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Die Christen und die Spaßgesellschaft


Martin
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Squire: Ich habe von diesem vorgeblichen Dualismus zwischen Christentum und Spaßgesellschaft hier schon öfter gelesen. Spaßgesellschaft ist dabei meist eine Art Schimpfwort, jedenfalls etwas, das der gute Katholik ablehnen sollte. Was diese Art von Gesellschaft genau ausmacht, und warum man sie als Christ ablehnen sollte, ist mir allerdings auch noch nicht klar. Das kann man vielleicht mal in einem gesonderten Thread diskutieren.

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Irgendwie finde ich noch nicht das Problem am Spass.

Was spricht dagegen?

Ich finde überhaupt kein Problem beim Spaß. Spaß ist unproblematisch. Im Gegenteil!

 

Problematisch ist niemals der Spaß, sondern die "Nebenkosten" bzw. die Hysterie. "Spaß" ist nicht das Höchstziel des Menschen. Heil ist das Ziel des Menschen. Wenn die (hysterische) Gier nach Spaß so groß wird, dass die Lebensprobleme nicht mehr in Angriff genommen werden, dann ist nämlich bald Schluss mit dem Spaß. Wenn man wegen des Spaßes an einem billigen Triumph über einen Gegner sich seine Zukunft ruiniert, dann ist das im Endeffekt überhaupt nicht mehr spaßig. Nicht der Spaß, sondern mangelnde Übersicht und Vorausschau ist problematisch. Wenn Menschen sich so sehr am eigenen Spaß berauschen, dass sie dafür über Leichen gehen, dann ist es nicht mehr spaßig. Dann ist es Sucht.

 

Es ist mit dem Spaß, wie mit dem Alkohol. Nicht der Alkohol ist das Problem.

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Irgendwie finde ich noch nicht das Problem am Spass.

Was spricht dagegen?

Ich finde überhaupt kein Problem beim Spaß. Spaß ist unproblematisch. Im Gegenteil!

......

 

Es ist mit dem Spaß, wie mit dem Alkohol. Nicht der Alkohol ist das Problem.

Und was ist die Lösung des Problems?

Anders gefragt: Wie sieht der "richtige" Umgang mit Spaß aus?

Unterscheidet sich dieser Umgang für Christen und Nicht-Christen?

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Wenn man wegen des Spaßes an einem billigen Triumph über einen Gegner sich seine Zukunft ruiniert, dann ist das im Endeffekt überhaupt nicht mehr spaßig. Nicht der Spaß, sondern mangelnde Übersicht und Vorausschau ist problematisch. Wenn Menschen sich so sehr am eigenen Spaß berauschen, dass sie dafür über Leichen gehen, dann ist es nicht mehr spaßig. Dann ist es Sucht.

Und das ist in der "Spaßgesellschaft" so? Was ist jetzt eigentlich genau die Spaßgesellschaft?

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Die Ausrichtung

 

des Tages auf das abendliche Fernsehprogramm

der Woche auf das Wochende

des Jahres auf den Urlaub

 

des Lebens auf ... ?

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Ich denke, dass mit dem Vorwurf "Spaßgesellschaft" gemeint ist, dass immer mehr Menschen Leid verdrängen und nicht mehr in der Lage oder willens sind, Probleme zu bewältigen. Inwieweit sich jemand selbst als Teil dieser Gesellschaft, die den Sinn des Lebens in der schnellen Lösung momentaner Probleme sieht, verstehen muss, sollte jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen.

Übrigens ist der Begriff "Spaßgesellschaft" nicht neu: Die alten Griechen sprachen von Hedonismus und auch im Alten Testament werden solche Tendenzen kritisiert.

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Im Grunde wird immer wieder dieselbe Sau durchs Dorf getrieben. Spaßgesellschaft und Hedonismus sind einfach nur unterschiedliche Bezeichnungen für denselben Popanz.

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Auch wenn die Christen in der Lage wären - wobei ich denke, dass die meisten (wenn überhaupt) nur einem geringfügig abgemilderterem Hedonismus frönen und nach Jesu Kriterien eher durchs Raster fallen - nicht diesen "Sauereien" anzuhängen, so dürfen sie diese Säue eben dennoch nicht durchs Dorf treiben. Ihre Kritik kann nicht den Außenstehenden gelten, sondern allenfalls sich selbst.

