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Müssen wir uns nicht fragen, warum?


Mecky
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Wir hatten ja schon mal einen ähnlichen Thread, der dann aber leider ganz nach Humanae Vitae abgeglitten ist. Aber ich glaube, dass Kirchenschwund, mangelndes Vertrauen in die Kirche und vor allem Glaubensverdunstung nicht allein vom Humanae Vitae herrühren.

 

Ich versuche mal einen Neustart zu diesem überaus wichtigen Thema. Ich würde hier gerne am Ball bleiben, weil das ja nicht nur irgend ein Thema neben vielen anderen, sondern geradezu das Thema ist. Zumindest für mich.

 

Gestern war bei uns Jugendkreuzweg. Ich hatte eine muntere Truppe Jugendlicher gefunden (Firmanden, alles Mädchen übrigens), mit denen ich den Kreuzweg vorbereitet habe. Die Bilder zum Jugendkreuzweg waren in diesem Jahr richtig gut. Die Texte waren zumindest nicht schlecht. Nach meinem Gefühl.

 

Also, gestern bin ich dann eine Stunde zuvor aufgebrochen, um alles vorzubereiten. Da sehe ich neben dem Ministrantenheim drei unserer Ministrantinnen sitzen und die Sonne genießen und miteinander gesellig labern.

"Kommt ihr nachher zum Jugendkreuzweg?"

"Mal sehen!"

Mir war klar: Die kommen nicht. So war es dann auch.

 

Zweieinhalb Stunden später komm ich wieder vorbei. Die drei Hübschen sind immer noch da.

"Warum seid ihr nicht gekommen?"

"Wir waren schon die letzten vier Jahre. Warum immer wir?"

"Klingt so, als ob ihr den Jugendkreuzweg nicht besonders mögt, sondern nur verpflichtungsweise gekommen seid. Nicht, weil es Euch so viel Spaß macht."

"So ist es ja auch. Kreuzwege finden wir nicht so toll."

"Zu bedrückend?"

"Osternacht ist besser."

"Um die Teilnahme an der Osternacht würdet ihr Euch also reißen?"

"..."

 

Ich halte alle drei für gläubig. Irgendwie zumindest. Aber zweieinhalb Stunden in der Sonne zu sitzen und zu labern ist ihnen um Grade wichtiger, als zum Kreuzweg zu kommen. Klare Sache.

 

Noch was ist mir aufgefallen. Angst. Vor mir! Oder genauer: Davor, dass ich sie bedränge, ihnen Pflichtvergessenheit vorwerfe, und vor allem, dass ich ihnen sage: "Ihr seid schlechte Christen! Und das als Ministrantenleiterinnen!" Völlig irrational. Sie wissen, dass ich das nicht tun würde. Und sie ahnen sogar, dass ich das nicht einmal innerlich denke und so sehe.

 

Aber durch diese Angst war dann das Gespräch auch blockiert. Und wie ein Damoklesschwert hing über dem Gespräch die Frage: "Er wird uns doch jetzt bitte nicht überfordern und fragen, warum uns Sonnen und Labern wichtiger ist. Darauf haben wir nämlich keine Antwort. Ebenso wenig, wie auf die Frage, ob uns das Leiden und Sterben Jesu überhaupt nicht interessiert!"

 

In dieser kurzen Begebenheit spiegelt sich so wahnsinnig viel von dem nieder, was die Kirche und Glaube behindert. Ich kenne das alles. Nur weiß ich keinen Weg, etwas zu ändern. Ich sehe nicht einmal wirklich einen Weg, mit den Mädels da effektiv zu reden, so dass ihre religiösen Bedürfnisse und Vorstellungen heraus kämen, die sie sehr wohl interessieren würden und die ihnen wichtiger sind als Sonne und Labern.

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ich muss gestehen, dass mir persönlich das beten des kreuzweges auch nie wichtig war.

ein paar mal hatte mich der diakon meiner heimatgemeinde einbezogen und mich gebeten, diesen oder jenen text zu lesen. dazu bin ich dann auch gern gekommen.

 

doch wenn ich keine aufgabe habe, dann hat mich das nie wirklich gelockt.

 

ich glaube, das ist auch bei ministranten so. das ist bei vielen menschen so.

die beste berufung ist doch die, wenn man jemandem sagt: "wir brauchen dich." oder etwa: "könntest du beim kreuzweg diese dinge vorlesen?"

 

meine persönliche erfahrung sagt mir, dass ich dann gern dabei bin. die menschen brauchen es einfach, gebraucht zu werden.

 

nicht nur das: für mich war das der ausgangspunkt zu meiner "berufung". ich bin durch so einen ruf zur kirche überhaupt gekommen. nicht nur einmal...

 

mit zarten 15 jahren sagte mir mein onkel (ständiger diakon) in einem osterhochamt: "wir brauchen dich. wir haben nur zwei ministranten." bis dahin war ich 5 jahre nicht im osterhochamt gewesen und hab nie ministriert. es war jedoch so schön, dass ich auch noch in die vesper gegangen bin. und schließlich theologie studiert und ins priesterseminar gegangen bin.

