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Zulassung zur Firmung


Stepp

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Ich moechte mal eine ganz ketzerische frage stellen:

"warum legt man die 1.Heilige Kommunion und die Firmung nicht auf einen gemeinsamen termin zusammen. Und zwar zu dem zeitpunkt der Religionsmuendigkeit? Oder wuerde man sich da zu sehr den gebraeuchen der protestanten annaehern?" Was macht es fuer einen sinn jugendlichen das sakrament der firmung zu spenden wenn diese (weil glaubensinhalte fehlen oder nicht richtig vermittelt wurden) nichts damit anzufangen wissen. Es hat auch keinen zweck diese jugendlichen zur firmung zu schicken nur um stress in der familie zu vermeiden!

Ich denke, dass Kinder schon vor dem Alter der Religionsmündigkeit die Eucharistie empfangen sollten. Bei der Kommunion geht es nicht um die bewusste Entscheidung, sondern in erster Linie darum, dass das Kind schon versteht, was Kommunion bedeutet.

http://www.erstkommunion.de/auctores/scs/i.../Frageforum.htm

 

Danke fuer den link, aber meine frage sollte als denkanstoss gemeint sein! Aber in der RKK gilt ja: "Haben wir schon immer so gemacht, warum sollen wir das jetzt anders machen"!

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Ich moechte mal eine ganz ketzerische frage stellen:

"warum legt man die 1.Heilige Kommunion und die Firmung nicht auf einen gemeinsamen termin zusammen. Und zwar zu dem zeitpunkt der Religionsmuendigkeit? Oder wuerde man sich da zu sehr den gebraeuchen der protestanten annaehern?" Was macht es fuer einen sinn jugendlichen das sakrament der firmung zu spenden wenn diese (weil glaubensinhalte fehlen oder nicht richtig vermittelt wurden) nichts damit anzufangen wissen. Es hat auch keinen zweck diese jugendlichen zur firmung zu schicken nur um stress in der familie zu vermeiden!

Ich denke, dass Kinder schon vor dem Alter der Religionsmündigkeit die Eucharistie empfangen sollten. Bei der Kommunion geht es nicht um die bewusste Entscheidung, sondern in erster Linie darum, dass das Kind schon versteht, was Kommunion bedeutet.

http://www.erstkommunion.de/auctores/scs/i.../Frageforum.htm

 

Danke fuer den link, aber meine frage sollte als denkanstoss gemeint sein! Aber in der RKK gilt ja: "Haben wir schon immer so gemacht, warum sollen wir das jetzt anders machen"!

Du redest Unsinn wie oft.... die Firmung war sehr lange an die Erstkommunion gekoppelt und die fand mit 14 Jahren oder noch später statt.

Die Trennung in Kommunion für "Kleine" mit späterer Firmung ist noch "relativ" jung.

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Da geb ich dir recht - dann würde ich auch das Gespräch mit den Eltern suchen (wie im anderen Fall übrigens auch). Aber ist dir das allen ernstes schon passiert, dass dir ein Jugendlicher das als HA gesagt hat? Die packen doch da alle ich "Firmkatechesen-Ich" aus.

Oooohhh ja. Und dann habe ich (nach einem Gespräch mit dem Pfarrer) die Mutter angerufen, habe ihr den Verhalt geschildert und musste mir ihr hysterisches Gekeife anhören, dass ihre Tochter auf jeden Fall gefirmt würde, die hätte gar nichts zu sagen und sämtliche Verwandten seine bereits eingeladen und die solle sich nicht so anstellen.

 

Da fällt dir nichts mehr ein.

 

 

Und schupps, der Firmling ist weg vom Fenster.

So einfach geht es!

 

 

Bei uns haben letztes Wochenende die Firmlinge ihre Zulassung bekommen - außer Zwei.

Dort war kein Funken Glaube erkennbar und ein Verhalten der Eltern wie Du beschrieben hast, Katta.

Kurz und knackig habe ich die Eltern nochmals angesprochen und wieder keine Einsicht, die Zulassung im Beisein der Firmlinge genommen und zerissen - Firmung ade.

Sollen sie sich eine andere Gemeinde suchen, bei uns gibt es keine "Schiebereien".

Der Pfarrer hat, er war zum Zeitpunkt der Gespräche nicht da, nur gegrinst und sich positiv über die ENtscheidung geäußert (Jetzt habe ich die Eltern und den Katecheten am Hals, würg).

