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Müssen wir uns nicht fragen warum?


wolfgang E.
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wolfgang E.

Auf kath. net findet man ein Interview mit Pater Nicolas Buttet, Gründer der Fraternité Eucharistien anlässlich seines Besuches beim eucharistischen Weltkongress, das sehr bedenkenswerte Aussagen über seien Zugang zur Eucharistie enthält.

 

Was mich aber zudem sehr beschäftigt, ist diese Erzählung:

 

Vor sechs Monaten war ich in Montreal, um an einer dreitägigen Tagung für Geschäftsmänner teilzunehmen. Das Thema war das Urteilsvermögen. Zwei Referenten waren eingeladen: ein Philosoph und „der Mönch“. Kurz nach meiner Ankunft kam ein Mann auf mich zu und fragte mich voller Begeisterung: „Sie sind ein Mönch?“ Ich antwortete: „Ja, ich bin einer.“ „Ein buddhistischer Mönch?“, antwortete er mit einer Neugierde, die nicht gespielt war. „Nein, katholisch!“. „Katholisch, so wie der Papst?“, entgegnete er in einer ängstlichen und argwöhnischen Art. „Ja!“, antwortete ich enthusiastisch. Ich hörte nur mehr ein „Oh, nein!“, das tiefe Enttäuschung offenbarte.

 

Buttet begründet das, hier leider in die übliche katholische Wehleidigkeit abdriftend, die Schuld immer bei Anderen und nie bei uns selber zu suchen, wie folgt:

Diese beiden Beispiele machen uns die Konsequenzen dessen klar, was später „friedvolle Revolution“ genannt wurde. Dieser langsame Tsunami der 60er-Jahre war ein kirchlicher, religiöser und kultureller Tsunami.

Ich halte diese Antwort für einfach zu kurz eriffen bzw Ursachen und Wirkung vertauschend.

Wie seht ihr das Problem der offenbar darniederliegenden katholischen Glaubwürdikeit?

Edited by wolfgang E.
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Wie seht ihr das Problem der offenbar darniederliegenden katholischen Glaubwürdikeit?

Die katholische Kirche ist doch heute - zumindest in Deutschland - noch immer recht stark vertreten. Ein "Darniederliegen" sieht anders aus. Im Gegensatz zu früher gibt es heute nur eben eine Menge Leute, die mit der kirchlich organisierten Religion nicht mehr so viel anfangen können.

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wolfgang E.

Wie seht ihr das Problem der offenbar darniederliegenden katholischen Glaubwürdikeit?

Die katholische Kirche ist doch heute - zumindest in Deutschland - noch immer recht stark vertreten. Ein "Darniederliegen" sieht anders aus. Im Gegensatz zu früher gibt es heute nur eben eine Menge Leute, die mit der kirchlich organisierten Religion nicht mehr so viel anfangen können.

 

Ich sprach auch nicht vom Darniederliegen der Kirche sondern vom Darniederliegen ihrer Glaubwürdigkeit ausserhalb kirchlich gebundener Kreise.

Edited by wolfgang E.
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Ich sprach auch nicht vom Darniederliegen der Kirche sondern vom Darniederlieen ihrer Glaubwürdigkeit ausserhalb kirchlich gebundener Kreise.

Wobei sich die Frage stellt, wann sie dann ihre Glaubwürdigkeit verloren hat?

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wolfgang E.

 

Ich sprach auch nicht vom Darniederliegen der Kirche sondern vom Darniederlieen ihrer Glaubwürdigkeit ausserhalb kirchlich gebundener Kreise.

Wobei sich die Frage stellt, wann sie dann ihre Glaubwürdigkeit verloren hat?

Vielleicht geht man auch noch einen Schritt weiter und fragt:

a. wann ist der Glaubwürdigkeitsverlust eingetreten

b. wann war der gesellschaftliche Wandel soweit gediehen, dass sich die Menschen diese Haltung auch zeigen und artikulieren getrauten.

Edited by wolfgang E.
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Zunächst wird es bestimmt einige geben, die zunächst einmal generell negieren, dass es einen Glaubwürdigkeitsverlust gegeben hat. Aus zwei Gründen:

-Um seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, bedarf es einer vorher existierenden.

-Ein Verlust hat niemals stattgefunden.

