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Die Bibel


pedrino
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Wer hat sich den schon einmal die Arbeit gemacht, und Stellen aus der Bibel herausgefiltert, die zweifelsfrei wahr bzw. unwahr sind. Welche Aussagen können nur geglaubt werden, weil eine wissenschaftliche Überprüfung nicht möglich ist?

 

Wo finde ich etwas im "unerschöpflichen" Internet?

 

Gruß Pedrino

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Hallo!

 

Ich kann dir zwar nicht weiterhelfen, habe aber in letzter Zeit ein paar Erfahrungen mit dem "Wahrheitsgehalt" der Bibel machen dürfen.

Religionsunterricht 11. Klasse (bei der wohl besten Relilehrerin überhaupt):

Exodus 13, 14: Die Rettung am Schilfmeer.

Durch Medien und Kino geprägt einerseits, war ich der festen Überzeugung, dass einst wirklich Mose am Roten Meer gestanden hat und mit seinem Stab und Gottes Hilfe das Merr auch geteilt hat. Nunja... scheinbar doch nicht, wie ich erfahren musste. Und zwar ist exemplarisch zu dieser Stelle Dtn 26 hinzu zu ziehen, was der ältere Text ist (woher sollte ich das wissen). Hier findet man die abgespeckte Version und die Kernaussage: sie schrien, er hörte, er führte. Die Rettung ist mit wissenschaftlichen Methoden auf Ebbe und Flut zurückzufühen; nix mit Wasserwänden... Ich war enttäuscht, bis ich festgestellt habe, dass es nicht auf das "Wie" der Rettung ankommt, sondern eben auf die Kernaussage in Dtn 26. Diese Erfahrung und viele andere haben mich eigentlich zu der Erkenntnis gebracht, dass man Theologie studiert haben muss, um sich hinter die Bibel klemmen zu können, um wirklich was für sich heraus zu ziehen. Ich frage mittlerweile lieber nach, wenn ich mir bei einer geschichte nicht sicher bin, was debei gemeint ist, oder ich ziehe ein schlaues Buch zu rate. Die HBibel it so alt und so voller Symbolik, dass man oft nicht wirklich weiß, was Äthiologie, Gleichnis oder historisch belegbare Begebenheit ist. Ich hab den Mut schon ein paar mal aufgegeben und bin zum Entschluss gekommen, dass ich wohl oder übel nach meinem Abi zum Studieren muss. Ich glaube kaum, dass man ohne Ausbildung ernsthaft Exegese betreiben kann. Und ich denke auch die Bibel auf ihre Wahrheit zu übrprüfen ist fast unmöglich. Ich mute mir auch gar nicht zu, da irgendwie ernsthaft zu urteilen... noch nicht :-)

 

Benjamin

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Mit den Internet-Seiten kann ich dir auch nicht helfen, aber mir ist da was witziges aufgefallen:

In Gen 4,16f steht:

"Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder, östlich von Eden. Und Kain erkannte sein Weib ..."

 

...wo ist denn die hergekommen - ich meine Madame Kain? Vieleicht eine Konkurenzschöpfung aus der Nachbarschaft...?

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Zu deinem Beitrag Explorer...

 

Supertolles Beispiel dafür, dass man die Bibel mit einem Theologen links neben sich, einen Geschichtskritiker rechts neben sich, einem Physiker vor und einem (mir fällt nix mehr ein :-)  ) sich lesen sollte. Genesis 4 ischt nämlich vom Jahwist geschrieben worden. Der heißt so lustig, weil er für Gott immer Jahwe schreibt... und der hat halt Äthiologien geschrieben. Das heißt übersetzt...(schlauer Satz von meiner Relilehrerin)  Geschichten über die Grundverfasstheit des Menschen. Das mit Adam und Eva und den ersten Menschen wörtlich zu nehmen ist ziemlicher Blödsinn. Die Genesistexte sollten den Menschen ganz grundlegende Sachen klarmachen. Die Geschichte mit dem Turmbau zum beispiel, soll erklären, warum wir verschiedene Sprachen srechen. Adam (heißt ja auch der Mensch und Eva die Mutter) sind einfach "exemplarisch" für alle Menschen erschaffen worden.... Ich bin mir gar nicht sicher, wie ernst du deinen Beitrag gemeint hast. Vielleicht lachst du dich jetzt ja auch über mich kaputt, weil du das schon alles weißt und dein Beitrag ironisch gemeint war ;-)  Was solls...

