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Katholische Christen- müssen wir uns automatisch schämen?


JohannaP
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Hallo liebe Katholiken,

 

schämt Ihr Euch für das was im Namen der katholischen Kirche geschieht (eigentlich wollte ich aber darauf gar nicht hinaus denn wir haben in der letzten Zeit im Grunde genügend Threads gehabt mit negativ beleuchteten Katholikenthemen -der geneigte Leser möge nach Beispielen suchen, allein hier im Forum wimmelt es von solchen und ich möchte die hier nicht aufzählen) oder könnt Ihr aufrechten Ganges und frischen Teints durch die Welt traben und froh und glücklich sein dass Ihr der katholischen Kirche angehört.

 

Ich hätte hier gerne eine Aufzählung positiver Aspekte und hoffungsgebender Aussagen und Fakten. Wobei mich die konservativen wie die liberalen Meinungen interessieren.

 

Es gibt schon ähnliche Threads, diesen hier z.B.

http://www.mykath.de/index.php?showtopic=6...arum+katholisch

 

Aber das ist mir irgendwie zu schwammig, zu wenig konkret, zu wenig enthusiastisch.

 

Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Gibt es jemanden dem es nichts ausmacht wenn er "seltsam" angeschaut wird nachdem das Gegenüber erfahren hat das man katholisch ist? Ich mein jetzt diese Fragen "DU bist katholisch?" Dieses imaginäre, oft spürbare Kopfschütteln das man durchaus ertragen muss wenn einer erfährt das man katholisch ist. (Vielleicht hat man dieses Erlebnis als Konvertit verstärkt- vermutlich).

 

Vielen Dank für Eure Antworten.

 

LG

JP

Edited by JohannaP
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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham?

 

Ja, mich.

 

Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Durch die Sakramente der Kirche erfahre ich die sichere Liebe Gottes - die dunkelsten Seiten der Kirche sehe ich nämlich in mir.

 

Gibt es jemanden dem es nichts ausmacht wenn er "seltsam" angeschaut wird nachdem das Gegenüber erfahren hat das man katholisch ist? Ich mein jetzt diese Fragen "DU bist katholisch?" Dieses imaginäre, oft spürbare Kopfschütteln das man durchaus ertragen muss wenn einer erfährt das man katholisch ist. (Vielleicht hat man dieses Erlebnis als Konvertit verstärkt- vermutlich).

 

Ja, mir. Ich erfahre aber eher selten Kopfschütteln, schon mal Erstaunen, das ja. Aber warum Mainstream sein? Ist doch langweilig.

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könnt Ihr aufrechten Ganges und frischen Teints durch die Welt traben und froh und glücklich sein dass Ihr der katholischen Kirche angehört.

Kann ich.

Ich hätte hier gerne eine Aufzählung positiver Aspekte und hoffungsgebender Aussagen und Fakten. Wobei mich die konservativen wie die liberalen Meinungen interessieren.

Nach Jahren des Unglaubens durfte ich erkennen: Jesus Christus hat uns nicht allein gelassen. ER hat uns die Kirche geschenkt- wirkt in den Sakramenten, schenkt sich uns immer neu durch den Dienst der Kirche. Es ist jene Kirche, die so viele Gläubige als ihre "Mutter" im Glauben erfahren durften. Die wunderbaren Heiligen dieser Kirche- die sich als Kinder der Kirche verstanden- sind Zeugnis für die Fruchtbarkeit dieser Kirche. Wie wunderbar ist es, dass Gott uns durch das sakramentale Priestertum der Kirche seine Barmherzigkeit schenkt, dass wir im hl. Messopfer IHM selbst in der Gemeinschaft der Glaubenden begegnen dürfen- gestärkt durch das gemeinsame Gebet der Kirche, die Sakramente der Kirche die uns in allen Widrigkeiten des Lebens Gottes Segen und Gnade vermitteln.

Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham?
Ja - ich danke Gott von Herzen für Seine Kirche. Ich freue mich zu ihr gehören zu dürfen- und ich glaube daran, dass diese Kirche alle Stürme der Zeit und selbst das Versagen und die Sünden ihrer Mitglieder überstehen wird: Denn Jesus Christus ist ihr Fundament. Hallelujah.

