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Theologie 1


wolfgang E.
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Immer wieder kann man hier im Forum, bei der Diskussion kontroverser Themen harsche Abwertungen der Theologie und der Theologen lesen.

 

Es ergibt sich daraus der Anschein, als ob Theologie keine Wissenschaft an sich sein darf, sondern ein Zweig des Denkens wäre, der seine Daseinberechtigung nur aus einer Rolle als ideologischer Bestätiger geltender amtskirchlicher Meinungen bezöge.

 

Es kommt zu Abwertungen und Verketzerungen von Theologen, deren Rechtgläubigkeit von der Amtskirche nie bestritten wurde.....

 

Dies ist die eine Seite. Die zweite Seite ist, dass es soweit ich weiß eine Regel gibt, dass niemand zum Bischof geweiht werden kann, der nicht einen akademischen Abschluss in Theologie hat, sodass also alle maßgeblichen Amtsträger der Kirche Theologen sein müssen........

Der jetzige Papst ist Theologieprofessor gewesen, der vorige nämlich JP II auch. Und gerade JP II hat in mancher Beziehung eine sehr unkonventionelle Theologie vetreten, wenn ich nur an seine Kriterien für eine schwere Sünde denke, die er noch als Papst aufgestellt hat

 

Die Frage stellt sich nun ob es gute und böse Theologen gibt ...........oder böse Theologien von braven Theologen (s. JP II) und wo die Trennlinie verläuft..........denn nur an der Beurteilung ob einem die Lehre eines Theologen gefällt, kann es ja nicht liegen. Dies gilt umso mehr als ich mich öfter des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die Kritiker die Lehren von ihnen als mißliebig empfundener Theologen eher nur aus zweiter oder gar dritter Hand kennen.......

Edited by wolfgang E.
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Gute Theologie zeichnet sich meines Erachtens durch stringente Argumentation aus.

Wer einer theologischen Position widerspricht, sollte sich die Mühe gemacht haben, sich zu vergewissern, daß er die kritisierte Position auch verstanden hat. Dieser "Gegencheck" passiert (im Idealfall) im Gespräch mit dem Kritisierten, denn nur dieser kann bestätigen, daß der Kritisierende ihn adäquat verstanden hat.

Ansonsten besteht die Gefahr, daß der Kritisierende nur sein (möglicherweise falsches) Verständnis auf dem Kieker hat, nicht aber die reale Position des Kritisierten.

 

Insgesamt sollte man bei Theologen auch darauf achten, ob die Äußerungen, die sie vornehmen, auf ihr Fachgebiet bezogen sind, oder ob sie Aussagen machen, di nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Also: einem Kanonisten, der sich über Trinitätstheologie bei Cyprian von Cathargo ausläßt, würde ich zunächst einaml mit Vorsicht begegnen :lol:

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Die Frage stellt sich nun ob es gute und böse Theologen gibt ...........oder böse Theologien von braven Theologen (s. JP II) und wo die Trennlinie verläuft..........denn nur an der Beurteilung ob einem die Lehre eines Theologen gefällt, kann es ja nicht liegen. Dies gilt umso mehr als ich mich öfter des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die Kritiker die Lehren von ihnen als mißliebig empfundener Theologen eher nur aus zweiter oder gar dritter Hand kennen.......

Also ich persönlich würde unterscheiden zwischen Theologen, die in Treue zum depositum fidei agieren - und zwischen Theologen die ihre Thesen für wertvoller als die Aussagen des Evangeliums halten. Besonders schätze ich da jene Theologen, die ein St. vor ihrem Namen tragen. Bei aller Gelehrtheit sollte auch ein Theologe nicht vergessen, dass er bei seinem Forschen und Lehren die Hilfe des Heiligen Geistes brauchen die wir nicht erschreiben sondern erbeten müssen.

