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Was sind eigentlich christliche Werte?


Volker
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Bestimmte kirchliche Positionen sind zwar kirchlich, ergeben sich keineswegs aus dem Glauben.

Die Ablehnung von praktizierter Homosexualität oder Sex außerhalb der Ehe. Sie sind biblisch (so mehr oder weniger) begründbar, ergeben sich aber keineswegs aus dem Glauben an Jesus. Wenn schon, dann ergeben sie sich aus der gehorsamen Treuepflicht gegenüber biblischen Aussagen, die sich wiederum nicht an dem Glauben orientieren, sondern an der Meinung einzelner Bibelschreiber oder Bibelinterpreten.

 

Vor allem handelt es sich nicht direkt um Werte im eigentlichen Sinne. Ein entsprechender Wert wäre zum Beispiel das Bewusstsein, vor Gott untadelig dazustehen. Ein gutes Gefühl, das einem was wert sein kann - allerdings auch eine Illusion. Wer steht schon vor Gott untadelig da? Aber als Zielvorstellung ist das ja trotzdem nicht schlecht.

 

Solche Werte allerdings nicht exklusiv christlich. Auch Anders- oder Nichtgläubige können sich gegen praktizierte Homosexualität oder außerehelichen Sex stellen. Dazu brauchen sie keinen Glauben nicht. Exklusiv christlich sind solche Werte eben nur dann, wenn sie aus dem Glauben entspringen. Beispiele hierfür habe ich schon genannt.

 

Wenn man sich die von mir genannten Beispiele anschaut, dann kann einem auffallen, dass es sich um Werte handelt, die sich (dummerweise?) nicht so leicht moralisch auswerten lassen. Und dies scheint mir auch der Grund zu sein, warum man sich vorsichtshalber nicht als "christliche Werte" den Gläubigen vor die Augen stellt. Vor die Augen der Gläubigen möchte man lieber moralisch auswertbare und möglichst sogar kirchenrechtlich verwertbare "Werte" stellen. Mit so was kann man nämlich prima Macht und Druck ausüben, während man eine Verpflichtung, Jesus als Heiland als Wert zu sehen, nicht "machen" kann. Schwer handhabbar. Nicht auswertbar. Wenig Ansatz zur Machtausübung. Scheiße!

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Wenn man sich die von mir genannten Beispiele anschaut, dann kann einem auffallen, dass es sich um Werte handelt, die sich (dummerweise?) nicht so leicht moralisch auswerten lassen. Und dies scheint mir auch der Grund zu sein, warum man sich vorsichtshalber nicht als "christliche Werte" den Gläubigen vor die Augen stellt. Vor die Augen der Gläubigen möchte man lieber moralisch auswertbare und möglichst sogar kirchenrechtlich verwertbare "Werte" stellen. Mit so was kann man nämlich prima Macht und Druck ausüben, während man eine Verpflichtung, Jesus als Heiland als Wert zu sehen, nicht "machen" kann. Schwer handhabbar. Nicht auswertbar. Wenig Ansatz zur Machtausübung. Scheiße!

 

Ich würde da nicht immer die "Obrigkeit" verdächtigen.

 

Es gibt genügend Schäfchen, die sind mit Moral einfach happy. Dass die "Freude an der Sache" ein Wert sein könnte ist nämmich auch echt kompliziert *mäh*

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ultramontanist

 

 

was sind christliche Werte.

 

für mich:

 

dass ich die Schraube, die ich heute versehentlich eingepackt habe, morgen wieder zurückbringe.

Der Humanist ist besser - der legt zur Schraube noch eine Mutter als Zinsen

 

nein, Kulti,

 

das habe ich echt so gemeint.

 

ich war heute in einem (meinem) Baumarkt, bin wieder mal supergut beraten worden, alle Schrauben passen.

 

echt.

 

Versehentlich hatte ich eine Schraube eingesteckt.

 

Und die bringe ich dann morgen, am Samstag, zurück.

 

die Schraube ist wenig "wert". darauf kommt es aber Meinung nach nicht an.

 

Peter.

 

Durch das Zurückbringen der billigen Schraube klaust du wertvolle Arbeitszeit der Mitarbeiter dort. :evil:

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das sind für mich christliche Werte.