 

Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.
Ich glaube und vertraue dass Gottes Geist die Kirche nie verlassen wird- auch wenn Sünder in ihr oft gar schröckliche Ärgernisse geben. Ich finde es allerdings wichtig, nicht auf die Sünden ihrer (kranken) Glieder zu starren- sondern darauf zu vertrauen, dass Gott Seine Kirche auch durch die Dunkelheiten hindurch führt. Ich darf Gottes Barmherzigkeit und Liebe in den Sakramenten der Kirche in besonderer Weise spüren und erfahren - es ist eine Gnade und Freude sondergleichen. Hallelujah.

 

Gibt es jemanden dem es nichts ausmacht wenn er "seltsam" angeschaut wird nachdem das Gegenüber erfahren hat das man katholisch ist? Ich mein jetzt diese Fragen "DU bist katholisch?" Dieses imaginäre, oft spürbare Kopfschütteln das man durchaus ertragen muss wenn einer erfährt das man katholisch ist. (Vielleicht hat man dieses Erlebnis als Konvertit verstärkt- vermutlich).

Da mir Gott und Seine Kirche wichtig sind, halte ich die Anfeindungen von Menschen, den Spott oder die Angriffe weil man katholisch ist für "Windhauch" und eher als einen indirekten Antrieb, sich Gott umso mehr zuzuwenden. Ich hoffe von Herzen, dass mein Glaube durch die Widrigkeiten im Leben, Alltag und bei gewissen Anfeindungen wächst, reift und sich vertieft.

Edited by Mariamante
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Ich sehe es ähnlich wie Mariamante, würde es aber nicht so pathetisch formulieren.

Maßgeblichen Anteil, dass ich mich nicht - wie viele Altersgenossen und Klassenkameraden - von der Kirche und vom Glauben abgewandt habe, war die Einsicht und Erfahrung, dass die Kirche eine Organisation ist, die ihr Fähnchen nicht nach dem Wind, sondern nach dem Geist Gottes ausrichtet. In all den verschiedenen Modeströmungen, die ich in meiner Jugend erlebte - bei uns in der Schule gab es etwa eine sehr starke "Antifaschismus"-Jugend-Bewegung - wurde mir die Kirche und der von ihr verkündete Glaube zu einem großen Rückhalt, der den Gedanken an das Priestertum immer mehr reifen lies.

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Hallo liebe Katholiken,

 

schämt Ihr Euch für das was im Namen der katholischen Kirche geschieht (eigentlich wollte ich aber darauf gar nicht hinaus denn wir haben in der letzten Zeit im Grunde genügend Threads gehabt mit negativ beleuchteten Katholikenthemen -der geneigte Leser möge nach Beispielen suchen, allein hier im Forum wimmelt es von solchen und ich möchte die hier nicht aufzählen) oder könnt Ihr aufrechten Ganges und frischen Teints durch die Welt traben und froh und glücklich sein dass Ihr der katholischen Kirche angehört.

Liebe Johanna für mich stimmt beides, je nachdem was man gerade unter Kirche meinst.

Wenn ich an die weltliche Organisation "Kirche" denke, die ich Amtskirche nenne gibt es sehr viel Grund zum schämen.

Wenn ich aber an das pilgernde Volk Christi denke, das sich unter der Führung Jesu und getragen von der Liebe Gottes auf dem Weg zum Berg Zion befindet dann macht es mich froh und glücklich zu dieser Schar zu gehören.

Ich hätte hier gerne eine Aufzählung positiver Aspekte und hoffungsgebender Aussagen und Fakten. Wobei mich die konservativen wie die liberalen Meinungen interessieren.

 

Die positiven Aspekte liegen für mich

- in der Eucharistie die ich nicht missen möchte und die der Hauptgrund ist, warum ich diese Kirche nicht verlasse

- in so vielen Menschen die auch Kirche sind das reicht von Franz von Assisi bis zu Johannes XXIII, von Oskar Romero bis zu Erwin Kräutler.........da sind die Kardinäle König und Martini, Bischöfe wie Maximilian Aichern, Helmut Krätzl, Manfred Scheuer, Bischof Paul Iby, Priester wie mein Freund und Beichtvater der mich ein Leben lang begleitet und so viele andere Priester und Ordensleute, die mir viel gegeben haben und geben .