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theologie-der-vernunft.de

@Wolfgang,

 

wo nur dogmatisch, schriftgelehrte behauptet wird, da nimmt die Welt die Theologie sicher nicht mehr als Wissenschaft wahr. Wenn die Theologie dann nur alte Mythen dreht und wendet, Erzählungen z.B. um Heilungs- oder Aufersthungswunder eines jungen Juden versucht etwas vernünftiger zu gestalten oder zu zeigen, warum bestimmte Aussagen aus dem AT oder sonstigen Volkserzählungen ins NT übertragen wurden, doch auch dies dann nur ein groooßes Geheimnis bleibt (meist als Vergottung eines Gutmenschen gedacht) an das man eben glauben muss. Wen wundert es da, wenn die Theologie nicht als Wissenschaft ernst genommen wird?

 

Doch ich denke, Theologie wie sie am Anfang war, wäre derezeit dringender, als jede ander Wissenschaftform. Nicht nur um die Möglichkeiten, die uns die anderen Wissenschaften geben, auch im schöpferisch-vernünftigen Sinne zu nutzen, Zukunft zu gestalten, sondern zur kreativen Weiterenwicklung unserer Kultur.

 

Von wissenschaftlicher Theologie wäre zu erwarten: Vernünftiges Nachdenken und Auswerten einer kreativen=schöpferischen Wirklichkeit in der realen Welt, dem was wir wissen, als schöpferisches Werk/Wort. Die in Anknüpfung an die Theologie des Anfangs und das Schriftwort keine Naturkunde, Philosophie oder Ideenlehrte bleibt, sondern auf den Gott der Väter verweist.

 

Gerhard

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Die Frage stellt sich nun ob es gute und böse Theologen gibt ...........oder böse Theologien von braven Theologen (s. JP II) und wo die Trennlinie verläuft..........denn nur an der Beurteilung ob einem die Lehre eines Theologen gefällt, kann es ja nicht liegen. Dies gilt umso mehr als ich mich öfter des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die Kritiker die Lehren von ihnen als mißliebig empfundener Theologen eher nur aus zweiter oder gar dritter Hand kennen.......

Also ich persönlich würde unterscheiden zwischen Theologen, die in Treue zum depositum fidei agieren - und zwischen Theologen die ihre Thesen für wertvoller als die Aussagen des Evangeliums halten. Besonders schätze ich da jene Theologen, die ein St. vor ihrem Namen tragen. Bei aller Gelehrtheit sollte auch ein Theologe nicht vergessen, dass er bei seinem Forschen und Lehren die Hilfe des Heiligen Geistes brauchen die wir nicht erschreiben sondern erbeten müssen.

 

Nach deinen Kriterien wäre also ein Martin Luther als Theologe durchgefallen.

Es lebe der Ablasshandel!

 

Btw.

Jahrhundertelang war er ja mit seiner Rechtferigungslehre in der RKK nicht anerkant, aber neuerdings - o Wunder - haben beide Kirchen im Pronzip die gleche Lehre dazu.

Haben wir uns jetzt Jahrhundertelang geirrt oder sind die heutigen Theologen verblendete Irrlehrer?

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Nach deinen Kriterien wäre also ein Martin Luther als Theologe durchgefallen.

Es lebe der Ablasshandel!

 

Was sollen diese inkhärenten Darlegungen? Und was hat der Ablasshandel mit einer Theologie zu tun, die sich an der Offenbarung Gottes orientieren sollte und auf den Heiligen Geist hören?

 

Btw.

Jahrhundertelang war er ja mit seiner Rechtferigungslehre in der RKK nicht anerkant, aber neuerdings - o Wunder - haben beide Kirchen im Pronzip die gleche Lehre dazu.

Haben wir uns jetzt Jahrhundertelang geirrt oder sind die heutigen Theologen verblendete Irrlehrer?

Wir irren nicht, wenn wir auf JESUS CHRISTUS hören. Dort wo Theologen ihre Lehren rechtfertigen die mit der Lehre Christi im Widerspruch stehen, irren sie. Und wenn manche meinen, sie verstüden Christus und die Evangelien besser als z.B. die Kirchenväter - dann sehe ich eine solceh Hybris kritisch.

