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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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Gerhard Ingold

Der synodale Weg wird scheitern. Für mich ist der Grund offensichtlich: Keine Religion baut auf gesichertes Wissen auf. Keine Religion kann beweisen, dass es Gott gibt. Keine Religion kann beweisen, dass sich ein Gott durch Moses, Jesus, Mohammed usw. offenbart hätte. So können also auch die Katholiken keinen Beweis für das Dogma der Dreieinigkeit, für das Pflichtzölibat, keinen Beweis gegen die Frauenweihe usw. erbringen.

 

Alles, was das Judentum, das Christentum, der Islam usw. lehren, sind Behauptungen denen jede Beweiskraft fehlt. Und wenn zB. Sunniten lehren, der Koran und die Sunna hätten gemeinsam eine Beweiskraft, dann ist das eine Behauptung, die kein sunnitischer Muslim beweisen kann.

 

So ist auch das katholische Dogma, der päpstlichen Unfehlbarkeit eine Behauptung, der jede Beweiskraft abgeht.

 

Darum muss der synodale Weg scheitern: Wer unbeweisbare Behauptungen als Beweiskraft hinstellt, ist schlicht nicht an Wahrheit, sondern nur an der behaupteten „Wahrheit“ interessiert.

 

Man kann sich natürlich mit behaupteten „Wahrheiten“ versöhnen, wie das @Franciscus non papa macht. Aber sich mit behaupteten „Wahrheiten“ versöhnen, die eben auch „Unwahrheiten“ und damit „Lügen“ sein könnten, kann kaum ein Felsen sein, auf dem man aufbaut. Vielmehr sind behauptete „Wahrheiten“ ohne Beweiskraft Triebsand. Und Triebsand ist gefährlich. Man kann darin versinken und ersticken.

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Chrysologus
vor 6 Stunden schrieb Cosifantutti:

Da sich bestimmt jetzt sofort wieder der / die eine oder andere "Neunmalkluge" meldet: Es geht bei meinen Überlegungen ausdrücklich nicht um sexuellen Missbrauch, aktiv betrieben von Priestern und Ordensleuten, denn beim sexuellen Mißbrauch geht es weniger um den Verstoß gegen die Zölibatsverpflichtung als im Kern  um Straftaten / Verbrechen gegen die sexuelle Selbtsbestimmung von Menschen, um Gewaltausübung im sexualsierten Kontext und nicht um Verzicht oder Ausleben wie auch immer von Sexualität unter erwachsenen Menschen, bei denen alle Beteiligten zustimmen.....

Das stimmt (und inhaltlich gebe ich Dir ohnehin recht), wenn man  auf die mediale Außendarstellung der Bischöfe schaut, und ich nehme auch an, dass sie das inhaltlich teilen. Es stimmt nicht, wenn man in die kirchliche Rechtsordnung schaute, diese ist eigentümlich gespalten: Die römischen Vorgaben, von 1395.2 CIC über Sacramentum Sanctitatis Tutela von 2001 bis hin zum neusten Vademecum schützen zentral die Keuschheit des Klerus (der Titel SST ist da Programm), die sexuelle Selbstbestimmung kommt da nicht vor, weswegen ich ja von Kollateralnutzen spreche. Bisweilen - vor allem wenn ältere Jugendliche, fast 18, betroffen sind -  bemerkt man dennoch, dass hier die Zölibatsproblematik wieder in den Vordergrund tritt.

vor 6 Stunden schrieb Cosifantutti:

Im Gegensatz zu den Ordensleuten, Nonnen und Mönche, die ja ein "feierliches Gelübde" ablegen, nach den "evangelischen  Räten" zu leben, unter denen die Ehelosigkeit enthalten ist, sieht es bei den "Weltpriestern" doch etwaa anders aus, wenn man sich mal die Mühe macht, im Kirchenrecht nachzuschauen. 

