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Ist Glaube in die Sprache ungläubiger Menschen übersetzbar?


helmut

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also kann doch der mensch nur aus seinem menschsein und dem menschsein seines gegenüber von gott reden. welche wortwahl, welche begrifflichkeit, welche aspekte des menschlichen lebens wären verständlich und gleichzeitig angemessen?

 

Das heutige Evangelium vom verlorenen Sohn könnte in etwa dem entsprechen, was du vielleicht meinst.

ja, es ist eben ungerecht dem faulen noch etwas in den rachen zu werfen und dem fleißigen zu kürzen. ;)

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Ich habe immer einige Probleme mit Leuten, die den hl. Geist so ganz genau kennen...

 

Um das mal auf eine sinnvolle Ebene zurückzubringen:

 

Nein, eigentlich ist das nicht möglich. Der Nichtglaubende kann sich unsere Welt ebensowenig ernsthaft vorstellen, wie wir die seine. Das geht so weit, daß wir untereinenander, oft ohne es zu merken, verschiedene Dinge unter den gleichen Wrten verstehen.

 

Man kann die für uns zentral relevante Dimension nur nahezubringen versuchen, erzählen, wie wir die Welt erleben, können wir aber nicht.

 

Mir ist nur die Möglichkeit bekannt, Erfahrungen im Leben des anderen zu finden, die aus unserer Sicht die Dimension der Gottesnähe haben:

 

- Das können z.B. sakramentale Erfahrungen sein. Es gibt die Sakramente, aber es gibt auch die Natursakramente. Wenn also jemand schon einmal wirkliche Liebe erfahren hat, hat er Gottesnähe erfahren. Er/Sie hat erlebt, daß es etwas gibt, was über alles andere hinausgeht. Das ist Gottesnähe. Ein anderes Beispiel ist das Natursakrament der Geburt. Wenn man einen Säugling in den ersten Tagen in den Händen hält, verändert das einen. Das erleben/spüren fast alle.

 

- Besondere Erlebnisse. Das hat Dürkheim schön beschrieben, er beschreibt das schön über den Begriff des "Numinosen", was eben etwas Transzendentes ist. Solche Erfahrungen finden sich eigentlich meistens. Es kann ein Kirchenfenster sein, in dem sich das Licht unglaublich bricht, eine Wiesenblume etc. Manchmal rührt uns etwas auf eine Art an, die wir nicht wirklich erklären können.

 

Wenn man so etwas im Leben des anderen findet, kann man ihm erklären, daß die heiligen Mysterien und Sakramente genau solche Erfahrungen sind, die bei uns aber im Zentrum stehen statt absonderliche, nicht mitteilbare Erfahrungen zu sein. Man kann erklären, daß für uns das Zentrum von Menschsein sehr viel damit zu tun hat.

 

Ich hoffe, ich habe das nicht schonmal geschrieben hier. Mir kommt das irgendwie bekannt vor.

ja, deine gedanken, deine überlegungen kann ich gut teilen.

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für immer größere teile der bevölkerung ist ein glaubensverständnis nicht mehr vorhanden. dieser prozeß schreitet fort. ich gehe davon aus, dass ein verständnis in einer beziehung, in einer kommunikation nur erreicht werden kann, wenn ein wortverständnis des jeweiligen gegenüber erreicht wird. das wortverständnis ist ein ergebnis des lernens, der sozialisation, des milieus. der weg zu diesem verständnis ist aber ein selbstreferentieller prozeß. also ist ein positives ergebnis nicht beweisbar.

 

ist es überhaupt noch erreichbar? ist es nachholbar? wie wäre es erreichbar?

kann ein gefühlsmäßiges erleben einen ersatz bieten? ist es möglich ohne ausreichendes wortverständnis?

kann ein christentum light der anfang dieses weges sein?

 

Nietzsche wäre ein geeigneter Katalysator, und zwar in beide Richtungen. Es gibt wohl

keinen Atheisten, der sich intensiver mit Gott auseinander gesetzt. Wer ihn auf einen aus

dem Zusammenhang gerissenen Satz beschneidet, versäumt fantastisch schöne Gedanken.

 

Ich würde nur an einen Gott glauben,

der zu tanzen verstünde.

(Nietzsche)

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Bin nach langer Pause mal wieder aktiv und habe diese Diskussion mit Interesse gelesen.

 

Einige Gedanken und Wortbeiträge kann ich voll unterschreiben.

1. Glaubende, die in sich ruhen, lassen viele Nichtglaubende zum Fragen kommen (eigene Erfahrung).

2. Glaube braucht wie Beziehung Zeit und wohlwollende Zuwendung dem Fragenden gegenüber.

 

Ich kann die Frage nach der Wortwahl sehr wohl verstehen, die nonverbale Glaubensvermittlung ist aber nicht zu unterschätzen.

Oft ahnen wir gar nicht, wie wir auf andere wirken sowphl positiv als auch eher negativ.

Da wir auch alle einzigartig sind, wird auch jedes Gespräch einzigartig sein. Ich habe es schon recht oft erlebt, dass bei überraschenden Fragen auch überraschende Antworten kamen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass die Worte nicht ganz meine sondern eher SEINE waren. Ich habe mir selbst mit Erstaunen zugehört. Diese Erfahrung lässt mich seit dem mit mehr Gelassenheit durchs Leben gehen. :)

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