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Gemeinde


Mecky

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Hat Gemeinde in der heutigen Zeit überhaupt noch einen (christlichen) Sinn?

 

Innerhalb einer Gemeinde scheint sich alles um Gemeinde zu drehen, wenig um Glaube.

Innerhalb von Glaubensgesprächen (auch hier im Forum) scheint dagegen Gemeinde kein Thema zu sein.

 

Vielleicht ist Gemeinde ein Thema von gestern.

 

Wer unterstützt die Abschaffung der Gemeinden?

Wer möchte noch daran festhalten?

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Hat Gemeinde in der heutigen Zeit überhaupt noch einen (christlichen) Sinn?

 

Innerhalb einer Gemeinde scheint sich alles um Gemeinde zu drehen, wenig um Glaube.

Innerhalb von Glaubensgesprächen (auch hier im Forum) scheint dagegen Gemeinde kein Thema zu sein.

 

Vielleicht ist Gemeinde ein Thema von gestern.

 

Wer unterstützt die Abschaffung der Gemeinden?

Wer möchte noch daran festhalten?

Ohne Gemeinden verdunstet der Glaube wie eine Pfütze im Hochsommer. Wie die konkrete Gestalt von Gemeinde unter den heutigen Rahmenbedingungen aussehen sollte, ist eine andere Frage.

 

Dazu vielleicht heute abend noch mehr. Nur soviel: Die Krise der Gemeinden hat m.E. viel mit der Krise des Gebets zu tun. Gemeinden sind Orte des gemeinsamen Gebets. Oder sollten es sein.

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Wer unterstützt die Abschaffung der Gemeinden?

Ich nicht.

 

Wer möchte noch daran festhalten?

 

Ich. Und ich glaube sogar, daß die Gemeinden in Zukunft für uns wichtiger werden - was natürlich nur geht, wenn der Glaube dabei wichtig ist.

 

Denn wir werden ja mit weniger Priestern auskommen müssen - das mag man als Mangel sehen, oder aber als Chance. Ich neige zu letzterem: vielleicht will uns der heilige Geist mit der zurückgehenden Zahl der Priester sagen, daß wir von unserer Versorgungsmentalität Abschied nehmen sollten. Kirche, flachse ich gerne, ist viel zu wichtig, als daß wir sie den Geistlichen überlassen sollten. Wir müssen sie selber machen. Wo denn, wenn nicht da, wo wir leben? Also in der Gemeinde - zumindest da, wo, wie bei uns, die Kirche im Dorf steht und bitte schön da bleiben sollte.

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Die flächendeckende Gemeindepastoral hat meiner Meinung nach keine Zukunft. Wir dürfen keine Angst haben, weisse Flecken auf den Bistumskarten zu lassen.

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Gemeinde ist für mich Gemeinschaft im Glauben, und die ergibt sich manchmal auch ganz spontan. Ich denke, dass wir nicht nur in unseren Territorial-Gemeinden leben, sondern unsere Augen auch offen halten sollten für andere Gemeischaften im Leben.

 

Spannender wäre es, wenn die Gemeinden nicht so festgezurrt wären an der räumlichen Struktur, sondern wenn sie sich bilden und auch wieder auflösen würden. Lebendig.

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Franciscus non papa
Wer unterstützt die Abschaffung der Gemeinden?

Ich nicht.

 

Wer möchte noch daran festhalten?

 

Ich. Und ich glaube sogar, daß die Gemeinden in Zukunft für uns wichtiger werden - was natürlich nur geht, wenn der Glaube dabei wichtig ist.

 

Denn wir werden ja mit weniger Priestern auskommen müssen - das mag man als Mangel sehen, oder aber als Chance. Ich neige zu letzterem: vielleicht will uns der heilige Geist mit der zurückgehenden Zahl der Priester sagen, daß wir von unserer Versorgungsmentalität Abschied nehmen sollten. Kirche, flachse ich gerne, ist viel zu wichtig, als daß wir sie den Geistlichen überlassen sollten. Wir müssen sie selber machen. Wo denn, wenn nicht da, wo wir leben? Also in der Gemeinde - zumindest da, wo, wie bei uns, die Kirche im Dorf steht und bitte schön da bleiben sollte.

thomas - wir sind so sehr einer meinung, dass ich mich frage: was ist denn nun los? sind wir beide etwa krank? :blink:

 

wo soll den glaube gelebt werden? als glaube von einsiedlern und eremiten? glaube lebt doch von seiner natur her immer auch in gemeinschaft. und die christliche gemeinde ist seit dem pfingstereignis doch träger der weitergabe des glaubens, neben der weitergabe in der familie und der verkündigung in der welt.

