Jump to content

Recommended Posts

Geschrieben (bearbeitet)

Hallo zusammen,

 

bei mir läuft es im Moment nicht gut. Ich habe Schwierigkeiten mit der Umkehr, fühle mich oft unwürdig und lasse auch das Gebet ziemlich schleifen. Heute bin ich zum Beispiel nicht in

die Kirche gegangen, weil ich dachte, dass ich sowieso nicht zur Kommunion gehen kann.

 

Ich bin unsicher, ob das, was ich tue oder unterlasse, schon eine schwere Sünde ist oder nicht.

 

Mein Beichtvater ist zwar zugewandt, aber ich habe oft das Gefühl, dass er mich nicht ganz versteht. Ich habe auch versucht, Kontakt zu anderen Mitchristen zu suchen, aber in anderen Foren oder auf Social Media habe ich bisher eher Streit zwischen Christen verschiedener Richtungen erlebt als wirkliche Hilfe.

 

Ich frage mich mittlerweile, ob Gott mir überhaupt noch zuhört und ob mir im schlimmsten Fall sogar die Hölle droht, wenn ich im Stand der Todsünde bin. Es geht hauptsächlich um Themen wie Alkohol und sexuelle Sünden.

 

Vielleicht hat jemand einen Rat, wie man aus dieser Spirale aus Zweifeln und dem Gefühl des Feststeckens wieder herausfindet.

 
 
 
 
bearbeitet von NoReplyUser
Geschrieben

Willkommen bei mykath.
Ratschläge in einem öffentlichen Forum zu geben, sozusagen vor den Augen und Ohren der ganzen Welt, ist schwierig, gerade bei persönlichen Themen. Auch, wenn wir hier alle unter Nicknames unterwegs sind.
Deshalb nur zwei Sätze:
- Zweifel zu haben ist okay. Jeder hat die mal, sogar die heilige Thérèse von Lisieux hat gezweifelt.

- Für Christen gilt: Du kannst nicht aus der Gnade fallen.

Vielleicht meldet sich jemand von den mykath-Foranten, der mit dir per PN deine Schwierigkeiten genauer anschaut. 

 

  • Thanks 1
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb NoReplyUser:

Es geht hauptsächlich um Themen wie Alkohol [...]

 

Ich würde Dir raten, das eher als ein gesundheitliches Problem denn als Sünde zu sehen und entsprechend zu behandeln, und ich denke, da würde sogar die Kirche weitgehend zustimmen, und fast alle kath. Therapeuten. 

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb NoReplyUser:

Hallo zusammen,

 

bei mir läuft es im Moment nicht gut. Ich habe Schwierigkeiten mit der Umkehr, fühle mich oft unwürdig und lasse auch das Gebet ziemlich schleifen. Heute bin ich zum Beispiel nicht in

die Kirche gegangen, weil ich dachte, dass ich sowieso nicht zur Kommunion gehen kann.

 

Ich bin unsicher, ob das, was ich tue oder unterlasse, schon eine schwere Sünde ist oder nicht.

 

Mein Beichtvater ist zwar zugewandt, aber ich habe oft das Gefühl, dass er mich nicht ganz versteht. Ich habe auch versucht, Kontakt zu anderen Mitchristen zu suchen, aber in anderen Foren oder auf Social Media habe ich bisher eher Streit zwischen Christen verschiedener Richtungen erlebt als wirkliche Hilfe.

 

Ich frage mich mittlerweile, ob Gott mir überhaupt noch zuhört und ob mir im schlimmsten Fall sogar die Hölle droht, wenn ich im Stand der Todsünde bin. Es geht hauptsächlich um Themen wie Alkohol und sexuelle Sünden.

 

Vielleicht hat jemand einen Rat, wie man aus dieser Spirale aus Zweifeln und dem Gefühl des Feststeckens wieder herausfindet.

 
 
 
 

Unwürdig sind wir alle. Gott ist doch gerade für die Unwürdigen da. Tja, dein Problem ist, dass du unglücklich bist.  Deshalb greifst du nach Ersatzbefriedigungen. Nun könnte man meinen, dass die sexuelle Lust das größte Problem sei und der Alkohol vorwiegend infolge schlechten Gewissens konsumiert wird. Für die Hilfe, die du mittelst des Internets empfangen könntest, könnte ich vor allem den Blog https://manfredreichelt.wordpress.com/inhaltsverzeichnis/  und den Artikel https://www.academia.edu/124319489/Sexualität_und_Transformation empfehlen. Der Blog gibt gesundes, praktisches Christenleben wider und der Artikel über Sexualität könnte gut helfen, mit ihr besser fertig zu werden (Du musst dich allerdings anmelden, um ihn lesen zu können. Aber ist leicht und unverbindlich.)

Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb NoReplyUser:

Ich frage mich mittlerweile, ob Gott mir überhaupt noch zuhört ...

Immer hört Er zu. Da Er auch alles kennt, was du noch denken wirst, denkt er quasi immer mit dir mit, sowohl in die falsche als auch in die richtige Richtung. Er ist immer bei dir.

 

 

vor 17 Stunden schrieb NoReplyUser:

Vielleicht hat jemand einen Rat, wie man aus dieser Spirale aus Zweifeln und dem Gefühl des Feststeckens wieder herausfindet.

Die Spirale aus Zweifeln und das Gefühl des Feststeckens sind genau die Art und Weise wie Er mit dir kommuniziert. Schau genau hin. Du kannst dich voll auf Ihn verlassen.

 

 

  • Like 1
Geschrieben
vor 18 Stunden schrieb NoReplyUser:

Hallo zusammen,

 

bei mir läuft es im Moment nicht gut. Ich habe Schwierigkeiten mit der Umkehr, fühle mich oft unwürdig und lasse auch das Gebet ziemlich schleifen. Heute bin ich zum Beispiel nicht in

die Kirche gegangen, weil ich dachte, dass ich sowieso nicht zur Kommunion gehen kann.

 

Ich bin unsicher, ob das, was ich tue oder unterlasse, schon eine schwere Sünde ist oder nicht.

 

Mein Beichtvater ist zwar zugewandt, aber ich habe oft das Gefühl, dass er mich nicht ganz versteht. Ich habe auch versucht, Kontakt zu anderen Mitchristen zu suchen, aber in anderen Foren oder auf Social Media habe ich bisher eher Streit zwischen Christen verschiedener Richtungen erlebt als wirkliche Hilfe.

 

Ich frage mich mittlerweile, ob Gott mir überhaupt noch zuhört und ob mir im schlimmsten Fall sogar die Hölle droht, wenn ich im Stand der Todsünde bin. Es geht hauptsächlich um Themen wie Alkohol und sexuelle Sünden.

 

Vielleicht hat jemand einen Rat, wie man aus dieser Spirale aus Zweifeln und dem Gefühl des Feststeckens wieder herausfindet.

PN, wenn Du magst.

  • Like 2
  • Thanks 1
Cosifantutti
Geschrieben
Am 21.6.2026 um 17:31 schrieb NoReplyUser:

Ich bin unsicher, ob das, was ich tue oder unterlasse, schon eine schwere Sünde ist oder nicht.

 

Ich frage mich mittlerweile, ob Gott mir überhaupt noch zuhört und ob mir im schlimmsten Fall sogar die Hölle droht, wenn ich im Stand der Todsünde bin. Es geht hauptsächlich um Themen wie Alkohol und sexuelle sexuelle Sünden.

 
 
 

zunächst einmal gibt es im Forum natürlich Grenzen, sich über solche sehr persönlichen, ja intimen Fragen auszutauschen und am sinnvollsten ist sicher ein Austausch über PN….. 

 

nur ganz grundsätzlich vielleicht: Alkohol, Alkoholkonsum würde ich jetzt nicht direkt unter die Rubrik „Sünde“ einordnen, sondern unter Suchtgefährdung / Erkrankung - Gesundheitsaspekt. Entscheidend ist hier: Keine Verdrängung der Realität, kein „Schönreden“, beschwichtigen…überspielen…. Sondern nüchterne Betrachtung der Realität: In wieweit ist beim Alkoholkonsum die Schwelle vom „Genuss“ zur „Sucht“ schon überschritten ? Dann sind wir im Bereich Gesundheit / Erkrankung und nicht im Bereich der „Sünde“….

 

Was sexuelle Sünden angeht, Kernfrage für mich wäre dabei: Empfindest du selber bestimmte sexuelle Handlungen, sexuelle Praktiken als „schlecht“, „böse“ „falsch“ oder ordnest du bestimmte sexuelle Aktivitäten eben als sündhaft“ ein, weil diese Handlungen eben nach der Lehre der Kirche „sündhaft“ sind ?  

 

Die Realität ist schlicht: Vieles von dem, was im Bereich der Sexualität das kirchliche Lehramt nach wie vor als „sündhaft“, „ungeordnet“ „Irregulär“ „defizient“ etc. markiert, wird von heutigen Zeitgenossen, auch praktizierenden Katholiken, überhaupt nicht mehr als „Sünde“ angesehen. Sexualität ist ein sehr persönlicher, intimer Bereich, der niemanden anderen etwas angeht. 

