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[UMT] Gute theologische Aufsätze im Netz


gouvernante
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vor 4 Stunden schrieb gouvernante:

Kein Aufsatz, sondern ein Workshopbericht, aber deswegen nicht weniger interessant:

Identitäre Versuchungen. Ein befreiungstheologischer Workshopbericht

 

Habe den Bericht kurz überflogen. Inhaltlich könnte man da oder dort andocken ... nur: mit Theologie im Sinne dieses Boards [Glaubensfragen - Lehramt - Heilige Schrift & Exegese Gebete & Bibelteilen] hat er imo nicht viel zu tun. Die gleichen Inhalte könnte ich grob zu 90% auch auf einer entsprechenden Tagung von Soziologen oder Politologen finden. 

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vor 1 Stunde schrieb Chrysologus:

Hmm - er wirft Immaculata conceptio und Jungfrauengeburt in einen Topf - ein klassischer Fehler.

Ich habe den Abschnitt über den 08.12. so gelesen, als dass er beide Berichte parallelisiert.

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vor 11 Minuten schrieb gouvernante:

Ich habe den Abschnitt über den 08.12. so gelesen, als dass er beide Berichte parallelisiert.

Das wird zwar oft und gerne gemacht - ich habe aber noch niemanden gesehen, der bei diesem Drahtseilakt nicht abgestürzt wäre.

 

Auch wenn beide Dogmen - unbefleckte Empfängnis und Jungfrauengeburt - augenscheinlich mit Maria zu tun haben, so ist doch das erste eine marianisches Aussage (und nur im Zusammenhang mit Maria von Relevanz), das andere aber eine zentrale christologische Aussage, der es um die Menschwerdung Gottes und nicht um Maria geht. Im verlinkten Aufsatz (der als solcher wunderbar über Sexualität schreibt) gelingt es nach meinem Eindruck nicht, deutlich genug zu betonen, dass Maria zwar ohne Erbsünde empfangen, aber auf sexuellem Wege gezeugt wurde - dass umgekehrt Jesus zwar asexuell empfangen wurde, dies aber nichts mit seiner Beziehung zur Erbsünde zu tun hat. 

 

So betont er zwar die Notwendigkeit eines gelassenen Umgangs mit Sex - er drück sich dann jedoch wenig gelassen darum, sachlich festzustellen, dass Joachim und Anna  Sex hatten, was zu Maria führte, und dass umgekehrt Maria keinen Sex (zumindest im herkömmlichen Sinne) hatte und doch Jesus empfangen wurde. 

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Die unbefleckte Empfängnis besagt IMHO, dass Maria im Stande der Taufgnade geboren wurde und zwar im Hinblick auf die damit verbundene Erbsündenthematik.

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Nachdenken über Kirchenrecht, Pastoral und Macht (Teil 1): https://www.feinschwarz.net/pastoral-versus-kirchenrecht-wie-weiter

In der aktuellen Herderkorrespondenz gibt es auch einen interessanten Artikel dazu, der sich allerdings de facto auf's Eherecht beschränkt und online nicht zugänglich ist.

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vor 6 Stunden schrieb gouvernante:

Nachdenken über Kirchenrecht, Pastoral und Macht (Teil 1): https://www.feinschwarz.net/pastoral-versus-kirchenrecht-wie-weiter

In der aktuellen Herderkorrespondenz gibt es auch einen interessanten Artikel dazu, der sich allerdings de facto auf's Eherecht beschränkt und online nicht zugänglich ist.

Isses nur bei mir so oder ist die Formatierung der Seite etwas herausfordernd?

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Mistah Kurtz

Da ich gerade von meiner Aversion gegen das Liebes-Manta der göttlichen Liebe geschrieben habe und auf  Hebr 10,31 verwies, ein Artikel zu letzterem, den ich gerade wegen seiner Abhandlung des Themas am Beispiel von Dostojewskijs Staretz Sossima in den Brüdern Karamasoff schätze:

 

Adam Sandler: Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen

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vor 4 Stunden schrieb nannyogg57:

Isses nur bei mir so oder ist die Formatierung der Seite etwas herausfordernd?

Ich hab' unter Chrome, FF und Safari ein angenehmes Layout.

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Die US-amerikanische jüdische Theologin Susannah Heschel hat in ihrem 2010 erschienenen Buch "The Aryan Jesus" den Einfluss der NS-Ideologie auf die Lehre der Evangelischen Kirche in Deutschland untersucht. Das Buch ist bisher nicht ins Deutsche übersetzt.

 

Ein vorbereitender Aufsatz von ihr erschien aber schon 2008 auf deutsch, beim Infodienst "Compass", unter dem Titel "Die Faszination der Theologie für die Rassentheorie: Wie Jesus im deutschen Protestantismus zum Nazi wurde". Dieser Aufsatz ist immer noch abzurufen.

 

Eine etwas gekürzte Fassung des Aufsatzes hat Philipp Greifenstein jetzt - deshalb komme ich auf das Thema - in seinem Internet-Magazin "Die Eule" veröffentlicht.

 

Susannah Heschel widmet sich besonders dem Wirken des so genannten Entjudungsinstituts. Ich bin zwar der Ansicht, dass sie den Einfluss dieser Organisation auf die evangelische Theologie überschätzt, sowohl in der NS-Zeit als auch in der Nachkriegszeit. Aber lesenswert und nachdenkenswert finde ich ihre Ausführungen auf jeden Fall.