 

Bibel lesen ist nicht schwer... Bibel verstehn dagegen sehr. (Sorry für dieses völlig aus dem Zusammenhang gerissene Zitat!)

 

Benjamin

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Vielleicht lachst du dich jetzt ja auch über mich kaputt, weil du das schon alles weißt und dein Beitrag ironisch gemeint war ;-)  Was solls...

 

Ich lache mich überhaupt nicht kaputt.

Ich kenne aber Leute, die sowohl das, das ich geschrieben habe, als auch das mit Adam & Eva und den 6 Tagen, für voll nehmen!

 

Und dann gibt's noch die, die behauten Gott hätte am 23.Oktober 4004 v.Chr. angefangen, die Welt zu schaffen - und zwar um 9 Uhr vormittags.

 

"Bibel lesen ist nicht schwer... Bibel verstehn dagegen sehr. (Sorry für dieses völlig aus dem Zusammenhang gerissene Zitat!)"

 

Warum...du hast ja Recht!

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Liebe Leute,

 

ich glaube, daß die Bibel sehr wohl auch ohne Theologie-Studium verstanden werden kann, vielleicht sogar besser. Ich gehe davon aus, daß die Bibel in ihrer Gesamtheit die Offenbarung Gottes ist. Es kommt meiner Ansicht nach nicht darauf an, jedes Detail "richtig" zu interpretieren, sondern sich einen Schlüssel zum Verständnis zu erschließen.

 

Ihr müßt nicht werden wie die Schriftgelehrten, sondern wie die Kinder, wenn ihr wirklich verstehen wollt. Worte, Thesen, festzementierte Glaubensgebäude können auch den Schriftgelehrten im Weg stehen, während Kinder sich Gott unvoreingenommen nähern können.

 

Theoretisch zumindest, denn an meinem Jüngsten geht das alles vollkommen vorbei :-) .

 

Herzliche Grüße

Martin

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>> Ich gehe davon aus, daß die Bibel in ihrer Gesamtheit die Offenbarung Gottes ist. <<

 

Das ist taktisch klug, Martin,

 

denn damit bist Du aus dem Schneider.

 

"Der Glaube hingegen beruft sich auf Eingebungen, Offenbarungen, Heilige Geister oder Heilige Schriften. Sie entziehen sich eingeräumtermaßen allgemeingültiger Nach-vollziehbarkeit, weshalb als ein weiterer - ebensowenig überprüfbarer - Faktor oft noch die göttliche Gnade hinzukommen muß." (Joachim Kahl)

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aussagen sind nicht wirklich als historisch nachzuweisen, am ehesten noch historische begebenheiten. ob etwas wirklich (im sinne von historisch) gesagt worden ist, ist insofern noch schwieriger, als die meisten Bücher ja erst im nachhinein (jahrhunderte!) geschrieben worden sind.

 

'wahr' im sinne des autors ist aber alles in der bibel. die autoren (auch heute) sind meistens ja nicht auf eine historische Wiedergabe bedacht, sondern viel mehr liegt ihnen daran, eine Botschaft zu vermitteln. insofern muss man also den autoren das recht zuerkennen, 'wahr' zu sprechen, denn 'wahr' heißt in diesem zusammenhang eine auffassung, wie welt verstanden wird - das ist nun einmal subjektiv.

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PS: ich habe mal schnell gesurft und bin auf folgende seite gestoßen, die dir zu deiner frage nach historizität der bibel vielleicht weiterhelfen kann: sie ist die umfangreichste theologische seite, über die ich bis jetzt gestolpert bin!

 

http://194.25.186.84/bibel.html

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Lieber Pedrino!

 

Leider muss ich Dich enttäuschen: Nicht ein einziger Buchstabe der Schrift ist unzweifelbar.

