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Interreligiöse Andachtsräume


karolin

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Was ist eure Meinung zu interreligiösen Räumen.

Ich finde es gut, wenn sich verschiedene Konfessionen eine Kirche/ Moschee etc teilen, bzw sich gegenseitig Besuchen.

Die Praxis, die in manchen Krankenhäusern, Flughäfen etc. herrscht, daß nur ein Raum als sog. interreligiöser Gebetsraum zur Verfügung gestellt wird, finde ich nicht gut, da die Gestaltung meist so aussieht, daß jede Religion auf das verzichten muß, was ihr wichtig ist.

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Darin sehe ich eben den Punkt:

Ich sage nichts gegen Meditationsräume, oder Räume der Stille zur Neudeutsch auch chill-out Zone, in denen jeder auf seine Weise zur Ruhe kommen kann. Verfehlt finde ich aber den Versuch religiöse Räume zusammenzuschustern.

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Bei uns im Klinikum gibt es eine simultan genutzte Kapelle mit Tabernakel, ewigem Licht, Fürbittenbuch und Marienikone samt Kerzenbank und einen gesonderten muslimischen Gebetsraum.

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bei euch im Krankenhaus sind Kerzen erlaubt?!
Die Kapelle ist im Keller mit zwei dicken Türen vom Flur getrennt, der Raum hat Steinboden, die Kerzenbank besteht aus zwei in der Wand verankerten sandgefüllten flachen Steintrögen, und die nächste Mobilierung steht mind. anderthalb Meter weit weg. Die Belichtung erfolgt durch ein Oberlicht und eine Glasfront an der Seite zu einem Lichtschacht (ob man Fenster öffnen kann weiß ich nicht).

 

Wieso sollten da keine Kerzen erlaubt sein? (Waren wenn ich mich recht erinnere im Klinikum in Fürth auch.)

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1) Bei uns im Krankenhaus sind auch Kerzen erlaubt.

 

2) Ich finde - wenn es denn keine ökumenischen Kapelle geben soll - genügt es , wenn es einen Raum der Stille gibt, der bei den jeweiligen Gottesdiensten von den Gläubigen so eingerichtet wird, wie sie es für ihren Gottesdienst brauchen. Jedenfalls besser, als eine Ansammlung von Kruzifix, Gebetsnische, Thoraschrein, Tabernakel, Koran-Kaligraphien etc ... Wenn ich alleine dahin käme, würde ich auch lieber in einem ruhigen neutralen Raum beten als in einem solchen Sammelsurium. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass Muslime kaum einen Raum als Gebetsraum akzeptieren würden, in dem ein Kruzifix hängt.

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Am Flughafen Duesseldorf gibt es so einen "Interreligioesen Andachtsraum" in der Mitte des Raumes ist ein kleines Rinnsal (warum auch immer) und da es in diesem "Andachtsraum" auch ziemlich dunkel ist muss man/frau aufpassen das man/frau nicht "neidappt"! B)

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Am Flughafen Duesseldorf gibt es so einen "Interreligioesen Andachtsraum" in der Mitte des Raumes ist ein kleines Rinnsal (warum auch immer) und da es in diesem "Andachtsraum" auch ziemlich dunkel ist muss man/frau aufpassen das man/frau nicht "neidappt"! B)

 

Das ist natürlich die andere Lösung: Anstatt religiöse Symbole nebeneinander zu stellen, irgendetwas esoterisches "Nettes" in den Raum zu stellen, was dann aber leider ziemlich wenig Aussagekraft besitzt. Da ziehe ich doch einen leeren stillen Raum vor ...

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Was ist eure Meinung zu interreligiösen Räumen.

Ich finde es gut, wenn sich verschiedene Konfessionen eine Kirche/ Moschee etc teilen, bzw sich gegenseitig Besuchen.

