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Die katholische Kirche und der Missbrauch


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Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb rorro:

 

Sowas lernt man bestenfalls zuhause.

 

Natürlich kann es eine Kultur der Verantwortungsflucht geben (aus der Industrie könnte ich da Bücher schreiben!), doch schuldig wurde und wird immer der Einzelne. 
 

„Das dachte man damals so“ ist eben keine Entschuldigung, egal ob „man“ sich auf eine Gruppe oder ein Volk bezieht.

 

 

"Zuhause" ist auch eine Institution.

 

Diejenigen, die an einem System gescheitert sind zu verdammen, um dem System nicht zu schaden, halte ich auch nicht für besonders verantwortungsvoll. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb Merkur:

"Zuhause" ist auch eine Institution.

 

Diejenigen, die an einem System gescheitert sind zu verdammen, um dem System nicht zu schaden, halte ich auch nicht für besonders verantwortungsvoll. 

 

Mit geht es nicht ums „System“. Wir reden von alleinstehenden Männern mit garantierter lebenslanger Versorgung in damals verantwortlicher Position (Ordensobere und Bischöfe). Die sind an sich selbst gescheitert, wenn sie zu feige waren. Was existentiell hatten sie zu verlieren? Ziemlich genau nichts.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Merkur:

Diejenigen, die an einem System gescheitert sind zu verdammen, um dem System nicht zu schaden, halte ich auch nicht für besonders verantwortungsvoll. 

 

Es ist am Herrn zu verdammen oder zu retten. Dass dieser Systeme oder äußere Umstände in sein Urteil einbezieht, und so schwerste Sünden relativiert, davon ist mir nichts bekannt.

Geschrieben
Am 13.3.2026 um 11:57 schrieb SteRo:

 

... und wenn es in einer Gemeinschaft Verbrecher gibt, dann bedeutet dies nicht, dass die gesamte Gemeinschaft eine Verbrechergemeinschaft ist.

 

Hier haben wir allerdings den Fall, dass sich Verbrecher gegenseitig die Beichte abnehmen und sich von Sünde lossprechen können. Das Dogma, dass die Wirksamkeit der Sakramente nicht von der Würdigkeit des instrumentellen Sakramentspenders abhängt, erweist sich hier also als außerordentlich vorteilhaft. Unter Berücksichtigung, dass die Würdigkeit des Beichtenden von dessen Reue abhängt, der Maßstab für eine ausreichende Reue aber von der Amtskirche soweit reduziert wurde, dass bloßes Lippenbekenntnis schon als ausreichend Reue gilt, könnten all diese Verbrecher tatsächlich frei von Sünde und Schuld gewesen sein, insbesondere immer bevor sie sich anschickten das nächste Verbrechen zu begehen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 14 Stunden schrieb SteRo:

 

Es ist am Herrn zu verdammen oder zu retten. Dass dieser Systeme oder äußere Umstände in sein Urteil einbezieht, und so schwerste Sünden relativiert, davon ist mir nichts bekannt.

Das glaube ich dir. Mein Thema war allerdings ein anderes. Ich schrieb davon, was Menschen tun, nicht davon, was Gott tut. 

bearbeitet von Merkur
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Merkur:

Das glaube ich dir. Mein Thema war allerdings ein anderes. Ich schrieb davon, was Menschen tun, nicht davon, was Gott tut. 

 

Ja, aber du weist in die falsche Richtung. Denn wenn Menschen Richtiges tun können, dann nur mit Gott. Wenn Menschen an sich selbst scheitern, weil sie sich von Gott abwenden, dann tragen sie Schuld und dann soll man nicht sagen, dass ein gedachtes System schuld sei.

Geschrieben
vor 40 Minuten schrieb SteRo:

 

Ja, aber du weist in die falsche Richtung. Denn wenn Menschen Richtiges tun können, dann nur mit Gott. Wenn Menschen an sich selbst scheitern, weil sie sich von Gott abwenden, dann tragen sie Schuld und dann soll man nicht sagen, dass ein gedachtes System schuld sei.

Wie kommst du darauf, dass sie sich von Gott abwenden? Gerade bei Klerikern halte ich das für abwegig. 

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Merkur:

Wie kommst du darauf, dass sie sich von Gott abwenden? Gerade bei Klerikern halte ich das für abwegig. 