 

1. Kann jeder Satz früher oder später als der umgebende Text entstanden sein.

2. "Unfehlbar" im eigentlichen Sinne ist eine Terminologie vor Kant. Seitdem gibt es die Einsicht in die Uneinsehbarkeit des "Dinges an sich".

3. Hat die Bibel eine komplizierte Textgeschichte hinter sich.

 

Das war zwar nicht die genau zu Deiner Frage passende Antwort, aber sie gibt mir Gelegenheit über Punkt drei was zu sagen. Das erhellt die Sache vielleicht ein wenig.

 

Die komplizierte Textgeschichte der Bibel ergibt sich daraus, dass die Bibel nicht vom Himmel gefallen ist, sondern ein geschichtlich gewachsenes Buch ist - über viele Jahrhunderte wurde gesammelt, geschrieben, wieder verworfen, in den Kanon aufgenommen, überarbeitet ...

Dieses geschichtliche Wachsen ist nicht nur Zufall, sondern Programm.

 

Zum Vergleich: Der Islam ist der Legende nach Mohammed von einem Engel diktiert worden (naja... vielleicht ein wenig geflunkert. Vielleicht hat Mohamed im stillen Stübchen...). Er ist nicht Zeugnis eines geschichtlichen Wachstumsprozesses, sondern geschlossener Entwur eines Engels bzw. (Flunkertheorie) Mohameds. Das ergangene Wort ist "verbalinspiriert", d.h. eine engelhafte Eingebung (z.B. durch Diktat) garantiert die Echtheit seiner WORTE.

 

Das geschichtliche Wachsen der Bibel ist deshalb Programm, weil die jüdische Religion von vornherein *jenes höhrere Wesen*

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Bernd Soukup

Hallo Pedrino, geh einfach mal in die Stadtbücherei und schau dir mal die Abhandlungen über die Bibel an. Dort müßte es einige Titel geben, die die Bibel historisch betrachten. In Wiesbaden gibt es jendenfalls sehr viel.

Gruß Bernd

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Hallo Allemiteinander,

 

man findet ja so das ein oder andere im Internet.

 

Im unten genannten Link hat jemand seitenweise begründet, warum er nicht an die Bibel glaubt.

 

Vielleicht ein interessanter Link für beide Fraktionen.

 

http://nobi.ethz.ch/bibel/Bibel.html

 

Gruß Pedrino

 

 

(Geändert von pedrino um 14:51 - 23.März.2001)

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Wunderschön auch folgende Seiten:

 

http://won.mayn.de/feg/Forum/Probleme/problem.all.html

 

Alles, was ein Christ so wissen muss ........

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Ein sehr interessanter Link, Pedrino,

 

den ich mir genauer anschauen werde.

 

Bereits am Anfang der Ausführungen hat mit der folgende Satz sehr gut gefallen:

 

"Wie ist es möglich, dass mein Schöpfer mir einen Verstand gegeben hat und die gute und gesunde Einrichtung des Zweifelns und mir gleichzeitig sagt, Zweifeln sei gefährlich und Vertrauen und Glauben meinem Verstand vorzuziehen? Der Gott der Bibel scheint, rationalen Untersuchungen nicht gewachsen zu sein. Er versucht sich offensichtlich davor zu schützen!"

 

Obwohl ich nur flüchtig in die URL hineingeschnuppert habe, scheue ich mich nicht, sie wärmstens zu empfehlen.

 

Gruß

Cano

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Der von Dir angegebene Link, Ute,

 

erscheint mir nicht so empfehlenswert. Ich bekam die Meldung "Seite nicht gefunden".

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Du hast recht, Cano.

 

Ich hab's gerade überprüft (so einen Unsinn kann man sich ja nur ab und zu antun), und ich werde diesen Link auch sofort aus meiner Linkliste entfernen.

 

Ich habe auf den neuen Seiten der feg (Freien evangelischen Gemeinden) gestöbert und festgestellt, dass auch deren Links, die verdächtig aussehen, ins Leere führen.

 

Danke für den Hinweis!

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Hallo Cano,

 

"Wie ist es möglich, dass mein Schöpfer mir einen Verstand gegeben hat und die gute und gesunde Einrichtung des Zweifelns und mir gleichzeitig sagt, Zweifeln sei gefährlich und Vertrauen und Glauben meinem Verstand vorzuziehen? Der Gott der Bibel scheint, rationalen Untersuchungen nicht gewachsen zu sein. Er versucht sich offensichtlich davor zu schützen!"

