Jump to content

Was genau geschieht mit der Seele nach dem Tod?


oli
 Share

Recommended Posts

>> Du wärst nicht glückselig, wenn Du wüßtest, daß es sich bei einem der Verdammten um einen Menschen handelt, den Du liebst!<<

 

Wenn Du schon nicht glücklich sein kannst, wenn im Himmel geliebte Menschen fehlen sollten, wie soll das erst für Gott sein, der uns – so sagst Du auch immer – jeden Menschen liebt.

 

Also sollte Gott den Himmel abschaffen und mit uns allen in die Hölle ziehen?

Link to comment
Share on other sites

Accreda,

ob vor Augen oder nicht -

Du wärst nicht glückselig, wenn Du wüßtest, daß es sich bei einem der Verdammten um einen Menschen handelt, den Du liebst!

 

 

Das ist die letzte Erpressung der Hölle. Und falsch, wenn du daran denkst, dass du – ob Himmel oder Hölle – deine eigene Wahl trifft.

 

Bei der «ewigen Seligkeit» handelt es sich ja auch nicht um ein selbstisch genossenes Glück, sondern um die Gemeinschaft mit Gott – mit Gott, der das Verlorene unendlich mehr und selbstloser liebt als ich je lieben kann, und mehr über den verlorengegangenen Sünder trauert, als es mir möglich ist. Wer einen Menschen liebt – oder je zu lieben versucht hat – weiß, dass er ihn irgendwann einmal ziehen lassen muss.

 

Und wer beginnt, Gott zu lieben, lernt mit Ihm zu fühlen in der Hoffnung, dass «alle Menschen gerettet werden». Und sein Mitarbeiter zu werden.

 

Ich glaube nicht, dass ein Atheist in diesem Forum verloren geht. Denn wenn wir unseren Auftrag ernst nehmen, beten wir für sie. Ich halte es mit Marthe Robin, die einem lieben Freund (jetzt im Himmel) gegenüber erwähnte: «Und ich … stelle mich (nach meinem Tod) vor das Höllentor und lasse keinen herein.»

 

Zum Thema lest bitte: C. S. Lewis, «Die Große Scheidung» (Der Titel bezieht sich nicht auf Ehe und Familie, sondern auf das Endgericht nach Matthäus). Ich empfehle das Buch mit Nachdruck!

Edited by Peter Esser
Link to comment
Share on other sites

>> Du wärst nicht glückselig, wenn Du wüßtest, daß es sich bei einem der Verdammten um einen Menschen handelt, den Du liebst!<<

 

Wenn Du schon nicht glücklich sein kannst, wenn im Himmel geliebte Menschen fehlen sollten, wie soll das erst für Gott sein, der uns – so sagst Du auch immer – jeden Menschen liebt.

 

Also sollte Gott den Himmel abschaffen und mit uns allen in die Hölle ziehen?

Christus ist hinabgestiegen in das Reich des Todes (in die Hölle, wie es früher hieß)!

Link to comment
Share on other sites

P.S.: Damit habe ich übrigens nicht der Allversöhnung das Wort geredet. Ihr merkt hoffentlich den Unterschied.

 

P.P.S.: Erich, wie immer schneller – und bewährt.

Link to comment
Share on other sites

(Habe meinen Beitrag ein paarmal nacheditiert. War zu missverständlich. Jetzt passt es.)

Link to comment
Share on other sites

Hallo Ludwig, hallo Accreda

 

Euer Gespräch hat mich an die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus erinnert:

 

Lukas 16,19-31 (ELB): Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen Tor, voller Geschwüre, und er begehrte, sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre. Es geschah aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von weitem und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle! Denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Kind, gedenke, daß du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen. Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, daß er ihnen eindringlich Zeugnis ablege , damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen! Abraham aber spricht: Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

 

gby

 

bernd

Edited by beegee
Link to comment
Share on other sites

>> Du wärst nicht glückselig, wenn Du wüßtest, daß es sich bei einem der Verdammten um einen Menschen handelt, den Du liebst!<<

 

Wenn Du schon nicht glücklich sein kannst, wenn im Himmel geliebte Menschen fehlen sollten,  wie soll das erst für Gott sein, der uns ? so sagst Du auch immer ? jeden Menschen liebt.

