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Haram (Islam) oder Sünde


GerhardIngold

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Das Problem ist nur, dass etwas, das vor 1000 Jahren oder vor 2000 jahren oder vor 3000 jahren vielleicht sinnvoll war, heute vielleicht sinnlos ist oder gar widersinnig, und dann müsste man den Mut haben, sie zu ändern, aber das geht nicht, weil religiöse Menschen es für eine Verletzung ihres Glaubens halten.

Daher sage ich: Nicht "religiöse Absicherung" sollte man das nennen, sondern unsinnige religiöse Verbrämung. Denn nur wenn man sowas immer und immer wieder ganz deutlich macht, lässt sich der religiöse Beton vielleicht aufweichen.

Ich habe den Eindruck, dass ein gewaltiger Anteil der organisierten Religion jeder Couleur darin besteht, solche inzwischen unsinnigen, mit Religion eigentlich gar nichts zu zun habenden, "Verhaltensweisen" hochzuhalten, was ein Grund für meine Entfremdung gegenüber jeder Art von organsisierter Religion ist.

 

Werner

Einfach verwerfen geht nicht. Jedenfalls nicht für alle.

Das kann einer für sich machen, aber: wenn Menschen an solchen Anweisungen hängen, hat das mit einem vagen Gefühl dafür zu tun, dass mit diesen Handlungen auch ein Inhalt transportiert wird/worden ist und dass der wichtig ist. Und solange der nicht verstanden worden ist, ist es ja auch sinnvoll, mehr oder weniger ehrfürchtig an solchen Regeln festzuhalten.

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... gibt es noch Sünden wider den heiligen Geist. Meines Verständisses nach geht es beim letzteren darum, bereits gesündigt zu haben und dann absichtlich das Erbarmen Gottes abzuweissen.

Ich verstehe das ähnlich:

Wenn der heilige Geist der dynamische, der Wirkaspekt von "Gott" ist, dass bedeutet "Sünde wider den Heiligen Geist", sich dieser wachstumsanstoßenden, vorwärtstreibenden Kraft zu verweigern, zu stagnieren, zu erstarren und abzunehmen in seiner Lebendigkeit und Beziehungsfähigkeit.

(Das "kann nicht verziehen werden" - weil, wenn jemand sich innerlich völlig abschließt und sich durch nichts in seiner Resignation bewegen lässt, kann sich nichts mehr neu und weiter entwickeln.)

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Ich verstehe das ähnlich:

Wenn der heilige Geist der dynamische, der Wirkaspekt von "Gott" ist, dass bedeutet "Sünde wider den Heiligen Geist", sich dieser wachstumsanstoßenden, vorwärtstreibenden Kraft zu verweigern, zu stagnieren, zu erstarren und abzunehmen in seiner Lebendigkeit und Beziehungsfähigkeit.

(Das "kann nicht verziehen werden" - weil, wenn jemand sich innerlich völlig abschließt und sich durch nichts in seiner Resignation bewegen lässt, kann sich nichts mehr neu und weiter entwickeln.)

 

Das ist verständlich, jedoch nicht nur das Zweifeln an Gottes Gnade, auch das Gegenteil gilt als Sünde wider den heiligen Geist: Man hat gesündigt und denkt, Gott wird schon vergeben. Da bedarf es einer anderen Erklärung. Naheliegend wäre zu sagen, Hochmut ist eine Sünde. Aber richtig zusammen passt es meinem Erachten nicht noch zusätzlich eine spezielle Form von Hochmut als eine andere Sünde zu beschreiben. Ausserdem: Ist der Gedanke, Gott wird vergeben, nicht Ausdruck eines Glaubens an die Allgüte Gottes?

 

DonGato.

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Das ist verständlich, jedoch nicht nur das Zweifeln an Gottes Gnade, auch das Gegenteil gilt als Sünde wider den heiligen Geist: Man hat gesündigt und denkt, Gott wird schon vergeben.

Darüber, was mit der Sünde wider den Heiligen Geist gemeint ist, haben sich schon viele Theologen und Bibelleser Gedanken gemacht.

