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Homosexualität zwischen Männern und Frauen


Fabianus
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Hallo!

 

Mir geht es nicht darum, den hundertsten "Homothread" zu eröffnen, in dem diskutiert oder auch gezankt wird, was von dieser allgemein zu halten ist, sondern um einen bestimmten Aspekt:

 

Und zwar ist mir aufgefallen, daß es bei den meisten Bibelstellen, die mit Homosexualität zu tun haben, nur um solche unter Männern geht und nicht unter Frauen.

 

Ein paar Beispiele:

 

Du [offenbar sind Männer angesprochen] darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Greuel. (Lev 18, 22)

 

Sie ["die Männer von Sodom"] riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren. Da ging Lot zu ihnen [...] und sagte: Aber meine Brüder, begeht doch nicht ein solches Verbrechen! (Gen 19, 5-7)

 

Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder [...] werden das Reich Gottes erben. (1 Kor 6, 9-10)

 

Bei der letzten Stelle kann man freilich streiten, wer mit "Unzüchtigen" gemeint ist und ob es nur um sexuelle Kontakte mit Minderjährigen, um es modern auszudrücken, geht (Original bzw. Kommentar könnten weiterhelfen) . Ich habe sie angeführt, weil sie auch im Katechismus (s.u.) zitiert wird.

 

Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen: ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. (Röm 1, 26-27)

 

Dies ist die einzige Stelle, die ich gefunden habe, in der im Zusammenhang mit Homosexualität Frauen vorkommen, wenn ich die etwas gewundene Formulierung richtig verstehe.

 

Der KKK macht dagegen keinen Unterschied nach Geschlecht:

 

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen.

 

Nebenbei ist mir aufgefallen, daß diese Formulierung logisch etwas schief ist (könnte an der Übersetzung liegen), weiter unten der Korintherbrief falsch zitiert wird und die m.E. deutlichste Stelle, nämlich Lev 18, 22, garnicht erwähnt wird.

 

Woran könnte es liegen, daß Homosexualität zwischen Frauen in der Bibel kaum erwähnt wird?

 

Vermutungen:

- Man achtete damals generell weniger auf Frauen, sodaß sie nur nicht erwähnt wird.

- Sie was nicht so bekannt, weil sie weniger oder heimlicher ausgeübt wurde.

- Sie galt als weniger schlimm als zwischen Männer, da gewisse Praktiken wohl nur bei letzteren vorkommen. (Übrigens verbot der § 175 StGB ja auch nur Kontakte zwischen Männern, diese wurden oder werden wohl allgemein als befremdlicher oder empörender empfunden.)

Edited by Fabianus
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Da die Frau Eigentum des Mannes ist, ist ihre Homosexualität nicht so wichtig. Wenn der Mann sie braucht, nimmt er sie sich zur Brust (im weiteren Sinne). Was sie sonst noch so tut, ist weniger wichtig, das hindert sie nicht, zu tun, was dem Mann gefällt und Kinder zu bekommen.

 

Wenn der Mann aber seine Kraft mit anderen Männern vergeudet, oder (noch schlimmer) wenn er sich gar keine Frau zur Seite gesellt, dann hat das viel realere Auswirkungen.

Edited by Mecky
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Das ist nicht nur in der Bibel so, sondern man kann das an allen patriarchalisch ausgerichteten Gesellschaften beobachten. Das hat mit der Kriegsführung zu tun. Patriarchalische Gesellschaften sind oft sehr kriegerisch und deswegen auf starken, männlichen Nachwuchs angewiesen. Da ist es einfach tabuisiert, daß Männer zusammenleben und keine Kinder zeugen.

 

In solchen Gesellschaften gehören die Frauen, wie Mecky schon sagte, zum Besitztum der Männer und sie verfuhren mit ihnen so, wie sie wollten. Wenn die Tendenz zur Polygamie bestand, hatten die Frauen durchaus untereinander lesbische Beziehungen, die aber nicht ins Gewicht fielen. In vielen Gesellschaften leben die Frauen strikt von den Männern getrennt. Ich habe sogar noch in jüngster Zeit von marokkanischen Frauen gehört, daß es für sie nur wichtig ist, was sich untereinander abspielt. Wenn der Mann seine Gelüste hat, läßt man ihn eben über sich steigen. Beziehung, Zuwendung und Nähe spielt sich nur in der Frauengesellschaft ab.