 

Also sollte Gott den Himmel abschaffen und mit uns allen in die Hölle ziehen?

Christus ist hinabgestiegen in das Reich des Todes (in die Hölle, wie es früher hieß)!

Das war aber das Reich, in dem die Gerechten des Alten Bundes auf Öffnung des Himmelstores durch Jesus Christus gewartet haben!

Link to comment
Share on other sites

Hallo Bernd!

 

Diese Bibelstelle habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben, wo einer behauptet hat, daß die Verdammten in der Hölle auch noch erlöst werden können. Argumentiert wurde mit Gottes Allmacht.

 

Gruß Verena

 

Übrigens, alles Gute zum Geburtstag! :blink:

Link to comment
Share on other sites

Ich hoffe ja immer noch, dass die Hölle leer sein wird.

 

Sollte dem nicht so sein, sehe ich die einzig denkbare Möglichkeit darin, dass dann in der Hölle die sind, um die nicht einmal eine Mutter trauern kann. Ein furchtbares Bild.

 

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

Link to comment
Share on other sites

Sollte dem nicht so sein, sehe ich die einzig denkbare Möglichkeit darin, dass dann in der Hölle die sind, um die nicht einmal eine Mutter trauern kann. Ein furchtbares Bild.

 

Wir wissen es nicht. Eine Mutter trauert gewiss um sie, heute schon: Maria.

 

Und wenn ich ihre Erscheinungen, besonders in Fatima, ernst nehme – wozu mich nichts verpflichtet –, dann weiß ich um die Gefahr, und weiß, dass es viele Menschen gibt, die sich für diese Möglichkeit bereits entschieden haben.

Link to comment
Share on other sites

Ich hoffe ja immer noch, dass die Hölle leer sein wird.

 

Sollte dem nicht so sein, sehe ich die einzig denkbare Möglichkeit darin, dass dann in der Hölle die sind, um die nicht einmal eine Mutter trauern kann. Ein furchtbares Bild.

 

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

Gott will, daß alle gerettet werden und hat Seinen Sohn gesandt, der für uns gelitten hat und gestorben ist.

 

Die Hölle ist die von Gott nicht gewollte, aber dennoch zugelassene Möglichkeit des freien Selbstausschlusses vom Reiche Gottes.

 

Und jetzt bitte nimm das äußerst "äußerst brutal und hassenswert" wieder zurück... so Du ein Christ bist!

Link to comment
Share on other sites

>>Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen. <<

 

gilt auch für Engel / Teufel!!

 

Dazu ein Lewis-Text:

 

Du kannst einwenden, das sei doch für Gott ganz anders. Wenn er nur wolle, so könne er den Charakter eines Menschen ändern - und eben das können wir nicht. Aber so anders, wie wir leichthin denken mögen, ist es doch nicht. Gott hat es sich selbst zum Grundsatz gemacht, niemals mit Gewalt den Charakter eines Menschen zu verändern. Er kann und will ihn verändern - aber nur, wenn der Mensch selbst es zuläßt. So hat er wirklich und wahrhaftig seiner Allmacht Grenzen gesetzt.

 

Manchmal fragen wir uns, warum er das getan hat, oder wir wünschen sogar, er hätte es nicht getan. Aber offenbar denkt Gott darüber anders. Lieber will er das Risiko auf sich nehmen, seine Welt freien Geschöpfen anzuvertrauen, als sie mit Menschenwesen zu füllen, die rechttun wie Maschinen, weil sie gar nicht anders können. Stellen wir uns nur einmal vor, Gott hätte seine Welt mit lauter ferngesteuerten Robotern bevölkert! Beim bloßen Gedanken daran muß uns doch etwas von seiner Weisheit aufdämmern.

