SteRo Posted July 29 Report Posted July 29 vor 12 Stunden schrieb Shubashi: Deswegen gefällt mir das Christentum, weil es dort eben meiner Meinung immer noch die Idee gibt, dass selbst die schlimmsten Seelen geheilt werden können. Ja, aber nur während des Lebens und bei aufrichtiger Reue/Zerknirschung. Nach dem Tod geht nichts mehr. Ein Mörder, der stirbt, bevor er bereuen kann, um den ist's ewig geschehen. Quote
Shubashi Posted July 29 Report Posted July 29 (edited) 1 hour ago, Flo77 said: Wo ist da die Liebe zum Nächsten? Und wie kann die Illusion man morde aus Liebe zu Gott noch helfen, wenn die absolute Grenze der Nächstenliebe, den anderen am Leben zu lassen und nicht körperlich zu verletzen, schon ignoriert wird? Ich hatte ja vorher geschrieben: „Deswegen gefällt mir das Christentum.“, weil es inzwischen die Liebe zum Nächsten so in den Mittelpunkt stellt, und nicht mehr die Gewalt gegen die Ungläubigen und Ketzer. Ich halte die Botschaft, man dürfe für Gott morden, einfach für zutiefst falsch. Auch im Islam gibt es die Tradition der mystischen Gottesliebe, und ich glaube, sich aus der Erfahrung dieser Liebe dem Nächsten zuzuwenden, ist der Königsweg, die beiden Kerngebote des Evangeliums zu vereinen. Um diese Sicht auf eine säkulare Ebene zu transferieren: in der „Faz“ steht aktuell der Beitrag eines Jugendpsychiaters, der sich mit der Therapie radikalisierter Jugendlicher befasst hat. Wesentliches Motiv scheint der Wunsch nach Zugehörigkeit zu sein, und in seinen Therapien hat er festgestellt, dass sich die Zugehörigkeit zu einer destruktiven und mörderischen Gemeinschaft meist mit der Zugehörigkeit zu einer konstruktiven Gruppe ersetzen läßt: Quote ….In meinen Therapien mit radikalisierten Jugendlichen habe ich Erstaunliches erlebt: Die ideologischen Überzeugungen verloren häufig an Bedeutung, sobald Zugehörigkeit auf andere Weise möglich wurde. Dadurch, dass ein Jugendlicher bei der Freiwilligen Feuerwehr gebraucht wurde. Dass er im Sportverein Verantwortung übernehmen durfte. Dass ihn ein Naturschutzverein oder ein Karnevalsverein aufnahm. Wir sollten nach einer Gewalttat nicht nur fragen, wodurch ein Täter radikal wurde. Wir müssen auch fragen, warum die Feinde unserer Demokratie ihm eher das Gefühl geben konnten dazuzugehören als wir. Es gibt einen Wettbewerb um Zugehörigkeit. Der demokratische Staat darf ihn nicht verlieren. Die Gottesebenbildlichkeit nicht nur in denjenigen zu suchen, die auf meiner Wellenlinie liegen, ist im Christentum besonders gefordert. Dass Gemeinschaft und Sinn aber gerade mit Menschen gefunden werden kann, die aufbauen statt zerstören, ist schon eine allgemein menschliche Erfahrung - also auch ohne die Angst vor Gericht und Verdammnis zugänglich. Edited July 29 by Shubashi 2 Quote
mn1217 Posted July 30 Report Posted July 30 Am 26.7.2026 um 19:21 schrieb Lindau: Täter gestellt. Erschossen. Mutmaßlicher Täter. Urteil wird es nie geben. Quote
rorro Posted July 30 Report Posted July 30 vor 2 Stunden schrieb mn1217: Mutmaßlicher Täter. Urteil wird es nie geben. Mutmaßlicher Täter, der zuvor per Video sich der Tat rühmt. Das „mutmaßlich“ wird da sehr klein… 1 Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 28.7.2026 um 06:31 schrieb rorro: Jetzt setzt sich die SPD für eine GG-Änderung ein, damit Queere nicht diskriminierend werden dürfen. Echt großes Kino. Das bekämpft die Ursache dieses Anschlages sehr. Ungefähr so wie ein politischer Einsatz nach 09/11 