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Shubashi

Klima-, Umwelt- und Naturschutz

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duesi

Wobei ich bei diesen "verpflichtenden Sicherheitsfeatures" weniger von "planwirtschaftlichen Vorgaben" als von einer Förderung industrieller Innovationen ausgehe. Ich habe beruflich in den letzten Jahren mit einigen Patenten betreffend Sicherheitsfeatures in Fahrzeugen zu tun gehabt. Natürlich hat die Industrie ein Interesse daran, dass sie ihre innovativen Entwicklungen im Sicherheitsbereich auch verkaufen kann. Es wäre nicht im Interesse der deutschen Industrie, wenn die Deutschen wie im Iran Autos mit 20 Jahre alter Technik kaufen würden, weil sie billiger sind.

 

Aber du hast natürlich recht: Wenn die Wirtschaft mehr in Entwicklungen im Sicherheitsbereich als für die E-Mobilität investiert, dann verschläft sie wesentliche Entwicklungen. Was E-Mobilität angeht, sind heute schon die Chinesen führend und die deutsche Industrie reagiert auf die neuesten Entwicklungen viel zu zaghaft.

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Shubashi
vor 7 Minuten schrieb duesi:

Wobei ich bei diesen "verpflichtenden Sicherheitsfeatures" weniger von "planwirtschaftlichen Vorgaben" als von einer Förderung industrieller Innovationen ausgehe. Ich habe beruflich in den letzten Jahren mit einigen Patenten betreffend Sicherheitsfeatures in Fahrzeugen zu tun gehabt. Natürlich hat die Industrie ein Interesse daran, dass sie ihre innovativen Entwicklungen im Sicherheitsbereich auch verkaufen kann. Es wäre nicht im Interesse der deutschen Industrie, wenn die Deutschen wie im Iran Autos mit 20 Jahre alter Technik kaufen würden, weil sie billiger sind.

 

Aber du hast natürlich recht: Wenn die Wirtschaft mehr in Entwicklungen im Sicherheitsbereich als für die E-Mobilität investiert, dann verschläft sie wesentliche Entwicklungen. Was E-Mobilität angeht, sind heute schon die Chinesen führend und die deutsche Industrie reagiert auf die neuesten Entwicklungen viel zu zaghaft.

 

Es geht dabei ja auch um ein nobles Ziel, Sicherheit rettet Menschenleben. Nur scheint man bei der EU nicht zu sehen, dass so eins zum anderen kommt: die Autos, die dabei heraus kommen, mögen für Unternehmen und die obere Mittelschicht erschwinglich sein, für die Mehrheit der Bürger kaum.

Wenn das aber so ist, brauchen wir keine 1700 neuen Fernstraßenprojekte mehr, sondern das ist dann einfach nur eine sehr aufwendige Umwelt- und Ressourcenvernichtung.

Wir verlieren dann also ein paar hundertausend der bestbezahlten Industriearbeitsplätze, machen sehr vielen Menschen den Brotwerb sehr schwer, haben ohne emissionsarme Kraftwerksstruktur nichts für den Klimawandel erreicht und setzen unseren sozialen Frieden aufs Spiel.

Während dem Klima insgesamt geschadet wird, weil die anderen die idiotischen Fehler der Europäer keinesfalls wiederholen wollen.

Seid also klug wie die Schlangen, sonst wird aus "Gut gemeint" (wieder mal) ein Desaster.

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duesi
vor 4 Minuten schrieb Shubashi:

Es geht dabei ja auch um ein nobles Ziel, Sicherheit rettet Menschenleben. Nur scheint man bei der EU nicht zu sehen, dass so eins zum anderen kommt: die Autos, die dabei heraus kommen, mögen für Unternehmen und die obere Mittelschicht erschwinglich sein, für die Mehrheit der Bürger kaum.

Ich denke, es wird auch bei neuen Sicherheitsstandards weiter Autos geben, die für etwa 10 000 bis 15 000 Euro Neuwagenpreis erhältlich sind und damit auch für die untere Mittelklasse erschwinglich sind. Was man jedoch nicht möchte, sind Autos, die für etwa 5 000 Euro Neuwagenpreis oder noch günstiger erhältlich sind, weil die Technologie so altbekannt ist, dass die Autos auch in jedem sog. Dritte-Welt-Land gefertigt werden könnten.

