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Elisabeth und Maria


Gabriele
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Liebe Forums-Gemeinde,

 

nachdem pruu hier einen so erfolgreichen und interessanten Thread mit Marta und Maria (Lk 10,38-42) geschrieben hat, möchte ich gerne auf ähnliche Weise eine andere Lukasstelle besprechen, und zwar der Besuch von Maria bei Elisabeth. (Text im nächsten Posting.)

 

Ich habe kürzlich die Stelle gelesen mit dem Fokus auf Elisabeth, nicht wie sonst immer auf Maria. Dabei kamen mir folgende Fragen:

 

Was mag Elisabeth wohl gedacht und gefühlt haben, als Maria sie besuchte?

Und wie mag Elisabeths weiterer Lebens- (und Glaubens-)Weg gewesen sein?

Wie war wohl ihre Beziehung zu ihrem Sohn Johannes?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Der Besuch Marias bei Elisabet

 

39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, /

47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.

50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.

51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

52 er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.

53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.

54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,

55 das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

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Maria muss eine selbstbewusste Frau gewesen sein, denn sie macht sich allein (!) auf den weiten Weg zu Elisabet. Der Weg durch das Gebirge ist sicherlich alles andere als sicher und einfach zu gehen. Aber Maria scheut davor nicht zurück. Sie steht auf und geht. Ich denke, dass sie ihr ganzes Vertrauen auf Gott setzt, dem sie ja bis dahin schon mehrmals begegnet ist.

Als Elisabet Marias Gruß hört, macht sich das Kind in ihrem Leib bemerkbar. Sie wird vom Heiligen Geist erfüllt und wird zur Prophetin, die in Maria das Geheimnis ihrer Mutterschaft erkennt: Jesus Christus, den jeder in sich trägt.

 

Marias Besuch bei Elisabet ist vielleicht ein Symbol dafür, dass wir uns aufraffen müssen, um das Wesentliche im anderen zu erkennen. Wir müssen einen langen, schwierigen Weg auf uns nehmen und unterwegs Vorurteile und Hemmungen abbauen. Maria hat sich auf den Weg gemacht. Sie sieht Elisabet so, wie sie ist und andersherum.

 

Elisabet begrüßt Maria freudig "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?"

Sie preist Maria "Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ." Sie bewundert Maria dafür, dass sie Gott geglaubt hat. Maria hätte ja auch ganz anders reagieren können, als der Engel Gabriel sie aufgesucht hat. Maria ist also Elisabets Vorbild in Sachen Glauben.

 

In diesem Abschnitt des Evangeliums benutzt Lukas das einzige Mal in seinem Evangelium das Wort <teleiosis = Vollendung, Erfüllung>. Die Geburt Jesu ist die Erfüllung aller Verheißungen, die Gott im AT gegeben hat.

 

Maria antwortet mit dem Magnificat, welches bis heute noch täglich in der Vesper gebetet wird. Dies zeigt die Aktualität dieses Liedes. Das Magnificat ist ein Befreiungslied: Die Mächtigen werden gestürzt während die Niedrigen erhöht werden. Die Hungernden werden gesättigt, während die Reichen leer ausgehen müssen. was jetzt aber nicht heißt, dass Gott sie ganz links liegen lässt: Ihr Lebensstandard wird heruntergeschraubt - das ist klar - aber auf ein erträgliches Level. Gott nimmt sich seines Knechtes Israel an -> Maria fungiert hier als Repräsentantin Israels, sie spricht für die Armen und Gedemütigten, die durch die Geburt Jesu befreit werden - wie Gott es schon Abraham verheißen hat.

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Liebe Gina,

 

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Bei einigen Punkten möchte ich nochmals nachfragen:

 

Maria muss eine selbstbewusste Frau gewesen sein, denn sie macht sich allein (!) auf den weiten Weg zu Elisabet.

Selbstbewußtsein? Vielleicht wollte sie einfach weg von allem, beim Gehen nachdenken und mit jemand "ausserhalb" sprechen? Das halte ich für durchaus plausibel.

 

Ich denke, dass sie ihr ganzes Vertrauen auf Gott setzt, dem sie ja bis dahin schon mehrmals begegnet ist.

