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Fisch oder Kreuz


Flo77

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Habe irgendwo gelesen, dass in Byzanz der Hase ein Symbol für Christus gewesen sein soll. Leider habe ich bis jetzt noch nichts im Internet dazu gefunden. Wenn dass stimmt, gibt es da möglicherweise eine Verbindung zu unserem "Osterhasen"? <_<

 

Osterhase, vermutlich nicht;-))

Aber kommt drauf an?

 

In der Osternacht werden mit roten Eier die anderen Eier aufgeschlagen.

 

Ein gekochtes Ei in der Hand, Der Nächste mit einem Ei in der Hand schlägt auf das andere Ei.

 

Wer verloren hat, darf essen;

Der andere sucht den Öffner des eigenen Eies weiter.

 

 

Netter Brauch ;-))

 

 

 

Ist das das, was man hier "Oierhirtn" nennt (muss wohl hochdeutsch: Eierhärten heißen, bzw bedeuten, dass die Härte der Eier(schale) geprüft wird.

 

Ich denke, an Kattas Antwort ist was dran (der Vergleich mit ihren Viechern führt dann natürlich nicht weiter :unsure: ).

bearbeitet von Elima
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Drei an den Ohren verbundene Hasen sind ein Symbol für die Dreieinigkeit. Und für alle, die es noch genauer wissen wollen: Der Hase ist deswegen ein Symbol für Christus, weil der Hase (angeblich) mit offenen Augen schläft. Und daher ist der Hase ein Symbol für die Auferstehung.

Da Hasen aber nicht mit offenen Augen schlafen, sondern nur dösen, meine Kanickel aber mit Vorliebe auf dem Rücken mit geschlossenen Augen vor sich hin schnarchen, sind sie ganz sicher kein geeignetes Vergleichsobjekt...

 

*weghoppel*

Gut erklärt, Katta.

 

Hier kann man einiges darüber nachlesen, gefunden habe ich den Link in diesem legendären Thread. <_<

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Anzumerken ist vielleicht noch, dass die heutige Darstellung des Kreuzes bzw. Christus am Kreuz nicht ganz korrekt ist. Kreuzigungen zu damaliger Zeit wurden an einem "Kreuz" durchgeführt, welche die Form eines großen T hatten. Die Form, die wir heute kennen (eher zu vergleichen mit dem kleinen t) ist eine "Erfindung" späterer Epochen.

 

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzigung

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das kleine t am wort "korrekt"

ist nachdenkenswert.

 

 

ich male lieber einen fisch in den sand

am Ufer wo die Boote liegen mit ihren Ankern.

 

Und wundere mich über die Menge der Kreuzreliquien,

mit denen viele Kreuze zusammengebastelt werden.

 

 

lieben gruss

peter

bearbeitet von pmn
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das kleine t am wort "korrekt"

ist nachdenkenswert.

 

 

ich male lieber einen fisch in den sand

am Ufer wo die Boote liegen mit ihren Ankern.

 

Und wundere mich über die Menge der Kreuzreligien,

mit denen viele Kreuze zusammengebastelt werden.

 

 

lieben gruss

peter

 

Was sind denn "Kreuzreligien"?

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Jetzt Bitte keinen Streit um Rechtschreibfehler ;-))

 

Kreuzandenken sind Dinge, die zum Nachdenken anregen.

 

Beispiele: "Kreuzreliquien"

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz_Christi

 

lieben gruss

peter

 

 

Über das Kreuz mit den Kreuz-Religionen,

und die, die sich mit dem "wahr"en Wort auseinanderkreuzen,

das war nicht jetzt dieses Thema. Oder doch? Fisch oder Kreuz

bearbeitet von pmn
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Nur beim letzten Abschnitt muss ich widersprechen:

 

Die Vernunft gebietet keineswegs, die plausibelste Lösung zu akzeptieren.

Die Vernunft gebietet, überhaupt keine Lösung zu akzeptieren, die nicht beweisbar ist.