Übrigens, die Firmung ist am 16.09. bei uns.

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In einer Nachbargemeinde wurde vor der letzten Firmung ein Firmling gekickt, weil er versäumt hatte, eine der Vorbereitungsstunden zu besuchen :angry: Dahinter steckte nicht mal Desinteresse oder böser Wille, sondern reine Vergesslichkeit.

bearbeitet von Valentine
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In einer Nachbargemeinde wurde vor der letzten Firmung ein Firmling gekickt, weil er versäumt hatte, eine der Vorbereitungsstunden zu besuchen :angry:

Bei uns waren es drei. Insofern...

 

Aber wir haben die herkömmliche Formkatechese ohnehin gekickt.

Bei uns sind Pflichtveranstaltungen zu besuchen (wenn nicht, braucht man eine gute Ausrede) und ein "Programm" zu absolvieren.

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Hier waren's auch mehrere Stunden.

 

Bei uns sind Pflichtveranstaltungen zu besuchen (wenn nicht, braucht man eine gute Ausrede) und ein "Programm" zu absolvieren.

 

Was hättet Ihr mit einem "Verpenner" gemacht? Anscheinend war diese eine Stunde im familiären Terminkalender schlichtweg nicht vorgemerkt und wurde deshalb vergessen.

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Hier waren's auch mehrere Stunden.

 

Bei uns sind Pflichtveranstaltungen zu besuchen (wenn nicht, braucht man eine gute Ausrede) und ein "Programm" zu absolvieren.

 

Was hättet Ihr mit einem "Verpenner" gemacht? Anscheinend war diese eine Stunde im familiären Terminkalender schlichtweg nicht vorgemerkt und wurde deshalb vergessen.

 

Also eigentlich erwarte ich von einem 14-Jährigen, dass er seine Termine kennt. Die Stunden waren zudem wöchentlich zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...

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Hier waren's auch mehrere Stunden.

 

Bei uns sind Pflichtveranstaltungen zu besuchen (wenn nicht, braucht man eine gute Ausrede) und ein "Programm" zu absolvieren.

 

Was hättet Ihr mit einem "Verpenner" gemacht? Anscheinend war diese eine Stunde im familiären Terminkalender schlichtweg nicht vorgemerkt und wurde deshalb vergessen.

 

Wer von ca. 20 Stunden mal eins, zwei nicht da ist (und eine plausieble Erklärung hat) sollte nicht so drastisch bestraft werden. Erst recht nicht, wenn es sich um Kandidaten handelt, die zu ihrem Glauben stehen.

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Beim Lesen des Threads stelle ich zwei Dinge für mich fest:

 

1) Hat mir mir garkeiner eine richtige Gewissensprüfung gemacht, um mich zuzulassen... Wäre mir aber auch peinlich gewesen, wenn mein Firmkatechet bei meiner Mami angerufen hätte ;-) Ach doch, ich wurde offiziell nach Firmhindernissen gefragt. Die musste ich mir dann aber erläutern lassen: geschieden? wiederverheiratet?

 

2) Hab ich überhaupt keine Kohle zu meiner Firmung bekommen!!!! Was meint ihr, soll ich noch mal nachtelefonieren, ob es sich einfach nur um eine zu verzeihende Vergesslichkeit gehandelt haben könnte?

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Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...

 

Das kenn ich:

habe 12 Jungs und einer "frommer" als der andere.

Grundhaltung von denen: Erst mal den Katechismus und die Bibel rausholen ...

Unser Kaplan hatte einmal die Vertretung gehabt, Kommentar: "Nie wieder. Die sind heiliger und inteligenter als der Papst."

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Hier waren's auch mehrere Stunden.

 

Bei uns sind Pflichtveranstaltungen zu besuchen (wenn nicht, braucht man eine gute Ausrede) und ein "Programm" zu absolvieren.

 

Was hättet Ihr mit einem "Verpenner" gemacht? Anscheinend war diese eine Stunde im familiären Terminkalender schlichtweg nicht vorgemerkt und wurde deshalb vergessen.

