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Vom Beten


Martin

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Und er (der Prophet) antwortete:

 

Ihr betet in eurer Not und Pein;

würdet ihr doch auch in der Fülle eurer Freude

und in den Tagen des Überflusses beten.

 

Denn was ist das Gebet anderes

als die Entfaltung eurer selbst in den lebendigen Äther hinein ?

 

Und wenn es zu eurem Trost ist,

das Finstere in euch in den Raum zu ergießen,

ist es auch zu eurer Freude,

die Morgenröte eures Herzens darin zu verströmen.

 

Und wenn ihr nichts anderes könnt als weinen,

wenn eure Seele euch zum Beten aufruft,

sollte sie euch trotz des Weinens

immer und immer wieder dazu anspornen,

bis ihr lacht.

 

Wenn ihr betet,

erhebt ihr euch und trefft in den Lüften jene,

die zur selben Stunde beten

und denen ihr nur im Gebet begegnen könnt.

 

Daher soll euer Besuch in diesem unsichtbaren Tempel

nur der Verzückung und süßen Kommunion dienen.

 

Denn wenn ihr den Tempel

aus keinem anderen Grund betreten solltet, als zu bitten,

werdet ihr nicht empfangen:

 

Und wenn ihr ihn betreten solltet,

um euch zu erniedrigen,

werdet ihr nicht erhöht:

 

Oder sogar wenn ihr ihn betreten solltet,

um zum Wohl anderer zu bitten,

werdet ihr nicht erhört.

 

Es ist genug,

daß ihr den unsichtbaren Tempel betretet.

 

Ich kann euch nicht lehren,

wie man in Worten betet.

 

Gott hört nicht auf eure Worte,

außer wenn Er selbst sie durch eure Lippen ausspricht.

 

Und ich kann euch nicht das Gebet der Meere und der Wälder und der Berge lehren.

 

Aber ihr, die ihr aus den Bergen und den Wäldern und den Meeren geboren seid,

könnt ihr Gebet in eurem Herzen finden,

und wenn ihr nun in der Stille der Nacht hinhört,

werdet ihr sie schweigend sagen hören:

 

"Unser Gott,

der du bist unser geflügeltes Ich,

es ist dein Wille in uns,

der will.

 

Es ist dein Wunsch in uns,

der wünscht.

 

Es ist dein Drängen in uns,

das unsere Nächte,

die dein sind,

in Tage verwandelt,

die auch dein sind.

 

Wir können dich um nichts bitten,

denn du kennst unsere Bedürfnisse,

ehe sie in uns geboren werden;

 

Dich brauchen wir;

und indem du uns mehr von dir gibst,

gibst du uns alles."

 

 

 

(Geändert von Martin um 13:56 - 12.Juni.2001)

 

 

(Geändert von Martin um 15:46 - 13.Juni.2001)

 

 

(Geändert von Martin um 18:52 - 13.Juni.2001)

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"Denn was ist das Gebet anderes ...."

 

Ähnlich habe ich Martin in einem Autogespräch beim Kath.de-Membermeeting ausgefragt. Wir sind zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. (Weil die Autofahrt zu kurz war???)

 

Deswegen stelle ich meine Fragen noch einmal:

 

Was ist das Gebet anderes als ein Sinnieren über einen Text?

 

Was ist das Gebet anderes als Nachdenken unter bestimmten (christlichen) Prämissen?

 

Was ist das Gebet anderes als ein Selbstgespräch?

 

Was ist das Gebet anderes als ein "Abschalten vom Alltag".

 

....

 

Meint ihr wirklich das jemand von Außen zuhört und antworten gibt?

 

Grüße

Heidi

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In einer Serie, in der es um einen Schutzengel ging, hörte ich mal den Satz: "Jedes Gebet wird erhört - aber Gott entscheidet, was das beste für uns ist."  (oder so ähnlich) Es kommt vor allem auf den ersten Teil an. Egal, ob wir eine Veränderung in unserem Leben spüren, das Gebet wurde erhört. Daß Gott ganz konkret an uns herantritt mit seinen Wünschen erkennen wir im Gewissen, es ist das Medium seiner Anliegen. So greift er in unseren Alltag ein. Manchmal gibt es das Gefühl, jetzt sollte ich dies oder jenes tun und tue es nicht. Danach plagt mich das Gewissen und ich weiß, im Grunde habe ich damit dem Willen Gottes widersprchen.

