Alfons Geschrieben 31. Januar Melden Geschrieben 31. Januar vor 7 Stunden schrieb Lindau: Badisch. Häddsch n Duwagg, dädsch n schnupfe ….. Eine schöne ergänzende Replik, trotz der bald elf Jahre Verzögerung. Willkommen im Forum, Lindau! Zitieren
Einsteinchen Geschrieben 2. Februar Autor Melden Geschrieben 2. Februar Meine Faszination für KI ist gänzlich verflogen. Was so ein Algorithmus macht, ist nur das nächste Wort vorhersagen. Und da es kein Bewusstsein hat, ist es nicht einmal als Therapeut zu gebrauchen. Der Hype ist vorbei. 1 Zitieren
Einsteinchen Geschrieben 7. Februar Autor Melden Geschrieben 7. Februar Heidegger sagte einmal: Nur ein Gott kann uns retten, was ironisch ist, weil er "ein Gott" sagte statt nur "Gott". Der "echte" Gott rührt anscheinend keinen Finger, um die ultrabösen Menschen zu bestrafen. Fast ist man versucht, zu glauben , dass alles erlaubt ist. Die sogenannten "Erleuchteten" glauben das ja. Die reichen Leute um Epstein fühlten sich so gesehen als erleuchtet. Sie wussten, dass Gott nicht eingreift. Jetzt allerdings bereuen einige, dass sie mit ihm verbunden waren, aber nur, weil sie am Pranger stehen.... Zitieren
Einsteinchen Geschrieben 21. Februar Autor Melden Geschrieben 21. Februar Gott und Q – Über Macht, Sein und das verlorene Heilige In der Figur des Q aus Star Trek: The Next Generation begegnet uns ein merkwürdiges Phänomen der Moderne: ein Wesen, das über nahezu unbegrenzte Macht verfügt, Raum und Zeit durchschreitet, Geschichte anhält, Welten erschafft oder zerstört – und doch nicht Gott ist. Nicht nur deshalb, weil es sich um eine literarische Figur handelt, sondern weil sein Sein selbst von anderer Art ist. Q erscheint im Gewand des Richters, des Versuchers, des kosmischen Spielers. In der Pilotfolge stellt er die Menschheit vor Gericht – eine Szene, die unübersehbar religiöse Motive aufgreift. Er verfügt über Attribute, die klassischerweise Gott zugeschrieben werden: Allmacht, Zeittranszendenz, Eingriff in die Geschichte. Und doch fehlt ihm etwas Entscheidendes: Heiligkeit. Er fordert keine Anbetung. Er gründet kein Sein. Er ist nicht Ursprung, sondern Akteur. Damit markiert Q eine Verschiebung, die für das moderne Denken charakteristisch ist. In der klassischen Theologie – etwa bei Thomas von Aquin – ist Gott nicht einfach ein besonders mächtiges Individuum im Universum. Gott ist nicht das größte Wesen unter vielen, sondern das, wodurch überhaupt etwas ist. Er ist nicht Teil der Wirklichkeit, sondern ihr Grund. Allmacht bedeutet hier nicht unbegrenzte Manipulationsfähigkeit, sondern Identität mit dem Sein selbst. Q hingegen ist ein „Superwesen“. Er ist innerhalb einer Welt situiert, wenn auch über ihr schwebend. Seine Macht ist dramaturgisch. Sie dient der Prüfung, dem Spiel, der Ironie. Er wirkt manchmal grausam, oft launisch, gelegentlich fast kindlich. Er erinnert an antike Götter – mächtig, aber nicht moralisch absolut. Gerade darin liegt seine kulturgeschichtliche Bedeutung. Nach der Aufklärung verschiebt sich das Gottesbild radikal. Bei Immanuel Kant wird Gott zur regulativen Idee der Vernunft; bei Friedrich Nietzsche schließlich zur kulturell überholten Instanz. „Gott ist tot“ – das heißt nicht, dass kein metaphysischer Grund existieren könnte, sondern dass das traditionelle Bild des ehrfurchtgebietenden, moralisch absoluten Gottes seine Selbstverständlichkeit verloren hat. Was aber geschieht nach diesem Verlust? Es entstehen neue Mythen. Q könnte man lesen als Gott nach dem Verlust der Heiligkeit. Er besitzt noch die Macht, aber nicht mehr die metaphysische Würde. Er ist überlegen, aber nicht absolut gut. Er steht dem Menschen gegenüber, nicht als Schöpfer, sondern als Provokateur. Und genau hier wird es interessant: Captain Picard begegnet Q nicht mit Anbetung, sondern mit Würde. Der Mensch tritt dem „Gott“ argumentativ entgegen. Das Verhältnis ist nicht mehr ontologisch hierarchisch, sondern dialogisch. Der Mensch verhandelt. In dieser Szene spiegelt sich ein modernes Selbstverständnis: Der Mensch akzeptiert keine Autorität allein aufgrund von Macht. Ein Wesen mag allmächtig sein – aber wenn es nicht identisch mit Wahrheit und Gutheit ist, dann ist es nicht Gott, sondern lediglich ein überlegenes Geschöpf. Damit wird die Unterscheidung klar: Q ist Macht ohne ontologischen Ernst. Der klassische Gott ist Sein, das keiner Bühne bedarf. Q braucht Zuschauer. Gott – wenn er existiert – nicht. Vielleicht liegt darin der tiefere Sinn dieser Figur: Sie zeigt uns, was übrigbleibt, wenn man Gott auf ein übermächtiges Individuum reduziert. Dann erhält man eine kosmische Karikatur – faszinierend, unterhaltsam, aber nicht anbetungswürdig. So gesehen ist Q keine Konkurrenz Gottes, sondern ein Warnbild. Er erinnert daran, dass Gott, wenn er mehr sein soll als Mythologie, nicht als „Super-Q“ gedacht werden darf. Denn ein Gott, der nur stärker ist als wir, wäre immer noch ein Wesen unter Wesen. Der Gott der klassischen Metaphysik hingegen wäre – falls es ihn gibt – nicht einer unter vielen, sondern der Grund dafür, dass es überhaupt viele gibt. 1 Zitieren