Immer die plausibelste unter den unbewiesenen Lösungen zu akzeptieren führt einen in Windeseile auf den Holzweg, und man begreift es nicht einmal, weil man ja vermeintlich der Vernunft gefolgt ist.

 

Wenn du dich auf die Vernunft berufst, musst du sagen "Lösung X ist zwar am plausibelsten, es könnte aber auch ganz anders gewesen sein, ich weiss es nicht"

 

Du hast dann Recht, wenn man sich nicht entscheiden muss. Dann kann man sagen, dass man eben keine Entscheidung treffen kann, weil die Informationen nicht ausreichen. Aber ich denke - und da werden mir die meisten Gläubigen vermutlich zustimmen, zumindest in dieser Hinsicht - dass man die Entscheidung, ob Jesus auferstanden ist oder nicht, nicht einfach in der Schwebe halten kann. Das würde nämlich bedeuten, dass man nicht an die Auferstehung glaubt. Wenn man daran glaubt, dann hat man sich natürlich schon entschieden.

 

Es gibt natürlich noch die Option des Fideismus: Ich kann es vernünftig nicht entscheiden, also muss ich daran glauben. Diese Option hat das Problem, dass die Entscheidung "Ich kann es vernünftig nicht entscheiden, also kann ich auch nicht daran glauben" mit der obigen gleichwertig ist.

 

Auch eine nicht plausible erscheinende Lösung kann die richtige sein, und ist es tatsächlich auch nicht selten.

 

Natürlich. Nur, woher will man das wissen? Wenn es nicht die richtige Lösung wäre, würde man es auch nicht als richtige Lösung betrachten, daher ist das ein NULL-Argument.

 

Es ist erstaunlich, wie oft man Argumenten dieser Art begegnet, und wie schwer es überhaupt ist, zu erklären, warum die falsch sind - jedenfalls so, dass es akzeptiert wird. Selbst die meisten wirklich intelligenten und verständigen Leute bringen ab und zu ein Argument dieser Art und verstehen nur schwer, warum das falsch ist. Nur Philosophen und Naturwissenschaftler scheinen auf Anhieb zu verstehen, warum das niemals ein Argument sein kann.

 

Letztlich ist es ein Argument aus Ignoranz (oder aus Unwissenheit). Man zieht die Parallele zu einem Fall, wo man die vorhandene Information hatte, und schließt dann von dort aus auf einen Fall, bei dem das Problem gerade darin besteht, dass man genau diese Information nicht hatte.

 

Also: Wenn man bereits weiß, dass eine Lösung falsch ist, dann weiß man das. Wenn es aber um die Frage geht, ob die Lösung für ein bestimmtes Problem richtig oder falsch ist, dann hilft einem die Information, dass man auch mal falsche Lösungen als richtig (oder umgekehrt) betrachtet, nicht weiter. Ein Statistiker kann vielleicht noch die Fehlerwahrscheinlichkeit abschätzen, wenn er genügend Datenmaterial hat (d. h., mit welcher Wahrscheinlichkeit man einen fehler erster oder zweiter Ordnung begangen hat), aber wir reden genau von einer Auferstehung ohne vergleichbare Fälle, da nützt einem eine Fehleranalyse nicht.

 

Wenn man jedoch immer wahrscheinlichste Lösung nimmt, dann wird man in jedem Fall häufiger Recht als Unrecht haben, deswegen braucht man gute Argumente, um unwahrscheinliche Lösungen zu bevorzugen - sehr gute sogar, und sie müssen umso besser sein, je unwahrscheinlicher die Lösung ist. Im Falle von Jesus könnte man sogar argumentieren, dass historische Untersuchungen einem niemals die verlässlichen Argumente liefern kann, die einen Glauben in die Auferstehung rechtfertigen können, weil die Güte der dafür notwendigen Argumente unsere Möglichkeiten bei weitem übersteigt.

 

D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

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.....

