geld.

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Die Frage ist auch, wann denn die Menschen aus Körperwelten

endlich auf ehrenwerter Weise beerdigt werden....

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Um diesen Fall kurz zu schildern, aber nicht zu sehr ins Detail zu gehen:

 

Die gesamte Familie ist aus der Kirche ausgetreten und hat keinerlei religiöse Bindung mehr. Man war aktives Mitglied in der Stasi und hat auch nach der Wende Menschen verbal angegriffen, warum sie denn sonntags  in die Kirche gehen.

In diesem Fall stellt sich halt wirklich die Frage, warum die kirchliche Beerdigung angefragt wird. Allerdings sollte gegen den Augenschein gelten, daß man im Zweifelsfall eher dem Wunsch entspricht. Immerhin ist es kein Sakrament sondern primär ein Werk der Barmherzigkeit. Allerdings hat mir ein Pfarrer von einem Fall erzählt, wo die Angehörigen im Gespräch möglichst alles Religiöse aus der Beerdigung raushalten wollten und in der Ansprache den Lebenslauf erzählt. Auf die Frage, warum sie eine die kirchliche Beerdigung wollten hieß es dann: ein Redner kostet Geld.

Genauso stelle ich mir das vor und das mit dem Geld für einen Redner wird von mehreren vermutet.

 

So richtig scheint die Entscheidung aber noch nciht gefallen zu sein.

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Um diesen Fall kurz zu schildern, aber nicht zu sehr ins Detail zu gehen:

 

Die gesamte Familie ist aus der Kirche ausgetreten und hat keinerlei religiöse Bindung mehr. Man war aktives Mitglied in der Stasi und hat auch nach der Wende Menschen verbal angegriffen, warum sie denn sonntags  in die Kirche gehen.

In diesem Fall stellt sich halt wirklich die Frage, warum die kirchliche Beerdigung angefragt wird. Allerdings sollte gegen den Augenschein gelten, daß man im Zweifelsfall eher dem Wunsch entspricht. Immerhin ist es kein Sakrament sondern primär ein Werk der Barmherzigkeit. Allerdings hat mir ein Pfarrer von einem Fall erzählt, wo die Angehörigen im Gespräch möglichst alles Religiöse aus der Beerdigung raushalten wollten und in der Ansprache den Lebenslauf erzählt. Auf die Frage, warum sie eine die kirchliche Beerdigung wollten hieß es dann: ein Redner kostet Geld.

Genauso stelle ich mir das vor und das mit dem Geld für einen Redner wird von mehreren vermutet.

 

So richtig scheint die Entscheidung aber noch nciht gefallen zu sein.

Der Redner ist doch eigentlich gar nicht notwendig?!

*nachdenklichamKopfkratz*

 

Mein Schwiegeropa hat eine angemessene Trauerfeier bekommen, bei der mein Schwiegervater, seine Schwester und ein Neffe des Toten je eine kurze Rede gehalten haben ohne dass man jemand fremdes dazu bemühen musste. Dazu einige Musikstücke, die ihm immer gut gefallen haben - war schon "stimmungsvoll".

 

Der Bestatter hat sich um das Organisatorische gekümmert, aber die Gestaltung lag ganz in den Händen der Familie - war natürlich für den einzelnen mehr "Arbeit" als wenn man das ganze nur noch über sich ergehen lassen muss ...

 

Liebe Grüße

 

Flo

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Um diesen Fall kurz zu schildern, aber nicht zu sehr ins Detail zu gehen:

 

Die gesamte Familie ist aus der Kirche ausgetreten und hat keinerlei religiöse Bindung mehr. Man war aktives Mitglied in der Stasi und hat auch nach der Wende Menschen verbal angegriffen, warum sie denn sonntags  in die Kirche gehen.

Gerade solche Leute haben es doch besonders nötig, dass für sie gebetet wird. Warum also nicht eine kirchliche Beerdigung?

Die eigentliche Frage, die jetzt aufkommt, ist doch, wofür eine kirchliche Bestattung eigentlich "gut", resp. warum sie "nötig" ist.

Gruss

Ziska

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dr-esperanto

Also mir geht diese Unsitte auf die Nerven, die sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet: die Urnenbestattung. Nach Hörensagen soll das billiger sein und man spart sich auch noch die Grabpflege. Bei uns im Saarland ist das mittlerweile die Norm. Ich finde schlimm, daß die Angehörigen nicht mal für den Tod ihrer Verwandten Einsatz zeigen, sie machen doch nur das Nötigste, habe ich den Eindruck bei dieser Urnenbestattung. Dekadenz, wo man hinschaut im deutschen Volk! Am Beginn des Lebens genauso wie am Ende des Lebens. Was zählt ist der Augenblick, und die Leute jagen ständig dem größtmöglichen Vergnügen nach, das ist aber auch anstrengend.

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Also mir geht diese Unsitte auf die Nerven, die sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet: die Urnenbestattung. Nach Hörensagen soll das billiger sein und man spart sich auch noch die Grabpflege. Bei uns im Saarland ist das mittlerweile die Norm. Ich finde schlimm, daß die Angehörigen nicht mal für den Tod ihrer Verwandten Einsatz zeigen, sie machen doch nur das Nötigste, habe ich den Eindruck bei dieser Urnenbestattung.