 

Wenn man mit der eigenen Sexualität - aus welchen Gründen auch immer - nicht klarkommt, darunter leidet, sie als belastend empfindet, etc…. Dann ist das natürlich ein Anlass, das eigene Handeln zu hinterfragen. Wenn man allerdings Sexualität als etwas Schönes, Lustvolles, das Leben Bereicherndes erlebt, dann gibt es eigentlich kein Grund, sich über irgend etwas Sorgen zu machen…

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb Cosifantutti:

Was sexuelle Sünden angeht, Kernfrage für mich wäre dabei: Empfindest du selber bestimmte sexuelle Handlungen, sexuelle Praktiken als „schlecht“, „böse“ „falsch“ oder ordnest du bestimmte sexuelle Aktivitäten eben als sündhaft“ ein, weil diese Handlungen eben nach der Lehre der Kirche „sündhaft“ sind ?  

 

Die Realität ist schlicht: Vieles von dem, was im Bereich der Sexualität das kirchliche Lehramt nach wie vor als „sündhaft“, „ungeordnet“ „Irregulär“ „defizient“ etc. markiert, wird von heutigen Zeitgenossen, auch praktizierenden Katholiken, überhaupt nicht mehr als „Sünde“ angesehen. Sexualität ist ein sehr persönlicher, intimer Bereich, der niemanden anderen etwas angeht. 

 

Wenn man mit der eigenen Sexualität - aus welchen Gründen auch immer - nicht klarkommt, darunter leidet, sie als belastend empfindet, etc…. Dann ist das natürlich ein Anlass, das eigene Handeln zu hinterfragen. Wenn man allerdings Sexualität als etwas Schönes, Lustvolles, das Leben Bereicherndes erlebt, dann gibt es eigentlich kein Grund, sich über irgend etwas Sorgen zu machen…

Das ist eben die moderne Schönrederi der Sünde. Es geht in der Erlösung von allem Übel um die Überwindung der eigenen Begierden. Sexualität ist zur Fortpflanzung da. Da diese mit Lust verbunden ist, kann man eben süchtig nach dieser Lust werden. Ist wie mit allen anderen Süchten.

Geschrieben
Am 21.6.2026 um 17:31 schrieb NoReplyUser:

Vielleicht hat jemand einen Rat, wie man aus dieser Spirale aus Zweifeln und dem Gefühl des Feststeckens wieder herausfindet.

 

Manchmal hilft es mehr weiter, nicht wie ein Kaninchen auf die Schlange zu starren, sondern dorthin zu schauen, wo sich in Deinem Leben Freude, Zufriedenheit und Wachstum zeigt. Wenn man den guten Früchten im eigenen Leben Raum gibt, liegt man nicht fehl.

Und manchmal kann es auch helfen, nicht zu sehr auf einen selbst zu starren, sondern zu schauen, wo mein Nächster meine Hilfe oder mein Engagement braucht. Was wir denen gut tun, die in Not sind, tun wir Gott.

  • Like 1
  • Thanks 1
Geschrieben
16 minutes ago, New Aaron said:

Das ist eben die moderne Schönrederei der Sünde

Ich finde ja, das Wort Sünde muss eine Bedeutung haben. Wenn alles Sünde ist, dann ist Sünde auch schon egal.

Dabei wäre es wichtig zu wissen was die Sünde ist, denn nur so ist eine Umkehr möglich.

 

20 minutes ago, New Aaron said:

Es geht in der Erlösung von allem Übel um die Überwindung der eigenen Begierden.

Das reicht nicht. Es reicht nicht, "Nichts" zu machen. Erlösung heißt, sich geliebt zu wissen, nicht beliebig zu sein. Erlösung heißt zu wissen, dass Du ein Mensch bist mit allem was dazugehört und dass Du umgeben bist von Menschen, die ihre Menschlichkeit mit sich herumtragen.

 

Und ganz am Ende heißt Erlösung - nicht mehr müssen, sondern "Sein". Angenommen, so wie Du bist.

  • Thanks 1
Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Stunden schrieb New Aaron:

Das ist eben die moderne Schönrederi der Sünde.

 

Das ist ein klassischer Zirkelschluss: Du setzt genau das, was infrage steht - nämlich dass alles Sünde ist, was nach Meinung der Kirche Sünde ist - bereits als gegeben voraus. 

 

Zitat

Es geht in der Erlösung von allem Übel um die Überwindung der eigenen Begierden.

 

Das klingt eher gnostisch und augustinisch als modern-katholisch. Nicht, dass ich viel von der offiziellen kath. Sexualmoral halten würde; aber hier weichst Du von ihr ab und unterbietest sie erheblich.

 

Zitat

Sexualität ist zur Fortpflanzung da.