Wir haben den Fall auch immer wieder, dass ein Firmand einen Vorbereitungstermin verpennt. Es gibt aber immer Alternativangebote. Unsere Firmvorbereitung bestand dieses Jahr aus

 

1 Vorbereitungswochenende (2 Termine zur Auswahl),

1 spirituellen Projekt (4 Themen/Termine zur Auswahl),

1 sozialen Projekt (5 Themen/Termine zur Auswahl),

1 liturgischen Nacht (1 Termin),

3 Gottesdiensten (Pflichttermine).

 

Wenn jemand einen Termin verpennt, kann er als Ersatz einen anderen Termin zusätzlich wahrnehmen. Allerdings ist da häufig keinerlei Bereitschaft zu erkennen. Wenn die Familie des Firmanden das erste Vorbereitungswochenende verpennt, ist es uns eben schnuppe, ob beim Ausweichtermin Opa seinen Geburtstag feiert. Das ist dann das Problem der Familie, wo sie ihre Prioritäten setzt. Dabei sind wir durchaus offen für Kompromisse. Bei meinem spirituellen Projekt hatte ich dieses Jahr eine Firmandin, die am Samstagabend von ihren Eltern zum Abi-Ball der Schwester abgeholt wurde und am Sonntag um 7 Uhr wieder auf der Matte stand. Das war dann auch okay so. Wichtig ist mir nur, dass sich die Firmanden und deren Familien wirklich um Lösungen bemühen.

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Also eigentlich erwarte ich von einem 14-Jährigen, dass er seine Termine kennt. Die Stunden waren zudem wöchentlich zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...
Von Familien des Prekariats kann man erfahrungsgemäß nicht erwarten, dass sie in der Lage sind, einen Terminkalender zu führen. Ich versuche es sehr erfolgreich mit SMS-Benachrichtigungen am Tag des Treffens.
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Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...

 

Das kenn ich:

habe 12 Jungs und einer "frommer" als der andere.

Grundhaltung von denen: Erst mal den Katechismus und die Bibel rausholen ...

Unser Kaplan hatte einmal die Vertretung gehabt, Kommentar: "Nie wieder. Die sind heiliger und inteligenter als der Papst."

 

:angry: Von wegen. Von meinen acht konnten drei nichtmal das Vaterunser.

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:angry: Von wegen. Von meinen acht konnten drei nichtmal das Vaterunser.
Das ist aber garnicht mal so außergewöhnlich. Ich bin der Meinung, dass sich Firmvorbereitung nicht nur in den äußeren Formen, sondern auch inhaltlich verändern muss. Die meisten Jugendlichen im Firmalter brauchen wirklich ein echtes Katechuminat wie vor Erwachsenentaufen. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass sie schon kirchlich sozialisiert sind.
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:angry: Von wegen. Von meinen acht konnten drei nichtmal das Vaterunser.
Das ist aber garnicht mal so außergewöhnlich. Ich bin der Meinung, dass sich Firmvorbereitung nicht nur in den äußeren Formen, sondern auch inhaltlich verändern muss. Die meisten Jugendlichen im Firmalter brauchen wirklich ein echtes Katechuminat wie vor Erwachsenentaufen. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass sie schon kirchlich sozialisiert sind.

So ist es.

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Ich habe gestern in einem am Rande interessieren Kreis mal angedeutet, daß ich eine Firmkatechese anhand eines guten Katechismus für sinnvoller gehalten hätte als "lose-Blatt-Arbeit" - zweifelnde Blicke sag ich nur.

bearbeitet von Flo77
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Also eigentlich erwarte ich von einem 14-Jährigen, dass er seine Termine kennt. Die Stunden waren zudem wöchentlich zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...
Von Familien des Prekariats kann man erfahrungsgemäß nicht erwarten, dass sie in der Lage sind, einen Terminkalender zu führen. Ich versuche es sehr erfolgreich mit SMS-Benachrichtigungen am Tag des Treffens.

 

:angry: Ihr seid wirklich Helden des christlichen Alltags. Für Firmkatechese muss man offensichtlich voller Elan und topfit sein.

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Für Firmkatechese muss man offensichtlich voller Elan und topfit sein.

 

Vor allem Fit für Fragen, die keiner erwartet. :angry:

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Ich habe gestern in einem am Rande interessieren Kreis mal angedeutet, daß ich eine Firmkatechese anhand eines guten Katechismus für sinnvoller gehalten hätte als "lose-Blatt-Arbeit" - zweifelnde Blicke sag ich nur.

:angry: Ich gebe dir zumindest bei Inhalten recht. Ich denke der ganze Katechismus überfordert unsere Jugendlichen ( und die meisten Erwachsenen), nur muss der Inhalt methodisch jugendgerecht aufgearbeitet sein - sonst schalten die doch total ab. Und da bin ich wieder bei der losen Blattsammlung.