 

die erfahrung geht weiter: freijahr in münchen. suche einer "heimat"gemeinde. als ich diese fand und dort öfters zum gottesdienst ging, dauerte es nicht lange, bis mich der mesner ansprach: "du bist doch immer hier... uns fehlt ein lektor."

 

dieser mesner bewirkt eine ganze menge... er hat die gabe, menschen zu "berufen".

er macht das auch mit andern leuten. und manchmal habe ich den eindruck, wenn wir mehr und öfter solche menschen ansprechen würden, dann würden wir schon viel gewinnen. aus manchen gesichtern spricht geradezu die sehnsucht, angesprochen zu werden.

 

ich bin daher der ansicht, dass wir in der kirche eine ganz neue "berufungspastoral" brauchen.

 

 

lieber mecky, frag doch deine ministranten beim nächsten mal, ob sie nicht einen text lesen würden. oder aber, dass sie als ministranten aufgaben bekommen: kreuz und leuchter tragen.... so etwas... ich denke, das ist wichtig - nicht nur für die mädels, die da saßen.

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Ich merke bei meinen Schülerinnen und Schülern vor allem, dass Angebote nur sehr punktuell wahrgenommen werden - d.h. eher "lustorientiert" - es gibt keine "innere Verpflichtung" mehr, an Angeboten für Jugendliche teilzunehmen, wie es es zu meiner Jugend noch gab, sondern man geht hin, wenn man Lust hat, sonst nicht. Das ist aber ein Trend, den ich auch bei Erwachsenen erlebe - das Leben ist so "voll", dass ich mich doch nicht verpflichten kann und will, z.B. an einer Abendreihe regelmäßig teilzunehmen. Das dürfte ein gesamtgesellschaftliches Phänomen sein.

Dazu kommt, dass das Kirchenjahr und eben auch die Karwoche nicht mehr als geprägte Zeit wahrgenommen werden, die man in irgendeiner Form gestalten will - für die Jugendlichen spielt das in der Regel kaum eine Rolle.

Meiner Meinung nach könnte Kirche reagieren, durch mehr "punktuelle Events" und muss auch damit leben, dass man eben nicht weiß, wer kommt und wer nicht ...

 

Nur zum Trost Mecky: Ich kenne das Gefühl sehr gut, dass Jugendliche etwas erst toll finden (Au ja, wir machen eine Morgenmeditation!) und dann aber nicht kommen ("Wir waren so müde, am Abend vorher war eine Fête). Da war ich auch oft schon mehr als genervt ...

 

Laura

Edited by laura
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doch wenn ich keine aufgabe habe, dann hat mich das nie wirklich gelockt.

ich glaube, das ist auch bei ministranten so. das ist bei vielen menschen so.

Tja, an diesem Punkt bin ich auch angelangt.

Die Vorbereitungsgruppe war voll dabei. Es hat ihnen Spaß gemacht, sie haben sich während des Kreuzwegs noch mal unheimlich gesteigert, und hinterher haben sie mich alle umringt und wollten ein wenig gefeiert werden. Und getröstet, weil so wenig Jugendliche gekommen sind.

 

Aber mein Problem ist auf dieser Ebene nicht ganz lösbar. Das Motivierende war nämlich das Auftreten, das Gestalten, nicht die Identifikation mit dem Kreuzweg. Den haben sie zwar gerne noch mitgenommen als den Anlass und als eine recht sinnvolle Sache. Aber das Mitfühlen mit dem Mut, der Leidensbereitschaft, dem abgrundtiefen Vertrauen in Gott, den Jesus im Kreuzweg zeigt, war nicht das Zentrum. Bei Weitem nicht! Und ich vermute: Bei einigen blieb es sogar völlig aus bzw. trat völlig in den Hintergrund. Und das, obwohl die Texte und Bilder geradezu einsaugend waren.

Irgendwann werden diese Jugendlichen womöglich einen Verein finden, in dem sie besser auftreten können, mehr gestalten können und dies alles vor viel mehr Leuten. Es könnte sich eine Konkurrenz entwickeln zu Vereinen, Volkshochschulen etc., weil wir von der Kirche dieselben Möglichkeiten der Selbstdarstellung bieten, wie andere auch. Und wir werden diese Konkurrenz verlieren, weil die anderen oft noch was haben, was inhaltlich die Leute mehr anspricht. Fußballvereine oder Musikvereine. Da kommen die Leute nicht nur, weil sie eine Aufgabe haben (das natürlich auch), sondern weil Fußball und Musik in sich hohe Werte sind. Jesus dagegen ... *schnarch*

 

Ich hätte schon längst aufgegeben, wenn ich nicht - all dem, was ich jetzt beschrieben habe widersprechend - auch Anzeichen dafür gäbe, dass die Jugendlichen wirklich religiös auf der Suche sind. Und da steckt ein Verlangen dahinter, ein Bedarf und ein Bedürfnis. Aber offenkundig mache ich (und die ganze Kirche) da etwas völlig verkehrt. Der Kreuzweg spricht diese Bedürfnisse nicht an, er setzt sie nicht frei, prägt sie nicht. Innerlich lässt er die Mädels und vor allem die Jungs ziemlich kalt.

