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Männer und Frauen


medea
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Hallo Forumsmitglieder,

 

hier ist nun mein erster Beitrag *stolz* ... mit einer vielleicht seltsam anmutenden Frage, aber es ist mir wichtig!

 

Also, irgendwo im Hochgebet gibt es doch diese "Litanei": "vereint mit unserem Papst Johannes Paul, unserem Bischof XY, unseren Priester und Diakonen und allen, die zum Dienst in der Kirche vereint sind".

 

So weit, so gut. Jetzt habe ich aber ein paar Mal bei Priestern gehört, daß sie nicht einfach "alle", sondern "alle Männer und Frauen" sagen. Finde ich persönlich sehr schön, daß bei all diesen Männern auch mal die Frauen ausdrücklich erwähnt werden (ich weiß schon, sonst waren sie auch mitgemeint, aber...).

 

Jetzt komme ich aber endlich zu meiner Frage: Ist diese Formulierung neu? Kann "man" das jetzt immer anstelle des "alten" Textes verwenden?

 

Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen!

 

Liebe Grüße,

 

medea

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Zitat von medea am 23:14 - 16.April.2001

 

Also, irgendwo im Hochgebet gibt es doch diese "Litanei": "vereint mit unserem Papst Johannes Paul, unserem Bischof XY, unseren Priester und Diakonen und allen, die zum Dienst in der Kirche vereint sind".


 

 

Hallo Medea,

 

hier die Messordnung, wo dein Zitat enthalten ist, wie weit sie gültig ist, dass können dir hoffentlich andere mitteilen.

 

http://www.rkc.si/duhovno/red_maseDE.html

 

Gruß Pedrino

 

 

 

(Geändert von pedrino um 10:32 - 17.April.2001)

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Hallo pedrino,

 

vielen Dank für das Zitat! Doch das ist ja jetzt wieder "nur" die "alte" Version.

 

Kennt von euch irgendjemand das Neue? Gibt's das auch irgendwo schriftlich?

 

Liebe Grüße,

 

medea

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Franciscus non papa


Zitat von medea am 10:10 - 17.April.2001

Hallo pedrino,

 

vielen Dank für das Zitat! Doch das ist ja jetzt wieder "nur" die "alte" Version.

 

Kennt von euch irgendjemand das Neue? Gibt's das auch irgendwo schriftlich?

 

Liebe Grüße,

 

medea

 

liebe medea,

 

nein das gibt es nicht schriftlich. aber es ist doch sinnvoll an dieser stelle nicht "alle" sondern "alle männer und frauen" zu sagen. im dienst der kirche stehen ja nun nicht nur männer, es gibt unzählige frauen, die als pastoralreferentinnen, gemeindereferentinnnen, als kirchmusiker, sekretärinnen, küsterinnen, religionslehrer und und und für die kirche arbeiten und einen unverzichtbaren dienst leisten. genau wie an der stelle, an der man den lebenden und verstorbenen gedenkt und unter umständen auch namen einfügt, sollte man hier auch ausdrücklich die frauen erwähnen. sie kommen ohnehin meist in der aufmerksamkeit der offiziellen kirche zu kurz.

 

liebe grüsse

 

dein franz


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Hallo Franz,

 

ich kann Dir nur zustimmen!! War total glücklich, als ich diese Formulierung vor ein paar Jahren zuerst gehört habe.

 

Ich wollte nur mal wissen, ob das in jeder Messe "erlaubt" ist. Ich kenne mich da nicht so aus, kann man so einfach den Wortlaut verändern? Also, nicht das es mir etwas ausmachen würde! Wie gesagt, ich finde es total schön so, mit "Männern und Frauen"!

 

Liebe Grüße,

 

medea

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Hallo Medea,

 

viele Paulus-Lesungen beginnen im Lektionar (?) mit "Brüder"; die Anrede wurde bei uns dahingehend geändert, daß der/die LektorIn liest: "Brüder und Schwestern" im Einverständnis mit unserem überaus konservativen Pfarrer.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Hallo Martin,

nachdem im Ostergottesdienst eine unserer Lektorinnen auch nur "Brüder" gesagt hat, weil es so im Lektionar steht haben wir gemeinsam mit unserem Pastor beschlossen, alle Lesungen in Brüder und Schwestern zu ändern. Eigemtlich sollte es neue Bücher geben, aber irgendwie konnte man sich nicht einig werden, auch wegen der neuen Form der Hochgebete.