Da sind Wissenschaftler wie Karl Rahner +, Hans Urs von Balthasar + der Dekan der theologischen Fakultät in Innsbruck Jozef Niewiadomski um wieder nur einige zu nennen.Sie beweisen dass ein scharfer analytischer Geist kein Hindernis dafür ist katholisch zu sein.

Und stolz machen mich die vielen Initiativen von denen einige zu beschreiben ich hier begonnen habe.

 

Gibt es jemanden dem es nichts ausmacht wenn er "seltsam" angeschaut wird nachdem das Gegenüber erfahren hat das man katholisch ist? Ich mein jetzt diese Fragen "DU bist katholisch?" Dieses imaginäre, oft spürbare Kopfschütteln das man durchaus ertragen muss wenn einer erfährt das man katholisch ist. (Vielleicht hat man dieses Erlebnis als Konvertit verstärkt- vermutlich).

 

Ich kann ehrlich sagen, dass mir solches in den 65 Jahren meines Lebens noch kaum passiert ist.

 

Und ein für mich noch ganz wichtiger Aspekt:

Es ist anerkannte katholische Lehre seit Jahrhunderten dass mein persönliches Gewissen die letztgültige Richtschnur meinen Glaubens und meines Handelns ist und das macht den Verbleib in der Kirche und die Freude über das Positive möglich.

Edited by wolfgang E.
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Ich bin natürlich superstolz auf unseren BXVI, der

 

1. klar und deutlich auf den Christus und die Schrift zentriert ist, und das auch klar und deutlich zu vermitteln weiss.

2. sich nicht wachsweich entsprechend der PC verbiegen läßt - eben kein Politiker - sondern deutlich Kante zeigt.

Edited by jet
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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch. Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte

 

Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Beispiel 2: "Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen."- Mit diesem Wort Jesu wird eine Ehescheidung aus kirchlicher Sicht absolut unterbunden. Und einem Ehepaar wird normalerweise die Anerkennung der Ehe verweigert. ABER wenn bei der kirchlichen Eheschließung ein Formfehler bestand - dann hat plötzlich diese Ehe vor Gott nie bestanden. :lol:

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält. Dass sehr guten Laienmitarbeitern der Begriff Seelsorger verwehrt wird, dass ihnen die Gemeindeleitung verwehrt wird, obwohl die Pfarrer unter der Verwaltungslast schier zusammenbrechen.

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden. Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.

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Ja, inzwischen schäme ich mich und bedaure es römisch katholischer Christ zu sein! Leider bringt es auch nicht viel sich einer oppositionellen Laiengruppen wie WSK zuzuwenden, da diese von der Amtskirche mehr oder weniger wohlwollend ignoriert werden. Da keine Reformation der RKK in Sicht ist, sondern eher das Gegenteil, sehe ich als einzige Lösung die Konfession zu wechseln. Dies sollten Millionen von Menschen tun, damit die alten Herren in Rom wach werden. Ich gestehe, dass ich zu bequem bin die Konfession zu wechseln, u. a. auch weil dieser Gang hier bei uns mit Behördengängen und Kosten verbunden ist. Wahrscheinlich denken Millionen anderer Katholiken in D'land ähnlich. Und trotzdem hat die RKK immer noch genügend zahlender Mitglieder, auch wenn diese mittlerweile nichts weiter als "Karteileichen" sind.

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Wobei mich die konservativen wie die liberalen Meinungen interessieren.

 

Es gibt nur richtige und falsche Meinungen. Das hat nix mit Konservatismus und Liberalismus zu tun.

