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Vertrauen verloren


Moonshadow

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Ich bin früher immer ein gläubiger Mensch gewesen, und es hat mir immer Kraft gegeben. Ich hatte vor einigen Jahren ein recht traumatisches Erlebnis. Ich habe währenddessen gebetet, möglichst heil aus dieser Sache herauszukommen. Ich bin nicht heil aus dieser Sache wieder herausgekommen. Irgendwie habe ich meinen Glauben in das System verloren. Ich glaube zwar immer noch an die Grunddinge, glaube, daß es Gott gibt und an die Bibel, habe aber mein Vertrauen verloren. Wo ist Gott denn gewesen? Warum hat er mich alleine gelassen?

Ich kenne das Gleichnis mit den Spuren im Sand. Dort, wo nur eine Spur zu sehen ist, an den schwersten Stunden meines Lebens, hat Gott mich getragen. Momentan denke ich mir, er hätte mich alleine laufen lassen sollen, vielleicht wäre ich dann ganz aus dieser Sache herausgekommen.

Ich finde es traurig. Etwas, was mir früher sehr wichtig war und viel gegeben hat, hat sich in Luft aufgelöst. Wie kann man es schaffen, dieses Vertrauen wiederzugewinnen? Ich bin immer noch von der Existenz Gottes überzeugt. Ich möchte auch gerne die Überzeugung wieder loswerden, daß er mich vergessen hat.

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Vielleicht einfach mal ein anderes Bild:

Ein Schüler fragte den Baalschem:

"Wie geht das zu, daß einer, der an Gott hangt und sich ihm nah weiß,zuweilen eine Unterbrechung und Entfernung erfährt?"  Der Baalschem erklärte: "Wenn ein Vater seinen kleinen Sohn will gehen lernen, stellt er ihn erst vor sich hin und hält die eignen Hände zu beiden Seiten ihm nah, daß er nicht falle, und so geht der Knabe zwischen den Vaterhänden auf den Vater zu. Sowie er aber zum Vater herankommt, rückt der um ein weniges ab und hält die Hände weiter auseinander, und so fort,daß das Kind gehen lerne."

 

Ich persönlich würde Dir empfehlen, nicht bei Dir und Deinen Bedürfnissen anzusetzen, sondern bei der Betrachtung der Passion. Ich würde also den Kreuzweg intensiv beten.

Bis zum "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen"

Außerdem könntest Du im Internet mal nach Moltmann schauen. Er hat viel über das Gefühl der Verlassenheit geschrieben.

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Zitat von Moonshadow am 1:49 - 21.März.2001

Ich bin früher immer ein gläubiger Mensch gewesen, und es hat mir immer Kraft gegeben. Ich hatte vor einigen Jahren ein recht traumatisches Erlebnis. Ich habe währenddessen gebetet, möglichst heil aus dieser Sache herauszukommen. Ich bin nicht heil aus dieser Sache wieder herausgekommen. Irgendwie habe ich meinen Glauben in das System verloren. Ich glaube zwar immer noch an die Grunddinge, glaube, daß es Gott gibt und an die Bibel, habe aber mein Vertrauen verloren. Wo ist Gott denn gewesen? Warum hat er mich alleine gelassen?

Ich kenne das Gleichnis mit den Spuren im Sand. Dort, wo nur eine Spur zu sehen ist, an den schwersten Stunden meines Lebens, hat Gott mich getragen. Momentan denke ich mir, er hätte mich alleine laufen lassen sollen, vielleicht wäre ich dann ganz aus dieser Sache herausgekommen.

Ich finde es traurig. Etwas, was mir früher sehr wichtig war und viel gegeben hat, hat sich in Luft aufgelöst. Wie kann man es schaffen, dieses Vertrauen wiederzugewinnen? Ich bin immer noch von der Existenz Gottes überzeugt. Ich möchte auch gerne die Überzeugung wieder loswerden, daß er mich vergessen hat.

 


 

Hallo Moonshadow,

ohne genau zu Wissen was dein traumatisches Erlebnis war, kann ich natürlich nur allgemein Antworten.