 

Ich sagte also: Wenn wir sehen, wie alle unsere Pläne an unseren schwierigen Mitmenschen scheitern, so können wir «in einem gewissen Sinne» nachfühlen, wie es erst für Gott sein muß. Aber nur in einem gewissen Sinne. In zweierlei Hinsicht muß Gottes Perspektive von der unseren sehr verschieden sein. Zum ersten: Er sieht (wie du), daß all die Menschen bei dir zu Hause oder an deinem Arbeitsplatz mehr oder weniger unangenehm oder schwierig sind; aber wenn er in diese Familie, in diese Fabrik oder in dieses Büro hinein schaut, so sieht er dort noch einen Menschen mehr vom gleichen Schlag - den einen, den du nie siehst. Und dieser eine bist du!

 

Das ist der nächste große Schritt zur Lösung deines Problems: zu erkennen, daß auch du selbst genau die gleiche Sorte Mensch bist. Auch du hast verhängnisvolle Eigenschaften. Alle Hoffnungen und Pläne anderer sind immer wieder an deiner Wesensart gescheitert, genauso wie deine Hoffnungen und Pläne an der ihren.

 

Es bringt uns nicht weiter, wenn wir uns schnell mit irgendeinem unbestimmten, allgemeinen Eingeständnis über diese Tatsache hinwegsetzen, wie: «Natürlich habe ich auch meine Fehler; wer hat das schon nicht!» Es ist wichtig, daß du das einmal ganz ernst nimmst: Auch du hast wahrhaft verhängnisvolle Eigenschaften, dunkle Punkte in deinem Wesen, die bei anderen genau dasselbe Gefühl verzweifelter Ohnmacht hervorrufen, das du selbst wegen ihrer Fehler so gut kennst.

Und fast mit Sicherheit sind das Dinge, von denen du nichts weißt. Du hast sozusagen einen üblen Mundgeruch: alle merken ihn, nur du selbst nicht

Link to comment
Share on other sites

Wir wissen es nicht. Eine Mutter trauert gewiss um sie, heute schon: Maria.

Das sehe ich ähnlich Peter. Vielleicht liegt darin auch der tiefere Sinn von Lukas 15,17: Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.

 

Ich denke die Freude wird vorherrschen im Himmel

Link to comment
Share on other sites

2. Samuel (2 Kg) 14:14

 

Gott aber rafft kein Leben hinweg, sondern es ist sein Wunsch, daß ein Verstoßener nicht von ihm verstoßen bleibe.

Link to comment
Share on other sites

2. Samuel (2 Kg) 14:14

 

Gott aber rafft kein Leben hinweg, sondern es ist sein Wunsch, daß ein Verstoßener nicht von ihm verstoßen bleibe.

Auf http://www.biblio.at/bibel/ stehts so:

 

2 Sam 14,12 Darauf sagte die Frau: Deine Magd möchte meinem Herrn, dem König, noch ein Wort sagen. Er antwortete: Sprich!

2 Sam 14,13 Da fragte die Frau: Warum planst du genau das Gleiche gegen das Volk Gottes? Wenn der König ein solches Urteil gefällt hat, spricht er sich selbst schuldig, da er seinen verstoßenen (Sohn) nicht zurückkehren lässt.

2 Sam 14,14 Wir müssen alle sterben und sind wie das Wasser, das man auf die Erde schüttet und nicht wieder einsammeln kann. Aber Gott wird dem das Leben nicht nehmen, der darauf aus ist, dass ein von ihm Verstoßener nicht verstoßen bleibt.

 

Worums hier eigentlich geht, keine Ahnung.

Link to comment
Share on other sites

2 Sam 14,14 Wir müssen alle sterben und sind wie das Wasser, das man auf die Erde schüttet und nicht wieder einsammeln kann. Aber Gott wird dem das Leben nicht nehmen, der darauf aus ist, dass ein von ihm Verstoßener nicht verstoßen bleibt.

 

Worums hier eigentlich geht, keine Ahnung.