 

MfG

Stanley

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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch. Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte

 

Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Beispiel 2: "Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen."- Mit diesem Wort Jesu wird eine Ehescheidung aus kirchlicher Sicht absolut unterbunden. Und einem Ehepaar wird normalerweise die Anerkennung der Ehe verweigert. ABER wenn bei der kirchlichen Eheschließung ein Formfehler bestand - dann hat plötzlich diese Ehe vor Gott nie bestanden. :lol:

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält. Dass sehr guten Laienmitarbeitern der Begriff Seelsorger verwehrt wird, dass ihnen die Gemeindeleitung verwehrt wird, obwohl die Pfarrer unter der Verwaltungslast schier zusammenbrechen.

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden. Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.

 

1. Mich schmerzt, dass sich die Leute füreinander kaum interessieren. Von einem Gemeindeleben kann kaum die Rede sein.

 

2. Mich schmerzt ganz besonders, dass die meisten sich irgendwie mit Gott was zurecht legen, was weder zu der Schrift noch der Lehre der Kirche oder zu sonst irgendetwas passt. => Gespräche sind fast unmöglich.

 

3. Mich schmerzt auch bei vielen Aktiven ein Leistungschristentum ("hab in der letzten Woche den ganzen Psalter durchgebetet"), was wohl auch aus 2. folgt.

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...

Da sind Wissenschaftler wie Karl Rahner +, Hans Urs von Balthasar + der Dekan der theologischen Fakultät in Innsbruck Jozef Niewiadomski um wieder nur einige zu nennen.Sie beweisen dass ein scharfer analytischer Geist kein Hindernis dafür ist katholisch zu sein.

...

 

Von dem hab ich mal einen Vortrag in Münster gehört, zusammen mit Werbick.

Werbick war sehr gut, aber er hat - sorry - nur Kappes gelabert. Wenn ich mich recht erinnere Theater-Theologie oder sowas ähnliches. Kein Wunder, wenn sich dann Leute abwenden.

Edited by jet
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Da sind Wissenschaftler wie Karl Rahner +, Hans Urs von Balthasar + der Dekan der theologischen Fakultät in Innsbruck Jozef Niewiadomski um wieder nur einige zu nennen.Sie beweisen dass ein scharfer analytischer Geist kein Hindernis dafür ist katholisch zu sein.

...

 

Von dem hab ich mal einen Vortrag in Münster gehört, zusammen mit Werbick.

Werbick war sehr gut, aber er hat - sorry - nur Kappes gelabert. Wenn ich mich recht erinnere Theater-Theologie oder sowas ähnliches. Kein Wunder, wenn sich dann Leute abwenden.

 

Du mußt es ja wissen........ gegen die gesamte Meinung in Ö. die ihn für einen der fähigsten Theologen des Landes hält.......ergänzt mein Bild über Dich.......

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Ja, inzwischen schäme ich mich und bedaure es römisch katholischer Christ zu sein! Leider bringt es auch nicht viel sich einer oppositionellen Laiengruppen wie WSK zuzuwenden, da diese von der Amtskirche mehr oder weniger wohlwollend ignoriert werden. Da keine Reformation der RKK in Sicht ist, sondern eher das Gegenteil, sehe ich als einzige Lösung die Konfession zu wechseln. Dies sollten Millionen von Menschen tun, damit die alten Herren in Rom wach werden. Ich gestehe, dass ich zu bequem bin die Konfession zu wechseln, u. a. auch weil dieser Gang hier bei uns mit Behördengängen und Kosten verbunden ist. Wahrscheinlich denken Millionen anderer Katholiken in D'land ähnlich. Und trotzdem hat die RKK immer noch genügend zahlender Mitglieder, auch wenn diese mittlerweile nichts weiter als "Karteileichen" sind.

 

 

Ach die paar Euro, und Du brauchst nur einen Behördengang zum Austritt, also nur zu!

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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch. Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte

 

Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Beispiel 2: "Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen."- Mit diesem Wort Jesu wird eine Ehescheidung aus kirchlicher Sicht absolut unterbunden. Und einem Ehepaar wird normalerweise die Anerkennung der Ehe verweigert. ABER wenn bei der kirchlichen Eheschließung ein Formfehler bestand - dann hat plötzlich diese Ehe vor Gott nie bestanden. :lol:

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält. Dass sehr guten Laienmitarbeitern der Begriff Seelsorger verwehrt wird, dass ihnen die Gemeindeleitung verwehrt wird, obwohl die Pfarrer unter der Verwaltungslast schier zusammenbrechen.