 

Die Entwicklung besserer Energiespeicher ist im Übrigen nicht nur für die E-Mobilität von nutzen, sondern auch für die Nutzung von alternativen Energien wie Solarstrom oder Windkraft. Es gibt da beim Forschungszentrum Jülich ein paar interessante Entwicklungen, aus dem auch immer wieder junge Start-ups hervorgehen.

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duesi

Interessant könnte in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung sein, dass es 2018 einen historischen Rekord an Bahnfahrten gab.

 

Das zeigt m.E., dass es hier gesellschaftlich bereits eine Entwicklung weg vom eigenen Pkw hin zum ÖPNV gibt. Das Auto gilt in Deutschland immer weniger als Statussymbol. Dort wo es die Möglichkeit gibt, haben viele die Nase voll von Verkehrsstau und Parkplatzsorgen und steigen vom eigenen Pkw zum ÖPNV um. Was natürlich nichts daran ändert, dass sich außerhalb der Ballungszentren die Versorgung mit ÖPNV in den letzten 20 Jahren eher verschlechtert als verbessert hat und viele nach wie vor auf den eigenen Pkw angewiesen sind.

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Shubashi
vor einer Stunde schrieb duesi:

Interessant könnte in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung sein, dass es 2018 einen historischen Rekord an Bahnfahrten gab.

 

Das zeigt m.E., dass es hier gesellschaftlich bereits eine Entwicklung weg vom eigenen Pkw hin zum ÖPNV gibt. Das Auto gilt in Deutschland immer weniger als Statussymbol. Dort wo es die Möglichkeit gibt, haben viele die Nase voll von Verkehrsstau und Parkplatzsorgen und steigen vom eigenen Pkw zum ÖPNV um. Was natürlich nichts daran ändert, dass sich außerhalb der Ballungszentren die Versorgung mit ÖPNV in den letzten 20 Jahren eher verschlechtert als verbessert hat und viele nach wie vor auf den eigenen Pkw angewiesen sind.

 

Ich will die guten Ansätze ja auch nicht leugnen, nur sind das in meinen Augen Wege, in 20 bis 30 Jahren etwas zu ändern.

Was die Elektromobilität angeht, ist sie schon bisher sehr überschätzt worden, und soweit ich die Experten verstehe, ist es vielleicht möglich, in 10 Jahren etwas anzubieten, das vielleicht gute 100 km fährt, dabei bisher gewohnten Kleinwagen nahekommt und vielleicht für 15.000 EUR  zu haben ist.

Daran verdienen dann allerdings immer noch überwiegend die Batteriehersteller, und die 1700 zusätzlichen Fernstraßen waren immer noch eine überflüssige zweistellige Milliardenverschwendung.

(Bei uns im Ort wird seit 30 Jahren eine Ortsumgehung für 100 Mio geplant. Sie wird vermutlich in 8 bis 10 Jahren fertig sein. Wenn die EU-Umweltpolitiker recht haben, wird sie dann überflüssig sein. Wenn unsere Ortspolitiker recht haben, hat die EU in dieser Zeit unnötigerweise die hiesige Autoindustrie geschrumpft. Nur können nicht beide gleichzeitig recht haben.)

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duesi

Ja, es ist hier auch ein Problem, dass sich mit solchen Fernprognosen leider keine Wahlen gewinnen lassen. Für Verkehrsinfrastrukturprojekte sind nunmal zum größten Teil die Länder und Kommunen zuständig. Wenn ich an den letzten NRW-Wahlkampf denke, so war ja die marode Verkehrsinfrastruktur eins der wichtigsten Wahlkampfthemen. Sicherlich haben die Wahlkampfteams eine Menge Fachleute konsultiert, wo die Hauptverkehrsproblemknoten sind, was machbar ist, wieviel Geld es kosten wird und und und. Aber sicher haben sie dabei keine Fachleute konsultiert, die ihnen etwas über den bevorstehenden Umbau zur Elektromobilität hätten prognostizieren können. Man stelle sich auch vor, eine Partei hätte im Wahlkampf lauthals verkündet, dass Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur aufgrund der bevorstehenden ektromobilen Revolution unnötig seien. Da könnte sie auch gleich ihre Niederlage eingestehen.

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Marcellinus

@Shubashi

Bist du sicher, daß die Mehrzahl der EU-Bürokraten und -Parlamentarier zwischen Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden können?