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Lieber Mecky,

 

ein spannendes Thema!

Ich überlege schon einige Zeit, einen ähnlichen Thread hier zu eröffnen.

 

Aber zunächst scheint es mir sinnvoll zu sein, zu definieren, was Gemeinde ist und / oder was sie soll.

 

Denkst Du bei Deiner Frage an Territorial-Gemeinde?

Oder wie Martin formulierte "spontane Gemeinschaft im Glauben"?

 

Das ist mir noch nicht klar.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Liebe Gabriele,

 

ich dachte zunächst einmal an die ganz normalen Gemeinden, wie sie ortsgebunden existieren.

 

Irgendwie weigere ich mich noch, diese aufzugeben zugunsten von kleineren Gruppen - auch wenn ich deren Sinn durchaus verstehe.

 

Ich befürchte nämlich zweierlei:

 

1. Eine Verflachung des Glaubenslebens (dafür stehen die Normalgemeinden)

2. Eine Sektenwerdung im kuschligen Kreis (dafür stehen die kleineren Gruppen)

 

Ich weiß nicht, ob eine Kombination beider Gemeinschaftsformen weiterführend ist - ohne Weiteres sicherlich nicht.

 

In unserer Gemeinde gibt es z.B. einen ökumenischen Bibelkreis. Tonangebend scheinen mir einige Protestanten zu sein, die sich eben in der Bibel besser auskennen.

Was in dem Bibelkreis läuft, ist der Gemeinde nicht bekannt und kann auch prinzipiell nicht 1:1 weitergegeben werden. Nur manchmal höre ich schemenhaft, gerüchteweise seltsame Ansichten von Leuten, die im Bibelkreis sind.

 

Andererseits: Was die Gemeinde so macht, hat zu einem großen Teil mit der christlichen Botschaft nur wenig zu tun. Und das, obwohl ich bei vielen die Sehnsucht spüre, tiefer einzudringen und in der Gemeinde - also mit allen anderen Christen - etwas diesbezüglich zu teilen.

 

Eine große Hilflosigkeit macht sich breit. ...

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Franciscus non papa

hallo mecky - mach doch mal einen bibeltag oder ein bibelwochenende mit vielen angeboten - so was kommt meist viel besser an, als man denkt...

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Liebe Gabriele,

 

ich dachte zunächst einmal an die ganz normalen Gemeinden, wie sie ortsgebunden existieren.

 

Irgendwie weigere ich mich noch, diese aufzugeben zugunsten von kleineren Gruppen - auch wenn ich deren Sinn durchaus verstehe.

 

Ich befürchte nämlich zweierlei:

 

1. Eine Verflachung des Glaubenslebens (dafür stehen die Normalgemeinden)

2. Eine Sektenwerdung im kuschligen Kreis (dafür stehen die kleineren Gruppen)

 

Ich weiß nicht, ob eine Kombination beider Gemeinschaftsformen weiterführend ist - ohne Weiteres sicherlich nicht.

 

In unserer Gemeinde gibt es z.B. einen ökumenischen Bibelkreis. Tonangebend scheinen mir einige Protestanten zu sein, die sich eben in der Bibel besser auskennen.

Was in dem Bibelkreis läuft, ist der Gemeinde nicht bekannt und kann auch prinzipiell nicht 1:1 weitergegeben werden. Nur manchmal höre ich schemenhaft, gerüchteweise seltsame Ansichten von Leuten, die im Bibelkreis sind.

 

Andererseits: Was die Gemeinde so macht, hat zu einem großen Teil mit der christlichen Botschaft nur wenig zu tun. Und das, obwohl ich bei vielen die Sehnsucht spüre, tiefer einzudringen und in der Gemeinde - also mit allen anderen Christen - etwas diesbezüglich zu teilen.

 

Eine große Hilflosigkeit macht sich breit. ...

Lieber Mecky,

 

das ist so ziemlich das, was mich auch umtreibt.

Wobei ich allerdings noch in Frage stellen will, ob diese kleineren Gruppen zwangsläufig etwas sektenhaftes haben (was in dem konkreten Fall in Deiner Gemeinde ja durchaus so sein kann).

 

Wäre es nicht grundsätzlich möglich und nötig, solche kleineren Gruppen in die Ortsgemeinde einzubinden?