 

Es grüßt dich herzlich Anna

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Hallo Medea,

 

kennst du die Schweizer Hochgebete. Eigentlich sind sie unseren Gottesdiensten verboten, aber in einigen fortschrittlichen Gemeinden werden sie zu besonderen Anlässen gebetet.

Es grüßt dich herzlich Anna

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Zitat von Anna am 16:50 - 17.April.2001

 

kennst du die Schweizer Hochgebete.

 

Kann man die irgendwo im http://www.finden?

 

Bei uns ist es im übrigen schon seit vielen Jahren so, dass die Lesungen mit "Brüder und Schwestern" beginnen. Ich dachte, das wäre mittlerweile normal...

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Lieber Explorer

 

Ja eigentlich beginnen wir die Lesungen auch so. Aber es gibt immer noch Lektorinnen die die Anrede "Schwestern" beim Lesen vergessen.

 

Im Augenblick habe ich kein Exemplar der Schweizer -Hochgebete vorliegen, aber ich werde mich mal drum kümmern.

 

Es grüßt dich herzlich Anna

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Hallo Ihr!

 

Ja, diese Schweizer Hochgebete würden mich auch mal interessieren!

 

Unser (ansonsten wirklich konservativer) Pfarrer läßt uns Lektoren/Lektorinnen auch schon seit Jahren "Brüder und Schwestern" zu Beginn der Lesung sagen. Und nicht nur das! Er hat es sogar mit Bleistift daneben geschrieben!

 

Ich fürchte jedoch, daß die Änderung im Hochgebet dann doch zuviel für ihn wäre. Leider!

 

Liebe Grüße,

 

medea

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Guest Ketelhohn


Ich glaube, ich bin hier im falschen Film.
Zitat von medea am - 17. April 2001

Ich wollte nur mal wissen, ob das in jeder Messe "erlaubt" ist. Ich kenne mich da nicht so aus, kann man so einfach den Wortlaut verändern? Also, nicht das es mir etwas ausmachen würde! Wie gesagt, ich finde es total schön so, mit "Männern und Frauen"!

Es gibt ja in der Tat „total schöne Sachen zwischen Männern und Frauen“, aber die Göttliche Liturgie ist keine Spielwiese für Gefühlsduseleien. Erlaubt ist diese eigenmächtige Umformulierung nicht. Selbst aus feministischer Sicht ist sie völlig überflüssig, denn geschlechtsneutraler kann ein Wort nicht sein als jenes „alle“ („die zum Dienst in der Kirche bestellt [nicht: vereint] sind“).

 

Im lateinsichen Original, das von der deutschen Fassung nur sehr unscharf wiedergegeben wird, heißt es übrigens: »Recordare, Domine, Ecclesiæ tuæ toto orbe diffusæ, ut eam in caritate perficias una cum Papa nostro N. et Episcopo nostro N. et universo clero – gedenke, Herr, deiner über den ganzen Erdkreis ausgebreiteten Kirche, aus daß du sie in der Liebe vollendest, eins mit unserm Papst N. und unserm Bischof N. und dem gesamten Klerus.«

 

Da sind Frauen wie Männer, sofern Laien, ausgeschlossen. Eine sonderbare Frucht der (womöglich klerikalen?) Liturgiereform. Man vergleiche nämlich den entsprechenden Text des alten, „vorkonziliaren“ Meßbuchs: »quæ [sc. sacrificia] tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta catholica: quam pacificare, custodire, adunare et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro N., et Antistite nostro N., et omnibus orthodoxis, atque catholicæ, et apostolicæ fidei cultoribus – Diese [Opfer] bringen wir dir dar für deine heilige katholische Kirche: Würdige sie, ihr Frieden zu geben, sie zu hüten, zu einen und zu leiten auf dem ganzen Erdkreis, eins mit deinem Knecht, unserm Papst N., und unserm Bischof N. und allen Rechtgläubigen und Verehrern des katholischen und apostolischen Glaubens.«

 

Da war das ganze Volk eingeschlossen, Männer wie Frauen, und nicht etwa bloß Gemeindereferentinnen und Pfarrhaushälterinnen, sondern das alte Mütterchen in der Kirchenbank ebenso wie das neugetaufte Kind. Aber wie gesagt: Eigenmächtige Kreationen und lyrische Ergüsse verträgt die Liturgie nicht.