 

letzte Woche, RTW (Johanniter) ohne blau, ist irgendwie rumgekurvt, in der Gegend. rein, raus, usw. ich war zum Einkaufen.

 

ich dann mit meiner Standardfrage: "kann ich Ihnen irgendwie helfen?"

 

klare Antwort: "wir haben HUNGER"

 

RTW Lotsenhilfe gegeben, zum Asiaten geschickt.

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was sind christliche Werte.

 

für mich:

 

dass ich die Schraube, die ich heute versehentlich eingepackt habe, morgen wieder zurückbringe.

 

Der Humanist ist besser - der legt zur Schraube noch eine Mutter als Zinsen

nein, Kulti,

 

das habe ich echt so gemeint.

 

ich war heute in einem (meinem) Baumarkt, bin wieder mal supergut beraten worden, alle Schrauben passen.

 

echt.

 

Versehentlich hatte ich eine Schraube eingesteckt.

 

Und die bringe ich dann morgen, am Samstag, zurück.

 

die Schraube ist wenig "wert". darauf kommt es aber Meinung nach nicht an.

 

Peter.

Durch das Zurückbringen der billigen Schraube klaust du wertvolle Arbeitszeit der Mitarbeiter dort. :evil:

danke Dir, für den Hinweis.

 

Ich werde sicher dort dann nicht fragen, ob ich ich wertvolle Arbeitszeit klaue.

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So betrachtet unterscheiden sich meine christlichen Werte deutlich von den Werten Nichtgläubiger.

hallo Mecky,

 

Frage: was sind Deine christlichen Werte? und, was meinst Du, was die Werte Nichtgläubiger seien? und, wo ich schon beim Fragen bin: Du bist der Überzeugung, dass sich Deine christlichen Werte von den Werten Nichtgläubiger deutlich unterscheiden? inwiefern?

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Die Nächstenliebe ist in der Thora angeordnet. Jesus überbietet sie, indem er die Liebe der Feinde denen unterstellt, die sich Christen nennen.

Wer seine Feinde liebt, der ist ein Christ.

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Die Nächstenliebe ist in der Thora angeordnet. Jesus überbietet sie, indem er die Liebe der Feinde denen unterstellt, die sich Christen nennen.

Wer seine Feinde liebt, der ist ein Christ.

Das ist sehr schwer. Es ist schon gut, wenn man sich bewusst ist, dass man sie eigentlich lieben sollte.

 

Werner

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Die Nächstenliebe ist in der Thora angeordnet. Jesus überbietet sie, indem er die Liebe der Feinde denen unterstellt, die sich Christen nennen.

Wer seine Feinde liebt, der ist ein Christ.

Das ist sehr schwer. Es ist schon gut, wenn man sich bewusst ist, dass man sie eigentlich lieben sollte.

 

Werner

 

ja, das ist sehr schwer.

 

wer überhaupt sind meine Feinde? ich habe doch keine Feinde?

 

eine kleine Geschichte dazu. Keine Ahnung, ob das in der Bibel steht, oder ob ich das erfunden habe.

 

Jesus sprach: "Liebet Eure Feinde". Da erhob sich ein großes Murren unter den Jüngern. "Ja, hat der se noch alle?" "Nö, Mensch, der ist mein Guru gewesen. ich geh". "Feinde lieben? sonst noch was?"

 

Da sprach Jesus: "Nu, jemanden zu lieben, der Dich auch liebt, ist ja kein großes Kunststück."

 

:)

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So, jetzt kann ich erklären, warum ich diese Frage gestellt habe: Ich habe gestern Abend einen Vortrag über "Christliche Werte" in Bremen gehalten. Der Vortrag erfolgte aufgrund einer Einladung des HVD.

Im Vorweg ist mir Folgendes aufgefallen: Zwar werden an vielen Stellen im Internet, im Blätterwald, im Fernsehen, die Wichtigkeit der christlichen Werte für unsere Zivilisation geradezu beschworen. Wenn man aber fragt, was diese Werte inhaltlich bedeuten, bricht das große Achselzucken aus. Wie einige hier im Forum feststellen mussten, helfen einem bei dieser Frage weder Tante Google noch Onkel Wiki in irgendeiner Form weiter.