 

Bei Klerikern, die die hier genannten Verbrecher sind, ist die Ursache die Abwendung von Gott. Denn das Böse ist die Abwesenheit des wahrhaft Guten.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb SteRo:

 

Bei Klerikern, die die hier genannten Verbrecher sind, ist die Ursache die Abwendung von Gott. Denn das Böse ist die Abwesenheit des wahrhaft Guten.

Dazu habe ich gerade gefragt, wie du darauf kommst. 

Geschrieben
Gerade eben schrieb Merkur:

Dazu habe ich gerade gefragt, wie du darauf kommst. 

Weil das Böse die Abwesenheit des wahrhaft Guten ist.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Merkur:

Dazu habe ich gerade gefragt, wie du darauf kommst. 

Naja - im Prinzip ist es eine logische Konsequenz aus der Arsenokotoi-Stelle. Sie wandten sich ab und vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen.

 

Fehlverhalten, insbesondere sexuelles, wird gerade im paulinischen Kontext als Folge und Ausdruck der Abwendung von Gott verstanden. Wer in Gott ist, dem käme es nicht in den Sinn so zu handeln.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Flo77:

... Wer in Gott ist, dem käme es nicht in den Sinn so zu handeln.

Wird das einfach so behauptet oder gibt es Argumente, mit deren Hilfe man zu diesem Schluss kommt? 

Werner Hoffmann
Geschrieben (bearbeitet)

Soweit ich weiß gibt es dazu eine Buchveröffentlichung für die Jahre 1941  bis 2002 und der zweite Band für das erste Viertel des 21. Jahrhunderts folgt.

Die Veröffentlichung trägt den Titel:

SEXUELLE GEWALT AN MINDERJÄHRIGEN IM ERZBISTUM PADERBORN 
Eine historische Untersuchung 1941 - 2002
von Nicole Priesching/ Christine Hartig
Verlag BRILL SCHÖNINGH

Es gibt einen katholischen Priester, der gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ankämpft, zumal er selbst früher sexuell missbraucht wurde in dieser Kirche.
Sein Buch zu diesem Thema:

ROTHE. WOLFGANG. MISSBRAUCHTE KIRCHE. EINE ABRECHNUNG MIT DER KATHOLISCHEN SEXUALMORAL UND IHREN VERFECHTERN.

Das ist für den Priester sicher nicht einfach als "Nestbeschmutzer" aufzutreten und "mit Dreck zu werfen", was ja richtig und mutig ist, denn die Wahrheit muss ja gesagt und aufgedeckt werden.

 

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/sexueller-missbrauch-erzbistum-paderborn-studie-erzbischof-degenhardt-100.html

 

Die katholische Kardinäle haben die Täter gedeckt und die Taten vertuscht. Mindestens 500 Kinderseelen betroffen.
https://www.wp.de/sauer-und-siegerland/article411445275/missbrauch-im-erzbistum-paderborn-die-vorstellung-der-studie-im-liveticker.html
 

bearbeitet von Werner Hoffmann
Geschrieben
vor 23 Minuten schrieb Merkur:

Wird das einfach so behauptet oder gibt es Argumente, mit deren Hilfe man zu diesem Schluss kommt? 

Dahinter steht eine simple Logik: Wer in Gott ist, kann nicht sündigen. Wer also sündigt, kann nicht in Gott sein. Wenn Gott die Liebe ist, dann muss der Mensch sich von Gott abwenden um lieblos zu handeln. Jede ausgeführte Sünde ist entweder an sich eine Abwendung von Gott oder aber Ausdruck der Abwendung von Gott, die Reue und Umkehr erfordert. An welchem Punkt nun jemand lieblos und von Gott abgewendet handelt, darüber streitet sich die Kirche allerdings, bzw. ist etwas schwammig in ihren Definitionen.

 

So gibt es bis heute in der Kirche Sündenkataloge, d.h. Listen mit Verhaltensweisen, die per se als Sünde verstanden werden. Diese Katalogsünden sind nicht abhängig von der tatsächlichen Intention oder dem individuellen Status des Sünders, sondern werden objektiv so bewertet.

