Flo77 Geschrieben 29. November 2024 Melden Geschrieben 29. November 2024 vor 9 Stunden schrieb rorro: Nun, was dazu gehört und was nicht, damit es auch jetzt und zukünftig funktioniert, ist bestenfalls Ergebnis einer gesellschaftlichen Debatte und des demokratischen Wettbewerbs. Amerikaner kommen da zu einem anderen Ergebnis als wir. Das dürfen die. Natürlich dürfen "die" das. Auch wenn ich meine Zweifel habe, daß "die" das US -amerikanische Volk sind. Und natürlich dürfen "die" sich dafür entscheiden mehr Säuglinge sterben zu lassen (als jedes andere Industrieland), mehr Mütter im Kindbett sterben zu lassen (als jedes andere Industrieland), insgesamt eine kürzere Lebenserwartung zu haben (als jedes andere Industrieland), die erlaubte Lebenserwartung nach "Rassen" zu staffeln und ein Leben in einem permanenten Angstzustand zu verbringen. Von der Bildungsmisere ganz zu schweigen. Ich darf das aber sehr seltsam und sehr un-evangeliumsgemäß finden. Und nur um das Klarzustellen: unter den letzten beiden Regierungen hat man auch bei uns die Axt an den Stamm und die Wurzeln gelegt. Das ist mir durchaus klar und während ich bei den Amis eher kopfschüttelnd davor stehe, versuche ich dreimal täglich dem Berliner Zirkus im Reichstag (und den angeschlossenen Lokalitäten) seine Sünden an unserem Land zu vergeben um einigermaßen reinen Herzens mein Vaterunser beten zu können. Zitieren
iskander Geschrieben 29. November 2024 Melden Geschrieben 29. November 2024 (bearbeitet) vor 22 Stunden schrieb rorro: Die freiwillige karitative Tätigkeit hat dort einen viel höheren Stellenwert als bei uns. Da wird das nicht wegdelegiert, sondern jeder ist dazu aufgerufen und ab der sozialen Mittelklasse gehört "volunteering" zum guten Ton (womöglich auch darunter, doch das weiß ich nicht). Ich habe zwar jetzt nicht die Angaben von @Flo77 nachgeprüft, sie scheinen aber durchaus nicht unglaubwürdig zu sein. Jedenfalls scheint das System dort nicht sicherzustellen, dass die nicht abgetriebenen, geborenen Kinder angemessen versorgt sind. Die Tatsache, dass in den USA mehr Menschen im Gefängnis sitzen als in jedem anderen Land der Welt, relativ und absolut (selbst in absoluten Zahlen mehr als in China) wird eben auch das Fehlen eines sozialen Sicherungssystems zurückgeführt. Neben anderen Gründen natürlich, wie einer ausgeprägten Punitivität, gerade auch unter Konservativen. vor 20 Stunden schrieb rorro: Amerikaner kommen da zu einem anderen Ergebnis als wir. Das dürfen die. Ja, das dürfen die. Das war aber nicht die Frage. Die Frage war, ob das eine Art des Christentums ist, dessen Kampf gegen die Abtreibung moralisch glaubwürdig ist. Wenn jemand einerseits will, dass der Staat Frauen unter Strafandrohung dazu zwingt, dass sie gegen ihren Willen Kinder austragen, gleichzeitig aber dagegen ist, dass der Staat sich so weit um Mutter und Kind kümmert, dass diese sich wenigstens angemessen ernähren können, dann wirft das jedenfalls Fragen auf. Genauso wie die schon erwähnte ungewöhnliche Punitivität, die vor 20 Jahren noch dazu führte, dass Minderjährige hingerichtet wurden und heute noch dazu führt, dass geistig Behinderte hingerichtet werden. (Dass die USA das einzige westliche Land mit Todesstrafe sind, bedarf angesichts dessen nicht einmal einer gesonderten Erwähnung.) All das scheint die die christliche Rechte nicht zu interessieren. Aber gut, das sind Straftäter. Kommen wir also zu den Unschuldigen. Nach Schätzungen sind durch die internationale Politik der USA seit dem 2. Weltkrieg Millionen Menschen umgekommen (hier noch ein Beispiel). Was ist mit denen? Und soll es auch hier heißen: "Die Amerikaner dürfen das"? Auch das scheint den meisten christlichen Lebensschützern ziemlich egal zu sein. (Klar, die Medien. Aber das erklärt nicht alles.) Und nochmals: Selbst von den nicht-katholischen konservativen Christen, die prinzipiell nichts gegen Verhütung haben, scheinen viele kein besonderes Interesse daran zu haben, dass