Dazu hat es auch innerkatholisch schon unzählige, sicher auch in sich widersprüchliche Aussagen gegeben.

Im momentanen Katechismus steht z.B.:

"Wer sich absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurück. Eine solche Verhärtung kann zur Unbußfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben führen."

Das ist halt eine theologische Sprache für in etwa dasselbe, was du und ich auch gesagt haben.

Eigentlich brauche ich da keine zusätzliche Erklärung. Mir genügt es, ein Thema so verstanden zu haben, dass ich etwas für mich damit anfangen kann.

Wenn man genauer hinschauen will, was für Haltungen das im konkreten Fall genau sein könnten, kann man natürlich darüber nachdenken, was eine solche "Verhärtung" bewirken kann. Hochmut (die Einstellung, unabhängig von andern alles selbst - und das besser - zu können, niemanden zu brauchen,...) bewirkt ein Umsichselbstkreisen und verhindert eine Öffnung nach außen, die Entwicklung anstoßen könnte.

Insofern kann Hochmut sehr wohl zu einer Sünde wider den Heiligen Geist werden. (So passt es für mich zusammen).

 

Ausserdem: Ist der Gedanke, Gott wird vergeben, nicht Ausdruck eines Glaubens an die Allgüte Gottes?

Doch, ich glaub schon. Wo liegt das Problem?

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GermanHeretic

Das ist verständlich, jedoch nicht nur das Zweifeln an Gottes Gnade, auch das Gegenteil gilt als Sünde wider den heiligen Geist: Man hat gesündigt und denkt, Gott wird schon vergeben. Da bedarf es einer anderen Erklärung. Naheliegend wäre zu sagen, Hochmut ist eine Sünde. Aber richtig zusammen passt es meinem Erachten nicht noch zusätzlich eine spezielle Form von Hochmut als eine andere Sünde zu beschreiben. Ausserdem: Ist der Gedanke, Gott wird vergeben, nicht Ausdruck eines Glaubens an die Allgüte Gottes?

Hatte ich schonmal in diesem Forum geschrieben: Der Heilige Geist ist der "Teil" dieses Gottes, der über alle Christen gekommen ist. Wer gegen den sündigt, d.h. ihn ablehnt, ist automatisch nicht Teil der Christenheit. Ergo kann er dem, was die Christenheit ausmacht bzw. was sie sich für die jenseitige Zukunft erhofft, nicht teilhaftig sein bzw. werden. Da nützt dann auch eine Vergebung nichts. Ich finde das durchaus logisch.

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....

Doch, ich glaub schon. Wo liegt das Problem?

 

Wieso der Glaube an die Allgüte Gottes eine Sünde wider den heiligen Geist sein kann.

 

DonGato.

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....

Doch, ich glaub schon. Wo liegt das Problem?

 

Wieso der Glaube an die Allgüte Gottes eine Sünde wider den heiligen Geist sein kann.

 

DonGato.

 

Du meinst das?

 

auch das Gegenteil gilt als Sünde wider den heiligen Geist: Man hat gesündigt und denkt, Gott wird schon vergeben.

 

Worauf beziehst du dich denn damit?

Wo stehst das?

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....

Doch, ich glaub schon. Wo liegt das Problem?

 

Wieso der Glaube an die Allgüte Gottes eine Sünde wider den heiligen Geist sein kann.

 

DonGato.

 

Du meinst das?

 

auch das Gegenteil gilt als Sünde wider den heiligen Geist: Man hat gesündigt und denkt, Gott wird schon vergeben.

 

Worauf beziehst du dich denn damit?

Wo stehst das?

 

Gemäss nachzulesender SOP der rkK über Sünde wider den heiligen Geist werden folgende Handlungen dazu gezählt:

 

desperatio = Verzweiflung am Heil

[Das hattes Du mir erklärt]

impoenitentia = Unbußfertigkeit bis zum Tod

impugnatio veritatis agnitae = Zurückweisung der erkannten Wahrheit

invidentia fraternae gratiae = Neid auf Gnadengabe (an andere ?)

obstinatio = Verstockung in Sünden

praesumptio = vermessene Gnadenerwartung [Darum geht es. Man erwartet, Gott wird einem schon vergeben. Aber dieser Gedanke, Gott wird schon vergeben, ist doch nichts anderes als als der Glaube an die Allgüte Gottes.]