Und umgekehrt für die Mitglieder der "kuschligen Kreise" - sie müssten sich öffnen für die Gemeinde, transparent machen, was sie so treiben.

 

Wäre das nicht eine Kombination, die beide Seiten weiterbringen kann, die Kleingruppen und die Gemeinde?

Oder siehst Du da generelle Unvereinbarkeit?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Im Rahmen von Firmvorbereitungen kam von Jugendlichen immer wieder die Anfrage "Wozu eine Einheit zum Thema Gemeinde - in die Kirche gehe ich eh nicht und die Gemeinde besteht doch nur aus alten Leuten".

 

Wenn dieser Eindruck, den unsere Gemeinden heute abgeben, der Realität entspräche, dann wäre es nicht schade wenn sie abgeschafft würden.

 

Aber so ist die Realität doch hoffentlich wohl nicht....

 

Ohne eine konkrete Einbindung in eine kleinere Einheit (Gemeinde) innerhalb der grossen Einheit (Gesamtkirche) verlören viele Menschen den letzten Bezugspunkt zum Glauben.

 

Schon durch die territoriale Zugehörigkeit zu einer Gemeinde wissen die Menschen wohin sie sich wenden könnten wenn sie wollten.

 

Und diejenigen, die in der Gemeindearbeit aktiv sind werden bestimmt aussagen, dass sie ihr Engagement ganz eng mit ihrer konkreten Gemeinde und den Menschen dort verknüpft sehen.

 

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt fährt durch das Meer der Zeit.... und dieses Meer ändert sich aber immer wieder blühen Gemeinden auf und dann geht von ihnen etwas aus, das ansteckt.

 

Ich bin besorgt gespannt was passiert, wenn in Zukunft noch mehr Gemeinden zusammengefügt werden und die kleinen Teile zu grossen Puzzle-Stücken der Pastoral gepresst werden. Dann erwarte ich eine grosse Abflachung des Glaubenslebens... :blink:

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hallo mecky - mach doch mal einen bibeltag oder ein bibelwochenende mit vielen angeboten - so was kommt meist viel besser an, als man denkt...

bringe diese einzelnen Aktionen wirklich etwas?

Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass das nicht der Fall ist.

Es braucht was dauerhaftes. Nur was?

 

Aufgeben möchte ich die Ortsgemeinden nicht, auf der anderen

Seite möchte ich sie, aber auch nicht (mehr) so haben wie sie jetzt sind.

 

Ich denke schon eine ganze Weile über dieses Thema nach (ich habs nicht vergessen Gabriele :blink: ) , und wenn ich mir dann so ansehe was in den Gemeinden so alles läuft, krieg ich manchmal die Krise, weil sich das "Programm" fast nicht von dem eines x- beliebigen Vereins unterscheiden lässt (ein bisschen übertrieben ja :P

 

Und Wattoo es gibt Gemeindemitarbeiter (ich meine jetzt die Ehrernamtlichen) die ihr Engagement ganz eng mit ihrer konkreten Gemeinde und den Menschen dort verknüpfen, dass hat mit Glauben aber nicht immer was zu tun.

 

Auf der anderen Seite steht das große Bedürfniss vieler nach Gemeinschaft im Glauben.

 

Ich weiß auch nicht ob die Kleingruppen, wie Bibelkreise oder sonstiges die Lösung sind.

Kann davon wirklich was ausgehen? Oder bleibt es, wie es oft zwischen einzelnen Gruppierungen der Gemeinden ist , dass keiner etwas vom Anderen weiß?

 

Ich weiß es nicht.

Edited by hansjo
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Liebe Astrid,

 

Ohne eine konkrete Einbindung in eine kleinere Einheit (Gemeinde) innerhalb der grossen Einheit (Gesamtkirche) verlören viele Menschen den letzten Bezugspunkt zum Glauben.

das sehe ich genau so; sich mit der grossen Einheit zu identifizieren fällt schwer. Das Gemeindeleben vor Ort ist konkret und nahe, die Bezugspunkte mitunter vorgegeben.

 

Ich bin besorgt gespannt was passiert, wenn in Zukunft noch mehr Gemeinden zusammengefügt werden und die kleinen Teile zu grossen Puzzle-Stücken der Pastoral gepresst werden. Dann erwarte ich eine grosse Abflachung des Glaubenslebens...

