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Taufe und Ökumene


lh17

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Aber "taufet sie" hat er auch nur den elf Jüngern gesagt, oder (Mt 28??)?

18 Da trat Jesus vor sie und sagte zu ihnen: >>Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht darum hin und macht alle Völker zu Jüngern indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe. Seht, ich bin mit euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt.<<

 

Was aber ist Taufe, und warum steht sie am Anfang, beim "Eintritt" zum Christentum?

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.

Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

 

Das ist Taufe, auf die später Bezug genommen wird. Auf griechisch heißt taufen "babtein", das bedeutet eigentlich "eintauchen".

 

Im Jordan taufen lassen heißt also ins Wasser eingetaucht werden.

 

Wenn man nun weiß daß bei den Juden rituelle Waschungen wichtiger Bestandteil des Kultus sind wird das klar: Die Taufe ist das symbolische reinwaschen von den bisherigen Sünden und das Zeichen für den Neubeginn.

 

Danke Werner, für Deine Antwort, bei Johannes dem Täufer wird es meineserachtens ganz klar, daß Taufe etwas mit "Sündenvergebung" zu tun hat, allerdings konnte die sich herausbildende Tradition der Taufe, wie sie sich schon bald einstellte, diese Ur-Bedeutung (Taufe als Akt der Sündenvergebung), nicht aufrechterhalten. Beispiel: Kindertaufe. Auch das "Bekennen der Sünden", wie es bei der Taufe unter Johannes d. T. berichtet wird, scheint ziemlich bald bei der Erwachsenentaufe, "in Vergessenheit zu geraten". Damit verliert die Taufe ihre Bedeutung "zur Vergebung der Sünden". An ihre Stelle tritt nun wohl die Beichte, das Bußsakrament!

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Soweit ich weiß, geht das Bußsakrament auf Augustinus zurück. Er berichtet in den Confessiones, dass er selbst als Kind mal hohes Fieber hatte und seine Mutter zwecks Taufe den Priester rufen ließ, den aber wieder wegschickte, als sich der Zustand des Kindes gebessert hatte. MAn war sich zu dieser Zeit wohl unsicher, ob jemand vergeben werden könne, der nach der Taufe noch sündigt. Augustinus hingegen bedauerte es, nicht als Kind getauft worden zu sein, weil er überzeugt war, dass ihn das vor den schlimmsten jugendlichen Exzessen bewahrt hätte, die man Ungetauften allzu leicht nachsah. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die erzieherische Wirkung, die Augustinus der Taufe zuschreibt. Hat sie die auch, wenn man die Taufe ganz unbewusst empfangen hat? ODer wird sie nicht verstärkt, wenn man sich immer an das erinnert, was man bei der Taufe empfangen und auch versprochen hat?

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Danke Werner, für Deine Antwort, bei Johannes dem Täufer wird es meineserachtens ganz klar, daß Taufe etwas mit "Sündenvergebung" zu tun hat, allerdings konnte die sich herausbildende Tradition der Taufe, wie sie sich schon bald einstellte, diese Ur-Bedeutung (Taufe als Akt der Sündenvergebung), nicht aufrechterhalten. Beispiel: Kindertaufe. Auch das "Bekennen der Sünden", wie es bei der Taufe unter Johannes d. T. berichtet wird, scheint ziemlich bald bei der Erwachsenentaufe, "in Vergessenheit zu geraten". Damit verliert die Taufe ihre Bedeutung "zur Vergebung der Sünden". An ihre Stelle tritt nun wohl die Beichte, das Bußsakrament!

Die Vergebung der Sünden ist damit immer noch verbunden.

 

Bei Säuglingen wird die Erbsünde durch die Taufe vergeben (andere Sünden haben Säuglinge ja nicht), bei Erwachsenen erfolgt durch die Taufe die Vergebung aller Sünden.

 

Das Bußsakrament ist für die nach der Taufe begangenen Sünden gedacht!

 

Werner

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Danke Werner, für Deine Antwort, bei Johannes dem Täufer wird es meineserachtens ganz klar, daß Taufe etwas mit "Sündenvergebung" zu tun hat, allerdings konnte die sich herausbildende Tradition der Taufe, wie sie sich schon bald einstellte, diese Ur-Bedeutung (Taufe als Akt der Sündenvergebung), nicht aufrechterhalten. Beispiel: Kindertaufe.  Auch das "Bekennen der Sünden", wie es bei der Taufe unter Johannes d. T. berichtet wird, scheint ziemlich bald bei der Erwachsenentaufe, "in Vergessenheit zu geraten". Damit verliert die Taufe ihre Bedeutung "zur Vergebung der Sünden". An ihre Stelle tritt nun wohl die Beichte, das Bußsakrament!