Edited by Mecky
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Das dürfte ein gesamtgesellschaftliches Phänomen sein.

Aber dieses Phänomen ist nicht durchgängig. Es gibt z.B. Jugendliche, die sich regelmäßig am Baggersee treffen und jede freie Minute dafür aufwenden. So was von zuverlässig. Da könnte man Wetten abschließen. "Wo ist Laura?" - "Natürlich am Baggersee, wie immer!"

 

Und in Vereinen klappt die Verbindlichkeit nicht schlecht. Sport- und Musikvereine können sich leisten, jeden mit Sanctionen zu bedrohen, der nicht regelmäßig zur Probe und zur Aufführung kommt. Wollte ich das mit Gottesdienstbesuchern machen, rechne ich mir ganz schlechte Karten aus.

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Justin Cognito
Das dürfte ein gesamtgesellschaftliches Phänomen sein.

Und in Vereinen klappt die Verbindlichkeit nicht schlecht. Sport- und Musikvereine können sich leisten, jeden mit Sanctionen zu bedrohen, der nicht regelmäßig zur Probe und zur Aufführung kommt. Wollte ich das mit Gottesdienstbesuchern machen, rechne ich mir ganz schlechte Karten aus.

 

Das hat vermutlich mit Angebot und Nachfrage zu tun. Wenn man den Eindruck hat, dass es prestigeträchtig ist im Musikverein zu spielen und weiß, dass nicht jede und jeder einen Platz bei der Ausrückung hat, dann steigert das schmale Angebot die Nachfrage. Umgekehrt habe ich manchmal den Eindruck, dass in den Pfarren um Jugendlichen (verständlicherweise) richtiggehend gebuhlt wird. Dazu kommt, dass mit einem kirchlichen Engagement wohl nur ein eher geringer Prestigegewinn in der Peargroup einhergeht. Wenn aber das Angebot klar größer ist als die Nachfrage, senkt dass natürlich den Marktwert.

 

Ich bin übrigens überhaupt nicht dafür, sich einer solchen Marktlogik zu beugen, aber ich glaube sie hilft, ein Phänomen zu beschreiben. Und sie hilft zu sehen, dass wir unsere Stärken wo anders suchen müssen und es nicht reicht sich als ein Player unter anderen zu verstehen.

Edited by Justin Cognito
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Das hat vermutlich mit Angebot und Nachfrage zu tun. Wenn man den Eindruck hat, dass es prestigeträchtig ist im Musikverein zu spielen und weiß, dass nicht jede und jeder einen Platz bei der Ausrückung hat, dann steigert das schmale Angebot die Nachfrage.

Das ist ein realer Effekt. So ist es. Aber es ist nicht unhinterfragbar. Die weitere Frage wäre, warum es denn so prestigeträchtig ist, in diesem Verein dabei zu sein. Wenn man lange genug nachfragt, kommt man jeweils auf das Grundanliegen des Vereins: Musik, Fußball, Tanzen ...

 

Und dieses Grundanliegen kommt in gesunden Vereinen irgendwie ganz gut rüber. Und um dieses Grundanliegen gruppieren sich dann eine Reihe positiver Nebeneffekte - da findet man Freunde, da hat man das Gefühl, dass es weiter geht (z.B. Aufsteigen in der Liga), Teamgeist ...

 

Geht das Grundanliegen verloren ("Das Taining ist so schlecht ... hier komme ich nicht weiter"), beginnt der Verein zu zerfallen. Die ganzen schönen Nebeneffekte lassen nach. Personaldiskussionen, Reibereien, Unzufriedenheit mit dem Trainer / Dirigent / Vorstand ... Und irgendwann ist dann aus die Maus.

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Umgekehrt habe ich manchmal den Eindruck, dass in den Pfarren um Jugendlichen (verständlicherweise) richtiggehend gebuhlt wird.

Ja. Leider. Und Buhlen bedeutet, dass man nicht den Leuten was geben will, sondern etwas von ihnen haben will. Sie sollen die Zukunft des Vereins sein. Sie sollen die leeren Kirchenbänke füllen. Sie sollen den Eindruck vermitteln "wir sind ein gesunder Verein".

Genau genommen handelt es sich hier um Ausbeutung. Und das kommt natürlich ganz schlecht an. Und es ist ein ziemlich sicheres Zeichen, dass das Grundanliegen schon vor die Hunde gegangen ist.

 

Wo liegt die Alternative?

Meiner Meinung nach darin, dass man die religiösen und christlichen Bedürfnisse der Leute entdeckt und damit wirbt: "Hier bekommt ihr was, was euch bei Eurer religiösen Suche weiter bringt. Hier gibt es Impulse. Hier gibt es Gleichgesinnte. Hier gibt es Vorbilder, Konzepte. Bist Du interessiert? Dann komm!"