in New York gegen Fluglärm. Die merken echt gar nichts mehr. Die KI meint hierzu: Zitat Der Vergleich mit Fluglärm ist schief: Angegriffen wurde gezielt eine queere Veranstaltung, daher ist der Schutz queerer Menschen kein sachfremdes Thema. Aber eine Grundgesetzänderung stoppt keinen islamistischen Gefährder. Nötig sind sowohl konsequente Terrorabwehr als auch rechtlicher Diskriminierungsschutz - Symbolpolitik allein reicht nicht. Ich selber meine: Der Vergleich mit Fluglärm entmenschlicht queere Menschen und ist damit tendenziell als gegen queere Menschen gerichtet einzustufen. Dass queere Menschen nicht diskriminiert werden dürfen, ist mMn im GG schon enthalten. Eine explizite Nennung halte ich eher für kontraproduktiv. Denn sie könnte zur Folge haben, dass Gerichte zukünftig urteilen, dass nicht explizit im GG genannte Gruppen von Menschen doch diskriminiert werden dürfen, da sie ja nicht genannt sind. Selbstverständlich bekämpft diese Forderung der SPD die Ursache des Anschlages nicht. Allerdings sind die Ursachen des Anschlages, nämlich ein Menschenbild das nur männlich und weiblich sowie Heterosexualität gelten lassen will, auch nicht allein mit der mutmaßlich von @rorro gemeinten Ursache bekämpft. Ich befürchte, dass hier jemand einen blinden Fleck hat. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 28.7.2026 um 09:25 schrieb rorro: Um genauer zu sein: er attackierte sie in einer Kleingartenlaube. Nach dem Bundeskleingartengesetz (bekanntlich ist die Vereinheitlichung der Kleingärtennormen von höherer staatlicher Relevanz als die Bildung) darf diese maximal 24qm groß sein, also 6x4m Grundfläche haben. Dementsprechend war der Angreifer mit dem Messer höchstens 6m entfernt. Ein normaler Streifenpolizist hätte in den wenigen Sekundenbruchteilen gar nicht die Waffe aus dem Halfter lösen können, entsichern, zielen und schießen können. Ein normaler Polizist hätte das womöglich nicht überlebt. Bei der dortigen SEK mit der Waffe im Anschlag und entsprechendem Training sah das anders aus. Kleiner Reminder: Du hast den Farbfim den kirchlich christlichen Bezug für das Thema vergessen. ICh vorher allerdings auch. DAs hol ich jetzt nach: Selbstverständlich tut sich hier die seit Urzeiten ungelöste Theodizeefrage auf, wie Gott den Anschlag überhaupt zulassen konnte. Sicherlich wird es Gläubige geben, die es wahlweise für Gottes Wille halten, dass der mutmaßliche Täter erschossen bzw der CSD einem Attentat zum Opfer gefallen ist. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 28.7.2026 um 10:04 schrieb Flo77: Deo gratias? War das jetzt assistierter Suizid? Hätte man einfach die Hütte solange umstellen sollen, bis er aufgibt und rauskommt? Oder zumauern und ein Kleingefängnis draus machen? Sich der irdischen Justiz durch den Tod zu entziehen hat vielerley Vorbilder und die Fälle, in denen die Täter durch den Tod, der Verurteilung vor Gericht zuvor zu kommen können vermeinen sind durch die Geschichte sicherlich Legion. Doch er kann doch kaum erwartet haben, einen solchen Kampf lebend zu überstehen. Oder doch? Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen - aber ohne Urteil? Ohne Verfahren? Ohne Feststellung der Schuld? Ohne eine Möglichkeit der Reue zu eröffnen? Es gibt viele Vorstellungen des Gerichts und nicht alle sind so befriedigend wie Dantes Inferno. Er wird so schnell nicht vergessen werden. Sein Andenken wird nicht ehrenvoll sein, aber es wird nicht ausgelöscht sein. Was tut ein Gott mit so jemandem, wenn er unvermittelt auftaucht? Chapeau, @Flo77! Die Vorgaben des Forums zum klaren kirchliche christlichen Themenbezug hast du super umgesetzt. Dürfte dir aber auch leichter fallen als einem Agnostiker oder Atheisten Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 28.7.2026 um 11:21 schrieb OneAndOnlySon: Ob die Verhängung einer dauerhaften Sicherungsverwahrung nach einer Haftstrafe hier möglich gewesen wäre, ist für mich nicht sicher. Er hätte also in einigen Jahren durchaus wieder auf freiem Fuß sein können. Was ja gut christlich wäre, oder? Sollen wir als Christen nicht siebenundsiebzigmal vergeben? Auch wenn unser Staat zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet ist, so haben wir uns als Christen doch an Christus auszurichten. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 28.7.2026 um 21:28 schrieb Shubashi: Deswegen gefällt mir das Christentum, weil es dort eben meiner Meinung immer noch die Idee gibt, dass selbst die schlimmsten Seelen geheilt werden können. Wenn Vergebung so ein zentraler Punkt unseres Glaubens ist, denke ich, dass dieses Prinzip für jede Seele gilt. Ich meine das, weil die Begegnung mit Gott etwas ganz anderes ist, und die Möglichkeit einschließt, völlig verwandelt zu werden. Diese Begegnung hat den Sklavenhändler John Newton in einen anderen Menschen verwandelt, warum sollte das also nicht für einen verrückten, hasserfüllten Attentäter möglich sein? Tragisch ist in solchen Fällen v.a., wenn dann niemand mehr die Chance zu tätiger Reue hat. Ja genau! Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Es müsste einfach nur mehr Geld für sozialpädagogische Projekte wie das Deradikalisierungsprogramm geben. Dann würde die Welt schon heil. Deutschland hat einfach mal wieder versagt, weil es nicht genug Steuern für sowas eintreibt. Das muss dringend geändert werden. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 29.7.2026 um 08:08 schrieb Flo77: Weil an Deinen Händen kein Blut klebt? Und ich rechne für mich ja auch nicht mit Vergebung. Da besteht überhaupt kein Anlass zu. Ist Gott die Liebe oder ist er gerecht? Unterwirft er das Chaos oder deckt er es nur zu? Der allufassend liebende Gott mag ein reizvolles Bild sein, aber es relativiert die Sünde bis zu Unkenntlichkeit. Welchen Verdienst hätte der Gerechte noch, wenn sein Urteil bei Gott das gleiche wäre wie das des Mörders? Ich rede hier nucht von himmlischer Buchhaltung, gleichwohl unser Herr Jesus sehr klar von Konten im Himmel gesprochen hat, die sich der Gerechte zu erwerben vermag, damit er er ins Himmelreich eingehe. Mit geht es um die Grundsatzfrage, warum der Mensch als Gerechter leben soll, wenn ihn im Himmel das gleiche erwartet, wie den Sündern. Alle Kasteiung, alles Fasten, alle Reue, alle Opfer, alle Buße, alle Almosen wären völlig unnötig. Vorallem, wenn das Zuvorkommen Gottes nicht einmal vom Glauben an die Erlösungstat Jesu abhinge. Wenn der Mensch nichts tun muss um den Himmel zu erlangen, außer zu sterben, ist es vollkommen ohne Belang, wie ein Mensch gelebt hat oder wie er gestorben ist Flo, hast du dich eigentlich schon mal mit Allaussöhnung beschäftigt? Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 29.7.2026 um 09:19 schrieb Flo77: Diese Attentäter und Terroristen versündigen sich massiv gegen ihre Nächsten und zwar meist völlig wahllos. Der Anschlag vom Berliner CSD ist ja nur deshalb so markant, weil das Motiv in Neon und mannshohen Lettern aufgestempelt war (und selbst das können ja viele immer noch aktiv ignorieren). Wo ist da die Liebe zum Nächsten? Und wie kann die Illusion man morde aus Liebe zu Gott noch helfen, wenn die absolute Grenze der Nächstenliebe, den anderen am Leben zu lassen und nicht körperlich zu verletzen, schon ignoriert wird? Das Problem ist doch, dass sie sich nur aus unserer Sicht massiv gegen ihre Nächsten versündigen. Aus ihrer Sicht sind sie vermutlich Gotteskrieger. Das ist wie mit den Hexen- und Ketzerverbrennungen. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 29.7.2026 um 10:08 schrieb SteRo: Ja, aber nur während des Lebens und bei aufrichtiger Reue/Zerknirschung. Nach dem Tod geht nichts mehr. Ein Mörder, der stirbt, bevor er bereuen kann, um den ist's ewig geschehen. Gut, dass du das so genau weißt. Bist du dir sicher, dass Gott das so wie du sieht? Quote
Flo77 Posted August 1 Report Posted August 1 vor 4 Minuten schrieb Die Angelika: Flo, hast du dich eigentlich schon mal mit Allaussöhnung beschäftigt? Die Katakarthasis ist mir als Begriff geläufig, aber ich habe zu dem Konzept keine Meinung. Sie hat für mich die gleiche Bedeutung wie die atheistische Vorstellung nach dem Tod sei für jeden alles vorbei. Quote
Flo77 Posted August 1 Report Posted August 1 vor 5 Minuten schrieb Die Angelika: Das Problem ist doch, dass sie sich nur aus unserer Sicht massiv gegen ihre Nächsten versündigen. Aus ihrer Sicht sind sie vermutlich Gotteskrieger. Das ist wie mit den Hexen- und Ketzerverbrennungen. Wenn ihr Gott immer noch verlangt andere pauschal abzuschlachten, ist es kein Gott des Lebens. Quote
Shubashi Posted August 2 Report Posted August 2 (edited) 7 hours ago, Die Angelika said: Ja genau! Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Es müsste einfach nur mehr Geld für sozialpädagogische Projekte wie das Deradikalisierungsprogramm geben. Dann würde die Welt schon heil. Deutschland hat einfach mal wieder versagt, weil es nicht genug Steuern für sowas eintreibt. Das muss dringend geändert werden. Deradikalisierungsprogramme werden meines Wissens nach in vielen Länder betrieben, mit verschiedenen Ansätzen. Welche anderen Methoden bleiben sonst? Die Rückfallquote nach langen Gefängnisaufenthalten ist nicht gerade gering, außerdem ist es (zumindest rechtsstaatlich) schwieriger, die Leute einzusperren. Die Hoffnung, dass irgendwelche Staaten islamistische Gefährder für immer in irgendwelchen Lagern halten, hat sich auch als trügerisch erwiesen - siehe Irak und Syrien. Irgendwann tauchen sie wieder auf. Die iranische Methode, einfach auf alle zu schießen, die irgendwie die staatliche Ordnung gefährden, verbietet sich in vielen Ländern. Die, in denen sie praktiziert wird, erscheinen mir nicht sehr lebenswert. Was ist also die bessere Methode als Deradikalisierung, unterstellt, dass die Erfolgsquote nicht gerade bei „Null“ liegt? PS: Was allerdings zu stimmen scheint, ist, dass es bisher schwierig ist, empirisch vergleichbare Erfolgsquoten diverser Programme zu bestimmen. Manche Länder, wie Spanien, habe Programme deshalb wohl wieder aufgegeben, anderswo hat man beobachtet, dass etliche infaftierte Terroristen nach ihrer Freilassung den Kampf aufgaben. Einige Infos findet man hier: girds.org Edited August 2 by Shubashi Quote