Hallo Dr.,

 

findest Du nicht, dass die Entscheidung wie man beerdigt werden will noch bei jedem einzelnen liegt?

 

Ich kenne viele Leute, die für sich selbst lieber eine Urnenbestattung wollen als eine Erdbestattung.

 

Zumal auf manchen Friedhöfen Erdbestattungen nicht mehr gerne gesehen werden.

 

Dazu kommt noch folgendes: Meine Schwiegereltern wohnen 150km vom Grab des Opas entfernt. Die dazu gehörige Oma lebt mittlerweile bei ihrer Tochter im 800 km entfernte Bayern und sonstige Angehörige, die sich darum kümmern könnten gibt es nicht. Bitte wieso sollte man in einer solchen Situation nicht die geschmackvollere Variante einer Stelenbeisetzung wählen, bei der man sich nicht schämen muss, wenn man lange nicht da war.

 

Ich finde nichts schlimmer als ein verwildertes Grab (es gibt übrigens auch die Urnenbeisetzung im dann kleineren Erdgrab - da gilt das Arbeitsargument auch nicht). Was macht das denn für einen Eindruck?

 

Dekadenz, wo man hinschaut im deutschen Volk! Am Beginn des Lebens genauso wie am Ende des Lebens. Was zählt ist der Augenblick, und die Leute jagen ständig dem größtmöglichen Vergnügen nach, das ist aber auch anstrengend.
Das hat mit Vergnügungssucht nichts zu tun sondern einfach auch mit den veränderten Lebensbedingungen. Es lebt halt heute nicht mehr jeder direkt neben seinem Familiengrab.

 

Gruß

 

Flo

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Ich glaube auch, dass sich meiner Generation (bin Mitte 30) das Verhältnis zu Gräbern anders ist als bei unseren Eltern. Meine Großmütter sind beide auf dem Friedhof bei meinen Eltern begraben. Aber es kommt mir überhaupt nicht in den Sinn, dorthin zu gehen (ca 10 min Fußweg), wenn ich bei meinen Eltern bin - nicht, weil sie mir egal wären, nicht weil ich nicht mehr an sie denken, einfach nur, weil ich keinen Bezug zum Grab habe.

 

Und für das Problem der Entferung zum Grab gibt es ja auch die Möglichkeit der professionnellen Grabpflege - da ist zumindest das Grundlegende getan.

 

Laura

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Ich glaube auch, dass sich meiner Generation (bin Mitte 30) das Verhältnis zu Gräbern anders ist als bei unseren Eltern. Meine Großmütter sind beide auf dem Friedhof bei meinen Eltern begraben. Aber es kommt mir überhaupt nicht in den Sinn, dorthin zu gehen (ca 10 min Fußweg), wenn ich bei meinen Eltern bin - nicht, weil sie mir egal wären, nicht weil ich nicht mehr an sie denken, einfach nur, weil ich keinen Bezug zum Grab habe.

 

Und für das Problem der Entferung zum Grab gibt es ja auch die Möglichkeit der professionnellen Grabpflege - da ist zumindest das Grundlegende getan.

 

Laura

Ich war bisher öfter am Grab meines Großeltern väterlicherseits als mein Vater selber. Wir lassen professionell pflegen, aber der Service läßt ziemlich zu wünschen übrig. ....

 

Liebe Grüße

 

Flo

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Also mir geht diese Unsitte auf die Nerven, die sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet: die Urnenbestattung. Nach Hörensagen soll das billiger sein und man spart sich auch noch die Grabpflege. Bei uns im Saarland ist das mittlerweile die Norm. Ich finde schlimm, daß die Angehörigen nicht mal für den Tod ihrer Verwandten Einsatz zeigen, sie machen doch nur das Nötigste, habe ich den Eindruck bei dieser Urnenbestattung. Dekadenz, wo man hinschaut im deutschen Volk! Am Beginn des Lebens genauso wie am Ende des Lebens. Was zählt ist der Augenblick, und die Leute jagen ständig dem größtmöglichen Vergnügen nach, das ist aber auch anstrengend.

Also mir geht die Unsitte auf die Nerven, die sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet: anderen Menschen unlautere Motive unterzuschieben und sich auf irgendwelches Hörensagen zu stützen. Ich finde schlimm, daß dabei völlig auf solide Fakten verzichtet wird und stattdessen ohne Nachfragen Urteile gefällt werden. Dabei wird nicht mal auf das Nötigste geachtet, Verallgemeinerungen plattester Art zu vermeiden. Dekadenz, wo man hinschaut im deutschen Volk! Statt Argumente zu bringen, werden Platitüden nebeneinander gestellt, um Parallelen zu suggerieren, und von der Inhaltslosigkeit abzulenken. Gründliches Nachdenken ist halt aber auch anstrengend.

 

Thomas! Leih mir doch bitte Deine Tischplatte aus!

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Liebe Laura,

 

wenn ich nicht religiös bin und meine Kinder doch, und die wollen mich dann kirchlich beerdigen, dann werde ich spuken.

 

Ich lass mir doch meine eigene Beerdigung nicht von kirchlichem Firlefanz versauen!

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