 

Und genau auf dieser Ebene scheint es mir zu hapern. Angenommen es gelingt wirklich, den einen oder anderen auf diese Weise anzusprechen, dann kommt eine Art Enttäuschung auf, die am Ende mehr kaputt macht, als aufbaut. "Ja, ich war im Gottesdienst. ÖDE! LANGWEILIG! In meiner Suche bin ich nicht vorangekommen. Und Gemeinschaft? Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass hier ein Gemeinschaftsgeist war, bei dem die anderen auch ihre religiösen Vorstellungen ausleben konnten oder auch nur wollten. Keine Rede davon, dass ich hier religiös weiter komme. Keine Rede davon, dass ich hier wirklich Gemeinschaft im Glauben finde. Mir kam es vor wie ein Abfeiern. War sogar ganz nett. Aber das, was ich mir eigentlich erhofft hatte, kam gar nicht auf."

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Sie sollen die Zukunft des Vereins sein. Sie sollen die leeren Kirchenbänke füllen. Sie sollen den Eindruck vermitteln "wir sind ein gesunder Verein".

 

ich habe mich schon gefragt, wieso du einen ganz allgemeinen thread zu

Kirchenschwund, mangelndes Vertrauen in die Kirche und vor allem Glaubensverdunstung

aufmachst und dann nur über jugendliche sprichst.

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Das mit den Jugendlichen war nur ein Beispiel, das ich gestern erlebt habe. Gleiches könnte man auch in allen Altersschichten beobachten.

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Die Kirche war in vergangenen Zeiten vielleicht einfach "dominanter" und einflussreicher; und konnte dadurch Menschen anlocken; vielleicht gab sie dadurch das Gefühl "auf der richtigen Seite" zu stehen. Evtl hatte das nichteinmal bei allen etwas mit "Glaube" zu tun.

 

Heute geistern fast nur negativ-Meldungen durch die Medien; in meinem Bekanntenkreis wird eher belustigt auf Kirche und Glauben heruntergeguckt. Das ist nichts, was man ernst nimmt. Bei manchen gibt es allenfalls etwas Neugier, die dann aber relativ schnell wieder verfliegt.

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Lieber Mecky,

 

aus Deinen Worten in der letzten Zeit spricht so viel Traurigkeit und Resignation. Ich fürchte Du stehts kurz vor einem Burnout. Gibt es nicht auch für Pfarrer so eine Art Supervision wo man wieder aufgebaut wird und Kraft tanken kann? Mal abgesehen vom lieben Gott der ja eigentlich der Supervisor überhaupt ist :angry2:

 

Der Kreuzweg spricht diese Bedürfnisse nicht an, er setzt sie nicht frei, prägt sie nicht. Innerlich lässt er die Mädels und vor allem die Jungs ziemlich kalt.

Vielleicht erwartest Du auch zuviel? Vielleicht sind sie noch zu "klein" um all das richtig erfassen zu können. Was sie jetzt noch nicht verstehen, was sie jetzt nicht wahrnehmen erschließt sich ihnen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Gib doch die Hoffnung nicht auf. Die Kinder sind in einem Alter wo viele andere Dinge so viel wichtiger sind als Gott und der Kreuzweg und überhaupt- ich weiß dass Du das weißt und ich weiß aber auch dass Du Dir wünschst dass es eben anders wäre. Du überlegst Dir was Du tun könntest um ihre Herzen zu erreichen und das ist - finde ich- ein sehr symphatischer Zug aber (!) Du bist nicht der Ententrainer von den Kindern und ich glaube Du hast getan was möglich war.

 

Du führst in Deiner Schilderung viele negative Zeichen auf die darauf hinweisen dass (überspitzt ausgedrückt) vieles/alles den Bach runtergeht. Das ist doch nicht so. Es ist nicht so dass der Glaube ausgerottet wird und die Welt in den Sumpf des Stumpfsinns und der Freudlosigkeit und der Gottlosigkeit abgleitet.

 

Die Mädels die in der Sonne laberten- :angry2: - was ist in dem Alter schon wichtiger als mit anderen Mädels zu labern? Außer vielleicht Jungs zu treffen bzw. über die zu labern. Du weißt es doch. Sei nicht zu enttäuscht. Die wenigsten sind doch schon als Kinder so drauf dass sie erkennen- wirklich erkennen- wie wichtig Gott für unser Leben ist. Ich glaube Du als Pfarrer kannst ihnen jetzt echt nur beistehen indem Du sie ohne Enttäuschung einfach so sein lässt wie sie sind ohne ein Fünkchen Vorwurf. Denn das prägt sich ein....für später, sie werden dann mal sagen "Wir hatten einen tollen, einfühlsamen Pfarrer der sensibel war für unsere Bedürfnisse und der verstanden hat dass wir manchmal keine Lust hatten uns Gott zuzuwenden". Sie sollen es auch nicht Dir zu Liebe tun sich Gott zuzuwenden, sie sollen es für SICH tun.