(Das gilt natürlich nur, solange das Gewissen nicht irregeleitet ist).

 

Liebe Grüße

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<Deswegen stelle ich meine Fragen noch einmal:

 

Was ist das Gebet anderes als ein Sinnieren über einen Text?

 

Was ist das Gebet anderes als Nachdenken unter bestimmten (christlichen) Prämissen?

 

Was ist das Gebet anderes als ein Selbstgespräch?

 

Was ist das Gebet anderes als ein "Abschalten vom Alltag".

 

....

 

Meint ihr wirklich das jemand von Außen zuhört und antworten gibt?>

 

Liebe Heidi!

 

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung versichern, dass das Gebet kein Selbstgespräch ist. Ich habe erfahren, dass der Herr wirklich Antworten auf meine Gebete gibt. Es ist jemand von Aussen da, der zuhört!

Das Beten ist auch nicht ein "Sinnieren über einen Text", zumindest für mich nicht. Denn ich bete mit meinen eigenen Worten zu Gott und nicht mit einem auswendiggelernten Text. Das Gebet ist das allerpersönllichste, dass es für mich gibt, es ist ein Gespräch mit meinem Himmlischen Vater.

 

Liebe Grüsse

amine

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Liebe Heidi,

 

Beten ist Kommunikation mit Gott, es ist DIE Form des Gesprächs mit Ihm. Gott braucht unsere Gebete nicht, wir brauchen sie, sie helfen uns.

Zum einen beruhigen sie uns während wir sie verrichten (in unserem Fall fünfmal am Tag) und erinnern uns an unsere Pflichten gegenüber Gott und den Mitmenschen. Zum anderen erhört Gott unsere Gebete und antwortet darauf, nicht indem Er mit uns spricht wie Menschen untereinander, sondern indem Er unsere Bitten erfüllt und uns Trost spendet.

 

Freundliche Grüße

 

Moussa

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Zitat von MoussaJ am 12:58 - 12.Juni.2001

Zum anderen erhört Gott unsere Gebete und antwortet darauf, nicht indem Er mit uns spricht wie Menschen untereinander, sondern indem Er unsere Bitten erfüllt und uns Trost spendet.

 

Na lieber Moussa,

 

dann teile einige deiner unerschöpflichen Beispiele mit, wo deine Bitten erhört worden sind.

 

Gruß Pedrino

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Zitat von pedrino am 13:17 - 12.Juni.2001


Zitat von MoussaJ am 12:58 - 12.Juni.2001

Zum anderen erhört Gott unsere Gebete und antwortet darauf, nicht indem Er mit uns spricht wie Menschen untereinander, sondern indem Er unsere Bitten erfüllt und uns Trost spendet.

 

Na lieber Moussa,

 

dann teile einige deiner unerschöpflichen Beispiele mit, wo deine Bitten erhört worden sind.

 

Gruß Pedrino

 

 


 

 

Lieber Pedrino,

 

ich empfinde Kälte in deiner Frage;

eine unterschwellige Intention im Sinne von -

zeig dein Ergebis und ich zeige dir, daß es nicht stimmt.

 

Es geht uns nicht um einen Beweis mit Argumenten der Logik,

es geht uns um einen Austausch unserer (nenne es ruhig subjektiven) Erfahrungen.

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: Ich freue mich darüber Moussa, das wir hier grundsätzlich ein gemeinsames/verbindendes Thema haben.

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>> dann teile einige deiner unerschöpflichen Beispiele mit, wo deine Bitten erhört worden sind. << (Pedrino an Moussa)

 

 

Beim Vaterunser klappt es teilweise ganz gut. Die Bitte "unser tägliches Brot gib uns heute" wird regelmäßig erhört (jedenfalls in den Wohlstandsländern). Die Erfolgsquote bei der Bitte "und erlöse uns von dem Bösen" ist dagegen nicht zufriedenstellend (nur ab und zu stirbt mal einer von den Bösewichten).

