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Die Evangelien und die Wahrheit


Mecky

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Long John Silver

Sauerei! Die Evangelien brachten keine Live-Reportage!

Jetzt muss sich Mecky seinen eigenen, persönlichen Jesus suchen!

Da lässt er sich auch von keinem mehr hineinquatschen. Von den Evangelien schon mal gar nicht.

 

Your Own Personal Jesus

 

Reporterin (Fox News), dem Auferstandenen ein Mikrofon unter die Nase haltend: Koennen Sie uns sagen, wie sie sich fuehlen? Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie merkten, dass Sie auferstehen? Koennen Sie unseren Zuschauern Ihre Gefuehle schildern?"

 

Jesus: "Mir ist schlecht. Ich glaube, ich muss mich uebergeben."

 

Reporterin kann gerade noch das Mikrofon wegziehen. Kameraschwenk ueber den Platz. "Ja, das war wohl alles etwas zu viel. Wir halten Sie alle vor dem Bildschirm natuerlich auf dem Laufenden, falls wir etwas Neues erfahren. Die neuesten Meldungen wie immer auch hautnah auch auf Twitter und Facebook."

 

Wuergegeraeusche im Hintergrund, abrupt gefolgt von Werbeeinblendung Kleenex.

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Long John Silver

1Kor 15,13: Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.

 

Schlauer Paulus. Er dreht die Schlussrichtung um.

 

Wenn nicht Auferstehung allgemein, dann auch nicht bei Christus.

Also erst mal nicht:

Wenn nicht Auferstehung Christi, dann überhaupt keine Auferstehung.

 

Die Frage ist: Woher hat er denn das mit der "Auferstehung allgemein"?

Sag jetzt bloß niemand, er habe an das angeknüpft, was schon seit der Makkabäerzeit auch in Israel diskutiert wurde? Dass es zur Gottesvorstellung einfach dazugehört, dass Gott seine besten Leute nicht einfach ins Grab sinken lässt - und fertig? Dass der lebensopfernde Einsatz für das Volk und den Glauben sich lohnen sollte, auch wenn man dabei das Leben verliert - und auch noch so ekelhaft verliert, wie es in den Makkabäerbüchern beschrieben ist?

 

Dies würde bedeuten, dass da wirklich zuerst ein Kopfkino existierte. Man glaubte, man wollte, man konnte sich Gott nicht anders vorstellen, denn als Spender eines postumen Lebens.

Dieses Kopfkino war unbefriedigend - schließlich war es ja "nur" Kopfkino. Nichts als Postulate.

 

Wie schön, wie schön wäre es, wenn man mehr hätte. Wenn ein Toter aufersteht, wieder zurückkommt (wenn auch nur für kurze Zeit) und sagt: "Guckt mal, ich bin auferstanden! Ich lebe!"

 

Das führt mich zu der Frage: "Was hat sich bei den Erscheinungen des auferstandenen Jesus wirklich zugetragen?

Gut: Die Auferstehung selber kann man nicht beschreiben. Das tun die biblischen Evangelien auch nicht. War ja auch niemand dabei. Erst spätere Apokryphen haben solche Ammenmärchen aufgegriffen. Und natürlich "the passion" von Mel Gibson.

 

Aber wenn nur ein Fünkchen Wahrheit in den Erscheinungs-Erzählungen ist, dann hätte es doch möglich sein müssen, diese Begegnungen mit dem Auferstandenen wahrheitsgemäß zu erzählen. Man hätte beschreiben können, was den Jüngern tatsächlich widerfahren ist.

 

Wir sind, was das Historische angeht, nicht weiter, als die Leute zur Makkabäerzeit. Die Auferstehung Jesu ergibt sich weiterhin nicht aus realen Begebenheiten, sondern nur aus dem altbekannten Kopfkino. Werft mir das nicht vor: Nicht ich bringe die Welt in diese Situation, sondern die Evangelisten (inkl. ...) haben dies getan. Sie haben statt ehrlicher Erzählungen Ammenmärchen verbreitet. Um das Ganze noch zu würzen, haben sie bereits im Vorfeld tausenderlei Dinge so sehr "bearbeitet", dass man aus dem ganzen Evangelium nicht viel Historisches entnehmen kann. Sozusagen: Um das Vertrauen in ihre historische Seriösität schon von vornherein zu unterminieren.