Schon mehrmals? Was meinst Du damit? Ich kenne nur die Begegnung Marias mit Gabriel.

 

Als Elisabet Marias Gruß hört, macht sich das Kind in ihrem Leib bemerkbar. Sie wird vom Heiligen Geist erfüllt und wird zur Prophetin, die in Maria das Geheimnis ihrer Mutterschaft erkennt: Jesus Christus, den jeder in sich trägt.

Dieser Abschnitt ist mir besonders wichtig: Elisabeth als Prophetin. Später ihr Sohn Johannes als Prophet; vielleicht sogar an dieser Stelle als Prophet, denn seine Bewegung, sein Freudensprung macht die Mutter auf das Geheimnis aufmerksam.

Jesus Christus, den jeder in sich trägt. Wenn es so ist, was hat dann Maria, die Gottesgebärerin, uns voraus?

 

Maria hat sich auf den Weg gemacht. Sie sieht Elisabet so, wie sie ist und andersherum.

Ja, aber nur Maria hat sich auf den Weg gemacht, Elisabeth nicht. Warum sieht auch Elisabeth Maria so, wie sie ist? Ich denke, da ist es von Bedeutung, dass beide schwanger sind.

 

Sie bewundert Maria dafür, dass sie Gott geglaubt hat. Maria hätte ja auch ganz anders reagieren können, als der Engel Gabriel sie aufgesucht hat. Maria ist also Elisabets Vorbild in Sachen Glauben.

Oh, ja, aber Elisabeths Geschichte ist auch vorbildlich in Sachen Glauben. Vor allem hat Elisabeth sehr viel Ausdauer gebraucht.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Liebe Gabriele,

 

QUOTE (Gina @ 23 May 2004, 22:25)

Maria muss eine selbstbewusste Frau gewesen sein, denn sie macht sich allein (!) auf den weiten Weg zu Elisabet.

 

Selbstbewußtsein? Vielleicht wollte sie einfach weg von allem, beim Gehen nachdenken und mit jemand "ausserhalb" sprechen? Das halte ich für durchaus plausibel.

 

Ich meine mit Selbstbewusstsein, dass sie sich alleine auf den sicherlich gefährlichen weiten Weg gemacht hat. Sicherlich ist es möglich, dass sie einfach mal eine Auszeit nehmen wollte, um über alles nachzudenken, denn schließlich war es auch für sie erstaunlich, dass ausgerechnet sie auserwählt wurde und so eine Begegnung mit einem Engel erlebt man auch nicht alle Tage. Da hatte sie sicherlich einiges zu verarbeiten. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn jemand zu mir käme, sich als Engel vorstellte und mir sagen würde: "Du wirst ein Kind gebären,..."

 

QUOTE 

Ich denke, dass sie ihr ganzes Vertrauen auf Gott setzt, dem sie ja bis dahin schon mehrmals begegnet ist.

 

Schon mehrmals? Was meinst Du damit? Ich kenne nur die Begegnung Marias mit Gabriel.

 

Ja, hast recht, das war mal wieder eine meiner Übertreibungen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sie während ihrer Schwangerschaft des Öfteren die Nähe Gottes gespürt hat, auch wenn das in der Bibel nicht geschrieben steht. Denn diese Schwangerschaft hat in ihr sicherlich auch viele Fragen und Zweifel aufgeworfen.

 

QUOTE 

Als Elisabet Marias Gruß hört, macht sich das Kind in ihrem Leib bemerkbar. Sie wird vom Heiligen Geist erfüllt und wird zur Prophetin, die in Maria das Geheimnis ihrer Mutterschaft erkennt: Jesus Christus, den jeder in sich trägt.

 

Dieser Abschnitt ist mir besonders wichtig: Elisabeth als Prophetin. Später ihr Sohn Johannes als Prophet; vielleicht sogar an dieser Stelle als Prophet, denn seine Bewegung, sein Freudensprung macht die Mutter auf das Geheimnis aufmerksam.