Ich denke nicht, dass es zwangsläufig zu einer grossen Abflachung des Glaubenslebens kommen muß, zumindest nicht aufgrund der Gemeinde-Zusammenfügungen. Denn hieße das nicht im Umkehrschluß, dass zahlreich vorhandene Priester automatisch eine große Glaubenstiefe ihrer Gemeinden garantieren könnten?

Ich denke / hoffe eher, dass hier die von Martin genannte "Gemeinschaften im Glauben" entstehen können, die dann sogar mehr Glaubende bzw Suchende ansprechen können als "die Kirche", die nicht nur bei Jugendlichen ein schlechtes Image hat.

Wobei daran anknüpfend nun die Frage ist, wie diese Gemeinschaften in die großen (manchmal riesigen) Gemeinden (bei uns "Seelsorgeeinheiten" genannt) eingefügt werden können.

 

Liebe Grüße, GAbriele

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Darüber hinaus stelle ich mir die Frage, woraus die kleineren Gruppierungen gespeist werden.

Genau so, wie Gemeinde sich furchtbar um sich selbst drehen kann, so können auch kleinere Gruppen ihr jeweil eigenes Süppchen kochen. Es braucht nicht nur eine Öffnung, sondern eine Speisung.

 

Diese Speisung scheitert momentan daran, dass die Großgemeinden oft gar kein Interesse haben, zu speisen. Und oft auch gar keine Substanz, die dazu geeignet wäre. Da stehen dann auch zu viele andere Themen an.

 

Bei uns sind es einige wenige Personen, die die Pfarrei tragen. Und das ist schon ein Kraftakt, der manchmal bis über die Grenzen hinaus belastet. Und dann stell ich mir vor, dass dann noch die Aufgabe dazu kommt, die kleineren Gruppen einzubinden, ihnen etwas mitzugeben, aus Rivalitäten und Eifersüchteleien eine Einheit zu erzeugen, zu Gesprächen zusammenzuführen ...

 

Das Leitungsgremium einer Pfarrei ist bei uns der Pfarrgemeinderat. Aber die haben schon so viele wichtige Themen (manchmal wirklich wichtige, manchmal wichtig-gemachte Themen), dass das nicht so leicht sein wird.

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hallo mecky - mach doch mal einen bibeltag oder ein bibelwochenende mit vielen angeboten - so was kommt meist viel besser an, als man denkt...

bringen diese einzelnen Aktionen wirklich etwas?

Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass das nicht der Fall ist.

Es braucht was dauerhaftes. Nur was?

Hallo hansjo,

 

einzelne Aktionen bringen wirklich wenig, es braucht etwas, was die Menschen im Anschluß an solche Einzelaktionen auffängt, dann bringt es aber schon was, und zwar ganz konkret für die einzelnen Teilnehmer.

Ich denke, anfangen muß man schon mit solchen Aktionen, nur muß gleichzeitig ein Konzept erarbeitet werden, was mit den Menschen geschieht, die weitergehende Fragen haben, weiter Kontakt und Gemeinschaft pflegen wollen usw. Da darf ein Schlußgottesdienst nicht der definitiv letzte Punkt sein.

 

Aufgeben möchte ich die Ortsgemeinden  nicht, auf der anderen

Seite möchte ich sie, aber auch nicht (mehr) so haben wie sie jetzt sind.

Aha. Und was möchtest Du stattdessen? :P

 

Ich denke schon eine ganze Weile über dieses Thema nach (ich habs nicht vergessen Gabriele :P ) ,  und wenn ich mir dann so ansehe was in den Gemeinden so alles läuft, krieg ich manchmal die Krise, weil sich das "Programm" fast nicht von dem  eines x- beliebigen Vereins unterscheiden lässt (ein bisschen übertrieben ja :blink:

 

Und Wattoo es gibt Gemeindemitarbeiter (ich meine jetzt die Ehrernamtlichen) die ihr Engagement ganz eng mit ihrer konkreten Gemeinde und den Menschen dort verknüpfen, dass hat mit Glauben aber nicht immer was zu tun.

Die von Mecky skizzierte und von Dir (oft) beklagte Gemeinde, die mehr ein gut laufender Wirtschaftsbetrieb ist als eine Glaubensgemeinschaft - sicher oft in der Realität anzutreffen und schwierig damit umzugehen. Kann ich nicht viel dazu sagen, weil ich glücklicher Weise andere Erfahrungen machen durfte.

 

Auf der anderen Seite steht das große Bedürfniss vieler nach Gemeinschaft im Glauben.