 

Jaja. Die Evangelisten brachten keine Live-Reportage. Wie wahr, wie wahr. Das ist natürlich auch schon geschönt: Eine Live-Reportage wäre nice to have, aber so viel fordere ich doch gar nicht. Zwischen dem Aufhören mit dem Lügen und einer Live-Reportage liegt ein weites, weites Feld. Geschichtsschreiber haben das so gut getan, wie es ihnen möglich war. Und die Evangelisten haben sich gar nicht darum bemüht. Trauriges Ergebnis. Aber es liegt nicht in meiner Macht, etwas bei Trolos zu verändern, die schon seit fast 2000 Jahren nicht mehr auf Erden wandeln.

 

Wenn ich nun auf Dinge zurückgreife, die hier despektierlich als "Kopfkino" heruntergespielt werden:

Ich würde gerne was anderes machen. Ich würde gerne auf Evangelien zurückgreifen, von deren Redlichkeit ich überzeugt bin und deren Bemühen um wahrheitsliebende Erzählungen den Texten anzuspüren ist. Liebend gerne! Aber dem ist nun mal nicht so.

 

Ich arbeite mit dem, was eben real vorhanden ist. Wenig genug - aber mehr ist nicht zu haben.

Und: Ganz so wenig ist das nicht. Quer durch die Geschichte waren die Menschen in derselben Lage. Und manche von ihnen glaubten (wahrscheinlich seit Neandertaler-Zeiten) an eine Art Auferstehung, ohne die Ammenmärchen der Evangelisten zu kennen. Und viele von diesen Menschen waren religiös, wahrscheinlich waren sogar einige Genies des Glaubens darunter.

 

Na, jetzt hast du es den Evangelisten aber mal richtig gegeben. Japajapadu!

 

Ganz nebenbei: Wird Trolo nicht mit zwei "l" geschrieben? Mit einem "l" kenne ich das nur als Slangwort fuer Schwuchtel.

bearbeitet von Long John Silver
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Richard Bachmanns Opa ist auferstanden und hat ihn besucht. Was tut Richard? Er beginnt Spuk- und Fantasy-Geschichten zu schreiben. Klar doch. Würde doch jeder tun.

Richard beschreibt NICHT, wie das war. Er beschreibt auch nicht, wie andere auf den Opa reagiert haben. Er beschreibt auch nicht, was der Opa gesagt und getan hat. Wozu denn auch?

 

Richard will, dass auch andere an den auferstandenen Opa glauben und dass Auferstehung für alle Menschen gilt. Aber die Gruselstorys zünden und zünden einfach nicht. Die Leute glauben ihm nicht, dass der Opa wirklich auferstanden ist und ihn besucht hat. Kein Wunder: Denn er ist ja auch unter dem Namen Stephen King bekannt. Und seine Werke sind vornehmlich irreale Fiktion. Und bei der Verschriftlichung der Auferstehungsgeschichte bediente er sich derselben literarischen und fiktiven Methoden, wie sonst auch.

 

Dann hat er sich eben ein paar Pullen Schnaps zu Gemüte geführt und gröhlt durch die Straßen: "Er ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!" O Wunder! Hilft auch nichts.

 

Trittbrettfahrer machen daraus ein Karnevalsmotiv. Und Richard ärgert sich, dass man seine Story nicht ernst nimmt. Die Leute sagen: "Lüge ist es nicht. Aber es ist halt kein historischer Bericht. Eine Fantasy-Story eben."

 

Matthäus behauptet, Jesus sei auferstanden. Ein paar Kapitel zuvor hat er behauptet, Jesus hätte auf einem Berg sein Gerechtigkeitsverständnis zusammengefasst. Noch ein paar Kapitel zuvor hat er die Story mit den 3 Sterndeutern gebracht. Das mit dem Berg und den Sterndeutern ist natürlich "nicht historisch gemeint". Aha. Das mit der Auferstehung und den Erscheinungen hat er dann wohl auch nicht historisch gemeint.

 

PS: Das, was ich über Stephen King erzählt habe, ist auch nicht historisch. Das Pseudonym Richard Bachmann hat er aber tatsächlich verwendet.