 

Gott prüft Menschen bisweilen. Und oft auch ziemlich hart.

Er prüft dich aber wahrscheinlich nicht um sich selbst Klarheit zu verschaffen, sondern um dir Klarheit zu verschaffen wo du mit deinem Glauben stehst.

Du schreibst, dass du deinen Glauben in das System verloren hast.

Da bist du in guter Gesellschaft!

 

Der Apostel Petrus hatte auch den Glauben in das System verloren. Und das, obwohl er für den Herrn Jesus sein Leben geben wollte.

 

In Johannes 13,36-38 findet man ein Gespräch zwischen Jesus und Petrus:

»Herr, wohin willst du gehen?« fragte ihn Simon Petrus.

Jesus antwortete: »Wo ich hingehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen, aber später wirst du nachkommen.«

»Herr, warum kann ich jetzt nicht mitkommen?« fragte Petrus. »Ich bin bereit, für dich zu sterben!«

 

Aber Jesus kennt seine "Pappenheimer":

»Für mich sterben?« erwiderte Jesus. »Amen, ich versichere dir: Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, daß du mich nicht kennst.«

 

Und obwohl er das weiß, liebt er sie und betet für sie und das im Angesicht seines eigenen Sterbens .  

 

Bei Johannes 18,17 gehts weiter:

Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht auch ein Jünger von diesem Menschen?«

»Nein, das bin ich nicht«, antwortete Petrus.

 

Petrus hatte Jesus unzählige Wunder vollbringen sehen, er hatte selbst in seinem Namen schon Wunder vollbracht.

Er kannte doch die Macht die Jesus hatte und trotzdem hatte er den Glauben in "das System" verloren angesichts der grausamen Realität. Nach menschlichem Ermessen war alles schiefgelaufen.

Ein einziges Desaster. Seine Hoffnungen waren geplatzt wie eine Seifenblase.

Er fühlte sich alleingelassen. Er fühlte sich gottverlassen.  

 

Seine Mutlosigkeit sieht man bei Johannes 18, 25-27:

Simon Petrus stand noch immer beim Feuer und wärmte sich. Da sagten die anderen zu ihm: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?«

Petrus erwiderte: »Nein, ich bin es nicht!«

Ein Diener des Obersten Priesters, ein Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte, sagte: »Ich habe dich doch mit eigenen Augen bei ihm in dem Garten gesehen!«

Wieder stritt Petrus es ab, und in diesem Augenblick krähte ein Hahn.

 

Petrus hatte sein Schwert gezogen um seinen Herrn zu verteidigen, er war bereit mit ihm zu kämpfen und für ihn zu sterben.

Aber Jesu Weg um seine Herrschaft aufzurichten war ein anderer und Petrus war nicht nur voller Zweifel, er war total verzweifelt.  

Und dieser zweifelnde Simon Petrus ist der Fels auf dem die christliche Kirche gebaut ist? Ja!

Für Petrus war es sicherlich sehr schmerzlich zu erfahren wie schwach und hilflos er war, aber einige Tage später konnte er wieder Hoffnung schöpfen.  

Die Botschaft Jesu, das Evangelium, hat sich fast auf der ganzen Welt verbreitet und gibt den Menschen die Jesus als ihren Herrn angenommen haben Hoffnung.

 

Ich denke hier im Forum werden sich etliche Menschen finden die für dich beten.

Gottes Segen sei mit dir. Er tröste dich und behüte dich.

Amen

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Es ist eine christliche Pflicht den Glauben in dieses System zu verlieren und neue Wege zu suchen. Kirche, Staat, Medien, industrie und Gesellschaft haben das Bündnis der "Anständigen" geschlossen, gleichwohl es alles andere als anständig zugeht.

 

Die Frage nach dem Leid wird auch bei HIOB nicht beantwortet, das Leiden ist aber geheiligt und führt zu großem sieg wenn es Gott aufgeopfert wird.

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Hallo Moonshadow,

ich kann dich gut verstehen, weil ich auch einen Prozess hinter mir habe, der mich wegführte vom magisch-religiösen Denken.

