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Was glaubt ein Atheist?


pedrino
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Jemand, der nichts glaubt, muß noch geboren werden.

 

(Ich bitte, diesen Satz mit dem gehörigen Verständnis zu lesen. Komme mir also bitte niemand mit dem Hinweis, daß beispielsweise Neugeborene nichts glauben)

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Ein Neugeborenes glaubt schon mal "hardwaremäßig" an den Sinn des Schreiens und an die Lustbarkeit der Mutterbrust.

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Das ist aber doch so, oder?

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Ich nutze diesen Thread mal um eine Fragestellung einzubringen:

 

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Gibt es für Atheisten / Agnostiker Unglaubenszweifel und welchen Zweck mögen diese haben?

 

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Grund für diese Fragestellung war mein eigenes Erstaunen darüber, dass ich mich in diesem Forum immer sehr über gute Antworten der christlichen Fraktion freue. (Mehr noch als über gute Einwürfe Fraktion der AA's.)

 

Ich habe dahinter Unglaubenszweifel vermutet, die mir doch arg zuwiederlaufen würden.

 

Liebe Grüße

Heidi

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Ich dachte der Agnostiker glaubt an nichts. Der Atheist "glaubt" dass es Gott nicht gibt. Auch eine Art Religion.

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>> Ich dachte der Agnostiker glaubt an nichts. << (David)

 

Der Agnostiker glaubt, daß die Frage, ob es Gott gibt oder nicht gibt, nicht beantwortet werden kann.

 

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Jeder glaubt irgendwas. Es bleibt einem ja auch nichts anderes übrig.

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eigentlich sind Agnostiker ja Menschen, die nicht ERKENNEN. Müßten Agnostiker also nicht gerade um so mehr glauben?

 

Axel

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Hi zusammen,

 

ein Atheist/Agnostiker kann doch ausschließlich nur an sich selbst glauben - woran sonst denn noch - oder?

 

Gruß

Erich

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Zitat von Axel am 18:48 - 23.April.2001

eigentlich sind Agnostiker ja Menschen, die nicht ERKENNEN. Müßten Agnostiker also nicht gerade um so mehr glauben?

 

Axel


 

Müßten sie. Aber da sie das nicht erkennen, tun sie's nicht.

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Zitat von Erich am 18:57 - 23.April.2001

Hi zusammen,

 

ein Atheist/Agnostiker kann doch ausschließlich nur an sich selbst glauben - woran sonst denn noch - oder?

 

Gruß

Erich


 

Zum Beispiel an die Wettervorhersage.

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Zitat von David am 17:58 - 23.April.2001

Ich dachte der Agnostiker glaubt an nichts. Der Atheist "glaubt" dass es Gott nicht gibt. Auch eine Art Religion.


 

Lieber David,

 

dies ist eine Unterstellung. Für den Atheisten existiert das Wort Glauben als Verb. Aber er glaubt nicht, dass es Gott nicht gibt, sondern er glaubt z. B., dass es morgen schön wird, weil der Wetterbericht eine entsprechende Voraussage gemacht hat.

 

Gruß Pedrino

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Ich glaub, dass morgen früh die Sonne aufgeht.

 

Natürlich nur dann, wenn's nicht regnet. oder neblig ist. oder schneit. oder schlicht und einfach nur bewölkt ist.

 

Jaja. Glauben hat was.

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Ist bei dem "Glauben" bzw. "nicht- Glauben" eines Atheisten eigentlich explizit der christliche Gott gemeint oder bezieht sich das auf alles was so an Göttern/ Göttinnen kreucht und fleucht??

 

LittleBat

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Zitat von LittleBat am 21:59 - 23.April.2001

Ist bei dem "Glauben" bzw. "nicht- Glauben" eines Atheisten eigentlich explizit der christliche Gott gemeint oder bezieht sich das auf alles was so an Göttern/ Göttinnen kreucht und fleucht??

LittleBat

 

Liebe LittleBat,

 

einmal ganz nüchtern, sachlich und ohne Polemik:

 

Weder, noch.

 

Die Definition "Glaube" im religiösen Sinne ist im Wortschatz eines Atheisten nicht enthalten.

