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Heraus-Forderungen oder unnütze Lasten?


Martin
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Dieser Papst ist eine polarisierende Person, was der Kirche schaden wird...

Ein Papst und eine Kirche, die nicht widersprechen, sondern all das gutheißen, was den Menschen durch den Sinn geht, sind kein Papst und keine Kirche.

 

Wer im Widerspruch hierzu steht, sollte sich daran messen und selbst wiegen, bevor er endgütlig gewogen wird. Es ist andererseits grundsätzlich nicht ratsam, sich des Widerspruchs zu entledigen, indem man fordert, dass er dem eigenen Sinnen und Trachten angepasst wird.

 

Als Korrektiv gibt es die eigenen Gewissensentscheidung. Wer sie zutiefst ernst nimmt, wird auch unbeschadet im Widerspruch (über-)leben können.

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Dieser Papst ist eine polarisierende Person, was der Kirche schaden wird...

Ein Papst und eine Kirche, die nicht widersprechen, sondern all das gutheißen, was den Menschen durch den Sinn geht, sind kein Papst und keine Kirche.

 

Wer im Widerspruch hierzu steht, sollte sich daran messen und selbst wiegen, bevor er endgütlig gewogen wird. Es ist andererseits grundsätzlich nicht ratsam, sich des Widerspruchs zu entledigen, indem man fordert, dass er dem eigenen Sinnen und Trachten angepasst wird.

 

Als Korrektiv gibt es die eigenen Gewissensentscheidung. Wer sie zutiefst ernst nimmt, wird auch unbeschadet im Widerspruch (über-)leben können.

Zwischen "den Menschen nach dem Mund reden" und "den Menschen kritische Fragen verbieten" ist ein sehr weites Feld.

 

Das Problem ist doch nicht, dass die Kirche bestimmte Glaubens- und Moralvorstellungen hat, sondern dass sie sie nicht vermitteln kann.

 

Und wenn sie sie nicht vermitteln kann, muss sie sich fragen, warum das so ist.

 

Das nur auf die Böswilligkeit der Menschen zu schieben die etwas "partout nicht glauben wollen" ist sehr kurzsichtig, denn die Menschen glauben zum Teil viel wirreres Zeug als die Lehren der Kirche sehr bereitwillig.

 

Wenn die Kirche allerdings einem Menschen, der von Zweifeln geplagt wird (und im wahrsten Sinn des Wortes "geplagt" wird man als Gläubiger, wenn Zweifel entstehen) dann ist es absolut kontraproduktiv so jemandem zu antworten "sei still, du Abweichler, glaub das gefälligst"

 

Glauben kann man nicht erzwingen!

 

Es hilft auch nichts auf die Tonnen vatikanischer Lehrschreiben zu verweisen, denn mit dem was dort an Enzykliken und anderen Papieren produziert wird, kann man verstaubten Theologen einen geistigen Orgasmus verschaffen, aber keinen zweifelnden Gläubigen überzeugen.

 

Warum laufen die Menschen irgendwelchen Gurus und Scharlatanen nach?

 

Weil diese auf sie eingehen, ihnen etwas vorleben, sie durch ihr Beispiel überzeugen.

 

Auch Johannes Paul II hat durch seinen Glauben viele überzeugt.

 

Was ihm nicht gelang, und was niemals einem zur Asexualität verdammten Papst gelingen kann, ist, die Menschen von den Moralvorstellungen der Kirche zu überzeugen.

 

Ganz einfach deswegen, weil er sie, im Gegensatz zum Glauben, nicht überzeugend vorleben kann.

 

Und so wird es weiter die Forderung geben, die Kirche müsse ihre Morallehre an die reale Welt anpassen, und die Kirche sollte sich fragen, wie sie eine Lehre aufrechterhalten will, die vorzuleben sie sich durch ihre eigenen Gesetze unmöglich macht.

 

Werner

Edited by Werner001
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Dieser Papst ist eine polarisierende Person, was der Kirche schaden wird...

Ein Papst und eine Kirche, die nicht widersprechen, sondern all das gutheißen, was den Menschen durch den Sinn geht, sind kein Papst und keine Kirche.

