Jump to content

War Gottes Opfer so groß, als er seinen Sohn opferte ?


harry

Recommended Posts

Hallo allerseits,

 

Svens Beitrag war wieder einmal so ausführlich, daß ich eigentlich nicht viel hinzufügen müßte, aber ich wollte doch nochmal mit ein paar eigenen Worten auf canos  folgenden Abschnitt eingehen:

 

"Derartige Fehlschlüsse bleiben einem erspart, wenn man die Schöpfungsgeschichte als das nimmt, was sie ist: als einen uralten Mythos (der nicht einmal originär jüdisch ist). " (cano)

 

Ich denke nicht, daß einem Fehlschlüsse dann erspart bleiben, wenn man dies als einen Mythos ansieht.

 

Ich habe den Eindruck, daß viele Leute nach einem sehr simplen Muster denken: "Mythos = unnütz", "Tatsachenbericht = nützlich". Selbst wenn man dies als Mythos ansieht (was einem natürlich freisteht, wozu man andererseits aber auch nicht verpflichtet ist),  heißt dies ja nicht, daß dies einem nichts zu sagen hätte. Ich denke, die Beschränkung auf die richtig/falsch-Kategorien nicht allen Aspekten gerecht werden kann.

 

Auch die Sache mit der Originität: was macht es für einen Unterschied, ob dies originär jüdisch ist oder nicht? Daß verschiedene Kulturen sich mit diesen Dingen auseinandersetzten unterstreicht m. E. die Universalität und Wichtigkeit des Topos für die verschiedenen Kulturen.

 

"Weitere geistige Kurzschlüsse können dadurch vermieden werden, daß man zu der Einsicht gelangt, daß es weder das Paradies noch den in völligem Einklang mit Gott stehenden Menschen jemals gegeben hat, sondern daß der Mensch in moralischer und ethischer Hinsicht seit jeher ein ambivalentes Wesen ist. " (cano)

 

Natürlich ist der Mensch seit jeher ein ambivalentes Wesen, klar.

 

Mein Punkt ist folgender: wenn die Diskussion sich nicht in der blanken Gegenüberstellung "es hat ein Paradies gegeben - es hat kein Paradies gegeben" beschränkt, kann man (und das finde ich viel interessanter) sehen, wie die verschiedenen Menschen sich in  unterschiedlicher Weise sich mit den Bibeltexten auseinandersetzen (und dazu sind Gegenüberstellungen vom Typus Mythos/Tatsache und richtig/falsch nicht immer die interessantesten Mittel).

 

viele Grüße

 

Olli

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

>> Ich habe den Eindruck, daß viele Leute nach einem sehr simplen Muster denken: "Mythos = unnütz", "Tatsachenbericht = nützlich". <<

 

 

Wer so simpel denkt, Olli,

 

denkt falsch. Ein Mythos ist nicht unnütz. Und ein Tatsachenbericht ist bisweilen überhaupt nicht nützlich.

 

>> Selbst wenn man dies als Mythos ansieht (was einem natürlich freisteht, wozu man andererseits aber auch nicht verpflichtet ist), ... <<

 

Im Jahre 2001 steht es einem nicht mehr frei, die Schöpfungsgeschichte nicht als Mythos anzusehen. Wer sie für bare Münze hält, kann dies zwar ungestraft tun, er darf sich jedoch nicht wundern, wenn er nicht für voll genommen wird.

 

>> Auch die Sache mit der Originität: was macht es für einen Unterschied, ob dies originär jüdisch ist oder nicht? Daß verschiedene Kulturen sich mit diesen Dingen auseinandersetzten unterstreicht m. E. die Universalität und Wichtigkeit des Topos für die verschiedenen Kulturen. <<

 

In erster Line sagt der Umstand, daß en bestimmter Topos zu einer bestimmten Zeit in verschiedenen Kulturen auftaucht, etwas über den geistigen Zustand der Menschen zu dieser bestimmten Zeit aus. Und der läßt, je weiter man in die Geschichte zurückblickt, aus verständlichen Gründen immer mehr zu wünschen übrig.