 

Deine Frage zu a) vermag ich mangels Kenntnissen nicht zu beantworten. Zu B) denke ich, dass es mit zunehmendem Wegfall klassischer sozialer Milieukontrolle möglich geworden ist, seine persönlichen Zweifel zu artikulieren. Das würde ich zeitgleich mit der 1968er-Bewegung vermuten.

 

Was ist aber nun Glaubwürdigkeit einer Institution? Sie leitet sich aus ihren Zielen und aus dem Agieren ihrer Vertreter ab. Für mich ist das Ziel der Kirche, das sie verfolgt, glaubwürdig und nur deswegen kann ich ihr angehören. Das Verhalten einiger Vertreter erscheint mir fehlbar. Aber auch das hat noch nichts mit fehlender Glaubwürdigkeit zu tun. Solange ich den Eindruck habe, dass das Agieren lauter ist, der Mensch authentisch ist und nicht nur aus Machtkalkül handelt, ist er für mich glaubwürdig. Dass es hierzu ausreichende (selige und lebende) Gegenbeispiele gibt, ist unbestritten.

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wolfgang E.
Zunächst wird es bestimmt einige geben, die zunächst einmal generell negieren, dass es einen Glaubwürdigkeitsverlust gegeben hat. Aus zwei Gründen:

-Um seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, bedarf es einer vorher existierenden.

-Ein Verlust hat niemals stattgefunden.

 

Deine Frage zu a) vermag ich mangels Kenntnissen nicht zu beantworten. Zu B) denke ich, dass es mit zunehmendem Wegfall klassischer sozialer Milieukontrolle möglich geworden ist, seine persönlichen Zweifel zu artikulieren. Das würde ich zeitgleich mit der 1968er-Bewegung vermuten.

 

Was ist aber nun Glaubwürdigkeit einer Institution? Sie leitet sich aus ihren Zielen und aus dem Agieren ihrer Vertreter ab. Für mich ist das Ziel der Kirche, das sie verfolgt, glaubwürdig und nur deswegen kann ich ihr angehören. Das Verhalten einiger Vertreter erscheint mir fehlbar. Aber auch das hat noch nichts mit fehlender Glaubwürdigkeit zu tun. Solange ich den Eindruck habe, dass das Agieren lauter ist, der Mensch authentisch ist und nicht nur aus Machtkalkül handelt, ist er für mich glaubwürdig. Dass es hierzu ausreichende (selige und lebende) Gegenbeispiele gibt, ist unbestritten.

 

Wen wir an dem, den Ausgangspunkt für mein Posting bildenden Text bleiben.......warum ist in der nicht kirchlich gebundenen Öffentlichkeit ein buddhistischer Mönch in seiner Funktion eher akzeptiert, als ein katholischer?

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Wen wir an dem, den Ausgangspunkt für mein Posting bildenden Text bleiben.......warum ist in der nicht kirchlich gebundenen Öffentlichkeit ein buddhistischer Mönch in seiner Funktion eher akzeptiert, als ein katholischer?

Ehrlich gesagt fällt mir dazu nichts ein. Ich wüsste nicht, warum ich einem katholischen Mönch "in seiner Funktion" fehlende Glaubwürdigkeit unterstellen sollte.

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Wen wir an dem, den Ausgangspunkt für mein Posting bildenden Text bleiben.......warum ist in der nicht kirchlich gebundenen Öffentlichkeit ein buddhistischer Mönch in seiner Funktion eher akzeptiert, als ein katholischer?

Ehrlich gesagt fällt mir dazu nichts ein. Ich wüsste nicht, warum ich einem katholischen Mönch "in seiner Funktion" fehlende Glaubwürdigkeit unterstellen sollte.

War es nicht so, dass diese Diagnose letztlich von jenem Mönch selber kam?

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Wen wir an dem, den Ausgangspunkt für mein Posting bildenden Text bleiben.......warum ist in der nicht kirchlich gebundenen Öffentlichkeit ein buddhistischer Mönch in seiner Funktion eher akzeptiert, als ein katholischer?

Ehrlich gesagt fällt mir dazu nichts ein. Ich wüsste nicht, warum ich einem katholischen Mönch "in seiner Funktion" fehlende Glaubwürdigkeit unterstellen sollte.

War es nicht so, dass diese Diagnose letztlich von jenem Mönch selber kam?

Im Interview sprach er nicht von fehlender Glaubwürdigkeit.

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Was ist aber nun Glaubwürdigkeit einer Institution? Sie leitet sich aus ihren Zielen und aus dem Agieren ihrer Vertreter ab.