Ich hatte auch gelernt, dass ich mich Gott immer anvertrauen kann, dass ich sein Kind bin und dass er mir hilft. Wenn er nicht hilft, ist es eine Prüfung, die ich zu bestehen habe - oder ich habe etwas falsch gemacht, war nicht gläubig genug, habe nicht genug gebetet etc. Irgend eine Ausrede, wenn es nicht so lief, wie ich es gerne gehabt hätte, hatte ich damit immer. Dass es in erster Linie an mir selbst lag, verstand ich nicht.

 

Irgendwann habe ich kapiert (und hier finde ich die chassidische Geschichte von Steffen sehr passend), dass es an der Zeit ist,  Laufen zu lernen, dass ich selbst verantwortlich bin für mein Leben, dass ich es in Abhängigkeit lebe, wenn ich ständig um Hilfe bitte und diese Hilfe dann ensprechend deute. Und - es geht mir besser damit. Das Vertrauen ins Leben allgemein wurde dadurch nicht weniger, sondern weit fester. Ich glaube immer noch an eine göttliche Instanz, bin aber der Meinung, dass wir viel mehr Verantwortung tragen für unser Leben.  Leid trifft alle Menschen, und Rückschläge oder Situationen, in denen wir versagen, können wir auch anders deuten als durch einen Gott, der uns im entscheidenden Moment nicht hilft. Manchmal hilft ein wenig Menschenverstand und ein gewisses Quantum an Ehrlichkeit sich selbst gegenüber mehr aus der Patsche, als ein magisches Denken und Abhängigsein von Gottes Hilfe. Letzteres lähmt nämlich (so meine Erfahrung) geradezu und verhindert, dass man selbst die Initiative ergreift und das beste aus einer Situation macht.

 

Ich wünsche dir viel Segen auf deinem weiteren Weg!

Inga

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Liebe Inga,

 

Ich war nie ein Mensch, der die Verantwortung für sein Leben ausschließlich in Gottes Hände gegeben hatte. Ich hatte nur immer das Gefühl, daß er, sollte ich ihn um Hilfe bitten, mir entweder wirklich hilft oder mir versichert, daß ich mir selber helfen kann. Aber damals hat er nichts von beidem getan.

 

Wenn Gott nur prüfen will - warum prüft er dann auf diese grausame Art? Was habe ich ihm denn getan, daß ich das verdient habe?

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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Zitat von Glauben am 5:49 - 21.März.2001

Es ist eine christliche Pflicht den Glauben in dieses System zu verlieren und neue Wege zu suchen. Kirche, Staat, Medien, industrie und Gesellschaft haben das Bündnis der "Anständigen" geschlossen, gleichwohl es alles andere als anständig zugeht.

 

Die Frage nach dem Leid wird auch bei HIOB nicht beantwortet, das Leiden ist aber geheiligt und führt zu großem sieg wenn es Gott aufgeopfert wird.

 

 


 

 

Lieber Glauben,

 

Ich verstehe nicht, was Du meinst. Wie kann das Leiden zu großem Sieg werden? Wie kann ich Leiden opfern? Irgendwie ergibt das für mich keinen Sinn.

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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Das Vertrauen in Gott ist das Vertrauen in uns selbst. Gott zieht nicht an irgendwelchen Fäden und bestimmt unser Leben, Gott hat kein Amt. Wir verstehen oft nur das, was wir selbst zur Sprache bringen und das ist Gottes Geschenk an uns (Mein Lieblingsdichter sagt der Himmel sei die Sprache). Selbstvertrauen trotzdem der Körper einen im Stich gelassen hat, er hat sich abgetrennt, oder wurde im Notfall verlassen, von einem selbst, oder von jemandem, von dem man sich gewünscht hat, dass er da sei, ein Retter, das Selbstgefühl braucht Zeit wieder zu wachsen. Das Gedächtnis des Körpers bewahrt Erfahrungen länger und unabhängig vom kognitiven Bewußtsein, es braucht ungefähr genauso lange wie das Alter zum Zeitpunkt der Erfahrung um dieselbe integrieren zu können. Dem eigenen Gefühl wieder trauen bringt den Boden zurück. Gott will uns helfen, er bereitet uns überall Boden, er macht ständig das Angebot zu spüren. Mir hat oft der Glaube, katholische Riten, Devotionalien, auch religiöser "Kitsch" dazu verholfen, mich fallen zu lassen und der Rührung oder der Freude freien Lauf zu lassen. Es kann sein, dass Selbstwertgefühl und Vertrauen so weit weg sind (ich bin "vergessen" ) , dass ein Begleiter, der sich mit dem Weg zurück auskennt Dir helfen kann.