 

Wer im Widerspruch hierzu steht, sollte sich daran messen und selbst wiegen, bevor er endgütlig gewogen wird. Es ist andererseits grundsätzlich nicht ratsam, sich des Widerspruchs zu entledigen, indem man fordert, dass er dem eigenen Sinnen und Trachten angepasst wird.

 

Als Korrektiv gibt es die eigenen Gewissensentscheidung. Wer sie zutiefst ernst nimmt, wird auch unbeschadet im Widerspruch (über-)leben können.

Zustimmung. Jesus Christus "polarisiert" auch- d.h. er stellt vor klare Entscheidung.

 

Wer sich nicht entscheiden will, sowohl Gott, der Welt, dem Teufel wie auch dem eigenen Ich dienen will der taugt wohl nicht für das Reich Gottes. Man sollte die Menschen nicht um die Herausforderung betrügen, welche die Nachfolge Christi beinhaltet.

 

Wer den Menschen einredet, sie könnten alles tun- und würden trotzdem das ewige Ziel bei Gott erreichen, der belügt und betrügt sie.

 

Ein Papst, der die Menschen vor keine Entscheidungen stellt und damit nicht "polarisiert" würde wohl abseits vom Evangelium gehen.

Edited by Mariamante
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Nein, Werner, das sehe ich ganz anders. Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten. Ich selbst stehe durchaus in dem ein oder anderen Fall gegen dieses "Ideal", und ich trage es - manchmal zugegebenermaßen, indem ich es einfach ignoriere, anstatt die Spannung zu tragen. Aber dennoch ist es falsch, diese Stacheln im Fleisch einfach rauszuziehen und wegzuwerfen. Sie sind sinnvolle Heraus-Forderungen. Grundsätzlich jedenfalls.

 

Aber eines stimmt natürlich. Sie müssen im rechten Geist vermittelt werden, damit ein Gleichgewicht zwischen Spannung und Tragen-können entsteht, wobei die Last grundsätzlich nicht zu Boden drücken sollte. Seelsorge und Barmherzigheit, beides aus und in Liebe sind hier gefragt.

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Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten.

Warum?

 

Jesus hat genau das Gegenteil gepredigt.

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Nein, Werner, das sehe ich ganz anders. Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten. Ich selbst stehe durchaus in dem ein oder anderen Fall gegen dieses "Ideal", und ich trage es - manchmal zugegebenermaßen, indem ich es einfach ignoriere, anstatt die Spannung zu tragen. Aber dennoch ist es falsch, diese Stacheln im Fleisch einfach rauszuziehen und wegzuwerfen. Sie sind sinnvolle Heraus-Forderungen. Grundsätzlich jedenfalls.

 

Aber eines stimmt natürlich. Sie müssen im rechten Geist vermittelt werden, damit ein Gleichgewicht zwischen Spannung und Tragen-können entsteht, wobei die Last grundsätzlich nicht zu Boden drücken sollte. Seelsorge und Barmherzigheit, beides aus und in Liebe sind hier gefragt.

Die Kirche muss ihre Lehren anpassen, oder sie muss die Möglichkeit schaffen, sie glaubhaft vorzuleben, sonst kommt nichts als Pharisäertum und Heuchelei dabei heraus.

 

Hier mal ein knackiges Beispiel:

 

Die kirchliche Lehre zur Homosexualität ist bekannt.

 

Ein glaubhaftes Vorleben dieser Lehre wäre es, wenn ein Priester sich auf die Kanzel stellen würde und sagen würde "seht her, ich bin schwul, aber ich lebe gemäß den Lehren der Kirche enthaltsam! Es geht, es funktioniert! Wenn unter Euch jemand ist, der auch schwul ist, lade ich ihn zum Gespräch ein und ich sichere jede Unterstützung zu!"

 

Wenn ein solcher Priester nach dieser Predigt nicht vom Amt suspendiert oder in einem Kathäuserkloster versteckt würde, sondern sogar noch zum Bischof geweiht würde, damit seine Predigten mehr Menschen zugänglich wären, das wäre ein glaubhaftes Vorleben der kirchlichen Lehre zur Homosexualität.

 

Stattdessen diskutiert man ob Homosexuellen das Pristeramt verboten werden soll, viele Bischöfe tun das eh schon, und dann stellen sie sich hin und salbadern von Takt und Achtung.

