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Kopftuch und Ordenstracht


laura
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Muslimisches Kopftuch ist nicht mit katholischer Ordenskleidung vergleichbar“ - Regensburger Bischof begrüßt Änderung des bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes

 

(pdr). Als „ausgewogene Änderung“ hat der Regensburger Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller den Beschluss der Staatsregierung vom 9. Dezember 2003 zur Änderung des bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes bezeichnet. Danach ist muslimischen Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern im Unterricht untersagt. Christliche und jüdische Glaubenssymbole sind von der Neuregelung ausdrücklich nicht berührt.

 

„Die Ordenstracht der Schwestern sowie die priesterliche Kleidung sind nicht Demonstration der eigenen Religion, sondern vielmehr Ausdruck dafür, dass Ordensleute und Priester ihr Leben aus der Nachfolge Christi für den Dienst am Menschen in den verschiedensten Segmenten der Gesellschaft einsetzen. Insofern ist eine Parallelisierung mit dem Kopftuch muslimischer Mitbürgerinnen nicht möglich“, so der Regensburger Bischof.

 

 

Mir leuchtet diese Argumentation nicht ein. Könnte das Kopftuch nicht auch Zeichen der Hingabe an Allah im Alltag sein?

 

Laura

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Justin Cognito

Mir leuchtet die Argumentation auch nicht ein. Ich vermute eher dass es da um eine tiefer liegende Ablehnung und / oder Angst vor dem Islam geht.

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Ich finde die Entscheidung gut, die Begründung aber unredlich. Man sollte ruhig offenbaren, dass man den Islam und das Christentum nicht gleich behandeln möchte. Dafür gibt es auch gute Gründe.

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...man den Islam und das Christentum nicht gleich behandeln möchte. Dafür gibt es auch gute Gründe.

Gründe gibts ne Menge. Aber "gute Gründe" ? :blink:

 

 

@laura

 

Wahrscheinlich spielt dabei eine Rolle, dass sich die verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen über das Tragen von Kopftüchern oder Burqas nicht einigen können.

 

Außerdem könnte man die Ordenstracht als "Berufskleidung" ansehen.

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Könnte das Kopftuch nicht auch Zeichen der Hingabe an Allah im Alltag sein?

Mag ja sein, dass die eine oder andere Muslima das durchaus so sieht. Betrachtet man aber, wie und warum diese speziellen "weiblichen Kleidungsstücke" eingeführt wurden, erkennt man schnell, dass sie ein Instrument zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frauen sind. Erinnert Euch doch nur an die Praxis im Afghanistan der Talliban, wo das Nicht-Tragen des Kopftuches als automatische Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden wurde.

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Betrachtet man aber, wie und warum diese speziellen "weiblichen Kleidungsstücke" eingeführt wurden, erkennt man schnell, dass sie ein Instrument zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frauen sind. Erinnert Euch doch nur an die Praxis im Afghanistan der Talliban, wo das Nicht-Tragen des Kopftuches als automatische Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden wurde.

Die Taliban repräsentieren mitnichten den islamischen Glauben. :blink:

 

Von Muhammad wurde der Schleier auch nicht zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frau "eingeführt." - Mit dem gleichen Recht könnte man behaupten, der vorgeschriebene Habit einiger Frauen-Orden mit Bedeckung der Haare sei eine Verhinderung....siehe oben.

 

Und außerdem ist es noch gar nicht so lange her, dass man hören konnte, der Minirock sei eine Ermutigung zur Vergewaltigung. :angry:

 

Hoffentlich lesen hier keine Muslime mit, man wäre das peinlich :blink:

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Könnte das Kopftuch nicht auch Zeichen der Hingabe an Allah im Alltag sein?

Mag ja sein, dass die eine oder andere Muslima das durchaus so sieht. Betrachtet man aber, wie und warum diese speziellen "weiblichen Kleidungsstücke" eingeführt wurden, erkennt man schnell, dass sie ein Instrument zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frauen sind. Erinnert Euch doch nur an die Praxis im Afghanistan der Talliban, wo das Nicht-Tragen des Kopftuches als automatische Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden wurde.

