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Angst


Lichtlein

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Zitat von Olli   23:49 - 9.August.2001 (Gladiatorenarena; A&A sperren ...)

Klar hab ich Angst vorm Sterben (hab auch nie was anderes behauptet). ...

Ok, dann ich sag ich mal was aus meinem Leben dazu: klar habe ich heute oft viel Freude an meinem Tun (aber das war in meiner atheistischen Zeit auch nicht anders), oft habe ich Angst (auch das war in meiner atheistischen Zeit nicht wesentlich anders).

Natürlich schöpfe ich oft Kraft aus dem Glauben, aber manchmal macht es mir auch Angst, was ich in der Bibel lese. ...

Hm.. mich würde im Moment das Thema "Angst" interessieren...

 

Lieber Olli,

ich habe mir erlaubt, Deinen Themenvorschlag aufzugreifen.

 

Guten morgen, hallo Ihr!

Mich würde es auch interessieren, wie Ihr mit Angst umgeht - wovor habt Ihr Angst, wie geht ihr damit um? Kann Euch Eure Weltanschauung (Religion, Atheismus, Agnostizismus, Wissenschaftsglaube, ...) dabei helfen?

 

Ich selber empfinde verschiedene "Kategorien" von Ängsten: einmal die, die ich recht gut verdrängen kann, vor eher fernen oder unwahrscheinlichen Ereignissen, wie z. B. Einsamkeit oder Krankheit (Demenz) im Alter oder materielle Not.

Dann empfinde ich sehr stark situationsbezogene Ängste - wenn mein Kind zum ersten Mal allein in den Kindergarten geht und dabei zwei (wenig befahrene) Straßen überqueren muß. Dann hilft mir meistens Beten ...

Am schlimmsten sind für mich die Zeiten, wo mich panische Angst regelrecht überfällt. Aus irgendeinem nichtigen Anlaß - ein Geräusch, eine Berührung, ein Geruch - packt mich eine irrsinnige Angst, das Gefühl, völlig hilflos und ausgliefert zu sein, eingesperrt zu sein und nicht heraus zu können, oben festzuhängen und mich nicht lösen zu können - und irgendwo droht im Hintergrund etwas Grauenhaftes. Objektiv gibt es in diesen Momenten Nichts, vor dem ich Angst haben müßte - dennoch ist die Angst für mich höchst real.

 

Verkneift Euch bitte jetzt die Ferndiagnose oder Psychoanalyse - ich weiß mittlerweile, daß diese Ängste "nur" Erinnerungen sind; und ich habe inzwischen auch einige Techniken erlernt, damit umzugehen und zu leben. Das (subjektive) Wissen um einen Gott, vor den ich diese Ängste brigen kann und liebevolle Mitmenschen haben mir immer wieder geholfen, mit diesen Ängsten fertig zu werden.

 

Zum Schluß einfach nochmal meine Frage: wovor habt Ihr Angst, wie geht ihr damit um? Kann Euch Eure Weltanschauung (...) dabei helfen?

 

Liebe Grüße,

Lichtlein.

 

(Geändert von Lichtlein um 10:43 - 10.August.2001)

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Typische Juristenantwort: Das kommt darauf an...

 

Es gibt Ängste - mir fällt plötzlich auf, das ist ja eigentlich übelster Plattpsychologentalk... Eigentlich ist Angst ein Gefühl - und damit ein Wort, das nur im Singular vorkommt.

 

Es gibt Dinge, die mich ängstigen, bei denen nur eines hilft, nämlich mich ihnen zu stellen. Die Angst vor dem Versagen zum Beispiel.

 

Dabei hilft mir mein Glauben aber insofern, als er vieles relativiert - indem er mir hilft, auch das Scheitern als nicht so wichtig anzusehen, mich selbst und meine Eitelkeit, meine Sorge, mich vor anderen zu blamieren, nicht so wichtig zu nehmen.

 

Bestimmte Sorgen hat er mir völlig genommen. So kann ich nicht sagen, vor dem Tod und dem Sterben selbst irgendwie Angst zu haben.