Einsteinchen Geschrieben 24. Februar Autor Melden Geschrieben 24. Februar Das Wort auswendig lernen – oder vom Wort gelernt werden Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος. So beginnt das Johannesevangelium. Kein erzählerisches Vorspiel, keine Szene, kein Stall, kein Engel – sondern Metaphysik. Anfang. Sein. Wort. Gott. Wer diesen Satz im griechischen Urtext auswendig lernt, lernt nicht nur Information. Er lernt eine Struktur. Denn im Griechischen trägt jede Stellung, jeder Artikel, jede Auslassung Gewicht. „θεὸς ἦν ὁ λόγος“ ist nicht identisch mit „ὁ θεὸς ἦν ὁ λόγος“. Die Wortstellung selbst ist Theologie. Ich spiele mit einer Lernapp, die es erlaubt, Vers für Vers, Buchstabe für Buchstabe, Komma für Komma einzuprägen – ohne Rücksicht auf Zusammenhang. Johannes 1,1. Dann Johannes 1,6: Ἐγένετο ἄνθρωπος, ἀπεσταλμένος παρὰ θεοῦ, ὄνομα αὐτῷ Ἰωάννης. Man könnte so die ganze Schrift in sich ablegen wie ein Archiv. Es gibt Gedächtnismeister, die auf Zuruf Vers und Kapitel liefern. Man wirft ihnen eine Stellenangabe hin wie ein Hölzchen, und sie spucken den Text aus – souverän, mechanisch, präzise. Und wenn einer fragt: „Was steht in Johannes 1,52?“, dann muss man ebenso sicher sagen können: „Diesen Vers gibt es nicht.“ Nicht nur Inhalt, sondern Struktur. Nicht nur Text, sondern Grenze. Ist das Frömmigkeit? Oder Akrobatik? Das Auswendiglernen heiliger Texte ist keine moderne Spielerei. Im Judentum wurde die Tora memoriert. Im Islam gilt das vollständige Auswendiglernen des Koran als hohe geistliche Disziplin. Auch im Christentum war das Psalter-Memorieren klösterlicher Alltag. Der Text wird in den Körper eingeschrieben. Das Gedächtnis wird zum Speicherort des Heiligen. Und doch ist die Frage heikel: Was geschieht dabei? Wenn man Vers für Vers lernt, ohne auf den Gesamtsinn zu achten, zerfällt der Text in Partikel. Das Wort wird zum Objekt. Es wird fixiert, „versteinert“, sakrosankt. Genau das macht den Reiz aus: Der Urtext – griechisch, hebräisch, arabisch – scheint unangreifbar. Übersetzungen hingegen sind beweglich, revisionsfähig, historisch. Mit der deutschen Einheitsübersetzung würde ich diesen Aufwand nicht treiben. Sie ist Annäherung, nicht Ursprung. Der Urtext hingegen besitzt eine andere Dignität. Er ist Form. Und Form ist in religiösen Traditionen niemals bloß Verpackung, sondern Offenbarung selbst. Doch hier beginnt die Spannung. Denn Johannes schreibt nicht nur „ἦν“ – „war“. Er schreibt auch „ἐγένετο“ – „wurde“. „Ἐγένετο ἄνθρωπος…“ – Es wurde ein Mensch. Das Wort bleibt nicht in der metaphysischen Starre des Anfangs. Es tritt in Geschichte. Es geschieht. Es wird. Wenn ich nur speichere, bleibe ich im „ἦν“. Wenn ich verstehe, betrete ich das „ἐγένετο“. Gedächtnisakrobatik kann beeindrucken. Sie kann Disziplin formen. Sie kann Ehrfurcht zeigen. Aber sie birgt eine Gefahr: Man wird zum „Computermenschen“, der auf Reiz reagiert. Kapitel – Vers – Ausgabe. Ein Android des Heiligen. Und doch liegt in dieser Disziplin auch eine Möglichkeit. Wenn ein Text lange genug in einem wohnt, beginnt er zu wirken. Er wird nicht nur erinnert, sondern erinnert seinerseits. Er stellt Fragen. Er widerspricht. Er irritiert. Vielleicht ist das eigentliche Ziel nicht, das Wort auswendig zu lernen. Vielleicht ist das Ziel, dass das Wort uns auswendig lernt – unsere Schwächen, unsere Eitelkeiten, unsere frommen Spielereien. Dann wäre das Memorieren keine Akrobatik mehr, sondern Askese. Nicht eine Demonstration geistiger Leistung, sondern ein stilles Sich-Aussetzen. Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος. Vielleicht beginnt alles nicht mit unserem Gedächtnis. Sondern damit, dass wir uns erinnern lassen. 2 Zitieren
Einsteinchen Geschrieben Gestern um 01:55 Autor Melden Geschrieben Gestern um 01:55 Die neue Stark Trek Serie ist so derart empörend schlecht, dass die zweite Staffel gecancelt wurde. Und Alex Kurzman, der Autor, wurde entlassen. Die Serie ist so grausam woke, dass ich nicht einmal in der Lage bin, die Kritiken auf YouTube anzusehen. Zitieren
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