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Erstkommunionlieder im Musikunterricht


Udalricus
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Mit Bestürzung verfolge ich diese Diskussion in einem Ort in Niederösterreich:

 

http://noe.orf.at/news/stories/2646156/

 

Bei uns ist das selbstverständlich, dass die Lieder im Musikunterricht gesungen werden.

Auch der Schulchor probt und singt bei der Erstkommunion.

 

Muss ich darum bangen, dass das künftig nicht mehr geht?

 

Welche Erfahrungen kennt ihr?

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Mit Bestürzung verfolge ich diese Diskussion in einem Ort in Niederösterreich:

 

http://noe.orf.at/ne...tories/2646156/

 

Bei uns ist das selbstverständlich, dass die Lieder im Musikunterricht gesungen werden.

Auch der Schulchor probt und singt bei der Erstkommunion.

 

Muss ich darum bangen, dass das künftig nicht mehr geht?

 

Welche Erfahrungen kennt ihr?

 

Ich finde es eher befremdlich, dass wegen einer solchen Provinzposse ein hoher Beamter quasi strafversetzt wird.

Im übrigen sind katholische Kinder, seit man Schulzentren gebaut hat, an den meisten Grundschulen hier in der Region deutlich in der Minderzahl und es überwiegen in der entsprechenden Altersstufe die nichtkatholischen Kinder. Es käme niemand auf die Idee,die Mehrzahl der nichtkatholischen Kinder im Musikunterricht mit dem Einüben von Kirchengesängen für ein Fest zu traktieren, das sie nicht betrifft. Wenn man zur Erstkommunionvorbereitung schon die staatlifche Schule mit einspannen will, dann bitte im konfessionellen Religionsunterricht Und sonst wird hier auf die Erstkommunion lange und häufig genug ausserhalb der Schule geübt, da hat das Liedlein einüben dann auch noch Platz. Die Schulchöre werden auch nicht bemüht, wozu haben die Gemeinden/Seelsorgeeinheiten (bei uns wenigstens) denn Kinder- und Jugendkantoreien?

 

Solange sich konfessionslose Eltern nicht gegen diese Vereinnahmung des Schulunterrichts durch einzelne Konfessionen wehren, brauchst Du Dich nicht zu ängstigen, wird es Bei Dir weiterlaufen wie bisher. Aber Du wirst Dich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass auch bei Dir hinter den sieben Bergen irgenwann mal Eltern auf den Putz hauen.

Edited by Julius
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Ich finde es eher befremdlich, dass wegen einer solchen Provinzposse ein hoher Beamter quasi strafversetzt wird.

Im übrigen sind katholische Kinder an Grundschulen hier in der Region deutlich in der Minderzahl und es überwiegen in der entsprechenden Altersstufe die nichtkatholischen Kinder. Es kämie niemand auf die Idee,die Mehrzahl der nichtkatholischen Kinder im Musikunterricht mit dem Einüben von Kirchengesängen für ein Fest zu traktieren, das sie nicht betrifft. Wenn man zur Erstkommunionvorbereitung schon die staatlifche Schule mit einspannen will, dann bitte im konfessionellen Religionsunterricht Und sonst wird hier auf die Erstkommunion lange und häufig genug ausserhalb der Schule geübt, da hat das Liedlein einüben dann auch noch Platz. Die Schulchöre werden auch nicht bemüht, wozu haben die Gemeinden/Seelsorgeeinheiten (bei uns wenigstens) denn Kinder- und Jugendkantoreien?

 

Siehst du das auch so, wenn - wie bei uns - von 64 Schülern nur zwei nicht katholisch sind?

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Ich finde es eher befremdlich, dass wegen einer solchen Provinzposse ein hoher Beamter quasi strafversetzt wird.

Im übrigen sind katholische Kinder an Grundschulen hier in der Region deutlich in der Minderzahl und es überwiegen in der entsprechenden Altersstufe die nichtkatholischen Kinder. Es kämie niemand auf die Idee,die Mehrzahl der nichtkatholischen Kinder im Musikunterricht mit dem Einüben von Kirchengesängen für ein Fest zu traktieren, das sie nicht betrifft. Wenn man zur Erstkommunionvorbereitung schon die staatlifche Schule mit einspannen will, dann bitte im konfessionellen Religionsunterricht Und sonst wird hier auf die Erstkommunion lange und häufig genug ausserhalb der Schule geübt, da hat das Liedlein einüben dann auch noch Platz. Die Schulchöre werden auch nicht bemüht, wozu haben die Gemeinden/Seelsorgeeinheiten (bei uns wenigstens) denn Kinder- und Jugendkantoreien?