Auch das ist eher augustinisch als modern-katholisch, denn in der modernen kath. Sicht wäre Dein Satz eine wesentliche Verkürzung, da dort die Sexualität mehrere Funktionen hat. Entweder Du kennst die kath. Sexuallehre nicht, oder Du ersetzt sie bewusst durch Deine eigene Lehre - ohne das aber kenntlich zu machen. 

 

Zitat

Da diese mit Lust verbunden ist, kann man eben süchtig nach dieser Lust werden. Ist wie mit allen anderen Süchten.

 

 

Verzeih, aber bei solchen Sätzen und Kurzschlüssen frage ich mich wirklich, ob Du auch nur eine oberflächliche Ahnung von dem hast, worüber Du redest. Es gibt zwar eine sehr kleine Minderheit von Menschen, die objektiv Schwierigkeiten haben, ihre Sexualität angemessen zu kontrollieren, so dass hier reale Probleme entstehen; aber mit einer Sucht im eigentlichen Sinn hat das vermutlich eher weniger zu tun; es geht hier vermutlich eher um eine Art Coping-Mechanismus (etwa als Reaktion auf Depression und Angst).

In ganz vielen Fälle hingegen, in denen sich Leute (vor allem religiöse) "Sex-Sucht" zuschreiben, ist das fragliche Verhalten klinisch gesehen völlig normal und verursacht per se auch keine funktionalen oder sozialen Einschränkungen. Es geht dort in Wahrheit offenbar ganz oft einfach um moralische Inkongruenz: Die entsprechenden Personen sind meistens streng religiös, weichen aber von ihrer eigenen Moral ab und interpretieren das dann als "Sucht".  Hier etwas dazu am Beispiel der "Porno-Sucht":
 

"Secondly, and more to the point, the meta-analysis found that “[M]oral incongruence around pornography use is consistently the best predictor of the belief one is experiencing pornography-related problems or dysregulation, and comparisons of aggregate effects reveal that it is consistently a much better predictor than pornography use itself…” [...] If the concept of pornography addiction were true, then porn-related problems would go up, regardless of morality, as porn use goes up. But the researchers didn’t find that. In fact, they cite numerous studies showing that even feeling like you struggle to control your porn use doesn’t actually predict more porn use. What that means is that the people who report great anguish over controlling their porn use aren’t actually using more porn; they just feel worse about it.

Having moral conflict over your porn use (PPMI) does turn out to be bad for you. But that's not because of the porn. Instead, higher levels of moral conflict over porn use predict higher levels of stress, anxiety, depression, and diminished sexual well-being, as well as religious and spiritual struggles. In one study by Perry and Whitehead, pornography use predicted depression over a period of six years, but only in men who disapproved of porn use. Continuing to use porn when you believe that it is bad is harmful. Believing that you are addicted to porn and telling yourself that you're unable to control your porn use hurts your well-being. It's not the porn, but the unresolved, unexamined moral conflict." 

https://www.psychologytoday.com/us/blog/women-who-stray/201808/science-stopped-believing-in-porn-addiction-you-should-too

 

Die meisten der Probleme, die Christen mit einer strengen Sexualmoral haben, sind iatrogen oder besser: ekklesiogen. Sie sind deshalb Probleme, weil sie zu Problemen gemacht werden. Der Schaden kommt nicht aus der Sexualität selbst, sondern aus dem Umgang mit ihr. Das läge auch auf der Linie anderer Untersuchungen, die einen ungünstigen Einfluss einer repressiven Sexualmoral nahelegen: 

 

"More than 100 reports in the scientific and professional literature, involving more than 35,000  subjects, indicate that rapists, child molesters, incestuous parents, and sexually motivated murderers are typically very conservative in their sexual and social values and sometimes more religious than average—suggesting that in many cases traditional sexual morality is a contributing factor in sexual abuse rather than a deterrent. At the First International Conference on the Treatment of Sex Offenders in 1989, there was broad agreement that Western societies with repressive sexual attitudes and traditional male/female roles are more likely to have high rates of all forms of sex crimes."

http://hules.org/ESW/Files/SCI_SUM2.pdf

(Siehe auch hier.) 

 

Leute wie Du, die eine strenge Sexualmoral propagieren, tun damit ihren Mitmenschen ganz sicher keinen Gefallen. Erst recht nicht, wenn sie das bei jemandem tun, der sich erkennbar in einer psychologischen Krise befindet und ohnehin schon an erhöhter Skrupolosität leidet.