 

Genauso würde ich diese Stelle auch deuten. Johannes macht schon vor seiner Geburt auf Jesus aufmerksam. Auch später sagt er immer wieder: "Der, der nach mit kommt..:"

 

Jesus Christus, den jeder in sich trägt. Wenn es so ist, was hat dann Maria, die Gottesgebärerin, uns voraus?

 

Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Maria stammt meines Wissens nicht aus einem sehr reichen Elternhaus, sondern eher aus der Mittelschicht. (Ich bin mir da nicht sicher!) Aber warum ausgerechnet sie? Hatte sie irgendwelche besonderen Eigenschaften, die Gott zu diesem Entschluss bewegt haben, ausgerechnet Maria auszuwählen? Sie war sicherlich ein frommes Mädchen, aber waren das die Vorzüge, die Gott überzeugt haben?

 

QUOTE 

Maria hat sich auf den Weg gemacht. Sie sieht Elisabet so, wie sie ist und andersherum.

 

Ja, aber nur Maria hat sich auf den Weg gemacht, Elisabeth nicht. Warum sieht auch Elisabeth Maria so, wie sie ist? Ich denke, da ist es von Bedeutung, dass beide schwanger sind.

 

Maria hat den ersten Schritt gemacht, keine Frage. Aber ich denke, dass Elisabeth durch die Reaktion ihres ungeborenen Kindes Maria und besonders deren Kind richtig wahrnimmt.

 

LG, Gina

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Jesus Christus, den jeder in sich trägt. Wenn es so ist, was hat dann Maria, die Gottesgebärerin, uns voraus?

 

Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Maria stammt meines Wissens nicht aus einem sehr reichen Elternhaus, sondern eher aus der Mittelschicht. (Ich bin mir da nicht sicher!) Aber warum ausgerechnet sie? Hatte sie irgendwelche besonderen Eigenschaften, die Gott zu diesem Entschluss bewegt haben, ausgerechnet Maria auszuwählen? Sie war sicherlich ein frommes Mädchen, aber waren das die Vorzüge, die Gott überzeugt haben?

Liebe Gina,

 

so hatte ich das gar nicht gemeint. :blink:

 

Ich denke nicht, dass sich diese Frage in der von Dir eingeschlagenen Richtung beantworten lässt. Das sind ja recht irdische Maßstäbe: Reichtum, Elternhaus, Fähigkeiten, Begabungen, Eigenschaften ....

Da kann ich ganz getrost sagen: Der Herrgott wird schon Seine Gründe gehabt haben. Was Ihn letzten Endes überzeugte .... ? Egal!

Und manchmal überlege ich mir, ob Gott zuvor schon andere Mädchen fragte, bei denen er dann abgeblitzt ist?

 

Nein, was ich meinte, war dieses:

Maria sagte ihr JA zu Gottes Auftrag, wie auch viele Menschen zuvor und danach.

Maria trug Jesus Christus in sich, wie auch wir Jesus Christus in uns tragen (sollen/wollen).

 

Wo bleibt denn nun das ganz, ganz Besondere an Maria?

Was rechtfertigt da noch die Marienverehrung?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Nein, was ich meinte, war dieses:

Maria sagte ihr JA zu Gottes Auftrag, wie auch viele Menschen zuvor und danach.

Maria trug Jesus Christus in sich, wie auch wir Jesus Christus in uns tragen (sollen/wollen).

 

Wo bleibt denn nun das ganz, ganz Besondere an Maria?

Liebe Gabriele,

 

zwei Dinge machen Maria einzigartig: Die Sündenfreiheit ("unbefleckte Empfängnis") und ihre absolute Passivität, um Gott in sich wirken zu lassen ("mir geschehe nach deinem Wort").

 

Als nun der Engel die Geburt des Immanuel verkündete, hätte sie nun entweder skeptisch reagieren können (wie Sara oder Zacharias), aber zumindest war sie sich klar, dass diese Schwangerschaft große Risiken mit sich brachte, da die zu erwartende Verstoßung durch Josef (wenn nicht gar die Steinigung aufgrund von Ehebruch) ihr gesellschaftliches Ende bedeutet hätte, zumal sie als Verlobte eines Zimmermanns am unteren Ende der Gesellschaftspyramide stand.