 

Ich weiß auch nicht ob die Kleingruppen, wie Bibelkreise oder sonstiges die Lösung sind.

Kann davon wirklich was ausgehen? Oder bleibt es, wie es oft zwischen einzelnen Gruppierungen der Gemeinden ist , dass keiner etwas vom Anderen weiß?

 

Ich weiß es nicht.

Ob da wirklich was ausgehen kann? Aber ja!!!

(Da kenne ich mich wieder aus :lol: )

Und bevor ich mir das alles selber zusammenklamüsere, hier eine gute Zusammenfassung. Zitat:

Solche Kleingruppen vor Ort sind oft die ersten Berührungspunkte für suchende Menschen. In der Gruppe kann konkret gesehen und erlebt werden, was Christsein heißt. ... Die Gruppe wird so zur Tür zu Glauben und Kirche (Wilhelm Schäffer).

Ganzheitliche Kleingruppen und kleine christliche Gemeinschaften machen Kirche vor Ort erlebbar. Solche Gruppen sind individuell und flexibel. Sie reagieren auf spezifische Bedürfnisse vor Ort als Kirche in der Nachbarschaft. Kleingruppen vor Ort sind lebendige und vielfältige Beispiele von Kirche. In einer pluralen Gesellschaft braucht es pluriforme Gruppen. Eine zersplitternde und vilefältige Welt braucht viele kleine überschaubare Gruppen. Gruppen sind identitäts- und glaubensstiftende Orte der Kiche.

 

Ich habe nun beim Autor nicht die Erlaubnis zum Zitieren eingeholt; stattdessen mache ich einfach ein bisschen Werbung für sein Buch, aus dem ich zitiert habe :blink:

 

Armbruster, Klemens

Von der Krise zur Chance

 

Puh, das ist nun ein langes Posting geworden.

 

Liebe Grüße, GAbriele

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Und dann auch noch die Frage, wer überhaupt das "fachliche" Wissen hat, eine Gruppe zu leiten, die über ihren Glauben spricht. Mecky hat es ja schon mal angedeutet, dass da teilweise (gelinde gesagt) seltsame Vorstellungen geäußert werden - was ich selber auch schon von Gruppenmitgliedern erlebt habe, obwohl unsere Gruppe von eine Frau geleitet wird, die Diplom-Theologin ist und so sicher im Glauben der katholischen Kirche steht wie man das nur sein kann. Wo will man all diese Leute hernehmen?

 

Diese Gruppen müssen geführt werden und das ist Aufgabe des Priesters der Gemeinde. Er soll und muß die Charismen der einzelnen Gemeindemitglieder erkennen, aufbauen und auf der Spur halten.

 

Ohne Ausbildung, ohne Einbindung in die Gemeinde, ohne Leitung durch den Priester der Gemeinde und ohne Offenheit zur Gemeinde kann das nur ein Rohrkrepierer sein.

 

Aber mit all diesen Aspekten ist es die notwendige Perspektive.

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Ich erweitere das Thema Gemeinde jetzt mal um eine etwas provokante These:

 

Gemeinde macht nur dann Sinn wenn sie eine Vision hat. Und diese Vision liegt in ihrem Glauben begründet.

 

Ansonsten ist es ein Haufen von Menschen die mehr oder weniger Engagement zeigen um Zeit miteinander zu verbringen.

 

Wenn aber Menschen zusammenkommen die ein Ziel vor Augen haben, dann werden sie auch etwas nach Aussen transportieren.

 

Dann bleibt aber die Frage: Wer weist immer wieder auf die Vision, auf unseren Grund, auf dem wir stehen, hin?

 

Eine Aufgabe die dem Gemeindeleiter und seinen hauptamtlichen Mitarbeitern zwar eigen ist, die diese aber nicht alleine leisten können.

 

Also: Wenn wir Gemeinde wollen - dann müssen wir was dafür tun!

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Die flächendeckende Gemeindepastoral hat meiner Meinung nach keine Zukunft. Wir dürfen keine Angst haben, weisse Flecken auf den Bistumskarten zu lassen.

Hmm... Das stelle ich mir, konkretisiert, reichlich schwierig vor. Welchen konkreten Menschen in welchen konkreten Gemeinden möchte man schon sagen, dass für sie künftig keine Gemeinde mehr zuständig ist? Schon die Zusammenlegung zu größeren Einheiten wird eine Menge Schmerzen verursachen.