 

 

 

 

(Geändert von Cano um 14:20 - 12.Juni.2001)

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Liebe Heidi,

 

deine Fragen empfinde ich als sehr hilfreich im Rahmen einer gemeinsamen Kommunikation zwischen A&A und Christen; mal sehen, wieweit wir im ersten Anlauf kommen:

 

>Was ist das Gebet anderes als ein Sinnieren über einen Text? <

 

Gebet kann sehr vielfältige Formen annehmen: das Lesen eines Bibeltextes in entsprechender Intention ist für mich Gebet; das Singen von z.B. Gregorianik, Taize-Liedern (die mich besonders ansprechen) und im Grunde genommen aller Kirchenlieder; das Vaterunser; z.b. die Namen Gottes Lianei; Stille im Hinblick auf Gott; eucharistische Anbetung; ... .

 

Gebet kann daher auch das Sinnieren über einen Text sein, aber auch etwas ganz anderes.

 

 

>Was ist das Gebet anderes als Nachdenken unter bestimmten (christlichen) Prämissen? <

 

Für mich ist das Nachdenken weniger Gebet, als das Schweigen und sich Öffnen; die Hinwendung von bewußter Aktivität, vom Senden zum Empfangen.

 

 

>Was ist das Gebet anderes als ein Selbstgespräch? <

 

Es findet für uns nicht in einem geschlossen Kreislauf des eigenen "Ichs" statt, sondern versucht, diese Grenzen und Fesseln zu überwinden -  indem wir unser Gegenüber in Gott suchen.

 

>Was ist das Gebet anderes als ein "Abschalten vom Alltag". <

 

Dieser Aspekt kann ein Teil-Aspekt des Gebetes sein, würde aber nur einen kleinen Anteil in der Gebets-Vorbereitung, der Einstimmung abdecken.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Lieber Cano,

 

wie lässig du den Unterschied zwischen "den" und "dem"  handhabst ?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Liebe Heidi;

 

>Meint ihr wirklich das jemand von Außen zuhört und antworten gibt? <

 

Ich finde Khalil Gibran gibt mögliche Antworten.

Oder doch nicht ?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Zitat von Martin am 14:02 - 12.Juni.2001

 

ich empfinde Kälte in deiner Frage;

eine unterschwellige Intention im Sinne von -

zeig dein Ergebis und ich zeige dir, daß es nicht stimmt.

 

Es geht uns nicht um einen Beweis mit Argumenten der Logik,

es geht uns um einen Austausch unserer (nenne es ruhig subjektiven) Erfahrungen.

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: Ich freue mich darüber Moussa, das wir hier grundsätzlich ein gemeinsames/verbindendes Thema haben.

 

Lieber Martin,

 

ich habe kein Verständnis dafür, wenn "subjektive Erfahrungen" als Tatsachenberichte dargestellt werden.

 

Grundsätzlich möchte ich einmal auf die Denkweise aufmerksam machen, die in religiösen Angelegenheiten vorherrscht.

 

Wenn ich sage, es gibt keinen Gott, weil das Modell Gott ein Denkprodukt des menschlichen Gehirns ist, dann ist das nachvollziehbar, da es keinen, aber überhaupt keinen, nicht einmal den geringsten Hinweis, auf eine Existenz Gottes gibt.

 

Trotzdem wird das Nichtnachvollziehbare, die vermeintliche Existenz Gottes, als richtiger erachtet.

 

Dies ist paradox. Die menschliche Vernunft wird durch die Religion auf den Kopf gestellt.

 

Gruß Pedrino

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Lieber Pedrino,

 

besteht unser Leben nicht im wesentlichen aus "subjektiv" empfundenen "Tatsachen" ?

 

Herzliche Grüße

Martin

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>> Die menschliche Vernunft wird durch die Religion auf den Kopf gestellt. << (Pedrino)

 

 

Das ist zwar richtig, aber warum sollte der Mensch vernünftig sein, wenn die Unvernunft zu dem gewünschten Ergebnis führt?

 

Der Idealzustand einer jeden Religion ist die kollektive gleichgeschaltete Unvernunft. Wenn alle gleich unvernünftig sind, fällt es niemandem mehr auf, daß er unvernünftig ist.