 

Ja, wir müssen uns vieles fragen, und wir sollten vor allem uns selber oft fragen ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Mehr können wir nicht tun :unsure:

 

LG

JP

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Meiner Meinung nach darin, dass man die religiösen und christlichen Bedürfnisse der Leute entdeckt und damit wirbt: "Hier bekommt ihr was, was euch bei Eurer religiösen Suche weiter bringt. Hier gibt es Impulse. Hier gibt es Gleichgesinnte. Hier gibt es Vorbilder, Konzepte. Bist Du interessiert? Dann komm!"

 

Und genau auf dieser Ebene scheint es mir zu hapern. Angenommen es gelingt wirklich, den einen oder anderen auf diese Weise anzusprechen, dann kommt eine Art Enttäuschung auf, die am Ende mehr kaputt macht, als aufbaut. "Ja, ich war im Gottesdienst. ÖDE! LANGWEILIG! In meiner Suche bin ich nicht vorangekommen. Und Gemeinschaft? Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass hier ein Gemeinschaftsgeist war, bei dem die anderen auch ihre religiösen Vorstellungen ausleben konnten oder auch nur wollten. Keine Rede davon, dass ich hier religiös weiter komme. Keine Rede davon, dass ich hier wirklich Gemeinschaft im Glauben finde. Mir kam es vor wie ein Abfeiern. War sogar ganz nett. Aber das, was ich mir eigentlich erhofft hatte, kam gar nicht auf."

 

ja, das geht in die richtung, in der meiner einschätzung nach ein wichtiger grund für "kirchenschwund, mangelndes vertrauen in die kirche und vor allem glaubensverdunstung" liegt: "die kirche ist nicht glaubwürdig." das ist, glaube ich, der satz, den alle unterschreiben würden, die ich kenne und die sich von der kirche und leider oft auch vom glauben abgewandt haben.

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Vielleicht erwartest Du auch zuviel?

 

und siehst zu sehr, was fehlt, und weniger, was da ist?

 

mir ist das am kirche-verein-vergleich aufgefallen.

 

lieber mecky, ich habe den eindruck, du hast den eindruck, daß fußball-, musik- und sonstwas-vereine einen besseren zugang zu den menschen finden würden, als die kirche.

aber ich denke, da irrst du dich. ich kenne so viele menschen in der römisch-katholischen-kirche, die wären zb. aus jedem verein, dessen obmann von der homepage der rechtsradikalen aula winkt, schon längst ausgetreten - in der kirche sind sie noch dabei.

oder frauen, die sich niemanls in einer organisation engagieren würden, die in keiner organisation eine heimat finden würden, die eine solche geschlechterhierarchie hat wie dir rkk - aber in der rkk sind noch dabei.

 

ich würde sagen, die kirche ist ein "trotzdem-verein". ein "verein", in dem menschen trotz den dingen beheimatet bleiben, die sie aus anderen vereinen schon längst vertrieben hätten. das ist imho schon ein starkes indiz dafür, daß das grundanliegen der kirche doch für viele menschen gut rüber kommt.

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Heute geistern fast nur negativ-Meldungen durch die Medien; in meinem Bekanntenkreis wird eher belustigt auf Kirche und Glauben heruntergeguckt. Das ist nichts, was man ernst nimmt. Bei manchen gibt es allenfalls etwas Neugier, die dann aber relativ schnell wieder verfliegt.

Dazu kommt die Angewohnheit von Katholiken mal hier eben eine kleine Lästerei abzulassen, dort ein höhnisches Witzchen und ganz toll viel Spaß zu verstehen, wenns gegen andere geht. Kommt sehr sympathisch rüber. :angry2:

 

Mit deinem Beitrag gehe ich übrigens vollkommen d'accord. Aber all das lässt sich vermeiden, wenn man evangelisch ist. :angry2:

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Long John Silver
Aber mein Problem ist auf dieser Ebene nicht ganz lösbar. Das Motivierende war nämlich das Auftreten, das Gestalten, nicht die Identifikation mit dem Kreuzweg. Den haben sie zwar gerne noch mitgenommen als den Anlass und als eine recht sinnvolle Sache. Aber das Mitfühlen mit dem Mut, der Leidensbereitschaft, dem abgrundtiefen Vertrauen in Gott, den Jesus im Kreuzweg zeigt, war nicht das Zentrum. Bei Weitem nicht! Und ich vermute: Bei einigen blieb es sogar völlig aus bzw. trat völlig in den Hintergrund. Und das, obwohl die Texte und Bilder geradezu einsaugend waren.

 

Mecky, sei froh, dass viele dieser jungen Leute noch NICHT wissen, was ein Kreuzweg wirklich ist und was er erfordert ...

 

Vielleicht solltest du dir lieber wuenschen, dass sie das auch spaeter nie erfahren?

 

Es wird ihnen aber nicht erspart bleiben, Leid auf irgendeine Weise erfahren. Deshalb - sei froh, dass sie momentan in der Sonne sitzen und ueber die kleinen und grossen Tragoedien der Pubertaet sich austauschen und noch gar nicht wissen, um was es wirklich geht bei diesem Weg des Jesus von Nazareth.

