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Papstbesuch in Spanien


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Jedenfalls verliert die spanische Kirche gerade die spanische Jugend, wenn sie deren berechtigten Sorge und Nöte nicht ernstnimmt und sich, weil ihr ach so heilige WJT mitangegriffen wird auf die ihr immer eigene Wagenburgmentalität besinnt.

Bingo.

 

Oder: fast bingo. Die Realität ist, dass die spanische Kirche die Jugend schon längst weitgehend verloren hat und nun eigentlich gut daran tun würde, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich stehe kopfschüttelnd vor den starrsinnigen Entwicklungen. Wie kann man nur so doof sein? Und wie kann man nur so weit vom Empfinden normaler Menschen wegkommen? (Ach ja, die Antwort heißt: Zeitgeist. Den muss man bekämpfen. Und Jugend IST der Zeitgeist.)

 

Die Jugend gibt es nicht.

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Jedenfalls verliert die spanische Kirche gerade die spanische Jugend, wenn sie deren berechtigten Sorge und Nöte nicht ernstnimmt und sich, weil ihr ach so heilige WJT mitangegriffen wird auf die ihr immer eigene Wagenburgmentalität besinnt.

Bingo.

 

Oder: fast bingo. Die Realität ist, dass die spanische Kirche die Jugend schon längst weitgehend verloren hat und nun eigentlich gut daran tun würde, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich stehe kopfschüttelnd vor den starrsinnigen Entwicklungen. Wie kann man nur so doof sein? Und wie kann man nur so weit vom Empfinden normaler Menschen wegkommen? (Ach ja, die Antwort heißt: Zeitgeist. Den muss man bekämpfen. Und Jugend IST der Zeitgeist.)

Das sehe ich insofern ein bisschen anders als Clown, als das Problem der spanischen Kirche m.E. nichts (oder wenig) mit dem Weltjugendtag zu tun hat.

Viele spanische Bischöfe sind es noch gewohnt, zu befehlen und erwarten zu können, dass die Gläubigen gehorchen (oder zumindest nicht offiziell dagegen reden). Auseinandersetzung mit und in einer säkularen Öffentlichkeit ist für viele Bischöfe und Priester dort etwas Neues, Aufbau von Gemeindearbeit, die über Sakramentenspendung und Sakramentalkatechese hinausgeht, ebenso.

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Die Jugend gibt es nicht.

 

Mag sein. Aber die Hälfte der spanischen Jugend ist arbeitslos. Wenn sich die Kirche bei deren berechtigten Demonstrationen darauf beschränkt, wie schlimm doch Kritik am WJT sei, dann braucht sie sich auch nicht zu wundern, wenn sie die Stellung, die die Kirche in Spanien 500 Jahre lang hatte, in fünf Jahren verspielt.

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Jedenfalls verliert die spanische Kirche gerade die spanische Jugend, wenn sie deren berechtigten Sorge und Nöte nicht ernstnimmt und sich, weil ihr ach so heilige WJT mitangegriffen wird auf die ihr immer eigene Wagenburgmentalität besinnt.

Bingo.

 

Oder: fast bingo. Die Realität ist, dass die spanische Kirche die Jugend schon längst weitgehend verloren hat und nun eigentlich gut daran tun würde, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich stehe kopfschüttelnd vor den starrsinnigen Entwicklungen. Wie kann man nur so doof sein? Und wie kann man nur so weit vom Empfinden normaler Menschen wegkommen? (Ach ja, die Antwort heißt: Zeitgeist. Den muss man bekämpfen. Und Jugend IST der Zeitgeist.)

Das sehe ich insofern ein bisschen anders als Clown, als das Problem der spanischen Kirche m.E. nichts (oder wenig) mit dem Weltjugendtag zu tun hat.

Viele spanische Bischöfe sind es noch gewohnt, zu befehlen und erwarten zu können, dass die Gläubigen gehorchen (oder zumindest nicht offiziell dagegen reden). Auseinandersetzung mit und in einer säkularen Öffentlichkeit ist für viele Bischöfe und Priester dort etwas Neues, Aufbau von Gemeindearbeit, die über Sakramentenspendung und Sakramentalkatechese hinausgeht, ebenso.