Dein Gefühl das Gott dir wirklich helfen kann war ein Gedanke, ein Wunsch. Fühlen ist körperlich und da hattest du den Eindruck, dass sicher ist, dass Du Dir selber helfen kannst, indem Du Dich auf das Gefühl verlässt. Durch das Trauma hat sich die Empfindung zurückgezogen um Dich zu schonen (wenn Du so willst ist das Teil göttlicher Planung), aber es ist da. Gott ist immer für Dich da, als die Liebe, die Wirklichkeit, der Weg, das Leben.

herzlich

Boanerges

 

 

(Geändert von Boanerges um 11:56 - 21.März.2001)

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Zitat von Moonshadow am 12:49 - 21.März.2001

Ich hatte vor einigen Jahren ein recht traumatisches Erlebnis. Ich habe währenddessen gebetet, möglichst heil aus dieser Sache herauszukommen. Ich bin nicht heil aus dieser Sache wieder herausgekommen.

 

Lieber Moonshadow,

 

da ich nicht weiß, in welcher Form Dein Erlebnis traumatisch war und womit Dich Gott enttäuscht hat, kann ich mit meinem Antwortversuch auch peinlich daneben liegen. Ich versuch's aber trotzdem mal.

 

Wenn Du nur so zu Gott gebetet hast wie oben beschrieben, dann fehlt da ein ganz wichtiger Anhang: nicht mein Wille, sondern Deiner geschehe. Für sich selber zu beten ist zwar legitim, aber man sollte es mit äußerster Vorsicht tun. Bete, vor dem Bösen geschützt zu werden, aber bete nie daum, vor Konsequenzen Deines Tuns geschützt zu werden. Bete vielmehr  darum, daß andere vor den Konsequenzen Deines Tuns geschützt werden. Bete nie darum, einen Besitz nicht zu verlieren (auch einen Menschen), denn es gehört Dir nicht. Und wenn Du siehst, wie alle Stricke reißen und das Unerhoffte eintritt, dann halt Ausschau nach den Möglichkeiten für einen Neuanfang. Wo tun sich mir neue Wege auf, auch wenn sie einen ganz anderen Weg einschlagen. Ostern ist jeden Tag.

 

Es ist nicht leicht, aber die Demut vor Gott ist essentiell. Man darf auch nicht immer sofort nach dem Sinn oder dem Warum fragen. Die Spuren im Sand werden erst aus einiger Distanz heraus zu einem sinnvollen Weg.

 

Axel

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Lieber Axel,

 

Ich habe keinen anderen Menschen verloren, der mir wertvoll war. Ich habe viel von mir selbst verloren.

 

"Nicht mein Wille geschehe, sondern Deiner" erscheint mir wie blanker Hohn. Wie kann es Gottes Wille sein? Vielleicht war mein Tun nicht richtig, aber wieso habe ich das in dieser Form verdient? Ich leide immer noch und habe immer noch Schmerzen.

 

Wenn ich bete, vor dem Bösen geschützt zu werden, und ich werde nicht geschützt, wie soll ich dann dem vertrauen, der allmächtig dieses Böses hätte von mir abwenden können und es nicht getan hat?