 

Rein kirchenrechtlich gesehen wird ja der Zölibat für die Weltpriester gar nicht so "hoch" gehängt: 

Das und das von Dir im weiteren ausgeführte kann man gar nicht oft genug betonen - Keuschheit und Zölibat sind ein  Element in einem ganzen Bündel von Standespflichten der Kleriker, und ein relativ unbedeutendes, wenn man sich hier die Dispenspraxis anschaut. Zumindest kenne ich keine Dispensen von den Pflichten zu einfachem Lebensstil, Stundengebet, klerikaler Standeskleidung oder Fortbildung und Exerzitien, un dich kann mir auch kaum vorstellen, dass man solchen Anträgen jemals statt geben würde, soweit dies nicht über Modifikationen hinaus geht.

vor 6 Stunden schrieb Cosifantutti:

Bist du  denn genauso daran interessiert, wie viele der Priester das tägliche Stundengebet beten oder regelmäßig an Einkehrtagen teilnehmen ? Wieso diese Fixierung auf die Zölibatsverpflichtung ? Wieso diese Neugierde diese "Schlüsselloch" -  "Schnüffelei"-Haltung im Schlafzimmer des Priesters in Sachen Zölibat ? Ist das etwa ein liberaler, aufgeklärter, toleranter Geist ?

Vorab: Zölibatsbruch ist so wenig strafbar wie das Tragen von Hawaihemden ohne Kollar, das Nicht-Beten der Laudes, eine zu edle Einrichtung der Wohnung oder Fehlen bei der Fortbildung. Konkret kann man den Täter lediglich bischöflich ermahnen, ihn anweisen, das zukünftig nicht mehr zu tun (tut er es doch, ist er Ungehorsam, das kann man bestrafen) , und ihm eine Buße auferlegen. Rein von rechtlichen Standpunkt gesprochen.

Nun sanktioniert man beim Zölibatsverstoß natürlich einen konkreten pflichtwidrigen Vorgang, der klar abgrenzbar ist und den es so in den anderen Bereichen kaum geben kann bzw. der in einer furchtbaren Kasuistik münden würde: Eine ausgelassene Hore ist erst einmal kein Verstoß gegen die Pflicht zur Tagesheiligung, ein unkeuscher Gedanke nicht nachweisbar, das Fehlen bei den Exerzitien schwer zu prüfen, weil man die eben auch woanders machen kann (und selbst dann prüfen wir ja nicht, ob sich da jemand besinnt, oder aber den Laptop mit hat und aufgelaufene Post abarbeitet). Dies mag daran liegen, dass man den Rest so ernst nicht nimmt. Man könnte das ja zumindest erfragen und ggf. in einem Dekret als Bußleistung Schritte zur Besserung auferlegen (dem Vikar wird auferlegt, 4 Wochen lang Laudes und Vesper mit dem Pfarrer oder jemand anderem zusammen in der Kirche zu beten), man macht das aber leider nicht, weil man es wohl eher und nicht ganz grundlos dem forum internum zuordnet.

vor 6 Stunden schrieb Cosifantutti:

Ein Priester soll alleine nach seinem seelorgerischem Engagement beurteilt werden und nicht danach, ob er vielleicht irgendwo eine "heimliche" Geliebte oder einen "heimlichen" Geliebten hat, das geht wirklich außer den beiden Personen niemanden etwas an. Und ich finde es gut und richtig, dass die Diözesanbischöfe gegen Denunziationen auf dem Gebiet "Verstöße gegen die Zölibatsverpflichtung" nichts unternehmen und ihre Priester( und ihre Privat- und Intimsphäre )  schützen vor übler Nachrede.

Das sehe ich anders: Menschen im pastoralen Dienst sollten keine Arbeitnehmer sein, die um 17:00 Uhr heim gehen und dann Privatpersonen sind. Das Ideal, das man nicht nur im Codex findet, ist ein Leben nicht nur für, sondern auch mit den Menschen, weswegen ich es für reichlich verfehlt halte, wenn das kirchliche Personal sich auf rein dienstliche Auftritte im beruflichen Kontext beschränkt. Der Pfarrer, der nicht zum Tag der offenen Tür im Kleingartenverein erscheint, auch wenn er nicht als Gastprediger geladen wurde und nichts segnen soll, weil ihn das ja nichts angehe und nicht interessiere, der soll dann nicht beklagen, dass die Kleingärtner kein Interesse an seinem Tun haben. Und deswegen meine ich ist es gut, wenn Pastorale erkennbar sind und auch ansprechbar sind. Das muss ja nicht immer gleich eine Lebensbeichte werden - aber dieses niederschwellige fehlt leider fast überall.