Militärischer und kirchlicher Pomp par exceellence.

Wer heute in Spanien Bischof ist, wurde noch in diesem Geist erzogen und hat vermutlich auch noch in diesem Geist studiert, denn gerade die spanische Kirche wurde nicht auf einmal nach 1975 zum Demokratiefreund.

 

Werner

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Jedenfalls verliert die spanische Kirche gerade die spanische Jugend, wenn sie deren berechtigten Sorge und Nöte nicht ernstnimmt und sich, weil ihr ach so heilige WJT mitangegriffen wird auf die ihr immer eigene Wagenburgmentalität besinnt.

Bingo.

 

Oder: fast bingo. Die Realität ist, dass die spanische Kirche die Jugend schon längst weitgehend verloren hat und nun eigentlich gut daran tun würde, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich stehe kopfschüttelnd vor den starrsinnigen Entwicklungen. Wie kann man nur so doof sein? Und wie kann man nur so weit vom Empfinden normaler Menschen wegkommen? (Ach ja, die Antwort heißt: Zeitgeist. Den muss man bekämpfen. Und Jugend IST der Zeitgeist.)

Die Jugend gibt es nicht.

Natürlich nicht. Genauso wenig, wie den Zeitgeist.

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Nur fürs Protokoll: Ich bin nicht homophob (auch nicht verkappt). Ich habe Schwule und Lesben im erweiterten Freundeskreis. Ich finde manche Äußerungen des Papstes zu diesem Thema (v.a. Homosexualität und Pädophilie in einen Zusammenhang zu bringen, wofür es ebenso wenig einen Beweis gibt wie für einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie) eine Sauerei und kann verstehen, dass Homosexuelle sich darüber ärgern und mit der katholischen Kirche nichts mehr zu tun haben zu wollen.

 

Es stört mich, und zwar speziell bei Epicureus, allerdings, dass er Toleranz zwar einfordert - er will seinen Partner ungestört in der Öffentlichkeit küssen dürfen und dieselben Rechte wie eine heterosexuelle Ehe, was sein gutes Recht ist - aber nicht bereit ist, die anderen Gruppen zu gewähren: Beten in der Öffentlichkeit? Erregt Ärgernis, daher verbieten. Rauchen? Am besten ganz verbieten! Waffenstudenten? Sollen am besten vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden. Papstbesuch? Wir wollen "Madame Ratzinger" nicht und den Besuch am liebsten unmöglich machen.

 

Fürs Protokoll: Ich bin kein Waffenstudent, ich werde nicht zum Papstbesuch fahren, ich finde vieles an Ratzinger / Benedikt zu kritisieren, ich bete nicht so auffällig, dass es im Umkreis von 100 Metern jeder merkt und ich rauche zwar gelegentlich, könnte aber problemlos darauf verzichten. Dennoch regt es mich auf, wenn jemand zwar Toleranz für sich und seinen Lebensentwurf einfordert, aber sehr schnell dabei ist, Dinge, die er ablehnt, verbieten zu wollen.

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Mich stört es im Hinblick auf das Threadthema, wenn die spanische Kirche zwar für sich die (religiöse) Versammlungsfreiheit in Anspruch nimmt, aber nicht gewillt ist, das auch ihren Gegnern zuzugestehen.

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Mich stört es im Hinblick auf das Threadthema, wenn die spanische Kirche zwar für sich die (religiöse) Versammlungsfreiheit in Anspruch nimmt, aber nicht gewillt ist, das auch ihren Gegnern zuzugestehen.

Das liegt daran, dass die Kirche die Wahrheit Gottes verkündet, ihre Gegner und Kritiker aber Unwahrheit und Verwirrung propagieren.

Darum muss die Kirche ihre Stimme erheben. Und darum sollen die Gegner und Kritiker schweigen. Oder notfalls zum Schweigen gebracht werden.

bearbeitet von Mecky
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Mich stört es im Hinblick auf das Threadthema, wenn die spanische Kirche zwar für sich die (religiöse) Versammlungsfreiheit in Anspruch nimmt, aber nicht gewillt ist, das auch ihren Gegnern zuzugestehen.