 

Dann noch die ungeheure Ankündigung, dass nicht einmal ein Mann für die Zeugung notwendig, die sie ohne weitere Rückfrage oder Zweifel akzeptiert und sich völlig zurück nimmt, für die Passivität entschiedet, damit Gott in ihr wirken kann. Das ist schon einzigartig.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Und manchmal überlege ich mir, ob Gott zuvor schon andere Mädchen fragte, bei denen er dann abgeblitzt ist?

Und ich fand es schon immer unfair, dass Männer überhaupt keine Chance hatten ...

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Nein, was ich meinte, war dieses:

Maria sagte ihr JA zu Gottes Auftrag, wie auch viele Menschen zuvor und danach.

Maria trug Jesus Christus in sich, wie auch wir Jesus Christus in uns tragen (sollen/wollen).

 

Wo bleibt denn nun das ganz, ganz Besondere an Maria?

Was rechtfertigt da noch die Marienverehrung?

Vielleicht einfach die Tatsache, dass sie sich ohne zu Zögern (mal von der kurzen Nachfrage, wie dass gehen soll, abgesehen) ganz Gott hingegeben hat und ihm ihr ganzes Vertrauen geschenkt hat? Wie Woge schon sagte, dass sie Gott ohne Zutun in sich wirken lässt. Das spricht doch für sie, oder?

 

LG, Gina

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Und manchmal überlege ich mir, ob Gott zuvor schon andere Mädchen fragte, bei denen er dann abgeblitzt ist?

Und ich fand es schon immer unfair, dass Männer überhaupt keine Chance hatten ...

... bei diesen Mädchen abzublitzen? :blink: Ooooch Wolfgang, so erstrebenswert ist das doch auch nicht. :)

 

Nein, ich weiß natürlich, was Du meintest: Wie Maria ein bedingungsloses und vollkommenes Ja zu Gott zu sagen.

Aber ist das wirklich so? Können Männer das nicht?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Liebe Gabriele,

 

zwei Dinge machen Maria einzigartig: Die Sündenfreiheit ("unbefleckte Empfängnis") und ihre absolute Passivität, um Gott in sich wirken zu lassen ("mir geschehe nach deinem Wort").

Lieber Wolfgang,

 

Der erste Punkt: Kein Zweifel, das macht Maria einzigartig.

Der zweite Punkt jedoch, ist das nicht etwas, was jeder anstreben sollte? Gottes Weg für mich erkennen und diesen Weg auch gehen? Gottes Auftrag an mich erfüllen?

 

Maria hatte gewiß einen besonders großen Auftrag, aber hat z.B. Johannes (um auf das Eingangsthema zurückzulenken) seinen eigenen, ganz speziellen Auftrag weniger gut erfüllt? Hat er Gott in seinem Leben weniger "in sich wirken lassen"?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Gina:

Aber warum ausgerechnet sie? Hatte sie irgendwelche besonderen Eigenschaften, die Gott zu diesem Entschluss bewegt haben, ausgerechnet Maria auszuwählen? Sie war sicherlich ein frommes Mädchen, aber waren das die Vorzüge, die Gott überzeugt haben?

Gabriele:

Der Herrgott wird schon Seine Gründe gehabt haben. Was Ihn letzten Endes überzeugte .... ? Egal!

Und manchmal überlege ich mir, ob Gott zuvor schon andere Mädchen fragte, bei denen er dann abgeblitzt ist?

Die selige Jungfrau ist von Ewigkeit her, nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung, zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt worden!

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Die selige Jungfrau ist von Ewigkeit her, nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung, zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt worden!

Woher weißt Du?

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Die selige Jungfrau ist von Ewigkeit her, nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung, zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt worden!

Woher weißt Du?

Ich gar nix wissen, ich lediglich im Hinterkopf gehabt und dann einfach nachgschaut :blink:

 

Lumen Gentium, 2. Vatikanisches Konzil

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Die selige Jungfrau ist von Ewigkeit her, nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung, zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt worden!

Richtig, Verena, da steht es, sie war vorherbestimmt:

 

Alle Erwählten aber hat der Vater vor aller Zeit "vorhergekannt und vorherbestimmt, gleichförmig zu werden dem Bild seines Sohnes, auf daß dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern" (Röm 8,29).