 

Die Angst davor, in bestimmter Weise behindert zu werden oder Schmerzen zu erleiden, die bleibt natürlich - die kann ich im Moment nur verdrängen. Wie ich damit im Fall, daß es konkret droht, umgehe, davon habe ich keine Ahnung.

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Zitat von Lichtlein am 10:34 - 10.August.2001

Kann Euch Eure Weltanschauung (Religion, Atheismus, Agnostizismus, Wissenschaftsglaube, ...) dabei helfen?


 

Also, meine hilft mir des öfteren dabei!

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Zitat von Lichtlein am 10:34 - 10.August.2001

wovor habt Ihr Angst, wie geht ihr damit um? Kann Euch Eure Weltanschauung (...) dabei helfen?


 

Angst empfinde ich immer vor Beginn von "Tätigkeiten", deren Ausgang ungewiß sind.

 

Beispiel: Unvermeidbare Tagesreisen mit dem Auto. Sitze ich aber dann hinterm Steuer, dann ist diese Angst wie verflogen.

 

Was mache ich gegen die Angst im "Vorbereitungsstadium?

 

Nichts, vielleicht ist sie die unbewußte Motivation, bei meinen folgenden "Handlungen" vorsichtig zu sein.

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Also , ihr Lieben

ein neuer Anlauf:

 

Liebes Lichtlein,

Danke , dass Du diesen thread eröffnet hast. Mich hat es heute morgen auch schon in den Fingern gekitzelt , hatte aber keine Zeit.

 

Nun zum Thema:

 

Für mich hat Angst ganz viel mit Vertrauen zu tun.

So habe ich die Erfahrung gemacht , wenn ich Angst vor etwas habe, dann Vertrauen aufbauen kann , so verfliegt diese Angst.

 

Z.B.:Eine meiner grössten Ängste ist , dass eines meiner Kinder sexuell missbraucht wird. Was mache ich aus dieser Angst?

Ich versuche meine Kinder auf Situationen vorzubereiten und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich den Kindern die Entfaltungsmöglichkeit zu geben zu einem selbstbewussten Menschen zu reifen(auch "nein" sagen zu dürfen).

Doch damit bin ich so ziemlich am Ende meiner Möglichkeiten.

Genau an diesem Punkt ist die Angst vielleicht ein wenig kleiner , aber nicht weg.  Und da hilft mir eigentlich nur mein Vertrauen zu Gott und meine Bitte an ihn , dass er sie beschützt . Dieses Vertrauen zu Gott hilft mir und gibt mir Kraft meine Ängste zu verlieren.

Da hilft keine Statistik oder Wahrscheinlichkeitsrechnung...

 

Und ich bin dankbar , dass ich diesen Weg für mich gefunden habe.

 

Liebe Grüsse

Sabine

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Ich habe da ein ganz einfaches Rezept:

 

Wenn ich den Mut finde, mir meine Angst ganz genau anzuschauen, dann ist sie hinterher einfach weg.

 

 

Liebe Grüße

an alle Angsthasen ;)

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Der Herr ist mein Hirt und mein Heil / Er nimmt alle Angst von mir

muss ich auch wandern im finsterenn Tal / Nichts werde ich fürchten

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Zitat von Heidi am 21:14 - 10.August.2001

Ich habe da ein ganz einfaches Rezept: Wenn ich den Mut finde, mir meine Angst ganz genau anzuschauen, dann ist sie hinterher einfach weg.


 

Liebe Heidi!

 

Das Rezept ist gut. Dort, wo man es kann, hilft es.

 

Leider gibt es die allzumenschliche Gewohnheit des Wegguckens vor den eigenen Problemen. Und da Weggucken an sich schon was Schlimmes ist, verdrängt man es gerne aus dem Bewusstsein.

 

Jetzt brauchen wir also noch ein Rezept zum Hingucken. Ich glaube, dass dieses Rezept sehr umfangreich - lebensumfassend - sein muss.

 

Ich halte da ziemlich viel von den traditionellen Angeboten der Kirche.

- Bußbesinnung, um auf die eigene Fehlerhaftigkeit zu schauen.

- Kreuzweg und Eucharistie, um durch die Identifikation mit dem leidenden Jesus an die Themen des eigenen Leidens heranzukommen.