 

Siehst du das auch so, wenn - wie bei uns - von 64 Schülern nur zwei nicht katholisch sind?

 

Selbstverständlich sehe ich das auch dann so. Nur weil sich die katholische Gemeinde anscheinend schon immer das Privileg herausgenommen hat, den schulischen Musikunterricht für ihre Zwecke zu vereinnahmen, der Pfarrer das anscheinend als Gewohnheitsrecht betrachtet ("es sind ja doch alle bis auf zwei katholisch, die zwei Hansel und deren Eltern sollen sich gefälligst nicht so haben - und wir sind die Mehrheit! Jawoll!"), muss ich das nicht für richtig halten. Es geht auch mit ausschließlich katholischen Kindern einer Klasse oder Schule anders. Im übrigen kann ich mir vorstellen, dass es auch katholische Eltern gibt, die nicht besonders darüber beglückt sind, dass ihre Wochenendplanung beeinträchtigt wird, wenn die Sprößlinge via Schulchor für die Events der katholischen Kirchengemeinde dienstverpflichtet werden. Anstatt zu "bangen", dass es im alten Trott möglicherweise irgendwann nicht weitergeht, könntest Du den Trott vielleicht auch ändern.

Edited by Julius
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Man muss sakrale Musik im Musikunterricht natürlich nicht aussparen, aber der Musikunterricht sollte nun wirklich nicht die Fortsetzung des Religionsunterrichts mit anderen Mitteln sein.

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Muss ich darum bangen, dass das künftig nicht mehr geht?

 

 

Ja und das ist auch richtig so.

Edited by Der Geist
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Ich finde es eher befremdlich, dass wegen einer solchen Provinzposse ein hoher Beamter quasi strafversetzt wird.

Im übrigen sind katholische Kinder an Grundschulen hier in der Region deutlich in der Minderzahl und es überwiegen in der entsprechenden Altersstufe die nichtkatholischen Kinder. Es kämie niemand auf die Idee,die Mehrzahl der nichtkatholischen Kinder im Musikunterricht mit dem Einüben von Kirchengesängen für ein Fest zu traktieren, das sie nicht betrifft. Wenn man zur Erstkommunionvorbereitung schon die staatlifche Schule mit einspannen will, dann bitte im konfessionellen Religionsunterricht Und sonst wird hier auf die Erstkommunion lange und häufig genug ausserhalb der Schule geübt, da hat das Liedlein einüben dann auch noch Platz. Die Schulchöre werden auch nicht bemüht, wozu haben die Gemeinden/Seelsorgeeinheiten (bei uns wenigstens) denn Kinder- und Jugendkantoreien?

 

Siehst du das auch so, wenn - wie bei uns - von 64 Schülern nur zwei nicht katholisch sind?

Ja, das seh ich auch dann so.

Unterhalte dich mal mit einem Christen, der in einem muslimischen Land zur Schule gegangen ist, dann wirst du die Sache sicher auch mit anderen Augen sehen.

 

Werner

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Ich war auf einer katholischen Grundschule, 100% der Schüler katholisch, die ganze Klasse wurde gemeinsam auf den Erstkommunionsunterricht vorbereitet.

 

Wir hatten keinen Schulchor.

 

Im Musikunterricht wurden nie Kirchenlieder gesungen.

 

Kirchenlieder habe ich in der Kirche gelernt.

 

Das war in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

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Claudia-Jutta

"Ging ein Weiblein Birnen schütteln,

alle Burschen halfen rütteln."

Wie warn die "Burschen" stolz, dass sie "rütteln" geholfen haben!

 

Das Volkslied, das wir lernten - oder waren es zwei -, fällt mir grade nicht ein. Aber jedesmal, wenn´s im Radio kommt, fällt´s mir ein.

 

Und wie dachte ich wehmütig daran zurück, als ich später auf dem Gymnasium (in einer größeren Stadt) "Hohetjodürü!" jodeln "durfte"!

 

 

Wie anders wären meine Erinnerungen an den Grundschul-Musikunterricht, wenn wir "der dich erhält, wie es dir immer gefällt" hätten singen müssen!