Edited by Platona
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Spielen da nicht auch männliche Fantasien eine kleine Rolle... :ph34r:

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Nein, ich weiß das aus mehreren (weiblichen) Quellen. Eine ist eine Marokkanierin, die noch in einem Haushalt aufgewachsen ist, wo es vier Frauen gab, eine war Projektleiterin in Afghanistan noch vor den Taliban und meine beste Freundin, die einen Marokkaner geheiratet hatte. Dessen Mutter war mit 14 Jahren von der ersten Frau ihres Mannes ausgewählt worden. Diese hatte ihren Mann überredet, noch eine Frau zu heiraten, weil sie sich davon Erleichterung in der Haushaltsführung versprach.

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Spielen da nicht auch männliche Fantasien eine kleine Rolle... :ph34r:

Dieser Umgang mit Frauen ist bereits Realität gewordene patriarchal-männliche Phantasie.

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Spielen da nicht auch männliche Fantasien eine kleine Rolle...  :ph34r:

Dieser Umgang mit Frauen ist bereits Realität gewordene patriarchal-männliche Phantasie.

Mein ich doch... oder hat schonmal jemand gehört, dass Frauen gerne zwei Männern zuschauen... :ph34r:

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Übrigens ist das anthropologisch gesehen, eine recht komplizierte Angelegenheit. Auch die im Patriarchat vorherrschende Matrilinearität (die Abstammung wird über die weibliche Linie zurückverfolgt) gehört mit zur Praxis der Polygamie. Nur wenn die Frauen sich in einem Harem befinden, aus dem sie nur unter Bewachung heraus können, ist sich der Mann sicher, daß die Nachkommen von seinen Frauen auch seine eigenen sind. Da ist es selbstverständlich, daß die Frauen untereinander Beziehungen haben.

 

Das war eben jahrhundertelang die Lebensweise im vorderen Orient. Der Ruf nach Liberalisierung und Gleichberechtigung ist erst mit den großen Wanderbewegungen des 20. Jahrhd. gekommen. Dabei spielt auch unsere Begriffsstutzigkeit gegenüber einer polygamen Lebensweise, unsere [ironie an] traumwandlerische Sicherheit [/ironie aus] in Fragen der Moral eine Rolle.

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Dabei spielt auch unsere Begriffsstutzigkeit gegenüber einer polygamen Lebensweise, unsere [ironie an] traumwandlerische Sicherheit [/ironie aus] in Fragen der Moral eine Rolle.

:lol::)

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Spielen da nicht auch männliche Fantasien eine kleine Rolle...  :ph34r:

Dieser Umgang mit Frauen ist bereits Realität gewordene patriarchal-männliche Phantasie.

Mein ich doch... oder hat schonmal jemand gehört, dass Frauen gerne zwei Männern zuschauen... :ph34r:

Ja. Ich habe neulich von einer umfangreichen Studie gelesen (ich such sie nachher, wenn ich mal Zeit habe), in der die Reaktionen von hetero-, homo- und bisexuellen Frauen und Männern auf entsprechende Szenen jeweils verglichen wurde.

 

Das Ergebnis: Frauen - auch die heterosexuellen - sind grundsätzlich in ihrem Ansprechen bisexueller, reagieren sowohl auf hetero-, als auch auf homosexuelle Sexszenen stärker und zwar bei den homosexuellen unabhängig von der geschlechtlichen Zusammensetzung. Tatsächlich bisexuelle Männer (also solche, die sich auch so verstehen), reagieren entweder/oder, also entweder auf Hetero-Szenen (dann natürlich auch auch auf die zwischen zwei Frauen, wie ja jeder Hetero-Mann auch :lol: ), oder auf Männersex.

 

 

Ich kann das von mir bestätigen, ich mag zwar keine Pornos, sehe aber Liebeszenen in guten Liebesfilmen nicht nur zwischen einem Mann und einer Frau oder zwei Frauen gerne, sondern auch zwischen zwei Männern. Aber es kommt auf die dahinterstehende Geschichte und natürlich auch die Männer an. :)

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Und zwar ist mir aufgefallen, daß es bei den meisten Bibelstellen, die mit Homosexualität zu tun haben, nur um solche unter Männern geht und nicht unter Frauen.