 

Um zu verstehen, warum das ganze Good Friday heisst und warum die Aussage vom leichten Joch stimmt, dazu sind sie noch viel zu jung.

Edited by Long John Silver
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Heute geistern fast nur negativ-Meldungen durch die Medien; in meinem Bekanntenkreis wird eher belustigt auf Kirche und Glauben heruntergeguckt. Das ist nichts, was man ernst nimmt. Bei manchen gibt es allenfalls etwas Neugier, die dann aber relativ schnell wieder verfliegt.

Dazu kommt die Angewohnheit von Katholiken mal hier eben eine kleine Lästerei abzulassen, dort ein höhnisches Witzchen und ganz toll viel Spaß zu verstehen, wenns gegen andere geht. Kommt sehr sympathisch rüber. :angry2:

 

Mit deinem Beitrag gehe ich übrigens vollkommen d'accord. Aber all das lässt sich vermeiden, wenn man evangelisch ist. :angry2:

 

Die Idee hatte ich auch schon. Aber das gehört nicht hierher.

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aus Deinen Worten in der letzten Zeit spricht so viel Traurigkeit und Resignation. Ich fürchte Du stehts kurz vor einem Burnout. Gibt es nicht auch für Pfarrer so eine Art Supervision wo man wieder aufgebaut wird und Kraft tanken kann? Mal abgesehen vom lieben Gott der ja eigentlich der Supervisor überhaupt ist :angry2:

Liebe Johanna!

 

Meine Worte in der letzten Zeit waren zuallererst wütend und sehr unzufrieden. Kein Wunder. Und Wut und Unzufriedenheit kosten Kraft und Gelassenheit. Resignation gibt es natürlich auch. Auch kein Wunder. Aber noch steht der Kampf vorne.

 

In diesem Thread suche ich nach der Richtung, in der ich meine Kraft bündeln will. Gute Antworten auf die Frage "Müssen wir uns nicht fragen warum?" ergeben eine solche Richtung. Wenn man genau beschreiben kann, wo der Hase im Pfeffer liegt, dann kann man etwas machen.

 

Frustrierend ist vor allem, dass diesen ganz entscheidenden Fragen immer wieder auf die eine oder andere Weise ausgewichen wird. Das hat sich bei mir zu einem Quell der Frustration und auch der Verärgerung herausgebildet. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich solchen Ausweichmanöwern gegenüber stehe und ich werde da langsam allergisch.

 

"Ja, die Firmanden sind nicht recht bei der Sache. Aber das ist doch normal. In ein paar Jahren ..."

Ach. Und wo sind die Firmanden von vor ein paar Jahren, wo sich die Jugendphase nun ausgelebt haben müsste?

 

"Wir müssen nur die Gottesdienste ein wenig lebendiger machen, dann kommen die Leute wieder. Mehr Familiengottesdienste, mehr moderne Lieder, dann klappt's auch mit den Kirchenbesuchern."

Und von der anderen Seite kommt genau die gegenteilige Meinung: "Mehr Romtreue, schlichter, konzentrierter, egal wie hochschwellig. Förderung der Treuesten der Treuen!"

Und wieder bleibt das "Müssen wir uns nicht fragen, warum?" nicht nur unbeantwortet, sondern die Realität wird einfach wegdiskutiert oder es werden einfach Schuldzuweisungen erhoben. "Die Medien, der Papst, der Zeitgeist, die Gesellschaft sind Schuld!" Kein Ansatzpunkt für die Frage nach den Gründen. Institutionalisierte Betriebsblindheit.

 

"Man müsste mal richtig durchgreifen!".

"Auf keinen Fall darf man die Leute mit Druck dazu bringen ..."

"Angst ist der schlechteste Ratgeber!"

"Die Pfarrer müssten geistlicher sein! Und menschennäher! Und doch was ganz Besonderes!"

"Wir bräuchten mehr Pfarrer. Lasst den Zölibat weg. WsK, IKvU!"

"Es wird zu wenig gebetet!"

 

Alles irgendwie richtig. Und alles irgendwie blabla.

 

Meiner Ansicht nach kommen wir ohne eine klare Vorstellung von dem, was wir (GEBEN!) wollen, einfach nicht weiter. Wir ersticken in tausend gelungenen Aktionen, jede ein Pyrrhus-Sieg für sich. Man erringt Erfolge, freut sich ... aber so geht es nicht weiter.

 

Mein Bild hierzu: Die Titanik sinkt, und die einen geben der Schiffsbar einen neuen Anstrich, andere versuchen das Leck mit Zahnstochern zu reparieren, die Kapelle spielt mutmachende Rhythmen. Jeder hat was zu tun. Alles ist irgendwie gut. Aber in zwei Stunden liegt die Titanik auf dem Boden, die meisten ertrinken und ein paar erbärmliche Rettungsboote beherbergen den kläglichen und frustrierten Rest, der dann darauf besteht, dass ja nichts alles verloren ist: "Wir leben ja noch!"