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden. Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.

 

 

Werd` doch einfach protestantisch, dort findest Du alles, was Du vermisst!

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Da sind Wissenschaftler wie Karl Rahner +, Hans Urs von Balthasar + der Dekan der theologischen Fakultät in Innsbruck Jozef Niewiadomski um wieder nur einige zu nennen.Sie beweisen dass ein scharfer analytischer Geist kein Hindernis dafür ist katholisch zu sein.

...

 

Von dem hab ich mal einen Vortrag in Münster gehört, zusammen mit Werbick.

Werbick war sehr gut, aber er hat - sorry - nur Kappes gelabert. Wenn ich mich recht erinnere Theater-Theologie oder sowas ähnliches. Kein Wunder, wenn sich dann Leute abwenden.

 

Du mußt es ja wissen........ gegen die gesamte Meinung in Ö. die ihn für einen der fähigsten Theologen des Landes hält.......ergänzt mein Bild über Dich.......

:lol::lol::wub:

 

Soweit ich so die Medien verfolge, hört man hin und wieder was von Körtner aus Wien, der auch zu argumentieren weiss.

 

Aber sorry, was Jozef Niewiadomski angeht: Modeerscheinung, höchstens. Und um Dein Verlangen nach Autoritäten zu stillen: ich wurde von 2 Münsteraner Theologen vorgewarnt, was sich voll bestätigte. Deine Hochachtung wird nicht nur von mir nicht geteilt.

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Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Die Kirchenväter meinte noch: der kann Gott nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat. Die Kirche - das sind wir doch alle. Wenn du dich also selbst heiligst, brauchst du nicht so schmerzhaft auf die anderen schauen und trägst zum Glanz der Kirche Jesu Christi bei.

 

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch.

Das droht zur Floskel zu entarten. Nur weil die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe nicht aufgeben kann, ist ihr der Mensch nicht unwichtig. Gerade weil der Kirche der Mensch als Geschöpf Gottes wichtig ist, kann sie an der Auflösungshysterie nicht kräftigt mitarbeiten: Die Ehe gefällt uns nicht- weg damit. Das zölibatere Priestertum ärgert uns- weg damit. Die Beichte beinhaltete schmerzhafte Selbsterkenntnis- weg damit.

 

Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte
Derselbe Jesus sagte aber auch: "Was sie euch lehren, das tut - aber richtet euch nicht darnach wie sie handeln".
Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Warum kritisierst du die Glaubwürdigkeit bei anderen. SChauen wir doch mal auf uns selbst, wie glaubwürdig wir sind. Da hätten wir genug zu arbeiten.

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält.
Und mich schmerzt dass du nicht zu erkennen scheinst, was das Weihepriestertum für Gottesgeschenk ist.

 

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.
"Unfähige Pfarrer" hier verurteilst du Menschen, damit du Laien aufwerten kannst. Das halte ich für einen falschen Weg.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden.
Was soll den diese Floskel? Der Mensch mit seinen Bedürfnissen wird sehr wohl wahrgenommen- aber nicht jedes Bedürfnis wird heilig gesprochen und gut geheißen. Die Kirche kann sich nicht der Spassgesellschaft beugen, der Pflichten ein Greuel sind- die eher nehmen als geben will.

 

Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.
Das ist nicht immer nur Diffamierung- sondern eine realistische Einschätzung.
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Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Was sollte denn die Alternative dazu sein, wenn man an dem festhalten möchte, was das 2. Vatikanische Konzil zum Zölibat der Priester verkündet?

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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch. Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte

 

Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Beispiel 2: "Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen."- Mit diesem Wort Jesu wird eine Ehescheidung aus kirchlicher Sicht absolut unterbunden. Und einem Ehepaar wird normalerweise die Anerkennung der Ehe verweigert. ABER wenn bei der kirchlichen Eheschließung ein Formfehler bestand - dann hat plötzlich diese Ehe vor Gott nie bestanden. :lol:

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält. Dass sehr guten Laienmitarbeitern der Begriff Seelsorger verwehrt wird, dass ihnen die Gemeindeleitung verwehrt wird, obwohl die Pfarrer unter der Verwaltungslast schier zusammenbrechen.

