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Baptisten


Touch-me-Flo

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Da es mich sehr interessiert was Baptisten glauben und ich über sie noch nichts weiß eröffne ich nun diesen Thread.

 

Wie ist die Baptistische Kirche/Religion organisiert?

 

Was unterscheidet euch von Katholiken?

 

Gruß Flo

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Long John Silver
Da es mich sehr interessiert was Baptisten glauben und ich über sie noch nichts weiß eröffne ich nun diesen Thread.

 

Wie ist die Baptistische Kirche/Religion organisiert?

 

Gruß Flo

 

Okay. Das ist eine gute Eingangsfrage. Mal vorausgeschickt: ich spreche von den Baptisten in den Staaten, da kenne ich mich am besten aus.

 

Baptisten sind freikirchliche Gemeinden, die im Grunde gar nicht organisiert sind oder sein müssen, die sich aber aus vor allem finanziellen Gründen und praktischen Erwägungen zumeist in verschiedensten Zusammenschlüssen organisieren, auf lokaler und nationaler Ebene. Jede Gemeinde ist autonom in der Ausrichtung ihrer Spiritualität und ihres Gemeindelebens, so lange sie nicht den Boden der baptistischen Regeln verlässt: keine Kindertaufe, keine Sakramente. Priestertum aller Gläubigen. Das sola scriptura prinzip. Trennung von Staat und Kirche, Gewissens- und Religonsfreiheit, Autonomie jeder Gemeinde.

 

Das sind die Grundlagen. Es resultiert daraus das für außenstehende oft verwirrendende Bild, dass die Gemeinden sich selbst als Church bezeichnen. Es gibt verschiedene theologische Ansätze aus der Ursprungszeit des baptischen Glaubens, die aber für Außenstehende relativ uninteressiert sind, und daraus resultierend gibt es verschiedene Denominationen. Ich gehöre den Southern baptists an, das Wort recovered davor zeigt auf ein theologischen Grundansatz aus der Entstehungsgeschichte, der Name an sich bedeutet, dass sich diese Baptisten damals bei der Einwanderung in Amerika im Süden niedergelassen haben und diese Denomination danach benannt haben. Im Süden der Staaten, wo ich zuhause bin, sind über 50% aller Christen Baptisten.

 

Das wären die basics. :huh:

 

Hoffentlich hab ich nicht mehr Verwirrung gestiftet als Klarheit ...

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Franciscus non papa

am kennzeichnendsten scheint mir die ablehnung der kindertaufe zu sein.

 

worauf begründet sich das?

 

des weiteren scheint mir ein widerspruch vorzuliegen, wenn es heisst: "keine sakramente" aber dann doch getauft wird, was ist denn dann die taufe?

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Long John Silver
am kennzeichnendsten scheint mir die ablehnung der kindertaufe zu sein.

 

worauf begründet sich das?

 

des weiteren scheint mir ein widerspruch vorzuliegen, wenn es heisst: "keine sakramente" aber dann doch getauft wird, was ist denn dann die taufe?

 

Über die Begründung müsste ich weiter ausholen - aber nachher findet bei uns eine Grillparty statt :huh: - ich komm drauf zurück.

 

Die Taufe ist kein Sakrament und hat keinen Heilscharakter. Das ist m.E. der weitaus gravierendste Unterschied zwischen uns und der katholischen/evangelischen Kirche - mehr als die Tatsache der Erwachsenentaufe. Die Taufe ist das persönliche öffentliche Bekenntnis, dass man sein Leben auf Jesus Christus ausrichtet; meist ist es auch gleichzeitig die Aufnahme in die Gemeinschaft. Wer bei den Baptisten aufgenommen werden will und als Kind getauft wird, muss noch einmal taufen lassen, weil u.E. ein Mensch von sich aus den Wunsch äußern muss, Jesus nachzufolgen.

 

Dies war damals auch der Grund der bitteren Verfolgung der sogenanntenn "Wiedertäufer" in Europa.

 

Ganz wichtig ist aber, dass niemand vom aktiven Gemeindeleben ausgeschlossen ist, der nicht getauft ist - er ist bloß bei gewissen Gemeindeentscheidungen nicht stimmberechtigt. In meiner Gemeinde (in den Staaten) sind auch Katholiken, Methodisten, Anglikaner, Lutheraner zu finden ...