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Die Mädels die in der Sonne laberten- :angry2: - was ist in dem Alter schon wichtiger als mit anderen Mädels zu labern? Außer vielleicht Jungs zu treffen bzw. über die zu labern.

Direkte Antwort: Atmen, Essen und Trinken sind auch wichtig.

Und so sehr ich es den Mädels gönne, in der Sonne zu labern und von Jungs zu träumen: Ich glaube, dass der die Kirche denen eigentlich trotzdem noch was zu geben hätte. Und dass sie auch mehr wollen, als nur in der Sonne zu labern und von Jungs zu träumen. Die wollen auch mal tanzen gehen, die wollen eine gute Ausbildung, die wollen was los machen.

 

Was mich besorgt macht ist: In dieser ganzen Pallette des Wichtigen, die ich jetzt noch enorm weiter ausführen könnte, spielt die Kirche keine Rolle. Und das, obwohl gerade hier etwas wäre, von dem ich glaube, dass es für die Mädels (und auch für alle anderen) wichtig wäre. Etwas, wonach sie durchaus suchen und woran sie sehr interessiert wären.

 

Aber es fehlen sowohl die Klarheit des Ziels, als auch eine Ahnung von dem Weg, der zum Ziel führt.

Die konventionellen Angebote der Kirche gleiten hilflos ab. In all diesen Angeboten finden sie nichts, was ihnen weiter helfen könnte.

 

Und nochmal: Es geht mir nicht nur um die Mädels oder die Jugendlichen. Das ist nur ein Beispiel, paradigmatisch für die ganze Kirche zumindest in Deutschland.

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ja, das geht in die richtung, in der meiner einschätzung nach ein wichtiger grund für "kirchenschwund, mangelndes vertrauen in die kirche und vor allem glaubensverdunstung" liegt: "die kirche ist nicht glaubwürdig." das ist, glaube ich, der satz, den alle unterschreiben würden, die ich kenne und die sich von der kirche und leider oft auch vom glauben abgewandt haben.

Nicht alle, aber viele. (Für genauere Definitionen ist, glaube ich, Kardinal Arinze Fachmann :angry2:)

 

Ok. Unglaubwürdigkeit. Ich glaube auch, dass dies ein wesentlicher Punkt ist. Dazu mal eine These:

Wenn wir alle Punkte der Unglaubwürdigkeit beseitigen könnten, wären wir nicht besser dran.

 

Warum? Weil das lediglich Arbeiten auf der Schattenseite ist. Wir würden Negativa ausräumen. Aber damit ist noch nicht ein einziges Positivum vorhanden. Und gerade hier scheint mir das Problem zu liegen. Die Kirche muss positiv zeigen, was sie zu geben hat.

 

Sollte ihr dies gelingen, dann fielen die ganzen Negative gar nicht so ins Gewicht. Dann ließen sich schlechte Päpste ertragen, wie es auch in der Vergangenheit der Fall war. Dann würde man über Pflichtzölibat und Sexualmoral und Homosexuelle und Kinderschänderpfarrer leidenschaftlich diskutieren, aber diese Diskussionen wären keine lähmende Ausrede, um die Grundfragen zu übertünchen.

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Heute geistern fast nur negativ-Meldungen durch die Medien; in meinem Bekanntenkreis wird eher belustigt auf Kirche und Glauben heruntergeguckt. Das ist nichts, was man ernst nimmt. Bei manchen gibt es allenfalls etwas Neugier, die dann aber relativ schnell wieder verfliegt.

"Fast nur" wäre gar nicht mal so schlimm, so lange die Negativmeldungen einfach Realität widergeben, der Schwerpunkt aber auf dem "fast" liegt. Dort nämlich befindet sich der Grund, warum man trotzdem noch dabei ist. Nicht die Menge der Negativmeldungen ist so schlimm. Wirklich schlimm ist das Fehlen des Einenden Positiven. Und dies muss was Entscheidendes sein. Etwas, was die Lebenseinstellung zusammenfügt.

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Mecky, sei froh, dass viele dieser jungen Leute noch NICHT wissen, was ein Kreuzweg wirklich ist und was er erfordert ...

 

Vielleicht solltest du dir lieber wuenschen, dass sie das auch spaeter nie erfahren?

Nur bis hierher gelesen klingen Deine Worte nach einem Abraten von der Nachfolge Christi. Glücklicherweise fährst Du dann ganz anders fort:

Es wird ihnen aber nicht erspart bleiben, Leid auf irgendeine Weise erfahren. Deshalb - sei froh, dass sie momentan in der Sonne sitzen und ueber die kleinen und grossen Tragoedien der Pubertaet sich austauschen und noch gar nicht wissen, um was es wirklich geht bei diesem Weg des Jesus von Nazareth.

Um zu verstehen, warum das ganze Good Friday heisst und warum die Aussage vom leichten Joch stimmt, dazu sind sie noch viel zu jung.

Da bin ich anderer Meinung. Manche erfahren nämlich schon im zartesten Alter, was ein Kreuzweg ist.