Wer aber so ansprechbar ist, der ist eben nicht in privat und dienstlich zu teilen - das gestattet ihm oder ihr ja dennoch, Menschen freundlich auf die Situation hinzuweisen: Wen der Pfarrer oder die PR mit Freunden / Familie auf dem Keller hockt, dann müssen sie nicht bereit sein, hier und sofort das Firmkonzept zu besprechen, die Kirchsanierung zu regeln oder das Brautexamensprotokoll auszufüllen. Das verlangt in der Regel auch niemand - der Verweis auf Bürozeiten ist da legitim, der Fall der gerade verstorbenen Ehefrau eher selten. 

Weil sie aber ganzheitlich in Dienst genommen wurden, greift die Pflicht auch immer un überall - der Priester ist nun einmal bis zu 366 Tage im Jahr zu Zölibat und Stundengebet verpflichtet, was auch im Urlaub gilt (behaupten manche nicht  zu wissen),  und deswegen gehen wir auch dann vor, wenn das ein privates Fehlverhalten war.

Wir reagieren da auf Anzeigen mit Nachfrage, und ggf. auch mit Sanktion - aber das steht dann nicht im Amtsblatt, und die Post kommt in einem mehr oder minder neutralen Umschlag.

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vor 9 Stunden schrieb Guppy:

Nein, einfach nur eine Frage, die ich gerne zur Diskussion stellen würde. Ist das denn Zufall, dass es in regelmässigen Abständen immer nur gegen konservative Bischöfe zu solchen Kampagnen kommt? Liegt die Schlechtigkeit einfach im Konservatismus dieser Bischöfe angelegt? Und sind progressive Bischöfe in ihrer Amtsführung so perfekt, da nie irgendwas kommt?

Das könnte daran liegen, daß 'progressive' Bischöfe mehr auf der 'Habenseite' haben und ihnen von daher Fehler eher nachgesehen werden. Vielleicht auch daran, daß man ihnen Reue und Besserung eher abnimmt (was eigentlich keine Frage von 'Konservativ' gegen 'Progressiv' ist, sondern von Glaubwürdigkeit und Nähe zu den Menschen).

Aber: Das ist hier off-Topic. Hier geht es um den Synodalen Weg; wenn du das Verhalten der Gläubigen gegenüber ihren Hirten diskutieren willst, dann mach bitte einen eigenen Thread auf!

 

vor 9 Stunden schrieb Guppy:

Haltet ihr es für Zufall, dass diese Kampagne gegen Kardinal Woelki gefahren wird, seitdem er sich als offener Kritiker des synodalen Weges zu erkennen gegeben hat und möglicherweise gewünschten "Reformen" im Weg stehen könnte?

Ja.

 

Die einzige Koinzidenz liegt darin, daß es sowohl beim Synodalen Weg als auch bei der Kritik an Woelki um die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche geht.

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vor 10 Stunden schrieb Guppy:

Ist es eigentlich Zufall, dass immer nur gegen konservative BIschöfe in Deutschland solche skandalisierenden Rufmordkampagnen stattfinden? Bischof Mixa, Bischof Tebartz-van Elst, jetzt Kardinal Woelki?

 

Ist es Zufall, dass mit Kardinal Woelki jetzt einer der einflussreichsten Kritiker des synodalen Weges so "fertig gemacht" wird, offenbar mit dem Ziel ihn aus dem Weg zu räumen, um es mal etwas heftig auszudrücken? Muss Bischof Voderholzer sich  Sorgen machen, dass er der nächste ist?

Ist es Zufall?

Nein - denn ein Problem der fehlenden Missbrauchaufarbeitung bzw. der mangelnden Anzeige von Tätern sind ja die klerikalen Binnenstrukturen in den Bistümern. Und die sind nun mal in konservativen Bistümern stärker ausgeprägt als in progressiveren.