- Beten als Quelle der Hoffnung, damit ich das Hingucken nicht irgendwann sein lasse und denke: Das ganze Leben führt ja eh nur zum Tod.

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Hallo Mecky,

 

Du hast Recht: mein Rezept ist nur auf den ersten Blick einfach.

 

Es verhält sich damit ähnlich wie mit den Rezepten der Wochenzeitschriften in den Kriegsjahren. Meine Oma erzählte mir einmal wie gefrustet sie war, dort immer zu lesen: "Man nehme .... sechs Eier ... 300 gr. Mehl ... 200 ml Milch  usw. " dabei wußte doch niemand woher er nehmen sollte. Noch nicht einmal stehlen damals möglich.

 

Der Mut zum Hingucken ist das eine Problem.

 

Das andere Problem ist noch das Erkennen, wo die eigentliche Quelle der Angst sitzt. Man muss sie finden damit sie sich aus dem Staub macht und die Angst hat die Eigenschaft sich oftmals gut zu verstecken. Sie will sich halt nicht erwischen lassen.

 

Im  übrigen finde ich die Einstellung "Das ganze Leben führt ja eh nur zum Tod." oftmals auch recht hilfreich. Denn wenn eh alles im Tod endet, dann muss man sich bloß noch vergegenwärtigen, wie unbedeutend der kurze Zeitraum ist, den wir als Einzelpersonen bis zum Tod durchschreiten und dann relativiert sich so manches Problem.

 

Liebe Grüße

Heidi

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Ein gutes Thema!

 

Ich habe vor vielen Dingen Angst.

 

Ich habe Angst vor vielem Neuen, davor, Aufgaben nicht gewachsen zu sein, zu versagen, Prüfungen, die ich nicht bestehen kann. Dagegen hilft nichts weiteres, als sich den Aufgaben zu stellen.

 

Ich habe Angst, die Kurve nicht zu kriegen, mein Leben selbst zu zerstören, den Verstand zu verlieren. Dagegen hilft beten und sich dem Problem zu stellen. Und Vertrauen.

 

Ich habe Angst vor Spinnen. Dagegen hilft manchmal Logik.

 

Am meisten habe ich Angst, daß meinem Kind etwas passiert, eine schwere Krankheit oder ein Mißbrauch. Diese Angst ist immer da, mal mehr mal weniger. Dagegen hilft Vertrauen und beten nur begrenzt. Ich denke, die Angst um jemand anderen ist etwas ganz natürliches.

 

Vor dem Tod an sich habe ich keine Angst. Ich gehe davon aus, danach Ruhe und Frieden zu erlangen. Ich habe jedoch Angst, in diesem Leben nichts mehr mitzubekommen, nicht zu erleben, wie mein Sohn erwachsen wird. Ich bin jetzt 24. Im Grunde genommen habe ich noch nicht richtig gelebt. Es wäre zu früh. Dennoch weiß ich mich gut aufgehoben, sollte der Tod in naher Zukunft kommen (was hoffentlich nicht der Fall sein wird).

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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Hallo allerseits,

 

bei mir ist es eher so, daß die Angst kommt und geht.. zeitweilig habe ich Angst, aber dann kann es z. B. nach einem Spaziergang an der frischen Luft wieder ganz anders aussehen..

 

Bei mir ist es weniger die Angst vor der Zukunft, sondern meist habe ich eher Angst im Hinblick auf die Vergangenheit (mich ängstigt eher das, was ich in der Vergangenheit falsch gemacht habe, für die nahe Zukunft bin ich eher ein optimistischer Mensch).

 

Einmal in meiner Schulzeit sind wir über eine hohe Brücke ohne Geländer gelaufen (das war übrigens der Pont du Gard in Südfrankreich, als man ihn noch ganz oben überqueren konnte - ist heute übrigens verboten (war jedenfalls so, als ich zum zweitenmal da war)). Während ich drüberging, hatte ich keine Angst (obwohl manche Abschnitte sehr schmal waren), ich bekam erst danach Angst, als ich schon drüber war..

 

 

 

viele Grüße

 

Olli

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Zitat von Moonshadow am 14:37 - 11.August.2001

 

Ich denke, die Angst um jemand anderen ist etwas ganz natürliches.