 

Alle Erwählte, also auch Elisabeth, Johannes, Petrus, Paulus .....

 

Wobei ich dann doch auch ins Grübeln komme:

Hatte Maria also gar keine andere Möglichkeit, ihr Fiat zu sagen? War es keine freie Entscheidung von ihr, sondern nur ein von aller Zeit her für sie vorgesehener Text?

Fände ich dann doch wieder sehr schade. Ich hatte Maria bisher als frei entscheidend gesehen.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Mariamante
Maria muss eine selbstbewusste Frau gewesen sein, denn sie macht sich allein (!) auf den weiten Weg zu Elisabet.

Nun-mir ist aus Privatoffenbarungen über das Leben Jesu und Mariens bekannt, dass Josef Maria zu Elisabeth begleitet hat- und allein wieder nach Hause zurück gekehrt sein soll.

 

Aber wie dem auch sei: Maria war vor allem eines- ganz offen für den Willen Gottes. Denn wenn bei Lukas geschrieben steht, dass Maria eilends ging, dan bedeutet das m.E. nicht, dass sie hektisch eilte, sondern dass sie sich sofort auf den Weg machte, nachdem sie das als den Willen Gottes erkannte.

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Wobei ich dann doch auch ins Grübeln komme:

Hatte Maria also gar keine andere Möglichkeit, ihr Fiat zu sagen? War es keine freie Entscheidung von ihr, sondern nur ein von aller Zeit her für sie vorgesehener Text?

Fände ich dann doch wieder sehr schade. Ich hatte Maria bisher als frei entscheidend gesehen.

Maria soll ihr Fiat nicht frei entschieden haben? Wie kann man auf solch einen Gedanken überhaupt nur kommen.... alle Menschen haben einen freien Willen.

Aber die Lösung ist ja eh ganz simpel: Unser Herrgott hat den Text, ihr Fiat nicht für sie vorgesehen, sondern ihr Fiat vorhergesehen!

:blink:

Edited by Accreda
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Maria soll ihr Fiat nicht frei entschieden haben? Wie kann man auf solch einen Gedanken überhaupt nur kommen....

Ähm .... auf Gedanken kommt man durch Nachdenken! :blink:

 

Die selige Jungfrau ist von Ewigkeit her, nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung, zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt worden!

 

Vorherbestimmt heißt für mich festgelegt, keine freie Wahlmöglichkeit mehr vorhanden.

Vorhergesehen lässt in der Tat die freie Entscheidung offen.

 

Kommst Du da zu anderen Schlußfolgerungen?

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Vorherbestimmt heißt für mich festgelegt, keine freie Wahlmöglichkeit mehr vorhanden.

Vorherbestimmt sehe ich allerdings im Sinne von "zu etwas berufen sein".

 

Der von Gott Auserwählte, der von Gott Berufene, der diese Berufung auch als Wille Gottes erkennt, anerkennt und dieser Berufung im Gehorsam folgt, der ist derjenige, der das "Dein Wille geschehe" wahrhaft verinnerlicht hat, der ist derjenige, der den Weg zum Heil einschlägt.

 

Mit Recht also sind die heiligen Väter der Überzeugung, daß Maria nicht bloß passiv von Gott benutzt wurde, sondern in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt hat. So sagt der heilige Irenäus, daß sie "in ihrem Gehorsam für sich und das ganze Menschengeschlecht Ursache des Heils geworden ist".

 

Noch ein Zusatz:

M.E. nach schließt Vorherbestimmung die freie Wahlmöglichkeit nicht aus.... Ein Beispiel von Vorherbestimmung mit freier Wahlmöglichkeit aus dem Leben gegriffen: Ein Bauer hat schon bei der Geburt seinen ältesten Sohn als Hoferben vorherbestimmt. Dieser Sohn kann den Hof nun übernehmen, weil er dies als den eigenen und wahren Weg für sich erkannt hat und weil er weiß, daß der Vater ihn liebt und nur das Beste für ihn will. Und dennoch steht es ihm auch frei, einen anderen Weg einzuschlagen.