 

Die Tatsache, dass Gott uns einen Verstand und die Fähigkeit zum Zweifeln gegeben hat, kann man auch anders auslegen. Es kommt – wie so oft – auf den Standpunkt an. Für mich ist gerade dies ein Hinweis auf die Existenz eines liebenden Gottes. Die Vernunft unterscheidet uns nicht nur von den Tieren, sie führt auch zu einer Reihe von positiven und wünschenswerten Eigenschaften: Verantwortungsbewußtsein, Selbstreflektion ...

 

Die Vernunft führt auch zu Zweifeln. Dass Gott sagt, Zweifeln sei gefährlich, ist mir allerdings neu.

Weiss jemand Bibelstellen, in denen das ausgedrückt wird?

Ich denke, Zweifeln ist menschlich und damit normal, aber gefährlich oder gar verboten ...?

 

Der Gegensatz zwischen Glauben und Verstand heißt nicht, dass das eine dem anderen vorzuziehen ist. Wir brauchen beides in unserem Leben, mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen.

 

Wenn Gott versuchen wollte, sich vor rationalen Überlegungen zu schützen, hätte er es einfacher haben können. Er hätte uns ohne die Fähigkeit zu Zweifeln erschaffen können. Dass er es nicht getan hat, ist für mich ein Beweis seiner Liebe und der Tatsache, dass er uns nach seinem Abbild erschaffen hat.

 

Liebe Grüsse

Angelika

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"Der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin- und hergetrieben wird"

(Jak.1.6)

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"Wie ist es möglich, dass mein Schöpfer mir einen Verstand gegeben hat und die gute und gesunde Einrichtung des Zweifelns und mir gleichzeitig sagt, Zweifeln sei gefährlich und Vertrauen und Glauben meinem Verstand vorzuziehen?"

 

So? Die Christen sind alle Doofköppe. Und die Bibel leitet sie dazu an, nicht zu zweifeln.

 

Bitte nur das Buch Hiob bis zu dem Satz "Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, gepriesen sei der Name des Herrn" lesen. Auf keinen Fall bei Kapitel drei weitermachen. Auf keinen Fall den Schluss lesen, wo der Zweifler Hiob erst nach hartem Zweifel zur Ruhe kommt, und wo seine "Freunde", die nirgends an Gott zweifeln, sich ein Versöhnungsopfer durch ihn, den Zweifler ausbitten müssen.

 

Auf keinen Fall die Szene im Garten Getsemani lesen und schon gar nicht im Markusevangelium Jesu letzten, ver-zweifel-ten Worte: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen. Das ist ja für jeden Leser, der sich aus eigener Leiderfahrung mit Jesus identifiziert, eine Anstiftung zum Zweifel! Pfui!

 

Auf keinen Fall Therese von Lisieux lesen ("Der Tod ist eine Mauer, die bis zu den Sternen reicht&quot.

 

Offensichtlich: Christliche Literatur verhindert den Zweifel.

q.e.d.

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>> Für mich ist gerade dies ein Hinweis auf die Existenz eines liebenden Gottes. Die Vernunft unterscheidet uns nicht nur von den Tieren, sie führt auch zu einer Reihe von positiven und wünschenswerten Eigenschaften: Verantwortungsbewußtsein, Selbstreflektion ... <<

 

Liebe Angelika,

 

es scheint mir etwas gewagt, aus der Gabe der Vernunft auf die Existenz eines LIEBENDEN Gottes zu schließen. Die Vernunft führt nämlich auch zu Ergebnissen, die zumindest für die von den vernunftsmäßigen Überlegungen Betroffenen nachteilig sein können. Einer der Betroffenen ist der vom Christentum propagierte Gott (also der Gott der Bibel).