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Nach deinen Kriterien wäre also ein Martin Luther als Theologe durchgefallen.

Es lebe der Ablasshandel!

 

Was sollen diese inkhärenten Darlegungen? Und was hat der Ablasshandel mit einer Theologie zu tun, die sich an der Offenbarung Gottes orientieren sollte und auf den Heiligen Geist hören?

 

Btw.

Jahrhundertelang war er ja mit seiner Rechtferigungslehre in der RKK nicht anerkant, aber neuerdings - o Wunder - haben beide Kirchen im Pronzip die gleche Lehre dazu.

Haben wir uns jetzt Jahrhundertelang geirrt oder sind die heutigen Theologen verblendete Irrlehrer?

Wir irren nicht, wenn wir auf JESUS CHRISTUS hören. Dort wo Theologen ihre Lehren rechtfertigen die mit der Lehre Christi im Widerspruch stehen, irren sie. Und wenn manche meinen, sie verstüden Christus und die Evangelien besser als z.B. die Kirchenväter - dann sehe ich eine solceh Hybris kritisch.

 

Kein ernstzunehmender Theologe behauptet, er verstünde Christus und die Evangelien besser als die Kirchenväter - aber er 8oder auch: sie) geht auch nicht davon aus, dass ihr Verständnis schlechter sei. Es ist schlicht anders: Das liegt zum einen an der weitaus breiteren Zugänglichkeit von Quellen aller Art (so verändert es die Lektüre alttestamentlicher Texte, wenn ich sehe, welche Vertragsformeln darin bisweilen verwendet wurden), aber es liegt auch an den ganz anderen Fragestellungen. Und es liegt an einer längeren Erfahrung, die die Kirche hat. Und da hat sich vieles verändert im Laufe der Zeit, das kann ja kaum geleugnet werden.

 

Allerdings gehört es zu einer ordentlichen theologischen Arbeit immer die Analyse der Tradition: Wer hat was dazu gesagt - und erst dann darf muss gefragt werden: Wie geht es weiter? Alles andere ist unredlich und untheologisch.

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Gute (katholische) Theologie zeichnet sich immer durch eine gewisse kritische Distanz zum Lehramt aus. Und das Lehramt ist auf sie angewiesen - um durch kritische Rückfragen die eigene Position zu schärfen und auch um durch neuere theologische Erkenntnisse Antowrten auf die Fragen der Gegenwart zu finden. Theologie kann nie statisch nur erklären, was schon da ist. Sie muß neu formulieren und finden, wie es heute gesagt werden kann. Und das wirkt auf das Lehramt zurück. Genau aus diesem Grund unterliegt die Wertschätzung guter Theologen durch das Lehramt auch einem gewissen Wechsel. Man erinnere nur an den großen Henri de Lubac, der zunächst in Ungnade fiel, dann jedoch in den Kardinalsstand erhoben wurde. Ähnliches wird man u.U. bei Schillebeeckx noch sehen (wobei hier mit einer Erhebung nicht zu rechnen ist, jedoch durchaus mit einer Aufnahme in den Kanon der katholischen Theologie des letzten Jahrhunderts).

 

Den Kritikern möchte ich also sagen: Schätzt und pflegt Eure kritischen Theologen. Ihr braucht sie!

Und mancher Ketzer hat die Kirche insgesamt weitergebracht als hundert lammfromme Nachbeter der amtlichen Lehre!

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Gute (katholische) Theologie zeichnet sich immer durch eine gewisse kritische Distanz zum Lehramt aus. Und das Lehramt ist auf sie angewiesen - um durch kritische Rückfragen die eigene Position zu schärfen und auch um durch neuere theologische Erkenntnisse Antowrten auf die Fragen der Gegenwart zu finden. Theologie kann nie statisch nur erklären, was schon da ist. Sie muß neu formulieren und finden, wie es heute gesagt werden kann. Und das wirkt auf das Lehramt zurück. Genau aus diesem Grund unterliegt die Wertschätzung guter Theologen durch das Lehramt auch einem gewissen Wechsel. Man erinnere nur an den großen Henri de Lubac, der zunächst in Ungnade fiel, dann jedoch in den Kardinalsstand erhoben wurde. Ähnliches wird man u.U. bei Schillebeeckx noch sehen (wobei hier mit einer Erhebung nicht zu rechnen ist, jedoch durchaus mit einer Aufnahme in den Kanon der katholischen Theologie des letzten Jahrhunderts).