Accreda, hast Du´s schon nachgelesen, - wenn nicht, dann bin ich jetzt dran, Dir die Geschichte zu erzählen von Tamar, die von ihrem Bruder Amnon vergewaltigt wurde, worauf ihr anderer Bruder Absalom Rache an Amnon verübte, indem er ihn tötete und darauf bei seinem Vater David in Ungnade fiel, worauf Absalom vor David flüchten mußte und bei Talmaj, dem Sohn Ammichurs, des Königs von Geschur Unterschlupf fand.

 

Joab, der Sohn Zerujas, der sich vermittelnd einschaltet, sendet nun eine kluge Frau aus Tekoa zu David um ihn zu erweichen, die Verstoßung Absaloms wieder rückgängig zu machen. Bei dieser Gelegenheit fällt das von mir zitierte Bibelwort!

 

(...hat uns jetzt vom eigentlichen Thema etwas entfernt!)

Edited by lh17
Link to comment
Share on other sites

dr-esperanto
Ich hoffe ja immer noch, dass die Hölle leer sein wird.

 

Sollte dem nicht so sein, sehe ich die einzig denkbare Möglichkeit darin, dass dann in der Hölle die sind, um die nicht einmal eine Mutter trauern kann. Ein furchtbares Bild.

 

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

Vielleicht sind keine Menschen in der Hölle - aber es muß fest geglaubt werden, daß dort Dämonen hausen, leer ist sie also sicher nicht.

Link to comment
Share on other sites

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

meinst Du mit "ins Leben rufen" "erstmalig erschaffen" oder "auferstehen lassen"?

 

Immerhin gibt es sowohl eine Auferstehung der Gerechten, als auch der Ungerechten. Für die Ungerechten allerdings "zum Gericht"!

Edited by lh17
Link to comment
Share on other sites

Himmel ist ewige Glückseligkeit.

Hallo allerseits!

 

Ich bin ganz neu hier, finde die Diskussion aber äußerst spannend. Zwischendurch ist mal die Frage nach dem Himmel aufgetaucht. Das ist ein Bereich, der mich sehr interessiert. Wie seht ihr die Sache mit dem Himmel? Kann man überhaupt was drüber sagen, wie es im Himmel ist (mal abgesehen von den biblischen Bildern wie himmlischen Hochzeitsmahl, himmlisches Jerusalem...)? Was denkt ihr dazu, wie es im Himmel ist? Mich interessieren sowohl persönliche und subjektive Statements von euch, wie auch theologische Meinungen. Könnt ihr bzw. euer persönliches Umfeld mit dem Himmel noch was anfangen? Sehr betroffen gemacht hat mich das Gespräch mit einem Firmling, der mir gesagt hat, er will nicht in den Himmel kommen, weil es dort sicher total langweilig ist, dauernd nur Halleluja singen und so. Außerdem die Sache mit der Ewigkeit, die er sich als unendlich viele Tage vorstellt - mir ist schon klar, dass die Zeit im Himmel anders ist, aber wie kann man sich das vorstellen?

 

Fragen über Fragen... ich freue mich über viele Antworten!

 

Dagmar

Link to comment
Share on other sites

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

 

Und jetzt bitte nimm das äußerst "äußerst brutal und hassenswert" wieder zurück... so Du ein Christ bist!

Hassenswert und äußerst brutal nehme ich nicht zurück, aber ich ersetze das Wort "Gott" durch "Gottesbild" oder "verzerrtes Gottesbild".

 

Da ich sicherlich einen enorm lasterhafteren Lebenswandel als Du, Accreda, führe, sterbe ich auch früher. Ich komm dann zuerst im Jenseits an und hab noch ein bisschen Zeit, bis Du nachkommst.

 

Da red ich dann mal ein wenig mit Jesus und vielleicht lässt er sich tatsächlich auf einen kleinen Spaß ein.

 

Wenn Du dann nachkommst, werd ich mich selbst als Jesus vorstellen. Und dann werde ich Dir sagen: "Accreda, meine Liebe, du kommst in den Himmel. Aber alle Deine Kinder müssen ab in die Hölle.