Ich würde sagen das verhält sich wie folgt:

Zur Zeit der Bibel, wie auch später bedeutete die Nicht-Nennung der weiblichen Homosexualität nicht etwa eine Anerkennung, sondern vielmehr eine Nicht-Beachtung. Die weibliche Homosexualität wurde für nicht erwähnenswert betrachtet, das heißt, dass dies eine deutliche Geringschätzung ist. So frei nach dem Motto: Das ist nicht so wild, da brauchen wir es auch nicht zu verbieten...

Ähnliches spielte sich im "3. Reich" ab: Homosexualität unter Frauen wurde prinzipiell toleriert, da man davon ausging, dass diese Frauen später ohnehin heiraten würden und sich die Sache somit erledigt hätte. Frauen hatten einfach zu heiraten, während eine Menge unverheirateter Männer gab. Dies eröffnete die Möglichkeit zur Auslebung der männlichen Homosexualität in gewisser Weise und wurde daher als Bedrohung angesehen.

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Spielen da nicht auch männliche Fantasien eine kleine Rolle...  :ph34r:

Dieser Umgang mit Frauen ist bereits Realität gewordene patriarchal-männliche Phantasie.

Mein ich doch... oder hat schonmal jemand gehört, dass Frauen gerne zwei Männern zuschauen... :ph34r:

Nur mal so... frau kann das doch erotisch finden, oder? Ich habe desletzt ein Foto gesehen, dass 2 Männer zeigte, beide auf dem Bauch, wobei der eine auf dem anderen... das Bild zeigte die beiden vom Ellenbogen aufwärts (also nicht so anrüchigt) ... ich fand dieses Bild sehr ansprechend...

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Eine andere Erklärung gibt Hans Joss:

 

Ihr beide, du und dein Freund, solltet erst mal die Bibel exakt lesen. Und nicht irgend was behaupten, das da nicht steht. Der Begriff "Homosexualität" ist der Bibel fremd. Deine Frage ist somit irreal und irrelevant.

 

Nicht die Homosexualität als solche ist verboten. Der Geschlechtsverkehr zwischen Männern ist verboten. Und zwar zu recht. Denn diese schwulen Sexualtechniken machen krank. Dass dem so ist, ist medizinisch und statistisch erwiesen. Was die Bibel sagt, ist also äusserst vernünftig und medizinisch durchaus korrekt. Wer nicht krank werden will, sollte sich strikte daran halten. Und nicht, so wie du, blöde Sprüche darüber reissen.

 

Bitte nicht verwechseln! Das Zusammenleben von Männern untereinander und Frauen untereinander ist nicht verboten. Auch nicht , dass diese sich gegenseitig lieben. Solange diese Liebe auch wirklich Liebe ist und nicht Sex.

 

Die Schwulen und lesbischen Sexualpraktiken sind verwerflich und schädlich.

Und nicht die zwischenmenschliche Liebe. Bitte nicht verwechseln !

 

Auch wenn ich mich nicht näher mit schwulen "Sexualpraktiken" auskenne, halte ich das für einleuchtend. Und da muß man nicht einmal an HIV denken, welches es damals vermutlich noch nicht gab und welches auch bei heterosexuellen "Sexualpraktiken" übertragen werden kann.

 

Wieso dies bei "lesbischen Sexualpraktiken" auch so sein soll (was ja auch nicht gut zur Fragestellung in diesem Thread passen würde), weiß ich allerdings nicht. :lol:

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Eine andere Erklärung gibt Hans Joss:

 

Ihr beide, du und dein Freund, solltet erst mal die Bibel exakt lesen. Und nicht irgend was behaupten, das da nicht steht. Der Begriff "Homosexualität" ist der Bibel fremd. Deine Frage ist somit irreal und irrelevant.

 

Nicht die Homosexualität als solche ist verboten. Der Geschlechtsverkehr zwischen Männern ist verboten. Und zwar zu recht. Denn diese schwulen Sexualtechniken machen krank. Dass dem so ist, ist medizinisch und statistisch erwiesen. Was die Bibel sagt, ist also äusserst vernünftig und medizinisch durchaus korrekt. Wer nicht krank werden will, sollte sich strikte daran halten. Und nicht, so wie du, blöde Sprüche darüber reissen.

 

Bitte nicht verwechseln! Das Zusammenleben von Männern untereinander und Frauen untereinander ist nicht verboten. Auch nicht , dass diese sich gegenseitig lieben. Solange diese Liebe auch wirklich Liebe ist und nicht Sex.

 

Die Schwulen und lesbischen Sexualpraktiken sind verwerflich und schädlich.