 

Ich hatte bei meiner ersten Firmvorbereitung einen Firmhelfer, der hat rein nur mit Katechismus gearbeitet. Die ganze Firmgruppe ist nach der Vorbereitung im 5. gang geflohen (auch aus der Pfarrei). Ich hatte damals als Berufsanfänger wohl noch nicht das Rückrad hier gegenüber dem Firmhelfer klarer Position zu beziehen. Heute würd ich das anders machen.

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Ich habe gestern in einem am Rande interessieren Kreis mal angedeutet, daß ich eine Firmkatechese anhand eines guten Katechismus für sinnvoller gehalten hätte als "lose-Blatt-Arbeit" - zweifelnde Blicke sag ich nur.

:angry: Ich gebe dir zumindest bei Inhalten recht. Ich denke der ganze Katechismus überfordert unsere Jugendlichen ( und die meisten Erwachsenen), nur muss der Inhalt methodisch jugendgerecht aufgearbeitet sein - sonst schalten die doch total ab. Und da bin ich wieder bei der losen Blattsammlung.
Ich bin da eher im Ordinariat, daß eigentlich in der Pflicht wäre einen entsprechenden Katechismus herauszugeben.

 

Wenn der Katechismus, den ich für meine Kinder schreibe fertig ist, werde ich ihn mal einreichen - ich fürchte zwar Imprimatur werde ich nicht bekommen (weniger wegen des tatsächlichen Inhalts sondern vorallem wegen der Teile die Fehlen), aber versuchen möchte ich das eigentlich schon.

 

Ich hatte bei meiner ersten Firmvorbereitung einen Firmhelfer, der hat rein nur mit Katechismus gearbeitet. Die ganze Firmgruppe ist nach der Vorbereitung im 5. gang geflohen (auch aus der Pfarrei). Ich hatte damals als Berufsanfänger wohl noch nicht das Rückrad hier gegenüber dem Firmhelfer klarer Position zu beziehen. Heute würd ich das anders machen.
Mit welchem Katechismus denn?

 

Reine Katechismusarbeit ist glaube ich auch nicht wirklich effektiv, aber Event-Unterricht kann eigentlich auch nicht das Wahre sein.

 

Ich glaube ich hätte bei einem nächsten Mal auch keine Hemmungen mehr VaterUnser und Apostolikum zu Hause auswendig lernen zu lassen (evtl. auch noch den Dekalog).

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Also eigentlich erwarte ich von einem 14-Jährigen, dass er seine Termine kennt. Die Stunden waren zudem wöchentlich zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Allerdings stellte meine Formlingsgruppe insgesamt eine moralische und psychische Herausforderung dar...
Von Familien des Prekariats kann man erfahrungsgemäß nicht erwarten, dass sie in der Lage sind, einen Terminkalender zu führen. Ich versuche es sehr erfolgreich mit SMS-Benachrichtigungen am Tag des Treffens.

 

:angry: Ihr seid wirklich Helden des christlichen Alltags. Für Firmkatechese muss man offensichtlich voller Elan und topfit sein.

 

Ich schildere jetzt mal ohne irgendeinen Hauch von Ironie eine meiner möglichen (ehemaligen) Firmstunden in Ansätzen:

 

 

15.45h Noch fünfzehn Minuten bis zur Firmstunde. Ich räume den Gruppenraum auf, stelle Stühle und Tische bereit und lege die Arbeitsblätter zurecht.

 

16.00h Meine Firmlinge sind da (zwei von ihnen).

 

16.02h Tanja sagt "Der Rest steht unten und raucht."

 

16.03h Ich winke zum Fenster raus. Die beiden Mädels kichern und werfen die Kippen nach dem letzten Zug in den Brunnen vor dem Haus.

 

16.05h Die Mädels verschwinden nochmal auf dem Klo

 

16.09h Einer der drei männlichen Teilnehmer stellt seine Vespa unten ab und raucht erstmal noch eine.

 

16.20h Während nach und nach die restlichen Firmanden eingetroffen sind (einer fehlt immer noch, seine Schwester meint "Als ich wegging, hat er noch geschlafen, der A****."), habe ich die Stunde begonnen. Ich bitte darum, die Arbeitsblätter vom letzten Mal nochmal rauszuholen. Keiner hat seinen Hefter mit.