 

D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

 

Dass ein jüdische Wanderprediger namens Jesus von Nazreth auferstanden sein soll, das allerdings ist höchst unwahrscheinlich. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieser der Christus, der Sohn Gottes war, dann allerdings wäre das Gegenteil höchst unwahrscheinlich.

 

Gerade deshalb ist er Fisch als ein Zeugnis des Glaubens so bedeutungsvoll. Das Kreuz hingegen ist mehr als nur ein Zeugnis. Es ist unter anderem auch ein Lebensprogramm.

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.....

 

D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

 

Dass ein jüdische Wanderprediger namens Jesus von Nazreth auferstanden sein soll, das allerdings ist höchst unwahrscheinlich. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieser der Christus, der Sohn Gottes war, dann allerdings wäre das Gegenteil höchst unwahrscheinlich.

 

Gerade deshalb ist er Fisch als ein Zeugnis des Glaubens so bedeutungsvoll. Das Kreuz hingegen ist mehr als nur ein Zeugnis. Es ist unter anderem auch ein Lebensprogramm.

 

Ausnahmsweise bin ich Deiner Meinung!

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D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

 

Dass ein jüdische Wanderprediger namens Jesus von Nazreth auferstanden sein soll, das allerdings ist höchst unwahrscheinlich. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieser der Christus, der Sohn Gottes war, dann allerdings wäre das Gegenteil höchst unwahrscheinlich.

 

Warum eigentlich? Warum hätte Gott nicht wie ein gewöhnlicher Sterblicher unter uns leben können, um dann zu sterben wie wir auch - wenn es ihm darum ging, diese Erfahrung zu machen? Es gibt nämlich etwas, was ein unsterblicher Gott nicht wirklich nachempfinden kann: Es kann nicht wissen, wie es ist, sterblich zu sein, Angst vor etwas zu haben, sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein, Schmerzen zu haben etc. Was für uns alltäglich ist, müsste für Gott etwas ganz Ungewöhnliches sein.

 

Aber vermutlich erwartet man von einem Gott das auch für uns Außergewöhnliche, nicht wahr? Nur, warum sollte sich Gott gemäß unseren Erwartungen an ihn verhalten? Ist es nicht das, was mir immer vorgeworfen wird, wenn ich Gott anhand menschlicher Maßstäbe messe?

 

Aber Gott verhält sich immer nach menschlichen Maßstäben - es ist uns unmöglich, das zu vermeiden, weil wir keine anderen Maßstäbe als unsere haben. Ob ich also das Gewöhnliche oder das Außergewöhnliche erwarte, es sind immer meine (oder Deine oder ihre oder seine), also menschliche, Erwartungen. Und wenn es einen Gott gibt, wird er das wissen und berücksichtigen müssen.

 

Ich sehe also nicht, wieso die eine Erwartung besser sein sollte als die andere. In jedem Fall schreibt man Gott aufgrund seiner Erwartungen in gewisser Weise vor, nach welchen Regeln er sich zu verhalten habe.

 

Der andere Punkt, auf den das hinausläuft, ist der, dass ein Atheist, der nicht an den jeweiligen Gott glaubt, oder der Gläubige, der an einen anderen Gott glaubt (etwa Allah, den Gott, der nichts anderes sein kann als der eine Gott), stets vermuten muss, dass Jesus ein gewöhnlicher Mensch war, der nichts getan hat, was man nicht auch von einem Menschen erwarten könnte. Natürlich gibt es außergewöhnliche Menschen die Außergewöhnliches tun, zu dem andere Menschen nicht fähig sind, aber das alles spielt sich in einem gewissen Rahmen ab. Aber ein Atheist (oder Buddhist oder Muslim oder Hinduist etc.) wird nicht anders können, als Jesus in einem menschlichen Rahmen zu sehen, sonst wäre er kein Atheist, Buddhist oder Muslim etc.