Edited by Claudia-Jutta
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Ich war auf einer katholischen Grundschule, 100% der Schüler katholisch, die ganze Klasse wurde gemeinsam auf den Erstkommunionsunterricht vorbereitet.

 

Wir hatten keinen Schulchor.

 

Im Musikunterricht wurden nie Kirchenlieder gesungen.

 

Kirchenlieder habe ich in der Kirche gelernt.

 

Das war in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

 

Ich habe es ja zur selben Zeit auch so erlebt.

Aber bei mir ist es ja nicht so, dass die Pfarre die Schule bittet, auffordert, einteilt, verpflichtet - oder wie auch immer - die Lieder zu proben und zu singen, sondern dass es eine uralte Tradition gibt, dass sich die Schule in dieser Weise an der Erstkommunion beteiligt.

Wahrscheinlich wären sie sogar beleidigt, wenn man ihnen das nähme ....

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Wenn es keinen stört, dann ist ja alles gut.

Aber wenn es mal einen stört, dann wird es ein großes Theater geben, es werden Leute sagen, dass da irgendwelche Minderheiten die Mehrheit terrorisieren wollen, dass die christliche Tradition des Abendlandes zerstört werden soll usw, man kennt es ja aus diversen Streitigkeiten um Schulkreuze oder -gebete.

 

Und dann stell dir bitte folgendes vor:

 

Du bist ein christliches Kind und wächst irgendwo im nahen Osten auf und gehst dort zur Schule. In der Klasse wird jeden Morgen gemeinsam ein islamisches Gebet gesprochen. An der Wand hinter dem Lehrer hängt eine Kalligraphie "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet". Wenn mittags der Muezzin ruft, wird der Unterricht zum gemeinsamen Gebet unterbrochen. Und so weiter, und du mittendrin. Und jetzt stell dir vor, du hättest das Recht, zu sagen "ich möchte bitte in der Schule damit in Ruhe gelassen werden, weil das alles nicht meins ist."

Wär das nicht toll?

Bei uns darfst du das sagen.

Ist das nicht toll?

Und wäre es nicht noch schöner, wenn du dir dann nicht anhören müsstest, du wolltest die Kultur zerstören und du seist ein Störenfried?

 

Werner

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Aber bei mir ist es ja nicht so, dass die Pfarre die Schule bittet, auffordert, einteilt, verpflichtet - oder wie auch immer - die Lieder zu proben und zu singen, sondern dass es eine uralte Tradition gibt, dass sich die Schule in dieser Weise an der Erstkommunion beteiligt.

Wahrscheinlich wären sie sogar beleidigt, wenn man ihnen das nähme ....

 

Ach weißt du, bei uns sagt es auch niemand (schon gar nicht der Schuldirektor) dem Pfarrer ins Gesicht, wie sehr die verpflichtende schulische Erstkommunion-Vorbereitung die Lehrer und viele Eltern nervt. Ich wohne wirklich am tiefsten Land, aber unter der Hand höre ich das von allen Seiten. Und ich hab sehr wohl die angefressenen Gesichter der Lehrerinnen gesehen, die an 3 Sonntagen mit aufmarschieren mussten und es gehasst haben, nicht zu wissen, wann man aufsteht und niederkniet.

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Wahrscheinlich wären sie sogar beleidigt, wenn man ihnen das nähme ....

 

Da habe ich so meine Zweifel. :rolleyes:

Und selbst wenn: Du brauchst sicher nicht zu bangen, dass man Dich verantwortlich macht, falls das irgendwann mal von einem Gericht entschieden wird. :popcorn:

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Wahrscheinlich wären sie sogar beleidigt, wenn man ihnen das nähme ....

Frag sie doch einfach!

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Wahrscheinlich wären sie sogar beleidigt, wenn man ihnen das nähme ....

Frag sie doch einfach!

Wozu?

Auch eine Umfrage hebelt rechtliche Regelungen nicht aus. Die diesbezüglich Meinung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist ziemlich klar. Während ein Kreuz das stumm an der Wand hängt (gerade noch) tolerabel ist dürfte man dies bei Erstkommunionliedern im normalen Unterricht kaum mehr so sehen.

 

Zudem sind solche Aktionen einfach deshalb auch für die Kirche selbst kontraproduktiv, weil man damit nur Propagisten von Kirchenprivilegien Munition liefert.