 

Dem diametral gegenüber steht die Theorie, daß die Sünde überhaupt nur in der bewussten und willentlichen Abwendung von Gott geschehen kann. Weshalb sie am Ende des Tages jede Form des Ausdrucks annehmen kann.

 

Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde, ist, daß in den Lehren Jesu vorallem Unterlassungssünden ein Problem sind, die in der modernen Katechese nach meinem Gefühl eine weitaus untergeordnete Rolle spielen, wenn sie nicht sogar ganz unter den Tisch fallen. Wo Jesus fordert die Hungrigen zu sättigen usw. und so aktiv eine gerechtere und barmherzigere Welt zu schaffen, konzentriert sich die Kirche eher auf die Dinge, die man meiden soll. Es gibt diese "Unterlassungssünden" noch, aber sie sind ziemlich vergruschelt und mit anderem vermischt. So steht die Forderung dem Arbeiter seinen gerechten Lohn zu zahlen zwischen Brudermord und Sodomitertum, Almosen geben aber unter den "Ratschlägen" für die Fastenzeit zusammen mit Fasten (einer Bußübung) und Gebet (einer spirituellen Pflicht).

Geschrieben
vor 40 Minuten schrieb Flo77:

Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde, ist, daß in den Lehren Jesu vorallem Unterlassungssünden ein Problem sind, die in der modernen Katechese nach meinem Gefühl eine weitaus untergeordnete Rolle spielen, wenn sie nicht sogar ganz unter den Tisch fallen. ...

Das liegt möglicherweise an einer Verschiebung der Begriffsbedeutung: Weg von der Innerlichkeit und hin zu einem weltlichen Strafrecht mit abstrakt-generellen Tatbeständen, Subsumtionen und Urteilen. Mit Abwendung von Gott hat so etwas nach meinem Begriffsverständnis nicht viel zu tun. Man braucht ein Wörterbuch, um diese Sprache zu verstehen. 

Geschrieben
Am 13.3.2026 um 17:32 schrieb rorro:

Ich spreche von "Beleg". Du weißt was ein Beleg ist, oder? Wissenschaflich "Evidenz" genannt. Die fehlt. Komplett. Bislang bewegst Du Dich auf diesem Niveau, dazu kommt ein confirmation bias, da Du die kath. Sexuallehre apriori für falsch hälst.

 

Das ist wissenschaftlich zu leicht durchschaubar. Tut mir Leid.

 

Es gibt in sehr vielen Bereichen keine randomisiert-kontrollierte Studien, sondern nur andere Arten von Belegen ("evidence"), die aber doch als so überzeugend betrachtet werden, dass sie eine bestimmte Annahme sehr stark stützen oder sogar jeden vernünftigen an ihrer Korrektheit Zweifel ausräumen. In diesen Fällen ist es rational und angemessen, das, was als sehr plausibel und als sehr naheliegend zu betrachten ist, auch als wahrscheinlich zu akzeptieren, und sein Handeln entsprechend anzupassen. Und genau das tun wir im Alltag auch ständig, und alles andere würden wir als unvernünftig empfinden. 

 

Es gibt aus naheliegenden Gründen beispielsweise auch keine randomisiert-kontrollierten Studien dazu, dass jahrelange schwere Misshandlungen und jahrelanger schwerer sexueller Missbrauch im Kindesalter psychisches Leiden und psychische Probleme im Erwachsenenalter begünstigen - und doch hat wohl niemand einen ernsthaften Zweifel daran, dass das so ist. In derartigen oder ähnlichen Fällen, in denen ein Zusammenhang offenkundig ist, von "Scheinkorrelationen" zu sprechen (siehe Deinen entsprechenden Link), würde ans Absurde grenzen. Wenn eine starke Korrelation zwischen A und B besteht, wenn befriedigende alternative Erklärungen (ohne Annahme eines ursächlichen Verhältnisses kaum zu finden sind, wenn vielleicht weitere gute Indizien für eine kausale Verbindung zwischen A und B bestehen, und wenn zudem eine solche ursächliche Verbindung (psychologisch) als absolut naheliegend oder geradezu evident erscheint: dann ist dies ein guter und vernünftiger Grund, bis zum Beweis des Gegenteils auch tatsächlich von einer kausalen Relation auszugehen. Dann kann man auch davon sprechen, dass es (gute) Belege ("(good) evidence") gibt.