Und in Deinem Fall kommt noch hinzu, dass Du offenbar nicht nur keine Ahnung von relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen hast und einfach Deine unausgegorenen Vorurteile hinausposaunst, sondern dass Du augenscheinlich noch nicht einmal die offizielle kath. Haltung kennst - oder dass Du letztere bewusst ablehnst und verschärfst, ohne das aber zumindest kenntlich zu machen. 

 

bearbeitet von iskander
  • Thanks 1
Cosifantutti
Geschrieben
vor 13 Stunden schrieb New Aaron:

 Sexualität ist zur Fortpflanzung da. Da diese mit Lust verbunden ist, kann man eben süchtig nach dieser Lust werden. Ist wie mit allen anderen Süchten.

„Sexualität ist zur Fortpflanzung da“….das ist eine sehr eindimensionale, sehr verengte, absolut verkürzte Sicht auf die Sexualität und wird dem „Phänomen“ der menschlichen Sexualität überhaupt nicht gerecht. „Fortpflanzung“ ist nur ein Aspekt und nur ein möglicher Sinngehalt neben anderen, etwa: Beziehungsaspekt, Identitätsaspekt, Lustaspekt…… Es ist ja eine der ganz großen Schwächen, dass die „offizielle“ Sexualmoral der Katholischen Kirche und die eher „traditionelle“ Vorstellung von  sogenannten „sexuellen Sünden“ überhaupt nicht kompatibel ist mit den realen, ganz „praktischen“ Erfahrung der Menschen mit Sexualität. Was den „Lustaspekt“ der Sexualität angeht: Natürlich ist grundsätzlich die Gefahr gegeben, dass die Grenze von reinem „Genuss“ zu „Sucht“ überschritten wird.Vergleichbar mit dem Genuss von Alkohol…. Genuss oder Sucht….. Allein die Sexualität zu genießen aus reiner Lust, wieso sollte das denn ausgerechnet eine Sünde sein, vor allem, wenn alle Beteiligten dieses sexuelle Lusterleben genießen…. Und als sehr schön und lebensfördernd genießen….. Die reale Erfahrung der Menschen spricht eben eine ganz eigene, sehr starke Sprache…..

 

  

Geschrieben (bearbeitet)
vor 57 Minuten schrieb Flo77:

Ma freres, Euch ist schon bewusst, daß das, was Ihr hier treibt, dem Threadstarter in keinster Weise, aber wirklich in keinster Weise hilft?

 

Ich halte das, was @New Aaron schreibt, nicht nur für unvernünftig, sondern sogar für gefährlich, weil es die Skrupulosität des Threadstarters weiter verstärken könnte. Deshalb finde ich es nicht nur angemessen, sondern hoffe auch, dass es hilfreich ist, die Antwort von @New Aaron einer Kritik zu unterziehen. 

 

vor einer Stunde schrieb Cosifantutti:

Natürlich ist grundsätzlich die Gefahr gegeben, dass die Grenze von reinem „Genuss“ zu „Sucht“ überschritten wird.Vergleichbar mit dem Genuss von Alkohol….

 

Selbst das ist schon zu viel "zugegeben", meine ich. Dort, wo Sexualverhalten wirklich "entgleist", scheinen die Leute eher wenig "Genuss" und Befriedigung zu finden.

 

Wie schon gesagt lässt sich wohl sehr vieles auf zwei Weisen erklären:

- Jemand wird seiner eigenen Sexualmoral nicht gerecht und externalisiert sein "moralisches Versagen".

- Das sexuelle Verhalten ist eine oft Selbstmedikation oder Bewältigungsstrategie, etwa bei Depression, Angst, innerer Leere, Einsamkeit und Stress. (Manche Fachleute gehen offenbar zudem davon aus, dass einige Menschen, die als Kinder zu wenig emotionale Wärme erfahren haben, womöglich versuchen, das später sexuell irgendwie zu kompensieren.)

 

Der Topos vom Menschen, der zum unbeherrschten "Tier" wird und inbrünstig der Wollust frönt, ist also eher verfehlt; und soweit er überhaupt trifft, würde er eher auf gesunde Menschen zutreffen, die im Leben stehen und ihre Sexualität bewusst und zielgerichtet genießen. 

 

Auch der Vergleich mit dem Alkohol ist problematisch. Um nochmals aus dem bereits oben zitierten Text zu zitieren:

 

"It is noteworthy that in this research, and in the numerous commentaries in response, no one is defending the porn-addiction model. None of the researchers looking at data on porn-related problems has chosen to argue that an addiction model or treatment strategy is appropriate. To be sure, some researchers still defend a compulsive model, or suggest that pornography itself is too broad a concept to be neatly captured by a single theory. The editors of the Archives of Sexual Behavior invited commentaries on this article only from researchers, who must argue based on science, as opposed to anecdote. None of them argue that porn is addictive, that it changes the brain or one's sexuality, or that the use of porn leads to tolerance, withdrawal, or other addiction-related syndromes. Put simply, while the nuance of porn-related problems is still being sussed out, the idea that porn can be called addictive is done, at least in the halls of sexual science."

https://www.psychologytoday.com/us/blog/women-who-stray/201808/science-stopped-believing-in-porn-addiction-you-should-too

 

Und das dürfte weitgehend für Sexualität im allgemeinen gelten.