Die Praxis, die in manchen Krankenhäusern, Flughäfen etc. herrscht, daß nur ein Raum als sog. interreligiöser Gebetsraum zur Verfügung gestellt wird, finde ich nicht gut, da die Gestaltung meist so aussieht, daß jede Religion auf das verzichten muß, was ihr wichtig ist.

 

Die Alternative ist, nur für die Religionen einen Andachtsraum anzubieten, die auch etwas häufiger vorkommen, wahrscheinlich also Islam und Christentum, mögl. auch noch das Judentum. Dann hat ein Mitglied einer "exotischeren" Religion aber keinen Raum zur Verfügung und gerade weil ich es für wichtig halte, dass auch im Krankenhaus die Möglichkeit zur Religionsausübung im Rahmen des Möglichen und Sinnvollen gewährleistet wird, halte ich das nicht unbedingt für die beste Wahl.

Es geht dabei ja nicht um Synkretismus, sondern um praktische Notwendigkeiten und Zwänge und in einer weltanschaulich und religiös immer pluralistischer werdenden Gesellschaft gibt es wohl kaum andere, handhabbare Möglichkeiten.

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OneAndOnlySon

In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz), einen muslimischen Gebetsraum (mit Teppich und Mekka-Nische) und einen Raum der Stille (mit Bänken an den Wänden und freiem Raum in der Mitte). Leider sieht die Architektur solcher Gebäude selten viel Raum für religiöse/spirituelle Orte vor. Ein Kombinationsraum müsste aus meiner Sicht verschiedene Merkmale haben: Sitzbänke oder Stühle aber auch genug Platz zum Gebet am Boden, keine religiösen Symbole im Hauptraum. Ggf. ein Altarraum hinter einer Trennwand, eine Mekka-Markierung.

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In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz), einen muslimischen Gebetsraum (mit Teppich und Mekka-Nische) und einen Raum der Stille (mit Bänken an den Wänden und freiem Raum in der Mitte).

 

Es gibt also: Christen, Muslime und Sonstige. Hübsch.

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In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz)

 

Da würden sich aber ein Haufen Christen nicht wohlfühlen.

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OneAndOnlySon
In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz), einen muslimischen Gebetsraum (mit Teppich und Mekka-Nische) und einen Raum der Stille (mit Bänken an den Wänden und freiem Raum in der Mitte).

 

Es gibt also: Christen, Muslime und Sonstige. Hübsch.

Letztlich ist das genau die Alternative, die du in deinem Beitrag von gestern Vormittag angedacht hast. Die beiden meistverbreiteten Religionen bekommen ihren eigenen Andachtsraum. Die anderen Religionen so wie Nichtreligiöse können in meinem Gedankengang jedoch einen weiteren Raum nutzen. Wenn dir die Variante besser gefällt, in der andere Weltanschauungen garnicht berücksichtigt werden - bitteschön. Ich gehe allerdings davon aus, dass du, wenn du einmal ein Krankenhaus planen musst, für jede existierende Religion einen eigenen Andachtsraum schaffst, damit auch ja niemand unter "Sonstige" fällt. *lol*
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OneAndOnlySon

In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz)

 

Da würden sich aber ein Haufen Christen nicht wohlfühlen.

Wieso nicht?
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In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz)

 

Da würden sich aber ein Haufen Christen nicht wohlfühlen.

Wieso nicht?

 

Weil es Christen gibt, die einen Raum mit Altar und Tabernakel nicht für eine Andacht oder ein ruhiges Gebet geeignet finden.

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In Krankenhäusern, Flughäfen und Altenheimen ist für mich die beste Möglichkeit, drei seperate Räume einzurichten: Einen christlichen Gebetsraum (mit Altar, Lesepult mit Bibel, Tabernakel, Kreuz)

 

Da würden sich aber ein Haufen Christen nicht wohlfühlen.

Wieso nicht?

 

Weil es Christen gibt, die einen Raum mit Altar und Tabernakel nicht für eine Andacht oder ein ruhiges Gebet geeignet finden.