 

Den Kritikern möchte ich also sagen: Schätzt und pflegt Eure kritischen Theologen. Ihr braucht sie!

Und mancher Ketzer hat die Kirche insgesamt weitergebracht als hundert lammfromme Nachbeter der amtlichen Lehre!

 

Darf ich noch auf Odo Casel und Karl Rahner hinweisen.

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Kein ernstzunehmender Theologe behauptet, er verstünde Christus und die Evangelien besser als die Kirchenväter -

Was ist mit jenen Theologen die behaupten: Die Auferstehung ist symbolisch zu deuten dass die Sache Jesu weitergeht.

Jesus hat keine Wunder gewirkt und keine Dämonen ausgetrieben- sondern die "mythenhaften" Berichte der Evangelien sollen nur aussagen, dass Jesus etwas Besonderes war.

 

aber er 8oder auch: sie) geht auch nicht davon aus, dass ihr Verständnis schlechter sei.

Die Hybris die ich kritisch sehe ist folgende: Die Kirchenväter haben in ihrer "Naivität" wörtlich geglaubt- wir modernen Theologen deuten das anders. Und heraus kommt, dass anspruchsvolle Glaubensaussagen oder unangenehme verwischt, umgedeutet oder geleugnet werden. Meine Lieblingsbeispiele: Wunder und Heilungen passierten nicht wirklich - sind "symbolisch" zu sehen. Abschied von den Engeln (die seien "personifizierte" Eigenschaften Gottes), Abschied vom Teufel (Haag und Konsorten) etcpp.

Edited by Mariamante
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GermanHeretic
Die Frage stellt sich nun ob es gute und böse Theologen gibt

Offensichtlich ja, denn es gibt ja auch Sanktionen für "böse" Theologen. Allein daran sieht man, daß Theologie keine Wissenschaft ist.

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Kein ernstzunehmender Theologe behauptet, er verstünde Christus und die Evangelien besser als die Kirchenväter -

Was ist mit jenen Theologen die behaupten: Die Auferstehung ist symbolisch zu deuten dass die Sache Jesu weitergeht.

Jesus hat keine Wunder gewirkt und keine Dämonen ausgetrieben- sondern die "mythenhaften" Berichte der Evangelien sollen nur aussagen, dass Jesus etwas Besonderes war.

 

Du wirst es kaum glauben - Bultmann ist nicht mehr so ganz aktuell, und hier verkürzt du ihn sehr.

 

aber er 8oder auch: sie) geht auch nicht davon aus, dass ihr Verständnis schlechter sei.

Die Hybris die ich kritisch sehe ist folgende: Die Kirchenväter haben in ihrer "Naivität" wörtlich geglaubt- wir modernen Theologen deuten das anders. Und heraus kommt, dass anspruchsvolle Glaubensaussagen oder unangenehme verwischt, umgedeutet oder geleugnet werden. Meine Lieblingsbeispiele: Wunder und Heilungen passierten nicht wirklich - sind "symbolisch" zu sehen. Abschied von den Engeln (die seien "personifizierte" Eigenschaften Gottes), Abschied vom Teufel (Haag und Konsorten) etcpp.

 

Ich weiß, dass das deine Lieblingsbeispiele sind - und sie spielen in den aktuellen Diskussionen in der Theologie praktisch keine Rolle.

 

Und die Kirchenväter haben weiß Gott nicht "naiv" wörtlich geglaubt - sie haben geglaubt, und sie haben heftig um die richtige Formulierung des Glaubens gestritten und gerungen und dabei hochspekulativ Theologie betrieben. Und die Ergebnisse müssen gedeutet werden, die Sprache ist uns ja gar nicht mehr geläufig, in denen sie den Glauben ausdrücken. Du kannst nicht einfach hingehen, den Denzinger aufschlagen und sagen: Da steht es doch, und so wie es da steht, ist es doch klar. Das geht übrigens auch mit dem Evangelium nicht!