 

Deswegen kommt man bei diesen Dingen auch immer wieder auf die Frage nach Gott zurück. Denn das sollte Dir einleuchten: Wenn es keinen Gott gibt, dann wird Jesus auch nicht von den Toten auferstanden sein. Aber man kann das nicht einfach umdrehen und sagen: Wenn es einen Gott gibt, dann wird Jesus von den Toten auferstanden sein - so herum funktioniert das nicht, sonst gäbe es beispielsweise keinen Islam.

 

Gerade deshalb ist er Fisch als ein Zeugnis des Glaubens so bedeutungsvoll. Das Kreuz hingegen ist mehr als nur ein Zeugnis. Es ist unter anderem auch ein Lebensprogramm.

 

Der Fisch allerdings ist ein heidnisches Symbol (das der pythagoräischen Zahlenmystik). Wobei das übrigens auch für das Kreuz gilt, das ist daher nicht unbedingt ein Einwand.

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D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

 

Dass ein jüdische Wanderprediger namens Jesus von Nazreth auferstanden sein soll, das allerdings ist höchst unwahrscheinlich. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieser der Christus, der Sohn Gottes war, dann allerdings wäre das Gegenteil höchst unwahrscheinlich.

 

Warum eigentlich? Warum hätte Gott nicht wie ein gewöhnlicher Sterblicher unter uns leben können, um dann zu sterben wie wir auch - wenn es ihm darum ging, diese Erfahrung zu machen? Es gibt nämlich etwas, was ein unsterblicher Gott nicht wirklich nachempfinden kann: Es kann nicht wissen, wie es ist, sterblich zu sein, Angst vor etwas zu haben, sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein, Schmerzen zu haben etc. Was für uns alltäglich ist, müsste für Gott etwas ganz Ungewöhnliches sein.

 

Aber vermutlich erwartet man von einem Gott das auch für uns Außergewöhnliche, nicht wahr? Nur, warum sollte sich Gott gemäß unseren Erwartungen an ihn verhalten? Ist es nicht das, was mir immer vorgeworfen wird, wenn ich Gott anhand menschlicher Maßstäbe messe?

 

Aber Gott verhält sich immer nach menschlichen Maßstäben - es ist uns unmöglich, das zu vermeiden, weil wir keine anderen Maßstäbe als unsere haben. Ob ich also das Gewöhnliche oder das Außergewöhnliche erwarte, es sind immer meine (oder Deine oder ihre oder seine), also menschliche, Erwartungen. Und wenn es einen Gott gibt, wird er das wissen und berücksichtigen müssen.

 

Ich sehe also nicht, wieso die eine Erwartung besser sein sollte als die andere. In jedem Fall schreibt man Gott aufgrund seiner Erwartungen in gewisser Weise vor, nach welchen Regeln er sich zu verhalten habe.

 

Der andere Punkt, auf den das hinausläuft, ist der, dass ein Atheist, der nicht an den jeweiligen Gott glaubt, oder der Gläubige, der an einen anderen Gott glaubt (etwa Allah, den Gott, der nichts anderes sein kann als der eine Gott), stets vermuten muss, dass Jesus ein gewöhnlicher Mensch war, der nichts getan hat, was man nicht auch von einem Menschen erwarten könnte. Natürlich gibt es außergewöhnliche Menschen die Außergewöhnliches tun, zu dem andere Menschen nicht fähig sind, aber das alles spielt sich in einem gewissen Rahmen ab. Aber ein Atheist (oder Buddhist oder Muslim oder Hinduist etc.) wird nicht anders können, als Jesus in einem menschlichen Rahmen zu sehen, sonst wäre er kein Atheist, Buddhist oder Muslim etc.

 

Deswegen kommt man bei diesen Dingen auch immer wieder auf die Frage nach Gott zurück. Denn das sollte Dir einleuchten: Wenn es keinen Gott gibt, dann wird Jesus auch nicht von den Toten auferstanden sein. Aber man kann das nicht einfach umdrehen und sagen: Wenn es einen Gott gibt, dann wird Jesus von den Toten auferstanden sein - so herum funktioniert das nicht, sonst gäbe es beispielsweise keinen Islam.