 

Gruß Pedrino

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Hallo, fledriges Mäuschen,

 

wenn's kreucht und fleucht, ist's schon verdächtig. Richtige GötterInnen kreuchen und fleuchen doch nicht!

 

Leider können wir A&As (ich tu jetzt mal so, als ob ich für alle spräche, was aber ziemlich sicher nicht der Fall sein dürfte) unseren Nicht-Glauben nur negativ formulieren: wir sagen immer, an was wir nicht glauben. Fragt man uns, an was wir DENN glauben, dann können wir nicht einmal sagen, dass wir an DAS NICHTS glauben. Das wäre falsch, denn wir glauben nicht an das Nichts, sonder wir glauben auch nicht an das Nichts. Wir glauben einfach nicht. Weder an nichts noch an irgend etwas.

 

Wir weigern uns einfach, irgendwelche unbelegbaren Vermutungen anzustellen. Ich zumindest (einige andere hier aber auch) maße mir aber auch an, die unbelegbaren Vermutungen anderer Menschen als das zu bezeichnen, was sie sind: eben unbelegbare Vermutungen, egal als wie tief empfundener Glaube sie sich auch verkleidet haben.

 

Verständlich?

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Danke Ute, danke Pedrino!!

 

Hat mir dann doch weiter geholfen, da ich Atheismus immer damit in Verbindung brachte explizit den christlichen Gott (in der Form, wie die Kirche ihn darstellt)abzustreiten, nicht aber die evtl. Existenz eines wie auch immer gearteten Geistes (was neutraleres fällt mir um die Uhrzeit nicht mehr ein)...  Da hätte ich mich auch noch evtl. reinstecken können! ;-) Aber nun bin ich sicher ich bin weder ein Christ noch ein A&A (obwohl mir die sicher sehr sympathisch gewesen wären ;-))

 

Danke für die Hilfe...

 

Mit grinsenden Grüssen LittleBat

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Lieber Pedrino & Co.

 

>> Die Definition "Glaube" im religiösen Sinne ist im Wortschatz eines Atheisten nicht enthalten.<<

 

Euch A&A fehlt noch mehr als nur der Glaube. Ihr unterliegt auch noch einer gewaltigen  Einschränkungen der Gedankenfreiheit. Auch Eure Welterklärung ist ist von einer wahnsinnigen Schlichtheit. Ihr behauptet zwar alles zu begreifen - denn es gibt ja keine Wunder – aber schau auf Eure Welt – lohnt es sich sie zu begreifen?? Nix als Elend und Tod ist zu sehen – keine Hoffnung, daß sich das je ändern wird.

 

Also die Welt der A&A ist gegenüber die der Christen wesentlich kleiner und armseliger und beengter, da der ganze Komplex „Transzendenz“ fehlt, an den die A&A ja keinerlei Gedanken verschwenden dürfen. Sie tun es zwar immer wieder – trauen sich aber nicht das zuzugeben. Als Alibi geben sie dann an, daß sie die Welt vor transzendenten Gedanken retten wollen und sich deshalb damit beschäftigen müssen. Selbstbetrug pur, kann ich dazu nur sagen.

 

Der christliche Glauben engt also den Geist nicht mit solcher Entschiedenheit ein, wie das der Atheismus tut.

 

Selbst wenn ich an Gott glaube, muss ich nicht ständig an ihn denken. Glaube ich hingegen nicht an Gott, darf ich keinen Gedanken an ihn verschwenden. Im ersten Fall ist der Weg frei, und ich kann gehen, soweit ich eben mag; im zweiten Fall ist der Weg blockiert.

 

Alles Gute

Erich

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Lieber Erich,

 

nicht unbedingt der christliche Glaube engt deinen Geist ein, nein, das besorgst du höchstselbst.

 

Deine Vorstellung atheisitscher Gedankengänge ist eher putzig. :-)

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>> Der christliche Glauben engt also den Geist nicht mit solcher Entschiedenheit ein, wie das der Atheismus tut.  << (Erich)

 

 

Richtig, Erich,

 

der christliche Glaube schafft gewaltige geistige Freiräume. Was der christliche Geist zu denken und nicht zu denken hat, schreibt ihm nämlich die christliche Lehre vor, mit der Folge, daß der christliche Geist manche Dinge weder denken noch glauben darf.