Vor dem Tod an sich habe ich keine Angst. Ich gehe davon aus, danach Ruhe und Frieden zu erlangen.

Mir geht es nicht anders. Die meisten Ängste stehe ich wegen anderen Menschen aus. Insbesondere die Angst des Verlustes eines mir wichtigen Menschen, in welcher Form auch immer, ist oft präsent. Ich will diese Angst aber auch keinesfalls vermeiden.

 

Den Tod fürchte ich nicht, weil er dazu gehört und kein Ende darstellt. Nur den schnellen, überraschenden Tod, der keine Zeit zu einem letzten Gebet, zum ins Reine kommen läßt, den fürchte ich. Aber da paßt ja die Diskussion zum Evangelium des letzten Sonntags ganz gut.

 

Darüber hinaus habe ich im Beruf vor Dingen Angst, von denen ich weiß, daß ich sie nicht gut kann. Jedesmal, wenn eine wichtige Präsentation oder Rede ansteht, ist es aus mit der Selbstsicherheit - mein Versuch, diese Angst zu überwinden: Immer wieder freiwillig melden und solche Situationen suchen, auch wenn es mitunter schief geht.

 

Und große Angst habe ich davor, andere Personen, vor allem nahestehende, zu verletzen. Mein Motto, deshalb eher zuwenig als zuviel zu sagen, ist jedoch nicht das Beste. Konnte mich bislang aber zu selten überwinden, und jede negative Erfahrung damit wirft mich wieder zurück.

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ChristianMai

>>wovor habt Ihr Angst, wie geht ihr damit um? Kann Euch Eure Weltanschauung (...) dabei helfen?

 

Sehr viele Ängste haben mich in meinem Leben begleitet. Als ehemaliger Polizist auch Todesängste.

 

Als christlich (evangelisch) erzogener Mensch lag es nahe, sich mit dem Christentum näher zu beschäftigen. Also las ich die Bibel. Der strafende Gott des alten Testaments war da nicht hilfreich, es kamen eher neue Ängste dazu.

 

Das neue Testament war auch nicht hilfreich. Was fange ich mit einem Jesus an, der Liebe und Gewaltlosigkeit predigt, gipfelnd in dem Satz: "Liebet eure Feinde" und dann die Händler aus dem Tempel wirft (Gewalt gegen Feinde?).

 

Beschäftigung mit Hinduismus und der Bhagavadgita führten zu Karma-Tests und zeitweiser völliger Angstlosigkeit. Das entpuppte sich als Fehler (es fehlte etwas - die Angst).

 

Das Wort Angst kommt ja wohl vom lateinischen angustus - Enge, ohne Enge keine Weite.

 

Ich habe mich noch mit vielen andere Dingen beschäftigt, vor allem aus dem okkulten Bereich und aus dem Bereich der Psychologie. Das einzige was mir wirklich geholfen hat, ist Zen und der mystische Tod, den ich sterben durfte.

 

Über die Meditation und die Malerei bearbeite ich heute meine Angst. Die Angst ist mein Feind. "Liebet eure Feinde", konsequent und ohne Kompromisse.

 

Christian

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Lieber Christian,

 

könntest Du dazu noch etwas mehr erzählen? Bis jetzt habe ich noch keine Gelegenheit für ein Gespräch mit jemandem gehabt, der sich mit Zen befaßt hat. Ich selbst bin mit dem Christentum ganz gut gefahren, weshalb alles, was ich über Zen weiß, in beliebig großer Schrift auf eine Urlaubspostkarte paßt.

 

"Mystischer Tod" - klingt ja schon komisch...

 

Zugegeben, ich habe da ein ganzes Bündel voller Vorurteile - angefangen damit, daß Zen (zumindest hier in Europa) nur etwas für Studenten, durchgeknallte Lehrer und gelangweilte Hausfrauen sei (ja, ja, ich weiß, das ist ein schlimmes Vorurteil, aber zumindest geb ich´s zu).

 

Da ich einem alten Cop :) von vorneherein einen gewissen Realitätssinn unterstelle, wäre hier vielleicht die Gelegenheit, etwas zu lernen...