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Shubashi
Am 5.4.2019 um 19:33 schrieb Marcellinus:

@Shubashi

Bist du sicher, daß die Mehrzahl der EU-Bürokraten und -Parlamentarier zwischen Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden können?

 

Viele Dinge wären schon machbar, wenn die entdprechenden Innovationsabsichten ernstgemeint wären.

Z.B. gibt es hunderte Artikel zum autonomen Automobil, von dem kein Mensch weiss, ob es in den nächsten Jahrzehnten ernsthaft auf den chaotischen Menschenverkehr losgelassen werden kann.

Ein leistungsstarker und sicherer autonomer Schienverkehr wäre im gleichen Zeitraum sehr wahrscheinlich zu realisieren - allein die Finanzierung fehlt.

40 Mrd EUR für die Abschaffung einer vergleichsweise kruden Technik finden sich leicht - 40 Mrd für sehr sinnvolles und definitiv notwendiges Projekt finden sich nicht.

https://www.sueddeutsche.de/auto/autonomes-fahren-bahn-1.4373949

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ultramontanist
Am 27.3.2019 um 11:20 schrieb rorro:

Ein gesundheitlicher Aspekt des Klimawandels kommt - wen wundert's - in Schweden vermehrt vor: eine aus "Klimaangst" resultierende Depression:

 

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.klimaschutz-made-in-skandinavien-am-boden-bleiben-der-umwelt-zuliebe.83a801a4-8e86-42ff-985b-fc73023bf49c.html

 

In Schweden wäre doch ein kleiner Klimawandel eher positiv -🍇

Die könnten dann unsere Rieslingkultur fortführen

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ultramontanist
Am 5.4.2019 um 14:55 schrieb Shubashi:

 

Das würde ich evtl. für möglich halten, wenn ich gerade die ganze Entwicklung im Fahrzeugbau eine dazu unpassende Entwicklung nimmt:

die EU hat ja aktuell einen ganzen Wust an neuen verpflichtenden Sicherheitsfeatures beschlossen, die v.a. erst mal eines tun: den Energieverbrauch, den Preis und das Gewicht zu erhöhen.

Meine Überlegung im Fall einer wirklich drohenden Katastrophe wäre hingegen erstmal, alle Ressourcen auf die Bewältigung des Hauptaufgabe zu konzentrieren:

den Erhalt der Hauptfunktion (Mobilität) bei Lösung des neuen Problems (emissionsarme Effizienz).

Genau das scheint überhaupt keine Rolle zu spielen, sondern es werden planwirtschaftliche Vorschriften gemacht, als wären Technik und Industrie Wünschmaschinen mit unendlichen Mitteln.

 

Dabei  ist die Zahl der Verkehrstoten schon von 20 000 auf 3000 zurückgegangen.

Genau wie unsere Luft im gleichen Zeitraum immer besser wurde.

Aber man möchte nicht die realen Gefahren verringern, sondern die, die besonders sexy sind😎

 

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rince

Als man zu Beginn der "Wir machen Freitags Blau"-Bewegung gewagt hat zu fragen, wie es denn mit den Urlaubsreisen der Unterstützer per Flieger aussieht, wurde man ja fast gesteinigt. Es gab trotzige Artikel, dass man sehr wohl gegen den Klimawandel kämpfen und trotzdem munter durch die Welt jetten könne. Jawoll ja, und wer das kritisiere, habe das ganze eh nicht verstanden. O.K., ich bin ja schon ruhig...

 

Jetzt plötzlich kommen aber die #Flugscham- Aktivisten hervor, die komischerweise nun doch fordern, keine Urlaubsflugreisen zu machen. Komisch, die werden nicht gesteinigt... Sondern die gleichen Leuten, die Frager wie mich böse angegangen haben, finden das nun gaaaanz toll. Doppelmoral at it's best. :lol: 

 

Aber Flugscham dürfte gerade der Grünen Wählerschaft übel aufstoßen, haben doch diverse Umfragen und Statistiken der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass gerade diese zu den Vielfliegern gehören.

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Werner001

Ist doch egal, man kauft sich einfach einen CO2-Ablassbrief, dann geht das in Ordnung. Sobald das Geld im Kasten klingt, das Klima zwei Grad runterspringt

 

Werner

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