Fragt man: Was sind die humanistischen Werte? ist das nicht der Fall. Wenn man drei oder vier aktive Humanisten danach fragt, bekommt man schon eine fast vollständige Liste dieser Werte genannt. Selbst wenn man Christen fragt, oder andere Nichthumanisten, bekommt man schon recht schnell eine fast vollständige Aufzählung dieser Werte - ohne dass dazu Google bemüht werden müsste.

Hingegen wird die Frage nach den christlichen Werten nicht oder falsch beantwortet. Wie Mecky schon festgestellt hat: Normen und Gebote moralischer Art sind keine Werte! Werte sind alles, was uns wertvoll erscheint. Normen sind Mittel zu dem Zweck, die in den Werten definierten Ziele zu erreichen.

Wenn man wissen will, was christliche Werte "eigentlich" sind, muss man aus den Normen schon eine Art reverse Engineering betreiben. D. h., man muss von den Mitteln auf die beabsichtigen Ziele zurückschließen. Wenn als Wert "Nächstenliebe" genannt wird, muss man leider sagen, dass es sich um einen Teil des "Doppelgebots der Liebe" handelt: Du sollst Gott von ganzem Herzen und Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. Das ist eine moralische Forderung, kein Wert. Nächstenliebe wäre ein Mittel, um Frieden unter den Menschen zu erreichen - und Frieden ist in der Tat ein Wert (genauer: friedliches Miteinander). Was Gott in diesem Gebot soll ist aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich, eigentlich ist Gott sogar höchst überflüssig. Für Streit sowie Frieden unter den Menschen braucht man keinen Gott. Beides geht ganz gut auch ohne.

Die sich anschließende Frage wäre: Warum ist das so? Warum wird die Wichtigkeit der christlichen Werte so sehr betont, ohne dass man inhaltlich weiß, wie diese aussehen?

Es ist natürlich so - und wurde hier wie auch anderswo vorgeschlagen - dass man die humanistischen Werte okkupiert, um den Knoten zu zerschlagen. Aber, historisch gesehen, hat sich der Humanismus daraus gebildet, dass man an die Werte und Ideen der vorchristlichen Antike wieder angeknüpft hat. Sozusagen um das (heidnische) griechisch-römische Erbe unserer Kultur wieder zu reklamieren. Diese Werte haben sich historisch nach langen Kämpfen durchgesetzt, und nachdem mehr und mehr Christen allmählich auf diese Seite gezogen wurden, deklarierte man kurzerhand die gegen christlichen Widerstand erstrittenen humanistischen Werten für christlich.

Man kann sich förmlich vorstellen, wie - nachdem sich die Forderung nach Gleichberechtigung der Menschen allmählich durchgesetzt hat und in Konsequenz zur Ächtung der Sklaverei führte - Christen die Bibel durchblätterten um eine biblische Begründung für diesen Umstand zu finden, nachdem man doch weit über tausend Jahre unter christlicher Ägide Sklaverei betrieb! Nach langem Suchen wurde man fündig: Die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott begründet eine Gleichheit der Menschen! JETZT endlich kann man dies auch als christlichen Wert reklamieren! Sieg!

Das hat nur ganze drei Schönheitsfehler:

1. Aus der Gleichheit der Menschen folgt nicht eine Gleichberechtigung der Menschen! Aus dem SEIN folgt kein SOLLEN (naturalistischer Fehlschluss).
2. Die Gleichheit aller Menschen ist faktisch falsch. Wir sind eben nicht alle gleich. Menschen sind sich ähnlich, mehr oder weniger, aber nicht gleich.
3. Es ist unerfindlich, warum man die humanistische Revolution brauchte, um zu dieser ebenso bahnbrechenden wie falschen Erkenntnis zu kommen.