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Long John Silver

Hier ist was zum Taufverständnis:

 

1.

Nach unserem Verständnis des Neuen Testamentes gilt die Aufforderung zur Taufe den Menschen, die durch Gottes Geist zur Umkehr gerufen wurden und in eigenverantwortlicher Entscheidung ihr Leben der Herrschaft Jesu Christi unterstellen. Die Taufe setzt den persönlichen Glauben an den Sohn Gottes, den Retter und Herrn der Welt voraus; der Glaube gehört konstitutiv zur Taufe (Mt 28,19f.; Mk 16,16; Apg 2,37f.; 8,36f.; 22,16; Röm 6,3ft).

 

(Diese Entscheidung können nach unserer Aiuffassung nur mündige Menschen für sich selbst treffen. Deshalb findet die Taufe erst ab einem Alter statt, in dem solche Entscheidungen gültig getroffen werden können)

 

2.

Das Neue Testament spricht von der Taufe aufgrund der persönlichen Glaubensentscheidung zum einen im Zusammenhang mit der Einladung zur Umkehr, zum anderen auch in Verbindung seines Zeugnisses vom Wesen der Gemeinde, ihrer Seelsorge und ihrem Leben. Es kennt kein individualistisches Taufverständnis. So betrifft die Taufe nicht nur den einzelnen glaubenden Menschen, sondern immer auch die Gemeinde, in die hinein er getauft wird. Deswegen bekräftigen wir, daß als Zeichen der Eingliederung in den Leib Christi die Taufe zugleich die Aufnahme in die sichtbare Nachfolgegemeinschaft der Ortsgemeinde darstellt. "Mit der Taufe läßt sich der glaubende Mensch als Glied am Leib Christi zugleich in die Gemeinschaft einer Ortsgemeinde eingliedern" (Rechenschaft vom Glauben 2.1.3). Die Taufe ist Teil des Bandes, durch das die einzelnen Glieder zu einer Gemeinde verbunden werden (Eph 4,5). Wir achten es nicht gering, daß Gott uns mit der Taufe ein Zeichen ("Bundeszeichen") gegeben hat, das einen geistlichen Vorgang äußerlich sichtbar abbildet; dem wollen wir mit unserer Tauf- und Aufnahrnepraxis entsprechen.

 

3.

Wir begegnen den Christen anderer Kirchen mit Liebe und geistlichem Respekt, weil sie wie wir durch Gottes Gnade Glieder am universalen Leib Jesu Christi sind. Das begründet unsere Gemeinschaft untereinander und drückt sich auch darin aus, daß wir andere Christen einladen, das Abendmahl mit uns zu feiern."

_______

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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am kennzeichnendsten scheint mir die ablehnung der kindertaufe zu sein.

Am kennzeichnendsten ist bei den Baptisten, die bei uns in der Gegend wohnen, die Ablehung, die Kinder in die Schule zu schicken....

 

Das sola scriptura prinzip.

Man müßte es also erweitern:

 

sola scriptura sine accepto legum civilum.

bearbeitet von heideggern
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hallo

 

Die Taufe ist kein Sakrament und hat keinen Heilscharakter. Das ist m.E. der weitaus gravierendste Unterschied zwischen uns und der katholischen/evangelischen Kirche - mehr als die Tatsache der Erwachsenentaufe. Die Taufe ist das persönliche öffentliche Bekenntnis, dass man sein Leben auf Jesus Christus ausrichtet; meist ist es auch gleichzeitig die Aufnahme in die Gemeinschaft. Wer bei den Baptisten aufgenommen werden will und als Kind getauft wird, muss noch einmal taufen lassen, weil u.E. ein Mensch von sich aus den Wunsch äußern muss, Jesus nachzufolgen.

 

Dies war damals auch der Grund der bitteren Verfolgung der sogenanntenn "Wiedertäufer" in Europa.

 

Ganz wichtig ist aber, dass niemand vom aktiven Gemeindeleben ausgeschlossen ist, der nicht getauft ist - er ist bloß bei gewissen Gemeindeentscheidungen nicht stimmberechtigt. In meiner Gemeinde (in den Staaten) sind auch Katholiken, Methodisten, Anglikaner, Lutheraner zu finden ...