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
Am 23.6.2026 um 08:42 schrieb Kulti:

Ich finde ja, das Wort Sünde muss eine Bedeutung haben. Wenn alles Sünde ist, dann ist Sünde auch schon egal.

Dabei wäre es wichtig zu wissen was die Sünde ist, denn nur so ist eine Umkehr möglich.

Was Sünde ist ist ja bekannt: Die Trennung von Gott, indem man vom geschöpflich-persönlichen Zustand ausgehend, wertet, was gut und richtig (für mich) ist. Damit Herrschaft der Subjektivität anstelle der Realität. 

Am 23.6.2026 um 08:42 schrieb Kulti:

Das reicht nicht. Es reicht nicht, "Nichts" zu machen. Erlösung heißt, sich geliebt zu wissen, nicht beliebig zu sein. Erlösung heißt zu wissen, dass Du ein Mensch bist mit allem was dazugehört und dass Du umgeben bist von Menschen, die ihre Menschlichkeit mit sich herumtragen.

Das ist keine Erlösung. Den Weg der Erlösung zeigte bereits Buddha auf: Alle Abhängigkeit vom Äußeren führt zwangsläufig zum Leiden. Der Weg der Erlösung kann deshalb auch im christlichen Glauben nicht anders sein: Unabhängigwerden vom Äußeren, Erkennen, wer man unabhängig von seiner Beziehung zum Äusseren ist!

Am 23.6.2026 um 08:42 schrieb Kulti:

Und ganz am Ende heißt Erlösung - nicht mehr müssen, sondern "Sein". Angenommen, so wie Du bist.

Nein, Gewordensein wie Christus!

Geschrieben
6 minutes ago, New Aaron said:

Das ist keine Erlösung. Den Weg der Erlösung zeigte bereits Buddha auf: Alle Abhängigkeit vom Äußeren führt zwangsläufig zum Leiden.

Gott ist außen, ich kann mich nicht ohne Gottes Liebe und Verfügungsgewalt weiter denken.

 

10 minutes ago, New Aaron said:

Nein, Gewordensein wie Christus!

Viel zu große Schuhe für mich. Ich möchte sein wie ich bin ohne diese ständigen Notwendigkeiten.

Geschrieben
vor 18 Minuten schrieb New Aaron:

Was Sünde ist ist ja bekannt: Die Trennung von Gott, indem man vom geschöpflich-persönlichen Zustand ausgehend, wertet, was gut und richtig (für mich) ist. Damit Herrschaft der Subjektivität anstelle der Realität. 

 

Und woher weißt Du was "die Realität" ist? Bei Dir klingt es so, als habe der Mensch seine Subjektivität, und neben ihr und unabhängig von ihr einen objektiven und leicht erkennbaren Zugang zur Realität. In der Lehre der Kirche? Einmal abgesehen von anderen Problemen, die es mit dieser Antwort gäbe: Du argumentiert ja eher nicht kirchlich. 

 

Zitat

 

Den Weg der Erlösung zeigte bereits Buddha auf: Alle Abhängigkeit vom Äußeren führt zwangsläufig zum Leiden. Der Weg der Erlösung kann deshalb auch im christlichen Glauben nicht anders sein: Unabhängigwerden vom Äußeren, Erkennen, wer man unabhängig von seiner Beziehung zum Äusseren ist!

 

 

Die ist klar, dass das eher gnostisch - und eben buddhistisch - als modern-katholisch klingt? Nicht, dass ich Dir das nicht gönnen würde, aber ich finde, Du solltest dann schon klarmachen, dass es sich hier um Deine Privattheologie handelt, die von großen Teilen des Christentums (selbst dem katholischen), so wie es weithin verstanden wird, abweicht. 

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb Flo77:

Ma freres, Euch ist schon bewusst, daß das, was Ihr hier treibt, dem Threadstarter in keinster Weise, aber wirklich in keinster Weise hilft?

Nochmal an den Appell von @Flo77 erinnern!

Geschrieben
18 minutes ago, New Aaron said:

Was Sünde ist ist ja bekannt: Die Trennung von Gott, indem man vom geschöpflich-persönlichen Zustand ausgehend, wertet, was gut und richtig (für mich) ist. Damit Herrschaft der Subjektivität anstelle der Realität. 