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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>> Wenn ich bete, vor dem Bösen geschützt zu werden, und ich werde nicht geschützt, wie soll ich dann dem vertrauen, der allmächtig dieses Böses hätte von mir abwenden können und es nicht getan hat? << (Moonshadow)

 

Wenn man mal erkannt hat, daß der Allmächtige und Allgütige Wichtigeres zu tun hat, als sich um die Anliegen jedes einzelnen der sechs Milliarden popeligen Menschlein zu kümmern, dann stellt sich diese Frage nicht mehr.

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Mit Verletzungen und Wunden hat jeder Mensch zu tun. Und selbstverständlich gibt es viele Dinge auf dieser Welt, die wir nicht ändern können, und Leid, das sich nicht »wegbeten« läßt. Aber ob wir unsere Wunden noch vertiefen, indem wir uns selbst noch mehr verletzen, das ist unsere Entscheidung.

Dies gilt natürlich v.a. für den seelischen Schmerz ("Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit..")

 

Es gibt jedoch tief in uns einen Punkt, in den der Schmerz nicht eindringen kann.

Dieser Punkt ist das Bewußtsein der Liebe Gottes und das Bewußtsein, daß die Liebe unsere Bestimmung ist. Die Bestimmung ist nicht raubbar.

Unerläßlich für dieses Bewußtsein ist die Betrachtung des Kreuzes, das Nachsinnen über die Passion. Gott trägt unser Leid am Kreuz mit, er solidarisiert sich mit uns, damit wir uns mit ihm solidarisieren können.

Die Frage ist natürlich sehr komplex, ich kann Dir dazu das Buch

"Tu Dir doch nicht selber weh" von Anselm Grün empfehlen (für den Fall, daß der Schmerz seelisch bzw. seelisch ausgelöst und nicht körperlich sein sollte.)

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Zitat von Moonshadow am 11:58 - 21.März.2001


 

Liebe Moonshadow,

 

das Seltsamste ist die menschliche Denkweise im Glauben.

 

Ist einem etwas Gutes widerfahren, dann bedankt man sich bei Gott (der ja alles bewirkt).

 

Hat man dagegen ein Unglück zu verkraften, dann sucht man Trost, auch bei Gott (der alles bewirkt).

 

Im reellen Leben ist es so, das man bei einem Unglück bei allen Trost sucht, aber nicht bei dem "der das Unglück bewirkt" hat.

 

Diese Denkweise ist ein psychologisches Phänomen, über das man gründlich nachdenken sollte.

 

Gruß Pedrino

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Liebe Moonshadow,

 

ich finde es so furchtbar traurig, dass du das Vertrauen zu Gott verloren hast. Das ist das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann, der reinste Horror! Es spielt keine Rolle, welche Art von traumatischem Erlebnis diesen Verlust ausgelöst hat, entscheidend ist, dass du dich dadurch mies fühlst.

 

Du hast deinen Thread mit ‘Vertrauen verloren – wie gewinnt man Vertrauen zurück?’ überschrieben. Ich denke, so bist du auf dem richtigen Weg, denn du möchtest das verlorene Vertrauen zurückgewinnen. Du bist zwar enttäuscht von Gott, aber du gibst nicht resigniert auf. Das finde ich schon mal große Klasse.

 

Sprich mit Gott, bete zu ihm, klage ihn an und schrei’ ihn an! Das ist allemal besser, als gar nicht mit ihm zu reden.

Selbst Jesus hat sich im Moment höchster Not von Gott abgeschnitten gefühlt und hat in seiner Verzweiflung gerufen:

‘Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!’

Moonshadow, du bist Jesus so unvorstellbar nah, wenn du dich genauso fühlst wie er.

 

Ich hoffe mit dir, dass du Gott wieder vertrauen kannst, ich bete für dich.

 

Ganz liebe Grüße

Angelika

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Guest Moussa

Liebe Moonshadow,

 

je weiter du Dich von Gott entfernt fühlst, umso mehr solltest Du versuchen, zu Ihm zu beten, Seine Nähe zu suchen. Du hast die Gewißheit, daß er Dich niemals verläßt, Du bist Sein Geschöpf und Er liebt Dich mehr als ein Mensch Dich jemals lieben könnte.