 

Silver

 

für mich ist aber gerade das Muss der Taufe nicht logisch, wenn gleichzeitig Taufe nicht als Sakrament verstanden wird. Denn dann müsste es doch ausreichen, dass ein MEnsch sich dazu entschließt, in einer baptistischen Gemeinde engagiert zu sein. DAs hat ja auch Öffentlichkeitscharakter. ODer aber es müsste auch reichen, dass so ein gemeindlich Engagierter nochmals öffentlich in der Gemeinde erklärt, dass er JEsus nachfolgen will, was er aber doch eigentlich bereits durch sein Handeln offengelegt hat. Wozu aber ist bei solcher Sachlage überhaupt ein Taufritus noch nötig, geschweige denn bei bereits als Kind Getauften, die ja durch ihr Handeln als Erwachsene dann klar machen, dass sie hinter diesem Tun ihrer Eltern stehen?

Die Taufe bewirkt also bei Baptisten eine Vollmitgliedschaft (deutlich gemacht durch volle Stimmberechtigung) in der Gemeinde.

 

 

alles Liebe

 

Angelika

 

 

letztes Posting/17.6.

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Long John Silver
für mich ist aber gerade das Muss der Taufe nicht logisch, wenn gleichzeitig Taufe nicht als Sakrament verstanden wird. Denn dann müsste es doch ausreichen, dass ein MEnsch sich dazu entschließt, in einer baptistischen Gemeinde engagiert zu sein. DAs hat ja auch Öffentlichkeitscharakter. ODer aber es müsste auch reichen, dass so ein gemeindlich Engagierter nochmals öffentlich in der Gemeinde erklärt, dass er JEsus nachfolgen will, was er aber doch eigentlich bereits durch sein Handeln offengelegt hat. Wozu aber ist bei solcher Sachlage überhaupt ein Taufritus noch nötig, geschweige denn bei bereits als Kind Getauften, die ja durch ihr Handeln als Erwachsene dann klar machen, dass sie hinter diesem Tun ihrer Eltern stehen?

Die Taufe bewirkt also bei Baptisten eine Vollmitgliedschaft (deutlich gemacht durch volle Stimmberechtigung) in der Gemeinde.

alles Liebe

Angelika

 

EIn MUSS zur Taufe gibt es nicht. Wie gesagt - das ist eine persönliche Entscheidung. Die Taufe kann man - so habe ich es gesehen - als öffentliches Vesprechen ansehen - wen man jemanden liebt, möchte man sich öffentlich zu ihm bekennen, wie bei einer Hochzeit. Bei der Taufe wird man ganz untergetaucht, damit der ganze alte Mensch abgewaschen wird. Undf wie gesagt - es ist die Aufnahme in eine ganz bestimmte Gemeinschaft, von der man glaubt, dass sie gerade in dieser speziellen Zusammensetzung vom Heiligen Geist zusammengeführt wurde und zu der man sich mit der Taufe bekennt.

 

Für mich wurde die Taufe von dem Bedürfnis getragen, vor aller Welt kundzutun, dass ich Jesus liebe, und dass diese Liebe Konsequenzen für mich hat, in der Nachfolge, und eine Konsequenz ist, mit einer bestimmten Gruppe von Geschwistern zusammen leben zu wollen. Die Taufe ist somit kein indivualistischer Vorgang, sondern gemeinschaftsstiftend.

 

Ich muss dazu sagen, dass die allermeisten baptistischen Gemeinden sehr überschaubar sind, d.h. es ist eine Art große Familie - mit allen Vor-und Nachteilen, die eine so enge Bindung mit sich bringt.

 

Grundsätzlich ist ja zur Taufe zu sagen, dass Jesus auch getauft wurde und dass er auch möchte, dass wir auf seinen Namen getauft werden.

 

Ein eventueller Heilscharakter liegt nach unserer Auffassung in der Aufforderung des Evangeliums, sich taufen zu lassen, nicht drin, sondern ein Bekenntnis.