 

Und da wundert sich irgendjemand, dass solche Lehren nicht geglaubt werden?

 

Entweder die Lehre ist Quatsch, oder die Kirche ist pharisäerhaft, eines von beiden, vielleicht sogar beides.

 

Solange solche Widersprüche nicht aufgelöst werden wird so etwas nicht geglaubt.

 

Die Menschen sind nicht blöde, sie glauben eine offensichtliche Widerspruch nicht einfach so, und mit Scheiterhaufen kann die Kirche heute nicht mehr drohen.

 

Nun bitte keine Homosexualitätsdebatte, ich kann bei Bedarf ähnliche Beispiele aus dem Eherecht und bei der Verhütung bringen, wo sich Lehre und Realität ganz offensichtlich widersprechen.

 

Werner

Edited by Werner001
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Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten.

Warum?

 

Jesus hat genau das Gegenteil gepredigt.

Wie sieht es damit aus (frei aus dem Gedächtnis):

 

Tut was sie euch sagen und redet euch nicht damit raus, dass sie es selbst nicht einhalten. (und gleichzeitig heftige Kritik in Richtung Gesetzeslehrer, die zu schwere Lasten aufbürden).

 

Ehebruch. Ich verurteile dich nicht, aber laß es in Zukunft sein, denn es ist und bleibt Sünde.

 

Neht die Last (Joch) auf euch, die ich euch aufbürde. Das könnt ihr tragen. (Da steht aber nicht davon, dass er uns alle Lasten abnimmt).

 

Der Weg ist schmal und eng und mühsam. Worauf die Jünger entsetzt fragen, wie soll es denn dann überhaupt jemand schaffen? Menschen ist es nicht möglich, sagt Jesus. Aber Gott ist es möglich, denn seine Barmherzigkeit ist groß.

 

 

So. Und jetzt du. Wo sind deine Belegstellen. Das genaue Gegenteil von dem, was ich gerade benannt habe, würde mich wirklich sehr, sehr interessieren.

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Tut was sie euch sagen und redet euch nicht damit raus, dass sie es selbst nicht einhalten. (und gleichzeitig heftige Kritik in Richtung Gesetzeslehrer, die zu schwere Lasten aufbürden).

(Hervorhebung durch mich)

 

Da wird eine ganze Menge sehr schwere Last durch die Kirche gelehrt die nicht auf Jesus zurückgeht

 

Werner

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Mir dem Ehebruch-Geschehen zeigt sich wieder, dass Gott uns die freie Wahl gelassen hat. Uns werden Regeln oder ethische Grundsätze gegeben, aber es ist unsere Entscheidung ob wir sie annehmen. Jesus hätte auch zur Ehebrecherin sagen können: "Ich hab dir jetzt noch mal aus der Patsche geholfen, aber beim nächsten Mal kommst du leider in die Hölle."

Hat er aber nicht.

Das gleiche ist es mit dem schmalen Weg. Manchmal erscheint er uns so, als könnten wir ihn niemals schaffen. Wenn Jesus sagt, Menschen können dies nicht, sondern Gott, verstehe ich das so: Wenn wir uns nicht nur auf uns selbst konzentrieren, sondern uns lösen und in Gottes Hand geben, wird vieles auf eine andere Weise möglich. Man überlässt sich dem Wirken... ich weiss, das klingt komisch, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es geht.

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Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten.

Warum?

 

Jesus hat genau das Gegenteil gepredigt.

Wie sieht es damit aus (frei aus dem Gedächtnis):

 

Tut was sie euch sagen und redet euch nicht damit raus, dass sie es selbst nicht einhalten. (und gleichzeitig heftige Kritik in Richtung Gesetzeslehrer, die zu schwere Lasten aufbürden).

 

Ehebruch. Ich verurteile dich nicht, aber laß es in Zukunft sein, denn es ist und bleibt Sünde.

 

Neht die Last (Joch) auf euch, die ich euch aufbürde. Das könnt ihr tragen. (Da steht aber nicht davon, dass er uns alle Lasten abnimmt).