 

Dass Schuld- und Schamgefühle dazu beitragen, dass Opfer von sexuellem Missbrauch den Missbrauch eher verschwiegen, lässt sich zwar ebenfalls nicht im Sinne einer randomisiert-kontrollierten Studie beweisen - aber viele Betroffenen erklären, dass sie (auch) wegen Scham- und Schuldgefühlen keine Hilfe gesucht haben, und ein kausaler Zusammenhang ist hier psychologisch sehr naheliegend. (Vile Opfer entwicklen solche Schuld- und Schamgefühle.) Ebenfalls sehr plausibel ist es, dass eine Moral, die dafür sorgt, dass der junge Mensch seine eigene Sexualität stark mit Sünde und Schuld assoziiert, nicht etwa positives sexuelles Selbstbewusstsein fördert, sondern vielmehr Schuld- und Schamgefühle im Bereich der Sexualität erzeugt. Und dass jemand, der im Hinblick auf seine Sexualität ohnehin starke Schuld- und Schamgefühle hat, im Fall des Missbrauchs eher disponiert ist, noch mehr Schuld- und Schamgefühle zu entwickeln als jemand, der ein sehr positives, entspanntes und selbstbewusstes Verhältnis zu seiner Sexualität hat, ist doch zumindest sehr naheliegend. 

 

Und Entsprechendes ließe sich auch im Zusammenhang mit sexueller Unreife sagen, die nach den Analysen von vielen Priestern vorliegt, welche sexuellen Missbrauch begehen: Dass diese Unreife ein wichtiger begünstigender Faktor für den Missbrauch ist, ist zwar nicht im Sinne von randomisiert kontrollierten Studien bewiesen; es ist aber sehr naheliegend und wird offenbar von Fachleuten auch nicht ernsthaft bezweiflt. Und dass eine Moral, die praktisch jegliche Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität strengstens verbietet, kaum geeignet ist, zur Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität beizutragen - und also sexuelle Integration und Reife zu fördern -, ist eigentlich evident. 

 

Der Vorwurf mit "confirmation bias" ist völlig aus der Luft gegriffen. Ich halte die kath. Sexualmoral nicht deshalb für schädlich und gehe nicht deshalb davon aus, dass sie einen potentiellen Risiko-Faktor für sexuellen Missbrauch darstellt, weil ich sie für falsch halte, sondern weil solche Zusammenhänge sehr plausibel sind. Und das sehe ja nicht nur ich so, sondern solche Zusammenhänge werden auch klar in den hier genannten bzw. verlinkten Gutachten hergestellt. Ich habe die entsprechenden Schlussfolgerungen auch ausführlich begründet. 

 

Zudem bist Du erneut auf zwei wesentliche Fragen aus meinem Beitrag nicht eingegangen, obwohl ich sie Dir schon öfter gestellt habe. Hier sind sie nochmals:

 

"Ich habe Dich (und andere "konservative Katholiken") in solchen Zusammenhängen schon mehrfach gefragt, wie Deiner Meinung nach ein junger Mensch seine Sexualität in seine Persönlichkeit integrieren und sich mit ihr bewusst auseinandersetzen soll, wenn absolut jeder sexuelle Impuls, jede sexuelle Empfindung, jede sexuelle Fantasie schwere Sünde ist (bei "Zustimmung") oder zumindest eine Gefahr zur schweren Sünde darstellt (ohne "Zustimmung")? Wenn daher jede sexuelle Empfindung stets mit aller Entschiedenheit gemieden und zurückgewiesen werden muss?

Eine Antwort habe ich nie bekommen. Dabei ist das doch eine absolut naheliegende, relevante und legitime Frage. Wenn Du eine Antwort hast, warum gibst Du sie mir nicht einfach?"

 

"Zudem stellt die Vermittlung der kath. Sexualmoral selbst eine Form des psychischen Missbrauchs dar, weil sie - wo sie "gelingt" - eben eine normale und natürliche Entwicklung mit erheblicher Schuld und Scham belastet und eine gesunde Integration erschwert. Das hat nicht nur potentielle negative Konsequenzen, sondern es ist auch in sich selbst negativ. 