 

Ja. Die Taufe hat eine immense Bedeutung für uns. Das heißt aber nicht, dass wir erwarten, dass alle, die bei uns zu Gast sind, sich taufen lassen sollen. Diese Menschen birngen ihre eigene Spiritualität mit, ihre eigene Geschichte, das ist einfach zu respektieren. Misssionieren anderer Konfessionen gbit es nicht, weil das das Prinzip der Religons -und Gewissensfreiheit verletzen würde. Somit geht es bei der Taufe zunächst und allermeist um die Kinder der Gemeinde.

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Long John Silver
am kennzeichnendsten scheint mir die ablehnung der kindertaufe zu sein.

Am kennzeichnendsten ist bei den Baptisten, die bei uns in der Gegend wohnen, die Ablehung, die Kinder in die Schule zu schicken....

 

Das sola scriptura prinzip.

Man müßte es also erweitern:

 

sola scriptura sine accepto legum civilum.

 

Home-schooling ist eine individuelle Entscheidung, die in keinster Weise etwas mit den baptistischen Prinzipien hat, sondern einfach eine indivuelle Denkweise ist únd nichts weiter.Ich schrieb ja weiter oben, dass die Gemeinden und somit auch ihre Mitglieder autonom sind, ihre eigene Spiriutalität zu etnwickeln, sofern sie keinen unserer Grundsätze verletzen, und das tun sie ja nicht, wenn sie home-schooling betreiben. Mir persönlich muss das nicht gefallen. Für mich hat die Autonomie absoluten Vorrang, da muss ich damit leben, dass manche Baptisten sehr eigenwillige Prozesse durchlaufen und die auf eine Weise legitimieren, die für mich an Gehirnerweichung grenzt. Ein buntes Völkchen ...

 

Ich hoffe, dass ich in diesem Thread klar machen kann, dass es eine Konformität innerhalb der baptistischen Weltgemeinschaft nicht gibt und dass man nicht sagen kann, DIES oder DAS ist jetzt spezifisch baptistisch - außer den erwähnten basics.

 

Ein buntes Völkchen ...

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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...Bei der Taufe wird man ganz untergetaucht, damit der ganze alte Mensch abgewaschen wird...

Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß der ganze alte Mensch abgewaschen wird.

 

 

 

 

Ich denke die Sache mit dem home-schooling brauchen wir nicht zu vertiefen.

Aber das ist eigentlich die einzige Sache, wo die Baptisten hier in der Gegend drum bekannt sind. Wenn Du jemanden auf der Straße fragen würdest, was Baptisten sind, wirst Du entweder ein Schulterzucken als Antwort bekommen, oder den Verweis auf den Streit um die Schulpflicht.

Aber ich denke, das ist hier wohl OFF-TOPIC.

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Long John Silver

Ich dachte, es wäre vielleicht interessant, wenn ich einmal einen Gottesdienst schildere bzw. einen Sonntagmorgen.

 

Gottesdienst ist 10.00 h morgens. In den Ferienzeiten ist eine Stunde davor Church School, das ist Gemeindebibelstunde. Normalerweise finden diese Bibelstunden an verschiedenen Abenden innerhalb der Woche statt. Eine Viertelstunde vor Gottesdienst ist Gebetszeit. Der Gottesdienst selbst beginnt mit der Begrüßung durch den Gottesdienstleiter und einer Danksagung an Gott, der uns alle versammelt hat, mit einem kurzen Bibeltext, der meist eine Tageslosung oder ähnliches ist. Dann wird gesungen. Dann werden die Gäste begrüßt, die sich vorstellen können, wenn sie möchten, es werden Grüße aus anderen Gemeinden übermittelt. Gesang. Es folgt eine kurze Einlage für die versammelten Kinder, im Zusammenhang mit der Predigtstelle, die die Kinderbetreuer vorbereitet haben. Dann bringen sie die Kinder rüber in die Sonntagsschule. Gesang. Dann kommt die Predigt. Die ist meistens lang. Eine halbe Stunde, es kann auch länger werden. Gepredigt wird häufig aus dem AT. Unsere Gemeinde orientiert sich oft an den Beze ichnungen für die Sonntage, Laudate, Kantate etc., was die Auswahl der Texte angeht. Nach der Predigt ist Gebetsgemeinschaft, d.h.die Anwesenden können laut oder leise beten, Danksagung machen, Lobpreisung oder einfach erzählen, was sie mit Gott bewegt. Die anderen antworten mit Amen. Oder Hallelujah. Die Gebetsgemeinschaft wird vom Gottesdienstleiter beendet. Gesang. Wir üben jedes Monat ein uns noch unbekanntes Lied, um unseren Liedschatz zu erweitern. Dann kommen Fürbitten, im Wechsel mit der Gemeinde. Diese können von jedem frei formuliert vorgetragen werden, unabhängig davon gibt es auch vorformulierte, auf die die Gemeinde antwortet.