 

>> Wenn Gott versuchen wollte, sich vor rationalen Überlegungen zu schützen, hätte er es einfacher haben können. Er hätte uns ohne die Fähigkeit zu Zweifeln erschaffen können. Dass er es nicht getan hat, ist für mich ein Beweis seiner Liebe und der Tatsache, dass er uns nach seinem Abbild erschaffen hat. <<

 

Was ein richtiger Gott ist, das kümmert sich nicht um die rationalen Überlegungen seiner Geschöpfe. Für ihn besteht nicht die geringste Veranlassung, dem Menschen die Fähigkeit zu zweifeln vorzuenthalten. Seine Existenz wird durch Zweifel oder Nichtglauben überhaupt nicht tangiert. Aus diesem Grund ist Deine Folgerung, in der uns gegebenen Fähigkeit des Zweifelns sei ein Beweis der Liebe Gottes zu sehen, nicht nachvollziehbar. Erst recht kann daraus nicht abgeleitet werden, daß Gott uns nach seinem Ebenbild geschaffen habe. Gott kann nämlich nicht zweifeln, da er allwissend und vollkommen ist. Infolgedessen kann der Zweifel nicht zur Abbildlichkeit oder Ebenbildlichkeit Gottes gehören.

 

Wie wir sehen, kann der Mensch etwas, was Gott nicht kann.

 

Herzliche Grüße

 

Cano

 

                                              catmilk.gif

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Lieber Cano,

 

ich meinte natürlich, dass die VERNUNFT ein Zeichen dafür ist, dass Gott uns nach seinem Abbild geschaffen hat, nicht die Fähigkeit zu zweifeln. Ich habe mich wohl etwas ungenau ausgedrückt.

Die Vernunft führt zu rationalen Überlegungen und beim Menschen zu Zweifeln. Die Existenz Gottes wird davon nicht berührt, da stimme ich dir zu. Aber ich sehe einen Beweis der Liebe darin, dem Menschen eine Fähigkeit - die Vernunft - zu geben, die sich auch nachteilig auswirken kann.

 

Liebe Grüsse

Angelika

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Hi!

Kann mir jemand in kurzen worten erklären, wo man urtexte der bibel fand, wo diese heute sind (und welche es sind) bzw. wo eine gesamte (ur-alte) bibel heute zu finden ist?

Worauf begründen bibelwissenschaftler die authentizität der bibel heute?

Warum gibt es eigentlich so viele übersetzungen, die ja zum teil oft nicht 100%ig übereinstimmen?

 

Ich weiss, eine menge stoff, aber ein für mich sehr interessantes thema, v.a. im jahr der bibel.

Danke

Max

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Hallo Max!

 

Ich versuchs trotzdem mal in aller Kürze, zumindest einen Teil Deiner Fragen zu beantworten. Hier ein paar Sachen zur Entstehung des Alten Testament, die ich möglichst stichwortartig für  ´ne Klausur zusammengeschrieben hab:

 

 

Etappen der Textgeschichte:

 

1) MASORETISCHER TEXT (Hebräischer Text des Alten Testaments, der durch die Masoreten  

   vokalisiert wurde; dabei haben sich dann übrigens auch viele Fehler eingeschlichen)

- ~ 70 n. Chr. im Zusammenhang mit der Abgrenzung des Judentums vom

 Christentum Konsonantentext wird festgelegt

 

2) QUMRAN – FUNDE:

- Schriftrollen und Fragmente aus 2.Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.:

 a) alttestamentliche Bücher B) Kommentare c) deutero- und nichtkanonische

     Bücher d) spezielle Schriften der Qumrangemeinschaft

 

3) SEPTUAGINTA (LXX):

- praktisches Bedürfnis des griechischsprachigen Judentums, den hebr. AT-Text

 zu verstehen

- Tradition: 70 Übersetzer ( Septuaginta)

- Mitte 3. Jh. v. Chr.: Tora übersetzt

- 200 v. Chr.: Propheten

- 100 v. Chr.: andere Bücher

 Kürzungen der LXX im Vergleich zu MT

 

 

Abgesehen von den Qumran-Funden, die ja erst in unserer Zeit entdeckt wurden, ist die Bibel immer wieder tradiert worden, und wurde dabei natürlich auch immer mal wieder übersetzt (z.B. von Hieronymus im 4. Jh. ins Lateinische: Vulgata). Und solche Übersetzungen sind natürlich auch immer Interpretationen.