Die Vergebung der Sünden ist damit immer noch verbunden.

 

Bei Säuglingen wird die Erbsünde durch die Taufe vergeben (andere Sünden haben Säuglinge ja nicht), bei Erwachsenen erfolgt durch die Taufe die Vergebung aller Sünden.

 

Das Bußsakrament ist für die nach der Taufe begangenen Sünden gedacht!

 

Werner

... die Erbsünde kann nicht vergeben werden. Sie ist ja keine persönlich zurechenbare Sünde. Mit dem Begriff "Erbsünde" ist die "sündhafte Natur" des Menschen gemeint, die Neigung zur Sünde.

 

Wenn Sünden vergeben werden sollen, bedarf es der Reue, des Bekenntnisses, - der Wunsch zur Umkehr muß vorhanden sein!

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Ich war vor kurzem in einem Vortrag der Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel. Die hat betont, dass die Zeit Jesu eine Krisenzeit war, verbunden mit Ängsten und allem, was zu Krisenzeiten dazugehört. Johannes der Täufer hat deshalb zur Taufe und Umkehr aufgerufen, weil er gehofft hat, dass mit der Umkehr und Erneuerung, die damit verbunden hätte sein sollen, das drohende Gericht vorweggenommen hätte werden können: die Wassertaufe sollte eben dieses Gericht symbolisieren und wer sich ihr unterzog, dem war - unter Voraussetzung tatsächlicher Umkehr - Bewahrung vor der kommenden Feuertaufe zugesagt. Ihm ging es n i c h t um die Reinwaschung von Sünden! (Lk 3,16/ Mt 3,11).

(Jesus erkannte dann (oder "empfing vom Vater" (Joh 10, 18)), dass Gott sein Reich nicht im Gericht errichten wird, sondern das Reich Gottes ist schon da, in Jesus, der die Zuwendung und Liebe Gottes unverstellt zeigt.)

Edited by Ennasus
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Danke Werner, für Deine Antwort, bei Johannes dem Täufer wird es meineserachtens ganz klar, daß Taufe etwas mit "Sündenvergebung" zu tun hat, allerdings konnte die sich herausbildende Tradition der Taufe, wie sie sich schon bald einstellte, diese Ur-Bedeutung (Taufe als Akt der Sündenvergebung), nicht aufrechterhalten. Beispiel: Kindertaufe.  Auch das "Bekennen der Sünden", wie es bei der Taufe unter Johannes d. T. berichtet wird, scheint ziemlich bald bei der Erwachsenentaufe, "in Vergessenheit zu geraten". Damit verliert die Taufe ihre Bedeutung "zur Vergebung der Sünden". An ihre Stelle tritt nun wohl die Beichte, das Bußsakrament!

Die Vergebung der Sünden ist damit immer noch verbunden.

 

Bei Säuglingen wird die Erbsünde durch die Taufe vergeben (andere Sünden haben Säuglinge ja nicht), bei Erwachsenen erfolgt durch die Taufe die Vergebung aller Sünden.

 

Das Bußsakrament ist für die nach der Taufe begangenen Sünden gedacht!

 

Werner

... die Erbsünde kann nicht vergeben werden. Sie ist ja keine persönlich zurechenbare Sünde. Mit dem Begriff "Erbsünde" ist die "sündhafte Natur" des Menschen gemeint, die Neigung zur Sünde.

 

Wenn Sünden vergeben werden sollen, bedarf es der Reue, des Bekenntnisses, - der Wunsch zur Umkehr muß vorhanden sein!

Das ist m.E. im Zuge der Taufvorberietung auf die Erwachsenentaufe durchaus vorgesehen.

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... die Erbsünde kann nicht vergeben werden. Sie ist ja keine persönlich zurechenbare Sünde. Mit dem Begriff "Erbsünde" ist die "sündhafte Natur" des Menschen gemeint, die Neigung zur Sünde.

 

Wenn Sünden vergeben werden sollen, bedarf es der Reue, des Bekenntnisses, - der Wunsch zur Umkehr muß vorhanden sein!