 

Der Weg ist schmal und eng und mühsam. Worauf die Jünger entsetzt fragen, wie soll es denn dann überhaupt jemand schaffen? Menschen ist es nicht möglich, sagt Jesus. Aber Gott ist es möglich, denn seine Barmherzigkeit ist groß.

 

 

So. Und jetzt du. Wo sind deine Belegstellen. Das genaue Gegenteil von dem, was ich gerade benannt habe, würde mich wirklich sehr, sehr interessieren.

Was mir spontan einfällt:

 

"Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat"

 

Für den Rest habe ich im Mom. keine Gelegenheit.

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Nein, Werner, das sehe ich ganz anders. Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten. Ich selbst stehe durchaus in dem ein oder anderen Fall gegen dieses "Ideal", und ich trage es - manchmal zugegebenermaßen, indem ich es einfach ignoriere, anstatt die Spannung zu tragen. Aber dennoch ist es falsch, diese Stacheln im Fleisch einfach rauszuziehen und wegzuwerfen. Sie sind sinnvolle Heraus-Forderungen. Grundsätzlich jedenfalls.

 

Aber eines stimmt natürlich. Sie müssen im rechten Geist vermittelt werden, damit ein Gleichgewicht zwischen Spannung und Tragen-können entsteht, wobei die Last grundsätzlich nicht zu Boden drücken sollte. Seelsorge und Barmherzigheit, beides aus und in Liebe sind hier gefragt.

Ich steh da nochmal woanders:

Ich denke nicht, dass man Ideale und Werte, die man propagiert, unbedingt selber vorleben muss, damit sie Ideale und Werte sein können.

Natürlich wird es umso glaubwürdiger, je mehr ein Prediger in seinem Leben von seiner Predigt umsetzt. Aber ich kann prinzipiell auch einem zölibatär lebenden Menschen glauben, dass das, was er über die Ehe sagt, grundsätzlich richtig ist.

Nur: damit ich es glauben kann, muss es mich überzeugen. Wenn es dem widerspricht, was ich erlebe und von anderen Seiten gelernt habe und was mich überzeugt hat, wenn ich es für falsch und in sich widersprüchlich halte, nützt mir das glaubwürdigste Vorleben nichts.

Dann seh ich auch keinen Sinn darin, eine Spannung auszuhalten, sondern dann werde ich (bestimmt nicht leichtfertig), halt das leben , was ICH für richtig erkannt habe.

Dass ich die andere Sichtweise als Herausforderung daneben stehen lasse und mich immer wieder dran überprüfe, finde ich trotzdem sinnvoll.

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Nein, Werner, das sehe ich ganz anders. Nicht die Kirche hat diese Lehren anzupassen, sondern die Gläubigen haben die Spannung auszuhalten. Ich selbst stehe durchaus in dem ein oder anderen Fall gegen dieses "Ideal", und ich trage es - manchmal zugegebenermaßen, indem ich es einfach ignoriere, anstatt die Spannung zu tragen. Aber dennoch ist es falsch, diese Stacheln im Fleisch einfach rauszuziehen und wegzuwerfen. Sie sind sinnvolle Heraus-Forderungen. Grundsätzlich jedenfalls.

 

Aber eines stimmt natürlich. Sie müssen im rechten Geist vermittelt werden, damit ein Gleichgewicht zwischen Spannung und Tragen-können entsteht, wobei die Last grundsätzlich nicht zu Boden drücken sollte. Seelsorge und Barmherzigheit, beides aus und in Liebe sind hier gefragt.

Ich steh da nochmal woanders:

Ich denke nicht, dass man Ideale und Werte, die man propagiert, unbedingt selber vorleben muss, damit sie Ideale und Werte sein können.

Natürlich wird es umso glaubwürdiger, je mehr ein Prediger in seinem Leben von seiner Predigt umsetzt. Aber ich kann prinzipiell auch einem zölibatär lebenden Menschen glauben, dass das, was er über die Ehe sagt, grundsätzlich richtig ist.

Nur: damit ich es glauben kann, muss es mich überzeugen. Wenn es dem widerspricht, was ich erlebe und von anderen Seiten gelernt habe und was mich überzeugt hat, wenn ich es für falsch und in sich widersprüchlich halte, nützt mir das glaubwürdigste Vorleben nichts.

