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Geschrieben

Deutscher Wein ist nicht mehr verpönt!

Geschrieben

Nach zwei Gläsern Weißburgunder als Bedenkzeit mache ich den Vorschlag, diesen Thread wegen geringen Interesses der Userschaft wieder zu schließen.

Zum Abschluss berichte ich, dass der leckerste Rotwein, an den ich mich erinnere, jener Abendmahlswein war, den ich als Kind in der Sakristei der Kirche heimlich probiert habe. 
 

Geschrieben
vor 51 Minuten schrieb Alfons:

Nach zwei Gläsern Weißburgunder als Bedenkzeit mache ich den Vorschlag, diesen Thread wegen geringen Interesses der Userschaft wieder zu schließen.

Zum Abschluss berichte ich, dass der leckerste Rotwein, an den ich mich erinnere, jener Abendmahlswein war, den ich als Kind in der Sakristei der Kirche heimlich probiert habe. 
 

Bitte nicht!

Wein ist daueraktuell.

Auch wenn nicht täglich was dazu geschrieben wird.

Aber es kommt immer mal wieder was Neues.

 

und Wein ist christlich!

Geschrieben
vor 30 Minuten schrieb Lindau:

Bitte nicht!

Wein ist daueraktuell.

Auch wenn nicht täglich was dazu geschrieben wird.

Aber es kommt immer mal wieder was Neues.

 

und Wein ist christlich!

Bier ist christlicher und nahrhafter! Kann jeder Bauarbeiter seit Jahrtausenden bestätigen.

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb atheist666:

Bier ist christlicher und nahrhafter! Kann jeder Bauarbeiter seit Jahrtausenden bestätigen.

 

Äh, was die Christlichkeit angeht: Nein. Wein wird in der Bibel 230-mal erwähnt (Lutherbibel 2017), Bier nur sechsmal, und im Neuen Testament gar nicht. Natürlich hat beides seine Berechtigung. Grundsätzlich gilt Sprüche 31 Vers 6: "Gebt Bier denen, die am Umkommen sind, und Wein den betrübten Seelen." (Ich bin gerade in der Betrübnis-Phase).

 

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Alfons:

 

Äh, was die Christlichkeit angeht: Nein. Wein wird in der Bibel 230-mal erwähnt (Lutherbibel 2017), Bier nur sechsmal, und im Neuen Testament gar nicht. Natürlich hat beides seine Berechtigung. Grundsätzlich gilt Sprüche 31 Vers 6: "Gebt Bier denen, die am Umkommen sind, und Wein den betrübten Seelen." (Ich bin gerade in der Betrübnis-Phase).

 

Die Mönche aber haben lieber Bier gebraut, weil Bier satt macht. 

Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb Alfons:

 Grundsätzlich gilt Sprüche 31 Vers 6: "Gebt Bier denen, die am Umkommen sind, und Wein den betrübten Seelen." (Ich bin gerade in der Betrübnis-Phase).

Es erscheint mir zweifelhaft, dass hier die Rede von Bier ist. In der Septuaginta heißt es: 

 

δίδοτε μέθην τοῖς ἐν λύπαις

καὶ οἶνον πίνειν τοῖς ἐν ὀδύναις,

 

Das heißt eigentlich das übermäßige Trinken, die Trunkenheit, den Rausch als solches, sich einen Rausch ansaufen. Aus Allioli entnehme ich als Empfänger: "Hebr.: (In ihrem Vermögen) zugrunde gehenden" Im  Deutsch-Griechischen Wörterbuch von Jacobitz-Sailer findet sich nicht einmal das Wort Bier. Und ob man damals nicht bloß Dünnbier (auf bairisch Scheps), sondern auch so gehaltvolle Sahen wie einen Doppelbock, mit dem man sich den Konkurs schönsaufen konnte, zu brauen vermochte, scheint mir unwahrscheinlich zu sein..