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Ganz nebenbei: Wird Trolo nicht mit zwei "l" geschrieben? Mit einem "l" kenne ich das nur als Slangwort fuer Schwuchtel.

 

Man kann nicht einmal sagen, ob Jesus hetero oder homo war. Für ein Konglomerat von vier Evangelisten kann man da schon mal gar nichts sagen.

Ich beabsichtigte nicht, die Evangelisten mit dem Schwulenclub "Die flotten vier" zu identifizieren.

Woher "Trolo" ethymologisch kommt, weiß ich nicht. Vielleicht eine Verballhornung von "Prolo". Mit Trollen hat das aber, glaube ich, nichts zu tun.

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Long John Silver

 

Ganz nebenbei: Wird Trolo nicht mit zwei "l" geschrieben? Mit einem "l" kenne ich das nur als Slangwort fuer Schwuchtel.

 

 

Man kann nicht einmal sagen, ob Jesus hetero oder homo war. Für ein Konglomerat von vier Evangelisten kann man da schon mal gar nichts sagen.

Ich beabsichtigte nicht, die Evangelisten mit dem Schwulenclub "Die flotten vier" zu identifizieren.

 

 

Das habe ich auch nicht angenommen. Ich hielt es fuer einen Schreibfehler.

 

Trollo bedeutet dummer, ungeschickter Mensch, Einfaltspinsel.

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Reporterin (Fox News), dem Auferstandenen ein Mikrofon unter die Nase haltend: Koennen Sie uns sagen, wie sie sich fuehlen? Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie merkten, dass Sie auferstehen? Koennen Sie unseren Zuschauern Ihre Gefuehle schildern?"

 

Jesus: "Mir ist schlecht. Ich glaube, ich muss mich uebergeben."

Wenn es so war, dann hätte man es so schreiben sollen.

Aber daraus die Story vom fischessenden Auferstandenen zu machen, ist schon wieder so 'ne Sache.

Lukas hat sich dennoch für die Story vom Fisch entschieden.

 

 

Lk 24,42: Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; 43 er nahm es und aß es vor ihren Augen.

Weggelassen hat Lukas auch: "Danach erhob sich Jesus vom Tisch und ging auf die Wand zu. Er schritt durch die Mauer. Klatsch. Dann war Jesus nicht mehr zu sehen. Unten am Boden lagen noch zerkaute Fischreste, die partout nicht durch die Wand wollten.

 

In Fantasy-Geschichten ist eben alles möglich und Papier ist geduldig. Man kann alles Mögliche noch dazu dichten.

 

PS: Und hochwissenschaftliche Exegeten rechnen 2000 Jahre später die biblische Szene zurück. Man hat in einem Jerusalemer Haus vor einer Wand kleine Fisch-Stückchen gefunden, aus der Zeit Jesu. Der Rest ist dann ja wohl klar. Obwohl man es nicht mit "absoluter Gewissheit" sagen kann.

bearbeitet von Mecky
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Die Auferstehung hätte was Besseres verdient, als in abgedrehte Fantasy-Geschichterln verpackt zu werden.

Da kommt Jesus extra zu seinen Jüngern zurück - und keiner hält es für nötig, davon wahrheitsgemäß zu erzählen. Und wenn es auch nur so gut erzählt würde, wie es eben geht.

40 Jahre hatte man Zeit, bevor Erscheinungsberichte in die Evangelien aufgenommen wurden. 40 Jahre zum Nachdenken, wie man das in eine angemessene Form bringt. Und dann so ein Eklat.

Die Evangelisten waren fast so gut ... ach nein, sie waren noch besser, als ecclesia dei, die mehrere Jahrzehnte gebraucht hat, bis sie erkannt haben, dass die Piusbrüder gefährlich weit rechts stehen.

 

"Na, Fritzle, was gibt eins und eins?"

"Vierunddreißig, Frau Lehrerin."

"Na, Paule, das kannst Du besser. Was gibt eins und eins?"

"Ein rosarotes, unsichtbares Einhorn flatterte durch die Lüfte!"

"Wusste ich doch, dass Du die richtige Antwort parat hast, Paul. Eins!"

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Dies würde bedeuten, dass da wirklich zuerst ein Kopfkino existierte. Man glaubte, man wollte, man konnte sich Gott nicht anders vorstellen, denn als Spender eines postumen Lebens.