Edited by Der Geist
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nannyogg57

Ich fände es befremdlich, wenn unser Schulchor für die EKO proben und beim Gottesdienst singen würde. Das ist Aufgabe der Kirchenmusikerin. Die Vermittlung von Werten ist nicht an religiöse Veranstaltungen gebunden.

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Vor allem, wir hatten auch Englisch- und Französischlehrer die ihren Unterricht erfreulicherweise für das eine oder andere Liedchen nutzten, die Unterrichtsbücher der jeweiligen Fremdsprache enthielten sogar welche samt Text und Noten.

Warum sollte also nicht der Religionsunterricht durch entsprechende Lieder schöner werden?

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Higgs Boson

Im Musikunterricht singen die Jugendlichen meiner jüngsten Tochter evangelikale Lobpreislieder ohne Anlass, außer Singen.

 

Einfach weil die gut klingen, inhaltlich werden die Lieder nicht diskutiert.

 

Und wenn sie die Internationale singen würden, ich schritte auch nicht ein.

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gouvernante

Warum sollte also nicht der Religionsunterricht durch entsprechende Lieder schöner werden?

Ich denke auch, Lieder ur EK gehören (wenn überhaupt) in den Religionsunterricht.

Daß ein Schulchor für die Feiern der EK probt, käme mir nicht in den Sinn (und in meiner Weltgegend schlicht nicht vor).

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Ich käme in meinem zweiten Fach Deutsch auch nie auf die Idee, kirchliche Lieder im Unterricht zu singen, genausowenig wie ich Lieder anderer Religionen singen würde. Wenn ich sowas nehmen würde, um daran etwas Inhaltliches zu besprechen (Form, stilistische Mittel,...), spielte ich sie vor!

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Franciscus non papa

Auch wenn es schwer fällt, Udal, es gibt eine Trennung von Kirche und Staat. Auch der Religionsunterricht sollte nicht der Erstkommunionvorbereitung dienen. Das hat in den Gruppenstunden der Erstkommunionkinder zu geschehen.

 

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn im Musikunterricht auch ein Kirchenlied vorkommt, wenn - in der entsprechenden Altersstufe - Gregorianik vorkommt - falls der Musiklehrer überhaupt imstande ist, dazu sinnvolles zu sagen. Aber die Vereinnahme der Schule für innerkirchliche Zwecke ist einfach ein Unding.

 

Was würden Christen sagen, wenn in andern Ländern ihre Kinder auf diese Art anderen Religionen "ausgeliefert" würden.

 

Die Schule hat weltanschaulich neutral zu bleiben.

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Ich weiß, warum ich vehement für konfessionelle Schulen bin...

 

Wenngleich ich den RU auch nicht als Ort der EK-Vorbereitung sehe. Und was die Lieder angeht hängt es meiner Meinung nach durchaus davon ab, ob grundsätzlich eine gewisse Bindung an die Kirchengemeinde besteht.

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Franciscus non papa

du darfst gern für Konfessionsschulen sein, aber darum geht's hier ja nicht.

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GerhardIngold

Mit Bestürzung verfolge ich diese Diskussion in einem Ort in Niederösterreich:

 

http://noe.orf.at/news/stories/2646156/

 

Bei uns ist das selbstverständlich, dass die Lieder im Musikunterricht gesungen werden.

Auch der Schulchor probt und singt bei der Erstkommunion.

 

Muss ich darum bangen, dass das künftig nicht mehr geht?

 

Welche Erfahrungen kennt ihr?

 

Wenn Juden, Christen, Muslime, Nichtreligiöse usw. von den jeweils anderen abschotten, ist das eine unglückliche Entwicklung.

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Gallowglas

Mit Bestürzung verfolge ich diese Diskussion in einem Ort in Niederösterreich:

 

http://noe.orf.at/news/stories/2646156/

 

Bei uns ist das selbstverständlich, dass die Lieder im Musikunterricht gesungen werden.

Auch der Schulchor probt und singt bei der Erstkommunion.

 

Muss ich darum bangen, dass das künftig nicht mehr geht?

 

Welche Erfahrungen kennt ihr?

 

Wenn Juden, Christen, Muslime, Nichtreligiöse usw. von den jeweils anderen abschotten, ist das eine unglückliche Entwicklung.

 

Ganz im Gegenteil ...

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