 

A mi modo de ver

DonGato.

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praesumptio = vermessene Gnadenerwartung [Darum geht es. Man erwartet, Gott wird einem schon vergeben. Aber dieser Gedanke, Gott wird schon vergeben, ist doch nichts anderes als als der Glaube an die Allgüte Gottes.]

 

 

Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)
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Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)

 

:)

 

Aber wie kann es passieren, dass ein allgütiger Gott etwas nicht vergibt?

 

DonGato.

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Das Problem ist nur, dass etwas, das vor 1000 Jahren oder vor 2000 jahren oder vor 3000 jahren vielleicht sinnvoll war, heute vielleicht sinnlos ist oder gar widersinnig, und dann müsste man den Mut haben, sie zu ändern, aber das geht nicht, weil religiöse Menschen es für eine Verletzung ihres Glaubens halten.

Daher sage ich: Nicht "religiöse Absicherung" sollte man das nennen, sondern unsinnige religiöse Verbrämung. Denn nur wenn man sowas immer und immer wieder ganz deutlich macht, lässt sich der religiöse Beton vielleicht aufweichen.

Ich habe den Eindruck, dass ein gewaltiger Anteil der organisierten Religion jeder Couleur darin besteht, solche inzwischen unsinnigen, mit Religion eigentlich gar nichts zu zun habenden, "Verhaltensweisen" hochzuhalten, was ein Grund für meine Entfremdung gegenüber jeder Art von organsisierter Religion ist.

 

Werner

Einfach verwerfen geht nicht. Jedenfalls nicht für alle.

Das kann einer für sich machen, aber: wenn Menschen an solchen Anweisungen hängen, hat das mit einem vagen Gefühl dafür zu tun, dass mit diesen Handlungen auch ein Inhalt transportiert wird/worden ist und dass der wichtig ist. Und solange der nicht verstanden worden ist, ist es ja auch sinnvoll, mehr oder weniger ehrfürchtig an solchen Regeln festzuhalten.

Das leuchtet mir nicht wirklich ein.

 

Da gab es also mal eine sinnvolle Regel. Deren Sinnhaftigkeit wurde aber nicht allgemein erkannt, deswegen versuchte man, durch die Behauptung einer religiösen Grundlage ("Gottes Wille" oder ähnliches), die Menschen dazu zu bringen, sich stärker an diese regel zu halten.

 

Heute ist dies Regel bar jeden Sinnes (von denen, die auch heute noch sinnvoll sind, spreche ich ja gar nicht), kein Mensch würde sich an diese Regel halten, wenn es nicht Menschen gäbe, die meinen, irgendein Gott wolle, dass sie sich daran halten.

 

Da würde es doch genügen, wenn die Leute, die das meinen, sich weiter daran halten. Stattdessen gibt es aber Vereinigungen, deren erklärtes Ziel es ist, möglichst viele Menschen zum Befolgen (u.a.) dieser sinnlosen Regel zu bringen.

 

Das halte ich nicht unbedingt für etwas Sinnvolles.

Wenn diese Vereinigungen sich darauf beschränken würden, die sinnlosen Regeln intern zu pflegen ohne das Ziel, möglichst jedermann dahin zu bringen (das macht das Judentum, das nicht missioniert), oder wenn sich die Vereinigungen darauf besinnen würden, dass nicht das Erhalten sinnloser Regeln ihr eigentlicher Zweck ist (den Ansatz erkenne ich im 2. Vatikanischen Konzil, er ist leider im Ansatz steckengeblieben), dann könnte zum einen viel Streit auf der Welt vermieden werden und zum anderen Religiosität als solche wieder mehr Menschen zugänglich gemacht werden.

 

Werner

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Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)

 

:)

 

Aber wie kann es passieren, dass ein allgütiger Gott etwas nicht vergibt?

 

DonGato.