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Wir irren nicht, wenn wir auf JESUS CHRISTUS hören. Dort wo Theologen ihre Lehren rechtfertigen die mit der Lehre Christi im Widerspruch stehen, irren sie. Und wenn manche meinen, sie verstüden Christus und die Evangelien besser als z.B. die Kirchenväter - dann sehe ich eine solceh Hybris kritisch.

Das sind Plattitüden, die uns nicht weiterbringen. Auch Deine heiliggesprochenen Theologen haben quer gedacht ........nimm z.B. den von der katholischen Kirche lange Teit als theologischen Übervater angesehen Thomas von Aquin.......hätte er sich an kirchliche Verbote gehalten, hätte es seinen Werke nie gegeben, weil die Beschäftigung mit Aristoteles' Physik und Metaphysik verboten war. Und gerade dem hl. Thomas verdanken wir auch einen der befreiendes Gedanken überhaupt, nämlich dass das individuelle Gewissen die höchste und letzgültige Richtschnur menschlichen Handelns ist.

 

Theologen wie Du sie wünscht, hätten - und da haben unserer Atheisten recht - an den Universitäten nichts verloren - denn ihr Geschäft wäre es nicht Wissenschaft zu treiben, sondern ideologische Rechtfertigung....und wer das will soll nich an die Universität gehen, sondern den Katechismus lesen.

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Also ich persönlich würde unterscheiden zwischen Theologen, die in Treue zum depositum fidei agieren - und zwischen Theologen die ihre Thesen für wertvoller als die Aussagen des Evangeliums halten. Besonders schätze ich da jene Theologen, die ein St. vor ihrem Namen tragen.
Glücklicherweise ist unsere Kirche in der Regel langsam und prüft gründlich, bevor sie einen Menschen zur Ehre der Altäre erhebt. Deshalb wundert es mich wenig, daß die heute lebenden Theologen bzw. jene der jüngsten Vergangenheit, die Du m.E. häufiger als andere kritisierst, noch kein St. vor dem Namen haben.

Treue zum depositum fidei schließt meiner Meinung nach nicht aus, daß eben dieses depositum in veränderte geschichtliche Kontexte hinein ausgesagt wurde, wird und werden muß. Theologen stehen immer in einem (hoffentlich) lebendigen Austausch mit den Formen des ordentlichen und außerordentlichen Lehramts, denn nur so kann uns der Heilige Geist in die ganze Wahrheit führen - und dieser Geist ist, biblisch bezeugt, kein Geist der Verzagtheit!

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Kein ernstzunehmender Theologe behauptet, er verstünde Christus und die Evangelien besser als die Kirchenväter -

Was ist mit jenen Theologen die behaupten: Die Auferstehung ist symbolisch zu deuten dass die Sache Jesu weitergeht.

Jesus hat keine Wunder gewirkt und keine Dämonen ausgetrieben- sondern die "mythenhaften" Berichte der Evangelien sollen nur aussagen, dass Jesus etwas Besonderes war.

 

aber er 8oder auch: sie) geht auch nicht davon aus, dass ihr Verständnis schlechter sei.

Die Hybris die ich kritisch sehe ist folgende: Die Kirchenväter haben in ihrer "Naivität" wörtlich geglaubt- wir modernen Theologen deuten das anders. Und heraus kommt, dass anspruchsvolle Glaubensaussagen oder unangenehme verwischt, umgedeutet oder geleugnet werden. Meine Lieblingsbeispiele: Wunder und Heilungen passierten nicht wirklich - sind "symbolisch" zu sehen. Abschied von den Engeln (die seien "personifizierte" Eigenschaften Gottes), Abschied vom Teufel (Haag und Konsorten) etcpp.