Im Islam gibt es ja auch keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Außerdem ist Sklaverei erlaubt (wird in Saudi-Araben und im Sudan praktiziert).

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Außerdem ist Sklaverei erlaubt (wird in Saudi-Araben und im Sudan praktiziert).

Ist die Sklaverei im Christentum eigentlich ausdrücklich verboten? Die Bibel geht ja wohl mit einiger Selbstverständlichkeit von der Berechtigung der Sklaverei aus.

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Außerdem ist Sklaverei erlaubt (wird in Saudi-Araben und im Sudan praktiziert).

Ist die Sklaverei im Christentum eigentlich ausdrücklich verboten? Die Bibel geht ja wohl mit einiger Selbstverständlichkeit von der Berechtigung der Sklaverei aus.

Hallo Squire,

 

das AT ja.

 

Zur christlichen Sicht: Brief des Paulus an Philemon, da geht's um genau diese Frage.

 

Grüße

 

Flo.

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Hallo,

 

natürlich sind Ordenstracht und Kopftuch das Gleiche: ein massiver Ausdruck einer bestimmten Religion. Ich denke, auch als Katholik sollte man sich dessen bewusst sein, da alles Andere lediglich ein blindes Auge dokumentiert.

Man kann sich dann natürlich fragen, ob eine bestimmte Religion bevorzugt werden soll oder nicht.

 

Man könnte aber auch einen ganz anderen Weg gehen, nämlich den französischen: Der Staat toleriert jede religiöse Äußerung, die sich mit den rechtlichen und ethischen Grundzügen eines Staates vereinbaren lassen.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Frankreich hat ein Kopftuchverbot an Schulen und Universitäten. (Habitverbot weiß ich jetzt nicht, nehme’s aber an) Mit dem Ergebnis, dass manche ihre Mädchen nicht in die Schule schicken. - Die Christen sind gegen dieses Verbot, weitere Infos dazu unter „Quelle“.

 

Quelle

 

Kopftuch-, Kreuz- und Habitverbot an Schulen, wäre das wirklich eine Lösung?

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Mich irritiert noch was ganz anderes an der Fragestellung:

 

wieso wird bei uns darauf keine Rücksicht mehr genommen?

 

1. Kor 11,5-6

 

5 Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.

6 Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.

 

und weiter unten

 

1. Kor 11,13-16

 

13 Urteilt selber! Gehört es sich, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet?

14 Lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für den Mann eine Schande,

15 für die Frau aber eine Ehre ist, lange Haare zu tragen? Denn der Frau ist das Haar als Hülle gegeben.

16 Wenn aber einer meint, er müsse darüber streiten: Wir und auch die Gemeinden Gottes kennen einen solchen Brauch nicht.

 

Einige ältere Frauen in unserer Gemeinde tragen noch Hut zum Gottesdienst, aber ich fürchte, einen religiösen Grund können mir die auch nicht nennen.

 

Grüße

 

Flo

Edited by Flo77
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Einige ältere Frauen in unserer Gemeinde tragen noch Hut zum Gottesdienst..

Solangs nur Hüte und keine Fahrradhelme sind...... :blink:

 

SCNR

 

Schule ist aber nicht gleich Gottesdienst.

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Frankreich hat ein Kopftuchverbot an Schulen und Universitäten. (Habitverbot weiß ich jetzt nicht, nehme’s aber an) Mit dem Ergebnis, dass manche ihre Mädchen nicht in die Schule schicken. - Die Christen sind gegen dieses Verbot, weitere Infos dazu unter „Quelle“.

 

Quelle

 

Kopftuch-, Kreuz- und Habitverbot an Schulen, wäre das wirklich eine Lösung?

Hallo lara,

 

das wäre an öffentlichen Schulen konsequent.