 

Ich habe das versucht, vorhin zu thematisieren, als ich darüber geschrieben habe, warum eine Sünde wider den Heiligen Geist "nicht vergeben werden kann".

Es ist nicht Gott, der nicht vergibt, sondern:

Vergebung ist nicht etwas, das abgeschlossen ist, indem einer dem andern nicht (mehr) böse ist. Sondern Vergebung ist erst dann "fertig" wenn der, der gefehlt hat, es in seinem Herzen ankommen lassen hat, dass "alles wieder gut ist". Dafür braucht es einen Prozess in der Psyche des schuldig Gewordenen - und wenn es jemand nicht zulässt, dass er erschrickt über sein eigenes Versagen, dass er sich schämt, dass es ihm leid tut - und dann auch noch, dass er dem andern glaubt, dass der ihm nicht mehr nachträgt, kann wirkliche Vergebung nicht stattfinden.

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praesumptio = vermessene Gnadenerwartung [Darum geht es. Man erwartet, Gott wird einem schon vergeben. Aber dieser Gedanke, Gott wird schon vergeben, ist doch nichts anderes als als der Glaube an die Allgüte Gottes.]

 

 

Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)

Im wenn ich es recht präsent habe etwa 26. Gesang des Inferno beschreibt Dante einen Verdammten, der im Sicheren Glauben, Gott würde seine Sünde vergeben diese - angeblich reuig im Vorraus - gebeichtet hat BEVOR er diese begangen hatte, im sicheren Bewusstsein sie begehen zu wollen und sicherem Glauben an die - dann aber nicht erfolgte - Vergebung. Könnte so etwas gemeint sein? (Ich versuche gerade die Übersetzung von Flasch, die ist veständlicher als die miesten, aber irgendwie trivialisierend.

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praesumptio = vermessene Gnadenerwartung [Darum geht es. Man erwartet, Gott wird einem schon vergeben. Aber dieser Gedanke, Gott wird schon vergeben, ist doch nichts anderes als als der Glaube an die Allgüte Gottes.]

 

 

Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)

Im wenn ich es recht präsent habe etwa 26. Gesang des Inferno beschreibt Dante einen Verdammten, der im Sicheren Glauben, Gott würde seine Sünde vergeben diese - angeblich reuig im Vorraus - gebeichtet hat BEVOR er diese begangen hatte, im sicheren Bewusstsein sie begehen zu wollen und sicherem Glauben an die - dann aber nicht erfolgte - Vergebung. Könnte so etwas gemeint sein? (Ich versuche gerade die Übersetzung von Flasch, die ist veständlicher als die miesten, aber irgendwie trivialisierend.

Ich kenne das nicht, aber wenn ich dich richtig verstehe: ich glaube, ja.

 

Edit: Du meintest das?

Da geht es um was anderes, oder?

bearbeitet von Ennasus
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praesumptio = vermessene Gnadenerwartung [Darum geht es. Man erwartet, Gott wird einem schon vergeben. Aber dieser Gedanke, Gott wird schon vergeben, ist doch nichts anderes als als der Glaube an die Allgüte Gottes.]

 

 

Okay, ich denke, da geht es auch nur um eine Form der Verweigerung.

Es ist von der Folge her nicht entscheidend, ob ich sage: "Ich bemühe und bewege mich erst gar nicht, weil das eh alles nichts nützt. Auch Gott kann da nichts mehr hefen." und aus dieser Haltung mein Leben gestalte oder ob ich es aus einer Haltung heraus tue, die jegliche Verantwortung für das eigene Tun und Wachstum von sich schiebt, weil "Gott vergibt eh alles.".

(So in etwa nach dem Motto:

)

Im wenn ich es recht präsent habe etwa 26. Gesang des Inferno beschreibt Dante einen Verdammten, der im Sicheren Glauben, Gott würde seine Sünde vergeben diese - angeblich reuig im Vorraus - gebeichtet hat BEVOR er diese begangen hatte, im sicheren Bewusstsein sie begehen zu wollen und sicherem Glauben an die - dann aber nicht erfolgte - Vergebung. Könnte so etwas gemeint sein? (Ich versuche gerade die Übersetzung von Flasch, die ist veständlicher als die miesten, aber irgendwie trivialisierend.