Zitat von medea - 17. April 2001

Ja, diese Schweizer Hochgebete würden mich auch mal interessieren!

Die Epiklese des Schweizer Hochgebets hat die substantielle Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi weggedichtet und spricht nur noch davon, daß Christus „in unserer Mitte gegenwärtig“ werden solle. Wer solches hören will, kann zu den Protestanten gehen und wird das sicher „total schön“ finden.


Zitat von Anna - 17. April 2001

nachdem im Ostergottesdienst eine unserer Lektorinnen auch nur "Brüder" gesagt hat, weil es so im Lektionar steht haben wir gemeinsam mit unserem Pastor beschlossen, alle Lesungen in Brüder und Schwestern zu ändern. Eigemtlich sollte es neue Bücher geben, aber irgendwie konnte man sich nicht einig werden, auch wegen der neuen Form der Hochgebete.

Pfui Teufel, so eine Verräterin, diese Lektorin! Aber dann habt ihr zum Glück als echt ökumenisches Pfarrkonzil einen „total schönen“ Beschluß gefaßt. Alleluja!

 

Wer die Bibel neu schreiben will – bitte sehr! Mohammed hat so etwas auch schon versucht, und heraus kam der Koran: ein voller Erfolg! Also nur Mut, wer weiß, welche neue Religion euch in tausend Jahren als Propheten verehren wird.

 

Aber nennt euch nicht Christen. In der Kirche hat solcherlei Greuel nichts zu suchen.

Zitat von Martin - 17. April 2001

viele Paulus-Lesungen beginnen im Lektionar (?) mit "Brüder"; die Anrede wurde bei uns dahingehend geändert, daß der/die LektorIn liest: "Brüder und Schwestern" im Einverständnis mit unserem überaus konservativen Pfarrer.

Wann ändert ihr denn das Mutterunser? Wie hieß es doch in der Werbung: „Meine Mutter, dein Vater, Eltern sind für uns alle da“, oder so ähnlich. Jedem, was er hören will, und am Ende allen gar nichts. – Himmeldonnerwetter, könnt ihr nicht einfach treu den Glauben bewahren? Könnt ihr nicht einfach treu sein?

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Lieber Herr Ketelhohn,

 

eigentlich wollte ich nach eines langen Tages Arbeit einfach nur noch einmal auf kath.de vorbeischauen - doch Ihr Beitrag nötigt mich, doch noch einmal die Tastatur zu maltraitieren.

 

Das Liebesgebot sagt Ihnen doch etwas? Übersetzt in den Rahmen einer Debatte lautet es: Wenn jemand Deiner Ansicht nach einen Fehler macht, dann beschimpfe ihn nicht, und laß ihn nicht dumm sterben, sondern setze voraus, daß er gute Absichten hat und gib ihm Argumente an die Hand.

 

Sehen Sie, ich bin auch kein Freund unbedachter Veränderungen gerade an so "dichten", also bedeutungsreichen Texten wie denen der Messe. Ich meine zwar, daß gerade die von medea genannten Formulierungen lehramtlich (aus Rom) abgesegnet sind, aber das kann ich im Moment nicht überprüfen. Nehmen wir für den Moment also einmal an, sie seien es nicht.

 

Wie können Sie sich herausnehmen, anderen Christen zu unterstellen, eine "andere Religion" zu wollen? Oder wenn Sie meinten, daß diese das fahrlässig täten, das einfach nur zu behaupten, ohne auch nur einen einzigen Grund dafür zu nennen? Denn evident ist das ja nun gerade nicht. Meinen Sie wirklich, daß die Ergänzung des Wortes "Bruder" durch den geschlechtlich komplementären Begriff die Messe pervertiert? Meinen Sie wirklich, Gott zahlt in so kleiner Münze?

 

Mit Verlaub, der Meßtext ist kein Zauberspruch - nach dem Motto: Verändere ein Wort und statt des Kaninchens springen die vier apokalyptischen Reiter aus dem Zylinder.