(Bei Gottesdiensten mit Abendmahl – der Gottesdienstleiter und die jeweils bestellten Diakone versammeln sich hinter dem Abendmahlstisch,auf dem Brot und Wein steht. Aus dem Evangelium wird die Einsetzung des Abendmahls vorgelesen und die Gemeinde aufgefordert, sich des Abendmahles zu vergewissern. Die Diakone bringen die Brotkörbe zu den Gläubigen, die sie in ihren Reihen weiterreichen, jeder nimmt sich ein kleines Stück. Das Brot darf man sofort essen. Dann werden Tabletts mit kleinen Gefässen herumgereicht mit dem Traubensaft. Die Gefässe stellt man vor sich hin. Man darf erst daraus trinken, wenn auch der Gemeinschaftskelch, den viele bevorzugen, durch die Reihen geht. Es ist still und die Leute beten. Wenn alle getrunken haben, bringen die Diakone die Kelche wieder nach vorn und sie und der Gottesdienstleiter trinkt den Rest. Dann werden die Kelche ausgewischt. Es folgt eine Danksagung für das Abendmahl, der sich wiederum die Gläubigen laut anschließen können. ) Gesang. Vermeldungen, was den Ablauf des Tages oder der Woche betrifft. Gesang. Schlusssegen.

 

(Gesang heißt nicht unbedingt ein Lied - es können auch mehrere sein. Generell wird sehr viel gesungen)

 

Nach dem Gottesdienst gibt es manchmal die Möglichkeit sich von Gemeindemitgliedern segnen zu lassen für bestimmte Fürbitten.

 

Danach gibt’s Kaffee und Kuchen oder Mittagessen. Dann ist Gemeindeversammlung.

 

Ja. Und dann gehts bruchlos zum Barbecue ..

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Long John Silver
meinst Du damit, wenn Du sagst, daß der ganze alte Mensch abgewaschen wird.

 

Na, der alte Mensch halt, der man bis zu diesem Moment war. Jesus wurde auch untergetaucht. Das war die Taufpraxis damals, die Johnanes der Täufer auch anwandte. Ein Ganze Reinung, die symbolisiert, dass man neugeboren ist im Leben mit Christus.

 

Silver

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Franciscus non papa

hm, wie schon angelika sagte, was soll dieser taufritus als bekenntnis? ist das so eine art christliche sozialromantik, weil auch jesus getauft wurde - wobei man nicht vergessen darf, dass es einen unterschied zwischen der bußtaufe des johannes und dem taufverständnis der orthodoxen, katholischen und den allermeisten evangelischen kirchen gibt.

 

vieles, was du von der taufe sagst, kann ich als katholik im grunde unterschreiben:

 

dein ganzer 1. punkt (mit ausnahme dessen, was in der klammer steht)

sowie die punkte 2. und 3.

 

wobei meiner ansicht nach fehlt: durch die taufe werden wir hineingenommen in die gotteskindschaft jesu, wir werden in das volk gottes, aus "königen und priestern" aufgenommen, und ich würde natürlich die ortsgemeinde durch die kirche ersetzen.

 

fragwürdig ist meiner ansicht, dass man da so vollmundig fordert, dass man diese entscheidung sozusagen "erwachsen" treffen muss. ich denke, dass dies eine illusion ist, wann ist der mensch erwachsen? was ist mit menschen, die in irgendeiner weise geistig behindert sind? darf man die dann nicht taufen?

 

mit gefällt die thomistische sicht, dass die taufgnade sowas wie ein gnadendepot ist, das dann aktiviert wird, wenn man selbst sich positiv dafür entscheidet. (gilt so ähnlich ja auch bei der firmung) - entschuldigung bei den theologen, wenn ich sakramententheologie so salopp formuliere.