Und nicht die zwischenmenschliche Liebe. Bitte nicht verwechseln !

 

Auch wenn ich mich nicht näher mit schwulen "Sexualpraktiken" auskenne, halte ich das für einleuchtend. Und da muß man nicht einmal an HIV denken, welches es damals vermutlich noch nicht gab und welches auch bei heterosexuellen "Sexualpraktiken" übertragen werden kann.

 

Wieso dies bei "lesbischen Sexualpraktiken" auch so sein soll (was ja auch nicht gut zur Fragestellung in diesem Thread passen würde), weiß ich allerdings nicht. :lol:

nenn doch mal bitte ein paar Krankheiten, die man nur beim homosexuellen, nicht aber beim heterosexuellen Sex übertragen kann, beziehungsweise, die durch homosexuellen Sex ausgelöst werden....

 

Immer erst mal nachdenken!

 

Werner

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Lieber Fabianus,

 

du fragst nach dem Thema "Homosexualität in der Bibel":

 

Hierzu vorab folgendes Grundwissen: Die Bibel wird heute aus ihrem zeitlichen, kulturellen und religiösem Umfeld heraus betrachtet.

 

Zur Zeit der Entstehung der Bibel haben wir eine patriacharliche Männerwelt, in der die Rechte der Frauen, wie wir sie heute kennen, nicht vorhanden waren.

 

Nach heutiger Betrachtung werden nicht alle Verbote und Gebote der biblischen Überlieferung als relevant erachtet, z.B. das Verbot, gemischtfasrige Stoffe zu tragen (Lev 19, 19) oder diverse Opferungsgebote. Diese heutige historisch-kritische Auslegung der Bibel erkennt an, dass die Israeliten sich von fremden religiösen Kulturen distanzierten und alles, was damit zusammenhing, verboten haben. Aus dieser Persepektoive heraus erscheinen vielder der Bibelstellen, die gegen eine gelebte Homosexualiät angeführt werden, in einem anderen Licht.

 

Natürlich gibt es auch eine fundamentalistische Lesart der Bibel, die jedes Wort der Bibel "buchstäblich" nimmt. Jedoch sind Vertreter dieses fundamentalistischen Anspruchs nicht immer konsequent in der "buchstäblichen" Auslegung, sonden nur in jenen Fällen, die ideologisch genehm sind und ein rechtskonsveratives bzw. fundamentalistisches Weltbild stützen.

 

Daneben. lieber Fabius, ist es grundsätzlich problematisch, die Frage nach der heutigen Bewertung partnerschaftlich gelebter Homosexualität, wie wir sie kennen, an der Bibel zu messen, weil der Begriff Homosexualität und sein Inhalt neuzeitlich sind.

 

Das Wissen um eine die Persönlichkeit konstituierende und umfassende seuxelle Prägung war in biblischer Zeit noch nicht vorhanden.

 

Zwei Stellen, die häufig in diesem Kontext in der Bibel zitiiert werden, sind in kirchlicher Tradition lange Zeit falsch interpretiert worden.

 

Die Geschichte von Sodom im Buch Genesis hat die unverzeihliche Verletzung des Gastrechts und die Bereitschaft zu inhumaner Gewalt zum Thema und nicht eine konstituionell homosexuelle Veranlagung sämtlicher Einwohner; es handelt sich um die "Sünde der Fremdenfeindlichkeit".

 

Auch die Textstellen des Paulus können heute nicht mehr für die gleichgeschlechtliche Liebe geltend gemacht werden (1 kor 6,9-11; Röm 1, 26-27). Vielmehr war für Paulus Humanität und Respekt vor dem Einzelnen und Hinwendung zu dem allgemeinen Heilswillen Gottes das Entscheidende.

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Eine andere Erklärung gibt Hans Joss:

 

Ihr beide, du und dein Freund, solltet erst mal die Bibel exakt lesen. Und nicht irgend was behaupten, das da nicht steht. Der Begriff "Homosexualität" ist der Bibel fremd. Deine Frage ist somit irreal und irrelevant.

 

Nicht die Homosexualität als solche ist verboten. Der Geschlechtsverkehr zwischen Männern ist verboten. Und zwar zu recht. Denn diese schwulen Sexualtechniken machen krank. Dass dem so ist, ist medizinisch und statistisch erwiesen. Was die Bibel sagt, ist also äusserst vernünftig und medizinisch durchaus korrekt. Wer nicht krank werden will, sollte sich strikte daran halten. Und nicht, so wie du, blöde Sprüche darüber reissen.