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden. Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.

 

 

Werd` doch einfach protestantisch, dort findest Du alles, was Du vermisst!

 

Sag' ich den Leuten auch immer, aber irgendwie hält sie doch was. Also irgendwelche Bearbeitungsgebühren für den Austritt können es doch nicht sein - wenn man da die Ersparnis gegenüberstellt.

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Hallo liebe Katholiken,

 

schämt Ihr Euch für das was im Namen der katholischen Kirche geschieht ...

Nein, ich schäme mich ja auch nicht für die Untaten meiner Vorfahren.

Ich hätte hier gerne eine Aufzählung positiver Aspekte und hoffungsgebender Aussagen und Fakten. Wobei mich die konservativen wie die liberalen Meinungen interessieren.

 

Es gibt schon ähnliche Threads, diesen hier z.B.

http://www.mykath.de/index.php?showtopic=6...arum+katholisch

 

Aber das ist mir irgendwie zu schwammig, zu wenig konkret, zu wenig enthusiastisch.

 

Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

Ja, ich bin gerne katholisch. Manchmal reg ich mich noch auf über Menschen die als Kathollken die Kirche besudeln (bei Antitheisten stört mich das auch, aber die verlangen wenigstens von mir keine Unterstützung für ihr gottloses Treiben), und dann sag ich das auch. Aber da ich kein Freund davon bin, unschönes unter den Teppich zu kehren und Leichen im Keller zu lagern, muss ich schließlich auch damit leben, dass es aufkommt, wenn Menschen Gott und die Kirche für selbstische Zwecke missbrauchen. Aber von dem Aufregen will ich sowieso weg (und es gelingt auch immer besser, seit ich mir angewöhnt habe, für die zu beten, die mich aufregen), denn die einzige Möglichkeit, wirklich christlich zu sein, ist Christus beim Wort zu nehmen. Dagegen können die Scheinheiligen nicht anstinken, ohne ihre Scheinheiligkeit (oder ihre Kirchenmitgliedschaft) aufzugeben und schöner kann es ja kaum sein.

Gibt es jemanden dem es nichts ausmacht wenn er "seltsam" angeschaut wird nachdem das Gegenüber erfahren hat das man katholisch ist? Ich mein jetzt diese Fragen "DU bist katholisch?" Dieses imaginäre, oft spürbare Kopfschütteln das man durchaus ertragen muss wenn einer erfährt das man katholisch ist. (Vielleicht hat man dieses Erlebnis als Konvertit verstärkt- vermutlich).

Da ja die meisten meines Alters (Mitte 40) und jünger ohnehin mindestens praktische Atheisten sind, sind naturgemäß auch die meisten meiner Freunde mindestens praktische Atheisten. Dabei sind nicht wenige, die in Kindheit und Jugend noch in der Katholischen Kirche engagiert waren, aber wegen der Vorgänge in der Kirche diese verlassen haben (s. Mk 9,42). Mittlerweile gelte ich als Ansprechpartner für kirchliche und historische Themen ("Wer sind eigentlich diese Piusbrüder?" "Haben nur Katholiken Hexen verbrannt." "Kam die Aufklärung aus dem Nichts" und ähnliche Fragen) und scheue mich auch nicht, unsinnigen oder unrichtigen Behauptungen zu widersprechen. Mehr noch (und im Grunde christlicher) bin ich auch so eine Art Beichtvater für Atheisten, wohl wegen meiner ausgeprägten Empathie.

Das katholische Gemeindeleben hier ist bunt und lebendig, und reicht von Medjugorje (wo ich eher skeptisch bin) über Ökologie, Ökonomie, Ökumene bis an die Befreiungstheologie, von HartzIV bis Millionär, von Volksfrömmigkeit bis Hochschultheologie, und dann gibt es noch Glaubenskurse und Hauskreise sowie alle möglichen sozialen und festlichen Veranstaltungen. Da bin ich schon richtig froh, soviele "gottlose" und andersgläubige Bekannte zu haben, sonst wäre das Katholischsein zu einfach.