Dann seh ich auch keinen Sinn darin, eine Spannung auszuhalten, sondern dann werde ich (bestimmt nicht leichtfertig), halt das leben , was ICH für richtig erkannt habe.

Dass ich die andere Sichtweise als Herausforderung daneben stehen lasse und mich immer wieder dran überprüfe, finde ich trotzdem sinnvoll.

Ja, das hatte ich gemeint, es kam aber nicht so recht rüber.

Ich hatte aber weiter oben geschrieben, dass die Menschen überzeugt werden müssen, und das geht entweder, indem sie es selbst als richtig erleben, oder indem es ihnen vorgelebt wird.

 

Ich sehe in der Morallehre einiges, was die Menschen aus eigenem Erleben nicht als richtig erkennen, also müsste es ihnen zumindest vorgelebt werden. Wenn auch das nicht passiert, braucht man sich nicht wundern, wenn die Menschen es nicht glauben, darauf wollte ich hinaus.

 

Wobei ich es durchaus positiv sehe, wenn die Menschen kirchliche Lehren hinterfragen, denn das zeigt doch, dass ihnen am Glauben und an der Kirche noch etwas liegt.

 

Jemand, dem das alles wurscht ist, der wird keine kritischen Fragen Stellen, genaus so wenig wie ich die Lehren des Buddhismus kritisch hinterfrage.

 

Werner

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Dieser Papst ist eine polarisierende Person, was der Kirche schaden wird...

Das muss man abwarten und es wird davon abhängen, welche Taktik er fährt. Harter Kurs mit Risiko der Spaltung (Glaubenswächter) oder eher auf Ausgleich (Brückenbauer).

Es sind m.E. mehrere Szenarien denkbar, die schwer vorherzusehen sind. Vom bloßen JPII-Gedächtnispontifikat ohne große eigene Akzente über Polarisierung oder gar ernsthafte Spaltungsschäden bis hin zur Einberufung eines 3. Vatikanischen Konzils zur endgültigen Festschreibung bestimmter Überzeugungen wäre alles denkbar.

 

Es wird möglicherweise auch davon abhängen, wie stark er angefragt wird und Position beziehen muss. (Deutsche fragen z.B. immer viel zu viel, das nur nebenbei). Nicht zuletzt auch von rein physischen Faktoren. Viele unbekannte Variablen.

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Die Kirche muss ihre Lehren anpassen, oder sie muss die Möglichkeit schaffen, sie glaubhaft vorzuleben, sonst kommt nichts als Pharisäertum und Heuchelei dabei heraus.

Ein guter Einwand, Werner. Aber kein neuer Einwand. Das wurde schon zu Jesu Zeiten gesagt. Aber er sah das wohl anders.

 

Es macht keinen Sinn, die Lasten aufzuheben, denn ein Lastenfreies Leben gibt es nicht. Aber es sollten wohl offensichtlich die "richtigen" Lasten sein. Eine Gradwanderung also. Aber das kann bei diesem Thema ja auch nicht anders sein.

 

Die Aufbürder könnten regelmäßig ZU viel aufbürden. Die Träger wollen IMMER weniger tragen. Das ist für mich nachvollziebar. Und das kann gar nicht anders sein.

 

Aber kann es sein, dass die Träger sich aussuchen, welche Last sie nun tragen wollen, und welche nicht? Mir erscheint das in Bezug auf das Leben unrealistisch.

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Nehmt die Last (Joch) auf euch, die ich euch aufbürde. Das könnt ihr tragen. (Da steht aber nicht davon, dass er uns alle Lasten abnimmt).

Ich schnapp mir mal das:

Da geht es um "mein Joch".

Und unmittelbar danach kommt die Stelle mit dem Ährenabreißen am Sabbat und die Heilung eines Mannes am Sabbat: das Joch ist meinetwegen der Hunger oder die Krankheit, aber dieses Joch auf sich nehmen, heißt nicht, geduldig die Spannung aushalten, dass da ein Feld voll Getreide ist und ich hungrig davor sitzen bleiben muss.