 

Das ist meiner Meinung nach eine sachlich brauchbare Definition.

 

Wenn ich diese Definition an die mich umgebende Realität anlege, dann kann ich nur zu dem Schluß kommen, daß es unnötig ist, sich den Kopf zu zerbrechen. Ganz und gar unerheblich ist zudem noch die - nicht typisch katholische, aber typisch wolfgangsche - Zielrichtung der Weinerlichkeit bei der Untersuchung dieser Frage. Aber warum? Deshalb:

 

1) Ich kenne - außerhalb meiner Kerngemeinde - überhaupt niemanden, der sich Gedanken über die Ziele der Kirche machen würde oder gar irgendeine Art von Wissen darüber besäße. In meinem gesamten Umfeld sind die allermeisten Menschen DDR-Atheisten, und zwar völlig unabhängig davon, ob sie zufällig noch der protestantischen Kirche angehören oder das nie taten. Es gibt da nicht einmal Esoteriker oder irgend etwas anderes von dem, was in kirchlichen Kreisen als Nachrücker des Glaubens ständig bei den Leuten vermutet wird. Ebensowenig ist der angeblich grundsätzlich zum Menschen gehörende religiöse Grundsinn irgendwo wahrnehmbar. Diejenigen, die überhaupt noch wahrnehmen, daß sie Mitglied einer Kirche sind (i. d. R. Protestanten) sehen darin keinerlei religiösen Sinn, sondern verstehen dies als gesellschaftlich-äußeres Zeichen einer bestimmten, meist - aber nicht nur - "konservativen" politischen Grundeinstellung. Das führt dann auch dazu, daß dieselben Leute das protestantische Bodenpersonal nicht mehr ernstnehmen, weil auch das (keinesfalls generell, aber im konkreten Umfeld dieser Leute - Unistadt eben) nicht religiös, sondern (links-)politisch sein Amt verwaltet.

Kurz gesagt also: der eigentliche Sinn der Kirche, zur Gottesbegegnung und zum Leben mit Gott zu führen und zu leiten, ist keinem meiner Mitmenschen außerhalb der Kerngemeinde bewußt. Die Kommunisten, die gesellschaftlichen Umstände und die Priorität für links-alternative Politik so manches evangelischen Geistlichen haben ganze Arbeit geleistet.

 

2) Der zweite Definitionsbestandteil ist deshalb für mein Lebensumfeld schon in sich unbrauchbar, da niemand ohne Zieldefinition sagen kann, ob die Amtspersonen dieses Ziel glaubwürdig zu leben versuchen oder nicht.

Auch hier aber gibt es in aller Regel keinerlei oder wenige persönliche Erfahrungen, dafür aber umso mehr von der damaligen Partei vorgegebene und übernommene oder von den heutigen Medien angeeignete Urteile ohne Grundlage. Wer sich überhaupt darüber Gedanken macht, meint Gott existiere nicht, Himmel und Hölle seien Disziplinierungsinstrumente zur Erreichung politischer Ziele, religiöses Geschwalle bringe nichts und im übrigen ginge es nur um viel Geld für die prächtigen Kirchen (sich die eigene "prächtige" protestantische Dorfkirche einmal anzusehen, die so manches Mal um das bauliche Überleben kämpft und nicht von Prächtigkeit, sondern von den materiell wenig prächtigen Lebensumständen der Erbauer- und Erhaltergenerationen zeugen, und das Geld-Vorurteil vor diesem Hintergrund zu bewerten, dazu kommen die meisten gar nicht).

Die meisten aber wissen von Kirche höchstens, "daß sie Sex verbietet".

Wenn Erfahrungen mit dem "Bodenpersonal" vorhanden sind, dann meist wenige protestantische Gottesdienstbesuche aus der Konfirmationszeit, die dadurch abschreckend wirkten, daß selbst zwischen die einzelnen Verse des Vaterunser noch politische Gutmenschen-Meinungen als Sondergebetsbeigaben eingeflochten wurden. Ansonsten meist null eigene Erfahrung, und regelmäßig zu den Pfarrern (außer daß sie halt "von der Kirche sind") keine Meinung.

 

So sieht es aus um mich herum, und daran haben zum Teil sicher rezipierte säkulare Vorstellungen von Kommunisten und 68er-Wirrköpfen beigetragen, aber mit Sicherheit keinerlei negative Erfahrung mit der katholischen Kirche. (Im Gegenteil: die ganz wenigen, genauer gesagt: die zwei, die noch ein "spirituelles Gespür" besitzen, waren trotz der Fremdheit von Erlebnissen in katholischen Kirchen angetan, weil sie hier endlich einmal das Gefühl hatten, es gehe in einer Kirche überhaupt um Gott.)