 

Und da antworte ich:

"Der Auferstehungsglaube ist in vielen Kulturen (in irgend einer Form) verbreitet. Er legt sich durch die Natur des Menschen nahe.

Und dann habe ich in der Bibel gelesen. Und das fand ich eine überzeugende Vorstellung. Dass es einen Gott gibt, der das Leben der Menschen will. Wie ein guter Vater.

 

Überzeuge mich mit Deiner Methode und unter Einbeziehung Deiner Maßstäbe, dass es den Jesus gegeben hat und er tatsächlich die Nächstenliebe gepredigt hat, und ich mache mich an den Versuch einer Rekonstruktion.

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Dich überzeugen? Im Förderunterricht?

Wenn man Dir nicht einmal aufzeigen kann, dass ein Satz wie "Die Sintflutgeschichte erzählt nicht von der Sintflut" Unfug ist?

bearbeitet von Mecky
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Schon auffällig, dass Du auf meinen Hinweis, dass Du es genauso machst wie Paulus, übergehst, um deine alte Sintflutzote zu reißen. Der Satz muss Dich ja mächtig mitgenommen haben, so fest wie er in deine Erinnerung eingemeißelt ist. Wusste gar nicht, dass ich so prägnant formulieren kann!

 

Aber es ist so einfach: Du kneifst! Wie immer, wenn es drauf ankommt, ziehst Du den Schwanz ein und versuchst, Dein Gegenüber 'runter zu machen, um die eigene Unfähigkeit zu überspielen. Typisch klerikales Gehabe: Man reiße einen Satz aus dem Zusammenhang und halte ihm dem anderen vor. Unredlich, aber von jemandem, der tagtäglich die Geschichte aus dem Abendmahlsaal vorträgt, obwohl er weiß, dass sie erlogen ist, nicht anders zu erwarten.

bearbeitet von Chrysologus
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Dich überzeugen? Im Förderunterricht?

Wenn man Dir nicht einmal aufzeigen kann, dass ein Satz wie "Die Sintflutgeschichte erzählt nicht von der Sintflut" Unfug ist?

hallo Mecky,

 

auf welche der zwei (ineinander verschachtelten, habe ich im AT-Proseminar gelernt) Sintflutgeschichten referenzierst Du momentan?

 

fragt

 

Petrus,

stets neugierig.

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Der ganzen Diskussion haftet einfach der Mief der Sechzigerjahre an. Damals - siehe das AT-Proseminar Petri - war diese Art der Exegese wohl modern und fortschrittlich. Heute dürfte sie den meisten wohl nur noch ein müdes Lächeln abringen. Viele "Neuerungen" werden getragen von den Generationen, die sie in ihrer eigenen Jugend und Studienzeit erlebt haben. Aber auch hier sind zeitliche Grenzen gesetzt. Siehe z.B. Veterum Sapientiae von Johannes XXIII. Dieses Dokument überlebte - wirkungsgeschichtlich - kaum seinen eigenen Verfasser.

 

Saluti cordiali,

Studiosus.

bearbeitet von Studiosus
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Siehe z.B. Veterum Sapientiae von Johannes XXIII.

 

ja. Das war ein Dokument aus dem Vatikan. Das war wohl das Dokument, mit dem verdeutlicht werden sollte, dass Latein die Sprache der Kirche sei. Und solche Dokumente müssen in allen kirchlichen Amts-Blättern ver-öffentlicht werden.

 

Den Vogel schoß ab eine deutsche Diözese, die dieses Dokument selbst-verständlich pflicht-gemäß im diözesanen Amts-Blatt veröffentlichte. Im lateinischen Original.

 

:D

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Siehe z.B. Veterum Sapientiae von Johannes XXIII.

ja. Das war ein Dokument aus dem Vatikan. Das war wohl das Dokument, mit dem verdeutlicht werden sollte, dass Latein die Sprache der Kirche sei. Und solche Dokumente müssen in allen kirchlichen Amts-Blättern ver-öffentlicht werden.

 

Den Vogel schoß ab eine deutsche Diözese, die dieses Dokument selbst-verständlich pflicht-gemäß im diözesanen Amts-Blatt veröffentlichte. Im lateinischen Original.