Rottenburg-Stuttgart hat meines Wissens seit mindestens über 20 Jahren eine auch mit Laien besetzte Missbrauchskommission. Keine Ahnung, wie lange es das in Köln schon gibt.

@Chrysologus - weißt du da mehr?

 

Und dass just ein Bischof, der an die klerikalen Binnenstrukturen festhält den Synodalen Weg kritisiert und teilweise auch diffamiert, ist auch kein Zufall.

Zu dem vernichtenden Interview unmittelbar nach der ersten Vollversammlung hat Woelki niemand gezwungen, im Gegenteil, man hat wohl versucht, ihm davon abzuraten.

 

Wenn es im Bistum Regensburg ähnliche Versäumnisse gibt wie in Köln, kann man nur hoffen, dass Bischof Vorderholzer der nächste ist ... Sonst nicht.

Edited by laura
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vor 22 Minuten schrieb Moriz:

 

Die einzige Koinzidenz liegt darin, daß es sowohl beim Synodalen Weg als auch bei der Kritik an Woelki um die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche geht.

Das kann man nicht laut genug betonen.

 

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Wird dadurch nicht richtiger. Daß es dem SW wirklich um den Mißbrauch geht, darauf deutet in der Praxis außer der Namensgebung nicht viel hin. Die Beispiele sind Legion. Es ist ein Aufhänger für eine kirchenpolitische Agenda, mehr nicht. Leider. Wieder wird eine Chance vertan.

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vor 1 Minute schrieb rorro:

Wird dadurch nicht richtiger. Daß es dem SW wirklich um den Mißbrauch geht, darauf deutet in der Praxis außer der Namensgebung nicht viel hin. Die Beispiele sind Legion. Es ist ein Aufhänger für eine kirchenpolitische Agenda, mehr nicht. Leider. Wieder wird eine Chance vertan.

Welche Themen müssten denn dann, deiner Ansicht nach, auf den Tisch?

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Gerhard Ingold
vor 3 Minuten schrieb rorro:

Wird dadurch nicht richtiger. Daß es dem SW wirklich um den Mißbrauch geht, darauf deutet in der Praxis außer der Namensgebung nicht viel hin. Die Beispiele sind Legion. Es ist ein Aufhänger für eine kirchenpolitische Agenda, mehr nicht. Leider. Wieder wird eine Chance vertan.

 

Geht es beim synodalen Weg wirklich nur um Missbrauch? Bisher meinte ich beim Lesen der vielen Kommentare, es ginge um Frauenrechte, um das Zölibat und nur am Rande über die körperlichen Missbräuche.

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Gerhard Ingold
vor 5 Minuten schrieb Frank:

Welche Themen müssten denn dann, deiner Ansicht nach, auf den Tisch?

 

Aus meiner Sicht müssten endlich auch die seelischen Missbräuche auf den Tisch kommen. Was das Christentum und der Islam Menschen mit den vielen Drohungen - Fegefeuer, Hölle, ewiges Getrennt-Sein von Gott usw. - Kindern und Erwachsenen angetan hat, hat bei vielen Menschen ähnliche lebenslängliche Traumata ausgelöst, wie körperliche Missbräuche.

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vor 3 Stunden schrieb Gerhard Ingold:
Solche Empathie lässt Du aber gegen Kritiker vermissen. Da beschimpfst Du andere sehr schnell als Hetzer usw.
 
Solche Unterschiede macht man, weil man mit zwei Ellen misst. Das eine ist für Dich harmlos und das andere ist für Dich empörend.
 
Empört ist man, weil man sich über andere stellt.

Ich stelle mich nicht über andere, sondern vor sie. Ich trete Hetzern entgegen, die über Menschen Lügen verbreiten, um sie herabzusetzen.

Solchen Leuten darf man keinen Millimeter Raum geben.

Mit Kritik und damit, das andere etwas anderes glauben als ich, kann ich gut umgehen. Davon solltest Du lernen.