 

Gerade deshalb ist er Fisch als ein Zeugnis des Glaubens so bedeutungsvoll. Das Kreuz hingegen ist mehr als nur ein Zeugnis. Es ist unter anderem auch ein Lebensprogramm.

 

Der Fisch allerdings ist ein heidnisches Symbol (das der pythagoräischen Zahlenmystik). Wobei das übrigens auch für das Kreuz gilt, das ist daher nicht unbedingt ein Einwand.

 

 

 

Selbstverständlich kann man Deine Beweisführung nicht einfach umkehren. Was ich sagen wollte ist, ob etwas glaubwürdig ist oder nicht, das hängt meist sehr stark davon ab, aus welcher Sicht man die Dinge betrachtet, welche Prämissen man voraussetzt. Das ist der Fehler vieler Diskussionen, dass man sich um Details streitet, während man von den Grundlagen her meilenweit auseinander liegt.

 

Was ich hinter Deinen Ausführungen nicht sehe: Was heisst für Dich "Christus"? Ich glaube, für das Christentum ist dies ein ganz zentraler Begriff, obwohl es heute Theologen gibt, die ihn bewusst so weit als irgendwie möglich meiden.

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Nur beim letzten Abschnitt muss ich widersprechen:

 

Die Vernunft gebietet keineswegs, die plausibelste Lösung zu akzeptieren.

Die Vernunft gebietet, überhaupt keine Lösung zu akzeptieren, die nicht beweisbar ist.

Immer die plausibelste unter den unbewiesenen Lösungen zu akzeptieren führt einen in Windeseile auf den Holzweg, und man begreift es nicht einmal, weil man ja vermeintlich der Vernunft gefolgt ist.

 

Wenn du dich auf die Vernunft berufst, musst du sagen "Lösung X ist zwar am plausibelsten, es könnte aber auch ganz anders gewesen sein, ich weiss es nicht"

 

Du hast dann Recht, wenn man sich nicht entscheiden muss. Dann kann man sagen, dass man eben keine Entscheidung treffen kann, weil die Informationen nicht ausreichen. Aber ich denke - und da werden mir die meisten Gläubigen vermutlich zustimmen, zumindest in dieser Hinsicht - dass man die Entscheidung, ob Jesus auferstanden ist oder nicht, nicht einfach in der Schwebe halten kann. Das würde nämlich bedeuten, dass man nicht an die Auferstehung glaubt. Wenn man daran glaubt, dann hat man sich natürlich schon entschieden.

 

Es gibt natürlich noch die Option des Fideismus: Ich kann es vernünftig nicht entscheiden, also muss ich daran glauben. Diese Option hat das Problem, dass die Entscheidung "Ich kann es vernünftig nicht entscheiden, also kann ich auch nicht daran glauben" mit der obigen gleichwertig ist.

 

Auch eine nicht plausible erscheinende Lösung kann die richtige sein, und ist es tatsächlich auch nicht selten.

 

Natürlich. Nur, woher will man das wissen? Wenn es nicht die richtige Lösung wäre, würde man es auch nicht als richtige Lösung betrachten, daher ist das ein NULL-Argument.

 

Du verstehst nicht was ich meine.

Wenn man tatsächlich die Vernunft als einziges gelten lässt, muss man die Sache offenlassen. Die Aussage "das Wahrscheinlichste ist automatisch das Wahre" ist sehr unvernünftig.

 

Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.

 

Werner

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.....

 

D. h., die besten menschenmöglichen Argumente kommen gegen die Unwahrscheinlichkeit des Falls nicht an. Ich würde allerdings so nicht argumentieren, jedenfalls nicht prinzipiell.

 

Dass ein jüdische Wanderprediger namens Jesus von Nazreth auferstanden sein soll, das allerdings ist höchst unwahrscheinlich. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieser der Christus, der Sohn Gottes war, dann allerdings wäre das Gegenteil höchst unwahrscheinlich.