 

Allerdings könnte sich der Staat tatsächlich auf den Standpunkt stellen, dass bestimmte Religionen bevorzugt werden, etwa all diejenigen, die als Glaubensgemeinschaften anerkannt werden wie die Juden oder die Katholische Kirche.

 

Man könnte allerdings gleichzeitig auch überprüfen, ob bestimmte Glaubensäußerungen mit dem Rechtssystem konform gehen,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Einige ältere Frauen in unserer Gemeinde tragen noch Hut zum Gottesdienst..

Solangs nur Hüte und keine Fahrradhelme sind...... :blink:

 

SCNR

 

Schule ist aber nicht gleich Gottesdienst.

Bring keine jüngeren auf dumme Gedanken :P (ich finde z.B. auch kurze Hosen bei Männern in der Kirche unmöglich, aber das ist ein anderes Thema)

 

 

Aber wenn man davon ausgeht, dass unser ganzes Leben Gottesdienst ist ....

 

Grüße

 

Flo

 

 

ps:

was uHW heißt SCNR????????????????

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Frankreich hat ein Kopftuchverbot an Schulen und Universitäten. (Habitverbot weiß ich jetzt nicht, nehme’s aber an) Mit dem Ergebnis, dass manche ihre Mädchen nicht in die Schule schicken. - Die Christen sind gegen dieses Verbot, weitere Infos dazu unter „Quelle“.

 

Quelle

 

Kopftuch-, Kreuz- und Habitverbot an Schulen, wäre das wirklich eine Lösung?

Frankreich hat ein generelles Verbot, an Schulen religiöse Zeichen zu tragen. Bei Lehrern ist auch das Kreuz nicht erlaubt, ich glaube, dass es bei Schülern toleriert wird.

Eine Deutsche hat in Frankreich mal Ärger bekommen, weil sie mit Kinder deutsche Weihnachtslieder gesungen und den Inhalt erklärt hat ("Was ist die große Freude...?")

Dort gibt es allerdings auch keinen Religionsunterricht und keine Schulgottesdienste - da ist also die ganze Situation anders.

 

Laura

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Hallo,

 

Allerdings könnte sich der Staat tatsächlich auf den Standpunkt stellen, dass bestimmte Religionen bevorzugt werden, etwa all diejenigen, die als Glaubensgemeinschaften anerkannt werden wie die Juden oder die Katholische Kirche. Man könnte allerdings gleichzeitig auch überprüfen, ob bestimmte Glaubensäußerungen mit dem Rechtssystem konform gehen.

 

Wieso nennst du die Juden und nicht die Muslime? Es gibt mehr Muslime in D. – Was die Überprüfung der Glaubensäußerungen betrifft, das wird schon gemacht. Bleibt die Frage: Wollen wir Christen eine Religionsfreiheit auch für Nichtchristen oder nur als Artenschutz für uns selber? – Wie könnte man das beantworten?

 

was uHW heißt SCNR????????????????

 

Sorry Could Not Resist = konnte nicht widerstehen eine blöde Bemerkung abzulassen.

 

 

Das französische Modell halte ich nicht für nachahmenswert. Wie oben schon beschrieben schicken dort einige Eltern ihre Kinder (ähm...Mädchen) nicht in die Schule. Und den Christen hierzulande könnte man den Grund dieser Umstellung auch nur schwer vermitteln. Und wieso sollte man in der Schule überhaupt auf religiöse Zeichen verzichten? Ist denn D. ein Staat mit einer Demokratie nur für Nichtreligiöse?

Mittlerweile bewerte ich die Abwesenheit von Religion als eigenständige Weltanschauung. Warum sollte man Kinder in Schulen schicken, evtl. sogar ganztags, die unter dem Namen der „Religionsfreiheit“ eine andere Weltanschauung vermitteln?

Das Hauptargument der franz. Christen (die die Religion wieder reinbringen wollen), Schule solle auf das Leben vorbereiten und deswegen sollte man religiöse Outfits erlauben, ist m.E. Quatsch. Die religiösen Backgrounds der Lütten werden auch ohne entsprechende Kleidung schnell von ihren Klassenkameraden bemerkt.

