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"Falsche"Betroffenheit?-Öffentliche Trauer um Prominente


GermanHeretic
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GermanHeretic

Dieser Thread wurde von mn1217 eröffnet als Reaktion auf OT-Beiträge im Abgängethread. Ich habe die OTs dann hierher verschoben.

 

Chrysologus als Mod

 

 

Herr, gib ihm die ewige Ruhe und nimm Dich seiner an!

Ich kann den Affentanz um den Typen nicht mehr hören. An den traumatisierten Lokführer und die armen Schweine, die die Leichenteile einsammeln durften, denkt kein Mensch. Es gibt genügend Arten, ohne eine solche Sauerei aus dem Leben zu scheiden, sich vor einen Zug zu werfen, ist mit das Unanständigste, was man machen kann.

Edited by Chrysologus
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Herr, gib ihm die ewige Ruhe und nimm Dich seiner an!

Ich kann den Affentanz um den Typen nicht mehr hören. An den traumatisierten Lokführer und die armen Schweine, die die Leichenteile einsammeln durften, denkt kein Mensch. Es gibt genügend Arten, ohne eine solche Sauerei aus dem Leben zu scheiden, sich vor einen Zug zu werfen, ist mit das Unanständigste, was man machen kann.

Wohl der falsche Thread dafür, aber mir ist das Trara auch suspekt. Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben?
Projektion. Verarbeitung von nicht-Betrauertem.
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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben?
Projektion. Verarbeitung von nicht-Betrauertem.

 

In die Richtung denke ich auch. Wahrscheinlich würden sie sich bei einer Beerdigung eines direkten Familienanghörigen "zusammenreißen", öffentliche Trauer scheint gesellschaftsfähiger zu sein. Wie traurig.
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Herr, gib ihm die ewige Ruhe und nimm Dich seiner an!

Ich kann den Affentanz um den Typen nicht mehr hören. An den traumatisierten Lokführer und die armen Schweine, die die Leichenteile einsammeln durften, denkt kein Mensch. Es gibt genügend Arten, ohne eine solche Sauerei aus dem Leben zu scheiden, sich vor einen Zug zu werfen, ist mit das Unanständigste, was man machen kann.

Wohl der falsche Thread dafür, aber mir ist das Trara auch suspekt. Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.

*hervorhebung*

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Sorry!

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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
Du unterschätzt die quasi-religiöse Dimension des Fußballs für die Gesellschaft! :lol:
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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
Du unterschätzt die quasi-religiöse Dimension des Fußballs für die Gesellschaft! :lol:

 

Ich fürchte, beim Tod eines Bischofs würde weniger geweint. :lol:
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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
Du unterschätzt die quasi-religiöse Dimension des Fußballs für die Gesellschaft! :lol:

 

Ich fürchte, beim Tod eines Bischofs würde weniger geweint. :lol:

Eben! :wub:
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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
Du unterschätzt die quasi-religiöse Dimension des Fußballs für die Gesellschaft! :lol:

 

Ich fürchte, beim Tod eines Bischofs würde weniger geweint. :lol:

Eben! :wub:

 

Naja, fänd auch da diese tiefe Trauer um einen Menschen, denen die wenigsten persönlich begegnet sind, befremdlich. Es gibt ja viele Beispiele. Mir erschloß sich auch nicht, warum Menschen wegen Dianas Tod, Michael Jacksons Tod, wessen VIPs Tod auch immer, so die Fassung verlieren, wenn sie nicht persönlich mit ihm in Kontakt standen. Was ist das?
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Franciscus non papa

könnte es sein, dass sich in solchen augenblick der ansonsten doch verdrängte gedanke an den tod machtvoll raum schafft? und das dann in so einer art "massenhysterie" (ich meine diesen begriff in diesem zusammenhang ausdrücklich nicht abwertend) gefühle und trauer an der oberfläche kommen, was man sonst sorgfältig verhindert?

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GermanHeretic
könnte es sein, dass sich in solchen augenblick der ansonsten doch verdrängte gedanke an den tod machtvoll raum schafft? und das dann in so einer art "massenhysterie" (ich meine diesen begriff in diesem zusammenhang ausdrücklich nicht abwertend) gefühle und trauer an der oberfläche kommen, was man sonst sorgfältig verhindert?