Aber um auch der evangelischen Landeskirche Recht zu verschaffen: ich habe inzwischen durch verschiedene private Angelegenheiten auch eine Anzahl evangelischer Pfarrer aus meiner Umgebung kennengelernt und dabei festgestellt, daß ein Verlust der Wahrnehmung des eigentlichen Anliegens der Kirche weniger von den Pfarrern (wie ich es noch in der Konfirmationsvorbereitung erlebte), sondern von vielen Gemeinden und Familien auszugehen scheint; ja daß die Pfarrer selbst traurig sind, daß trotz Angeboten kein Interesse oder sogar Abwehr z. B. für Krankenbesuche, Sterbebesuche (noch zu Lebzeiten des Sterbenden), Sterbeabendmahl, "geistlichere" Gottesdienste etc. besteht.

 

Woran liegt nun also mangelnde Glaubwürdigkeit, wenn wir benedettos Definition zugrundelegen?

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Zunächst wird es bestimmt einige geben, die zunächst einmal generell negieren, dass es einen Glaubwürdigkeitsverlust gegeben hat. Aus zwei Gründen:

-Um seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, bedarf es einer vorher existierenden.

-Ein Verlust hat niemals stattgefunden.

 

Deine Frage zu a) vermag ich mangels Kenntnissen nicht zu beantworten. Zu B) denke ich, dass es mit zunehmendem Wegfall klassischer sozialer Milieukontrolle möglich geworden ist, seine persönlichen Zweifel zu artikulieren. Das würde ich zeitgleich mit der 1968er-Bewegung vermuten.

 

Was ist aber nun Glaubwürdigkeit einer Institution? Sie leitet sich aus ihren Zielen und aus dem Agieren ihrer Vertreter ab. Für mich ist das Ziel der Kirche, das sie verfolgt, glaubwürdig und nur deswegen kann ich ihr angehören. Das Verhalten einiger Vertreter erscheint mir fehlbar. Aber auch das hat noch nichts mit fehlender Glaubwürdigkeit zu tun. Solange ich den Eindruck habe, dass das Agieren lauter ist, der Mensch authentisch ist und nicht nur aus Machtkalkül handelt, ist er für mich glaubwürdig. Dass es hierzu ausreichende (selige und lebende) Gegenbeispiele gibt, ist unbestritten.

 

Wen wir an dem, den Ausgangspunkt für mein Posting bildenden Text bleiben.......warum ist in der nicht kirchlich gebundenen Öffentlichkeit ein buddhistischer Mönch in seiner Funktion eher akzeptiert, als ein katholischer?

 

Weil er exotisch ist, der Verzicht eines Asiaten auf Sex keinen Europäer stört, und außerdem bei noch geringeren Kenntnissen die Presse besser ist.

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War es nicht so, dass diese Diagnose letztlich von jenem Mönch selber kam?

Im Interview sprach er nicht von fehlender Glaubwürdigkeit.

Er sprach einer "ängstlichen und argwöhnischen Art" und tiefer Enttäuschung beim anderen, als der hörte, der Mönch sei Katholik. Das würde ich schon als "fehlende Glaubwürdigkeit" diagnostizieren. Wie sonst? Vielleicht "fehlendes Vertrauen", "Ansehen" ... ? Ist aber nicht so verschieden.

Edited by Sokrates
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War es nicht so, dass diese Diagnose letztlich von jenem Mönch selber kam?

Im Interview sprach er nicht von fehlender Glaubwürdigkeit.

Er sprach einer "ängstlichen und argwöhnischen Art" und tiefer Enttäuschung beim anderen, als der hörte, der Mönch sei Katholik. Das würde ich schon als "fehlende Glaubwürdigkeit" diagnostizieren. Wie sonst? Vielleicht "fehlendes Vertrauen", "Ansehen" ... ? Ist aber nicht so verschieden.