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Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Was sollte denn die Alternative dazu sein, wenn man an dem festhalten möchte, was das 2. Vatikanische Konzil zum Zölibat der Priester verkündet?

Wenn man das Zölibat aufrecht erhalten will, müsste man sofort handeln.

Stillschweigende Duldung solange kein "öffentliche Ärgernis" entsteht, macht zutiefst unglaubwürdig.

 

Werner

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Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Was sollte denn die Alternative dazu sein, wenn man an dem festhalten möchte, was das 2. Vatikanische Konzil zum Zölibat der Priester verkündet?

Wenn man das Zölibat aufrecht erhalten will, müsste man sofort handeln.

Stillschweigende Duldung solange kein "öffentliche Ärgernis" entsteht, macht zutiefst unglaubwürdig.

 

Werner

Ich ging davon aus, dass die Verheimlichung auch gegenüber dem Ordinariat besteht. Ein schweigendes Dulden von bischöflicher Seite finde ich auch unerhört.
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Hallo Johanna,

 

unter der Verächtlichmachung des christlichen Bekenntnises hat schon der hl. Paulus gelitten. Er aber schrieb:

1 Kor 1,23 ff: wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

 

Christ zu sein heisst eben auch verachtet zu werden und Leid wegen seines Bekenntnisses zu tragen. Aber genau das ist es, was Jesus mit Kreuzesnachfolge meinte.

 

Nochwas: die RKK ist eben der westliche Teil der alten Kirche. Warum sollten irgendwelche Neuerfindungen überzeugender sein, wenn überhaupt Kirche SEINE Kirche ist?

Edited by jet
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AndreasB:

Ja, ich bin gerne katholisch. Manchmal reg ich mich noch auf über Menschen die als Kathollken die Kirche besudeln (bei Antitheisten stört mich das auch, aber die verlangen wenigstens von mir keine Unterstützung für ihr gottloses Treiben), und dann sag ich das auch. Aber da ich kein Freund davon bin, unschönes unter den Teppich zu kehren und Leichen im Keller zu lagern, muss ich schließlich auch damit leben, dass es aufkommt, wenn Menschen Gott und die Kirche für selbstische Zwecke missbrauchen. Aber von dem Aufregen will ich sowieso weg (und es gelingt auch immer besser, seit ich mir angewöhnt habe, für die zu beten, die mich aufregen), denn die einzige Möglichkeit, wirklich christlich zu sein, ist Christus beim Wort zu nehmen. Dagegen können die Scheinheiligen nicht anstinken, ohne ihre Scheinheiligkeit (oder ihre Kirchenmitgliedschaft) aufzugeben und schöner kann es ja kaum sein.

 

Es wäre mal schön Ross und Reiter zu nennen! Wer besudelt die Kirche? Wer missbraucht die Kirche für selbstische Zwecke? Wer ist scheinheilig? Ansonsten bleibt dieses Statement nur eine schlechte Nebelkerze.

 

MfG

Stanley

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Gibt es hier jemandem dem das Herz aufgeht wenn er an Gott im Kontext mit der katholischen Kirche denkt, der voller Freude (und nicht mit einem gleichzeitigen schlechten Gewissen behaftet) Katholik ist, der sich frohen Herzens zu seiner Kirche bekennt- sozusagen mit einem Lächeln auf den Lippen ohne Zweifel oder gar Scham? Und wenn das so ist- weshalb schafft Ihr das so zu fühlen im Angesicht der oben angesprochenen "dunklen Seiten" der Kirche. Sind diese Seiten für Euch nicht vorhanden, kompensiert Ihr sie durch die Liebe Gottes die Ihr täglich spürt (ich red grad von mir) oder wie habt Ihr das für Euch verpackt.

 

Mir geht das Herz auf, wenn ich an Goitt denke.

Im Kontext mit der katholischen Kirche - leider nur sehr begrenzt - in Gegenteil: wenn ich an deren Kirchenleitung denke schmerzt mir eher das Herz.