 

Warum eigentlich? Warum hätte Gott nicht wie ein gewöhnlicher Sterblicher unter uns leben können, um dann zu sterben wie wir auch - wenn es ihm darum ging, diese Erfahrung zu machen? Es gibt nämlich etwas, was ein unsterblicher Gott nicht wirklich nachempfinden kann: Es kann nicht wissen, wie es ist, sterblich zu sein, Angst vor etwas zu haben, sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein, Schmerzen zu haben etc. Was für uns alltäglich ist, müsste für Gott etwas ganz Ungewöhnliches sein.

 

Aber vermutlich erwartet man von einem Gott das auch für uns Außergewöhnliche, nicht wahr? Nur, warum sollte sich Gott gemäß unseren Erwartungen an ihn verhalten? Ist es nicht das, was mir immer vorgeworfen wird, wenn ich Gott anhand menschlicher Maßstäbe messe?

 

Aber Gott verhält sich immer nach menschlichen Maßstäben - es ist uns unmöglich, das zu vermeiden, weil wir keine anderen Maßstäbe als unsere haben. Ob ich also das Gewöhnliche oder das Außergewöhnliche erwarte, es sind immer meine (oder Deine oder ihre oder seine), also menschliche, Erwartungen. Und wenn es einen Gott gibt, wird er das wissen und berücksichtigen müssen.

 

Ich sehe also nicht, wieso die eine Erwartung besser sein sollte als die andere. In jedem Fall schreibt man Gott aufgrund seiner Erwartungen in gewisser Weise vor, nach welchen Regeln er sich zu verhalten habe.

 

Der andere Punkt, auf den das hinausläuft, ist der, dass ein Atheist, der nicht an den jeweiligen Gott glaubt, oder der Gläubige, der an einen anderen Gott glaubt (etwa Allah, den Gott, der nichts anderes sein kann als der eine Gott), stets vermuten muss, dass Jesus ein gewöhnlicher Mensch war, der nichts getan hat, was man nicht auch von einem Menschen erwarten könnte. Natürlich gibt es außergewöhnliche Menschen die Außergewöhnliches tun, zu dem andere Menschen nicht fähig sind, aber das alles spielt sich in einem gewissen Rahmen ab. Aber ein Atheist (oder Buddhist oder Muslim oder Hinduist etc.) wird nicht anders können, als Jesus in einem menschlichen Rahmen zu sehen, sonst wäre er kein Atheist, Buddhist oder Muslim etc.

 

Deswegen kommt man bei diesen Dingen auch immer wieder auf die Frage nach Gott zurück. Denn das sollte Dir einleuchten: Wenn es keinen Gott gibt, dann wird Jesus auch nicht von den Toten auferstanden sein. Aber man kann das nicht einfach umdrehen und sagen: Wenn es einen Gott gibt, dann wird Jesus von den Toten auferstanden sein - so herum funktioniert das nicht, sonst gäbe es beispielsweise keinen Islam.

 

Gerade deshalb ist er Fisch als ein Zeugnis des Glaubens so bedeutungsvoll. Das Kreuz hingegen ist mehr als nur ein Zeugnis. Es ist unter anderem auch ein Lebensprogramm.

 

Der Fisch allerdings ist ein heidnisches Symbol (das der pythagoräischen Zahlenmystik). Wobei das übrigens auch für das Kreuz gilt, das ist daher nicht unbedingt ein Einwand.

 

Das "Kreuz" in "T" oder "+" Form ist eigentlich entlehnt vom babylonischen Symbol für den Gott "Tamuz". Was war der Grund warum unsere Kirchenväter das Kreuz als Symbol für Christus und die neue Religion wählten? Wollten sie damit zum Ausdruck bringen: "Was dieser heidnische Tamuz kann ( nämlich von den Toten auferstehen ), kann unser Christus auch!" ? <_<

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Du verstehst nicht was ich meine.

