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Björn

Die katholische Kirche und der Missbrauch

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Chrysologus
vor 30 Minuten schrieb rorro:
vor 1 Stunde schrieb gouvernante:

Nein, die ist leider abgeschafft und das hat der Qualität der Selig- und Heiligsprechungsprozesse leider nicht aufgeholfen.

 

Wann war das denn?

Ob es begrifflich einen advocatus diaboli jemals um Prozessrecht gab, das kann ich nicht bestätigen. Dennoch kann auf ein entsprechendes Amt kaum verzichtet werden, wenn man - wie kurial üblich - dem klassisch römischen Prozessrecht folgt, auch wenn man nun Parteien etwas konstruieren muss. Und da braucht es dann neben dem Petenten, der die Selig- oder Heiligsprechung anstrebt, einen Prozessgegner. 

Die letzte große Reform des Heiligsprechungsverfahrens war 1983, danach gab es unter Benedikt XVI. noch mal einige kleinere Änderungen, deren herausragendste die Rückverlegung des Seligsprechung in die Diözesen war, andere wesentliche Verfahrensänderungen habe ich nicht in Erinnerung, und der Wegfall des Widerparts des Petenten wäre eine wesentliche Änderung.

1975 scheint es etwas gegeben zu haben, das liegt mir aber nicht vor - und ehrlich gesagt habe ich auch Zweifel, dass es da noch etwas gab. denn schon 1969 hatte Paul VI. die Verfahren neu geordnet, im übrigen mit erstaunlich lokal und regional angesiedelten Gerichten, die die Verfahren führen sollten, und mit der erklärten Absicht, die Verfahren "ebener und (damit) schneller" (planius et expeditius) ablaufen zu lassen. Das MP Sanctitatis clarior spricht durchgängig von tribunales, was ganz klar Gerichtshöfe sind, beinhaltet jedoch keine Prozessordnung, so dass nach der allgemeinen Prozessordnung des CIC vorzugehen gewesen sein wird. Diese Gerichte haben allerdings nur zu untersuchen, nicht abschließend zu entscheiden, das behielt sich Rom vor. Aber in jedem Fall brauchte es so  den oben genannten Prozessgegner.

Ganz neu scheint das nicht gewesen zu sein, betont Paul VI. doch, dass die bischöflichen Gerichte bislang auf delegierte päpstliche Vollmacht hin tätig wurden, nun aber aus eigener Vollmacht hin tätig werden dürften, die durch die zusätzlich päpstliche Vollmacht gestärkt werde (und ohne letztere durfte man dann auch nicht tätig werden).

Wenn es den nun nicht mehr gibt (die aktuelle Ordnung liegt mir nicht vor), dann ist der 1983 entfallen, auch wird seither weniger gerichtsförmig untersucht, auch wenn die Verfahren aus guten Gründen nach wie vor beim Offizial angesiedelt werden.

Ich habe also nur Indizien, wer es sicher wissen will, der möge die AAS 1969 bis 1983 aufmerksam lesen, ob es da noch etwas zu dem Thema gab - ich vermute es jedoch nicht.

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gouvernante

Ich meine, es sei JP II gewesen, der diese Aufgabe/Rolle 1983 abschaffte.

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