 

Die Kinder treten ab, du siehst ihre angstverzerrten Gesichter, du hörst ihren Schrei der Hoffnungslosigkeit.

 

Dann setz ich mich zum ewigen Festmahl mit Dir an die Tafel. Vielleicht sind schon ein paar von meinen Freunden da, wir machen mords was los. Wir lachen, wir amüsieren uns, wir flachsen, wir herzen und umarmen uns. Und nebenbei guck ich immer wieder in Dein Gesicht, ob da nicht doch Schatten auftauchen. Ja, so ein Verzweiflungsschrei, der kommt nicht nur einmal, den hört man immer wieder. Notfalls könnte ich durch die Auswahl der Gesprächsthemen sogar ein wenig nachhelfen.

"Komm, Accreda, liebe, lass doch Deine Kinder leiden. Die haben's doch verdient. Amüsier dich mit uns!" Meine Freunde machen bestimmt mit, pantomimisch über die Qualen der Verdammten zu lästern.

 

Bis Dir der Kamm so schwillt, dass Du mich anschreist, bis Du mir sagt, dass ich der leibhaftige Teufel bin. Und damit hättest Du gar nicht einmal so ganz unrecht.

 

Und dann kommt Jesus rein, der wirkliche, und sagt: "So Accreda. Ab jetzt darfst du wirklich in den Himmel. Das hier war ein Teil des Fegefeuers. Du musstest geheilt werden von der Sünde der Liebensbedeutungslosigkeit. Jetzt weißt Du, wie viel Dir Deine Kinder wert sind."

Und dann geht die Türe auf, Deine Kinder kommen strahlend herein und erklären Dir, dass Jesus sie gebeten hat, Dir beim Fegfeuern ein wenig unter die Arme zu greifen, dass ihre Verzweiflung und ihre Hölle nur ein Fake war, und dass sie sich freuen, dass Du jetzt mit ihnen in den Himmel darfst.

 

"Und wo müssen wir jetzt hingehen?"

 

"Nö, wir sind schon da. Wir alle zusammen. Gott ist mitten unter uns."

 

Und dann wirst Du ihn erkennen, der Deine Seele heil gemacht hat und schon die ganze Zeit, von Deinen Augen unerkannt, anwesend war.

Link to comment
Share on other sites

"Und wo müssen wir jetzt hingehen?"

 

"Nö, wir sind schon da. Wir alle zusammen. Gott ist mitten unter uns."

 

Und dann wirst Du ihn erkennen, der Deine Seele heil gemacht hat und schon die ganze Zeit, von Deinen Augen unerkannt, anwesend war.

Das greift eine ganz schwierige Frage auf.

 

Die einen sagen, dass es absolut darauf ankommt, was man in diesem Leben macht. Unser Handlen hat Konsequenzen und das ist letztendlich Himmel oder Hoelle. Aber wer kann dann noch hoffen gerettet zu werden?Klar, Gott verzeiht uns allen, aber wir muessen um Vergebung bitten (wird zumindest zo gesagt...)

 

Die anderen sagen, Gott ist so gut, der wird keinen einzigen Menschen fallen lassen. Alle kommen wir in den Himmel. Aber dann hat unser Handeln doch keinerlei Konsequenzen? Dann kann ich tun und lassen was ich will?

 

Beide Moeglichkeiten haben ihre Probleme. Aber wie sieht es wirklich aus?

 

Inwieweit sind wir fuer unser Verhalten verantwortlich?

 

Gruesse

 

max

Link to comment
Share on other sites

Eine andere Schwierigkeit ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Einen Menschen ins Leben zu rufen, von dem man weiß, dass er für ewig verloren ist, würde ja von einem äußerst brutalen und hassenswerten Gott zeugen.

 

Und jetzt bitte nimm das äußerst "äußerst brutal und hassenswert" wieder zurück... so Du ein Christ bist!

Hassenswert und äußerst brutal nehme ich nicht zurück, aber ich ersetze das Wort "Gott" durch "Gottesbild" oder "verzerrtes Gottesbild".