Zur Zeit meine ich, dass den Kindern durch das „öffentliche Leben“ die Freiheit deutlich gemacht werden sollte, die man als Bundesbürger (und auch als Christ, selbst als Katholik! :blink: ) hat. Damit sie ein Bewusstsein dafür bekommen, wo und wie (künstliche) Beschränkungen aufgestellt werden. – Bisher ist mir noch kein Argument der Anti-Kopftuch-Fraktion begegnet, das diese Haltung stark erschüttert. Kann ja noch kommen, bin stets auf der Suche.... :P

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Hallo Lara,

 

Sorry Could Not Resist = konnte nicht widerstehen eine blöde Bemerkung abzulassen.

Oh - das könnte ich glatt in meine Signatur aufnehmen. :blink:

 

Das französische Modell halte ich nicht für nachahmenswert. Wie oben schon beschrieben schicken dort einige Eltern ihre Kinder (ähm...Mädchen) nicht in die Schule.

Werden die Mädchen dann ins Ausland abgeschoben? Auch Frankreich hat doch eine Schulplicht?!

 

Und den Christen hierzulande könnte man den Grund dieser Umstellung auch nur schwer vermitteln.

Ich befürchte in NRW wo Bekenntnisschulen und städtische Schulen getrennt sind eher als in Bayern mit seinen Universalschulen - und nur um staatliche Schulen geht es doch.

 

Und wieso sollte man in der Schule überhaupt auf religiöse Zeichen verzichten? Ist denn D. ein Staat mit einer Demokratie nur für Nichtreligiöse?

Sicher nicht. Aber ich kann verstehen, wenn nichtreligiöse Eltern ihre Kinder einem entsprechenden Einfluss entziehen wollen, dann auch sicher gehen wollen, dass das gewährleistet ist. Und der Grad der Konfrontation ist halt schwer zu bestimmen.

 

Mittlerweile bewerte ich die Abwesenheit von Religion als eigenständige Weltanschauung. Warum sollte man Kinder in Schulen schicken, evtl. sogar ganztags, die unter dem Namen der „Religionsfreiheit“ eine andere Weltanschauung vermitteln?

Allerdings. Darum sollen meine Kinder auch nicht in Bayern sondern auf eine kath. Schule in NRW gehen

 

Das Hauptargument der franz. Christen (die die Religion wieder reinbringen wollen), Schule solle auf das Leben vorbereiten und deswegen sollte man religiöse Outfits erlauben, ist m.E. Quatsch. Die religiösen Backgrounds der Lütten werden auch ohne entsprechende Kleidung schnell von ihren Klassenkameraden bemerkt.

Davon mal abgesehen, glaube ich, dass u.U. bei Verboten schnell Zustände wie in den USA erreicht werden, dass selbst Baseballkappen als Symbol für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe nicht mehr erlaubt werden.

 

Zur Zeit meine ich, dass den Kindern durch das „öffentliche Leben“ die Freiheit deutlich gemacht werden sollte, die man als Bundesbürger (und auch als Christ, selbst als Katholik! :P ) hat. Damit sie ein Bewusstsein dafür bekommen, wo und wie (künstliche) Beschränkungen aufgestellt werden.

Dieses Bewußtsein hilft aber auch nur, wenn die "spirituelle Heimat" (der Begriff hat sich irgendwann mal bei uns eingebürgert) egal wie die aussieht intakt ist.

 

Bisher ist mir noch kein Argument der Anti-Kopftuch-Fraktion begegnet, das diese Haltung stark erschüttert. Kann ja noch kommen, bin stets auf der Suche.... :P

Ich weiß nur, dass ich eine Lehrerin mit Kopftuch in meiner Grundschulzeit nicht akzeptiert hätte. Sie hätte nicht zu denen gehört, von denen ich mir etwas hätte sagen lassen - einfach weil sie "keine von uns" gewesen wäre.