 

Das Bistum Hildesheim hat gerade beschlossen, bis 2020 die Zahl der Pfarreien von heute 350 auf 120 zu reduzieren. Die durchschnittliche Gemeinde wird dann 4.600 statt heute 1.800 Mitglieder haben. Aber: Jede Gemeinde hat dann auch einen Pfarrer und finanzielle Spielräume für weitere Hauptamtliche. Details finden sich im aktuellen Eckpunktepapier.

 

Nun haben wir es hier mit einem Flächenbistum mit hohem Diaspora-Anteil zu tun. Da werden also im Norden mal eben 30 Kilometer zwischen zwei Filialkirchen derselben Gemeinde liegen... Weiße Flecken? Gibt es natürlich längst, die Orte dazwischen sind ja nicht unbewohnt.

 

Auf der anderen Seite leben die Menschen heute auch in größeren räumlichen Einheiten, sind mobil, pendeln zum Teil über große Strecken zur Arbeit. Schon heute finden ja viele pastorale Angebote auf Dekanatsebene statt. Und unser Dekanat kann flächenmäßig mit Bistümern wie Essen oder Eichstätt in etwa mithalten.

 

Das Stichwort dazu lautet "Pastorale Räume". Unter dieser oder ähnlichen Bezeichnungen wird darüber in verschiedenen Bistümern diskutiert. Die Idee dahinter ist größere Vielfalt - so können Filialkirchen unterschiedlich profiliert werden, verschiedene Modelle der Sakramentenkatechese nebeneinander Bestand haben oder zielgruppenspezifische Angebote möglich werden.

 

Vieles, was in den heutigen, schrumpfenden Gemeinden mangels Masse nicht oder nicht mehr möglich ist. Die Krise als Chance.

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(Wattoo) >Gemeinde macht nur dann Sinn wenn sie eine Vision hat. Und diese Vision liegt in ihrem Glauben begründet.<

 

 

Bitte, Wattoo, formuliere diese Vision einmal kurz und prägnant.

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Ich bin der «Ich-bin-da». (Ex 3, 14)

 

und

 

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

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(Wattoo) >Gemeinde macht nur dann Sinn wenn sie eine Vision hat. Und diese Vision liegt in ihrem Glauben begründet.<

 

 

Bitte, Wattoo, formuliere diese Vision einmal kurz und prägnant.

Lieber Martin,

 

ich denke, da muß jede Gemeinde ihre je eigene Vision für sich selbst entwickeln, eine allgemein-gültige Vision wäre für die einzelne Gemeinde wahrscheinlich zu unkonkret und zu schwammig.

 

Das Entwickeln einer solchen eigenen Vision allerdings kann eine Gemeinde in der Tat stärken, einen und vorwärtsbringen.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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hat Eure Gemeinde eine solche Vision Gabriele?

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hat Eure Gemeinde eine solche Vision Gabriele?

Ja, hat sie, hansjo.

Natürlich etwas ausführlicher als von Wattoo skizziert, entstand aber auch in einem etwas größerem Zeitraum. :blink:

 

Nachher etwas mehr, jetzt muß ich mich erst mal um den Nachwuchs kümmern.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Natürlich etwas ausführlicher als von Wattoo skizziert, entstand aber auch in einem etwas größerem Zeitraum. :P

:blink:

 

Der Auftrag von Martin lautete:

 

Bitte, Wattoo, formuliere diese Vision einmal kurz und prägnant.

 

*Hervorhebungen in Bold von mir....

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Liebe Astrid,

 

war mir doch klar, dass Du nur ganz genau Martins Anweisung ausgeführt hast :blink:.

Meine Kritik gilt ja deshalb auch nicht Dir, sondern Martin, dem ich sagen wollte, dass eine solch knappe Aussage zwar allgemein konsensfähig ist, aber zu ungenau, um damit konkrete Schritte unternehmen zu können.

 

Um mal ein Beispiel zu bringen:

In unserer Gemeindevision steht (unter anderem) der Satz:

Wir informieren einander und schaffen Transparenz nach innen und außen.

 

Das meine ich damit, wenn ich sage, dass jede Gemeinde ihre eigene, quasi persönliche Vision entwickeln sollte, denn dies ist genau auf unsere Gemeinde mit ihren zahlreichen Gruppen und Gemeinschaften zugeschnitten und wäre für andere Gemeinden wohl eher ein Satz, der da im luftleeren Raum hängt.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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