 

Bitte nicht verwechseln! Das Zusammenleben von Männern untereinander und Frauen untereinander ist nicht verboten. Auch nicht , dass diese sich gegenseitig lieben. Solange diese Liebe auch wirklich Liebe ist und nicht Sex.

 

Die Schwulen und lesbischen Sexualpraktiken sind verwerflich und schädlich.

Und nicht die zwischenmenschliche Liebe. Bitte nicht verwechseln !

Aua, der Text tut ja schon weh, so sehr schreit er: "Schaut her, ich bin eine Rationalisierung, ich will ein emotionales Vorurteil mit irgendwelchen herbeigezogenen "Argumenten" stützen, auch wenn die gar nicht passen. "

 

Mal abgesehen davon, daß die Aussagen über den GV zwischen Männern Unsinn sind: Es ist ja wohl medizinisch eindeutig erwiesen, wie schädlich Rauchen ist. Auch daß es für Männer krebserregend ist, wenn sie vollkommen sexfrei leben, weiß man, ebenso wie es erwiesen ist, daß Frauen, die keine Geburt und Stillzeit hinter sich haben, ein erhöhtes Risiko haben, an Uterus- oder Brustkrebs zu erkranken. Ich höre christliche Ermahungen und "Erwägungen" über das Rauchen und dessen Legalisierung nie und die katholische Kirche mutet es Männern und Frauen ohne mit der Wimper zu zucken, zu, ein ungesundes Leben in sexueller Enthaltsamkeit zu leben.

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Eine andere Erklärung gibt Hans Joss:

 

Ihr beide, du und dein Freund, solltet erst mal die Bibel exakt lesen. Und nicht irgend was behaupten, das da nicht steht. Der Begriff "Homosexualität" ist der Bibel fremd. Deine Frage ist somit irreal und irrelevant.

 

Nicht die Homosexualität als solche ist verboten. Der Geschlechtsverkehr zwischen Männern ist verboten. Und zwar zu recht. Denn diese schwulen Sexualtechniken machen krank. Dass dem so ist, ist medizinisch und statistisch erwiesen. Was die Bibel sagt, ist also äusserst vernünftig und medizinisch durchaus korrekt. Wer nicht krank werden will, sollte sich strikte daran halten. Und nicht, so wie du, blöde Sprüche darüber reissen.

 

Bitte nicht verwechseln! Das Zusammenleben von Männern untereinander und Frauen untereinander ist nicht verboten. Auch nicht , dass diese sich gegenseitig lieben. Solange diese Liebe auch wirklich Liebe ist und nicht Sex.

 

Die Schwulen und lesbischen Sexualpraktiken sind verwerflich und schädlich.

Und nicht die zwischenmenschliche Liebe. Bitte nicht verwechseln !

 

Auch wenn ich mich nicht näher mit schwulen "Sexualpraktiken" auskenne, halte ich das für einleuchtend. Und da muß man nicht einmal an HIV denken, welches es damals vermutlich noch nicht gab und welches auch bei heterosexuellen "Sexualpraktiken" übertragen werden kann.

 

Wieso dies bei "lesbischen Sexualpraktiken" auch so sein soll (was ja auch nicht gut zur Fragestellung in diesem Thread passen würde), weiß ich allerdings nicht. :lol:

nenn doch mal bitte ein paar Krankheiten, die man nur beim homosexuellen, nicht aber beim heterosexuellen Sex übertragen kann, beziehungsweise, die durch homosexuellen Sex ausgelöst werden....

 

Immer erst mal nachdenken!

 

Werner

"Immer erst mal nachdenken!", halte ich für eine sehr gute Maxime, habe ich hier übrigens auch getan.

 

Und zwar habe ich, wie wohl auch Hans Joss, an den Analverkehr zwischen Männern geacht (die Levitikus-Stelle meint wohl auch diesen), welcher laut verschiedener Medizin-Internetseiten leicht zu Harnwegsinfektionen führen kann. Daß Analverkehr zwischen einem Mann und einer Frau die gleichen Konsequenzen hat, ist mir auch klar, doch dürfte solcher aus naheliegenden Gründen viel seltener sein. Freilich können auch beim üblichen Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau Infektionskrankheiten übertragen werden, doch ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer.