Ich kenne das nicht, aber wenn ich dich richtig verstehe: ich glaube, ja.

 

Edit: Du meintest das?

Da geht es um was anderes, oder?

Stimmt. Der richtige Gesang ist der 27.; wir befinden uns aber immer noch im selben höllenkreis.

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Ich habe das versucht, vorhin zu thematisieren, als ich darüber geschrieben habe, warum eine Sünde wider den Heiligen Geist "nicht vergeben werden kann".

Es ist nicht Gott, der nicht vergibt, sondern:

Vergebung ist nicht etwas, das abgeschlossen ist, indem einer dem andern nicht (mehr) böse ist. Sondern Vergebung ist erst dann "fertig" wenn der, der gefehlt hat, es in seinem Herzen ankommen lassen hat, dass "alles wieder gut ist". Dafür braucht es einen Prozess in der Psyche des schuldig Gewordenen - und wenn es jemand nicht zulässt, dass er erschrickt über sein eigenes Versagen, dass er sich schämt, dass es ihm leid tut - und dann auch noch, dass er dem andern glaubt, dass der ihm nicht mehr nachträgt, kann wirkliche Vergebung nicht stattfinden.

 

Hier verstehe ich nicht, was Du schreibst. Man begeht eine Sünde und hofft, Gott wird das vergeben. Nur ist diese Hoffnung auf Vergebung wieder selbst eine Sünde, die nicht vergeben wird. Andererseits ist die Hoffnung auf Vergebung nichts anderes als der Glaube an die Allgüte Gottes. Du verstehst, ich verstehe das nicht.

 

DonGato.

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kleine Frage, die ich mir beim Durchlesen stellte und die ich Euch jetzt frage:

 

warum, oder wozu, antworten hier nur die, die in diesem Forum mindestens mehr als eintausend Beiträge geschrieben haben?

 

drehen wir uns um uns selber, so wie es die Kirche momentan macht?

 

mögen wir hier keine Neuen?

 

kommen keine Neuen mehr?

 

sind wir alle bloß noch bots?

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GerhardIngold

Was mich interessieren würde, wieso die Christen und das betrifft nicht nur die katholische Kirche, Dinge, die keine Mitmenschen Schaden zufügen, als Sünde bis "schwere Sünde" (Selbstbefriedigung) bezeichnet haben oder bezeichnen?

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Gast Mactafledis

 

Ich habe das versucht, vorhin zu thematisieren, als ich darüber geschrieben habe, warum eine Sünde wider den Heiligen Geist "nicht vergeben werden kann".

Es ist nicht Gott, der nicht vergibt, sondern:

Vergebung ist nicht etwas, das abgeschlossen ist, indem einer dem andern nicht (mehr) böse ist. Sondern Vergebung ist erst dann "fertig" wenn der, der gefehlt hat, es in seinem Herzen ankommen lassen hat, dass "alles wieder gut ist". Dafür braucht es einen Prozess in der Psyche des schuldig Gewordenen - und wenn es jemand nicht zulässt, dass er erschrickt über sein eigenes Versagen, dass er sich schämt, dass es ihm leid tut - und dann auch noch, dass er dem andern glaubt, dass der ihm nicht mehr nachträgt, kann wirkliche Vergebung nicht stattfinden.

 

Hier verstehe ich nicht, was Du schreibst. Man begeht eine Sünde und hofft, Gott wird das vergeben. Nur ist diese Hoffnung auf Vergebung wieder selbst eine Sünde, die nicht vergeben wird. Andererseits ist die Hoffnung auf Vergebung nichts anderes als der Glaube an die Allgüte Gottes. Du verstehst, ich verstehe das nicht.

 

DonGato.