 

 

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vor 14 Minuten schrieb Gerhard Ingold:

 

Aus meiner Sicht müssten endlich auch die seelischen Missbräuche auf den Tisch kommen. Was das Christentum und der Islam Menschen mit den vielen Drohungen - Fegefeuer, Hölle, ewiges Getrennt-Sein von Gott usw. - Kindern und Erwachsenen angetan hat, hat bei vielen Menschen ähnliche lebenslängliche Traumata ausgelöst, wie körperliche Missbräuche.

 

Da stimme ich dir zu. Der geistliche Missbrauch wird zwar thematisiert und besprochen. Aber wie viel geistlicher Missbrauch "in ganz normalen Gemeinden" stattgefunden hat, wird noch kaum thematisiert.

Ich erinnere mich z.B. daran, dass ein Diakon uns als Jugendlichen übelsten psychischen Druck gemacht, vor Ostern beichten zu gehen. Eine freie Einladung hätte anders ausgesehen ...

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Spadafora
vor 18 Stunden schrieb Studiosus:

 

Ich glaube, selbst die in Trient als fehler- und widerspruchfrei erkannte Vulgata* übersetzt an dieser Stelle gyne bzw. gynaika mit uxor/uxorem

 

Die Deutung als Ehefrau/nach Art einer Ehefrau ist naheliegend. Keine Frage. Und wohl auch die sinnigere. Allerdings sagt das nichts darüber aus, worum es mir ging: Ob in dieser Verbindung Enthaltsamkeit geübt wurde oder nicht. Aus der alten Kirchengeschichte jedenfalls kennen wir (Verweis auf Heid) die Enthaltsamkeit innerhalb der Ehe (Enthaltsamkeitszölibat) bei Bischöfen ab Weihe/Amtsübernahme. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

 

* Ich denke, hierüber muss man nicht diskutieren. Wir alle kennen den gehörten Moses. 

sich jetzt einfach auf eine durch eine lateinische Bibelübersetzung zu beziehen die ein Konzil als "irrtumsfrei" erklärt hat zeigt auf welchem dünnen  Eis du stehst Kinderl

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vor 29 Minuten schrieb rorro:

Wird dadurch nicht richtiger. Daß es dem SW wirklich um den Mißbrauch geht, darauf deutet in der Praxis außer der Namensgebung nicht viel hin. Die Beispiele sind Legion. Es ist ein Aufhänger für eine kirchenpolitische Agenda, mehr nicht. Leider. Wieder wird eine Chance vertan.

Unsinn!

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vor 2 Minuten schrieb laura:

Da stimme ich dir zu.

Wenn das stimmt, was Ingold behautet, dann musst Du Dich (wie Ingold) für die Abschaffung der Kirche einsetzen und vor allem Deinen Beruf aufgeben.

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Gerhard Ingold
vor 2 Minuten schrieb ThomasB.:

Ich stelle mich nicht über andere, sondern vor sie. Ich trete Hetzern entgegen, die über Menschen Lügen verbreiten, um sie herabzusetzen.

Solchen Leuten darf man keinen Millimeter Raum geben.

Mit Kritik und damit, das andere etwas anderes glauben als ich, kann ich gut umgehen. Davon solltest Du lernen.

 

 

 

Wer unbewiesene Behauptungen als Wahrheit ausgibt, lügt. Und da finde ich, darin sind alle Religionen schuldig geworden. Ich aber habe immer versucht, meine Kritik an den Mosesautoren mit entsprechenden Bibelaussagen zu belegen. Du aber reagierst mit Unterstellungen. Darum gebe ich Religiösen "keinen Millimeter Raum". Sie lügen alle bewusst oder unbewusst, wenn sie unbeweisbare Behauptungen als Wahrheit verkaufen.

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Chrysologus
vor 34 Minuten schrieb laura:

Nein - denn ein Problem der fehlenden Missbrauchaufarbeitung bzw. der mangelnden Anzeige von Tätern sind ja die klerikalen Binnenstrukturen in den Bistümern.

Un dich behaupte mal, dass die Skandale in Limburg und Köln in denselben Fehlhaltungen gründen wie Missbrauchstate. Ich zitiere Karl Lehmann sinngemäß zu den Vorgängen in Limburg, kurz bevor TvE um seien Entbindung von den Pflichten des Amtes bat: "Er scheint der Ansicht zu seinem, sich in seinem Amt gewisse Dinge zu schulden - mir fehlt da das Verständnis."