 

 

Hast Du jemals einen modernen exegetischen Kommentar gelesen. Offensichtlich nicht, denn dann wüsstest Du, dass man sich im Kapitel Rezeptionsgeschichte oder Auslegungsgeschichte intensiv mit der Theologie der Väter auseinandersetzt und das keineswegs in einem überheblichen Stil.

 

Die Kirchenväter haben übrigens weit weniger wörtlich geglaubt, als Du das hier postulierst. Ihnen sind sehr wohl die Widersprüchlichkeiten der Schrift aufgefallen, zumal im NT, dessen Sprache sie ja zumienstn noch perfekt beherrschten. Sie habne ein ganz ausgefeiltes Instrumentarium der Schriftauslegung entwickelt. Und das, was ich von ihnen kennne, ist von de süßlichen Heiligen- und Engelverehrung des 19. Jhds. genauso weit entfernt wie die zeitgenössische Theologie.

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Hätte es nicht Theologen gegeben, die sich erlaubt haben über den Tellerrand der Amtskirche hinauszudenken, wäre z.B. die so wohltuende und wichtige Neuorientierung im Verhältnis zum Judentum, die ich im Thread Theologie 2 anzureissen versuche, nie möglich gewesen und wir hätten in der KK noch den dumben Antijudaismus, den uns die Piusbrüder vorzeigen.

Edited by wolfgang E.
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Es ist das unbestreitbare Verdienst der Nouvell Theologie, die Kirchenväter und deren Theologie überhaupt erst wieder entdeckt zu haben. Die Mysterientheologie eines Odo Casel etwas entstammt den Kirchenvätern, und in der Auseinandersetzung mit den Vätern gelingt es der Theologie des 20. Jahrhunderts, die am Ende absurd gewordene Neuscholastik mit ihren diversen Verengungen hinter sich zu lassen.

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Die Kirchenväter haben in ihrer "Naivität" wörtlich geglaubt
Nein. Das läßt sich sowohl an den frühen Homilien als auch den apologetischen Schriften (so sie uns schriftlich überliefert sind) sehr gut zeigen, daß die frühen Theologen eine sehr differenzierte Herangehensweise hatten. Nicht umsonst verdanken wir ihnen das Konzept der verschiedenen Schriftsinne (d.h. die Unterscheidung in buchstäbliche, allegorische, moralische und anagogische Auslegung).
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Hätte es nicht Theologen gegeben, die sich erlaubt haben über den Tellerrand der Amtskirche hinauszudenken, wäre z.B. die so wohltuende und wichtige Neuorientierung im Verhältnis zum Judentum deri ich im Thread Theologie 2 anzureissen Versuche nie möglich gewesen und wir hätten in der KK noch den dumben Antijudaismus, den uns die Piusbrüder vorzeigen.

 

 

Wo zeigen die Piusbrüder denn Antijudaismus? Ich beziehe seit Jahren des Mitteilungsblatt und habe weder dort, noch auf der Internetseite etwas entsprechendes gelesen. Vielmehr hat sich doch die Leitung der Pius-Bruderschaft nach den unsäglichen Äußerungen von Williamson von jeder Form des Antisemitismus distanziert.

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Franciscus non papa
Die Frage stellt sich nun ob es gute und böse Theologen gibt ...........oder böse Theologien von braven Theologen (s. JP II) und wo die Trennlinie verläuft..........denn nur an der Beurteilung ob einem die Lehre eines Theologen gefällt, kann es ja nicht liegen. Dies gilt umso mehr als ich mich öfter des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die Kritiker die Lehren von ihnen als mißliebig empfundener Theologen eher nur aus zweiter oder gar dritter Hand kennen.......

Also ich persönlich würde unterscheiden zwischen Theologen, die in Treue zum depositum fidei agieren - und zwischen Theologen die ihre Thesen für wertvoller als die Aussagen des Evangeliums halten. Besonders schätze ich da jene Theologen, die ein St. vor ihrem Namen tragen. Bei aller Gelehrtheit sollte auch ein Theologe nicht vergessen, dass er bei seinem Forschen und Lehren die Hilfe des Heiligen Geistes brauchen die wir nicht erschreiben sondern erbeten müssen.

