Jump to content

Evangelium zur Palmprozession


Martin
 Share

Recommended Posts

In jener Zeit ging Jesus nach Jerusalem hinauf.

Als er in die Nähe von Betfage und Betanien kam,

an den Berg, der Ölberg heißt,

schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte:

Geht in das Dorf, das vor uns liegt.

Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen jungen Esel angebunden finden,

auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.

Bindet ihn los, und bringt ihn her!

Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr ihn los?,

dann antwortet: Der Herr braucht ihn.

Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte.

Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte:

Warum bindet ihr den Esel los?

Sie antworteten: Der Herr braucht ihn.

Dann führten sie ihn zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und halfen Jesus hinauf.

Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus.

Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt,

begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben

wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten.

Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.

Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu:

Meister, bring deine Jünger zum Schweigen!

Er erwiderte: Ich sage euch:

Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

 

Lukas 19,28-40

Link to comment
Share on other sites

Promotion im Altertum.  bigok.gif

Link to comment
Share on other sites

Das ist eine komische Geschichte, die ich nicht verstehe. Wenn jeder fremde Esel einfach losbinden und mitnehmen würde, gäbe es ein großes Chaos.

 

<< Geht in das Dorf, das vor uns liegt.

Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen jungen Esel angebunden finden,

auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.

Bindet ihn los, und bringt ihn her! >>

 

Wenn Jesus heute leben würde, hätte er wahrscheinlich gesagt: "Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen unverschlossenen Neuwagen finden, der noch keine 100 km gefahren ist. Schließt ihn kurz und bringt ihn her!"

Link to comment
Share on other sites

Ja. Und ein anderer Jünger wäre für die Presseberichte zuständig. Ein dritter bestellt die Claqueure.

Link to comment
Share on other sites

Ich ESEL

 

Wer ist nur auf die Idee gekommen, meinen Namen als Schimpfwort zu mißbrauchen. Sicher ich bin kein Pferd das hat den Vorteil das ich nicht zum Kriegsdienst benutzt wurde. Auch war ich kein Opfertier (Ex 34,20), man hat mein Fleisch nicht gegessen. Ich war einfach das traditionelle Karawanentier der semitischen Halbnomaden (Gen 12,16 u.a.) Man gebrauchte mich als Lasttier (Gen 42,26 u.a.) als Arbeitstier (Dtn 22.10: Jes 30,24 und als Reittier (Ex 4,20: Num 22,22 ff)

Doch habe ich eine besondere Beziehung zu Jesus. Viele Christen glauben deshalb, ich sei schon in Bethlehem dabei gewesen, als Jesus auf die Welt kam. Auf jeden Fall hat Jesus mich auserwählt, als er das letzte Mal nach Jerusalem zog. Ich gehörte ihm gar nicht, ich war nur geliehen. Er besaß nicht einmal einen Esel, so arm war er. Und wie verwundert war mein Herr, als unbekannte Männer kamen um mich abzuholen. Sie sagten ihm nur: „ Der Herr braucht ihn, er schickt ihn wieder zurück“. So kam es, dass ich Jesus tragen durfte.

Wie gerne würde ich auch heute noch Menschen tragen auf ihren Weg nach Jerusalem. Und wenn ich Jesus tragen kann zu den Menschen unserer Zeit , dann bin ich gerne Esel.

 

Aus „Von Palmsonntag bis Ostern Gedanken zur Karwoche“,Verlag Neue Stadt

Link to comment
Share on other sites

Warum musste es ein Esel sein auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat? Wäre ein "gebrauchter" Esel nicht gut genug oder sogar besser für Jesus gewesen?

 

Pferde müssen eingeritten werden, sonst werfen sie einen ab. Verhalten sich Esel nicht genau so?

Link to comment
Share on other sites

Wenn schon die Mutter noch fabrikneu und ungebraucht war, dann darf auch der Esel nicht aus zweiter Hand sein.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Ute am 13:49 - 6.April.2001

Wenn schon die Mutter noch fabrikneu und ungebraucht war, dann darf auch der Esel nicht aus zweiter Hand sein.

 

oh Ute...

 

uhoh.gif

 

...Du hast doch sonst auch mehr Niveau..!

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Tyra am 11:12 - 6.April.2001

Das ist eine komische Geschichte, die ich nicht verstehe.

 


 

Offensichtlich! Das zeigt der Rest Deines Beitrages, nämlich, daß Du wirklich NICHTS verstanden hast. Kannst Du eigentlich nicht weiter über Deinen Tellerrand hinausdenken als bis zu einem Vergleich mit einem geklauten AUTO?

 

shakehead.gif

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Diomira am 14:17 - 6.April.2001


Zitat von Tyra am 11:12 - 6.April.2001

Das ist eine komische Geschichte, die ich nicht verstehe.

 


 

Offensichtlich! Das zeigt der Rest Deines Beitrages, nämlich, daß Du wirklich NICHTS verstanden hast. Kannst Du eigentlich nicht weiter über Deinen Tellerrand hinausdenken als bis zu einem Vergleich mit einem geklauten AUTO?