Wie ich eben indirekt sagte: Die spanische Kirche (jedenfalls das Episkopat) dürfte so ziemlich das rückständigste in Europa sein, was ganz einfach damit zusammenhängt, dass diese Kirche bis vor 35 jahren in enger Symbiose mit einer Diktatur lebte, die die vorkonzilaren kirchlichen Lehren vom katholischen Staat, der andeer bekenntnisse und meinungen gefälligst zu unterdrücken habe, freudig teilte und sich zunutze machte.

Während Bischöfe in anderen Ländern auf die harte Tour (durch feindlich gesinnte Diktaturen) lernten, dass das Unterdrücken anderer Meinungen schnell zu einem bösen Bumerang werden kann, und sich deshalb zum großen teil auf die Seite der Meinungsfreiheit schlugen, lief es in Spanien genau andersherum. Dort wurde die Diktatur als sehr freundlich und die Meinungsfreiheit als sehr schädlich empfunden. Das wirkt wohl bis heute nach.

 

Werner

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Militärischer und kirchlicher Pomp par exceellence.

Wer heute in Spanien Bischof ist, wurde noch in diesem Geist erzogen und hat vermutlich auch noch in diesem Geist studiert, denn gerade die spanische Kirche wurde nicht auf einmal nach 1975 zum Demokratiefreund.

Und ist es nicht bis heute. Und weil die KK dort so rückständig ist, sind dort auch die Kirchengegner etwas entschiedener als anderswo.

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Genau, sonst besteht die Gefahr einer Diktatur des Mysteriums. Beides steht in einem Spannungsverhältnis. Ich denke aber, daß in unserer Professoren- und Mittelstandskirche der Aspekt des Mysteriums derzeit zu kurz kommt. - Ich weiß nicht, ob Werner soweit gehen würde, daß die Auffassung, daß homosexuelle Handlungen heilsgefährdend sind, von ihren Gegnern bei nicht-rationaler Begründung leichter akzeptiert würde.

 

Ich denke schon. Denn dann träte ja offen zutage, dass die kirchliche Ablehnung von Homosexualität auf einer Stufe mit Bachblütentherapie, Erdstrahlen und anderen Scharlatanereien steht.

Ich hoffe nicht.

Denn das würde bedeuten, dass er die rationale Auseinandersetzung ablehnt.

 

"Es träte offen zutage, dass...." - "Es ist so, und wer anderer Meinung ist, ist kein Gesprächspartner und soll sich gefälligst nicht als solcher verstehen."

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fromme Pilger knien demonstrativ vor Gegendemonstranten. Die ach so fromme Haltung soll wohl andeuten, dass für die Gegner gebetet wird. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Gebetes, das ursprünglich als Gespräch mit Gott gedacht war.

Verliebte Homos küssen demonstrativ an der Fahrtroute des Papstes. Die ach so zärtliche Geste soll wohl andeuten, dass sie einander lieben. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Kusses, der ursprünglich als Ausdruck der Zuneigung gedacht war.

 

Nur fürs Protokoll: es ist mir scheißegal, wo sich die küssen.

Man kann nämlich souverän darüber hinwegsehen; auch als Papst.

Und ich würde von jeder Behörde erwarten, dass sie die dort herumküssen lässt. Je öfter, je Nullmeldung.

 

Erst, wenn sie beginnen, die Veranstaltung zu stören, zu behindern, andere Menschen zu belästigen oder von ihnen irgendein Sicherheitsrisiko ausgeht, ist das behördliche Aufmerksamkeit wert. Und nichts davon war bisher der Fall.

 

Für mich ist dieses demonstrative Hinknien zum Gebet eine Instrumentalisierung der Verbindung zu Gott. Und das ist etwas anderes, als wenn zwei Menschen öffentlich ihre Zuneigung zur Schau stellen. Dieses Gebet vor den Gegendemonstranten zeigt einmal, dass man die Verbindung zu Gott demonstriert, so ein bisschen, als ob man zu seinem großen Bruder geht und ihm petzt. Und das zweite: man betet für die armen Verirrten. Gott wird gebeten einzugreifen, weil die Gegendemonstranten auf dem falschen Weg sind. Das sieht so aus, als wollte man auch noch, dass der große Bruder zu Hilfe eilt.