 

Dass ein Altar auch stört, hätte ich nicht gedacht.

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OneAndOnlySon
Weil es Christen gibt, die einen Raum mit Altar und Tabernakel nicht für eine Andacht oder ein ruhiges Gebet geeignet finden.
Also ich war nun ja schon oft genug in Taizé und habe dort mit Christen der verschiedensten Konfessionen gesprochen. Jemand, der sich vom Tabernakel oder dem Altar gestört gefählt hätte, ist mir jedoch nie begegnet.

 

Wen stört ein Tabernakel und ein Altar denn derart in der Andacht, dass er nicht mehr in ruhe beten kann? Und wenn, wieso?

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Die Alternative ist, nur für die Religionen einen Andachtsraum anzubieten, die auch etwas häufiger vorkommen, wahrscheinlich also Islam und Christentum, mögl. auch noch das Judentum. Dann hat ein Mitglied einer "exotischeren" Religion aber keinen Raum zur Verfügung und gerade weil ich es für wichtig halte, dass auch im Krankenhaus die Möglichkeit zur Religionsausübung im Rahmen des Möglichen und Sinnvollen gewährleistet wird, halte ich das nicht unbedingt für die beste Wahl.

Es geht dabei ja nicht um Synkretismus, sondern um praktische Notwendigkeiten und Zwänge und in einer weltanschaulich und religiös immer pluralistischer werdenden Gesellschaft gibt es wohl kaum andere, handhabbare Möglichkeiten.

 

Sagen wir mal so - ich würde mich in einem muslim. oder jüd. gebetsraum wohler fühlen, als in so einem multireligiösen andachtsraum.

Ein Raum in dem eine andere Religion aufrichtig ihrem gebet nachgeht, da kann ich als gast auch beten.

sofern die räumlichkeiten nur für einen religiösen Raum aussreichen, sollte es der der Mehrheit sein. Alle anderen willkommene Gäste.

Ich finde nur, diese multireligiösen räume haben nichts "heiliges" keine Identität. Wenn ich es einfach nur still haben will, dann kann ich auch im keller beten. Dazu brauche ich keinen Andachtsraum.

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Weil es Christen gibt, die einen Raum mit Altar und Tabernakel nicht für eine Andacht oder ein ruhiges Gebet geeignet finden.
Also ich war nun ja schon oft genug in Taizé und habe dort mit Christen der verschiedensten Konfessionen gesprochen. Jemand, der sich vom Tabernakel oder dem Altar gestört gefählt hätte, ist mir jedoch nie begegnet.

 

Wen stört ein Tabernakel und ein Altar denn derart in der Andacht, dass er nicht mehr in ruhe beten kann? Und wenn, wieso?

 

Das Tabernakel macht den Raum nicht mehr zu einem allgemein christlichen, sondern zu einem katholischen Raum. Gerade da so ein Andachtsraum normalerweise ziemlich leer ist, fällt das gleich auf.

Ähnlich kann es sich mit dem Altar verhalten: Ein Christ einer Konfession, die bewußt keine Altare in ihren Kirchen hat, wird sich in so einem Raum auch eher fremd fühlen.

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Weil es Christen gibt, die einen Raum mit Altar und Tabernakel nicht für eine Andacht oder ein ruhiges Gebet geeignet finden.
Also ich war nun ja schon oft genug in Taizé und habe dort mit Christen der verschiedensten Konfessionen gesprochen. Jemand, der sich vom Tabernakel oder dem Altar gestört gefählt hätte, ist mir jedoch nie begegnet.

 

Wen stört ein Tabernakel und ein Altar denn derart in der Andacht, dass er nicht mehr in ruhe beten kann? Und wenn, wieso?

 

Das Tabernakel macht den Raum nicht mehr zu einem allgemein christlichen, sondern zu einem katholischen Raum. Gerade da so ein Andachtsraum normalerweise ziemlich leer ist, fällt das gleich auf.