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"Und zwar habe ich, wie wohl auch Hans Joss, an den Analverkehr zwischen Männern geacht (die Levitikus-Stelle meint wohl auch diesen), welcher laut verschiedener Medizin-Internetseiten leicht zu Harnwegsinfektionen führen kann. Daß Analverkehr zwischen einem Mann und einer Frau die gleichen Konsequenzen hat, ist mir auch klar, doch dürfte solcher aus naheliegenden Gründen viel seltener sein. Freilich können auch beim üblichen Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau Infektionskrankheiten übertragen werden, doch ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer".

 

 

 

 

Du meine Güte! Was zerbrechen sich eigentlich manche Heteros immer und immer wieder das Hirn über "schwule" Sexualpraktiken! Was für eine merkwürdige Besessenheit steckt dahinter! Ich als Schwuler habe mir noch nie vorgestellt, was das Ehepaar unter uns im Haus so treibt oder nicht, und ob das eventuell "gesundheitsschädlich" sein könnte. Was kümmert's mich auch?

 

Aber zu den Fakten: Daß Analverkehr beim aktiven Partner Harnwegsinfektionen auslösen soll, mag vielleicht dann der Fall sein, wenn man auf ein Kondom verzichtet. Das sollte man aber schon wegen HIV und anderer Krankheiten sowieso nicht tun. Dieses "Argument" gegen AV ist ergo eines für die Tonne!

 

Darüberhinaus weiß ich aus eigener Anschauung, daß in jedem, wirklich jedem heterosexuellen Schmuddelfilm (ich will jetzt nicht ins Detail gehen) Analverkehr mit einer Frau zum Standardprogramm gehört. Daß heißt vielleicht nicht, daß es alle Heteros auch standardmäßig tun, es ist ihnen aber zumindest nicht fremd. Denn Pornos spiegeln wohl kaum eine "perverse" Minderheitenauffassung, sondern die Erotikvorstellungen der breiten Masse - sonst fänden sie nicht so reißenden Absatz.

 

Und was Schwule angeht: ich habe schon mehrfach in Studien gelesen, daß nur ein Drittel aller Schwulen regelmäßig AV praktiziert, ein weiteres Drittel gelegentlich und das letzte Drittel überhaupt nicht. Es ist daher auch Nonsens, AV überhaupt als "schwule" Sexualpraktik per se zu apostrophieren.

 

Also, lieber Fabianus und andere "wohlmeinende" Heteros:

 

Zerbrecht Euch nicht ständig das Hirn darüber, was Hans mit Anton oder Jan mit Ottokar so alles im Bett und außerhalb treiben! Es interessiert niemanden - und falls es Euch doch so brennend interessiert, solltet Ihr mal darüber nachdenken, warum!

 

 

 

:lol::):)

Edited by RationisCausa
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Ich finde es, ehrlich gesagt, wirklich ein wenig banal, sich an Harnwegsinfektionen festzuhalten.

Dann müßte man auch Kleiderkontrolle im Winter fordern und vor allem Eisbaden verdammen.

Wenn das alles ist, was gegen männliche Homosexualität spricht, pfeiffen die Kritiker ja bereits auf dem letzten Loch.

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Liebe sylle,

 

da gebe ich Dir vollkommen recht. Die fundamentalistischen/rechtskonservativen Kritiker an partnerschaftlicher Homosexualität erleben gottseidank heutzutage, dass Sie nicht "mehr so einfach" mit ihren die Nächstenliebe widersprechenden Aussagen in unserer Kirche durchkommen.

 

Homosexuelle Menschen sind heute glücklicherweise bereit, offen für Ihre Rechte zu kämpfen und sie schweigen nicht mehr länger, wie es früher der gesellschaftliche Druck (§ 175, ...) verursachte.

 

Und so weise auch ich gern auf die lange vorherrschende Fehlinterpreation der Sodomgeschichte in der Bibel hin, wo es um "Fremdenfeindlichkeit" geht und um die Verletzung des Gastrechts.

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Schade, daß dieser an und für sich interessante Ordner wieder zum reinen Pro- und Contra-Schwulenthread verkommt.

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Nun, liebe Platona, dann ein wenig zurück zum Thema!

 

Woran könnte es liegen, daß Homosexualität zwischen Frauen in der Bibel kaum erwähnt wird? So lautete die Eingangsfrage.