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...

Wer bei den Baptisten aufgenommen werden will und als Kind getauft wird, muss noch einmal taufen lassen, weil u.E. ein Mensch von sich aus den Wunsch äußern muss, Jesus nachzufolgen.

...

Silver

Hallo!

 

Durch regelmäßigen Kontakt zu einer Baptisten-Gemeinde habe ich auch ein klein wenig Einblick in deren Verständis/“Basics“ wie LJS es nannte/usw.

 

Falls jemand als Kind getaufter Mensch zu dieser Gemeinde konvertieren/eintreten/wie auch immer möchte, kann er selber entscheiden, ob er die Taufe als Baby voll anerkennt oder als Erwachsener erneut getauft werden möchte und seinen Glauben in dieser Taufe bestätigt. In einem konkreten Fall hat dieses Gemeindemitglied entschieden: Nein, seine Taufe als Baby ist so gut. Er ist offiziell aus der kath. Kirche ausgetreten und in die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde/Baptisten eingetreten. Und fertig!

 

Ich empfinde diese Gemeinde (Teilgemeinde mit nur 20 Leuten) immer als sehr offen, sehr interessiert auch über die Konfessionsgrenzen, sehr engagiert, ...

 

Gruß uhu

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Long John Silver
[Falls jemand als Kind getaufter Mensch zu dieser Gemeinde konvertieren/eintreten/wie auch immer möchte, kann er selber entscheiden, ob er die Taufe als Baby voll anerkennt oder als Erwachsener erneut getauft werden möchte und seinen Glauben in dieser Taufe bestätigt. In einem konkreten Fall hat dieses Gemeindemitglied entschieden: Nein, seine Taufe als Baby ist so gut. Er ist offiziell aus der kath. Kirche ausgetreten und in die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde/Baptisten eingetreten. Und fertig!

 

Ich empfinde diese Gemeinde (Teilgemeinde mit nur 20 Leuten) immer als sehr offen, sehr interessiert auch über die Konfessionsgrenzen, sehr engagiert, ...

 

Gruß uhu

 

Das ist eine große Ausnahme und nicht die Regel. Und es widerspricht auch den basics in jeder Weise. Die Entscheidung trifft nicht das Gemeindemitglied, sondern die Gemeinde. Nur die allein könnte entsheiden, ob sie die Babytaufe anerkannt. Dies geschieht manchmal.

 

Das ist jetzt keine negative Wertung über diese von dir geschilderte Gemeinde - bitte, nicht mißverstehen.

 

Es ist bloß - wirklich nicht mehr baptistisch. Also, wie geagt - wo ich zuhause bin, wäre so etwas bei aller Liberalität unmöglich.

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Long John Silver
hm, wie schon angelika sagte, was soll dieser taufritus als bekenntnis? ist das so eine art christliche sozialromantik, weil auch jesus getauft wurde - wobei man nicht vergessen darf, dass es einen unterschied zwischen der bußtaufe des johannes und dem taufverständnis der orthodoxen, katholischen und den allermeisten evangelischen kirchen gibt.

 

vieles, was du von der taufe sagst, kann ich als katholik im grunde unterschreiben:

 

dein ganzer 1. punkt (mit ausnahme dessen, was in der klammer steht)

sowie die punkte 2. und 3.

 

wobei meiner ansicht nach fehlt: durch die taufe werden wir hineingenommen in die gotteskindschaft jesu, wir werden in das volk gottes, aus "königen und priestern" aufgenommen, und ich würde natürlich die ortsgemeinde durch die kirche ersetzen.

 

fragwürdig ist meiner ansicht, dass man da so vollmundig fordert, dass man diese entscheidung sozusagen "erwachsen" treffen muss. ich denke, dass dies eine illusion ist, wann ist der mensch erwachsen? was ist mit menschen, die in irgendeiner weise geistig behindert sind? darf man die dann nicht taufen?

 

mit gefällt die thomistische sicht, dass die taufgnade sowas wie ein gnadendepot ist, das dann aktiviert wird, wenn man selbst sich positiv dafür entscheidet. (gilt so ähnlich ja auch bei der firmung) - entschuldigung bei den theologen, wenn ich sakramententheologie so salopp formuliere.