Klingt vielleicht seltsam, aber für mich lief die Identifikation zu dem Zeitpunkt vorallem über Sprache und Glauben im Sinne von geistiger Verwandtschaft (ich war auf einer kath. Grundschule mit 4 Nicht-Katholiken in einer Klasse - die waren einfach anders ohne dass uns das jemals einer erklärt hätte ...)

Auf dem (städt.) Gymnasium wäre es glaube ich noch schwerer für die Frau geworden (ich kenn doch meine Klasse).

 

Und heute hätte ich wahrscheinlich Probleme damit, meine Kinder von ihr (mit-)erziehen zu lassen, weil ich nicht einschätzen könnte, wie prägend das für meinen Nachwuchs wäre (geschweige denn, dass kein Mensch kontrollieren kann, was den Kindern erzählt und vorallem erklärt wird.)

 

LG

 

Flo

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Ich befürchte in NRW wo Bekenntnisschulen und städtische Schulen getrennt sind eher als in Bayern mit seinen Universalschulen - und nur um staatliche Schulen geht es doch.

 

Allerdings. Darum sollen meine Kinder auch nicht in Bayern sondern auf eine kath. Schule in NRW gehen

Bitte was? Wo kommen denn Deine skurrilen Informationen her???

Selbstverständlich gibt es in Bayern konfessionelle Schulen; und auch nicht nur staatliche. So hängt z. B. im städtischen Gymnasium in den Klassenzimmern ein Kreuz, und an der städtischen Grundschule ebenfalls. Und es gibt ebenfalls Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

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Betrachtet man aber, wie und warum diese speziellen "weiblichen Kleidungsstücke" eingeführt wurden, erkennt man schnell, dass sie ein Instrument zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frauen sind. Erinnert Euch doch nur an die Praxis im Afghanistan der Talliban, wo das Nicht-Tragen des Kopftuches als automatische Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden wurde.

Die Taliban repräsentieren mitnichten den islamischen Glauben. :blink:

Das Kopftuch auch nicht.

 

Von Muhammad wurde der Schleier auch nicht zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frau "eingeführt."

Ist mir ja völlig neu, dass Muhammad den Schleier nahm ...

 

- Mit dem gleichen Recht könnte man behaupten, der vorgeschriebene Habit einiger Frauen-Orden mit Bedeckung der Haare sei eine Verhinderung....siehe oben.
Könnte man nicht - die Zugehörigkeit zu einem Orden ist freiwillig, "weiblich sein" hingegen nicht. Abgesehen davon: Die Ordenstracht orientiert sich an der Frauenkleidung der jeweiligen Zeit, als die Orden gegründet wurden. Damals waren unbedeckte oder gar offen getragene Haare in der Öffentlichkeit "ein unmöglich Ding".
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Ich befürchte in NRW wo Bekenntnisschulen und städtische Schulen getrennt sind eher als in Bayern mit seinen Universalschulen - und nur um staatliche Schulen geht es doch.

 

Allerdings. Darum sollen meine Kinder auch nicht in Bayern sondern auf eine kath. Schule in NRW gehen

Bitte was? Wo kommen denn Deine skurrilen Informationen her???

Selbstverständlich gibt es in Bayern konfessionelle Schulen; und auch nicht nur staatliche. So hängt z. B. im städtischen Gymnasium in den Klassenzimmern ein Kreuz, und an der städtischen Grundschule ebenfalls. Und es gibt ebenfalls Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

Hallo Lucia,

 

hier in Fürth (und das hätte zur Debatte gestanden, wenn wir den Absprung nicht zum neuen Jahr geschafft hätten) gibt es keine einzige konfessionelle Grundschule.

 

Selbst die räumlich evangelische Grundschule ist eine städtische und damit offiziell bekenntnisfrei.