 

 

 

 

 

(Geändert von Cano um 15:05 - 12.Juni.2001)

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Lieber Pedrino,

 

ich könnte Dir einige Beispiele nennen, aber mit welchem Erfolg? Würde es Dich von der Wahrheit meiner Aussagen überzeugen oder würdest Du es als Zufall abtun? Manchmal sind Dinge so wie man sie sehen MÖCHTE, subjektive Wahrheiten.

 

Du stellst Deine subjektive Wahrheit als objektiv dar:

 

"Wenn ich sage, es gibt keinen Gott, weil das Modell Gott ein Denkprodukt des menschlichen Gehirns ist, dann ist das nachvollziehbar, da es keinen, aber überhaupt keinen, nicht einmal den geringsten Hinweis, auf eine Existenz Gottes gibt. "

 

Das ist Deine Ansicht, die ebensowenig beweisbar ist wie die Ansicht der Gläubigen, Gott existiere. Für mich sind die Antworten auf meine Gebete EIN Beweis für Gottes Existenz. Für mich ist es absolut nicht logisch, daß das menschliche Gehirn kollektiv die Existenz von Nichtexistentem konstruieren sollte und dann auch noch völker- und kulturübergreifend in derart übereinstimmender Weise.

 

"Dies ist paradox. Die menschliche Vernunft wird durch die Religion auf den Kopf gestellt."

 

Nein, Pedrino, die menschliche Vernunft ist ein weiterer Weg zu Gott, sie ist erforderlich, um Ihn zu begreifen und eine Beziehung zu Ihm aufzubauen.

 

 

Lieber Martin,

 

in der Praxis stimmen Muslime und Christen (zumindest Katholiken) in vielerlei Hinsicht überein.

Ich möchte Dir allerdings widersprechen, was K. Gibran betrifft. Das sind menschliche Spekulationen, die für mich als Muslim bestenfalls Unterhaltungswert haben. Wir erachten den Koran als Wort Gottes, der alles Wesentliche enthält.

 

 

Lieber Cano,

 

"Erlöse uns von dem Bösen" bedeutet wohl kaum, daß Gott Deinen bösen Nachbarn zu sich ruft. Es bedeutet, Dich selbst von dem Bösen in Dir zu erlösen. Wir Muslime beten "Führe uns auf den geraden Weg, den Weg derer, die dein Wohlgefallen erregen..." das kommt dem christlichen Gebet recht nahe und wenn man täglich mehrmals darum bittet, kanne statsächlich dabei helfen, sich dementsprechend zu verhalten.

 

Freundliche Grüße

 

Moussa

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Hallo Moussa,

 

den zur Diskussion gestellten Text empfinde ich zunächst einmal als poetisch ansprechend. Ich lese ihn gern.

 

Nun aber zum Inhalt:

Welchen Passagen würdest du ohne wenn und aber zustimmen,

welche Aussagen sind deiner Ansicht nach einfach falsch?

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: "Hallo Moussa" entbindet mich zwar von der Entscheidung der korrekten Anrede, doch ... .

Da ich deinen Namen nicht kenne, bin ich mir nicht sicher, ob ich dich als Frau oder als Mann korrekt anspreche ?

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Als Erklärung für das folgende Posting von Explorer:

 

Lieber Explorer,

 

ich bin nicht der Papst, allso fehlbar.

 

Dieses Posting war ein Fehler. Leider kann ich es nicht selber löschen. Als Strafe für meine "Sünde" dürfen mir ruhig einpaar Punkte abgezogen werden und ich bitte die Moderatoren dieses hier wieder zu löschen.

 

Gruß Pedrino

 

 

(Geändert von pedrino um 17:31 - 12.Juni.2001)

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Zitat von pedrino am 17:11 - 12.Juni.2001

 

 

(Geändert von pedrino um 17:16 - 12.Juni.2001)


 

Mit sowas kann man seine Postingzahl ungeheuer steigern, nicht

 

Spekulierst du auf eine kleine Vergütung ab 1111 Postings?

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Zitat von MoussaJ am 16:34 - 12.Juni.2001

Lieber Martin,

 

in der Praxis stimmen Muslime und Christen (zumindest Katholiken) in vielerlei Hinsicht überein.


 

Hallo Moussa,

als ich mich vor einiger Zeit mit einem (deutschen) Moslem über das Verhältnis zu den Christen unterhalten habe, hat er die katholische Art der Heiligenverehrung als Götzendienst bezeichnet.