Es könnte auch ganz einfach "fehlende Attraktivität" - aus welchem Grund auch immer - bedeuten. Wobei das Adjektiv "ängstlich" weder auf fehlende Attraktivität noch fehlende Glaubwürdigkeit hindeutet, sondern auf eine Bedrohung. Aber welche? Ich meinte in dem Posting, auf das Du erwidertest, aber etwas Trivialeres: Mir fällt a priori nichts ein, warum ich einem Mönch (in seiner "Funktion") fehlende Glaubwürdigkeit unterstellen könnte. Wenn mit Funktion "Repräsentant der Kirche" gemeint ist, verstehe ich es wieder. Repräsentant der Kirche kann in diesem Sinne aber jeder Katholik sein.

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wolfgang E.
Ganz und gar unerheblich ist zudem noch die - nicht typisch katholische, aber typisch wolfgangsche - Zielrichtung der Weinerlichkeit bei der Untersuchung dieser Frage.

UND SCHON WIEDER LIEFERT SOAMES EINE SO TREFFSICHERE ANALYSE MEINER PERSON: ES GELINGT IHM TAG FÜR TAG AUFS NEUE MICH ZU BEEINDRUCKEN:

DIE GROSSBUCHSTABEN SOLLEN NICHT LAUTSTÄRKE SIGNALISIEREN SONDERN DIE GRÖSSE MEINER BEWUNDERUNG:

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... Weil er exotisch ist, der Verzicht eines Asiaten auf Sex keinen Europäer stört, und außerdem bei noch geringeren Kenntnissen die Presse besser ist.
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Fragen, die bei uns zur Beurteilung einer Glaubwürdigkeit von geistlichen Amtsträgern wichtig sind (Sexualität, Macht, Stellung zur Moderne etc.) werden bei fernöstlichen Vertretern interessanterweise - und mir eigentlich unerklärlicherweise - ausgeblendet. Zurück bleibt Bewunderung der Exotik, gepaart mit Interesse für den Wiedergeburtsglauben und Unterstützung von politischem Engagement (etwa Tibet gegen China oder Protest der Mönche in Burma)
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wolfgang E.
Zurück bleibt Bewunderung der Exotik, gepaart mit Interesse für den Wiedergeburtsglauben und Unterstützung von politischem Engagement (etwa Tibet gegen China oder Protest der Mönche in Burma).

 

Wunderbar, da hast Du sofort eine Erklärung parat, die die Schuld den Anderen den Unwissenden zuschiebt die halt zu einer gerechten Beurteilung nicht fähig sind........das beruhigt und befreit vor allem von der Mühe des Nachdenkens, was da schief gelaufen sein könnte und vielleicht noch immer schief läuft.

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War es nicht so, dass diese Diagnose letztlich von jenem Mönch selber kam?

Im Interview sprach er nicht von fehlender Glaubwürdigkeit.

Er sprach einer "ängstlichen und argwöhnischen Art" und tiefer Enttäuschung beim anderen, als der hörte, der Mönch sei Katholik. Das würde ich schon als "fehlende Glaubwürdigkeit" diagnostizieren. Wie sonst? Vielleicht "fehlendes Vertrauen", "Ansehen" ... ? Ist aber nicht so verschieden.

Es könnte auch ganz einfach "fehlende Attraktivität" - aus welchem Grund auch immer - bedeuten. Wobei das Adjektiv "ängstlich" weder auf fehlende Attraktivität noch fehlende Glaubwürdigkeit hindeutet, sondern auf eine Bedrohung. Aber welche? Ich meinte in dem Posting, auf das Du erwidertest, aber etwas Trivialeres: Mir fällt a priori nichts ein, warum ich einem Mönch (in seiner "Funktion") fehlende Glaubwürdigkeit unterstellen könnte. Wenn mit Funktion "Repräsentant der Kirche" gemeint ist, verstehe ich es wieder. Repräsentant der Kirche kann in diesem Sinne aber jeder Katholik sein.

Wenn es um fehlende Attraktivität geht, kann man m.E. die "Sache" (Inhalte unseres Glaubens) nicht von Personen trennen. Personen verkörpern diese "Sache". So wird es auch sein, dass die "Sache" nur "funktionieren" kann, wenn die handelnden Personen etwas davon verstehen. Dieses "Verstehen" ist aber nicht zuerst eine Frage des Intellekts, sondern eine der persönlichen Autorität. Das ist eine alte Weisheit, daß alles das unattraktiv (weil eher unglaubwürdig) ist, was von anderen etwas anderes fordert als es selbst bereit ist zu leben und zu geben. In dieser Rolle kann wirklich jeder Katholik sein. Das aber erscheint mir zu theoretisch, denn selbstverständlich wird man unsere Kirche (diese "Sache") in erster Linie an ihren offiziellen Repräsentaten messen. Weil von denen aber eine ganze Reihe in Deutschland eher weniger geschickt agiert und so garnicht den Geist Jesu vorlebt, wundert eine Unattraktivität nicht.