Okay, wir sind im Eimer. Na gut, ich bin im Eimer (ich weiß ja nicht ob ich hier gerade ein schöpfendes Wesen am anderen Ende der Leitung habe).

Ich hab nur meinen geschöpflich persönlichen Zustand um zu werten. Klar könnte ich die Gehorsamsnummer schieben, wenn denn das Ministerium für "Gut" ein funktionierendes Entsorgungssystem hätte. Leider setzt das Ministerium auf unbegrenzte Speicherkapazität und verlangt von mir Maßstäbe die schon alt waren als noch ein "Ready" auf blauem Hintergrund blinkte.

 

"Ein böser Mensch ist der, der das Böse liebt" (Zitat aus dem Gedächtnis aus dem Buch "Das Lied von Bernadette", Franz Werfel)

Das ist für mich der Ausgangspunkt. Die bewusste Abkehr von dem, was wir aus Jesus Leben erkennen können.

Die Sünde heißt für mich, das Böse aus ganzem Herzen zu wollen.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Kulti:

Okay, wir sind im Eimer. Na gut, ich bin im Eimer (ich weiß ja nicht ob ich hier gerade ein schöpfendes Wesen am anderen Ende der Leitung habe).

Ich hab nur meinen geschöpflich persönlichen Zustand um zu werten. Klar könnte ich die Gehorsamsnummer schieben, wenn denn das Ministerium für "Gut" ein funktionierendes Entsorgungssystem hätte. Leider setzt das Ministerium auf unbegrenzte Speicherkapazität und verlangt von mir Maßstäbe die schon alt waren als noch ein "Ready" auf blauem Hintergrund blinkte.

 

"Ein böser Mensch ist der, der das Böse liebt" (Zitat aus dem Gedächtnis aus dem Buch "Das Lied von Bernadette", Franz Werfel)

Das ist für mich der Ausgangspunkt. Die bewusste Abkehr von dem, was wir aus Jesus Leben erkennen können.

Die Sünde heißt für mich, das Böse aus ganzem Herzen zu wollen.

Kein Mensch liebt das Böse. Woher kommt also dieses? Aus der Identifikation mit dem physischen Leib und damit seinem Lebenskampf in einer feindlichen Umwelt (in erster Linie der unbarmherzigem Natur, in zweiter Hinsicht der jeweiligen Gesellschaftszwänge, in dritter Hinsicht der Normopathie eines jeden Lebens).

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb New Aaron:

Was Sünde ist ist ja bekannt: Die Trennung von Gott, indem man vom geschöpflich-persönlichen Zustand ausgehend, wertet, was gut und richtig (für mich) ist. Damit Herrschaft der Subjektivität anstelle der Realität. 

Ja, und ein gutes Beispiel der Herrschaft deiner Subjektivität lieferst du gleich mit:

 

vor einer Stunde schrieb New Aaron:

Das ist keine Erlösung. Den Weg der Erlösung zeigte bereits Buddha auf: Alle Abhängigkeit vom Äußeren führt zwangsläufig zum Leiden. Der Weg der Erlösung kann deshalb auch im christlichen Glauben nicht anders sein: Unabhängigwerden vom Äußeren, Erkennen, wer man unabhängig von seiner Beziehung zum Äusseren ist!

Man beachte, was der irrgläubige Aaron da sagt: weil dieser Gotama einen vermeintlichen "Weg der Erlösung" lehrte, "DESHALB" kann dieser Weg im christlichen Glauben nicht anders sein. Der Herr Irrgläubige leitet also den Weg des christlichen Glaubens von den Phantasmen dieses Gotama ab und nicht von dem, was Jesus Christus selbst gelehrt hat.

Die christliche Weg führt über die "Erlösung vom Bösen" zum Ziel und dieses Ziel ist keineswegs das Ende des eigenen Leids hier auf Erden wie der Gotama es den Seinen vorgaukelte. Der Christ lebt geradezu durch und in seiner Beziehung zum Äußeren im Namen des Herrn und tritt nicht die buddhistische Flucht in die Innerlichkeit an, um sich vom Leid, das ihn umgibt abzuschotten. Wie Jesus Christus nimmt der Christ Leid inkauf, in seinem Dienst für andere, um Jesus Christus nachzufolgen, der sich dem Leiden hingab, um uns zu erlösen.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb SteRo:

Ja, und ein gutes Beispiel der Herrschaft deiner Subjektivität lieferst du gleich mit:

 

Man beachte, was der irrgläubige Aaron da sagt: weil dieser Gotama einen vermeintlichen "Weg der Erlösung" lehrte, "DESHALB" kann dieser Weg im christlichen Glauben nicht anders sein. Der Herr Irrgläubige leitet also den Weg des christlichen Glaubens von den Phantasmen dieses Gotama ab und nicht von dem, was Jesus Christus selbst gelehrt hat.