 

shakehead.gif

 

 


 

Ich weiß nicht, was diese Bemerkung soll. Ich habe doch geschrieben, dass ich die Geschichte nicht verstehe. Anstatt mir das noch einmal zu bestätigen hätte ich eher erwartet, dass du mir die Geschichte verständlich machst. Das scheint aber nicht deine Stärke zu sein, wenn ich mir deine belanglosen Kommentare zu verschiedenen Postings so anschaue.

 

Tyra

Link to comment
Share on other sites

Tyra, ich habe berechtigte Zweifel daran, daß Du ernsthaft am Verstehen dieser Geschichte interessiert bist, wenn Du Jesus mit einem Autoknacker vergleichst.

Link to comment
Share on other sites

Diomira, ich vergleiche Jesus nicht mit einem Autoknacker. Ich habe den Sachverhalt lediglich in die heutige Zeit, in der nun einmal keine Esel zum Losbinden herumstehen,  übertragen.

 

Ich meine, dass man nicht einfach hingehen kann und anderer Leute Esel losbindet, um darauf zu reiten. Man kann sich nicht einfach holen was man braucht. Damals konnte man sicher Esel und Kamele mieten.

 

Mich wundert, dass Jesus so ein seltsames Verhältnis zum Eigentum seiner Zeitgenossen hat.

 

Tyra

 

(Geändert von Tyra um 14:51 - 6.April.2001)

Link to comment
Share on other sites

Hallo Tyra!

 

Vielleicht war es ja so, dass die einfachen Leute - also die, die einen Esel brauchten und besaßen - nicht so an ihrem Besitz klebten wie heute.

Vielleicht war es ja so, dass man sich eher vertrauensvoll als mit Misstrauen beladen begegnete. "Er wird ihn schon zurück bringen". Auch bei uns war es noch vor wenigen Jahrzehnten möglich, sein Haus/seine Wohnung unverschlossen zu verlassen...

Vielleicht waren es auch Jünger Jesu, die den Esel besaßen, denn warum sonst sollten sie auf einen selbsternannten "Herrn" hin Sachen weggeben?

 

Du siehst, es gibt einige ganz normale Erklärungen dafür.

 

Dieser Teil des Evangeliums zeigt vor allem mal wieder eins: Gott handelt nur mit dem Menschen, besonders mit den Armen, niemals gegen sie.

 

Eine kleine Geschichte...

 

Ein Schüler fragt den Meister: warum teilen Arme eher ihre Habe mit Notleidenden als Reiche?

Der Meister antwortet: Schau aus dem Fenster! Was siehst Du?

S: Die Menschen, Straßen, Natur.

M: Und jetzt schau in den Spiegel. Was siehst Du?

S: Jetzt, jetzt sehe ich mich selbst.

M: Nun, beide, Fenster und Spiegel, beide sind aus Glas. Aber nur eine kleine Schicht Silber, und man sieht nur noch sich selbst.

Link to comment
Share on other sites

Mensch, ist doch wirklich egal, wo der Esel herkommt. Matthäus liefert in seiner Erzählung des Einzugs in Jerusalem den Hintergrund gleich mit: (Matth. 21,5) "Saget der Tochter Zion: Siehe, Dein König kommt zu Dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers."

 

Bei Matthäus holen die Jünger nämlich zwei Tiere, eine Eselin und ihr Fohlen.

 

Die Geschichte erzählt, wie sehr sich der Messias von Klischee des Heilsbringers unterscheidet. Auf dem Tier der Armen, die sich kein Pferd oder Kamel leisten können, kommt er an, im Gefolge nicht die Honoratioren des Establishments, sondern, ganz im Gegenteil: Fischer, Zöllner, vielleicht sogar eine Prostituierte...

 

Sein Reich ist wirklich nicht von dieser Welt - und sein ganzer Auftritt eine Provokation, bis heute.

 

Liebe Grüße

 

Thomas

Link to comment
Share on other sites

Ja, Matthäus ist immer gut für Verdoppelungen, seien es Eseleien oder schlichte Wunder. merlin.gif

Link to comment
Share on other sites

Also um ehrlich zu sein, mich hat besonders der Abschluß angesprochen:

 

>Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt,

begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben

wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten.

Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.

Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu:

Meister, bring deine Jünger zum Schweigen!

Er erwiderte: Ich sage euch:

Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien. <

 

Besonders der letzte Satz

- wenn sie schweigen, werden die Steine schreien -

hat es mir angetan.

 

Schreiende Steine: für mich klingt das, als würde die gesa.te Schöpfung aufschreien - Steine, keine Lebewesen; nicht reden, nicht singen, nicht lobpreisen, sondern (auf)schreien - wenn Jesus Christus nicht den "neuen Bund" geschlossen hätte, bzw. zeitlich vom Geschehen her, schließen würde.