 

vor 37 Minuten schrieb laura:

Rottenburg-Stuttgart hat meines Wissens seit mindestens über 20 Jahren eine auch mit Laien besetzte Missbrauchskommission. Keine Ahnung, wie lange es das in Köln schon gibt.

@Chrysologus - weißt du da mehr?

Klar weiß ich da mehr. In Kürze: Die Kommision wurde 2002 eingerichtet und war damals die erste derartige Kommission in Deutschland. Es hatte zuvor nicht nur den Missbrauchsskandal in den USA gegeben, es gab auch einige Vorfälle in DRS.

Die Kommission war damals mit hochrangigen Diözesanvertern besetzt, weil man glaubte, so die Ernsthaftigkeit des Bemühens deutlich machen zu können. Im Laufe der Zeit nahm der Anteil leitender Diözesaner immer weiter ab, heute ist sie nur noch mit Menschen besetzt, die nicht bei der Kirche arbeiten, weiteres hier.

Missbrauchsvorwürfe werden der Kommisson gemeldet, diese leitet die Ermittlungen Federführend, die Erkenntnisse der Ermittlungen werden in der KsM besprochen, diese entscheidet über die weiteren Schritte und empfiehlt dem Bischof, wie mit einem Beschuldigten weiter vorgegangen werden soll. In der Regel folgt der Bischof diesen Empfehlungen.

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Gerade eben schrieb Gerhard Ingold:

Wer unbewiesene Behauptungen als Wahrheit ausgibt, lügt.

Ich darf für Wahrheit halten, was ich will. Akzeptiere das bitte.

 

Ich lasse mir von Dir nicht verbieten, an den Gott zu glauben, der die Liebe ist.

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Gerhard Ingold
vor 4 Minuten schrieb laura:

 

Da stimme ich dir zu. Der geistliche Missbrauch wird zwar thematisiert und besprochen. Aber wie viel geistlicher Missbrauch "in ganz normalen Gemeinden" stattgefunden hat, wird noch kaum thematisiert.

Ich erinnere mich z.B. daran, dass ein Diakon uns als Jugendlichen übelsten psychischen Druck gemacht, vor Ostern beichten zu gehen. Eine freie Einladung hätte anders ausgesehen ...

 

Mir fiel der geistliche Missbrauch erst auf, als ich meine dritte Ausbildung zum Pflegefachmann Psychiatrie begann und dann arbeitete. Ich war damals als freikirchlicher Fundamentalist geschockt.

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vor 4 Minuten schrieb ThomasB.:

Wenn das stimmt, was Ingold behautet, dann musst Du Dich (wie Ingold) für die Abschaffung der Kirche einsetzen und vor allem Deinen Beruf aufgeben.

Nein. Für ihre Reform.

Sie ist zu wichtig, dass man sie abschaffen müsste.

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Gerhard Ingold
vor 1 Minute schrieb ThomasB.:

Ich darf für Wahrheit halten, was ich will. Akzeptiere das bitte.

 

Ich lasse mir von Dir nicht verbieten, an den Gott zu glauben, der die Liebe ist.

 

Wo verbiete ich einem Menschen, an einen möglichen Gott der Liebe zu glauben?

Gerade darum, weil ich mir einen möglichen Gott der Liebe vorstellen vermag, war ich zunehmend entsetzt, was man einem möglichen Gott der Liebe alles in die Schuhe geschoben hat. 

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vor 20 Minuten schrieb Frank:

Welche Themen müssten denn dann, deiner Ansicht nach, auf den Tisch?

 

Das habe ich schon mehrfach gesagt - für eine Debatte darüber, welche spezifisch katholischen Elemente mißbrauchsfördernd sind, fehlt die Datenbasis mangels Vergleichsstudien. Es sind somit "nur" Diskussionen darüber möglich, was generell Themen wie Macht und Stellung leitender Führungskräfte angeht sowie deren Verantwortlichkeiten (Stichwort Verwaltungsgerichtsbarkeit). Ob die üblichen Themen Zölibat und Frauenweihe was damit zu tun haben, wissen wir gar nicht, daher gehören die definitiv raus.