Edited by Ältester
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Josezefulus

Die Katholische Kirche ist eine "Institution", die seit fast 2000 Jahren besteht. Das heißt, sie hat so manchen Herrscher, so manche Mode usw. überlebt. Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte nie eine so große Attraktivität gehabt, wie heute. Sogar früher, als die Kirche noch anders handelte und sich stärker ins politische und gesellschaftliche Leben einbrachte (auch im Negativen Sinne), hatte die Kirche mehr Anhänger als heute.

 

Vielleicht sollten wir den Leuten, die die Kirche nicht nötig haben wollen, einfach bewusst mahcen, dass Jesus Christus unverzichtbar ist, und das ihn jeder und jede braucht.

Die Messfeier ist der Teil, an dem wir Jesus Christus im Opfermahl am NÄHSTEN kommen. Deshalb bruachen wir auch die Kirche, die Gemeinschaft aller Glaubenden, die sich zum Gedächtnis an sein Leiden und seine Auferstehung versammelt.

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Die Katholische Kirche ist eine "Institution", die seit fast 2000 Jahren besteht. Das heißt, sie hat so manchen Herrscher, so manche Mode usw. überlebt. Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte nie eine so große Attraktivität gehabt, wie heute. Sogar früher, als die Kirche noch anders handelte und sich stärker ins politische und gesellschaftliche Leben einbrachte (auch im Negativen Sinne), hatte die Kirche mehr Anhänger als heute.

 

Vielleicht sollten wir den Leuten, die die Kirche nicht nötig haben wollen, einfach bewusst mahcen, dass Jesus Christus unverzichtbar ist, und das ihn jeder und jede braucht.

Die Messfeier ist der Teil, an dem wir Jesus Christus im Opfermahl am NÄHSTEN kommen. Deshalb bruachen wir auch die Kirche, die Gemeinschaft aller Glaubenden, die sich zum Gedächtnis an sein Leiden und seine Auferstehung versammelt.

 

Ich denke, das ist dir richtige Sichtweise. Die Menschen sind heute doch stark auf der Suche nach einem geistigen "Zuhause". Man merkt das oft in Gesprächen mit Leuten die der Kirche eher abgeneigt sind. Wenn man ihnen die Wichtigkeit der Sakramente erklärt und die besondere und einzigartige Nähe zu Gott besonders in der Eucharistie erklärt und ihnen dann noch über christliche Werte erählt, hört man oft, ein "So habe ich das noch gar nicht gewusst". Und man kann so Menschen wirklich zur Kirche führen. Allerdings denke ich, dass es doch ein kleines Kommunikationsdefizit zwischen Amtskirche und Menschen gibt. Wir müssen wieder lernen den Leuten den Glauben näher zu bringen und nicht nur die Struckturen.

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Zurück bleibt Bewunderung der Exotik, gepaart mit Interesse für den Wiedergeburtsglauben und Unterstützung von politischem Engagement (etwa Tibet gegen China oder Protest der Mönche in Burma).

 

Wunderbar, da hast Du sofort eine Erklärung parat, die die Schuld den Anderen den Unwissenden zuschiebt die halt zu einer gerechten Beurteilung nicht fähig sind........das beruhigt und befreit vor allem von der Mühe des Nachdenkens, was da schief gelaufen sein könnte und vielleicht noch immer schief läuft.

 

Benenne ruhig weiter, was Deiner Ansicht nach alles so schiefläuft.

 

Aber sage uns bitte gleichzeitig, inwiefern die genannten Dinge für die Sympathie fernöstlicher Religionsvertreter falsch sind.

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Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte nie eine so große Attraktivität gehabt, wie heute.

 

Was meinst Du damit?

 

Du musst ja irgendwas haben, um gegen so gut sichtbare Dinge wie Schwund der Mitgliederzahlen, Schwund der Gottesdienstbesucherzahlen, Schwund der Priesterzahlen etc. haben. Das Benannte sind natürlich alles zunächst mal nur Zahlen, aber müsste sich Attraktivität nicht auch in Zahlen ausdrücken, wenn es sich nicht nur um die Attraktivität für wenige Einzelne handeln soll.