 

Was meinst Du, weshalb sich seit Jahrhunderten keine neue Religion mehr etablieren konnte, Olli? Das liegt mit Sicherheit nicht daran, daß die vorhandenen Religionen so toll waren, daß man sie nicht noch hätte verbessern können. Es liegt m.E. daran, daß die Menschheit geistig zu weit vorangeschritten war, um sich ein weiteres transzendetes Märchen auftischen zu lassen. Irgendwann (spätestens mit der Aufklärung) war mit den vorhandenen Religionen und ihren zahlreichen Varianten das Maß voll. Was noch an "Neuem" kam, war Altes in anderer Verpackung (z.B. Mormonen, Zeugen Jehovas, Adventisten), Spezialitäten für den speziellen Bedarf, wobei die "Spezialisten" nicht etwa Neuzugänge auf dem Glaubensmarkt waren, sondern den Marktführern abgewonnen werden mußten. Was jetzt noch stattfindet, ist keine Neurekrutierung mehr, sondern nur noch ein Verteilungskampf bei stetig abnehmendem Kundenpotential.

 

Herzliche Grüße

Cano

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Geändert von Cano um 17:23 - 24.Juli.2001)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen


Zitat von Ute am 11:41 - 24.Juli.2001

 

Es war kein Apfel. Es war eine Banane.

 


 

Berücksichtigt man, dass die ersten Menschen im Gebiet des heutigen Ostafrika auftauchten, dann wäre das logischer. Vielleicht war es auch eine Mango. Manche behaupten sogar, dass es ein psychedelisch wirkender Pilz gewesen sei.

 

Alles Quatsch.

 

Ich denke, dass das Gehirn des Menschen irgendwann soweit entwickelt war, dass er bewusst den Sex geniessen konnte. Vielleicht war der Sex auch der Katalysator für den "Bewusstseinssprung". Gleichzeitig das erste Wort des neuen Menschen. Der Name des Herrn ausgerufen in höchster Lust: oh yeah!

 

Wahrlich ein Gott der Liebe. Kein Zwang, keine böse Schlange, "nur" ein Ausdruck der Liebe am Leben.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen


Zitat von Torsten am 18:46 - 24.Juli.2001

 

Ich denke, dass das Gehirn des Menschen irgendwann soweit entwickelt war, dass er bewusst den Sex geniessen konnte.

 

.... und Probleme daraus machte.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen


Zitat von pedrino am 18:57 - 24.Juli.2001


Zitat von Torsten am 18:46 - 24.Juli.2001

 

Ich denke, dass das Gehirn des Menschen irgendwann soweit entwickelt war, dass er bewusst den Sex geniessen konnte.

 

.... und Probleme daraus machte.

 

Nee, die machte er erst, als er noch weiter entwickelt war...

Also, zurück zu den Wurzeln?

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Hi cano,

 

"In erster Line sagt der Umstand, daß en bestimmter Topos zu einer bestimmten Zeit in verschiedenen Kulturen auftaucht, etwas über den geistigen Zustand der Menschen zu dieser bestimmten Zeit aus. Und der läßt, je weiter man in die Geschichte zurückblickt, aus verständlichen Gründen immer mehr zu wünschen übrig. " (cano)

 

Sorry, aber das geht mir zu sehr in die Richtung der "Altertum=dumm" und "Neuzeit=schlau" - Schiene . Ich bestreite nicht, daß sich Technik und Naturwissenschaft und Medizin weiterentwickelt haben. Aber wenn wir von spirituellen Dingen reden, wäre ich nicht so schnell mit Deiner Behauptung.

 

"Was meinst Du, weshalb sich seit Jahrhunderten keine neue Religion mehr etablieren konnte, Olli? Das liegt mit Sicherheit nicht daran, daß die vorhandenen Religionen so toll waren, daß man sie nicht noch hätte verbessern können. Es liegt m.E. daran, daß die Menschheit geistig zu weit vorangeschritten war, um sich ein weiteres transzendetes Märchen auftischen zu lassen. " (cano)

 

Also ich denke nicht, daß es ein Zeichen von "geistigem Fortschritt" ist, einen Teil der menschlichen Bedürfnisse (zu denen nach Maslow auch das spirituelle Bedürfnis steht) zu unterdrücken.

 

Es ist richtig zu sagen, daß sich Medizin und Technik und Wissenschaft weiterentwickelt haben. Falsch ist jedoch zu sagen, sie könnten Spiritualität, Ethik und Religion ersetzen.

 

Das ist, als vergliche man Äpfel mit Birnen.

 

herzliche Grüße

 

Olli

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen


Zitat von EXPLORER am 19:02 - 24.Juli.2001

[q

Nee, die machte er erst, als er noch weiter entwickelt war...

 

...als er sich seinen Gott erdachte.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

×
×
  • Neu erstellen...