Oder dass ich vor dem Schaf in der Grube stehen bleiben muss und sagen, leider, es ist Sabbath, die Priester haben gesagt, ich darf dich heute nicht rausholen, trage also geduldig die Last. Bzw analog dazu der Mann mit der verdorrten Hand....

 

Wo es etwas zu erleichtern gibt an einer aufgeladenen Last, ist das auf der Stelle zu tun!

Edited by Ennasus
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Aber kann es sein, dass die Träger sich aussuchen, welche Last sie nun tragen wollen, und welche nicht? Mir erscheint das in Bezug auf das Leben unrealistisch.

Warum denn nicht? Sie müssen sie schließlich ja auch tragen.

Und es kann z.B. genauso eine zu tragende Last sein, dass man gegen vorgegebene Gesetze verstoßen muss, um sich selbst und Gott nicht untreu zu werden.

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Aber kann es sein, dass die Träger sich aussuchen, welche Last sie nun tragen wollen, und welche nicht? Mir erscheint das in Bezug auf das Leben unrealistisch.

Warum denn nicht? Sie müssen sie schließlich ja auch tragen.

Und es kann z.B. genauso eine zu tragende Last sein, dass man gegen vorgegebene Gesetze verstoßen muss, um sich selbst und Gott nicht untreu zu werden.

Wobei, um mal kurz auf den Thread-Titel einzugehen, einiger der Lasten, die die Aufbürder zusammengebastelt haben, wirklich völlig unnütz sind. Das sind die, die sich nur mit halsbrecherischen rhetorischen oder theologischen Verrenkungen biblisch begründen lassen, aber nichts desto trotz von den Aufbürdern oftmals als ganz besonders wichtig hingestellt werden.

 

Werner

Edited by Werner001
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Nehmt die Last (Joch) auf euch, die ich euch aufbürde. Das könnt ihr tragen. (Da steht aber nicht davon, dass er uns alle Lasten abnimmt).

Ich schnapp mir mal das:

Da geht es um "mein Joch".

Und unmittelbar danach kommt die Stelle mit dem Ährenabreißen am Sabbat und die Heilung eines Mannes am Sabbat: das Joch ist meinetwegen der Hunger oder die Krankheit, aber dieses Joch auf sich nehmen, heißt nicht, geduldig die Spannung aushalten, dass da ein Feld voll Getreide ist und ich hungrig davor sitzen bleiben muss.

Oder dass ich vor dem Schaf in der Grube stehen bleiben muss und sagen, leider, es ist Sabbath, die Priester haben gesagt, ich darf dich heute nicht rausholen, trage also geduldig die Last. Bzw analog dazu der Mann mit der verdorrten Hand....

 

Wo es etwas zu erleichtern gibt an einer aufgeladenen Last, ist das auf der Stelle zu tun!

Ein etwas anderer Blickwinkel. Ich muß eine Entscheidung treffen. Vielleicht sogar in einem Dilemma. Und ich muß sie verantworten.

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Dann seh ich auch keinen Sinn darin, eine Spannung auszuhalten, sondern dann werde ich (bestimmt nicht leichtfertig), halt das leben , was ICH für richtig erkannt habe.

Dass ich die andere Sichtweise als Herausforderung daneben stehen lasse und mich immer wieder dran überprüfe, finde ich trotzdem sinnvoll.

Ein Mißverständnis. Ich muß nicht zweingend die Spannung der Forderung ertragen, sondern u.U. auch die Spannung, dass ich gegen diese Forderung handle.

 

Sie aber eben auch nicht einfach verwerfe und fordere, dass sie aufgehoben wird, damit ich nicht mehr in der Herausforderung der Spannung leben muß.

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Aber kann es sein, dass die Träger sich aussuchen, welche Last sie nun tragen wollen, und welche nicht? Mir erscheint das in Bezug auf das Leben unrealistisch.

Warum denn nicht? Sie müssen sie schließlich ja auch tragen.

Und es kann z.B. genauso eine zu tragende Last sein, dass man gegen vorgegebene Gesetze verstoßen muss, um sich selbst und Gott nicht untreu zu werden.