 

Herzliche Grüße

Martin

Link to comment
Share on other sites

Lieber Martin

Die Pharisäer, die eigentlich bei diesem Geschehen Außenseiter sind wollen ihn warnen. Deshalb sollen die Jünger schweigen. Sie reden ihn mit Meister an, sicherlich wissen sie nicht genau wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Jesus aber hört ihnen nicht zu. Seine Antwort ist: „Wenn die Jünger in dieser Stunde nicht loben und preisen dürfen, werden die Steine schreien“.

 

Vielleicht erklärt dieser Text einiges.

 

Steine vom Boden genommen, in Fäusten umklammert.

Steine die die Wunden schlagen und töten. Wurfgeschosse , bereit zum Einsatz.

Noch ist die Stunde nicht gekommen.

Er geht zwischen den Steinfäusten hindurch.

Ein Mensch, ein Gott. Für die Menschen gekommen. Für ihre steinernen Herzen.

Ein Mensch, ein Gott. Für die Menschen gekommen.

Und die Steine gegen die Frau,fallen aus den Händen der Männer.

Und der Stein am Grab des Lazarus erübrigt sich.

Und das Leben besiegt den Tod.

Noch ist die Stunde nicht gekommen.

Aber sie rückt näher,

die Stunde in der die Steinen beben, als würden sie schreien.

 

Ich wünsche dir ein guten Palmsonntag

Anna

Link to comment
Share on other sites

In diesem Evangelium schildert uns Lukas den triumphalen Einzug in die Stadt Jerusalem. Gemeinsam mit ihm wollen die Junger am Paschafest teilnehmen. Es ist ihr Tag mit Jesus.  Sie feiern die Ankunft ihres messianischen Königs vor den  Toren der Stadt Davids. Sie rufen „Hosianna und preisen ihn als ihren König, der im Namen des Herrn kommt. Jesus läßt sich den Jubel gefallen. Jesus ahnt aber auch, dass dieser Huldigung die bittere Nacht im Garten Gethsemanie und sein Sterben am Kreuz folgt. Vielleicht könnte er sein Leiden und Sterben verhindern, die Menschen erwarten von ihm Wunder, er aber will den Willen seines Vaters tun und in der enttäuschten Menge wandelt sich der Jubel in maßlose Wut und aus „Hosianna Rufen“ wird das "Kreuzigt ihn!".

Ich denke, manchmal müssen wir achtsam sein, das wir in unserem Alltag in unserem Umgang mit Menschen nicht beides hintereinander tun. Jubelruf und Todesruf liegen immer eng nebeneinander. Wenn wir das „Kreuzige ihn“ nicht mehr rufen würden, gäbe es auch kein Leid mehr.

Hosianna ist unsere Begegnung mit Christus im Nächsten. „Kreuzige ihn“,  ist immer ein Kreuzigen Jesu,  im Allernächsten.

Jesus zieht jubelnd in Jerusalem ein. Er will Frieden bringen. Die grünenden und blüheneden Zweige sind Symbole der Freude und desLebens.

 

Es grüßt euch herzlich Anna

Link to comment
Share on other sites

Jesus lässt sich nicht den Jubel gefallen, sondern er inszeniert ihn.

Link to comment
Share on other sites

Liebe Ute,

 

welcher Textstelle entnimmst du, daß er den Jubel inszeniert ?

 

Man muß sich das Geschehen vor Augen halten. Zum Paschafest ziehen die Juden nach Jerusalem. Die Juden aus Galiläa schließen sich zu Reisegruppen zusammen, ziehen durch Samaria und gelangen nach Judäa. Diese Reisegruppe kommt nun in Jerusalem an ...

 

Herzliche Grüße

Martin

Link to comment
Share on other sites

Lieber Martin,

 

nun, die Jünger sollen diesen Esel mit oder ohne Fohlen losbinden (klauen). Falls sie zur Rede gestellt werden (und hier vermute ich mal, DASS sie ziemlich sicher zur Rede gestellt werden, denn wer lässt sich schon so einfach seinen Esel entwenden? Bei Mk. fragen sie ja auch), dann sollen sie diese Propheten-Story erzählen. Und es waren die Jünger (die Leute, die vor ihm hergingen und ihm folgten), die da ihre "Sohn-David"-Rufe abließen. (Mt. 21,3-9, Mk. 11,2-10, Lk.19, 31-38). Bei Lukas sind es auch ausdrücklich die Jünger, die da vom König etc. rumschreien.

 

Das ist ganz klar die Inszenierung eines Spektakels, das Jesus als Messias verkaufen soll. Er ist Regisseur und verteilt die Rollen, ist Hauptdarsteller.

Link to comment
Share on other sites

Tja, und die Leute verstanden mit ihrer Religion keinen Spaß. Deswegen wurde er wegen Ketzerei verurteilt.

 

(hier könnte ich jetzt so einen gewissen Smiley...nein!)

 

Komisch, eine Ketzersekte wurde zur größten Ketzerverfolgungsreligion der Weltgeschichte!

Link to comment
Share on other sites

Richtig, Lissie! Aber zunächst waren die Christen selbst die Ketzter. Nachdem sie sich dann etabliert hatten, verfolgten sie höchstselbst andere Ketzer.

 

Das hat schon was.

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...