 

Außerdem folgt aus einer Gleichberechtigung aller Menschen automatisch nicht nur eine Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern auch eine Gleichstellung der homosexuellen Ehe mit der gemischtgeschlechtlichen Ehe. Humanisten haben kein Problem damit, diese Forderung zu akzeptieren, die Kirche und gerade viele Christen tun sich aber notorisch schwer damit. Es ist aber keine Neuigkeit, dass Christen auf dem Gebiet der Moral sich recht schwer damit tun, logische Schlussfolgerungen zu akzeptieren. Außerdem übersieht man dabei, dass Humanisten heutzutage - nach der Aufklärung - kaum noch Christen sein können. Zwar zählt der (gegen die Christen) erstrittene Wert der Religionsfreiheit zu den humanistischen Werten - eine Rückkehr zur heidnischen Idee der Religionsfreiheit - aber man muss sich schon entscheiden, ob man Humanist sein will oder Christ. Beides geht schlecht zusammen (als Humanismus noch eine reine Bildungsbewegung war, konnte man das leicht miteinander verbinden)! Denn Religionsfreiheit geht nur, wenn man die Gleichberechtigung der Religionen voraussetzt. Tut man dies, hat man keinen Grund mehr, einer Religion zu folgen, die für sich reklamiert, die "einzig wahre" Religion zu sein. Zudem muss man dann in Konsequenz auch jede Form der Privilegisierung einzelner Religionen abschaffen. Das geht gegen jede christliche Agenda! Deswegen wissen Humanisten, dass sie nicht gleichzeitig Christen sein können, während umgekehrt Christen dies gerne ignorieren, weil man ja auch gerne humanistisch wäre. Das finde ich durchaus löblich, wenn auch inkonsequent.

Denn schon das erste der zehn Gebote ist weder mit Religionsfreiheit zu verbinden noch mit unserer Verfassung. Ob ich null, einen, zwei oder noch mehr Götter verehre ist alleine meine Sache - kein Gott hat mir da etwas zu gebieten! Kein Christ kann sich aber als Humanist bezeichnen, wenn er nicht konsequent die Abschaffung sämtlicher Kirchenprivilegien in unserem Staat fordert. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Aber fragt Euch doch einmal selbst: Warum können Christen kaum sagen, was christliche Werte sind? Warum fällt Euch schwer, was Humanisten aus dem Stegreif beantworten können, wenn es um humanistische Werte geht? Warum sollen diese christlichen Werte wichtig sein, wenn man nicht einmal weiß, was das sein soll?

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Long John Silver

Fragen, die kaum jemanden interessieren. Und die du im Monolog selbst beantworten wirst.

 

Facebook ist auf Dauer langweilig. Twitter hat zu wenig Anschlaege.

 

So muss halt das Forum hier dran glauben :-))))

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Q.e.d.

 

Ich verweise mal auf mein erstes Posting in diesem Thread.

 

Ist natürlich auch eine Möglichkeit, nicht gestellte Fragen falsch zu beantworten. :a050:

 

Jetzt wird die Frage selbst natürlich für "uninteressant" erklärt.

 

Aber nun kann sich niemand mehr so leicht hinstellen und behaupten, christliche Werte seien irgendwie wichtig für unsere Gesellschaft. Der Bluff wurde entlarvt! Christen haben nicht nur schlechte Karten, sondern überhaupt keine Karten, behaupten aber, das Spiel gewonnen zu haben. Und das ist jetzt offensichtlich geworden.

 

Dumm gelaufen.

 

Die Frage lautet jetzt:

 

Warum behaupten Christen, ihre Werte seien wichtig, wenn sie nicht einmal eine Ahnung haben, was diese Werte sind, geschweige denn, warum diese wichtig sein sollten?

 

Aber die Frage werdet Ihr auch nicht beantworten können. Daher wird sie vermutlich auch gleich "uninteressant" genannt werden. Ich finde die Frage aber höchst spannend.

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Natürlich ist in der Hinsicht auch Facebook interessant. Gerade folgendes Posting bekommen:

 

https://www.facebook.com/valabg/posts/1021737567861659?notif_t=close_friend_activity&notif_id=1460451360725309

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Natürlich ist die Frage höchst spannend. Aber eine Antwort werde ich dazu allenfalls in den Katechesen schreiben und nicht für Dich.

 

Warum Du auf LJS antwortest aber mein Posting zitierst, wird hoffentlich auch Dein Geheimnis bleiben.

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Long John Silver

 

Q.e.d.

 

Ich verweise mal auf mein erstes Posting in diesem Thread.

 

Ist natürlich auch eine Möglichkeit, nicht gestellte Fragen falsch zu beantworten. :a050:

 

Jetzt wird die Frage selbst natürlich für "uninteressant" erklärt.

