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Stefan Oster


Rollin
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Gerhard Ingold
vor 6 Stunden schrieb Chrysologus:

Chapeau für beide Seiten.
 

 

Versöhnen ist gut.

 

Indessen: Wenn man dunkelhäutigen Menschen nicht die gleichen Rechte zugesteht, was anderes als Rassismus ist das dann?

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Cosifantutti
Am 27.4.2021 um 12:16 schrieb laura:

 

Du hast natürlich recht...

Aber: Die - zweifelsohne recht vereinfachte - kirchliche Vorstellung von Berufung geht ja - zumindest bei einfacheren Gemütern - davon aus, dass Berufung ein souveräner Akt Gottes ist: Gott entscheidet, wen er beruft. Und wenn ich diese Vorstellung weiterdenke, kann Gott natürlich auch souverän entscheiden, nur Männer zu berufen oder eben nur Brillenträger oder Frauen mit blonden Locken oder nur Männer unter 1,50 m. Oder was auch immer...

Und gegen diese Vorstellung ist "Gleichberechtigung" kein adäquates Argument. Denn ich habe ja kein "Recht" auf eine Berufung.

 

Wohlgemerkt: Ich halte diese Vorstellung von Berufung für vereinfacht und einigermaßen naiv. Vor allem weil die Kirche ja dann für sich in Anspruch nimmt, den souveränen Willen Gottes völlig zu durchschauen. Aber leider ist sie verbreiteter als man so landläufig annimmt.

Und gegen diese Vorstellung kommt man mit dem Gleichberechtigungsargument nicht an. Wohl aber mit Belegen, die zeigen, dass die lehramtliche Interpretation von Gottes souveränem  Willen vielleicht exegetisch und dogmatisch in Frage gestellt werden könnte.

...auch da möchte ich dir entschieden widersprechen und bleibe dabei, dass das Argument der Gleichberechtigung des allerstärkste Argument ist, weil dies zu den fundamentalen Menschenrechten gehört, die Kern unseres zivilisierten Zusammenlebens sind....

Meine Beobachtung ist, dass wir viel zu stark innerkirlich arumentieren und viel zu wenig die "Außenperspektive" beachten. Von "Außen" betrachtet lösen sich viele Agrumente, die innerkirlich vorgebracht werden, in rein theoretische  Konstrukte auf, die sich bei näherer Bertachtung als reine Ideologie entpuppen, die die längst vorgefasste Meinung theologisch, exegetisch, historisch "begründen" sollen.... Nochmals: Die Argumente der Exegese, der Dogmatik, Der Kirchengeschichte werden seit 50 Jahren vorgebracht, es ist innerkirchlich ein reines Hase- und Igel-Spiel, da für das Lehramt diese Ergebnisse der theologoschen Forschungen überhaupt nicht relevant sind.... 

 

Meine junge Freundin "Yvonne" die gerade Abitur macht, würde wohl sagen: "Ach die Katholische Kirche kann keine Frauen zu Priesterinnen weihen, weil es der Gründer der Kirche, Jesus Christus, nicht gewollt hat ? Dann ist die Katholsche Kirche nichts für mich. Ich will keiner Kirche angehören, deren Kirchengründer ein Chauvinist und Frauenverächter ist und Frauen als Menschen zweiter Klasse definiert...."

 

Man muss viel "radikaler" im Sinne "an der Wurzel" ansetzen: Das "Frauenbild" der katholischen Kirche ist in diesem Bereich nicht kompatbel mir dem Selbstverständnis der Frauen von heute....

 

Auch direkt ansetztn bei der inzwischen "berühmten" "Aussage" "Die Kirche hat keinerlei Vollmacht...." Das ist doch schlichtweg falsch: Natürlich hat die Kirche die Vollmacht, sie wurde ja explizit von Jesus übergeben, die berühmte "Schlüsselgewalt...."