Ähnlich kann es sich mit dem Altar verhalten: Ein Christ einer Konfession, die bewußt keine Altare in ihren Kirchen hat, wird sich in so einem Raum auch eher fremd fühlen.

 

Ich war schon in vielen evangelischen Kirchen, aber eine ohne Altar habe ich noch nicht gesehen. Gut, Kanzelaltäre sehen etwas anders aus, als das ein Katholik gewohnt ist, aber ganz ohne Altar? Da wüsste ich kein Beispiel.

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Bei den Reformierten und manchen Freikirchen gibt es einen Abendmahlstisch. Ich wüßte auch nicht, weshalb man in einem Andachtsraum, wo wahrscheinlich sowieso nie Abendmahl gefeiert wird, einen Altar oder ähnliches braucht.

Die zu mir nächstgelegene reformierte Kirche sieht innen so aus:

 

http://www.reformiert-bayern.de/Gemeinden/...ienstraum02.jpg

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Im Andachtsraum (oder wie man das nennen will) am Flughafen in München finden meines Wissens regelmäßig Gottesdienste statt. Dasselbe gilt auch in den Krankenhäusern, die ich kenne), nicht nur in den konfessionellen. In einem ist allerdings (wenn ich mich recht erinnere) der Tabernakel in einem kleinen Nebenraum. Aber Altar, Kreuz und ambo sind auch dort in der Kapelle.

 

 

 

Ich habe gerade überlegt, ob (oder wie oft, also wahrscheinlich einmal in Erlangen) ich in einer reformierten Kirche war. Aufgewachsen bin ich unter Lutheranern (und die gibt's auch hier) und in Berlin und Umgebung ist es ja Preußische Union (da habe ich auch die vielen Kanzelaltäre gesehen, die es aber in Oberfranken auch gibt).

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Die zu mir nächstgelegene reformierte Kirche sieht innen so aus:

http://www.reformiert-bayern.de/Gemeinden/...ienstraum02.jpg

 

*Würg*

 

Naja, jedenfalls sind mir auch genug Fälle bekannt, in denen die Unterscheidung Altar/Abendmahlstisch rein sprachlich erfolgt.

Da wird dann einfach etwas, das eigentlich wie ein Altar aussieht, als Abendmahlstisch bezeichnet. Das gibt es durchaus auch in genuin reformierten Kirchen.

Das hat den Vorteil, daß man auch als normaler Christ eine solche für gottesdienstliche Zwecke nutzen kann.

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OneAndOnlySon
Das Tabernakel macht den Raum nicht mehr zu einem allgemein christlichen, sondern zu einem katholischen Raum. Gerade da so ein Andachtsraum normalerweise ziemlich leer ist, fällt das gleich auf.

Ähnlich kann es sich mit dem Altar verhalten: Ein Christ einer Konfession, die bewußt keine Altare in ihren Kirchen hat, wird sich in so einem Raum auch eher fremd fühlen.

Das halte ich für einen ziemlichen Quatsch. Eine Ikone (oder eine Ikonenwand) macht aus einer ökumenischen Kapelle auch noch keine orthodoxe Kirche. Gibt es wirklich Christen, die sich nur in der Abwesenheit von Elementen anderer Konfessionen wohl fühlen? Wer solch eine Einstellung hat, wird wohl generell kein Interesse an einem ökumenisch genutzten Andachtsraum habn, denn dort könnten ihm ja Menschen anderer Konfessionen begegnen, die seine Andacht dadurch stören, dass sie beim Gebet knien, sich bekreuzigen oder etwas anderes tun, dass derjenige nicht gewohnt ist.

 

Wie gesagt: In Taizé habe ich nie eine Kritik von Christen egal welcher Konfession gehört, obwohl die Kirche dort einen Altar, einen Tabernakel, Ikonen und ein Weihwasserbecken hat. Daher würde mich interessieren, wo du die Erfahrung mit solchen Christen gemacht hast oder ob du dir das nur so denkst.

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