 

Wie gesagt, ich bin in diesem Zusammenhang durchaus kein Freund von Beliebigkeit - aber so etwas als "Greuel" zu bezeichnen - in einer Zeit, die an Greueln ja nun wirklich übervoll ist, das ist wirklich bodenlos. Wenn für Sie die - vielleicht falsche, aber doch in bester Absicht erfolgende - Abänderung des Meßtextes ein Greuel ist, was ist für Sie dann Abtreibung? Oder Kindesmißbrauch? Oder Völkermord?

 

Bitte, bedenken Sie: Solche unbedachten Formulierungen sind beleidigend und helfen nicht im geringsten, die Bedeutung einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Messe zu betonen. Die Art Ihrer Äußerungen treibt vielmehr jeden, dem Sie die Erklärung für Ihre Wertschätzung der Meßtexte nicht erläutern, denjenigen in die Arme, denen doch eh alles egal ist, solange man sich nur hübsch bequem warme Gedanken an Gott macht.

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Lieber sven,

 

ich schließe mich Deiner Meinung an...

 

viele Grüße,

 

Olli

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Lieber Herr Ketelhohn,

 

danke für ihren überaus richtigen und wohltuenden Beitrag zum Thema Männer(innen) und Frauen. Ich distanziere mich von den beiden Postings meiner Vorschreiber.

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Hallo!

 

Auch wenn ich mit Habenus und (seltener) mit Ketelhohn öfters übereinstimme, so doch hier gar nicht.

 

Erst mal was faktisches: Die Liturgie ist nicht göttlich. Hat niemand lehramtlicherseits behauptet. Sie ist heilig (auch für mich), und so auch zu behandeln, doch man sollte mit den Begriffen bei solch einem Thema vorsichtig sein. Siehe Vat. II: Über die Hl. Liturgie "Sacrosanctum Concilium".

 

Falls jemand Griechisch hier kann (ich nicht), dann ließe sich auch das Problem der Anrede schnell aus der Welt schaffen. In vielen romanischen Sprachen steht bei dem dt. "Geschwister" immer das gleiche Wort wie für "Brüder". Vielleicht ist das ja im (nicht-romanischen, ich weiß) Griechischen genauso. Im Lateinischen bestimmt. Und so könte man ja nicht nur die Anrede im Missale, sondern auch die in den Briefen klären.

 

Paz Y Bien,

Ralf

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Versteht ihr es denn nicht,

 

dass es gut tut, wenn nach einer ellenlangen Aufzählung von Männern auch mal die Frauen ausdrücklich erwähnt werden?

 

Ist das schlimm?

 

Wollt ihr nicht an Frauen erinnert werden?

 

Frauen sind was schönes! :-)

 

medea,

die manchmal auch nur noch den Kopf schütteln kann

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Liebe Medea

 

Folgende Hochgebete sind offiziell erlaubt. Für Messen in besonderen Anlegen

Das III. Hochgebet Jesus, unser Weg.

 

.... und mit allen Männer und Frauen, die zu einem Dienst in der Kirche bestellt sind.

Laß die Gläubigen die Zeichen der Zeit verstehen, und sich mit ganzer Kraft für das Evangelium einsetzen. Mache uns offen für das, was die Menschen bewegt, dass wir ihre Trauer und Angst, ihre Freude und Hoffnung teilen und als treue Zeugen der Frohen Botschaft mit ihnen dir entgegen gehen.

 

Das IV: Hochgebet Jesus, der Bruder aller

 

....und das ganze Volk, das du dir erworben hast. Öffne unsere Augen für jede Not. Gib uns das rechte Wort, wenn Menschen Trost und Rat suchen.

Hilf uns zur rechten Tat, wo Menschen uns brauchen. Laß uns denken und handeln nach dem Wort und Beispiel Christi. Mache deine Kirche zu einem Ort der Wahrheit und der Freiheit, des Friedens und der Gerechtigkeit, damit die Menschen neue Hoffnung schöpfen.

 

(Approbatum Imprimatur

Mühlheim 2. März 1993

+ Bischof Karl Lehmann

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

 

Das sind nur zwei der Hochgebete, die ich sehr schätze. Sie unser Leben mit Christus wiederspiegeln.

Im übrigen hast du recht, warum sollen Frauen nicht im Hochgebet erwähnt werden?