 

Der Glaube wird also zum Instrument, um die anderen - womöglich mit Gottes Hilfe, denn es wurde ja zu Gott gebetet - dazu zu bringen, endlich das zu tun, was man selbst für richtig hält. Das ist genau die Haltung, die Mecky weiter oben so eklig findet. Nicht nur er. Besonders Gläubige, für die das Gespräch mit Gott eine große spirituelle Bedeutung hat, sind von solchen Vorführungen angewidert.

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fromme Pilger knien demonstrativ vor Gegendemonstranten. Die ach so fromme Haltung soll wohl andeuten, dass für die Gegner gebetet wird. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Gebetes, das ursprünglich als Gespräch mit Gott gedacht war.

Verliebte Homos küssen demonstrativ an der Fahrtroute des Papstes. Die ach so zärtliche Geste soll wohl andeuten, dass sie einander lieben. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Kusses, der ursprünglich als Ausdruck der Zuneigung gedacht war.

 

Nur fürs Protokoll: es ist mir scheißegal, wo sich die küssen.

Man kann nämlich souverän darüber hinwegsehen; auch als Papst.

Und ich würde von jeder Behörde erwarten, dass sie die dort herumküssen lässt. Je öfter, je Nullmeldung.

 

Erst, wenn sie beginnen, die Veranstaltung zu stören, zu behindern, andere Menschen zu belästigen oder von ihnen irgendein Sicherheitsrisiko ausgeht, ist das behördliche Aufmerksamkeit wert. Und nichts davon war bisher der Fall.

 

Für mich ist dieses demonstrative Hinknien zum Gebet eine Instrumentalisierung der Verbindung zu Gott. Und das ist etwas anderes, als wenn zwei Menschen öffentlich ihre Zuneigung zur Schau stellen. Dieses Gebet vor den Gegendemonstranten zeigt einmal, dass man die Verbindung zu Gott demonstriert, so ein bisschen, als ob man zu seinem großen Bruder geht und ihm petzt. Und das zweite: man betet für die armen Verirrten. Gott wird gebeten einzugreifen, weil die Gegendemonstranten auf dem falschen Weg sind. Das sieht so aus, als wollte man auch noch, dass der große Bruder zu Hilfe eilt.

 

Der Glaube wird also zum Instrument, um die anderen - womöglich mit Gottes Hilfe, denn es wurde ja zu Gott gebetet - dazu zu bringen, endlich das zu tun, was man selbst für richtig hält. Das ist genau die Haltung, die Mecky weiter oben so eklig findet. Nicht nur er. Besonders Gläubige, für die das Gespräch mit Gott eine große spirituelle Bedeutung hat, sind von solchen Vorführungen angewidert.

Ja klar, wenn es für die "falsche" Sache ist.

 

Wenn eine "Dauerzelebration" (im Sinne der parlamentarischen Obstruktions-Reden) einer für Gläubige zutiefst spirituellen Messe die Polizei am Auseinanderprügeln der Messeteilnehmer (die ursprünglich eine Streikversanmmlung war) hindert, und solches hat in Lateinamerika schon mal funktioniert, dann sieht das vermutlich anders aus.

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Für mich ist dieses demonstrative Hinknien zum Gebet eine Instrumentalisierung der Verbindung zu Gott.

Was das Hinknien zum Gebet für Dich ist, wäre Deine Sache, wenn Du mit dem Gedanken spielst, es zu tun.

Es kommt meiner Meinung aber viel mehr auf das an, was es für die Beter selbst ist.

 

Ich finde diese Form der Demonstration unter Umständen gar nicht schlecht. Leider sieht man immer nur den äußeren Vorgang. Es ist von außen nicht zu entscheiden, ob die Beter zum Beispiel wirklich für die Demonstranten beten und Gott bitten, dass er den Demonstranten alles für sie Gute schenke, oder ob die Beter manipulative Absichten hegen (also das, was Du als Instrumentalisierung benannt hast).