 

:D

Das gefällt :D

 

Eigentlich wollte ich damit aber nur sagen, dass das akademische Studium der Theologie durchaus wandelbar ist und Methoden und Ansätze immer auch Kinder ihrer Zeit sind. Siehe die hier immer wieder auftretende historisch-kritische Methode in der Exegese.

 

Saluti cordiali,

Studiosus.

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Den Vogel schoß ab eine deutsche Diözese, die dieses Dokument selbst-verständlich pflicht-gemäß im diözesanen Amts-Blatt veröffentlichte. Im lateinischen Original.

 

:off_topic:

Den Vogel ab schießt das Regolamento de la Curia Romana, dass Latein als Amtssprache festlegt. Diese Festlegung allerdings wird in Italienisch getätigt.

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Das "Zurückrechnen" ist kompliziert:

 

a ) Eine Basis ist, was man aus verschiedenen Quellen in verschiedenen unabhängigen Kontexten findet.

 

b ) Dann, was sich nicht aus Urchristentum oder Judentum ableiten lässt.

 

c ) Dann, was sich in dem Sinne aus dem Urchristentum ableiten lässt, dass eine Wirkung Ursache hat.

 

d) Dann, dass man davon ausgehen darf, dass Jesus dort dem zeitgenössischem Judentum folgte, wo er ihm nicht widersprach.

 

a ) und b ) lässt sich recht sicher bestimmen.

 

c ) ist recht spannend.

 

d ) ist schwierig, wobei man dafür konkret auf sozialgeschichtliche Erkenntnisse angewiesen ist.

 

So man sich dafür interessiert. Eigenes Mitdenken ist durchaus förderlich.

 

Insgesamt ein ergiebiges, wenn auch nicht widerspruchsfreies Forschen zum Leben Jesu. Hier historisch Stellung zu beziehen ist natürlich wesentlich uncooler als ellenlanges Lamentieren über die Evangelisten.

 

Die Methode ist nicht geeignet für Geburtsgeschichten oder Auferstehungsgeschichten, in denen die dramatisierende Erzählung der Evangelisten komplett überwiegt.

 

Warum ich keine Details poste?

 

Weil ich kein exegetisches Buch bin. Weil ich nicht die Nachhilfelehrerin von Mecky bin.

bearbeitet von nannyogg57
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Liebe Leute,

 

Ich möchte mal ein paar Schritte zurückgehen und eine Frage stellen, die hier offensichtlich unterschiedlich beantwortet wird, ohne daß sie bislang explizit debattiert wurde:

 

 

Sind geistes- wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr?

 

Hier bewegen wir uns ja auf dem Feld einer Geisteswissenschaft: sind also deren Erkenntnisse wahr?

 

Wenn ja: immer? Wenn nicht immer: wann sind sie es?

 

Und was bedeutet "wahr"? Absolut oder relativ?

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Liebe Leute,

 

Ich möchte mal ein paar Schritte zurückgehen und eine Frage stellen, die hier offensichtlich unterschiedlich beantwortet wird, ohne daß sie bislang explizit debattiert wurde:

 

 

Sind geistes- wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr?

 

Hier bewegen wir uns ja auf dem Feld einer Geisteswissenschaft: sind also deren Erkenntnisse wahr?

 

Wenn ja: immer? Wenn nicht immer: wann sind sie es?

 

Und was bedeutet "wahr"? Absolut oder relativ?

 

Schaust du hier.

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Marcellinus,

 

ich teile Deine Ansicht (und verweise hier mal auf ein Buch, das ich hier kurz besprochen habe und u.a. den Wahrheitsbegriff seit der Antike beleuchtet).

 

Insbesondere auf die Wissenschaft bezogen sollte das Konsequenzen haben (zumindest was die Wissenschaftler angeht).

 

Ich selber bin bis heute genervt, wenn Mediziner einen Satz beginnen mit "Wir wissen jetzt...". Einen Dreck wissen wir.