Vermutlich. Und wie asia schon richtig bemerkte, wie traurig.

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Was bringt ein Stadion voll Menschen dazu, um einen Mann hemmungslos zu weinen, den sie wahrscheinlich persönlich nie getroffen haben? Der Tod Enkes an sich ist schlimm, auch was in dazu getrieben hat, aber die größte Trauerfeier seit Adenauers Tod draus zu machen, finde ich befremdlich.
Du unterschätzt die quasi-religiöse Dimension des Fußballs für die Gesellschaft! :lol:

 

Ich fürchte, beim Tod eines Bischofs würde weniger geweint. :lol:

Eben! :wub:

Den letzten Bischof von Rom hast Du vergessen, oder?

(Auch wenn ich es persönlich nicht nachvollziehen konnte)

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Hallo

bin kein Mod, kann daher nicht abspalten, halte allerdings den "Prominente Abgänge"-Thread auch nicht für so geeignet, über ide Art, wie um Prominente getrauert wird, zu streiten.

Was mich nach Enkes Tod stört, ist Folgendes: Jahrelang hat anscheinend kein Hahn, oder nur sehr wenige Hähne , danach gekräht, wie es ihm ging. der Mann war krank und hat die-das krieg-ich-allein-hin-Tour durchgezogen. Und keiner hat das anscheinend so mitbekommen, oder viele haben wegggesehen.

Und jetzt sind sie alle zutiefst betroffen, reden von "mehr Menschlichkeit" etc. Ein bisschen spät...

Und in ein paar Tagen geht es- im Fußball wie anderswo- wieder genauso weiter. Mobbing, Leistungsdruck, Machtspielchen- und wenn jemand dabei sein Leben oder seine Gesundheit verliert, ist das halt persönliches Pech, sozusagen ein Kollateralschaden.

 

Vielleicht zeigt die Betroffenheitt bei Enke allerdings auch, dass dieses Leistungsdenken von vielen als problematisch gesehen wird, und dass Viele in ihrem persönlichen Umkreis auch Menschen kennen, die Ähnliches durchmachen oder duchgemacht haben wie Enke.

 

Was die Trauer bei Michael Jackson oder auch dem letzten Papst anbetrifft, da ist sicher viel Projektion dabei. und die Gewissheit, dass auch ein Teil der eigenen Geschichte vorbei ist.

Edited by mn1217
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Beutelschneider
Mobbing, Leistungsdruck, Machtspielchen- und wenn jemand dabei sein Leben oder seine Gesundheit verliert, ist das halt persönliches Pech, sozusagen ein Kollateralschaden.

 

Vielleicht zeigt die Betroffenheitt bei Enke allerdings auch, dass dieses Leistungsdenken von vielen als problematisch gesehen wird, und dass Viele in ihrem persönlichen Umkreis auch Menschen kennen, die Ähnliches durchmachen oder duchgemacht haben wie Enke.

 

So sehr ich Dir inhaltlich zustimme, sowenig ist Enke dafür ein passendes Beispiel.

Denn wer bewußt eine Karriere als Leistungsträger anstrebt, sollte dem Leistungsdruck auch professionell begegnen können.

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GermanHeretic

Mich stört Personenkult ja generell, egal ob der "Prominente" noch lebt oder tot ist. Oder besser gesagt, ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie man wildfremde Menschen dermaßen anhimmeln oder beweinen kann.

Aber offenbar brauchen viele Menschen "Prominente", vielleicht um mit ihrem eigenen beschissenen Leben besser zurechtzukommen - so wie andere dazu Soaps, Rollenspiele oder Romanwelten benutzen, bei letzteren will ich mich gar nicht ausschließen.

Im Fall Enke stören mich allerdings die Umstände. Sich vor einen Zug zu werfen, finde ich unmöglich. Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

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Beutelschneider
Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

 

So wie ich es verstanden habe, war es im Fall Enke wohl ein krankheitsbedingter Suizid. Da kann wohl Reationalität nicht erwartet werden.

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Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

 

So wie ich es verstanden habe, war es im Fall Enke wohl ein krankheitsbedingter Suizid. Da kann wohl Reationalität nicht erwartet werden.

Man darf aber trotzdem sein Mitgefühl für den Lokführer äußern. Das war übrigens auch mein erster Gedanke, als die Nachricht -noch ohne Hintergrund- gemeldet wurde.