Widerspricht das nicht deiner Aussage!

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Zitat von MoussaJ am 16:34 - 12.Juni.2001

 

Du stellst Deine subjektive Wahrheit als objektiv dar

 

Nein, Pedrino, die menschliche Vernunft ist ein weiterer Weg zu Gott, sie ist erforderlich, um Ihn zu begreifen und eine Beziehung zu Ihm aufzubauen.

 

Lieber Moussa,

 

(Moussa)"Du stellst Deine subjektive Wahrheit als objektiv dar"

 

meine Schilderung ist keine subjektive Wahrheit.

 

Denken,

 

die den menschlichen Erkenntnisprozess wesentlich kennzeichnende, aktive, verstandesmäßige und ordnungsstiftende Verarbeitung gegebener Informationen, mit dem Ziel, Bedeutungen zu verstehen und Sinnzusammenhänge offen zu legen. Insofern die Berücksichtigung möglichst aller relevanten Informationen für ein adäquates Bedeutungs- und Sinnverstehen notwendig ist, ist neben der Intelligenz auch die Wahrnehmung eine für die Qualität des Denkens entscheidende Voraussetzung.

Zu den Voraussetzungen zählt zugleich auch das wichtigste Mittel des Denkens: die Sprache, mit deren Hilfe Gesetzmäßigkeiten formuliert und Begriffe gebildet werden können, die den Prozess des Denkens nachvollziehbar und seine logische Struktur und Folgerichtigkeit überprüfbar machen. Sprache und schriftliches Protokoll ermöglichen auch in komplexen Fragen an das bereits Gedachte, an die Erfahrung des Denkens anzuknüpfen. Diese Methode des aus der (immer wieder überprüften) Erfahrung schöpfenden und an sie anknüpfenden Denkens ist eine der Grundlagen der Wissenschaft.

Entscheidende Bedeutung kommt dem Denken für das Problemlösen zu. Im Hinblick darauf ist Denken ein heuristischer Prozess, der sich von einer unvollständigen Ausgangsinformation mit Hilfe logischer Analyse, analogie- und begriffsbildenden Schließens sowie des Rückgriffs auf gemachte Erfahrungen über die Einsicht in die Struktur des Problems und seiner Teilprobleme in Richtung auf die Problemlösung vollzieht.

Bei dem auf Problemlösen gerichteten Denken können folgende Phasen unterschieden werden: 1.die Präparation (lateinisch für Vorbereitung, hierzu gehören die Identifizierung, d.h. das Erkennen des Problems, und die Differenzierung, d.h. die systematische Aufgliederung seiner Teilstrukturen); 2.eine Inkubation genannte Ruhephase; 3.die Illumination (lateinisch für „Erleuchtung", das sog. Aha-Erlebnis); 4.die Evaluation (lateinisch für Auswertung); sowie 5.die Übertragung und Ausführung.

In der Denkforschung wird zwischen konvergentem und divergentem Denken unterschieden. Ergebnis des divergenten Denkens ist eine Vielfalt verschiedenartiger Lösungen, während das konvergente Denken die eine, richtige Lösung hervorbringt.

 

Verfasst von:

Andreas Vierecke

 

"Denken", Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

(Moussa)"Nein, Pedrino, die menschliche Vernunft ist ein weiterer Weg zu Gott, sie ist erforderlich, um Ihn zu begreifen und eine Beziehung zu Ihm aufzubauen"

 

In deiner Begründung verhälst du dich wie ein Verbrecher, der die geltenden Gesetze benutzt, um seine Verbrechen begehen zu können (verstehe mich aber jetzt nicht falsch).

 

Vernunft,

 

als philosophischer Begriff das Vermögen, Phänomene nicht nur für sich genommen zu verstehen, sondern im universellen Zusammenhang zu begreifen.