 

Geschrieben
1 hour ago, Wunibald said:

Es erscheint mir zweifelhaft, dass hier die Rede von Bier ist. In der Septuaginta heißt es: 

 

δίδοτε μέθην τοῖς ἐν λύπαις

καὶ οἶνον πίνειν τοῖς ἐν ὀδύναις,

 

Das heißt eigentlich das übermäßige Trinken, die Trunkenheit, den Rausch als solches, sich einen Rausch ansaufen. Aus Allioli entnehme ich als Empfänger: "Hebr.: (In ihrem Vermögen) zugrunde gehenden" Im  Deutsch-Griechischen Wörterbuch von Jacobitz-Sailer findet sich nicht einmal das Wort Bier. Und ob man damals nicht bloß Dünnbier (auf bairisch Scheps), sondern auch so gehaltvolle Sahen wie einen Doppelbock, mit dem man sich den Konkurs schönsaufen konnte, zu brauen vermochte, scheint mir unwahrscheinlich zu sein..

 


Dass Bier im Vorderen und Mittleren Orient, aber vermutlich wohl schon weit darüber hinaus, ein Grundnahrungsmittel darstellte, scheint mir gut belegt zu sein. Es ist eine einfache und gesunde Methode, die ackerbaulich weniger anspruchsvolle Gerste zu nutzen, die als Brotgetreide nicht sonderlich gut geeignet ist.

Wikipedia nennt zur „Geschichte des Bieres“ bereits 20 Sorten Bier, die sich nach Trinkstärke und Gehalt an Emmer bzw. Gerste unterschieden.

(Hauptquelle scheint Tom Standage, heute beim „Economist“, zu sein.)

 

Geschrieben

Jetzt bräuchten wir wieder jemand, der uns das Hebräische, mit dem dieses Getränk bezeichnet wird, erläutert. 

Geschrieben

Ja. Der wichtigste althebräische Ausdruck ist שֵׁכָר – šēkār (Schekhar).

Er ist allerdings nicht ausschließlich „Bier“, sondern bezeichnet allgemeiner ein berauschendes bzw. vergorenes Getränk. In manchen biblischen Übersetzungen steht deshalb „starkes Getränk“ oder „Rauschtrank“.

Die Etymologie ist besonders interessant

שֵׁכָר (šēkār) gehört zur semitischen Wurzel ש־כ־ר (Š-K-R).

Das dazugehörige Verb:

שָׁכַר – šākar = „betrunken werden, sich berauschen“.

Man könnte also sinngemäß sagen:

šēkār = das, was berauscht.

Und hier wird es für die Biergeschichte spannend: Im Akkadischen, der Sprache des alten Mesopotamien, gibt es šikāru / šikaru, und dieses Wort bezeichnet vor allem Bier bzw. ein vergorenes alkoholisches Getränk. Die sprachliche Verwandtschaft mit dem Hebräischen gilt als gut belegt.

Die Entwicklung könnte vereinfacht so dargestellt werden:

*proto-semitisch šikar-
↓
Akkadisch šikāru → Bier
Hebräisch šēkār → berauschendes/vergorenes Getränk
Arabisch sakar → Rausch/berauschendes Getränk
Aramäisch šikrā → berauschendes Getränk
Griechisch σίκερα (sikera) → berauschendes Getränk, Bier

Auch das griechische σίκερα (sikera) ist bemerkenswert: Es erscheint in der Septuaginta als Wiedergabe von šēkār und ist etymologisch damit verbunden.

War „šēkār“ nun tatsächlich Bier?

Hier muss man etwas vorsichtig sein. Einige Forscher identifizieren šēkār ausdrücklich mit Bier, unter anderem aufgrund des akkadischen šikaru und archäologischer Hinweise auf Bierherstellung im Alten Orient. Andere meinen, das hebräische Wort sei weiter gefasst und habe verschiedene alkoholische Getränke, darunter Bier, bezeichnet.

Interessant ist beispielsweise Numeri 28,7: Dort wird šēkār ausdrücklich neben Wein erwähnt. Das spricht zumindest dafür, dass es sich um ein anderes Getränk als den gewöhnlichen Wein (יַיִן – yayin) handeln konnte.

Und damit ist „Bier“ im biblischen Hebräisch tatsächlich ein ziemlich altes Wortfeld – nur eben nicht in der modernen Bedeutung eines exakt definierten Getränks.

Nebenbemerkung: Das deutsche Wort „Bier“ hat damit übrigens keine direkte etymologische Verwandtschaft. Die hebräisch-akkadische Linie šēkār – šikāru ist eine ganz andere Wortgeschichte.

Geschrieben

Gestern hab ich einen guten Merlot getrunken

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