 

Uns wurde das (von fränkischen Eltern) damit erklärt, dass die Bayern ursprünglich die Idee hatten, dass evangelische und kath. Schulen zusammengelegt werden sollten und dafür eine gemeinsame für alle eingerichtet wurde.

Die Heranführung an Kommunion, Konfirmation, Firmung läuft ausschließlich über die Kirchengemeinden (ich weiß gar nicht, ob es in Bayern den freien Kommunions-Montag gibt?)

 

In Fü/Er/N gibt es jedenfalls nur EIN kath. und EIN ev. Schulzentrum mit Grund-, Real-, Hauptschule und Gymnasium für DREI Großstädte mit einem Einzugsbereich von über 710 tausend Einwohnern.

Finde ich etwas wenig.

 

Und zum Kruzifix ist hier doch bestimmt auch schon was geschrieben worden. Die Diskussion wäre überflüssig gewesen, wenn eine konfessionelle Trennung möglich gewesen wäre und die staatlichen Schulen weltanschaulich-neutral wären (in unserer städtischen Berufsschule hing übrigens keines mehr)

 

Dass konfessionelle Schulen ihr jeweiliges Bekenntnis "zur Schau" stellen sollen können dürfen ist mE nicht die Frage.

Das Problem sind städtische Schulen, die sich wie Bekenntnisschulen darstellen.

 

Und genau darum geht es doch: wie religiös-gebunden darf eine staatliche Schule "für alle" sein?

 

Flo

 

 

ps: Ich gebe zu, ich halte nicht viel vom bayrischen Schulsystem.

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Betrachtet man aber, wie und warum diese speziellen "weiblichen Kleidungsstücke" eingeführt wurden, erkennt man schnell, dass sie ein Instrument zur Verhinderung der Gleichberechtigung der Frauen sind. Erinnert Euch doch nur an die Praxis im Afghanistan der Talliban, wo das Nicht-Tragen des Kopftuches als automatische Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden wurde.

Die Taliban repräsentieren mitnichten den islamischen Glauben. :blink:

Das Kopftuch auch nicht.

Hallo Lucia,

 

hat niemand nie nicht behauptet. Siehe oben meine-eine: Das Tragen von Kopftuch und Burqa wird in den vielen islamischen Glaubensgruppen unterschiedlich beurteilt.

 

Ist mir ja völlig neu, dass Muhammad den Schleier nahm

 

Wird gerne übersehen und ich da kläre gern auf :P : Wenn etwas besonders geschätzt wird, Heiliges z.B, dann gibt’s das nur mit Schleier. Stichwort: Bilderverbot. Der Prophet selber wird, wenn überhaupt, nur mit Schleier dargestellt. Und nicht mal ein Nichtmuslim könnte behaupten, Muhammad würde dadurch diskriminiert. Au contraire!

 

die Zugehörigkeit zu einem Orden ist freiwillig, "weiblich sein" hingegen niccht.

 

Stimmt! – Allerdings werden dir die meisten kopftuchtragenden Muslima sagen, dass sie freiwillig ihre Tuch tragen, aus welchem Grund auch immer, aber freiwillig. Ich trage mein Kettchen mit dem Kreuz auch freiwillig seit der Taufe um den Hals. Wenn es so der Brauch wäre, dass man es sehen könnte, z.B. ein Armbandkreuz oder ein Tattoo, würde ich eher auf die Barrikaden gehen, als es mir verbieten zu lassen.

 

Gruß

lara

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Für mich ist der Kopftuchverbot wenigstens genauso, als ob man verbietet, daß ein bestimmtes Zeichen, daß auf den Glauben und somit auch auf Gott hinweist, nicht sein darf. Ich sehe das so: Das Verbot ist ein kleiner Schritt hin zum Atheismus.

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Mich irritiert noch was ganz anderes an der Fragestellung:

 

wieso wird bei uns darauf keine Rücksicht mehr genommen?

 

1. Kor 11,5-6

 

5 Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.

6 Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.