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Schon seit Beginn des Threads lese ich überrascht mit - und weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich habe keine Angst, überhaupt und gar nicht. Ein gewisses Unbehagen gibt es schon manchmal, aber ich würde das nie Angst nennen.

 

Vor vielleicht 20 Jahren habe ich einen SciFi Roman gelesen, der Wüstenplanet. "Angst tötet das Bewußtsein" war dort u.a. das Motto eines Ordens. Mich hat das fasziniert. Ich habe mir seither immer wieder Emotionen wie Wut, Angst und Zorn bewußt gemacht - ob es daran liegt. Das kommt dem wahrscheinlich am nächsten, was Heidi zuvor gesagt hat: Ich schaue mir meine Angst an, dann ist sie weg.

 

Wofür ist Angst eingentlich gut ? Vorsichtig zu sein ? Glaube ich nicht, ich bin durchaus vorsichtig, auch ohne Angst. Wenn Angst "nützlich" wäre, warum sagt Jesus dann immer und immer wieder: "Fürchtet euch nicht". Angst und Furcht, sind das gleiche oder verschiedene Begriffe ?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Tja, Martin, da bist Du wohl zu beneiden...

 

Es kommt natürlich darauf an, wie man "Angst" oder "Furcht" versteht. Was die Vorsicht gegenüber praktischen Gefahren betrifft, kann man vielleicht auch sagen, daß "Angst" da das falsche Wort ist.

 

Aber ich weiß nicht, ob fehlende Angst wirklich nur gut ist. Ich habe manchmal das Gefühl, daß bei manchen (ich unterstelle Dir das nicht!) die fehlende Angst etwas mit einer Art "Teflon-Haltung zu tun hat - es bleibt nichts hängen. Wenn mir z.B. andere völlig egal sind, habe ich auch keine Angst um sie. Anders herum gefragt: wenn Deine Frau/Freundin, was auch immer bei Eis und Schnee mit dem Auto unterwegs ist und sie seit vier Stunden "überfällig" ist - das wird Dich doch nicht kaltlassen?

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Lieber Sven ,

Das ist genau der Ansatzpunkt: Verlustangst ist für mich die grösste Angst. Das hängt vielleicht damit zusammen , dass wir Menschen eigentlich nicht dazu geboren sind *allein *zu sein.

 

Hingegen Angst vor Schmerzen -also körperlicher Art- sind mir eher fremd.

 

Noch zu Deiner Frage , Martin:

Furcht ist für mich um einiges schwächer in der Emotionalität.Ja ,eigentlich fast mit etwas Positiven verbunden :Schutz/ Vorsicht(du sprachst es schon an)

 

Angst hingegen ist viel bedrohlicher und geht gefühlsmässig wesentlich tiefer.

 

Liebe Grüsse

Sabine

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ChristianMai

Lieber Sven,

 

alles was es über Zen zu sagen gibt, paßt auch auf eine Postkarte. Ein Zen-Meister antwortete mal auf die Frage, was Zen sei: Fressen, scheißen, schlafen. Ein anderer: Der Boden unter Deinen Füßen.

 

Viel mehr gibt es tatsächlich dazu nicht zu sagen. Da Du, wie ich aus Deiner HP entnehme, ein Bücherwurm bist, eine Literatur-Empfehlung: Zen ist jenseits aller Worte, von Wolfgang Kopp (www.tao-chan.de).

 

Von daher kommt auch der mystische Tod. Dieser bezieht sich auf einen Satz des christlichen Mystikers Angelus Silesius: Stirb bevor du stirbst, damit du nichts verdirbst, wenn du stirbst.

 

Christian

 

P.S.: Ich persönlich halte Vorurteile für eine nützliche Angelegenheit. Schwierig wird es dann, wenn ich nicht bereit bin, ein Vorurteil zu revidieren.

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Zitat von Martin am 8:10 - 16.August.2001

Wofür ist Angst eingentlich gut ?

 

 

Muss immer alles für irgendetwas GUT sein, Martin?

 

Eine mögliche Antwort, die mir z. Zt. ausreicht ist, dass Angst eine Emotion ist. Eine Emotion wie jede andere auch. Emotionen halten mich am Leben. Ohne Angst, Freude, Liebe, Hass ... würde ich mich tot fühlen.