 

 

zunächst mal sollte man jedem theologen unterstellen, dass es ihm um treue zum depositium fidei geht. ich frage mich gerade, wie hättest du dich in den großen historischen streitfällen positioniert? z.b. im streit zwischen dominikanern und franziskanern usw.

 

wenn du am liebsten theologen hast, die ein st. vor dem namen tragen, dann bedeutet das mit anderen worten, nur die alten probleme von vorgestern lösen willst - zwangsläufig sind die theologen mit dem st. ja alle schon längere zeit in der anschauung gottes.

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Theologen müssen immer Diener des Lehramtes sein natürlich kann ein Theologe gewagte Thesen aufstellen aber wenn das Lehramt sagt nein muß er wenn er weiter im Namen der Kirche lehren will gehorchen und seine Thesen zurücknehmen

Nach dem Vatikanum II glaubten viele Theologen es sei umgekehrt sie geben vor wie die Kirche sich zu entwickeln hat damit wurde dann Schluß gemacht und die Herren weinen

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Theologen müssen immer Diener des Lehramtes sein natürlich kann ein Theologe gewagte Thesen aufstellen aber wenn das Lehramt sagt nein muß er wenn er weiter im Namen der Kirche lehren will gehorchen und seine Thesen zurücknehmen

 

Wissen das auch Herr Schmidtberger und das übrige sog. "Theologengesindel" aus Econe, die seit Jahren weinerlich dastehen, weil die Kirche ihrem Unfug nicht folgt?

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Theologen müssen immer Diener des Lehramtes sein
Das "sich in die ganze Wahrheit führen" lassen, geht nur, wenn die Theologen im ordentlichen und außerordentlichen Lehramt im lebendigen Dialog mit den Theologen im universitären Bereich und anderen Forschungsinstituten bleiben. Die Aufgabe ist, sich gegenseitig zu befruchten, nicht sich gegenseitig auszuspielen zu suchen. Schon gar nicht über die Machtschiene: "bei euch soll es nicht so sein".
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Theologen müssen immer Diener des Lehramtes sein natürlich kann ein Theologe gewagte Thesen aufstellen aber wenn das Lehramt sagt nein muß er wenn er weiter im Namen der Kirche lehren will gehorchen und seine Thesen zurücknehmen

Nach dem Vatikanum II glaubten viele Theologen es sei umgekehrt sie geben vor wie die Kirche sich zu entwickeln hat damit wurde dann Schluß gemacht und die Herren weinen

Damit hast Du im Grunde recht.

 

Allerdings stimmt Dein erster Satz so nicht ganz: Ein Theologe darf durchaus Thesen aufstellen, die womöglich nicht mit dem Lehramt der Kirche übereinstimmen. Aber er muß - wie jeder andere seriöse Wissenschaftler auch - diese Thesen klar als seine Privatmeinung und eben als Thesen bezeichnen, nicht etwa als unumstößliche Tatsachen oder als den "Glauben der Kirche". Auf dieser Basis ist eine wissenschaftliche Diskussion auch in der Theologie möglich und erlaubt. Das Lehramt schreitet immer nur dort ein, wo Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden, die mit der Lehre der Kirche unvereinbar sind.

 

(Nichts anderes hat etwa die Inquisition im Fall Galilei gemacht: Man hat ihn gebeten, seine Forschungen zunächst als Thesen zur allgemeinen wissenschaftlichen Diskussion zu veröffentlichen, da seine Erkenntnisse den damals allgemein anerkannten naturwissenschaftlichen Lehrmeinungen komplett zuwiderliefen. Weil er aber darauf beharrte, seine Thesen seien die Wahrheit und alles andere falsch, durfte er sie zunächst gar nicht mehr öffentlich vertreten. Man verbot ihm aber ausdrücklich nicht, weiter zu forschen, sondern stellte ihm sogar die nötigen Hilfsmittel zur Verfügung.)

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