 

Soviel erst mal zur Entstehung des AT, hoffe, das beantwortet einige Deiner Fragen,

 

Gruß, Simone

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Guest Ketelhohn

’tschuldigung, aber das ist völlig daneben. Die Masoreten gehören ins 8. bis 10. Jahrhundert, die überlieferten Texte stammen vom Ende des 10. Jahrhunderts und sind der palästinischen Schule von Tiberias zuzurechnen. (Hallo Erich, winke winke!) Für mehr hab’ ich heute keine Zeit. (Sieger ist übrigens zu sehr von den modernen kritizistischen Exegeten abhängig und denkt zu wenig historisch, Corinna.)

 

Ach ja, auf die Schnelle kann ich mich noch selber zitieren, aus meinen Ausführungen zum gnostischen Pseudothomas-Evangelium von vor einigen Tagen:

»[...] wie uns die ältesten Quellen über die Abfassung der Evangelien bezeugen, sind sie gleichsam aus der lebendigen Katechese der Apostel erwachsen. Matthæus hat ursprünglich für die Juden in Palästina auf aramäisch aufgeschrieben, was die Urgemeinde den Neugierigen und Interessenten erzählte. Marcus hielt in Rom schriftlich fest, was Petrus dort verkündete. Lucas hatte vor allem die Predigt des Paulus gehört und bei Bedarf auch verdolmetscht, bemühte sich aber, noch weitere Zeugen auszufragen und verfaßte so im engeren Sinne ein Geschichtswerk, ja er führte die Geschichte fort, indem er über die Zeit der ersten Verkündigung selbst berichtete. Johannes endlich ergänzte als Greis das in den Schriften der drei andern Festgehaltene noch aus persönlicher Erinnerung dazu die inzwischen ausgebildete theologische Deutung.

 

Das wesentliche dieser frühen Katechese ist die Verkündigung zentralen Heilsereignisse. Ohne Zweifel haben da die Worte des Herrn besondere Bedeutung, aber sie hätten diese Bedeutung nicht ohne das, was die Apostel gesehen und erlebt haben. Man lese die Urkatechesen des Petrus, Stephanus und Paulus: Lucas teilt sie mit in der Apostelgeschichte bei der Schilderung von Pfingsten, der Steinigung Stephans, Pauli Rede vor dem Areopag und desselben Verteidigung vor Festus und Agrippa. Dazu kommt des Apostels eigene ausführliche Katechese im Hebräerbrief, den ja vielleicht auch Lucas übersetzt hat.

 

All diese Verkündigung ist strikt historisch. Die Geschichte des Alten Bundes war schon geschrieben, nicht aber die Geschichte Jesu. Unvorstellbar, daß man diese nicht weiterüberliefert hätte an alle, die zum Glauben kamen. Worte und Werke. – Aber die historisch-kritische Exegese hat uns doch die Abhängigkeiten der Evangelisten gezeigt – mag da einer einwenden –, ohne die gemeinsame Logienquelle sind die synoptischen Texte gar nicht erklärbar! – Falsch. Nichts ist leichter erklärbar: Denn zunächst verkündeten die Apostel gemeinsam. Im Heiligen Land. Man redete über das Geschehene und berichtete es weiter.

 

Wie sollte da nicht ein gemeinsamer Grundstock an Einzelepisoden sich herausbilden? Die gewiß auch einmal unterschiedlich angeordnet werden können, mehr oder minder vollständig und ausführlich wiedergegeben oder in der Wortwahl schwankend, zumal bei Übersetzung in eine fremde Sprache, aber im Kern ein und denselben Inhalt haben? Woher sollte das Interesse kommen, eine reine Spruchsammlung aufzustellen, wenn man Jesus nicht für einen Weisheitslehrer, sondern für den kraft seiner Auferstehung lebendigen Messias hielt?

 

All diese vermeintlich historisch-kritischen Konstrukte überzeugen nicht. Denn sie beachten nicht die tatsächliche Situation der Apostel und Evangelisten, ihr Leben, ihr Interesse. Vielmehr trägt hier der Exeget anachronistisch seine eigene Vorstellung in die Geschichte hinein.«

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