 

Ich weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Weißt du, das ist meine Konfession und mein Glaube.

Ich bin mir nicht schlüssig, ob es richtig ist, dies nun auf einer solchen theologischen Ebene zu heben ... ich bin eigentlich dazu nicht imstande. Ich nehme deine Meinung einfach zunächst auf, wie sie ist. Ich würde gern auf der informellen Ebene bleiben, wenn du erlaubst. Nicht weil ich etwas abblocken will, sondern weil ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt antwort geben kann. Weißt du, was du schreibst - das wirft meiner Konfession seit ihrer Entstehung vor ... ich kenne die Argumente. Was soll ich dazu sagen? Man konnte unsere Vorväter nicht abhalten, ihren Weg zu gehen, den sie für richtig hielten und ich bin mir unschlüssig, ob ein Gegeneinanderhalten von Erwachsenen- und KIndertaufe jetzt für uns wirklich Erkenntnis bringt. Nicht dass ich mich drücken will ...

 

Wenn du erlaubst, würde ich deine Zeilen gern einfach so stehen lassen. Ich sehe mich irgendwie außerstande, darauf zu antworten. Du merkst vielleicht nicht, dass du mich gerade in einen Art Rechtfertigungszwang versetzt (sicher ungewollt) - diese Ebene möchte ich nicht.

 

Sei mir nicht böse.

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Vielleicht könntest Du aber wenigstens was zu Oestemers Frage bezüglich der geistig behinderten Menschen sagen.

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@ Silver

 

Gibt es bei euch dann ein Mindestalter für die Zulassung zur Taufe? Und was ist mit Kindern, die nach eurer Auffassung zu unreif zur Taufe sind, wenn sie durch einen Unfall oder so sterben?

 

 

Was mich auch interessieren würde: Gibt es in den Staaten auch Ökumene? Ich war 2004 selbst in den Staaten, hauptsächlich in Pittsburgh PA, ich habe aber von Ökumene nichts mitbekommen. Das kann auch daher herrühren das ich nur drei Wochen dort war. Mir ist nur aufgefallen, dass Gott in den USA eine große Rolle spielt. Ich war dort Sonntags immer in einer katholischen Gemeinde und da waren am Sonntagvormittag immer drei Messen. Und zu jeder Messe war die Kirche immer voll bis auf den letzten Platz. Es gibt auch sehr sehr viele verschiedene Konfessionen da kann man ja kaum den Überblick behalten.

Gruß Flo

 

 

 

 

 

Gruß Flo

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Franciscus non papa

hallo mein lieber,

 

nein, du musst dich nicht rechtfertigen für deinen glauben, jedenfalls vor mir nicht. ich habe eigentlich auch weniger eine rechtfertigung als eine begründung hören wollen.

 

was ist taufe, warum muss es die form der taufe sein, wenn es denn kein sakrament ist.

 

was macht ihr mit einem geistig behinderten? kann der getauft werden?

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Long John Silver
@ Silver

 

Gibt es bei euch dann ein Mindestalter für die Zulassung zur Taufe? Und was ist mit Kindern, die nach eurer Auffassung zu unreif zur Taufe sind, wenn sie durch einen Unfall oder so sterben?

 

Was mich auch interessieren würde: Gibt es in den Staaten auch Ökumene? Ich war 2004 selbst in den Staaten, hauptsächlich in Pittsburgh PA, ich habe aber von Ökumene nichts mitbekommen. Das kann auch daher herrühren das ich nur drei Wochen dort war. Mir ist nur aufgefallen, dass Gott in den USA eine große Rolle spielt. Ich war dort Sonntags immer in einer katholischen Gemeinde und da waren am Sonntagvormittag immer drei Messen. Und zu jeder Messe war die Kirche immer voll bis auf den letzten Platz. Es gibt auch sehr sehr viele verschiedene Konfessionen da kann man ja kaum den Überblick behalten.

Gruß Flo

 

 

Gruß Flo

Das Alter ist so ca. ab 15 oder 16 Jahre. Icbg kenne aber dreizehnjährige, die getauft wurden. Weißt du, man kennt sich ja untereinander und kann das schon beurteilen, wie reif jemand ist.