Dazu schreibt StJosef.at:

Der Mensch also, der die Taufe mit Gnadenfrucht empfängt, wird durch sie von Sünde frei, von der Erbsünde und von jegl. persönl. Sünde

 

 

und auf katholisch.de heißt es:

In der Taufe geschieht die Vergebung der Erbsünde und aller persönlichen Sünden.

 

Werner

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Jetzt muss ich mal wieder ein bisschen provozieren. Wie wir bei Augustin sehen, war die Säuglingstaufe in der Antike noch ganz unüblich. Um die Säuglinge, die das erste Jahr nicht überlebten (sicher ein hoher Prozentsatz) hat man sich also offenbar keine großen Sorgen gemacht.

 

Wurde die Erbsünde also nur erfunden, um die Säuglingstaufe zu etablieren???

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Die Erbsünde ist keine "Erfindung"

 

Wie schreibt Paulus im Römerbrief Kapitel 5 ab Vers 18 (HfA): Es steht also fest: Durch die Sünde eines Menschen - Adam - sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines Menschen - Christus - haben alle die Chance zu einem neuen Leben mit Gott. 19 Oder anders gesagt: Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, sollen alle von Gott freigesprochen werden.

 

gby

 

Bernd

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Danke Werner, für Deine Antwort, bei Johannes dem Täufer wird es meineserachtens ganz klar, daß Taufe etwas mit "Sündenvergebung" zu tun hat, allerdings konnte die sich herausbildende Tradition der Taufe, wie sie sich schon bald einstellte, diese Ur-Bedeutung (Taufe als Akt der Sündenvergebung), nicht aufrechterhalten. Beispiel: Kindertaufe.  Auch das "Bekennen der Sünden", wie es bei der Taufe unter Johannes d. T. berichtet wird, scheint ziemlich bald bei der Erwachsenentaufe, "in Vergessenheit zu geraten". Damit verliert die Taufe ihre Bedeutung "zur Vergebung der Sünden". An ihre Stelle tritt nun wohl die Beichte, das Bußsakrament!

Die Vergebung der Sünden ist damit immer noch verbunden.

 

Bei Säuglingen wird die Erbsünde durch die Taufe vergeben (andere Sünden haben Säuglinge ja nicht), bei Erwachsenen erfolgt durch die Taufe die Vergebung aller Sünden.

 

Das Bußsakrament ist für die nach der Taufe begangenen Sünden gedacht!

 

Werner

... die Erbsünde kann nicht vergeben werden. Sie ist ja keine persönlich zurechenbare Sünde. Mit dem Begriff "Erbsünde" ist die "sündhafte Natur" des Menschen gemeint, die Neigung zur Sünde.

 

Wenn Sünden vergeben werden sollen, bedarf es der Reue, des Bekenntnisses, - der Wunsch zur Umkehr muß vorhanden sein!

Das ist m.E. im Zuge der Taufvorberietung auf die Erwachsenentaufe durchaus vorgesehen.

... ja, das wäre dann eine Taufe im Sinne des Johannes d. Täufers, - eine richtige Bußtaufe!

 

Die kleinen Babys haben noch keine Sünden, dann kann die Taufe bei Ihnen auch nicht zur "Sündenvergebung" dienen!

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... die Erbsünde kann nicht vergeben werden. Sie ist ja keine persönlich zurechenbare Sünde. Mit dem Begriff "Erbsünde" ist die "sündhafte Natur" des Menschen gemeint, die Neigung zur Sünde.

 

Wenn Sünden vergeben werden sollen, bedarf es der Reue, des Bekenntnisses, - der Wunsch zur Umkehr muß vorhanden sein!

Dazu schreibt StJosef.at:

Der Mensch also, der die Taufe mit Gnadenfrucht empfängt, wird durch sie von Sünde frei, von der Erbsünde und von jegl. persönl. Sünde

 

 

und auf katholisch.de heißt es:

In der Taufe geschieht die Vergebung der Erbsünde und aller persönlichen Sünden.

 

... siehe hierzu auch: Das Sakrament der Taufe im GL

Das GL äußert sich vorsichtiger: Eingegliedert in Christus, ist er nicht mehr im Machtbereich der Erbsünde und des Todes, sondern in der Liebe Gottes., dies ist aber ein längerwieriger Vorgang, der sich ein ganzes Menschenleben hinziehen kann (wenn´s reicht).