Frauen (bzw. Paare), die potentiell bereit sind, abzutreiben, stattdessen verhüten (gerne auf eine Weise, die niemand als "Frühabtreibung" bezeichnen kann). Nicht mal im Sinne eines "kleineren Übels". Ich bezweifle nicht, dass es redliche Abtreibungsgegner gibt, die wirklich aus Respekt vor dem Leben zu ihrer Haltung kommen. Aber angesichts des Dargelegten stellt sich doch die Frage, ob es einem Großteil nicht um etwas anderes geht - nämlich letztlich die Leute dafür bestrafen zu wollen, dass sie Sex hatten. Das würde zumindest erklären, warum man nicht für Verhütung ist und auch, wieso weder die erst einmal geborenen Babys noch anderes menschliche Leben von besonderem Wert zu sein scheint. bearbeitet 29. November 2024 von iskander Zitieren
Flo77 Geschrieben 29. November 2024 Melden Geschrieben 29. November 2024 vor 27 Minuten schrieb iskander: Ich habe zwar jetzt nicht die Angaben von @Flo77 nachgeprüft, sie scheinen aber durchaus nicht unglaubwürdig zu sein. Also bitte... https://www.healthsystemtracker.org/chart-collection/quality-u-s-healthcare-system-compare-countries/ https://www.commonwealthfund.org/publications/issue-briefs/2023/jan/us-health-care-global-perspective-2022 1 Zitieren
MartinO Geschrieben 29. November 2024 Melden Geschrieben 29. November 2024 (bearbeitet) Am 28.11.2024 um 23:52 schrieb rorro: Nun, was dazu gehört und was nicht, damit es auch jetzt und zukünftig funktioniert, ist bestenfalls Ergebnis einer gesellschaftlichen Debatte und des demokratischen Wettbewerbs. Amerikaner kommen da zu einem anderen Ergebnis als wir. Das dürfen die. Natürlich dürfen die das. Es könnte auch Ergebnis einer Debatte um ein funktionierendes Sozialsystem sein, dass man Behinderte nicht staatlich alimentiert bzw. bei Embryonen, bei denen Anzeichen für eine Behinderung bestehen, nur die Abtreibung zahlt. Christlich wäre das wohl eher nicht. (Und, nein, nicht nur die Nazis haben solche Überlegungen angestellt. Die schwedischen Sozialdemokraten unter Hjalmar Branting hatten dieselben Gedanken. bearbeitet 29. November 2024 von MartinO Namen verwechselt Zitieren
Flo77 Geschrieben 30. November 2024 Melden Geschrieben 30. November 2024 Am 27.11.2024 um 13:20 schrieb rorro: Beginnen hat es mit der Didaché. Und das Lehramt hat sich immer so geäußert und nichts daran geändert. Was übrigens die Frage aufwirft, warum der Eigentumsbegriff der Didache nicht lehramtlich weiterverfolgt wurde. Zitieren
rorro Geschrieben 30. November 2024 Melden Geschrieben 30. November 2024 vor einer Stunde schrieb Flo77: Was übrigens die Frage aufwirft, warum der Eigentumsbegriff der Didache nicht lehramtlich weiterverfolgt wurde. Ich habe sie gerade ganz gelesen und keinen "Eigentumsbegriff" gefunden. Die Didache ruft zum freigebigen Helfen auf (ohne Rückforderung), warnt aber auch, das Gut des Nächsten zu begehren (also gibt es wohl so etwas wie Privateigentum). Zitieren
Flo77 Geschrieben 30. November 2024 Melden Geschrieben 30. November 2024 vor 9 Minuten schrieb rorro: Ich habe sie gerade ganz gelesen und keinen "Eigentumsbegriff" gefunden. Die Didache ruft zum freigebigen Helfen auf (ohne Rückforderung), warnt aber auch, das Gut des Nächsten zu begehren (also gibt es wohl so etwas wie Privateigentum). Auch. Ich meinte 4, 8: "Wende dich nicht ab von dem Bedürftigen, teile vielmehr alles mit deinem Bruder und nenne nichts dein eigen; denn wenn ihr in die unvergänglichen Güter euch teilet, um wie viel mehr in die vergänglichen?" (BKV) Es gibt Übersetzungen, in denen "nenne nichts dein eigen" noch stärker als "bezeichne nichts als deinen Besitz" übersetze wird. Wenn man diesen Gedanken zur letzten Konsequenz führt kommt man zu einer Gütergemeinschaft (wie sie in der Apostelgeschichte ja auch angedeutet wird). Gut, ich stimme völlig zu, daß das hier im Zusammenhang mit der Beschreibung des "Weg des Lebens" erwähnt wird und sich die Didache sehr bewusst ist, daß das Joch Jesu in seiner Gänze nicht (immer) tragbar/umsetzbar ist (Kap. 6, 2), aber da das Lehramt ja auch sonst gerne das Ideal verabsolutiert wäre auch die Übernahme dieser Forderung nur konsequent gewesen. Hätte Paulus bei der Heidenmission allerdings vielleicht auch weniger Erfolg gehabt. 1 Zitieren