 

Nachtrag: nicht überraschend finde ich es daher für sehr lobenswert, daß sich die Kirche zu sog. "gesicherten Erkenntnissen" bspw. bzgl. der Heiligen Schrift nur sehr zurückhaltend äußert. Dieses Vorgehen sollte auch den Wissenschaftlern gefallen, die um die Vorläufigkeit ihrer Erkenntnisse wissen. Das sind aber sicher nicht alle.

bearbeitet von rorro
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Marcellinus,

 

ich teile Deine Ansicht (und verweise hier mal auf ein Buch, das ich hier kurz besprochen habe und u.a. den Wahrheitsbegriff seit der Antike beleuchtet).

 

Insbesondere auf die Wissenschaft bezogen sollte das Konsequenzen haben (zumindest was die Wissenschaftler angeht).

 

Ich selber bin bis heute genervt, wenn Mediziner einen Satz beginnen mit "Wir wissen jetzt...". Einen Dreck wissen wir.

Vor einiger Zeit las ich in einem Buch über Schmerzmedikamente zu Metamizol (oder wars Ibuprofen? Egal) sinngemäss (aus dem Gedächtnis, wörtlich müsste ichs raussuchen): Seit 150Jahren auf dem Markt, wissen wir das es wirkt aber immer noch nicht warum es wirkt

Okaaay :unsure:

bearbeitet von Frank
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Bei Metamizol ist es so. 1922 eingeführt, der genaue Wirkmechanismus ist bis heute unbekannt. Dasselbe gilt übrigens für Paracetamol (kam allerdings etwas später auf den Markt).

 

In der Medizin gilt heutzutage der Nachweis der Wirkweise auch nichts mehr. Die Wirksamkeit ist entscheidend. Nicht das Wie, sondern das relevante Ob in großen Kollektiven.

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Sind geistes- wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr?
Ohne dass man sich auf eine Arbeitsdefinition von "wahr" einigt, sind solche Fragen mE müßig.
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Sind geistes- wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr?

Ohne dass man sich auf eine Arbeitsdefinition von "wahr" einigt, sind solche Fragen mE müßig.

 

 

Richtig - und genau die fehlt hier in der Diskussion. Es werden die gleichen Worte benutzt und man versteht womöglich was ganz anderes darunter.

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Sind geistes- wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr?

Ohne dass man sich auf eine Arbeitsdefinition von "wahr" einigt, sind solche Fragen mE müßig.

 

Noch schlimmer: In den Naturwissenschaften arbeitet man mit Denkmodellen, die innerhalb ihrer Grenzen "wahr genug" sind.

Mit eine Erdbeschleunigung von 9,81m/s² kann ich recht gut berechnen, wie lange ein Apfel bis zum Erdboden braucht, der vom Baum fällt. Einen Satelliten bekomme ich damit nicht auf seine Umlaufbahn.

 

Geisteswissenschaftlich finde ich das Beispiel oben von der Geburtstagsparodie schön: Die Eigenschaften des Geburtstagskindes total überzeichnet (Lüge! Lüge!) aber gerade dadurch wird es mit seinen Eigenheiten besonders gut erkennbar (Wahrheit!?)

 

Was z.B. die Bergpredigt/Feldrede aus den Evangelien angeht: Ich kann mit dieser redaktionell bearbeiteten Zusammenfassung von Jesusworten viel mehr anfangen wie mit den über Jahre gesammelten "Stasi-Protokollen" seiner tatsächlichen Äußerungen. Ich bin froh, daß Q mir da viel Arbeit abgenommen hat.

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Siehst Du - ich glaube nicht an die Existenz von "Q", sondern gehe davon aus, daß Jesus wie jeder gute Redner an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten während seiner dreijährigen Missionsreise ungefähr dasselbe gesagt hat - deswegen war er bspw. auch mal oben auf'm Berg und unten im Feld.

Und wenn ich mir anschaue, welche Klimmzüge gemacht werden, wenn man nicht - wie ich - annimmt oder annehmen will, daß Papias damals Recht hatte, Matthäus sein Evangelium eben auf Hebräisch schrieb und wir nur eine Übersetzung davon haben, dann frage ich mich schon warum.

 

Ich habe nichts dagegen , wenn jemand meint, daß es eine "Quelle Q" gegeben habe oder gar gegeben haben muß! Solange der Verfechter dieser Theorie weiß, daß es eine Theorie ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Eine Vielzahl an Meinungen passen alle gut ins Katholische.

bearbeitet von rorro
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