Sündenvergebung durch die Taufe erlangt ein Erwachsener bei der Erwachsenentaufe, wenn er die Sünden bereut. Das öffentliche Bekennen von Sünden bei der Taufe, wie es bei Johannes d. T. berichtet wird, ist hingegen nicht mehr nötig, - das geht heute praktischer und ist weniger peinlich bei der Ohrenbeichte.

 

Was Erbsünde ist, beschreibt Paulus so schön in seinem "klassischen" Wort: "Mein Tun und Lassen verstehe ich nicht; denn nicht das Gute, das ich will, tue ich; sondern was ich hasse, das Böse, das tue ich." (Röm 7:15)

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Ich war vor kurzem in einem Vortrag der Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel. Die hat betont, dass die Zeit Jesu eine Krisenzeit war, verbunden mit Ängsten und allem, was zu Krisenzeiten dazugehört. Johannes der Täufer hat deshalb zur Taufe und Umkehr aufgerufen, weil er gehofft hat, dass mit der Umkehr und Erneuerung, die damit verbunden hätte sein sollen, das drohende Gericht vorweggenommen hätte werden können: die Wassertaufe sollte eben dieses Gericht symbolisieren und wer sich ihr unterzog, dem war - unter Voraussetzung tatsächlicher Umkehr - Bewahrung vor der kommenden Feuertaufe zugesagt. Ihm ging es n i c h t um die Reinwaschung von Sünden! (Lk 3,16/ Mt 3,11).

(Jesus erkannte dann (oder "empfing vom Vater" (Joh 10, 18)), dass Gott sein Reich nicht im Gericht errichten wird, sondern das Reich Gottes ist schon da, in Jesus, der die Zuwendung und Liebe Gottes unverstellt zeigt.)

Darf man sich nach dem von Dir berichteten mal nach dem Hintergrund der Dame erkundigen? Mir kommt die Zusammenfassung maechtig "saekular" vor.

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Ich war vor kurzem in einem Vortrag der Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel. Die hat betont, dass die Zeit Jesu eine Krisenzeit war, verbunden mit Ängsten und allem, was zu Krisenzeiten dazugehört. Johannes der Täufer hat deshalb zur Taufe und Umkehr aufgerufen, weil er gehofft hat, dass mit der Umkehr und Erneuerung, die damit verbunden hätte sein sollen, das drohende Gericht vorweggenommen hätte werden können: die Wassertaufe sollte eben dieses Gericht symbolisieren und wer sich ihr unterzog, dem war - unter Voraussetzung tatsächlicher Umkehr - Bewahrung vor der kommenden Feuertaufe zugesagt. Ihm ging es n i c h t um die Reinwaschung von Sünden! (Lk 3,16/ Mt 3,11).

(Jesus erkannte dann (oder "empfing vom Vater" (Joh 10, 18)), dass Gott sein Reich nicht im Gericht errichten wird, sondern das Reich Gottes ist schon da, in Jesus, der die Zuwendung und Liebe Gottes unverstellt zeigt.)

Darf man sich nach dem von Dir berichteten mal nach dem Hintergrund der Dame erkundigen? Mir kommt die Zusammenfassung maechtig "saekular" vor.

St. Gallen

 

Vorarlberg

 

ÖFEB

Edited by Flo77
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Warum steht die Taufe am Eingang?

 

Weil die Taufe in Christus eingliedert. Ohne Eingliederung/Eintauchen in Christus, orthodox: Vergöttlichung, keine Christusnähe und damit kein Heil.

Heil ist, wie kann es anders sein, bei Gott sein.

Durch die Taufe ziehen wir Christus an, werden Glieder seines Leibes. Damit verschwindet die Distanz zu Christus, die durch den Ausdruck Erbsünde gekennzeichnet wird. Die Konkupiszenz, also die bleibende Neigung zu Bösem wird dadurch natürlich nicht beeinträchtigt. Das kann allerdings auch egal sein, da man dann ja schon im Leib Christi, also in gewisser Weise am Ziel angekommen ist. Von da an sind folglich auch läßliche Sünden nicht in der Lage, den Bund der Taufe mit Gott zu brechen. Da in Christus sein immer bedeutet in Christus als Weg, Wahrheit und Leben zu sein enthält die Taufe immer das Element der Nachfolge. Dies ist Folge des neuen Seins als Glied des Leibes Christi.