Die christliche Weg führt über die "Erlösung vom Bösen" zum Ziel und dieses Ziel ist keineswegs das Ende des eigenen Leids hier auf Erden wie der Gotama es den Seinen vorgaukelte. Der Christ lebt geradezu durch und in seiner Beziehung zum Äußeren im Namen des Herrn und tritt nicht die buddhistische Flucht in die Innerlichkeit an, um sich vom Leid, das ihn umgibt abzuschotten. Wie Jesus Christus nimmt der Christ Leid inkauf, in seinem Dienst für andere, um Jesus Christus nachzufolgen, der sich dem Leiden hingab, um uns zu erlösen.

Aha, Herr SteRo hat gleich ein paar Totschlagargumente zur Hand, die ihn über die Notwendigkeit erheben, dezidiert auf meine Darlegungen einzugehen. Vom christlichen Glauben scheint mir, weiß er genausoviel, wie vom Buddhismus, nämlich nichts! - Ich beziehe mich auf einen der besten Kenner des christlichen Glaubens und der Welt: https://manfredreichelt.wordpress.com/2021/11/16/niemand-kommt-zum-vater-denn-durch-mich/  , https://www.academia.edu/143214069/Buddha_als_Existentialist 

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Kulti:

Gott ist außen, ich kann mich nicht ohne Gottes Liebe und Verfügungsgewalt weiter denken.

Nein, Gott ist auch Innen. Wer Wiedergeboren ist erfährt das. Gott hat uns ALLES bereits zum Heil gegeben. Wir müssen es nur ergreifen. (2. Petr. 1,3) 

vor 4 Stunden schrieb Kulti:

Viel zu große Schuhe für mich. Ich möchte sein wie ich bin ohne diese ständigen Notwendigkeiten.

Für den Wiedergeborenen Menschen ist christl. Glaube Selbstverwirklichung. Also ein lustvolles Streben! S. https://manfredreichelt.wordpress.com/2021/05/01/alles-in-meiner-macht-stehende/  Alle anderen Texte daselbst auch sehr hilfreich.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb iskander:

 

Und woher weißt Du was "die Realität" ist? Bei Dir klingt es so, als habe der Mensch seine Subjektivität, und neben ihr und unabhängig von ihr einen objektiven und leicht erkennbaren Zugang zur Realität. In der Lehre der Kirche? Einmal abgesehen von anderen Problemen, die es mit dieser Antwort gäbe: Du argumentiert ja eher nicht kirchlich. 

"In Christus sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis." Wer, wenn nicht der Christ, sollte denn Zugang zur Realität haben? "Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit (= erkannte Realität) wird euch freimachen."

vor 4 Stunden schrieb iskander:

 

Die ist klar, dass das eher gnostisch - und eben buddhistisch - als modern-katholisch klingt? Nicht, dass ich Dir das nicht gönnen würde, aber ich finde, Du solltest dann schon klarmachen, dass es sich hier um Deine Privattheologie handelt, die von großen Teilen des Christentums (selbst dem katholischen), so wie es weithin verstanden wird, abweicht. 

Theologie ist nur dann Theologie, wenn sie die Wahrheit aufzeigt und nicht nur Traditionen weiterführt.

Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb iskander:

 

It is noteworthy that in this research, and in the numerous commentaries in response, no one is defending the porn-addiction model. None of the researchers looking at data on porn-related problems has chosen to argue that an addiction model or treatment strategy is appropriate. To be sure, some researchers still defend a compulsive model, or suggest that pornography itself is too broad a concept to be neatly captured by a single theory. The editors of the Archives of Sexual Behavior invited commentaries on this article only from researchers, who must argue based on science, as opposed to anecdote. None of them argue that porn is addictive, that it changes the brain or one's sexuality, or that the use of porn leads to tolerance, withdrawal, or other addiction-related syndromes. Put simply, while the nuance of porn-related problems is still being sussed out, the idea that porn can be called addictive is done, at least in the halls of sexual science."

https://www.psychologytoday.com/us/blog/women-who-stray/201808/science-stopped-believing-in-porn-addiction-you-should-too

 

Und das dürfte weitgehend für Sexualität im allgemeinen gelten.

 

Was weiß die Wissenschaft schon vom Menschen! 

Gast
Dieses Thema wurde für weitere Antworten geschlossen.
×
×
  • Neu erstellen...