Ich habe Dir und anderen konservativen Katholiken in diesem Kontext wiederholt bereits folgende Frage gestellt: Wenn selbst der kleinste sexuelle Impuls immer eine Versuchung zur (schweren) Sünde ist, oder - wenn man ihm "zustimmt" - sogar vollendete (schwere) Sünde: Wie soll man Eurer Meinung nach einem jungen Menschen dann glaubwürdig vermitteln, dass seine Sexualität etwas Gutes und Gesundes ist? Nicht eine künftige eheliche Sexualität, nicht eine völlig abstrakte Sexualität, sondern seine ganz reale, sich entwickelnde Sexualität?

Auch darauf habe ich nie eine Antwort bekommen, obwohl doch auch diese Frage absolut legitim und naheliegend ist. Wenn es eine gute Antwort gibt und hier keinesfalls eine Aporie der kath. Sexualmoral sichtbar wird - wieso nennt dann niemand hier diese Antwort?"

 

Erneut: Wenn Du und die anderen konservativen Katholiken hier auf solche naheliegenden Fragen bzw. Einwände eine gute Antwort habt, wieso wird sie dann nie gegeben? 

Geschrieben
Am 14.3.2026 um 10:22 schrieb SteRo:

Erzbischof Bentz zu Missbrauch: Institutionelles Versagen der Kirche

 

Die am Donnerstag vorgestellte Missbrauchs-Studie der Universität Paderborn habe bestätigt, dass es beim Missbrauch in der Kirche nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um institutionelles Versagen gehe, so Bentz am Freitag vor Medienvertretern in Paderborn.

 

Eine verhängnisvolle Aussage ... und das wieder von einem Bischof

 

Ich vermute, dass das gut gemeint, aber schlecht formuliert ist. Man hätte vor dem ersten "um" noch ein "nur" und vor dem zweiten "um" ein "auch" hinzufügen sollen. 

 

Am 14.3.2026 um 10:41 schrieb rorro:

„Das war nicht XXX, das war die Institution“.

 

Besser kann man sich vor Verantwortung nicht drücken.

 

Du fällst auf der anderen Seite vom Pferd herunter. Natürlich ist es sehr wichtig, individuelle Schuld anzuerkennen. Keine Frage. Aber menschliches Handeln hängt sehr stark von (institutionellen) Rahmenbedingungen ab. Dass wir nicht wie einst (zeitweise) die Wikinger ständig damit befasst sind, andere Leute zu überfallen und abzuschlachten, oder uns in Blutfehden zu ergehen, oder dass es bei uns nicht zehntausende Angehörige repressiver Geheimpolizeien gibt: das liegt nicht daran, dass wir von Geburt aus bessere Menschen wären. Es liegt daran, dass wir in einem anderen Rahmen sozialisiert wurden und in einem anderen Rahmen leben als andere. Viele Probleme kann man nicht dadurch lösen, dass man an das Gewissen des Einzelnen appelliert, sondern nur dadurch (weitgehend) in den Griff bekommen, dass man die (institutionellen) Bedingungen ändert. 

Geschrieben
vor 55 Minuten schrieb iskander:

Es gibt in sehr vielen Bereichen keine randomisiert-kontrollierte Studien, sondern nur andere Arten von Belegen ("evidence"), die aber doch als so überzeugend betrachtet werden, dass sie eine bestimmte Annahme sehr stark stützen oder sogar jeden vernünftigen an ihrer Korrektheit Zweifel ausräumen. In diesen Fällen ist es rational und angemessen, das, was als sehr plausibel und als sehr naheliegend zu betrachten ist, auch als wahrscheinlich zu akzeptieren, und sein Handeln entsprechend anzupassen. Und genau das tun wir im Alltag auch ständig, und alles andere würden wir als unvernünftig empfinden. 

 

Zum x-ten Mal: um die katholische Sexualmoral als wichtigen Einflußfaktor herausstellen zu können, müßte man feststellen, daß es in ähnlichen Situationen ohne diese Moral, also Konstellationen mit ähnlichem Machtgefälle und Zugang zu Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene, zu weniger Übergriffen kommt.

 

Dieser Beleg fehlt.

 

Das ist Wissenschaft. 