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In kirchenamtlichen Schreiben ist der Begriff Hedonismus durchgängig negativ besetzt. Beispiel

 

Das Vergessen Gottes hat zum Niedergang des Menschen geführt. [...] Es wundert daher nicht, daß in diesem Kontext ein großer Freiraum für die Entwicklung des Nihilismus im philosophischen Bereich, des Relativismus im erkenntnistheoretischen und moralischen Bereich, des Pragmatismus und sogar des zynischen Hedonismus in der Gestaltung des Alltagslebens entstanden ist« .16 Die europäische Kultur erweckt den Eindruck einer »schweigenden Apostasie » seitens des satten Menschen, der lebt, als ob es Gott nicht gäbe.
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Äh ... Moment mal! Da geht es nicht um Hedonismus allgemein, sondern um zynischen Hedonismus, der sich aus Nihilismus speist.

 

Selbst eingefleischte Epikureer würden den ablehnen. Da ist ja der Spaß schon kein Spaß mehr.

 

Und noch mal durchgelesen wird genaugenommen sogar der Relativismus kritisiert.

 

Wirklicher Spaß ist nicht zynisch. Ist er es doch, ist es kein Spaß mehr. Und wirklicher Spaß ist auch nicht relativistisch, im Gegenteil: Er hat ja einen Wert gefunden.

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Ich denke, dass mit dem Vorwurf "Spaßgesellschaft" gemeint ist, dass immer mehr Menschen Leid verdrängen und nicht mehr in der Lage oder willens sind, Probleme zu bewältigen. 

Das hier scheint mir der springende Punkt zu sein. Die Unfähigkeit, Leid zu ertragen, führt zuerst dazu, dass man die Leidenden möglichst aus dem Blickfeld schafft, und in letzter Konsequenz dazu, dass man ihnen das Lebensrecht abspricht.

 

Das sieht man sehr gut in der Debatte über Abtreibung Behinderter und auch in der Euthanasiedebatte. Um ein Lebensrecht zu haben muss der Mensch eine leidfreie Zukunftsperspektive vorweisen können.

 

Und hier hört dann eben der Spaß auf.

 

Viele Grüße, Matthias

Edited by Franziskaner
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Spass= oberflächliche Freude z.B. an materiellen Dingen. Die Freude hängt von materiellen Gütern ab.

 

Freude= die tiefe Erfahrung der göttlichen Liebe.

 

Die Spassgesellschaft ist in negativer Weise dadurch gekennzeichnet, dass ihr die wahre, tiefe, innere Freude (die Gott uns durch die Fülle der Gnade, der Liebe schenkt) abgeht- und sie "Spass" in Vergnügungen, Ausschweifungen (Paulus nennt es im Galaterbrief die Werke des Fleisches wenn er Unzucht, Ausschweifungen, Trink- und Eßgelagte nennt) sucht.

 

 

Die Spassgesellschaft will m.E. übersehen, dass der Weg zur (ewigen) Freude über das Kreuz führt: Auferstehung ohne Kreuz und Passion- so könnte man es kennzeichnen. Ein Spruch, der diese Haltung auf den Punkt bringt wäre etwa der: "Ich will alles- und das sofort".

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Die Spassgesellschaft ist in negativer Weise dadurch gekennzeichnet, dass ihr die wahre, tiefe, innere Freude (die Gott uns durch die Fülle der Gnade, der Liebe schenkt) abgeht- und sie "Spass" in Vergnügungen, Ausschweifungen (Paulus nennt es im Galaterbrief die Werke des Fleisches wenn er Unzucht, Ausschweifungen, Trink- und Eßgelagte nennt) sucht.

Woher weißt du das? Aufgrund eigener Erfahrung oder vom Hörensagen?

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Die Spassgesellschaft ist in negativer Weise dadurch gekennzeichnet, dass ihr die wahre, tiefe, innere Freude (die Gott uns durch die Fülle der Gnade, der Liebe schenkt) abgeht- und sie "Spass" in Vergnügungen, Ausschweifungen (Paulus nennt es im Galaterbrief die Werke des Fleisches wenn er Unzucht, Ausschweifungen, Trink- und Eßgelagte nennt) sucht.

Woher weißt du das? Aufgrund eigener Erfahrung oder vom Hörensagen?

Da ich mal Atheist war : "aus eigenen Erfahrungen".

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Die Spassgesellschaft will m.E. übersehen, dass der Weg zur (ewigen) Freude über das Kreuz führt: Auferstehung ohne Kreuz und Passion- so könnte man es kennzeichnen. Ein Spruch, der diese Haltung auf den Punkt bringt wäre etwa der: "Ich will alles- und das sofort".

beim Kreuz hört der Spass allerdings auf. Das will keiner. Auch Jesus wollte das nicht.

 

Ist es deiner Ansicht nach das Kreuz im Leben jedes einzelnen notwendig? Auf die Spitze getrieben: Jemand der nicht "so richtig" gelitten hat, kann nicht auferstehen? Oder hat Jesus dieses Kreuz schon getragen?

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