Der neuzeitliche philosophische Vernunftbegriff ist wesentlich in der Philosophie des deutschen Idealismus (Ende des 18. bis Mitte des 19.Jahrhunderts) geprägt worden. Im allgemeinen Sinne kann Vernunft als Inbegriff des menschlichen Erkenntnisvermögens verstanden werden. Das Zentrum der philosophischen Reflexion der Vernunft bildet die kritische Philosophie Immanuel Kants. Kant unterscheidet zwischen theoretischer und praktischer Vernunft. Die theoretische Vernunft bezieht sich auf die Erkenntnis der Gegenstände der Erfahrung. Ihr Anwendungsfeld ist unsere Erkenntnis der sinnlich erfahrbaren Realität, d.h. der außermenschlichen Natur. Insofern fällt der Bereich der theoretischen Vernunft mit dem Gegenstandsbereich der Naturwissenschaften zusammen. Die praktische Vernunft bezieht sich hingegen auf den Bereich des menschlichen Handelns. Mit den Prinzipien und Formen der theoretischen Vernunft setzt Kant sich in der Kritik der reinen Vernunft (1781) auseinander. Hier entwirft er den Grundriss seiner Transzendentalphilosophie und unternimmt eine Analyse der Strukturen und Funktionsweisen sowie insbesondere der Bedingungen und Grenzen der allgemeinen menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Dabei geht es ihm vor allem darum, die konstitutiven Prinzipien der Vernunft herauszuarbeiten, d.h. die Bedingungen der Möglichkeit unseres Wissens und unserer Erfahrung aufzuhellen.

Kants Vorgehensweise besteht darin, auf dem Wege der kritischen, reflexiven Untersuchung des Vernunftgebrauchs, d.h. mittels einer Untersuchung der Art und Weise, wie wir vermöge der Vernunft die Realität erkennen, die grundsätzlichen Bedingungen von Erfahrung und Erkenntnis zu analysieren. Das Attribut „rein" bedeutet, dass sich die Untersuchung des Vernunftgebrauchs nicht auf die jeweils konkrete Erfahrung der Realität, sondern auf die Bedingungen der Möglichkeit jeglicher Erfahrung richtet. Damit sind diejenigen Funktionen und Formen gemeint, die in der Vernunft selbst begründet und (weil sie jeder Erkenntnis der Wirklichkeit vorausgehen) unabhängig sind von der konkreten Erfahrung. Die Vernunft nimmt in dieser Untersuchung daher eine doppelte Rolle ein: Sie ist der Gegenstand von Analyse und Kritik, und sie ist zugleich das Instrument der Kritik. Damit wird die Vernunft bei Kant zur Richterin in eigener Sache. Die Vernunft soll in der Kritik der reinen Vernunft über ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen Rechenschaft ablegen. In diesem weiteren Sinne versteht Kant Vernunft auch als „das Vermögen der Erkenntnis aus Prinzipien". Innerhalb dieses allgemeinen Begriffs der theoretischen Vernunft unterscheidet er aber weiterhin zwischen Vernunft im engeren Sinne und Verstand. Der Verstand ist das Vermögen durch die Tätigkeit des Urteilens die „Gegenstände der Erfahrung" zu erkennen. Dabei bedient sich der Verstand erfahrungsunabhängiger (a priorischer) Prinzipien, die Kant als Kategorien oder reine Verstandesbegriffe bezeichnet. Den Kategorien entsprechen logische Urteilsformen oder genauer Urteilsfunktionen. Durch das Zusammenwirken der Kategorien mit den Formen der Anschauung Raum und Zeit kommt die Erkenntnis der Realität zustande (die allerdings auf den Bereich der Erscheinungen beschränkt ist und nicht die Dinge erkennt, wie sie an sich beschaffen sind). Die Prinzipien des Verstands sind konstitutiv, d.h., dass sie aus dem Denken selbst entspringen und insofern die Bedingungen und Voraussetzungen für unsere Erfahrung der Realität darstellen.

Dagegen versteht Kant unter Vernunft im engeren Sinne ein Vermögen, das anders als der Verstand nicht konstitutiv auf die Realität bezogen ist, sondern über die Erfahrung hinausgeht. Die Vernunft befindet sich nämlich, Kant zufolge, in einer ganz besonderen Situation, die darin besteht, dass die menschliche Vernunft „durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft". Die Vernunft verfügt daher auch über Begriffe, die sich im Unterschied zu den Verstandesbegriffen nicht direkt (konstitutiv) auf die Erkenntnis der Realität (der Gegenstände der Erfahrung) beziehen. Kant nennt die Begriffe Gott, Freiheit und Unsterblichkeit und bezeichnet sie als Vernunftbegriffe oder auch als transzendentale Ideen. Transzendental heißt, dass diese Ideen über die Möglichkeit der Erfahrungserkenntnis hinausgehen und daher die Grenzen unserer Erfahrung überschreiten. Diese Ideen können daher von der Vernunft nur regulativ verwendet werden, d.h., dass sie als Orientierungsmaßstäbe unseres Erkennens fungieren.