 

Es grüßt dich herzlich Anna

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Hallo Ketelhohn,

 

Ich glaube , es ist ein Akt der Geschwisterlichkeit wenn man in einem Gottesdienst wo die Frauen weit in der Überzahl sind , sie auch anspricht. In manchen Gottesdiensten könnte man auch nur Bruder sagen, weil außer dem Pfarrer kein männliches Wesen da ist.

 

Ich will sicherlich nicht die Bibel neu schreiben. Da halte ich mich in der Interpretation, was Frauen betrifft an die Worte Jesu in der Bibel.  In ihr können wir an vielen Stellen nachlesen, wie Jesus Frauen begegnet und wie er sie geschätzt hat.  Ich erinnere nur an Maria von Magdala die als erste Zeugin, als erste Apostelin die Auferstehung des Herrn bezeugen durfte.

 

Also nichts für ungut, aber ich möchte nur, dass Frauen in der Kirche den Platz haben, der ihnen zusteht und das ist auch noch katholisch.

 

Es grüßt dich herzlich Anna

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Guest Ketelhohn


Zitat von Ralf - 18. April 2001

Auch wenn ich mit Habenus und (seltener) mit Ketelhohn öfters übereinstimme, so doch hier gar nicht. Erst mal was faktisches: Die Liturgie ist nicht göttlich. Hat niemand lehramtlicherseits behauptet. Sie ist heilig (auch für mich), und so auch zu behandeln, doch man sollte mit den Begriffen bei solch einem Thema vorsichtig sein ... Falls jemand Griechisch hier kann (ich nicht), dann ließe sich auch das Problem der Anrede schnell aus der Welt schaffen. In vielen romanischen Sprachen steht bei dem dt. "Geschwister" immer das gleiche Wort wie für "Brüder". Vielleicht ist das ja im (nicht-romanischen, ich weiß) Griechischen genauso. Im Lateinischen bestimmt. Und so könte man ja nicht nur die Anrede im Missale, sondern auch die in den Briefen klären.


Hallo Ralf,

 

griechisch heißen die Brüder „adelphoi“ (adelfoi), und wenn Paulus eine Gemeinde so anredet, dann meint er dasselbe, was lateinisch fratres sind, italienisch fratelli, spanisch hermanos, russisch brátija, ukrainisch bratý, englisch brethren, gotisch broþrjus: Brüder, nämlich Brüder in Christo, was absolut geschlechtsneutral gemeint ist. Grammatisches und natürliches Geschlecht brauchen durchaus nicht übereinzustimmen. Das war auch im deutschen Sprachraum noch selbstverständlich, bis vor zehn, fünfzehn Jahren zunehmend Forderungen nach „inklusiver Sprache“ laut wurden. Deren Motivation ist rein ideologisch, nämlich feministisch. Da diese Ideologie wesenhaft antichristlich ist, soll man ihr nicht einmal den kleinen Finger reichen.

 

Um eine Gemeinschaft als „Geschwister“ anreden zu können, muß man im übrigen schon die Gehirnwäsche der political correctness hinter sich haben, derart affig klingt das.

 

Was die „Göttlichkeit“ der Liturgie betrifft, so frag mal, zum Beispiel, einen katholischen (unierten) Ukrainer, welche Liturgie er am Sonntag feiert. Er wird dir antworten: die Göttliche Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomus. Könnte manchmal auch die des heiligen Basilius sein, aber meist Johannes. Die Orthodoxen könntest du ebenso fragen, denn deren Liturgie ist dieselbe.

 

Und wer ist in der Feier der heiligen Messe gegenwärtig: im Wort, im Gebet, vor allem aber im Meßopfer selber, in dem Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut verwandelt werden, wenn nicht Jesus Christus, unser Gott? Wo sonst bricht der Himmel in diese irdische Weltzeit hinein, wenn nicht in der göttlichen Liturgie der heiligen Messe?

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Guest Ketelhohn


Zitat von sstemmildt am 4:41 - 18.April.2001

Lieber Herr Ketelhohn,

Das Liebesgebot sagt Ihnen doch etwas? Übersetzt in den Rahmen einer Debatte lautet es: Wenn jemand Deiner Ansicht nach einen Fehler macht, dann beschimpfe ihn nicht, und laß ihn nicht dumm sterben, sondern setze voraus, daß er gute Absichten hat und gib ihm Argumente an die Hand.