 

Im Miniaturmaßstab kennen sie das auf jeden Fall alle. Lediglich die Strategien unterscheiden sich: Die einen setzen auf Kreuzwegvermeidung, wieder andere auf "wir stützen uns halt gegenseitig", wieder andere setzen auf Betäubung oder setzen einen Gegenpol.

 

Dass es auch die Möglichkeit gibt, auf diese Bereiche des Lebens anhand des Kreuzwegs Jesu zu schauen, ist allerdings weder bekannt noch durchgängig erwünscht. Hoffnung setzen nur wenige darauf.

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Heute geistern fast nur negativ-Meldungen durch die Medien; in meinem Bekanntenkreis wird eher belustigt auf Kirche und Glauben heruntergeguckt. Das ist nichts, was man ernst nimmt. Bei manchen gibt es allenfalls etwas Neugier, die dann aber relativ schnell wieder verfliegt.

"Fast nur" wäre gar nicht mal so schlimm, so lange die Negativmeldungen einfach Realität widergeben, der Schwerpunkt aber auf dem "fast" liegt. Dort nämlich befindet sich der Grund, warum man trotzdem noch dabei ist. Nicht die Menge der Negativmeldungen ist so schlimm. Wirklich schlimm ist das Fehlen des Einenden Positiven. Und dies muss was Entscheidendes sein. Etwas, was die Lebenseinstellung zusammenfügt.

 

 

Nun, wenn nichteinmal du weißt, wie eine positiv-Meldung aussehen könnte...

 

Das Bild mit der Titanik war schon richtig: Sie ist damals gesunken. Die Kirche ist schon mit dem Eisberg(=Wissenschaft ?) kollidiert, der Rest ist nur ne Frage der Zeit.

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Long John Silver
Mecky, sei froh, dass viele dieser jungen Leute noch NICHT wissen, was ein Kreuzweg wirklich ist und was er erfordert ...

 

Vielleicht solltest du dir lieber wuenschen, dass sie das auch spaeter nie erfahren?

Nur bis hierher gelesen klingen Deine Worte nach einem Abraten von der Nachfolge Christi. Glücklicherweise fährst Du dann ganz anders fort:

Es wird ihnen aber nicht erspart bleiben, Leid auf irgendeine Weise erfahren. Deshalb - sei froh, dass sie momentan in der Sonne sitzen und ueber die kleinen und grossen Tragoedien der Pubertaet sich austauschen und noch gar nicht wissen, um was es wirklich geht bei diesem Weg des Jesus von Nazareth.

Um zu verstehen, warum das ganze Good Friday heisst und warum die Aussage vom leichten Joch stimmt, dazu sind sie noch viel zu jung.

Da bin ich anderer Meinung. Manche erfahren nämlich schon im zartesten Alter, was ein Kreuzweg ist.

 

O, das weiss ich nur zu gut. Darum wuenschte ich, es bliebe anderen erspart.

 

Doch abgesehen von mir: ich habe hier zwei Leute in meiner allernaechsten Naehe, die auch seit dem zartesten Alter erfahren haben, was ein Kreuzweg ist. Ich vermute, die koenntest du beide sofort in die Flucht schlagen mit dem Angebot, mittels Kreuzwegbeten auf das Leid in ihrem Leben zu schauen. Die faenden diese Idee einfach infam. Und die sind beide religioes, Christen, also, das ist nicht der Punkt, der zur Abwehr fuehrt. Die eine Person ist noch sehr jung, und es waere dies sicher nichts, was z.B. ich ihr zumuten wollte und duerfte, da wuerde sie endgueltig nicht mehr ernst genommen fuehlen und zu guter Letzt doppelt schuldig an ihrem Unglueck, wenn sie nicht den Trost und die Hoffnung sehen koennte, die nach deinen Worten und deinem Angebot dort zu finden sein muesste.

 

Darum meinte ich, es ist eine gutgemeinte und sicher fuer bestimmte Menschen fruchtbringende Sache, aber ob man dieses Positive auf alle uebertragen kann?

 

Es kann auf Leute auch wirken wie: Stell dich nicht so an, schau mal, wie Jesus gelitten hat etc.

 

Was fuer manche trostvoll ist, kann auf andere wirken wie ein Fallbeil. Sie fuehlen u.U. sich ueberhaupt nicht ernstgenommen.

Edited by Long John Silver
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Sollte ihr dies gelingen, dann fielen die ganzen Negative gar nicht so ins Gewicht.

 

nein.

 

die kirche muß das positive an und in ihr stärken und ausbauen - dann wird das negative weniger.

 

denn an ihren früchten wird auch die kirche erkannt. und derzeit leider oft an schlechten früchten.

aber es reicht imho nicht, jetzt die scheinwerfer auf die guten früchte des baumes "kirche" zu lenken.

ebensowenig wie es reicht, die schlechten früchte abzureißen.

sondern es ist notwendig, den ganzen baum zu stärken - dann werden mehr gute und weniger schlechte früchte wachsen.

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