rorro Geschrieben 30. November 2024 Melden Geschrieben 30. November 2024 vor 1 Stunde schrieb Flo77: Ich meinte 4, 8: "Wende dich nicht ab von dem Bedürftigen, teile vielmehr alles mit deinem Bruder und nenne nichts dein eigen; denn wenn ihr in die unvergänglichen Güter euch teilet, um wie viel mehr in die vergänglichen?" (BKV) Es gibt Übersetzungen, in denen "nenne nichts dein eigen" noch stärker als "bezeichne nichts als deinen Besitz" übersetze wird. Wenn man diesen Gedanken zur letzten Konsequenz führt kommt man zu einer Gütergemeinschaft (wie sie in der Apostelgeschichte ja auch angedeutet wird). Gut, ich stimme völlig zu, daß das hier im Zusammenhang mit der Beschreibung des "Weg des Lebens" erwähnt wird und sich die Didache sehr bewusst ist, daß das Joch Jesu in seiner Gänze nicht (immer) tragbar/umsetzbar ist (Kap. 6, 2), aber da das Lehramt ja auch sonst gerne das Ideal verabsolutiert wäre auch die Übernahme dieser Forderung nur konsequent gewesen. Hätte Paulus bei der Heidenmission allerdings vielleicht auch weniger Erfolg gehabt. Danke. Die Didache ist sowieso ein interessantes Studienmaterial. Ich finde nicht, daß die Kirche in ihrer Soziallehre davon so abweicht. Das Privateigentum wird auch in der Didache vorausgesetzt. Es wird gefordert, daß es letztlich dem Allgemeingut dienen soll, auf freiwilliger Basis. Wo siehst Du da einen Unterschied zur Katholischen Soziallehre? Zitieren
Flo77 Geschrieben 30. November 2024 Melden Geschrieben 30. November 2024 vor 5 Minuten schrieb rorro: Danke. Die Didache ist sowieso ein interessantes Studienmaterial. Ich finde nicht, daß die Kirche in ihrer Soziallehre davon so abweicht. Das Privateigentum wird auch in der Didache vorausgesetzt. Es wird gefordert, daß es letztlich dem Allgemeingut dienen soll, auf freiwilliger Basis. Wo siehst Du da einen Unterschied zur Katholischen Soziallehre? Ich hab heute noch einiges zu erledigen und das ist ein größerer Block (zumal ich nicht von einem Gegensatz spreche sondern von einer Abschwächung), aber ganz kurz vorweg: Die katholische Soziallehre ist die Basis der Caritas. Das ist aber nur die eine Seite, wenn man die "einfache Lebensführung" als die andere - von der Kirche unausgesprochene - nimmt. Ich hoffe ich komme noch dazu, das mal ins Detail zu gehen (auch unter dem Aspekt mit wem zu teilen ist). Zitieren
SteRo Geschrieben 20. Juni Melden Geschrieben 20. Juni (bearbeitet) USA: Buch von Vance über seinen katholischen Glauben Die Person Vance erscheint mir - unter Berücksichtigung seiner Äußerungen, welche mir aus Medien bekannt sind (entweder berichtet oder live übertragen) - alles andere als ein Bruder im Geiste, aber wo er (ausnahmsweise mal) recht hat, da hat er recht. Über sein damaliges Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und weiteren Vatikandiplomaten sei er an einem Punkt eher enttäuscht. Diese hätten beim Thema Migration nicht sehr klar gesprochen: „Was sie sagten, war zu abstrakt, um hilfreich zu sein.“ Weiter heißt es, er sei „überrascht, dass eine der wenigen Instanzen mit moralischer Autorität und globaler Perspektive in der Frage der Migration so ängstlich schien, etwas Kontroverses zu sagen, dass sie lieber im Endeffekt gar nichts sagte“. Oder es werden Dinge ausgesagt, grade so als ob sie nichts miteinander zu tun hätten, und der sich aufdrängenden Schlussfolgerung wird aus dem Weg gegangen. Siehe auch hier Oder es wird eines bejaht und anderes abgelehnt, obgleich mit der Bejahung des einen, das andere bestätigt wird. Siehe auch hier. Ich sehe das so, dass in der Nicht-Zur-Kenntnisnahme der Realität vom Zusammenhängen sich eine gewisse Hilflosigkeit ausdrückt: Auf der einen Seite, will man so tun, als könne man politisch