 

und weiter unten

 

1. Kor 11,13-16

 

13 Urteilt selber! Gehört es sich, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet?

14 Lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für den Mann eine Schande,

15 für die Frau aber eine Ehre ist, lange Haare zu tragen? Denn der Frau ist das Haar als Hülle gegeben.

16 Wenn aber einer meint, er müsse darüber streiten: Wir und auch die Gemeinden Gottes kennen einen solchen Brauch nicht.

 

Einige ältere Frauen in unserer Gemeinde tragen noch Hut zum Gottesdienst, aber ich fürchte, einen religiösen Grund können mir die auch nicht nennen.

 

Grüße

 

Flo

Der religiöse Grund der Verschleierung der Christinnen bei der Messe besteht darin, daß die Christin so nicht die Blicke der bekanntlich (vermeintlich?) männlichen Engel auf sich zieht, die ja bekanntlich bei jeder Hl. Messe in Massen zugegen sind. Wohl sollen auch die männlichen Kirchgänger nicht von ihrer Andacht abgelenkt werden, weswegen man eine Frauen- und eine Männerseite eingeführt hat.

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Allerdings könnte sich der Staat tatsächlich auf den Standpunkt stellen, dass bestimmte Religionen bevorzugt werden, etwa all diejenigen, die als Glaubensgemeinschaften anerkannt werden wie die Juden oder die Katholische Kirche. Man könnte allerdings gleichzeitig auch überprüfen, ob bestimmte Glaubensäußerungen mit dem Rechtssystem konform gehen.

 

Wieso nennst du die Juden und nicht die Muslime? Es gibt mehr Muslime in D. – Was die Überprüfung der Glaubensäußerungen betrifft, das wird schon gemacht. Bleibt die Frage: Wollen wir Christen eine Religionsfreiheit auch für Nichtchristen oder nur als Artenschutz für uns selber? – Wie könnte man das beantworten?

 

 

Hallo lara

es gibt keine muslimische Glaubensgemeinschaft, die denselben rechtlichen Status in Deutschland hat wie die beiden großen Christlichen Kirchen oder die jüdische Glaubvensgemeinschaft. Darauf habe ich hier Bezug genommen.

 

Die Frage der Religionsfreiheit hinsichtlich des Auftretens in der Schule lässt sich in zwei Richtungen beantworten.

1. Wenn ein Angehöriger einer Religionsgemeinschaft im Auftrag und Dienst des Staates agiert, dann muss dieser diesen Staat vertreten und zwar uneingeschränkt. Wenn er gleichzeitig Symbole seiner Glaubensgemeinschaft verwendet, dann muss diese Glaubensgemeinschaft ebenfalls uneingeschränkt diesen Staat unterstützen.

Im Zusammenhang mit dem Islam stellt sich hier das Problem, dass es keinen Gesprächspartner gibt, der den Islam gegenüber dem Staat vertritt. So ist der Islam nicht organisiert. Da kann jeder Imam seine eigene Moschee errichten. Zudem zeigen insbesondere viele unserer türkischen Mitbürger eine sehr stark desintegrative Tendenz (woran die deutsche Politik sicher nicht unschuldig ist) unterstützt von bestimmten islamischen Richtungen. Insofern tut sich unser Staat m.E. zurecht mit islamischer Symbolik bei Lehrern schwer.

Es wäre zu einfach, das Tragen des Kopftuches bei Lehrern einfach auf die Ebene des persönlichen Bekenntnisses zu reduzieren, selbst wenn dies eine Lehrerin selbst für sich so beansprucht. Wenn man dies täte, dann könnte ich ebensogut mit kommunistischen oder nationalsozialistischen Symbolen in der Schule erscheinen und behaupten, das wäre meine persönliche Sache und hätte auf die Kinder keinerlei Einfluss.

 

2. Anders sieht esfür die Schüler aus. Die können eher tragen, was sie wollen. Aber auch hier gibt es kein Recht auf jedwede persönliche Meinungsäußerung (siehe mein Beispiel oben).

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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