 

Die Einengung des christlichen Geistes wird bisweilen erschreckend deutlich bei der besonders unkritischen Übernahme fixer Ideen. So spukt beispielsweise die Idee, daß Gott die Menschen unheimlich liebt, in den meisten christlichen Köpfen.

 

>> Gott liebt jeden Menschen, und will für jeden das Beste. << (Olli)

>> Gottes Liebe ist nicht fiktiv, sondern real erfahrbar. << (Olli)

 

Der christliche Glaube engt den Geist dergestalt ein, daß ein Christ die Liebe Gottes allenthalben erfährt und bestätigt findet, sei es durch Kriege, Seuchen, Erdbeben, Hungersnöte, Katastrophen aller Art oder durch schwere Krankheiten. All dies sind für den Christen sichtbare Beweise, daß Gott jeden Menschen liebt und für jeden das Beste will. Alle erfahren Gottes unendliche Liebe ganz real. Nur die Atheisten wissen dies aufgrund ihrer geistigen Einengung nicht richtig zu würdigen. Manche von ihnen meinen deshalb, daß der christliche Gott die Menschen so unheimlich liebt, daß es einem schon unheimlich werden kann.

 

>> Also die Welt der A&A ist gegenüber die der Christen wesentlich kleiner und armseliger und beengter, da der ganze Komplex „Transzendenz“ fehlt, an den die A&A ja keinerlei Gedanken verschwenden dürfen. << (Erich)

 

Völlig abwegig! Auch die Atheisten bewegen sich in transzendenten Gefilden. Sie nennen das dann nur nicht Glaube, sondern Märchen, Science Fiction, Phantasy, Esoterik oder Aberglaube.

 

Gruß

Cano

 

                                              catmilk.gif

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Lieber cano,

 

übrigens lese ich auch gerne Fantasy (nicht alles, da gibts auch viel Müll), das nur am Rande...

 

">> Gott liebt jeden Menschen, und will für jeden das Beste. << (Olli)

>> Gottes Liebe ist nicht fiktiv, sondern real erfahrbar. << (Olli) "

 

Ja, da bleibe ich dabei.

 

"Der christliche Glaube engt den Geist dergestalt ein, daß ein Christ die Liebe Gottes allenthalben erfährt und bestätigt findet, sei es durch Kriege, Seuchen, Erdbeben, Hungersnöte, Katastrophen aller Art oder durch schwere Krankheiten. " (cano)

 

Entschuldigung, wo habe ich denn in diesem Kontext etwas von diesen Dingen erzählt? Jetzt nimmst Du meine Sätze und setzt sie in den Kontext, der Dir paßt.

 

"All dies sind für den Christen sichtbare Beweise, daß Gott jeden Menschen liebt und für jeden das Beste will. Alle erfahren Gottes unendliche Liebe ganz real."(cano)

 

Sag mal cano, Dein Leben war also nur geprägt von Seuchen, Kriegen, Hungersnöten, Katastrophen aller Art und schwere Krankheiten? Das glaube ich nicht.

(Jetzt wende ich mal das gleiche an wie Du eben.) hehe

 

Auch Du hast gutes in Deinem Leben erlebt, da bin ich mir ziemlich sicher.

 

" Nur die Atheisten wissen dies aufgrund ihrer geistigen Einengung nicht richtig zu würdigen. Manche von ihnen meinen deshalb, daß der christliche Gott die Menschen so unheimlich liebt, daß es einem schon unheimlich werden kann. " (cano)

 

Erzähl doch mal, was Du gutes in Deinem Leben erlebt hast.

 

Vielleicht sollten wir auch mal überlegen, was wir Menschen dazu beitragen könnten, Kriege, Hungersnöte usw. zu vermeiden.

 

viele Grüße

 

Olli

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>Erzähl doch mal, was Du gutes in Deinem Leben erlebt hast<

 

Offensichtlich ist Cano in der Lage, die "Liebe Gottes" nicht nur vom eigenen Wohlergehen abzuleiten.