 

Aber nun kann sich niemand mehr so leicht hinstellen und behaupten, christliche Werte seien irgendwie wichtig für unsere Gesellschaft. Der Bluff wurde entlarvt! Christen haben nicht nur schlechte Karten, sondern überhaupt keine Karten, behaupten aber, das Spiel gewonnen zu haben. Und das ist jetzt offensichtlich geworden.

 

Dumm gelaufen.

 

Die Frage lautet jetzt:

 

Warum behaupten Christen, ihre Werte seien wichtig, wenn sie nicht einmal eine Ahnung haben, was diese Werte sind, geschweige denn, warum diese wichtig sein sollten?

 

Aber die Frage werdet Ihr auch nicht beantworten können. Daher wird sie vermutlich auch gleich "uninteressant" genannt werden. Ich finde die Frage aber höchst spannend.

 

 

Dein Problem war stets, dass du nicht imstande bist, dir das richtige Publikum auszusuchen und dann das Publikum beschuldigst, das falsche zu sein.

 

Ich bin ueberzeugt davon, dass du in einem passenden fundamentalistischen christlichen Kreis ausgezeichnete und dir adaequate Gespraechspartner finden wuerdest. Auf jeden Topf passt ein Deckelchen, auch auf diesen.

 

Bloss gibt es diesen Kreis hier nicht, und es waere eine Frage der Weisheit, das zu erkennen und nicht herum zu maekeln, dass es ihn nicht gibt.

 

Ich habe wie die meisten hier so geantwortet, wie ich persoenlich denke, wem's nicht genuegt, ist nicht mein Problem.

 

Sowieso gibt es auf der Welt genuegend Leute in allen Bereichen, die einem einreden wollen, man haette ein Problem, wo gar keines ist. Leider ist das so.

 

Ich persoenlich habe genuegend Probleme, ich brauche kein kuenstliches dazu.

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Also was mir neu ist, dass die Werte jetzt schon mit Clubsticker durch die Gegend laufen.

Kaum sind die Werte bei den Christen über den Gartenzaun schon sind sie bei den Humanisten.

 

Möchte jemand ein demokratisches Nusseis?

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Gottes-, Nächsten- und Feindesliebe können sowohl Norm und Tugend, wie auch Wert sein.
Man kann jede diese Formen der Liebe genießen. Sie können alle drei einem wertvoll sein.
Insofern kann man dem Liebesgebot einen Wert finden.
Auch das Befolgen von Normen und das Ausüben von Tugenden kann noch mal einen Wert darstellen.
Das ist alles eine Frage der Perspektive.

Bemängeln tu ich eher die Verwechslung. Man benennt Normen und Tugenden einfach so "Werte". Vielleicht steckt ja wirklich ein Wert in der jeweiligen Tugend oder Norm. Aber dies hat man gar nicht im Blick.

Ebenso schwammig wird es dann (oft sogar als Konsequenz dieser ersten Verwechslung), wenn man über die Christlichkeit der Werte spricht.

Liebe als Tugend kann man nämlich auch völlig unabhängig vom Christentum. Auch Atheisten oder Chinesen, die noch nie was von Christentum gehört haben, können sehr tugendhafte Liebende sein. Gleiches gilt für Hingabe- und Opferbereitschaft - oftmals sind auf diesem Gebiet Moslems tugendhafter, als Christen. Oder Zeugen Jehovas.

 

Eine bittere Konsequenz ist: Wenn man nicht den Wert eines Wertes erkennt, dann stürzt man sich oft auf das Moralische (Tugend, Norm) und beißt die Zähne zusammen. Dann übt man eben Feindes- und Nächstenliebe, weil dies eine Norm ist - und nicht, weil man weiß und spürt, dass die Liebe ein hoher Wert ist. Man betrügt sich sozusagen um das das Wertvolle, und ersetzt es durch Pflichtschuldigkeit und Leistungsstolz. Wer nur deshalb liebt, weil Liebe eine christlich vorgeschriebene Tugend ist, lernt die Liebe und deren Wert gar nicht kennen. Und das ist traurig und geradezu bemitleidenswert. Wer einem gefallenen Kind nur hilft, weil Hilfe eben gesetzlich, biblisch oder kirchlich vorgeschriebene Tugend ist, und nicht, weil ihm das Wohl des Kindes ein innerer Antrieb und Wert ist, der mag hinterher mit seiner Hilfestellung angeben können, aber er hat etwas ganz Entscheidendes verpasst.