 

Es muss meiner Meinung nach möglich sein, dass sich Homosexuelle demonstrativ küssen, auch wenn dieser Kuss mehr Demonstration, als Liebesgeschehen ist.

Es muss meiner Meinung nach möglich sein, in gleicher Weise zu beten und damit zu zeigen, dass Christen auf Aggression nicht nur mit Gegenaggression, auch nicht nur mit Argumenten, reagieren können, sondern auch mit Gebet.

 

Ob das Küssen oder Beten eklig ist, oder nicht, entscheidet sich woanders. Nicht im Kuss und nicht im Niederknien. Es geht um die Absicht. Es geht um die Rücksicht. Es geht um Ehrlichkeit. Es geht um den Willen zu einem guten und klaren Verhältnis zu Andersgearteten. Das zählt. Und darum hat es keinen Sinn, an der Kuss- oder Niederknietechnik zu feilen. Man muss an die Begleitumstände rangehen: Zeigen dass diese Demonstration von glaubwürdiger Zuwendung zeugt.

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Ich mag weder Kampfbeten, noch Kampfküssen.

Könnte es sein, dass Du den Kampf nicht magst?

(Ich vermute, dass Du negative, entzweiende Kampfformen vor Augen hast.)

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fromme Pilger knien demonstrativ vor Gegendemonstranten. Die ach so fromme Haltung soll wohl andeuten, dass für die Gegner gebetet wird. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Gebetes, das ursprünglich als Gespräch mit Gott gedacht war.

Verliebte Homos küssen demonstrativ an der Fahrtroute des Papstes. Die ach so zärtliche Geste soll wohl andeuten, dass sie einander lieben. Was für eine widerliche Instrumentalisierung des Kusses, der ursprünglich als Ausdruck der Zuneigung gedacht war.

 

Nur fürs Protokoll: es ist mir scheißegal, wo sich die küssen.

Man kann nämlich souverän darüber hinwegsehen; auch als Papst.

Und ich würde von jeder Behörde erwarten, dass sie die dort herumküssen lässt. Je öfter, je Nullmeldung.

 

Erst, wenn sie beginnen, die Veranstaltung zu stören, zu behindern, andere Menschen zu belästigen oder von ihnen irgendein Sicherheitsrisiko ausgeht, ist das behördliche Aufmerksamkeit wert. Und nichts davon war bisher der Fall.

 

Für mich ist dieses demonstrative Hinknien zum Gebet eine Instrumentalisierung der Verbindung zu Gott. Und das ist etwas anderes, als wenn zwei Menschen öffentlich ihre Zuneigung zur Schau stellen. Dieses Gebet vor den Gegendemonstranten zeigt einmal, dass man die Verbindung zu Gott demonstriert, so ein bisschen, als ob man zu seinem großen Bruder geht und ihm petzt. Und das zweite: man betet für die armen Verirrten. Gott wird gebeten einzugreifen, weil die Gegendemonstranten auf dem falschen Weg sind. Das sieht so aus, als wollte man auch noch, dass der große Bruder zu Hilfe eilt.

 

Der Glaube wird also zum Instrument, um die anderen - womöglich mit Gottes Hilfe, denn es wurde ja zu Gott gebetet - dazu zu bringen, endlich das zu tun, was man selbst für richtig hält. Das ist genau die Haltung, die Mecky weiter oben so eklig findet. Nicht nur er. Besonders Gläubige, für die das Gespräch mit Gott eine große spirituelle Bedeutung hat, sind von solchen Vorführungen angewidert.

Ja klar, wenn es für die "falsche" Sache ist.

 

Wenn eine "Dauerzelebration" (im Sinne der parlamentarischen Obstruktions-Reden) einer für Gläubige zutiefst spirituellen Messe die Polizei am Auseinanderprügeln der Messeteilnehmer (die ursprünglich eine Streikversanmmlung war) hindert, und solches hat in Lateinamerika schon mal funktioniert, dann sieht das vermutlich anders aus.