 

Nun, ich für mein Teil bin der Auffassung, daß es dafür Gründe gibt, die sich kaum von denen unterscheiden, warum lesbische Sexualität auch gesamtgesellschaftlich weniger in den Blick kommt als schwule Sexualität.

 

ad 1: Die Gesellschaft der Bibel war strikt patriarchalisch, unsere heutige ist es im Kern (wenn wir ehrlich miteinander sind) leider immer noch. Wenn ein Kind geboren wird, nimmt kaum ein Mann Vaterschaftsurlaub, sondern die Frau bleibt zuhause. Männer verdienen nach wie vor deutlich mehr Geld als Frauen für den gleichen Job. Die Liste ließe sich ins Unendliche fortsetzen.

 

Und es stimmt ja: in patriarchalischen Gesellschaften ist die Frau das Eigentum des Mannes. Daher hat sie auch keine eigene Sexualität, sondern nur die, die ihr der Mann "angedeihen" läßt, wenn er sich herabläßt, mit ihr zu schlafen. Und wenn eine Frau schon keine eigene Sexualität hat, wie erst sollte sie dann mit anderen Frauen Sexualität leben? An so etwas haben die Alten wohl wirklich nicht gedacht.

 

 

ad 2: Ein weiterer Grund liegt darin, daß, selbst wenn Frauen miteinander Sexualität haben sollten, diese von Männerseite als nicht für voll genommen, als defizitär angesehen wird. "Da fehlt doch ein richtiger Kerl!", das denken doch die meisten Männer, wenn es um die Wahrnehmung frau-fraulicher Sexualität geht. Nicht umsonst enthalten pornografische Filme für heterosexuelle Männer immer die obligatorische "Lesben-Szene", die mit zwei Frauen beginnt, die dann vom Mann in flagranti ertappt werden, und der ihnen dann zeigt, wo der "Hammer hängt".

 

Das ist sehr bedauerlich, wird doch so lesbische Sexualität als unfertig, infantil, ja geradezu als mehr oder minder kümmerliches Vorspiel zur Heterosexualität abqualifiziert, einzig die Funktion erfüllend, Männern sexuelle Fantasien zu bieten.

 

 

ad 3: Lesbische Frauen von heute zeigen ein sehr breitgefächertes Erscheinungsbild. Da gibt es natürlich auch die Kurzhaar-Lesbe, auch "Busfahrer- oder Mastinolesbe" genannt, die sich männlicher geriert als die meisten Heteromänner. Daneben aber auch genauso den "normalen" unauffälligen Typ, der einem gar nicht weiter auffiele. Beide eint, daß sie nach wie vor mit doppelter Diskrimierung zu kämpfen haben: als Frau und als Lesbe. Diese doppelte Last läßt manche hart und verbittert werden, und durchaus auch Männern weniger gewogen.

 

Dies ist dann aber nicht das Resultat ihres Lesbischseins, sondern lediglich eine Reaktion auf soziale Klischeebilder, die ihnen die Gesellschaft als einziges Identifikationsmuster bietet. Wenn Männer mit hübschen Lesben, die hübsche Lesben lieben, nicht umgehen können (verletzter Stolz etc.), dann stempeln sie kurzerhand alle Lesben als "Männerhasser" ab.

 

Genau dasselbe passiert Schwulen, die dann in ihrer Gesamtheit als weiblich, "tuntig" diffamiert werden, weil ein sich "männlich" verhaltender Schwuler wiederum die Heteromänner bedroht, sie in ihrer Sexualität infrage stellt.

 

 

Es ist also ein ganzes Konglomerat an sozio-kulturellen und psychologischen Faktoren, die dazu führen, daß lesbische Liebe nicht ernst genommen wurde und nach wie vor wird.

 

Solange sich Männer nicht von der irrigen Vorstellung lösen können, nur ein Koitus mit einem Phallus (oder einem Phallus-Ersatz) sei "richtiger" Sex, wird sich daran auch leider nicht viel ändern!

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Wenn ein Kind geboren wird, nimmt kaum ein Mann Vaterschaftsurlaub, sondern die Frau bleibt zuhause.

*offtopic*

Die Satzkonstruktion mit Präsens und "wenn" führte bei mir beim Erstlesen zum Gedanken: "Wie sollte es auch anders gehen???" :lol:

 

Nichts für ungut,

Björn

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Schade, daß dieser an und für sich interessante Ordner wieder zum reinen Pro- und Contra-Schwulenthread verkommt.

Ja, hast recht, sorry Platona.

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