 

Alles darunter ist Spekulation oder die berühmte "Schätzung durch Experten", die durch keine Bachelorarbeit käme, geschweige denn irgendeinen wissenschaftlichen Anspruch.

 

Du kannst Dich an Spekulatonen so viel beteiligen wie Du willst, mehr ist es auch nicht.

 

Deine nicht beantwortete Fragen beziehen sich auf die Bewertung der Sexualmoral per se. Da habe ich schon mehr als einmal klargemacht, daß ich da einen Austausch mit Dir als sinnlos erachte (aus vielerlei Gründen, die ich z.T. schon mitgeteilt habe). Das Thema werde ich nicht wieder aufwärmen.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb rorro:

Dieser Beleg fehlt.

Wie soll man belegen, dass das Leben der Betroffenen anders verlaufen wäre, wenn sie diese Moral nie kennengelernt hätten? Wäre es nicht eher Aufgabe ihrer Verfechter nachzuweisen, dass sie nicht schädlich ist, obwohl vieles darauf hindeutet? 

Geschrieben
vor 13 Minuten schrieb Merkur:

Wie soll man belegen, dass das Leben der Betroffenen anders verlaufen wäre, wenn sie diese Moral nie kennengelernt hätten?

 

Das habe ich nicht behauptet. 

 

Alles was ich will, sind wiss. Basics zu beachten. Wenn Ihr die nicht kennt, ist das nicht mein Problem. Echt nicht.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb rorro:

 

Alles was ich will, sind wiss. Basics zu beachten. Wenn Ihr die nicht kennt, ist das nicht mein Problem. Echt nicht.

Dann erzähl mal, wie man das hier belegen soll. Wenn das zu den wissenschaftlichen Basics gehört, wird dir das sicherlich nicht schwer fallen.  

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Merkur:

Man braucht ein Wörterbuch, um diese Sprache zu verstehen. 

Und da beißt sich die Katze ja permanent in den Schwanz. Ohne einen Übersetzer ist diese Sprache auch nicht (mehr) verständlich. Eigentlich sollten das ja die Bischöfe und Kleriker übernehmen, aber da ist wahrscheinlich genauso Sprachlosigkeit bzw. Missverständnis gegeben. Wenn SteRo hier die Katechesen von Leo kommentiert, blinkert das auch öfter auf...

Geschrieben

https://www.ilmessaggero.it/de/papst_leo_und_gareth_gore_ein_aufschlussreiches_gesprach_uber_opus_dei-9419578.html

 

Gareth Gore behauptet, es gebe „jahrzehntelange Vorwürfe von Missbrauch des Gewissens und der Moral“, angefangen bei der Ausbildung von Kindern bis hin zur Manipulation der eigenen Mitglieder, insbesondere der Schwächsten. „Ich habe nicht vor, ins Detail zu gehen, was der Papst mir gesagt hat oder welche Fragen er gestellt hat – ich überlasse es dem Vatikan zu entscheiden, was er über das Treffen sagen will“, schrieb der Journalist. 

Geschrieben
Am 15.3.2026 um 17:11 schrieb Merkur:

Dann erzähl mal, wie man das hier belegen soll. Wenn das zu den wissenschaftlichen Basics gehört, wird dir das sicherlich nicht schwer fallen.  

 

Ich denke rorro meint sowas wie Vergleichsstudien. Um zum Beispiel die Wirksamkeit eines Medikaments wissenschaftlich zu prüfen reicht es ja auch nicht aus einfach nur Menschen mit bestimmten Symptomen eine Mittel zu geben und zu schauen was passiert. Sondern man vergleicht eben mehrere Gruppen mit derselben Symptomatik, die verschiedene Mittel bekommen. Erst dadurch kommt man dann zur Erkenntnis, dass z.B. Homöpathie keine nachweisbare Wirkung über den Placeboeffekt hinaus hat.

Geschrieben

Sowohl bei den Taten als auch bei den Reaktionen darauf wäre dann zu bestimmen, welche Situationen vergleichbar sind und warum. Ist in bezug auf Mißbrauchsfälle ein heutiger Sportverein in einer Großstadt z. B. ohne weiteres mit einem streng religiös geführten ländlichen Internat in den 50er Jahren zu vergleichen? Könnte man aus einem solchen Vergleich belastbare Schlüsse ziehen?  

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