 

Verfasst von:

Jörg Hardy

 

 

"Vernunft", Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

Gruß Pedrino

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Zitat von Torsten am 9:21 - 13.Juni.2001

Hallo Pedrino,

 

was spuckt denn die Encarta beim Begriff "Glauben" so aus?

 


 

Glaube,

 

allgemein: innere Sicherheit, Gewissheit; im religiösen Sinn festes Vertrauen auf ein göttliches Wesen oder auf metaphysische Wahrheiten, das den ganzen Menschen erfasst. Paulus betonte, dass der sündhafte Mensch nicht durch gute Taten erlöst werden kann, sondern nur durch den Glauben an die Gnade Gottes. Martin Luther griff diese Auffassung auf und verstand gute Taten als Folge des Glaubens.

Der Glaubensbegriff des Neuen Testaments

Im Brief an die Hebräer (Hebräerbrief11,1) wird der Glaube als „eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht" bezeichnet. Das griechische Wort pistis (glauben) bezeichnet den Akt, durch den einem anderen Menschen Vertrauen geschenkt wird. Im Neuen Testament besteht der Glaube in der Beziehung des Gläubigen zu Jesus Christus. Die christliche Theologie unterscheidet traditionell zwischen dem „subjektiven" Element des Glaubens, das das übernatürliche Handeln Gottes an der menschlichen Seele bezeichnet, und der „objektiven" Komponente des Glaubens, die gekennzeichnet ist als Festhalten an Wahrheiten, die in den Glaubensbekenntnissen, den Bestimmungen von Kirchenkonzilien und in der Bibel enthalten sind.

Spätere christliche Auffassungen

Im Mittelalter unterschieden römisch-katholische Theologen zwischen zwei Arten von religiösen Wahrheiten: solchen, die allein der menschlichen Vernunft zugänglich sind wie z.B. die Überzeugung von der Existenz Gottes, und solchen Wahrheiten, die des Glaubens bedürfen wie der Glaube an die Wiederauferstehung der Toten. Traditionell versteht die katholische Kirche Glauben als Annahme der absoluten Autorität Gottes sowie der kirchlichen Lehre.

Im 19.Jahrhundert vertrat Søren Kierkegaard die Auffassung, dass Vernunft und Glaube durch eine Kluft getrennt seien und dass der Glaubende mit einem „Glaubenssprung" diese Kluft überwinden müsse, um Erlösung zu finden. Moderne protestantische Theologen betonen im Anschluss an Kierkegaard das subjektive oder individuelle Element des Glaubens und verstehen den Glauben als Wagnis und als moralische Verpflichtung.

 

 

 

"Glaube", Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

Gruß Pedrino

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Geht ihr (als Betende) alle davon aus,

daß es so ist, wie hier beschrieben wird:

 

 

 

>Denn wenn ihr den Tempel

aus keinem anderen Grund betreten solltet, als zu bitten,

werdet ihr nicht empfangen:

...

Oder sogar wenn ihr ihn betreten solltet,

um zum Wohl anderer zu bitten,

werdet ihr nicht erhört. <

 

weil ...  (siehe Text am Beginn des Themas)

 

 

 

Herzliche Grüße

Martin

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Zitat von Martin am 12:29 - 13.Juni.2001

Geht ihr (als Betende) alle davon aus,

daß es so ist, wie hier beschrieben wird

 

Lieber Martin,

 

ob deine "Gebete" erhört werden (von wem und wozu?) wirst du, solange du lebst, nicht erfahren.

 

Und danach? Auch nicht.

 

Keine tröstende Worte, aber so ist es nun mal.

 

Alles andere ist Glaube und glauben kannst du was du möchtest.

 

Gruß Pedrino

 

(Geändert von pedrino um 12:38 - 13.Juni.2001)

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