Über die Liebe Gottes wird bei uns gesagt: Gott hat den Müttern dieser Welt für ihre Kinder nur einen winzigen Tropfen Seiner Liebe für den Menschen eingepflanzt. Wenn Du siehst, wie unermeßlich die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist, wird Dir das Ausmaß der Liebe Gottes zu Dir klar.

Manchmal verstehen wir Sein Handeln nicht aber je mehr Er Dich liebt, umso mehr prüft Er Dich und Er hat versprochen, daß Er niemals einer Seele mehr aufladen wird, als sie zu tragen vermag. Nach der Prüfung kommt die Erleichterung. Nach der Prüfung kommt die Erleichterung. Lies in den Heiligen Schriften und bete zu Gott. Er wird Dich erhören.

 

wassalam

 

Moussa

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Liebe Moonshadow,

 

wenn Du an Ihm glaubst, dann glaubst Du auch, daß er Liebe ist. Bitte, läßt Dich von seiner bedingungslosen Liebe erfüllen!

 

Falls dies Dir völlig unmöglich erscheint, dann bis Du vielleicht obsessiv an Deinem Problem gebunden (das findet man nicht selten in diesem Land). Dann würde ich Dir fragen worum es geht und seit wann (aber nur, wenn Du §1 ausschließen willst). Augustinnus sagt, daß man zuerst glauben muß, um erst dann verstehen zu können. Wenn wir zuerst auf alle Fälle verstehen wollen, dann kommt man nicht zum Glauben.

 

Gruß,liebe Mondnacht,

Vicente

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liebe monnshadow,

 

was uns von gott trennt, ist  pauschal gesagt allein die sünde. daher müssen wir zusehen , dass wir alle sünden gott bekennen, um mit ihm wieder verbindung zu bekommen. das mal als grundsatz. haben wir alle sünden von gott vergeben lassen , werden wir mindestens eine zeitlang mehr oder weniger guten kontakt mit gott haben. danach aber kommen die sündenstrafen und die bestehen u.a. auch aus dem gefühl der gottferne, auch wenn nun keine zu beichtenden sünden mehr da sind.  dagegen hilft allein gebet und warten bis gott wieder nach seinem willen die schleussen des himmels öffnet. bis dahin möchte gott auch , dass wir ohne ihn zu fühlen, ihm vertrauen gerade auch in der geistlichen dürre , durch die jeder christ hindurch muss. selbst die heiligen haben diese erlebt oft lange zeit.

ich habe auch genug dürrephasen durchzumachen, diese lassen mich aber bisher nicht grundsätzlich an gott zweifeln. aber zweifel an gott können  auch christen erleben.  da hilft nichts als vermehrt beten und aushalten bis gott wieder in uns licht schafft. wir sehen daran auch, dass wir so von gottes hilfe abhängig sind.

ich kenne die näheren ursachen bei dir nun nicht, werde aber für dich beten.

gruss und gottes segen werner

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Ich war einmal der Überzeugung, daß das, was geschieht, seinen Sinn haben wird, und daß ich nur zu klein bin, um diesen Sinn zu verstehen. Die Überzeugung ist gegangen, statt dessen nur Leere und Traurigkeit, die sich selbst erhält. Manchmal denke ich, mein Leben ist schon vorbei, bevor es überhaupt begonnen hat.

 

Ich habe wieder angefangen die Bibel zu lesen, das ist nicht schlecht.

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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WeisserRabe

Leid.......

Und wo wären wir ohne Herausforderungen????

Wo ohne Prüfungen?????

 

Und wenn alles soooooo Furchtbar ist dann muss

das was GOTT für uns bereitet hat um so

unermesslich Grösser und Wunderbarer Sein!!!!!!!

 

Also lasst uns Alle Beten!!!