In einer Diktatur sind manche Dinge gerechtfertigt, die es in einer Demokratie nicht sind.

Dies gilt z.B. für als Messe oder Prozession getarnte Streiks und Demonstrationen.

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Darum geht es allerdings nicht.

Sondern?

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Siehe Mecky.

Insbesondere Satz 1.

bearbeitet von Edith1
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Jetzt endlich wird klar, dass der WJT nicht nur Kosten verursacht, sondern auch für Gewinne sorgt, und zwar bei Händlern in Madrid und, o Wunder, bei einer Merchandising-Stelle der katholischen Kirche: http://www.tagesschau.de/ausland/weltjugendtag164.html

 

Da ist es doch ein Klacks, wenn der spanische Staat für die Ordnungsaufgaben während eines so großen Events mit Millionen Besuchern und für den Schutz des Papstes ein paar Millionen aufbringen muss. Man muss schließlich das große Ganze sehen. ;)

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Es stört mich, und zwar speziell bei Epicureus, allerdings, dass er Toleranz zwar einfordert - er will seinen Partner ungestört in der Öffentlichkeit küssen dürfen und dieselben Rechte wie eine heterosexuelle Ehe, was sein gutes Recht ist - aber nicht bereit ist, die anderen Gruppen zu gewähren: Beten in der Öffentlichkeit? Erregt Ärgernis, daher verbieten. Rauchen? Am besten ganz verbieten! Waffenstudenten? Sollen am besten vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden. Papstbesuch? Wir wollen "Madame Ratzinger" nicht und den Besuch am liebsten unmöglich machen.

 

 

 

Du brauchst jetzt gar keine Nebenkriegsschauplätze aufzumachen. Ich habe Beten in der Öffentlichkeit grundsätzlich nie infrage gestellt, es hat allerdings an einer staatlichen Schule nichts zu suchen. Rauchen kann jeder, wo er will, solange er andere damit nicht in ihrer Gesundheit gefährdet. Wenn ich an einer Bushaltestelle ungefragt zugequalmt werde, hat das mit Rücksichtnahme nur wenig zu tun.

 

Waffenstudenten können gerne ihre reaktionären Spielchen treiben - sie sollten dann aber auch später als Politiker so ehrlich sein und zu ihrer Mitgliedschaft in solchen Verbindungen stehen. Dass ich solche Leute zum Kotzen widerlich finde, ändert nichts daran, dass ich ihnen mit Achtung, Mitleid und Takt begegne und mich hüte, sie ungerecht zurückzusetzen.

 

Und wenn ich den Papst als "Madame Ratzinger" tituliere, dann tue ich das deswegen, weil dieser Mensch in wallenden Tuntengewändern einherschreitet, die auf jedem CSD Jubelschreie nach sich zögen, sich aber trotzdem nicht entblödet, Homosexuelle mit Schimpfkanonaden zu überziehen. Eine größere Bigotterie ist für mich nicht vorstellbar. Das Gleiche gilt für Herrn Dyba aus Fulda - auch der wird für mich immer "Die Dybarry" bleiben, war er doch ein veritabler Homo-Hetzer vor dem Herrn.

 

Ich halte Dich nicht für homophob, Du wirst aber damit leben müssen, dass ich beim Thema Papst und Bischöfe und HS nicht neutral und nett bleiben kann. Im übrigen habe ich das Gros der Bischöfe ja nie beleidigt (weil sie sich zum Thema HS erst gar nicht äußern, so z.B. Sterzinsky oder Lehmann). Die episkopalen Pappenheimer hingegen, die in diebischer Freude immer wieder dazu ihre hetzerischen Ergüsse haben, kriegen aber auch in Zukunft ihr Fett weg.

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Es geht nicht um Kritik. Es geht um Abwertung und es geht um unzulässige Macht.

 

Nein, es geht um zwei konträre Auffassungen zu einer sexualethischen Frage, da ist beiden Seiten Meinungsfreiheit zuzubilligen. Flegeleien müssen aber nicht sein.

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