Was viel mehr in den Fokus gehört, auch medial, ist die Verantwortlichkeit von Führungskräften, Abteilungsleitern und nicht zuletzt Bischöfen. Was spricht gegen eine regelmäßige Aufsicht von Bischöfen durch ihre Metropoliten (ich weiß nicht, ob man so etwas rechtlich lokal einrichten kann, als "Synodaler Weg" sicher nicht, vielleicht als anfangs explizit abgelehnte Regionalsynode, die Bischof Bode auf einmal will)? Was spricht gegen eine Aufsicht der Erzbischöfe durch ein Gremium der BK? Natürlich geht das derzeit nicht, doch das sollte man mal austarieren, was da möglich ist.

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Gerhard Ingold
Gerade eben schrieb laura:

Nein. Für ihre Reform.

Sie ist zu wichtig, dass man sie abschaffen müsste.

 

Richtig: Es geht nicht um das Abschaffen. Wir sind. Das ist offensichtlich. Wie wir zum Sein gekommen sind, ist weniger offensichtlich. Darum sollte man sich mit dem Offensichtlichen und nicht erstrangig mit dem Nicht-Offensichtlichen beschäftigen.

 

Die Grundgedanken Jesus beschäftigten sich vorwiegend mit dem Offensichtlichen. Wenn alle Menschen gleichermaßen unter den Schutzgedanken der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit, des Gewaltverzichts, der Armutsüberwindung, des Schutzes der Schwächsten, der Versöhnlichkeit und der Feindesliebe kommen, wäre Religion bei der Kernaufgabe angekommen. 

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vor 16 Minuten schrieb Moriz:

Unsinn!

 

Wir werden ja sehen, was hinten rauskommt. Parturient montes, nascetur ridiculus mus (Die Berge kreißten und geboren wurde eine lächerliche Maus).

Edited by rorro
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vor 2 Minuten schrieb rorro:

Was viel mehr in den Fokus gehört, auch medial, ist die Verantwortlichkeit von Führungskräften, Abteilungsleitern und nicht zuletzt Bischöfen. Was spricht gegen eine regelmäßige Aufsicht von Bischöfen durch ihre Metropoliten (ich weiß nicht, ob man so etwas rechtlich lokal einrichten kann, als "Synodaler Weg" sicher nicht, vielleicht als anfangs explizit abgelehnte Regionalsynode, die Bischof Bode auf einmal will)? Was spricht gegen eine Aufsicht der Erzbischöfe durch ein Gremium der BK? Natürlich geht das derzeit nicht, doch das sollte man mal austarieren, was da möglich ist.

 

Mit diesem Vorschlag schaffst du wieder eine kirchliche Binnenstruktur. Das Problem der Missbrauchsfälle war ja gerade, dass man versucht hat, sie binnenkirchlich zu lösen.

Pfarrer X fällt in Düsseldorf negativ auf, ist dann 5 Jahre Krankenhausseelsorger (kein Kontakt zu Kindern!) in Euskirchen, dann wieder Pfarrer in Gummersbach, fällt da wieder auf - und wechselt dann ins Bistum Passau, wo er nach weiteren drei Jahren Krankenhausseelsorge wieder eine Gemeinde bekommt.

Was das Erzbistum aber hätte tun müssen: eine Anzeige bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bei den ersten (strafrechtlich relevanten) Vorfällen.

Es geht ja in der ganzen Debatte darum, dass man durch diese binnenkirchlichen Problemlöseversuche letztlich eine Art Parallelgesellschaft gebildet hat.

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vor 4 Minuten schrieb rorro:

 

Wir werden ja sehen, was hinten rauskommt.

 

Es kommt gerade schon viel heraus.

Z.B. die Generalsekretärin der DBK. Ein Schritt zur Stärkung von Frauen.

 

Die Kirche in Deutschland wird in 5 Jahren anders aussehen.

Edited by laura
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