 

Was meinst Du mit dieser Attraktivität, die so groß ist, wie noch nie?

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Franciscus non papa
Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte nie eine so große Attraktivität gehabt, wie heute.

 

Was meinst Du damit?

 

Du musst ja irgendwas haben, um gegen so gut sichtbare Dinge wie Schwund der Mitgliederzahlen, Schwund der Gottesdienstbesucherzahlen, Schwund der Priesterzahlen etc. haben. Das Benannte sind natürlich alles zunächst mal nur Zahlen, aber müsste sich Attraktivität nicht auch in Zahlen ausdrücken, wenn es sich nicht nur um die Attraktivität für wenige Einzelne handeln soll.

 

Was meinst Du mit dieser Attraktivität, die so groß ist, wie noch nie?

 

 

hm, so groß wie nie würde ich nicht sagen. so groß und bedeutend wie schon immer, das würde es wohl besser treffen.

 

die kirche hat diesen schatz im acker. und wie das mit schätzen so ist, die lange zeit irgendwo rumgelegen haben: sie werden schmutzig, gammelig, es ist rost und fäulnis und dreck auf dem schatz. so kommt es, dass es für viele schwer zu erkennen ist, welch grosser schatz da verborgen und doch zutage liegt.

 

es ist an uns, es ist unsere verdammt pflicht und schuldigkeit, den schatz zu reinigen, den gammelkram zu entfernen, die edelsteine zu polieren, damit alle es sehen können, wie herrlich dieser schatz ist...

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Du meinst also: Die Inhalte sind attraktiv - so attraktiv, wie schon immer. Halte ich auch für wahrscheinlich, weil sich die eigentliche Botschaft ja an gleichbleibende Dinge des Menschseins richtet.

 

Allerdings geht es dabei weniger um eine Attraktivität der Kirche, als vielmehr des Glaubens. Zur Kirche gehört eben leider auch die von Dir erwähnte Schlammschicht. Und da gebe ich Dir voll und ganz Recht: Da gilt es fleißig zu polieren. Man kommt manchmal gar nicht mehr hinterher.

 

Viele Menschen sehen heute - und das widerspricht eben der Attraktivität - nur noch die schlammverkrusteten Teile und fragen: "Was soll daran denn attraktiv sein?" Und gewissermaßen haben sie völlig Recht: Was soll an Schlamm und Schmutz schon attraktiv sein? Im Gegenteil: Das ist widerwärtig und abstoßend.

Und das liegt manchmal an der Presse, die manche Schlammklumpen freudig hin- und herverdaut. Primär liegt es allerdings am Schlamm. Und das ist dann unser Problem, und nicht ein allgemeingesellschaftliches oder ein Medienproblem.

 

Neben dem Wegpolieren des Schlamms müsste es noch was anderes geben. Wer poliert, ist ja immer noch mit dem Schlamm beschäftigt. Eine Demonstratio des Guten, und zwar des konkret gelebten Guten. Eine Demonstratio der Hoffnung. Eine Demonstratio gelebten Glaubens, der Menschen aufbaut.

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Ich denke, dass das, was Soames schreibt, typisch für die Neuen Länder sein dürfte. Dort ereignet sich allerdings auch typischerweise nicht ein Fall wie der beschriebene: Viele dürften allein mit dem Wort "Mönch" nichts mehr anfangen können.

 

Hier im Westen spielt sicher mit, dass der Buddhismus als Religion des Friedens und der Dalai Lama als Vertreter eines unterdrückten Volkes wahrgenommen wird. Kaum jemand kennt den Buddhismus wirklich, schon gar nicht dessen interne Meinungsverschiedenheiten oder die religiösen Pflichten eines Buddhisten.

 

Viele glauben dagegen, die katholische Kirche zu kennen. Leider erwecken nicht nur kirchenfeindliche Journalisten, sondern auch viele Bischöfe und erzkonservative Kreise oft den Eindruck, das Kondomverbot, der Zölibat und das Verbot der Priesterweihe für Frauen seien die zentralen Punkte des katholischen Glaubens. Spiritualität geht beinahe unter, vom Weltjugendtag erfuhr man wenig, bis Köln Gastgeber war.

 

Der Umgang einiger Bischöfe mit pädophilen Priestern tat ein Übriges. Dieses Problem ist allerdings erst in einer Zeit aufgekommen, in der die Kirche schon erheblich an Ansehen verloren hatte.

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