 

Aus diesem Grund halte ich eine Pflichtenethik (so sie puritanisch echte Pflichten-ethik betrieben wird) für ein entsetzliches und entmenschlichtes Laster.

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Gottes-, Nächsten- und Feindesliebe können sowohl Norm und Tugend, wie auch Wert sein.

Gott kann ich nicht lieben. Lieben kann ich mein Kind, meine Frau, vielleicht auch Sachen. Ich weiß es nicht.

 

Feindesliebe ist keine Tugend, sondern Schwachsinn. Vorausgesetzt, man versteht unter einem "Feind" nicht nur einen vehementen Gegner, sondern den militärischen Begriff, also einen Menschen, der mich liquidieren will. Den liebe ich nicht, sondern ich versuche, ihn unschädlich zu machen, bevor er das kann. Feindesliebe, extrem verstanden, ist so etwas wie Märtyrertum.

 

Ich würde Feindesliebe eher als innere Einstellung verstehen, sich nicht durch (in diesem Falle sogar berechtigten) Hass auffressen zu lassen. Selbstschutz sozusagen. Ich liebe ihn nicht und ich hasse ihn nicht, wenn er mir allerdings gegenübersteht, dann würde ich versuchen, ihn unschädlich zu machen. Christen sind zur Notwehr berechtigt.

 

Du hast es völlig richtig erkannt: Die sogenannten "christlichen Werte", z.B. bezüglich der Nächstenliebe (jetzt im erweiterten Sinne)kann es auch bei anderen Religionsangehörigen bzw. Atheisten geben (nur - ganz nebenbei: Du wirst keinen Chinesen finden, der nicht weiß, was ein Christ ist).

 

Wenn man nicht den Wert eines Wertes erkennt, dann stürzt man sich oft auf das Moralische (Tugend, Norm) und beißt die Zähne zusammen.

Da ist was dran. Deswegen sollte man es sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, "Tugenden" einzuhalten oder gar einzufordern, die man nicht für sinnvoll hält bzw. die auch für die Funktion der Gesellschaft nicht unbedingt notwendig sind. Betrifft aber nicht nur Religionen.

 

 

Aus diesem Grund halte ich eine Pflichtenethik (so sie puritanisch echte Pflichten-ethik betrieben wird) für ein entsetzliches und entmenschlichtes Laster.

Diese Aussage ist aber schon fast inhaltslos Basic. Im übrigen - hat mit dem Inhalt nur am Rande zu tun - solltest Du Dir überlegen, ob Du profan oder theologisch schreibst. "Puritanisch" ist in diesem Zusammenhang ein etwas arg missverständlicher Begriff. Die Puritaner waren nämlich nicht unbedingt in der heutigen umgangssprachlichen Weise puritanisch. Und sie meinten mit "Reinheit" etwas ganz anderes.

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Gott kann ich nicht lieben.

Aber ein Gottesbild schon.

Meins ist sehr unkonkret, aber manchmal schicke ich ihm ein "Danke fürs Dasein"

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Aus diesem Grund halte ich eine Pflichtenethik (so sie puritanisch echte Pflichten-ethik betrieben wird) für ein entsetzliches und entmenschlichtes Laster.

Diese Aussage ist aber schon fast inhaltslos Basic. Im übrigen - hat mit dem Inhalt nur am Rande zu tun - solltest Du Dir überlegen, ob Du profan oder theologisch schreibst. "Puritanisch" ist in diesem Zusammenhang ein etwas arg missverständlicher Begriff. Die Puritaner waren nämlich nicht unbedingt in der heutigen umgangssprachlichen Weise puritanisch. Und sie meinten mit "Reinheit" etwas ganz anderes.

 

Puritanisch meinte ich im landläufigen Sinne.

Pflichtenethik ist für mich, wenn ich es genauer beschreibe, einfach der falsche Ansatz. Nicht die Pflicht ist der Ausgangspunkt, sondern die Frage, woraus sich denn diese Pflicht ergibt.

"Von Gott auferlegte Pflicht" in dem Sinne, dass Gott eben in der Bibel Pflichten (z.B. durch Gebote) offenbart, bleiben mir zu äußerlich.