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hallo liebe moonshadow,

 

noch ein rat an dich: such dir doch einen guten seelsorger, der mit dir betet und eine gute gemeinde, die das auch tut. oft dringt das allein-beten nicht genug durch, habe ich selber schon erlebt, und man braucht eine hilfe. zwei schnüre zu einem seil geflochten haben auch eine grössere tragkraft. deswegen brauchen christen auch einander zur fürbitte.

gruss und gottes segen werner

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Liebe Moonshaddow!

 

Es gibt im Leben Phasen des Vertrauen-Habens und des Vertrauen-Suchens.

Nach all dem, was Du über Dich selbst gepostet hast, darfst Du ja auch ein wenig stolz sein, dass Du überhaupt noch zu was Vertrauen hast, außer Dir selbst.

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Cano: >Wenn man mal erkannt hat, daß der Allmächtige und Allgütige Wichtigeres zu tun hat, als sich um die Anliegen jedes einzelnen der sechs Milliarden popeligen Menschlein zu kümmern, dann stellt sich diese Frage nicht mehr. <

 

Warum ist es so schwer für die meisten Gläubigen, sich als "unwichtig" für Gott zu erkennen? Warum beinhaltet das Glauben an Gott immer auch daß Gott an jeden Einzelnen glaubt und diesen Glauben auch noch zu einer ähnlichen Privatangelegenheit macht, wie der Mensch seinen Glauben an Gott?

 

Ich meine, alles Leid was diese "herr"liche Schöpfung so zu bieten hat, läßt folgende Spekulationen über Gott zu:

 

1. Er ist ein gnadenloser Sadist, dem es Freude macht, sich an dem Leid Unschuldiger zu ergötzen.

 

2. Er ist machtlos und schaut heulend zu.

 

3. Er beabsichtigt mit den Greueln, die er zuläßt  irgendwas, das sich unserem Sinn entzieht. (Das würde allerdings nichtsdestotrotz in Punkt 1 passen, denn selbst ein höheres Ziel des Leidens macht dieses nicht entschuldbar - vgl. Kahl in "Denkt mal drüber nach&quot

 

4. Gott ist weder sadistisch, nocht machtlos, noch treibt er hinterfotzige Spielchen mit uns, sondern er ist einfach nicht sonderlich an den Einzelvertretern der Gattung Mensch interessiert.  So wie der einzelne Mensch nicht an dem Leid oder dem Seelöenheil  von jedem einzelnen seiner Hautschüppchen interessiert ist.

 

Ich persönlich tendiere sehr stark zu der letzten Annahme. Es paßt auch am besten zu "occam´s razor".  

 

Man sollte vielleicht sein eigenes Leid nicht zu einer persönlichen Angelegenheit zwischen sich und Gott hochstilisieren, sondern es da austragen, wo es hingehört: Auf DIESE Welt.  Allerdings bleibt da die Frage nach dem verlorenen Vertrauen oftmals immer noch ungelöst, nämlich dann, wenn das Vertrauen von Menschen gebrochen wurde (im Gegensatz zu einer schweren Krankheit beispielsweise). Ich finde, mit einer göttlichen Gleichgültigkeit fertigzuwerden sehr viel leichter, als mit der menschlichen Ignoranz oder Dummheit.

 

Lissie

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>> 4. Gott ist weder sadistisch, noch machtlos, noch treibt er hinterfotzige Spielchen mit uns, sondern er ist einfach nicht sonderlich an den Einzelvertretern der Gattung Mensch interessiert.  So wie der einzelne Mensch nicht an dem Leid oder dem Seelenheil  von jedem einzelnen seiner Hautschüppchen interessiert ist. << (Lissie)

 

Zu dieser Betrachtungsweise neige ich auch, Lissie,

 

aber mit so einem Gott kann der Mensch nichts anfangen. Mit diesem Gott kann er weder auf die Veredelung der Menschen hinwirken, noch kann er mit ihm sein ideelles Schäfchen (geliebt zu werden, ewiges Leben) oder sein materielles Schäfchen (Leben auf Kosten der Gläubigen) ins Trockene bringen.

 

Gott DARF deshalb nicht so sein, wie wir (beide) ihn uns vorstellen können. Ein solcher Gott bringt keinerlei Profit.

 

Cano

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