Edited by Elima
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Mobbing, Leistungsdruck, Machtspielchen- und wenn jemand dabei sein Leben oder seine Gesundheit verliert, ist das halt persönliches Pech, sozusagen ein Kollateralschaden.

 

Vielleicht zeigt die Betroffenheitt bei Enke allerdings auch, dass dieses Leistungsdenken von vielen als problematisch gesehen wird, und dass Viele in ihrem persönlichen Umkreis auch Menschen kennen, die Ähnliches durchmachen oder duchgemacht haben wie Enke.

 

So sehr ich Dir inhaltlich zustimme, sowenig ist Enke dafür ein passendes Beispiel.

Denn wer bewußt eine Karriere als Leistungsträger anstrebt, sollte dem Leistungsdruck auch professionell begegnen können.

naja, auch Leistungsträger sind Menschen. Und der Tod eines kleinen Kindes ist sicher für jeden sehr belastend

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Mich stört Personenkult ja generell, egal ob der "Prominente" noch lebt oder tot ist. Oder besser gesagt, ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie man wildfremde Menschen dermaßen anhimmeln oder beweinen kann.

Aber offenbar brauchen viele Menschen "Prominente", vielleicht um mit ihrem eigenen beschissenen Leben besser zurechtzukommen - so wie andere dazu Soaps, Rollenspiele oder Romanwelten benutzen, bei letzteren will ich mich gar nicht ausschließen.

Im Fall Enke stören mich allerdings die Umstände. Sich vor einen Zug zu werfen, finde ich unmöglich. Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

Ja, da gebe ich dir recht. Allerdings kümmern sich Selbstmörder vermutlich insgesamt wenig um die Menschen, die sie damit mitbelasten. Ich denke, jemanden aufzufinden, der sich erhängt hat, ist auch nciht so toll,zB. Aber wenn man so weit ist, sich umzubringen, dann ist das ja sehr radikal. da denkt man vermutlich wirklich nur noch daran, es zu tun. das ist schon ein krankhafter Zustand. mein Mitgefühl gilt auch immer denjenigen, die den Toten finden, genauso wie dem Toten selbst.

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Beutelschneider
Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

 

So wie ich es verstanden habe, war es im Fall Enke wohl ein krankheitsbedingter Suizid. Da kann wohl Reationalität nicht erwartet werden.

Man darf aber trotzdem sein Mitgefühl für den Lokführer äußern. Das war übrigens auch mein erster Gedanke, als die Nachricht -noch ohne Hintergrund- gemeldet wurde.

 

Natürlich darf man das.

Immerhin hat seit einiger Zeit die Bahn wenigstens eine Betreuung betroffener Lokführer eingerichtet. Einige haben so ein Erlebnis bereits mehrfach durchgemacht.

Es muss furchtbar sein, sehenden Auges den Tod eines Menschen zu bewirken...auch wenn es ohne Schuld und ohne Möglichkeit geschieht, das abzuwenden.

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Beutelschneider
Mich stört Personenkult ja generell, egal ob der "Prominente" noch lebt oder tot ist. Oder besser gesagt, ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie man wildfremde Menschen dermaßen anhimmeln oder beweinen kann.

Aber offenbar brauchen viele Menschen "Prominente", vielleicht um mit ihrem eigenen beschissenen Leben besser zurechtzukommen - so wie andere dazu Soaps, Rollenspiele oder Romanwelten benutzen, bei letzteren will ich mich gar nicht ausschließen.

Im Fall Enke stören mich allerdings die Umstände. Sich vor einen Zug zu werfen, finde ich unmöglich. Ich empfinde hier weit mehr Mitgefühl mit dem traumatisierten Lokführer und den armen Schweinen, die die Überreste einsammeln mußten (ich habe sowas einmal gesehen, das hat mir schon gereicht), als alles andere.

 

Wie würdest Du es denn anstellen?

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Wie würdest Du es denn anstellen?

Allein und unauffällig.

 

Irgendwer wird dich finden... oder auf ewig vermissen.

und für den wird es wohl auch ein Schock sein. Allerdings beim Lokführer, der wohl noch sieht, dass da jemand ums Leben kommt, es aber nicht verhindern kann, wird es wohl belastender sein.

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