OneAndOnlySon Posted August 2 Report Posted August 2 vor 12 Stunden schrieb Die Angelika: Was ja gut christlich wäre, oder? Sollen wir als Christen nicht siebenundsiebzigmal vergeben? Auch wenn unser Staat zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet ist, so haben wir uns als Christen doch an Christus auszurichten. Ich möchte Strafhaft und Sicherungsverwahrung ungern in einem Topf werfen. Bei letzterer geht es eben nicht um eine Strafe, sondern darum, die Gesellschaft und die Insassen selbst vor neuerlichen Straftaten zu schützen. Deshalb sind die Bedingungen der Sicherungsverwahrung auch anders als im Strafvollzug. Quote
Cosifantutti Posted August 2 Report Posted August 2 Am 29.7.2026 um 08:08 schrieb Flo77: Mit geht es um die Grundsatzfrage, warum der Mensch als Gerechter leben soll, wenn ihn im Himmel das gleiche erwartet, wie den Sündern. Alle Kasteiung, alles Fasten, alle Reue, alle Opfer, alle Buße, alle Almosen wären völlig unnötig. Vorallem, wenn das Zuvorkommen Gottes nicht einmal vom Glauben an die Erlösungstat Jesu abhinge. Wenn der Mensch nichts tun muss um den Himmel zu erlangen, außer zu sterben, ist es vollkommen ohne Belang, wie ein Mensch gelebt hat oder wie er gestorben ist In der Frage der Ethik geht es um gutes / richtiges bzw. schlechtes / falsches Handeln. Ich handle gut / richtig aus ethischer Überzeugung / Einsicht, eben weil ich etwas "gut" finde.... aber doch nicht um eine "Belohnung" im Himmel dafür zu bekommen. Das wäre eine vollkommen unreife Sichtweise. Man sollte den Glauben an Gott, die, Gottsuche nicht ständig mit moralischen Einzelfragen vermischen, sondern ethische Fragen nach der Vernunfterkenntins erörtern... 1 Quote
Flo77 Posted August 2 Report Posted August 2 vor 18 Minuten schrieb Cosifantutti: In der Frage der Ethik geht es um gutes / richtiges bzw. schlechtes / falsches Handeln. Ich handle gut / richtig aus ethischer Überzeugung / Einsicht, eben weil ich etwas "gut" finde.... aber doch nicht um eine "Belohnung" im Himmel dafür zu bekommen. Das wäre eine vollkommen unreife Sichtweise. Man sollte den Glauben an Gott, die, Gottsuche nicht ständig mit moralischen Einzelfragen vermischen, sondern ethische Fragen nach der Vernunfterkenntins erörtern... Mit Gott "befreundet" zu sein bzw. von Gott als "Freund" betrachtet zu werden, hat zwei Aspekte: das unbedingte Anvertrauen und die Übung der Gerechtigkeit. Der göttliche Gerechtigkeitsbegriff ist längst nicht immer "vernunftbasiert" (auch die Teddybärenwerfer von 2015 dachten erstmal nur an die Nächstenliebe). Sicherlich ist die göttliche Gerechtigkeit mit der "Vernunft" zu erkennen, aber sie bedarf einer mächtigen Verbündeten, nämlich der Empathie um zu dem zu kommen, was die Propheten wieder und wieder als göttlichen Wunsch formulierten. Wer den Allmächtigen nicht zu seiner Quelle macht, lebt ihn. Aber das nur am Rande. Im übrigen verweise ich nochmal auf die Liste der Handlungen, die mMn ohne eine jenseitige Gerechtigkeit hinfällig sind. Es handelt sich bei allem um Buß- und andere Rituale, die dem Gläubigen nur auferlegt werden um in den Himmel zu kommen. Und wenn die Türe eh offen ist, Bedarf es weder der Taufe noch der Beichte. Quote
Werner001 Posted August 2 Report Posted August 2 (edited) Am 30.7.2026 um 16:34 schrieb mn1217: Mutmaßlicher Täter. Urteil wird es nie geben. Ein Täter ist auch ohne Urteil ein Täter. Er darf nur staatlicherseits ohne Urteil nicht wie ein Täter behandelt werden. Das bedeutet aber nicht, dass er kein Täter ist. Es gibt ja andererseits auch Verurteilte, die gar keine Täter sind. Werner Edited August 2 by Werner001 1 1 Quote