Alfons

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Marcellinus
vor 42 Minuten schrieb Chrysologus:

Michael Bongardt, Theologie und Philosophie im Zeichen der Pluralität klick

 

Für mich liest sich das, als wenn sich mit Theologie und Philosophie zwei Fußkranke der geistigen Völkerwanderung gegenseitig Mut machen wollen.

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vor 5 Stunden schrieb Chrysologus:

Michael Bongardt, Theologie und Philosophie im Zeichen der Pluralität klick

 

Keine Ahnung, woran es liegt, aber bei mir funktioniert der Link nicht.
 

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gouvernante
vor 10 Minuten schrieb Alfons:

Keine Ahnung, woran es liegt, aber bei mir funktioniert der Link nicht.

Dürfte am Server von praefaktisch.de liegen. Vor 3 Stunden habe ich die Seite aufgerufen, jetzt meldet er: nicht erreichbar.

Edited by gouvernante
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Eine Frage wird da aufgeworfen, die ich für mich bisher nicht wirklich beantworten konnte: Wie ich den christlichen Glauben zwischen den vielen Philosophien, Weltanaschauungen und Religionen eigentlich positioniert und legitimiert sehe, bzw. ihn selbst rechtfertigen kann. Die Umkehrung am Schluss des Artikels ist da ein guter Anstoß.

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Marcellinus
vor 29 Minuten schrieb Gratia:

Eine Frage wird da aufgeworfen, die ich für mich bisher nicht wirklich beantworten konnte: Wie ich den christlichen Glauben zwischen den vielen Philosophien, Weltanaschauungen und Religionen eigentlich positioniert und legitimiert sehe, bzw. ihn selbst rechtfertigen kann. 

 

Das hat Bongardt doch beantwortet. Da es eine objektive Legitimation nicht gibt, bleibt nur die subjektive persönliche Annahme. 

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Was ich ja in meinem letzten Satz auch geschrieben habe.

Bleibt aber der sperrige objektive Wahrheitsanspruch, mit dem ich selbst dabei umgehen muss.

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Marcellinus
vor 1 Minute schrieb Gratia:

Was ich ja in meinem letzten Satz auch geschrieben habe.

Bleibt aber der sperrige objektive Wahrheitsanspruch, mit dem ich selbst dabei umgehen muss.

 

Ein „objektiver Wahrheitsanspruch“ ist wie ein schwarzer Schimmel, ein Widerspruch in sich. Wahrheitsansprüche sind immer subjektiv.

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Vielleicht ist es auch ein weißer Schimmel, eine Doppelung.

Lasse ich es einfach weg und sage "Wahrheit".

 

Wenn ich den Glauben als eine rein subjektive Wahrheit betrachten würde (wie du es wahrscheinlich tust?), bleibt nur eine Suggestion übrig. Einer Suggestion würde ich aber nicht mein Leben anvertrauen. Das kann ich nur da, wo ich eine - objektiv nicht beweisbare - Wahrheit annehme und erhoffe.

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Marcellinus
vor 14 Minuten schrieb Gratia:

Vielleicht ist es auch ein weißer Schimmel, eine Doppelung.

Lasse ich es einfach weg und sage "Wahrheit".

 

Wenn ich den Glauben als eine rein subjektive Wahrheit betrachten würde (wie du es wahrscheinlich tust?), bleibt nur eine Suggestion übrig. Einer Suggestion würde ich aber nicht mein Leben anvertrauen. Das kann ich nur da, wo ich eine - objektiv nicht beweisbare - Wahrheit annehme und erhoffe.

 

Aber es bleibt ein subjektiver Glauben. Bei Popper habe ich dazu zwei interessante Zitate gefunden, ist gezielt auf den wissenschaftsphilosophischen Wahrheitsanspruch, gilt aber meiner Ansicht nach für jeden:

 

„Das unmittelbar Erlebte ist subjektiv und absolut […] Die objektive Welt hingegen, welche die Naturwissenschaft rein herauszukristallisieren sucht, [..] ist notwendigerweise relativ […] Dieses Gegensatzpaar: subjektiv - absolut und objektiv - relativ scheint mir eine der fundamentalsten erkenntnistheoretischen Einsichten zu enthalten, die man aus der Naturforschung ablesen kann. Wer das Absolute will, muß die Subjektivität, die Ichbezogenheit, in Kauf nehmen; wen es zum Objektiven drängt, der kommt um das Relativitätsproblem nicht herum.“

(Hermann Weyl, Philosophie der Mathematik und Naturwissenschaft, 1966, S. 150f, zitiert bei Karl Raimund Popper, Logik der Forschung, Tübingen 1984, S. 75)

 

Popper selbst schreibt dazu:

 

„Das alte Wissenschaftsideal, das absolut gesicherte Wissen (episteme), hat sich als Idol erwiesen. Die Forderung der Wissenschaftlichen Objektivität führt dazu, daß jeder wissenschaftliche Satz vorläufig ist. Er kann sich wohl bewähren - aber jede Bewährung ist relativ, eine Beziehung, eine Relation zu anderen, gleichfalls vorläufigen Sätzen. Nur in unseren subjektiven Überzeugungserlebnissen, in unserem Glauben können wir absolut sicher sein." (Popper a.a.O. S. 225)

 

Nur in unseren subjektiven Überzeugungserlebnissen, in unserem Glauben können wir absolut sicher sein. Das scheint mir der entscheidende Satz.

Edited by Marcellinus
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