Wenn man tatsächlich die Vernunft als einziges gelten lässt, muss man die Sache offenlassen. Die Aussage "das Wahrscheinlichste ist automatisch das Wahre" ist sehr unvernünftig.

 

Ich habe nicht behauptet "das Wahrscheinlichste ist automatisch das Wahre". Was ich gesagt habe ist, dass man das Wahrscheinliche bis zum Beweis des Gegenteils für das Wahre halten muss. Ob es auch wirklich "absolut wahr" ist können wir nicht entscheiden, und daher kann das für uns auch keine Rolle spielen.

 

Ich denke, dass vieles von der Verwirrung und den Missverständnissen entsteht, weil die meisten Leute dazu neigen - unbewusst - den veralteten, falschen und vor-Humeschen und vor-Kantischen Rationalismus auf meine Aussagen anwenden. Ich bin aber ein Rationalist des 20. Jahrhunderts, der Zeit nach Hume, Kant und vor allem Popper.

 

Eine Analogie: Wenn man die meisten Menschen - auch etwa Studenten, die gerade anfangen, Physik zu studieren - danach fragt, wie sich Objekte unter bestimmten Umständen verhalten, dann wird man feststellen, dass diese zumeist eine intuitive Physik benutzen, eine "Physik des Alltags", die im Alltag hinreichend genau funktioniert. Diese Physik - übrigens die Physik des Mittelalters - ist allerdings völlig falsch. Intuitiv nehmen z. B. die meisten Leute an, dass die Fallgeschwindigkeit vom Gewicht eines Objekts abhängt, Galileo Galilei hat die moderne Physik damit eingeleitet, dass er bewiesen hat, dass diese intuitive Annahme falsch ist - die Fallgeschwindigkeit ist gänzlich unabhängig vom Gewicht des Objekts. Sie ist natürlich abhängig von der äußeren Beschaffenheit des Objekts, ein Blatt Papier fällt langsamer als ein Bleistift. Und das führt zur Intuition, dass leichte Objekte langsamer fallen. Aber der Schluss, dass dies mit dem Gewicht des Objekts zusammenhängt, ist natürlich falsch.

 

Ebenso werden viele meiner Äußerungen missverstanden, wenn man sie im Licht des alten (und falschen) Rationalismus interpretiert. Der alte Rationalismus geht von Folgendem aus:

  • Es gibt eine absolute Wahrheit.
  • Wir können wissen, was absolut wahr ist.

Der moderne, empirische Rationalismus, also die Synthese aus Empirismus und Rationalismus, geht hingegen von Folgendem aus:

  • Es gibt eine absolute Wahrheit.
  • Wir können nicht wissen, was absolut wahr ist.

Um es mit Gerhard Vollmer zu sagen - es gibt eine absolute Wahrheit, und vielleicht haben wir an einigen (wenigen) Stellen sogar absolut wahres Wissen, aber weder können wir sagen, was von unserem Wissen absolut wahr ist, noch könnten wir von irgendeinem Wissen beweisen, dass es absolut wahr ist.

 

Es war David Hume, der den Glauben an die Möglichkeit, die absolute Wahrheit zu wissen oder sie zu "besitzen", gründlich zertrümmert hat. Das hat er so gründlich gemacht, dass der Rationalist David Hume, wie Bertrand Russel bedauernd gesagt hat, für den Aufstieg des Irrationalismus in der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts verantwortlich war. Es war Raimund Popper, der einen Ausweg aus dieser Misere gefunden hat. Und vielleicht begehe ich den Fehler, meine Äußerungen stets im Licht von Popper zu schreiben, und nicht zu bedenken, dass viele Menschen intuitiv das im Licht des Rationalismus aus der Zeit vor David Hume interpretieren.

 

Das wir kein absolutes Wissen besitzen können, kann man mit den Mitteln des alten Rationalismus beweisen - vor allem mit dem Münchhausentrilemma, dass wie fast alles im Rationalismus schon den alten Griechen bekannt war.