Cosifantutti Posted August 2 Report Posted August 2 vor 6 Stunden schrieb Flo77: Mit Gott "befreundet" zu sein bzw. von Gott als "Freund" betrachtet zu werden, hat zwei Aspekte: das unbedingte Anvertrauen und die Übung der Gerechtigkeit. Der göttliche Gerechtigkeitsbegriff ist längst nicht immer "vernunftbasiert" (auch die Teddybärenwerfer von 2015 dachten erstmal nur an die Nächstenliebe). Sicherlich ist die göttliche Gerechtigkeit mit der "Vernunft" zu erkennen, aber sie bedarf einer mächtigen Verbündeten, nämlich der Empathie um zu dem zu kommen, was die Propheten wieder und wieder als göttlichen Wunsch formulierten. Wer den Allmächtigen nicht zu seiner Quelle macht, lebt ihn. Aber das nur am Rande. Im übrigen verweise ich nochmal auf die Liste der Handlungen, die mMn ohne eine jenseitige Gerechtigkeit hinfällig sind. Es handelt sich bei allem um Buß- und andere Rituale, die dem Gläubigen nur auferlegt werden um in den Himmel zu kommen. Und wenn die Türe eh offen ist, Bedarf es weder der Taufe noch der Beichte. Eine ethische Handlung oder sonst eine Handlung nur deshalb durchzuführen, "um in den Himmel zu kommen"..... offensichtlich haben wir ein grundsätzlich vollkommen anderes Verständnis von Religion... Quote
Lindau Posted August 2 Author Report Posted August 2 Was meint ihr zur Aussage der Sängerin Nyya, sie bedaure, dass der Täter ein Kanake sei, sie habe gehofft, es sei ein weißer Christ. Quote
Flo77 Posted August 2 Report Posted August 2 vor 53 Minuten schrieb Cosifantutti: Eine ethische Handlung oder sonst eine Handlung nur deshalb durchzuführen, "um in den Himmel zu kommen"..... offensichtlich haben wir ein grundsätzlich vollkommen anderes Verständnis von Religion... Mag sein, nur Frage ich mich, warum Du katholisch bist, wenn die Sakramente nicht nötig sein sollen um in den Himmel zu kommen. Quote
nannyogg57 Posted August 2 Report Posted August 2 vor 2 Stunden schrieb Lindau: Was meint ihr zur Aussage der Sängerin Nyya, sie bedaure, dass der Täter ein Kanake sei, sie habe gehofft, es sei ein weißer Christ. Für das, was Menschen denken und fühlen, können wir nix. Aber mangelnde Impulskontrolle verletzt die Gefühle anderer. Ist hier IMHO der Fall. 1 Quote
rorro Posted August 2 Report Posted August 2 vor 2 Stunden schrieb Lindau: Was meint ihr zur Aussage der Sängerin Nyya, sie bedaure, dass der Täter ein Kanake sei, sie habe gehofft, es sei ein weißer Christ. Ich meine dazu nichts. Ich kenne die Frau nicht, sie mich nicht. Warum ist ihre Meinung wichtig? Quote
Shubashi Posted August 2 Report Posted August 2 Ich hätte auch keine Lust so eine dumme und intrigante Bemerkung zu kommentieren, sie steht für viele dumme und intrigante Bemerkungen, die man nach diesem Attentat lesen konnte - dass es nämlich ziemlich üblich geworden zu sein scheint, politische Gewalt in erster Linie auf die diskursive „Verwertbarkeit“ für eigene gesellschaftliche oder politische Anliegen abzuklopfen. Das ist nicht nur gehässig, sondern schadet auch dem Bemühen, politische Gewalt generell zu ächten. Der Islamismus ist zwar mit Abstand der gefährlichste Terrorismus national, europäisch und international, wenn wir Opfer und Ermittlungsverfahren betrachten, aber es ist kein Vergleich zu dem, was zumindest in unseren Breitengraden an terroristischer Gewalt üblich war. Anscheinend haben das viele Leute vergessen, und meinen, man könnte da man ruhig wieder hin. Quote
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