 

Verstehe ich Dich richtig, Du meinst, Hoffnung auf Vergebung sei eine Sünde, weil sich darin Zweifel an Gottes Güte ausdrückt, ob er vergibt oder nicht? Und wenn man zweifellos auf Gottes Güte vertraute, braucht man keine Hoffnung – weil man ja gewiss sein kann, dass Gott vergibt?

bearbeitet von Mactafledis
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Verstehe ich Dich richtig, Du meinst, Hoffnung auf Vergebung sei eine Sünde, weil sich darin Zweifel an Gottes Güte ausdrückt, ob er vergibt oder nicht? Und wenn man zweifellos auf Gottes Güte vertraute, braucht man keine Hoffnung – weil man ja gewiss sein kann, dass Gott vergibt?

 

Genau so verstehe ich "vermessene Gnadenerwartung": Man sündigt und macht nichts weiter, weil man darauf bau, Gott wird schon vergeben.

 

DonGato.

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Gast Mactafledis

 

Verstehe ich Dich richtig, Du meinst, Hoffnung auf Vergebung sei eine Sünde, weil sich darin Zweifel an Gottes Güte ausdrückt, ob er vergibt oder nicht? Und wenn man zweifellos auf Gottes Güte vertraute, braucht man keine Hoffnung – weil man ja gewiss sein kann, dass Gott vergibt?

 

Genau so verstehe ich "vermessene Gnadenerwartung": Man sündigt und macht nichts weiter, weil man darauf bau, Gott wird schon vergeben.

 

DonGato.

 

 

Hoffnung auf Vergebung der Sünden entspräche „vermessener Gnadenerwartung“, wie Du es formulierst, wenn diese Hoffnung meint: „Ich kann damit rechnen, dass die Wahrscheinlichkeit zur Vergebung der Sünden durch einen allgütigen Gott bei 100% liegt“. Das ist Berechnung. Also ich halte Hoffnung auf Vergebung nicht für Sünde, weil Hoffnung auf Gottvertrauen gründet und nicht Wahrscheinlichkeit berechnet.

 

Und was das „macht nichts weiter“ betrifft, was wäre denn zu machen? So wenig sündigen wie möglich, weil…?

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Hoffnung auf Vergebung der Sünden entspräche „vermessener Gnadenerwartung“, wie Du es formulierst, wenn diese Hoffnung meint: „Ich kann damit rechnen, dass die Wahrscheinlichkeit zur Vergebung der Sünden durch einen allgütigen Gott bei 100% liegt“. Das ist Berechnung. Also ich halte Hoffnung auf Vergebung nicht für Sünde, weil Hoffnung auf Gottvertrauen gründet und nicht Wahrscheinlichkeit berechnet.

 

Und was das „macht nichts weiter“ betrifft, was wäre denn zu machen? So wenig sündigen wie möglich, weil…?

 

So wie ich es verstanden habe, geht es darum: Man sündigt mit der Annahme, Gott wird diese Sünde vergeben. Oder man sündigt mit dem Gedanken "Okay, dann tue ich danach etwas Busse und Gott vergibt". Eine "vermessene Gnadenerwartung" ist die Ansicht, man bekommt Gottes Gnade auf jeden Fall und hat keine Furcht davor, es könnte nicht so kommen.

Jedoch ist die Ansicht, man bekommt die Gnade Gottes immer, meiner Meinung nach rein praktisch nicht unterscheidbar von dem Glauben an einen allgütigen Gott.

 

DonGato.

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GerhardIngold

Wenn man die Bibel wörtlich nimmt, gibt es eine Sünde gegen den Heiligen Geist.

 

So wie die Sünde gegen den Heiligen Geist hier besprochen wird, gibt es den Eindruck, als würde man die Texte der Bibel wörtlich nehmen.

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Was mich interessieren würde, wieso die Christen und das betrifft nicht nur die katholische Kirche, Dinge, die keine Mitmenschen Schaden zufügen, als Sünde bis "schwere Sünde" (Selbstbefriedigung) bezeichnet haben oder bezeichnen?

 

Na ja, sie gehen vielleicht davon aus, dass du auch dein eigener Mitmensch bist. Als hier mal jemand fragte, ob es vorm Kommunionempfang zu beichten sei, sich selbst befriedigt zu haben während eines Telefongesprächs mit der Ex-Freundin - da hatte ich schon das Gefühl, der tat sich nix Gutes und soll das ruhig beichten, wenn er mag.

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