 

16.22h Wir reden über den Heiligen Geist. Sophia rückt sich ihren BH in ihrem bauchfreien, Bikinimäßig gerafften Top zusammen und sagt "Der hat mir noch keinen ausgegeben."

 

16.23h Anja muss sich eben mal rasch ihren Daumennagel feilen und die Hände eincremen.

 

16.28h Ich ziehe die Handys von Anja und Lucas ein, die sich gegenseitig SMS schreiben, um abzuklären, was sie in Mathe aufhaben.

 

16.30h Der fehlende Firmand taucht auf, nachdem ihn seine Mutter daheim schlafend vorgefunden hat. Seine Schwester hatte sich geweigert, ihn zu wecken. "Sowas fass ich nicht an."

 

16.35h Ich bekomme langsam Kopfschmerzen. Mandy streitet sich mit Lucas darüber, dass sie genau weiss, dass der Heilige Geist damals zu Maria gegangen ist und dass er Gabriel heisst.

 

16.40h Wir hören einen Song von Xavier Naidoo. Sophia stellt fest, dass der ja voll den geilen Hintern habe und Mandy guckt verklärt. Sascha, der Bruder von Sophia, zieht ein zusammengeknautschtes Blatt Papier aus seiner Hosentasche, das ganz offensichtlich einmal mitgewaschen wurde: "Gucken Sie mal, ich hab mein Arbeitsblatt bei."

 

16.41h Ich danke Gott, dass wenigstens ein Firmand sein Arbeitsblatt dabei hat.

 

16.42h Ich teile die neuen Arbeitsblätter aus. Dazu Stifte, denn von den Kids hat keiner einen dabei. Sie sollen sich jeweils zu zweit zusammensetzen und überlegen "Wozu brauche ich Geist". Anja und Mandy setzen sich zusammen und beginnen zu arbeiten, Sascha und Lucas denken ebenfalls nach. Sascha wird mir direkt unheimlich heute. Sophia muss ihre Stellung in der Gruppe darlegen: siewill nicht mit Tanja zusammenarbeiten, weil die "Alte" ihr mal einen Typ ausgespannt hat, aber auch nicht mit Stefanie, weil die ja die beste Freundin von der einen ist, die sie mal voll beleidigt hätte. Ich werfe ihr einen drohenden Blick zu.

 

16.45h Lucas raunzt sie an "Hey, Alter, halt deine Fresse, da kann kein Mensch denken."

 

16.46h Sophia geht aufs Klo und kommt nach Rauch riechend zurück.

 

16.55h Wir besprechen die Soziale Aktion.

 

16.57h Wir beten das Vaterunser, da ich vor der Firmung doch ein bisschen üben möchte.

 

17.00h Die Firmlinge gehen. Nur eine dreht sich um (Tanja) und sagt "War total spannend heute, Frau Anonymus, bis nächste Woche."

 

Ich räume auf, besteige mein Fahrrad, radle heim und verkrieche mich unter meiner Bettdecke.

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Mit welchem Katechismus denn?

Keine Ahnung - das ganze war glaub ich auch mehr Vortrag als Gruppenarbeit.

 

Reine Katechismusarbeit ist glaube ich auch nicht wirklich effektiv, aber Event-Unterricht kann eigentlich auch nicht das Wahre sein.

Wie wäre es mit einem methodisch sinnvollem Mix. Inhalte gut aufbereitet.

Was verstehst du unter Event-Unterricht??

Ich glaube ich hätte bei einem nächsten Mal auch keine Hemmungen mehr VaterUnser und Apostolikum zu Hause auswendig lernen zu lassen (evtl. auch noch den Dekalog).

Da hab ich auch kein Problem damit. Wenn ich den Führerschein mache, dann muss ich ja die Verkehrsregeln auch kennen.

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:angry: Ihr seid wirklich Helden des christlichen Alltags. Für Firmkatechese muss man offensichtlich voller Elan und topfit sein.
Als Firmkatechet muss man vor allem den Tatsachen ins Auge blicken.

 

Was die Terminprobleme betrifft, merkt man schon beim Infoabend, wo der Hase läuft. Wenn wir die Termine und Wahlmöglichkeiten vorstellen gibt es genau drei Gruppen:

 

Die Engagierten - die Jugendlichen haben bereits eine Vielzahl von Terminen (Sportverein, Musikunterricht, Nachhilfe, Babysitten...), zücken ihren Terminkalender oder das Handy und schauen nach, wann sie Zeit haben und fragen sofort, ob man dieses oder jenes Projekt nicht verschieben könne usw.