 

Da ich sicherlich einen enorm lasterhafteren Lebenswandel als Du, Accreda, führe, sterbe ich auch früher. Ich komm dann zuerst im Jenseits an und hab noch ein bisschen Zeit, bis Du nachkommst.....

 

...jetzt habe ich alter Haudegen glatt feuchte Augen bekommen!

 

(ach: "alter Haudegen" war reine Angeberei!)

Link to comment
Share on other sites

Inwieweit sind wir fuer unser Verhalten verantwortlich?

...wir sind sehr verantwortlich dafür. Alles unterlassene Gute ist bereits eine Sünde!

Link to comment
Share on other sites

Inwieweit sind wir fuer unser Verhalten verantwortlich?

...wir sind sehr verantwortlich dafür. Alles unterlassene Gute ist bereits eine Sünde!

Gut. Und was geschieht dann?

 

Die Buddhisten nennen es Karma. Die Konsequenzen muessen wir ertragen, in diesem Leben oder dem naechsten Leben.

 

Die Christen sagen, dass ein gerechtes Urteil ueber unser Verhalten gefaellt wird und wir die Konsequenzen tragen muessen. Es sei denn wir bereuen unser Verhalten und bitten um Vergebung. Und jeder der das tut wird Vergenung erhalten.

 

Was aber mit all denen, die nicht um Vergebung bitten? Das ist ja die Frage. Werden alle Seelen sowieso gerettet, egal was sie tun? Oder eben nicht alle?

 

Beides ist nicht ganz stimmig, oder?

 

max

Link to comment
Share on other sites

Himmel ist ewige Glückseligkeit.

Hallo allerseits!

 

Ich bin ganz neu hier, finde die Diskussion aber äußerst spannend. Zwischendurch ist mal die Frage nach dem Himmel aufgetaucht. Das ist ein Bereich, der mich sehr interessiert. Wie seht ihr die Sache mit dem Himmel? Kann man überhaupt was drüber sagen, wie es im Himmel ist (mal abgesehen von den biblischen Bildern wie himmlischen Hochzeitsmahl, himmlisches Jerusalem...)? Was denkt ihr dazu, wie es im Himmel ist? Mich interessieren sowohl persönliche und subjektive Statements von euch, wie auch theologische Meinungen. Könnt ihr bzw. euer persönliches Umfeld mit dem Himmel noch was anfangen? Sehr betroffen gemacht hat mich das Gespräch mit einem Firmling, der mir gesagt hat, er will nicht in den Himmel kommen, weil es dort sicher total langweilig ist, dauernd nur Halleluja singen und so. Außerdem die Sache mit der Ewigkeit, die er sich als unendlich viele Tage vorstellt - mir ist schon klar, dass die Zeit im Himmel anders ist, aber wie kann man sich das vorstellen?

 

Fragen über Fragen... ich freue mich über viele Antworten!

 

Dagmar

Schade, dass keiner bisher auf den Himmel eingegangen ist. Auffällig ist, dass Menschen, wenn sie sich um religiöse Themen streiten, meist sich gegenseitig Unterstellungen machen, anstatt sich zu ermutigen und von ihrer Hoffnung Zeugnis zu geben. Aufgefallen ist mir, dass der Himmel in unserer westlich-europäischen Welt nicht wirklich eine ernst genommene Kategorie ist, zumindest oft tabuisiert wird. Auf welchem Beerdigungskaffee, in welchen Alltagssituationen gebe ich darüber Auskunft, was ich mir über diese konkrete dingliche Wirklichkeit hinaus erwarte? Mit den Bildern in der Bibel tun sich in einer Wohlstandsgesellschaft, die weniger (mit zunehmenden Ausnahmen) an materieller als an Bezehungsarmut krankt, die meisten schwer, nehmen diese !:1. Oder wer nimmt noch die Höllen-, Himmel- und Gerichtsdarstellungen der alten Künstler in den Kirchen ernst? Ich selbst ertappe mich oft mit einem aufgeklärten Lächeln.

 

Lets talk about heaven!

 

Gunnar Bach

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...