Sehen Sie, ich bin auch kein Freund unbedachter Veränderungen gerade an so "dichten", also bedeutungsreichen Texten wie denen der Messe. Ich meine zwar, daß gerade die von medea genannten Formulierungen lehramtlich (aus Rom) abgesegnet sind, aber das kann ich im Moment nicht überprüfen. Nehmen wir für den Moment also einmal an, sie seien es nicht.

Wie können Sie sich herausnehmen, anderen Christen zu unterstellen, eine "andere Religion" zu wollen? Oder wenn Sie meinten, daß diese das fahrlässig täten, das einfach nur zu behaupten, ohne auch nur einen einzigen Grund dafür zu nennen? Denn evident ist das ja nun gerade nicht. Meinen Sie wirklich, daß die Ergänzung des Wortes "Bruder" durch den geschlechtlich komplementären Begriff die Messe pervertiert? Meinen Sie wirklich, Gott zahlt in so kleiner Münze?

Bitte, bedenken Sie: Solche unbedachten Formulierungen sind beleidigend ...


Lieber Herr Stemmildt,

 

wer eine Polemik vom Stapel läßt – wie ich gestern –, der muß auch Retourkutschen vertragen. Darum werde ich auch nicht auf alles antworten. Bloß daß man auf eine Polemik nicht gleich moralisierend erwidern muß, sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben.

 

Im übrigen wird landauf, landab derart viel Unfug und Mißbrauch mit der heiligen Messe getrieben, daß man schon einmal in heiligen Zorn verfallen darf. Zumal, wenn der Unfug – Achtung, Polemik! – derart schnulzig daherkommt wie hier.

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Zitat von Ketelhohn am 18:43 - 18.April.2001

 

wer eine Polemik vom Stapel läßt – wie ich gestern –, der muß auch Retourkutschen vertragen. Darum werde ich auch nicht auf alles antworten. Bloß daß man auf eine Polemik nicht gleich moralisierend erwidern muß, sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben.

 

Im übrigen wird landauf, landab derart viel Unfug und Mißbrauch mit der heiligen Messe getrieben, daß man schon einmal in heiligen Zorn verfallen darf. Zumal, wenn der Unfug – Achtung, Polemik! – derart schnulzig daherkommt wie hier.

 

O.K., Herr Ketelbohm, ist gebont.

 

Der Vorwurf des Moralisierens schmerzt mich zwar, ist aber wohl nicht völlig unbegründet. Aber wer dem Wort wie Sie (übrigens mit meiner vollen Zustimmung) so große Bedeutung beimißt, der sollte sich auch in einer Polemik der wirkung seiner eigenen Worte bewußt sein.

 

Was mich an Beiträgen wie Ihrer Polemik ärgert, ist aber vor allem, daß sie eben nur dazu dienen, den eigenen Dampfdruck zu reduzieren (nicht, daß ich dafür kein Verständnis hätte), ohne daß dem Gegenüber ein Erkenntnisvorsprung vermittelt würde.

 

Wie Sie bemerkt haben werden, hat gerade medea sich mit einer Frage an das Plenum gewendet - nämlich der, ob diese Formulierung so verwendet werden könne. Medeas verständnislose Reaktion auf die harsche und eben nicht weiter begründete Ablehnung ist doch nachvollziehbar.

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>Deren Motivation ist rein ideologisch, nämlich feministisch. Da diese Ideologie wesenhaft antichristlich ist, soll man ihr nicht einmal den kleinen Finger reichen. <

 

 

Wenn man "Christentum" als Anti-Menschenbewegung und Anti-Humanitätsbewegung definiert (wie es sich ja auch gerne gebärdet), dann ist der Feminismus, der ja nur im Zuge der Menschenrechts- und Minderheitsbewegungen richtig zu verstehn ist, sicher "antichristlich".

 

Wenn  man aber dazu tendiert, im  "Christentum" eher den Aspekt der Liebe, der Menschenwürde, der Achtung vor den Ausgestoßenen und Armen (und dafür soll ja ein gewisser J.v. Nazareth auch gestanden haben) zu betonen, scheint mir Feminismus erheblich "christlicher" zu sein als Katholizismus.

 

Ganz unabhängig für welche Interpretation des "Christentums" man sich entscheiden will - Jesus oder die paulinische Kopfgeburt - "nichteinmal den kleinen Finger zu reichen" scheint mir auf jeden Fall massiv UNCHRISTLICH.

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