mitmischen, auf der anderen Seite kann man das gar nicht, wenn man dem christlichen Glauben und dem Vorbild Jesu Christi treu bleibt. Bei der Politik-Simulation ertappt, redet man sich dann vielleicht raus mit "Ich verkünde nur das Evangelium", was natürlich nicht stimmt, wenn ein eindeutiger Bezug der vermeintlichen "Verkündung" zu politischen Gegebenheiten im Hier und Jetzt evident ist. Zugleich verteidigt Vance den verstorbenen Papst Franziskus gegen manche Kritik aus konservativen katholischen Kreisen. Auch dort, wo er inhaltlich anderer Meinung gewesen sei, habe er die Offenheit des Papstes geschätzt. „Er war der Papst, Donald Trump der Präsident und ich der Vizepräsident. Wir hatten unterschiedliche Rollen, und mir waren seine klaren Mahnungen lieber als die vagen Dinge, die ich im Vatikan zu hören bekam.“ bearbeitet 20. Juni von SteRo Zitieren
SteRo Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni USA: US-Bundesstaat Texas führt Bibel-Lesepflicht in Schulen ein Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni vor 55 Minuten schrieb SteRo: USA: US-Bundesstaat Texas führt Bibel-Lesepflicht in Schulen ein Das wird lustig. Da hat die Lehrkraft dann 30-40% Atheisten in der Klasse und 60-70% aus Konfessionen, die sich teilweise spinnefeind sind. Und dann kommt der erste mit "Ehrman sagt dazu", der nächste mit "das hat Pater Schmitz aber anders erzählt", usw. usf. Das könnte die Zahl der Konfessionslosen in Texas ebenso massiv nach oben treiben, wie es die Republikaner diskreditieren könnte... Spannend. Zitieren
iskander Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni (bearbeitet) vor 5 Stunden schrieb SteRo: USA: US-Bundesstaat Texas führt Bibel-Lesepflicht in Schulen ein Daraus: "Die USA seien schon immer »eine christliche Nation« gewesen, begründete Brandon Hall von der Schulbehörde die Entscheidung." Die USA sollen angeblich mal einen Katholiken namens John F. Kennedy als Präsident gehabt haben. Und der hatte, noch bevor er dann Präsident wurde, im Jahr 1960 Dinge gesagt wie diese (Fettungen durch mich): "I believe in an America where the separation of church and state is absolute — where no Catholic prelate would tell the President (should he be Catholic) how to act, and no Protestant minister would tell his parishoners for whom to vote — where no church or church school is granted any public funds or political preference — and where no man is denied public office merely because his religion differs from the President who might appoint him or the people who might elect him." "I believe in an America that is officially neither Catholic, Protestant nor Jewish — where no public official either requests or accepts instructions on public policy from the Pope, the National Council of Churches or any other ecclesiastical source — where no religious body seeks to impose its will directly or indirectly upon the general populace or the public acts of its officials — and where religious liberty is so indivisible that an act against one church is treated as an act against all." "I believe in a President whose religious views are his own private affair, neither imposed by him upon the nation or imposed by the nation upon him as a condition to holding that office." https://en.wikiquote.org/wiki/John_F._Kennedy Lange ist es her - mehr als 65 Jahre. bearbeitet 27. Juni von iskander Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni vor 31 Minuten schrieb iskander: Daraus: "Die USA seien schon immer »eine christliche Nation« gewesen, begründete Brandon Hall von der Schulbehörde die Entscheidung." Der Herr Hall sollte sich mal mit den religiösen Überzeugungen der Gründerväter beschäftigen. Zitieren
SteRo Geschrieben 17. Juli Melden Geschrieben 17. Juli USA: Christen beten für erschossene Einwanderer Zitieren
SteRo Geschrieben 1. August Melden Geschrieben 1. August US-Kirche kündigt breite Kampagne gegen Abtreibungspillen an Zitieren
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