:blink:

Edited by Accreda
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der Besuch von Maria bei Elisabeth

 

Ich habe kürzlich die Stelle gelesen mit dem Fokus auf Elisabeth, nicht wie sonst immer auf Maria. Dabei kamen mir folgende Fragen:

 

Was mag Elisabeth wohl gedacht und gefühlt haben, als Maria sie besuchte?

Und wie mag Elisabeths weiterer Lebens- (und Glaubens-)Weg gewesen sein?

Wie war wohl ihre Beziehung zu ihrem Sohn Johannes?

 

Liebe Grüße, Gabriele

Nur noch mal zur Erinnerung, um was es mir mit diesem Thread ging. :blink:

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Allenstein

QUOTE

Als Elisabet Marias Gruß hört, macht sich das Kind in ihrem Leib bemerkbar. Sie wird vom Heiligen Geist erfüllt und wird zur Prophetin, die in Maria das Geheimnis ihrer Mutterschaft erkennt: Jesus Christus, den jeder in sich trägt.

 

 

Der kleine Johannes tanzte/hüpfte vor der Lade des Neuen Bundes (Vgl. das mittelalterliche Adventslied vom Oberrhein: Es kommt ein Schiff geladen....) wie seiner Zeit David vor der Bundeslade.

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Das ist ein guter Thread. Ohne ihn durchgelesen zu haben. Das liegt daran, dass ich am Anfang von Lukas drauf aufmerksam wurde, dass mit Elisabeth so etwas Ähnliches von statten ging, wie mit Maria. Nur ist mir nicht ganz klar. Ob Johannes der Täufer halt vom Samen Elisabeths Manns entstand und das wunder in der Art von statten ging, dass Elisabeth den Samen halt zuwider ihrer Zugungsunfähigkeit ein Kind gebären konnte, oder der Heilige Geist, wie bei Maria, seine Hand im Spiel hatte, ganz ohne Samen, der beiden Ehemänner bei den Frauen.

 

Zum anderen verstehe ich immer noch nicht. Warum man Johannes den Täufer, den Wegbereiter des Erlösers und des größten Menschen auf Erden (laut Jesus) , so wenig Würdigung schenkt. Mir blieb er bis zum Papstbesuch an seinem Grab in Arabien völlig unbekannt und das trotz seiner wichtigen Rolle, nicht nur wegen seiner Rolle. Er wurde durch Gottes Wille, so wie Jesus, durch ein Gottes Wunder geboren und das noch ziemlich zeitgleich. Gut, dass Elisabeth praktisch unbekannt ist, ist mir egal, mir reicht die Heilige Maria Mutter Gottes völlig aus. Aber Johannes der Täufer könnte wirklich ein wenig gepuscht werden.

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Das ist ein guter Thread. Ohne ihn durchgelesen zu haben. Das liegt daran, dass ich am Anfang von Lukas drauf aufmerksam wurde, dass mit Elisabeth so etwas Ähnliches von statten ging, wie mit Maria. Nur ist mir nicht ganz klar. Ob Johannes der Täufer halt vom Samen Elisabeths Manns entstand und das wunder in der Art von statten ging, dass Elisabeth den Samen halt zuwider ihrer Zugungsunfähigkeit ein Kind gebären konnte, oder der Heilige Geist, wie bei Maria, seine Hand im Spiel hatte, ganz ohne Samen, der beiden Ehemänner bei den Frauen.

 

Zum anderen verstehe ich immer noch nicht. Warum man Johannes den Täufer, den Wegbereiter des Erlösers und des größten Menschen auf Erden (laut Jesus) , so wenig Würdigung schenkt. Mir blieb er bis zum Papstbesuch an seinem Grab in Arabien völlig unbekannt und das trotz seiner wichtigen Rolle, nicht nur wegen seiner Rolle. Er wurde durch Gottes Wille, so wie Jesus, durch ein Gottes Wunder geboren und das noch ziemlich zeitgleich. Gut, dass Elisabeth praktisch unbekannt ist, ist mir egal, mir reicht die Heilige Maria Mutter Gottes völlig aus. Aber Johannes der Täufer könnte wirklich ein wenig gepuscht werden.

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