 

Und irgendwie scheint es, dass jedes positive Gefühl auch ein negatives Gegenüber braucht.

 

Das Gegenüber zur Angst ist ein wohliges Zufriedensein, ein Einlullen in Hoffnung und Zuversicht. Ein zuviel davon ist genauso ungesund wie ein zuviel an Angst.

 

Solange ich die Angst im Griff halte, ist sie als Warnmechanismus durchaus nützlich. Hier würde ich von einer gesunden Furchtsamkeit sprechen. Gefährlich wird es, wenn mich blanke Angst überfällt und mir den Blick auf die Realität raubt. Das lähmt.

 

Viele Grüße

Heidi

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Zitat von Martin am 8:10 - 16.August.2001

 

Wofür ist Angst eingentlich gut ? Wenn Angst "nützlich" wäre, warum sagt Jesus dann immer und immer wieder: "Fürchtet euch nicht".

 

Hallo Martin,

 

obwohl Jesus diesen Satz häufig verwendet, kommt er spätestens am Ölberg in die gleiche Situation. Bei ihm ist es Todesangst, der seinen Schweiß wie Blut tropfen läßt.

 

Das gibt mir viel Mut. Ich mag zwar das Gefühl der Angst nicht, aber ich versuche auch nicht, dies immer zu vermeiden. Angst davor, jemanden zu verlieren oder zu verletzen - damit habe ich kein Problem (mit meinen übrigen Ängsten schon eher).

 

Warum sollte ich auf etwas verzichten, was Jesus ebenfalls erlebt hat?

 

Viele Grüße,

Wolfgang

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Hallo Martin

 

 

<Schon seit Beginn des Threads lese ich überrascht mit -und weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich habe keine Angst, überhaupt und gar nicht. Ein gewisses Unbehagen gibt es schon manchmal, aber ich würde das nie Angst nennen.>

 

Auch ich kenne keine Angst. So würde ich ganz spontan antworten. Ich habe keine Angst, wenn es um mich selber geht. Ich fühle mich auch von niemanden bedroht.

Vor einigen Jahren habe ich Taxi gefahren (Nachtschicht) und kam mir diese Gefühl sehr zu gute. Auch bei meiner momentanen Tätigkeit mit Menschen, die sich am Rande unserer Gesellschaft bewegen ist, mir das Gefühl der Angst, vollkommen fremd.

Was mich allerdings immer wieder überfällt sind Verlustängste.

Angst einen geliebten Menschen plötzlich zu verlieren. Morgen jährt sich zum 10. mal der Todestag meines Mannes und seid einigen Tagen lassen mich diese Ängste und auch ein Stück Verlassenheit nicht zur Ruhe kommen.

Für mich dann tröstlich zu wissen, dass auch Jesus am Oelberg Angst hatte. In dieser Angst, sprach er mit dem, von dem er sich in diesem Augenblick verlassen fühlte. So konnte er die Angst überbrücken und wußte sich aufgehoben in den Händen dessen den er Vater nannte.

Im Glauben weiß ich auch, dass ich, wenn ich auf Gott vertraue, hoffen darf, mich nicht in der Angst zu verlieren, sondern dass ich aufgehoben bin in den Hände des lebendigen Gottes.

 

Herzliche Grüße Anna

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Zitat von Martin am 8:10 - 16.August.2001

>> Ich habe keine Angst, überhaupt und gar nicht. Ein gewisses Unbehagen gibt es schon manchmal, aber ich würde das nie Angst nennen. <<

 

Lieber Martin,

 

irgendwie lassen mich diese Sätze von Dir nicht los.

 

Wie kann es sein , dass Du die Angst nie -und das ist genau meine Frage?- gekannt hast????

Ist das erst so , seit Du wieder zum Glauben gefunden hast , oder kennnst du dieses Gefühl prinzipiell nicht????

 

Es ist für mich soooo unvorstellbar , dass ich das gerne genauer erklärt hätte.

 

Verwunderte , Grüsse

Sabine

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Hallo Sabine,

 

in dieser Hinsicht geht es mir ähnlich wie Martin.

 

Und ich würde die Fragen, die dich interessieren, mit nein beantworten.

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