 

Behinderte: Es kommt auf die Behinderung an. Generell braucht niemand die Taufe zum persönlichen Heil, das sagte ich ja bereits. Behinderungen wie Down-Snydrom sind kein Thema, da findet man tiefgläubige Menschen, die durchaus erfassen, was sie mit der Taufe tun , danach verlangen und sie natürlich bekommen. Wichtig ist ja, dass der getaufte auch auf irgendeine Weise etwas von der Taufe hat und seinem Bekenntnis.

 

Schwerbehinderte, die sich geistig nicht artikulieren können, sind sowieso Gemeindemitglied. Man kennt sie ja durch die Famlie meist von klein auf.

 

Kinder, die früh sterben, haben keinen Nachteil. Man muss ja nicht getauft um erlöst zu sein. Erlöst sind wir alle.

 

Silver

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Long John Silver
was ist taufe, warum muss es die form der taufe sein, wenn es denn kein sakrament ist.

 

Weiter vorn hier im Thread sind die Bibelstellen, auf denen sich unser Taufverständnis gründet ... Mehr könnt ich nicht sagen ...

 

Silver

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Man muss ja nicht getauft um erlöst zu sein. Erlöst sind wir alle.

Man braucht also keine Taufe, weil eh' jeder erlöst ist. Wozu braucht es dann ein Bekenntnis? Dann kann ja auch jeder ohne Kirche etc. leben, weil er ja jeder erlöst ist.

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Long John Silver
hallo mein lieber,

 

nein, du musst dich nicht rechtfertigen für deinen glauben, jedenfalls vor mir nicht. ich habe eigentlich auch weniger eine rechtfertigung als eine begründung hören wollen.

 

was ist taufe, warum muss es die form der taufe sein, wenn es denn kein sakrament ist.

 

Du gehst an dem gemeinschaftsstiftenden Element vorbei, was die Taufe bei uns beinhaltet, was aber wesentlich ist.Ich weiß, dass gerade das für die meisten Katholiken sehr schwer nachvollziehbar ist. Aber woher sollen wir unsere Gemeinschaften gründen, wenn nicht auf der Taufe und dem öffentlichen Bekenntnis von Menschen zu und zu einer speziellen Community?

 

Weißt du, wir haben ja keine festgelegten Gemeinden wie bei euch die Pfarreien. Bei uns gibt es nur freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen, die glauben, dass der Heilige Geist sie in genau dieser Konstellation zusammengeführt hat. Ich habe auch in meinem Gottesdienstbericht erzählt, wie das mit der Gebetsgemeinschaft ist. Der Glaubensvollzug ist auf Gemeinschaft ausgerichtet, d. h. auch öffentliches Bekennen und öffentliche Aussage. Im Grunde ist all dies für die meisten Katholiken sehr fremd.

 

Silver

bearbeitet von Long John Silver
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Long John Silver
Man muss ja nicht getauft um erlöst zu sein. Erlöst sind wir alle.

Man braucht also keine Taufe, weil eh' jeder erlöst ist. Wozu braucht es dann ein Bekenntnis? Dann kann ja auch jeder ohne Kirche etc. leben, weil er ja jeder erlöst ist.

 

 

Glauben kann man nicht allein. Glaube verlangt nach Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft muss wissen, woran man glaubt,und für was man einsteht.

 

Silver

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Du gehst an dem gemeinschaftsstiftenden Element vorbei, was die Taufe bei uns beinhaltet, was aber wesentlich ist.Ich weiß, dass gerade das für die meisten Katholiken sehr schwer nachvollziehbar ist. Aber woher sollen wir unsere Gemeinschaften gründen, wenn nicht auf der Taufe und dem öffentlichen Bekenntnis von Menschen zu und zu einer speziellen Community?

Also könnte man in Abwandlung zu einer Lutheraussage sagen: "Taufe ist ein weltlich Ding". Es geht also nur um eine Beitrittserklärung zur Gemeinde. Man macht halt die Taufe als Mitgliedsbeitritt oder Beitrittsritual aber man könnte es prinzipiell auch per Unterschrift oder sonst irgendeiner Sache machen.

 

:huh:

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