 

Die Schlafmützen - die Jugendlichen haben ihre Termine nicht selbst im Griff aber die Mutter kümmert sich wie eine Sekretärin um die Wochenplanung. Sie gleicht alle Termine mit dem Kalender ab.

 

Das Prekariat - meist Familien mit Migrationshintergrund. In der gesamten Familie geht niemand einem regelmäßigen Hobbie nach. Folglich braucht man auch keinen Kalender, es gibt ja keine Termine, die miteinander kollidieren könnten. Leider erinnern sich die Jugendlichen dann auch nicht an die gewählten Angebote und erscheinen nur, wenn sie von Schulfreunden daran erinnert wurden.

 

Auf diese sehr unterschiedliche Handhabung von Terminen muss man als Firmkatechet ein Stück weit eingehen. Sonst frustet man am Ende nur sich selbst.

 

Der andere Punkt ist die fehlende kirchliche Sozialisierung der Firmanden. Ich bin nicht wie Flo der Meinung, dass hier ein Unterricht am Katechismus weiterhilft. Sicherlich muss auch ein gewisses Grundwissen vermittelt werden. Trotzdem sehe ich den Mangel eher auf der Seite der Glaubenserfahrung. Wer seit seiner Erstkommunion nur 5mal eine Kirche von innen gesehen hat, dem fehlen einfach gewisse spirituelle Zugangswege zum christlichen Glauben. Auch persönliches Beten will gelernt werden. Für mich ist das ein bisschen wie Fahrschule. Natürlich muss man die Theorie lernen aber wenn man keine praktische Fahrerfahrung hat, schafft man es auch nie ein Auto sicher durch den Verkehr zu lenken. Da hilft einem alles Wissen über Vorfahrtsregeln und Bremswege nichts.

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Für Firmkatechese muss man offensichtlich voller Elan und topfit sein.

 

Vor allem Fit für Fragen, die keiner erwartet. :angry:

 

Früher wars gut, da galt noch: in der Schule fragt nur einer, und der Schüler hat zu antworten. :D

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Der andere Punkt ist die fehlende kirchliche Sozialisierung der Firmanden. Ich bin nicht wie Flo der Meinung, dass hier ein Unterricht am Katechismus weiterhilft. Sicherlich muss auch ein gewisses Grundwissen vermittelt werden. Trotzdem sehe ich den Mangel eher auf der Seite der Glaubenserfahrung. Wer seit seiner Erstkommunion nur 5mal eine Kirche von innen gesehen hat, dem fehlen einfach gewisse spirituelle Zugangswege zum christlichen Glauben. Auch persönliches Beten will gelernt werden. Für mich ist das ein bisschen wie Fahrschule. Natürlich muss man die Theorie lernen aber wenn man keine praktische Fahrerfahrung hat, schafft man es auch nie ein Auto sicher durch den Verkehr zu lenken. Da hilft einem alles Wissen über Vorfahrtsregeln und Bremswege nichts.
Nur kann man diese Glaubenserfahrung mMn nicht in 20 Stunden Firmunterricht vermitteln.

 

Nach 2 Jahren kontinuierlicher Teilnahme am kirchlichen Leben (wenigstens monatlicher Messbesuch, Fronleichnahmsprozession, Mai- oder Oktoberandachten, wenigstens halbjährliche Beichte, vllt. eine Wallfahrt, Teilnahme/Organisation von "sozialen" Events wie Karnevalsfeier, Seniorennachmittage, Kindergruppen, etc.) und man könnte vllt. davon sprechen, daß derjenige einen Hauch dessen mitbekommen hat, was man als Glaubenserfahrung.

 

Ich stehe im Mom. vor der Mammutaufgabe meinem Großen das Beten beizubringen - es fällt mir extrem schwer die Balance zu halten zwischen "das Abendgebet ist obligatorisch" und "zwingen will ich ihn auch nicht".

 

Es treibt mir fast Tränen der Rührung in die Augen, wenn er wie letzten Sonntag nach dem Sanctus mit in die Knie geht (auch wenn er es nur macht, weil alle anderen auch knien), aber Spiritualität zu lehren erscheint mir für mich nahezu unmöglich.

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