 

Im Jahre 48 nach Christus gab es eine wichtige Diskussion und letztlich eine Verabredung / Übereinkunft, bekannt als das "Apostelkonzil": Es wurde entschieden, dass von den Menschen, die Nichtjuden waren und sich taufen ließen, zum Glauben an Jesus Christus kamen, außerdrücklich nicht verlangt wurde, dass sie sich beschneiden ließen und sie auch nicht die Ritualvorschriften übernehmen mussten. Die "Kirche" damals entschied das vollkommen "souverän",.....

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laura
vor 2 Minuten schrieb Cosifantutti:

...auch da möchte ich dir entschieden widersprechen und bleibe dabei, dass das Argument der Gleichberechtigung des allerstärkste Argument ist, weil dies zu den fundamentalen Menschenrechten gehört, die Kern unseres zivilisierten Zusammenlebens sind......

Ich stimme dir inhaltlich völlig zu. Die theologlischen Argumente, die du zitierst, sind schwach und einfach zu widerlegen.

Aber: Wie gehst du mit dem Argument um, dass Gott eben in seiner Souveränität nur Männer beruft?

Wie gesagt: Ich halte das auch nicht für richtig, für ziemlichen Bullsh... Aber wie kommt man argumentativ dagegen an?

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Cosifantutti
vor 19 Minuten schrieb laura:

Ich stimme dir inhaltlich völlig zu. Die theologlischen Argumente, die du zitierst, sind schwach und einfach zu widerlegen.

Aber: Wie gehst du mit dem Argument um, dass Gott eben in seiner Souveränität nur Männer beruft?

Wie gesagt: Ich halte das auch nicht für richtig, für ziemlichen Bullsh... Aber wie kommt man argumentativ dagegen an?

....wo ist denn das formuliert, "dass Gott eben in seiner Souveränität  nur Männer beruft ?" Dieser Satz ist mir wirklich neu und so habe ich den auch nie gehört... 

wer so argumentiert, müsste dann eben auch den konkreten "Beleg" liefern, der auch für jede junge Frau von heute klar nachzuollziehen ist, dass diese "Anweisung" "Einschränkung" direkt von Gott kommt.... 

....alles was ich bisher so kennegelernt habe, sind abenteuerliche theologische Konstrukte.... Naturrecht, Schöpfungswirklichkeit..etc...) Mein konkretes Beispiel ist immer die katholische Bischofskonferenz in den 50er Jahren, die bei Konrad Adenauer interveniert hat und von Der "Offenbarung" und der "Schöpfungswirklichkeit" her die Vorrangstellung des Mannes über die Frau festklopfen wollten ( ich muss mir doch demnächst die Dissertation besorgen wo das gut dokumeniert ist.....)

 

...Was "Berufungen" angeht: Es gibt ja Frauen, die sich zu einem Ordensleben leben berufen fühlen: Wer entscheidet in diesen Fällen mit welchem Argumenten, dass eine Frau sich zu einem Ordensleben berufen fühlt ??? 

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Nordlicht

Oster errichtet jetzt in Passau eine sog. "Jüngerschaftsschule":

 

https://www.katholisch.de/artikel/30765-bischof-oster-errichtet-juengerschaftsschule-fuer-junge-leute?fbclid=IwAR1ui1JQ7DdO4vzs8vNIspVV0-jb5h0LLR74pel7I6cMnaD5i0Mn6-lJ440

 

Zitat

Junge Menschen zwischen 19 und 30 Jahren sind eingeladen, für neun Monate in eine Wohngemeinschaft zu ziehen und "in die Schule Jesu zu gehen, also von ihm zu lernen, im Glauben zu wachsen, Gemeinschaft zu leben und Menschen in Not zu helfen"

 

Das Ganze orientiert sich an der österreichischen Loretto-Gemeinschaft, ein ziemlich evangelikaler katholikaler Fundamentalistenverein:

 

https://www.derstandard.at/story/2000122261785/missionarisch-und-fundamental-die-loretto-bewegung-betet-im-parlament?fbclid=IwAR1ZeL8f19mWmyI-kIttWUTecUVtSkOYqqpjE-jLMO0sypPklCZWT7GmN5U

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Wenn man katholisch ist und die Lehre der Kirche für eine gute Sache hält, ist man für den Standard schon fundamentalistisch.

 

Armer Journalismus.

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