 

Als neues Glied am Leib Christi werden wir mit Christus in den Tod hineingezogen und haben mit ihm am neuen Leben teil. Daraus folgt natürlich die Vergebung sämtlicher Sünden, auch ohne Bekenntnis, einfach als Folge des neuen Seins in Christus.

Edited by Steffen
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Ich war vor kurzem in einem Vortrag der Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel. Die hat betont, dass die Zeit Jesu eine Krisenzeit war, verbunden mit Ängsten und allem, was zu Krisenzeiten dazugehört. Johannes der Täufer hat deshalb zur Taufe und Umkehr aufgerufen, weil er gehofft hat, dass mit der Umkehr und Erneuerung, die damit verbunden hätte sein sollen, das drohende Gericht vorweggenommen hätte werden können: die Wassertaufe sollte eben dieses Gericht symbolisieren und wer sich ihr unterzog, dem war - unter Voraussetzung tatsächlicher Umkehr - Bewahrung vor der kommenden Feuertaufe zugesagt. Ihm ging es n i c h t um die Reinwaschung von Sünden! (Lk 3,16/ Mt 3,11).

(Jesus erkannte dann (oder "empfing vom Vater" (Joh 10, 18)), dass Gott sein Reich nicht im Gericht errichten wird, sondern das Reich Gottes ist schon da, in Jesus, der die Zuwendung und Liebe Gottes unverstellt zeigt.)

Da wir auf den Tod und die Auferstehung des Herrn getauft werden bzw. wurden, ist es mehr als verständlich, daß dies zu Jesu unverklärten irdischen Lebenszeiten noch nicht der Fall war. Ohne Tod und Auferstehung Jesu keine Sündenvergebung in der Taufe.

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Was denn? Die Frau scheint schon zu wissen, was sie sagt.

Danke Flo! Auch fürs Linkheraussuchen ( ich war heute nicht da). Die Frau weiß sehr wohl, was sie sagt und genießt bei uns einen ausgezeichneten Ruf. (Sowohl bei den durchaus nicht unkritischen Pädagogikstudenten als auch bei der diözesanen Obrigkeit.....)

Edited by Ennasus
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Vielen Dank für die rege Beteiligung,

 

das waren viele interessante Gedanken!

 

hallo Susanne,

 

Du zitierst hier die Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel, die ich übrigens nicht näher kenne, was aber nichts bedeutet!

 

Ich war vor kurzem in einem Vortrag der Religionspädagogin Helga Kohler-Spiegel. Die hat betont, dass die Zeit Jesu eine Krisenzeit war, verbunden mit Ängsten und allem, was zu Krisenzeiten dazugehört. Johannes der Täufer hat deshalb zur Taufe und Umkehr aufgerufen, weil er gehofft hat, dass mit der Umkehr und Erneuerung, die damit verbunden hätte sein sollen, das drohende Gericht vorweggenommen hätte werden können: die Wassertaufe sollte eben dieses Gericht symbolisieren und wer sich ihr unterzog, dem war - unter Voraussetzung tatsächlicher Umkehr - Bewahrung vor der kommenden Feuertaufe zugesagt. Ihm ging es n i c h t um die Reinwaschung von Sünden! (Lk 3,16/ Mt 3,11).

(Jesus erkannte dann (oder "empfing vom Vater" (Joh 10, 18)), dass Gott sein Reich nicht im Gericht errichten wird, sondern das Reich Gottes ist schon da, in Jesus, der die Zuwendung und Liebe Gottes unverstellt zeigt.)

 

Wenn Frau Kohler behauptet, es ginge Johannes d. T. nicht um "Reinwaschung" von Sünden, so liegt sie damit nicht im Einklang mit dem Bibelbericht, der da ja sagt:

Er kam in die ganze Gegend des Jordan und predigte die Taufe der Bekehrung zu Vergebung der Sünden (Luk 3:3)

Wobei das "Tauchen", das "Waschen" lediglich die symbolisch-rituelle Handlung war, Voraussetzung für eine "Sündenvergebung" waren und bleiben natürlich die Reue und der Wunsch zur Umkehr. Dieses "Bewußtwerden der Sünden" wurde durch die Predigt des Johannes d. T. angeregt und fand ihren Ausdruck beim "Bekennen", wie es ebenfalls im Bibelbericht zu finden ist (Mark 1:5).