Wobei, um mal kurz auf den Thread-Titel einzugehen, einiger der Lasten, die die Aufbürder zusammengebastelt haben, wirklich völlig unnütz sind. Das sind die, die sich nur mit halsbrecherischen rhetorischen oder theologischen Verrenkungen biblisch begründen lassen, aber nichts desto trotz von den Aufbürdern oftmals als ganz besonders wichtig hingestellt werden.

 

Werner

Wenn ich glaube, das FÜR MICH eindeutig erkennen zu können ... dann werde ich mich doch ruhigen Gewissens dagegenstellen können.

 

Wo ist das Problem?

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Sie aber eben auch nicht einfach verwerfe und fordere, dass sie aufgehoben wird, damit ich nicht mehr in der Herausforderung der Spannung leben muß.

Für den Anfang würde schon genügen wenn anerkannt wird, dass der Verstoß gegen die Forderung manchmal gerechtfertigt sein kann.

 

Und zwar nicht im Beichtgespräch und heimlich und nur ja nicht drüber reden damit es niemand mitbekommt.

 

Um bei dem Hungrigen zu bleiben, der am Sabbath von den Ähren isst: Jesus hat ihn (oder die Jünger in dem Fall) öffentlich gegen Kritik verteidigt.

 

In der heutigen Kirche würde der Priester vor der Messe im Beichtstuhl demjenigen sagen, dass es wohl nicht so schlimm war wegen der Notlage, und würde anschliessend auf die Kanzel steigen aund eine Brandrede ggen das lästerliche Ährenbrechen am Sabbath halten.

 

Werner

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Ein etwas anderer Blickwinkel. Ich muß eine Entscheidung treffen. Vielleicht sogar in einem Dilemma. Und ich muß sie verantworten.

Ja. Und ich glaube auch, dass untrennbar verbunden mit dem inneren Wachstum eines Menschen die Fähigkeit mitwächst, Spannungen auszuhalten und die Verantwortung dafür zu tragen, dass Entscheidungen u.U. auch gegen geltende Normen getroffen werden. (so wie du es in deinem andern Posting eh schreibst)

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Für den Anfang würde schon genügen wenn anerkannt wird, dass der Verstoß gegen die Forderung manchmal gerechtfertigt sein kann.

 

Und zwar nicht im Beichtgespräch und heimlich und nur ja nicht drüber reden damit es niemand mitbekommt.

 

Um bei dem Hungrigen zu bleiben, der am Sabbath von den Ähren isst: Jesus hat ihn (oder die Jünger in dem Fall) öffentlich gegen Kritik verteidigt.

 

In der heutigen Kirche würde der Priester vor der Messe im Beichtstuhl demjenigen sagen, dass es wohl nicht so schlimm war wegen der Notlage, und würde anschliessend auf die Kanzel steigen aund eine Brandrede ggen das lästerliche Ährenbrechen am Sabbath halten.

Das stimmt. Das kommt mir ein ganz wichtiger Gedanke vor.

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Sie aber eben auch nicht einfach verwerfe und fordere, dass sie aufgehoben wird, damit ich nicht mehr in der Herausforderung der Spannung leben muß.

Für den Anfang würde schon genügen wenn anerkannt wird, dass der Verstoß gegen die Forderung manchmal gerechtfertigt sein kann.

Das ist bereits anerkannt. Die Möglichkeit der Gewissensentscheidung gehört zur Lehrtradition der Kirche. Du willst allerdings Deine persönliche Gewissenentscheidung gar nicht treffen, sondernlehramtlich abgesegnet haben - das ist widersprüchlich. Und wenn das Lehramt das nicht tut, dann ist es böse. Ebenso böse sind natürlich die Gläubigen, die dem Lehramt vertrauen, wie man vor kurzem an der Treibjagd sehen konnte, die eigentlich nette Menschen hier gegen mich veranstaltet haben, weil ich der Lehre der Kirche in sachen Homosexualität zustimme.

 

In der heutigen Kirche würde der Priester vor der Messe im Beichtstuhl demjenigen sagen, dass es wohl nicht so schlimm war wegen der Notlage, und würde anschliessend auf die Kanzel steigen aund eine Brandrede ggen das lästerliche Ährenbrechen am Sabbath halten.

 

Seltsam. Ich habe in vierzig Jahren Kirchenbesuch noch nie eine Brandrede gehört.

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