Es schmerzt mich, weil oftmals geschriebene Regeln und Definitionen wichtiger sind als der konkrete Mensch. Beispiel: Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist reine Paragraphenreiterei - analog zum Pharisäertum, das Jesus so oft kritisierte

 

Es schmerzt mich, weil die Glaubwürdigkeit der RKK den Bach runtergeht, wenn sie selber sich nicht an ihre eignen Regeln hält. Beispiel: Priester, die gegen den Zölibat verstoßen, werden so lange geduldet - oft auch über Jahre hinweg - so lange diese ihre Beziehung verheimlichen. Sobald diese öffentlich sich zu ihrer beziehung bekennen, sind sie weg.

Beispiel 2: "Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen."- Mit diesem Wort Jesu wird eine Ehescheidung aus kirchlicher Sicht absolut unterbunden. Und einem Ehepaar wird normalerweise die Anerkennung der Ehe verweigert. ABER wenn bei der kirchlichen Eheschließung ein Formfehler bestand - dann hat plötzlich diese Ehe vor Gott nie bestanden. :lol:

 

Es schmerzt mich miterleben zu müssen, wie die RKK krampfhaft den Status des Priesters hochhält. Dass sehr guten Laienmitarbeitern der Begriff Seelsorger verwehrt wird, dass ihnen die Gemeindeleitung verwehrt wird, obwohl die Pfarrer unter der Verwaltungslast schier zusammenbrechen.

Es schmerzt mich, dass lieber unfähige Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden anstatt neue Wege, z.B. in der Zölibatsregelung, zu gehen.

 

Es schmerzt mich, dass Menschen in der heutigen Zeit mit ihren Bedürfnissen nicht wahr, geschweige denn ernst genommen werden. Vielmehr werden deren Gedanken, Interessen und Bedürfnisse als Modernismus und "einem-ständigen-Nachrennen-von-Modeerscheinungen" diffamiert.

 

 

Werd` doch einfach protestantisch, dort findest Du alles, was Du vermisst!

 

DAS ist ja wohl eine billige Lösung: "Hau doch einfach ab, wenn es dir nicht gefällt!" Und ich befürchte, genau diese Richtung verfolgt B16 (und Co.): Wir schrumpfen uns gesund.

 

Um ehrlich zu sein,. ich habe einen Konfessionswechsel schon ins Auge gefasst, nur spielt da meine Familie nicht mit.

Aber das kann ja nicht die alleinige Lösung sein!

Dennoch befürchte ich eine weitere Spaltung - viele werden sich still abspalten von ihrer Kirche.

Und auch das schmerzt. Denn im grunde genommen bin ich gerne Katholik, auch wenn es einem manchmal schwer gemacht wird.

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...

Da sind Wissenschaftler wie Karl Rahner +, Hans Urs von Balthasar + der Dekan der theologischen Fakultät in Innsbruck Jozef Niewiadomski um wieder nur einige zu nennen.Sie beweisen dass ein scharfer analytischer Geist kein Hindernis dafür ist katholisch zu sein.

...

 

Von dem hab ich mal einen Vortrag in Münster gehört, zusammen mit Werbick.

Werbick war sehr gut, aber er hat - sorry - nur Kappes gelabert. Wenn ich mich recht erinnere Theater-Theologie oder sowas ähnliches. Kein Wunder, wenn sich dann Leute abwenden.

 

Du mußt es ja wissen........ gegen die gesamte Meinung in Ö. die ihn für einen der fähigsten Theologen des Landes hält.......ergänzt mein Bild über Dich.......

:lol::lol::wub:

 

Soweit ich so die Medien verfolge, hört man hin und wieder was von Körtner aus Wien, der auch zu argumentieren weiss.

 

Aber sorry, was Jozef Niewiadomski angeht: Modeerscheinung, höchstens. Und um Dein Verlangen nach Autoritäten zu stillen: ich wurde von 2 Münsteraner Theologen vorgewarnt, was sich voll bestätigte. Deine Hochachtung wird nicht nur von mir nicht geteilt.

Natürlich ......ih vergass dass Du ja Berger das verlogene Religionsfähnchen für toll hältst........warum soll dann Dein Urteil über N. oder überhaupt eine Deiner Meinungen ernst nehmen.

Edited by wolfgang E.
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