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Lieber Olli,

 

nachdem ich mit Erschrecken festgestellt habe, daß ich Fantasy falsch geschrieben habe, zum Inhalt Deines Postings:

 

In der Tat hast Du im Zusammenhang mit der unendlichen Liebe Gottes nichts von der Not und dem Elend auf dieser Welt geschrieben. Diesist jedoch die andere Seite der Medaille, wenn über die unendliche Liebe Gottes spekuliert wird.

 

Von all den Schrecklichkeiten, die ich aufgezählt habe, blieb mein Leben bislang verschont. Lag es daran, daß ich so gottgläubig bin? Ist es darauf zurückzuführen, daß Gott mich ganz besonders liebt?

 

Mir ging es lediglich darum, die übergroße Fragwürdigkeit Deiner Behauptungen zu veranschaulichen. Es kann geschehen, was will, immer steckt bei den Christen ein alle Menschen liebender Gott dahinter, der nur das Beste will. Und wenn wir es partout nicht als das Beste erkennen können, dann war es trotzdem das Beste, da Gottes Ratschluß unerforschlich ist. ER wird auf jeden Fall wissen, warum es das Beste war.

 

Herzliche Grüße

Cano

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Auszug aus:  Joachim Kahl: "Es gibt keinen Gott"

 

Ganz nachzulesen in "Denkt mal drüber nach" S.7: http://www.kath.de/cgi-bin/ikonboard/topic...61&start=60

 

Die zwei Säulen des Atheismus

 

Der hier entwickelte undogmatische Atheismus beanstprucht, den Gottesglauben von innen heraus aufzulösen, ihn an seinen inneren Widersprüchen und Ungereimtheiten scheitern zu lassen. Damit wird die religionskritische Schlüsselaufgabe bewältigt, weil im Gottesbegriff alle weiteren Glaubensinhalte letztlich verankert sind.

 

Die beiden Säulen des Atheismus lauten:

 

1. Es gibt keinen Gott, der die Welt erschaffen hat. Die Welt ist keine Schöpfung, sondern unerschaffen unerschaffbar, unzerstörbar, kurz: ewig und unendlich. Sie entwickelt sich unaufhörlich gemäß den ihr innewohnenen Gesetzmäßigkeiten, in denen sich Notwendiges und Zufälliges verschränken.

 

2. Es gibt keinen göttlichen Erlöser. Die Welt ist unerlöst und unerlösbar, voller Webfehler und struktureller Unstimmigkeiten, die aus der Bewußtlosigkeit ihrer Gesetzmäßigkeiten herrühren.

 

Für eine atheistische Weltweisheit und Lebenskunst ergibt sich aus diesen Einsichten die Schlußfolgerung: Der Mensch ist nicht das Ebenbild einer überweltlichen und übernatürlichen Gottheit, sondern ein vorbildloses Geschöpf der Natur, all ihren Gesetzen unterworfen. In einer Welt, die nicht für ihn gemacht wurde, muß er sich seinen Weg selbst Bahnen und lernen, allem verderblichen Allmachts- und Unsterblichkeitswahn zu entsagen. Atheismus ist der Abschied von jeglicher Heilslehre und Heilshoffnung, freilich auch von jeglicher Unheilslehre und Untergangsprophetie, mögen sie sich auf ein illusionäres Jenseits oder auf das Diesseits beziehen. Menschliches Leben heißt: sich für eine kurze Zeitspanne erträglich einrichten auf einem Staubkorn im Weltall - mit Würde und Anstand und Humor. Vielleicht gelingt es doch noch den Erdball bewohnbar zu gestalten!? Die gesellschaftlichen Verhältnisse lassen sich jedenfalls schrittweise verbessern. Universale Gerechtigkeit und die Versöhnung von Mensch und Natur bleiben allerdings unerreichbar. Himmel und Hölle, Paradies und Verdammnis sind religiöse Trugbilder, keine atheistischen Leitideen.

 

Die beiden Säulen des Atheismus haben den gleichen theoretischen Rang, sie charakterisieren zwei unterschiedliche Argumentationsfiguren, die eine metaphysische und eine empirische Widerlegung des Gottesglaubens liefern.

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