Daß Jesus auch mit "heiligem Geist" und mit "Feuer" tauft, soll die "Wassertaufe" nicht ablösen, - im Gegenteil, Jesu Auftrag an seine Jünger lautet: "Macht alle Menschen zu Jüngern, und taufet sie ..." Dieser Auftrag gilt weiterhin, auch in unserer Zeit!

 

Nicht konform liegt Frau Köhler auch mit dem Nizäum, wo es heißt: "Wir bekennen die eine Taufe, zur Vergebung der Sünden!"

 

Viele Grüße

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Bekennen wir uns da zur Taufe von Johannes d. Täufer?

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Durch die Taufe ziehen wir Christus an, werden Glieder seines Leibes. Damit verschwindet die Distanz zu Christus, die durch den Ausdruck Erbsünde gekennzeichnet wird. Die Konkupiszenz, also die bleibende Neigung zu Bösem wird dadurch natürlich nicht beeinträchtigt. Das kann allerdings auch egal sein, da man dann ja schon im Leib Christi, also in gewisser Weise am Ziel angekommen ist. Von da an sind folglich auch läßliche Sünden nicht in der Lage, den Bund der Taufe mit Gott zu brechen.

Lieber Steffen,

 

Die Konkubiszenz, also die Neigung zum Bösen, kann nicht egal sein!

 

Wenn wir den Weg mit Christus beschreiten, ihn, wie es bei der Taufe heißt, "wie ein Kleid anziehen", dann wird er auch im Laufe der Zeit unsere Konkubiszenz hinwegnehmen, - immer jedoch so, daß er unseren freien Willen nicht beeinträchtigt! Die Kirche leistet vielfältige Anleitung, auf diesem Weg, hervorzuheben ist dabei ganz besonders das Sakrament der Buße, die Beichte!

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Bekennen wir uns da zur Taufe von Johannes d. Täufer?

... ich denke ja, - unsere heutige Taufpraxis ist aus der Taufe d. Johannes hervorgegangen, - sie hat sich dabei verändert, - weiterentwickelt! Die Bedeutung eines Bußaktes hat sich mehr auf das Bußsakrament verschoben, was ja auch sinnvoll ist. Die heutige Taufe ist eher eine Vorwegnahme unseres Lebens in Christus, die Erlösung, die Er uns verheißen hat, wenn wir Ihm treu bleiben!

 

Das Nizäum jedoch, erinnert an die Urform, damit wir sie nicht vergessen!

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Soweit ich weiß, geht das Bußsakrament auf Augustinus zurück. Er berichtet in den Confessiones, dass er selbst als Kind mal hohes Fieber hatte und seine Mutter zwecks Taufe den Priester rufen ließ, den aber wieder wegschickte, als sich der Zustand des Kindes gebessert hatte. MAn war sich zu dieser Zeit wohl  unsicher, ob jemand vergeben werden könne, der nach der Taufe noch sündigt. Augustinus hingegen bedauerte es, nicht als Kind getauft worden zu sein, weil er überzeugt war, dass ihn das vor den schlimmsten jugendlichen Exzessen bewahrt hätte, die man Ungetauften allzu leicht nachsah. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die erzieherische Wirkung, die Augustinus der Taufe zuschreibt. Hat sie die auch, wenn man die Taufe ganz unbewusst empfangen hat? ODer wird sie nicht verstärkt, wenn man sich immer an das erinnert, was man bei der Taufe empfangen und auch versprochen hat?

umbrucarli,

 

kennst Du die von Martin Luther in seinem kleinen Kathechismus beschriebenen Beichte, - finde ich gut!

 

Viele Grüße

Edited by lh17
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umbrucarli,

 

kennst Du die von Martin Luther in seinem kleinen Kathechismus beschriebenen Beichte, - finde ich gut!

 

Viele Grüße

Wird die Beichte in dieser Form denn noch praktiziert. (Mich irritiert etwas das fehlen des "Bußwerkes" ... aber das fehlt auch bei vielen kath. Beichten)

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umbrucarli,

 

kennst Du die von Martin Luther in seinem kleinen Kathechismus beschriebenen Beichte, - finde ich gut!

 

Viele Grüße

Wird die Beichte in dieser Form denn noch praktiziert. (Mich irritiert etwas das fehlen des "Bußwerkes" ... aber das fehlt auch bei vielen kath. Beichten)

... das Bußwerk ist Ermessenssache des Beichtvaters!

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