 

Was Popper nun bewiesen hat, war Folgendes: Wenn wir zwei Theorien haben, A und B, dann können wir unmöglich wissen, ob eine davon absolut wahr ist. Was wir aber beweisen können ist, welche der beiden Theorien der absoluten Wahrheit näher kommt. Wir können nicht bestimmen, wie weit die Theorien von der absoluten Wahrheit entfernt sind - für keine der beiden Theorien. Wir können nur sagen, dass Theorie A oder B der Wahrheit näher kommen als die jeweils andere Theorie. Wir können uns gleichfalls an die absolute Wahrheit "heranschleichen", ohne sie je zu erreichen - und selbst wenn wir sie erreichen sollten, was unwahrscheinlich ist, dann werden wir diesen Umstand weder bemerken noch beweisen können. "Das Wahre" existiert für uns nicht.

 

Mehr noch, genau genommen können wir oft sogar nur sagen, welche der beiden Theorien, A oder B, wahrscheinlich näher an der Wahrheit liegt. Und vernünftig ist es, sich für diese Theorie zu entscheiden, für die, die wahrscheinlich näher an der Wahrheit liegt als die andere. Wir haben keine absoluten Wahrheitskriterien, sondern nur relative, und selbst diese Kriterien sind nicht absolut, sondern nur relativ besser als alternative Kriterien.

 

In diesem Sinne ist die Behauptung, dass Wahrscheinlichere sei automatisch das Wahre, natürlich völlig falsch. Dass Wahrscheinlichere liegt nur wahrscheinlich näher an der Wahrheit, und vernünftig ist es, dieses Wahrscheinlichere vorläufig zu akzeptieren, so lange bis man neue Gründe, Argumente, Beweise oder Evidenzen findet, die gegen diese Annahme sprechen.

 

Damit kein Irrtum aufkommt: Dieses Verfahren, sich der Wahrheit anzunähern, funktioniert zum Teil mit einer Präzision, die alles menschlich Vorstellbare an Präzision übertrifft. Man kann damit die Ladung eines Elektrons bis auf 39 Stellen nach dem Komma genau bestimmen, eine Präzision, die damit vergleichbar ist, dass man einen Faden von der Erde in Richtung Mars schießt, und dieser sich auf dem Mars genau in ein Nadelöhr einfädelt. Erde und Mars bewegen sich dabei natürlich. Trotzdem wissen wir die Ladung eines Elektrons nicht "absolut genau" und werden sie vermutlich nie genau wissen. Vermutlich.

 

Es ergibt überhaupt keinen Sinn, irgendeine Aussage an irgendeiner absoluten Wahrheit zu messen. Vernunft besteht "nur" darin, sich für die wahrscheinlicher der Wahrheit näher kommende Aussage zu entscheiden - mehr nicht. Das Gegenteil davon, sich für die unwahrscheinlichere Aussage zu entscheiden, oder daran zu glauben, das ist unvernünftig, also das genaue Gegenteil.

 

Wenn also jemand sagt: "Ich glaube, die Wahrheit sieht so und so aus, auch wenn ich keine Gründe, Argumente, Beweise oder Evidenzen dafür habe", dann ist das immer unvernünftig - und daran ändert sich nichts, wenn derjenige zufällig Recht haben sollte (und es müsste schon ein extrem großer Zufall sein). Denn er kann ja nicht wissen, ob es stimmt, was er sagt, es ist ein Schuss ins Blaue - vergleichbar damit, einen Faden von der Erde zu schießen, um ihn in ein Nadelöhr auf dem Mars einzufädeln, wenn man nicht einmal ungefähr weiß, wo der Mars steht, sondern in irgendeine beliebige Richtung schießt.

 

Wer mir also irgendwelche Absolutheiten unterstellt, ist immer auf dem Holzweg - garantiert. Sie oder er interpretiert dann das Wort Wissen oder Wahrheit, so wie ich es benutze, falsch. Und das führt zu viel Konfusion.

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