Ich hätte mich klarer ausgedrückt, wenn ich gesagt hätte, dass ich deontologische Begründungen ablehne. Aber nachdem schon angemahnt wurde, ich solle keine Spezialsprache verwenden, wollte ich lieber landläufigere Ausdrücke verwenden.

 

Wenn Eltern ein Kind haben und lieben, ergeben sich aus diesem Wert viele Pflichten. Sie wollen, dass es dem Kind gut geht - und dafür muss man eben was tun. Dies finde ich sehr organisch.

Erst ist da ein Wert. Und weil man diesen Wert erhalten will, nimmt man dann auch Pflichten in Kauf, die einem ohne diesen Wert eine Last wären. Babywickeln ist einem Ästheten vielleicht ein Gräuel. Stinkt und ist Sauerei. Aber für sein geliebtes Baby tut der Ästhet vielleicht auch dieses - und zwar aus innerem Anliegen.

 

Im Gegensatz hierzu: Müll aus der Wohnung tragen ist in einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss keine große Sache. Wenn man aber damit keinen Wert verbindet (wenn ich es nicht mache, dann macht es eben Mama. Gut so.) , dann wird es eine Last, um die man sich auch gerne einmal drückt.

Edited by Mecky
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Gott kann ich nicht lieben.

Aber ein Gottesbild schon.

Meins ist sehr unkonkret, aber manchmal schicke ich ihm ein "Danke fürs Dasein"

 

Bei mir kommen noch ein paar Dinge dazu.

Das Staunen im Angesicht seiner Werke.

Das Vertrauen, besonders wenn's grad schief gegangen ist.

Die Verbundenheit, wenn ich grad auf das Gefühl stolz bin, was Gutes getan zu haben, wovon ich ahne, dass es in Gottes Sinne war. Das Gefühl, Werkzeug Gottes zu sein.

Das Schmachten nach Zuwendung, bei der ich das Gefühl habe, sie stamme von Gott und richte sich an mich. Manchmal auch am Ende des Schmachtens, wenn mir Dinge in den Schoß fallen.

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Marcellinus

Bei mir kommen noch ein paar Dinge dazu.

Das Staunen im Angesicht seiner Werke.

Ja, die Natur ist schon erstaunlich. ZB. gibt es kaum etwas faszinierenderes als ein Vulkanausbruch, es sei denn, an seinem Fuße lebten vorher noch Menschen. Ein Pestbazillus mag ja noch simpel sein (wenn auch zu Zeiten recht effektiv), aber ein HIV-Virus ist schon ein erstaunliches „Werk“, meinst du nicht auch?

 

Das Vertrauen, besonders wenn's grad schief gegangen ist.

Glauben wider besseres Wissen?

 

Die Verbundenheit, wenn ich grad auf das Gefühl stolz bin, was Gutes getan zu haben, wovon ich ahne, dass es in Gottes Sinne war. Das Gefühl, Werkzeug Gottes zu sein.

„Werkzeug Gottes“, bleibt dir angesichts derer, die sich selbst so bezeichnen, bevor sie andere Menschen in die Luft sprengen, ein solches Wort nicht im Halse stecken? Auch Anhänger deines „Gottes“ haben sich schon so genannt. Woher nimmst du die Gewißheit, das es bei dir diesmal anders ist?

 

Das Schmachten nach Zuwendung, bei der ich das Gefühl habe, sie stamme von Gott und richte sich an mich. Manchmal auch am Ende des Schmachtens, wenn mir Dinge in den Schoß fallen.

Was würdest du für diese „Zuwendung“ alles tun? Meinst du nicht, daß du nach Zuwendung eher unter deinesgleichen suchen solltest?

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Aber fragt Euch doch einmal selbst:

 

 

gerne doch, Volker.

 

ich habe mich soeben selbst befragt.

 

Da hat mir mein Gott geantwortet.

 

Mensch, Peter: Halt mich aus.

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Zeugen Jehovas.

 

 

 

danke,

 

die mag ich sehr. Unsere Jehovas Zeugen.

 

die sind immer auch in unserer Strasse.

 

"Grüß Gott. Bitte heute nicht bei uns klingeln, Frau schläft noch."

 

"Grüß Gott, heute verschonen wir Sie."

 

:)

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